Der Klugheit, des Wissens, der Erfahrungen und der Ratschläge kein Ende in Wahlzeiten

In Wahlzeiten besinnen sich vor allem Menschen, die sich um ein Amt bewerben, ihrer Klugheit, ihres Wissens, ihrer altgedienten Erfahrung. Und sie bringen das auch herzerweichend zum Ausdruck, durch ihre Sprüche, durch ihre Zitate höchster Literatur, aber auch durch Ratschläge, auf die gerade junge Menschen, die noch nicht reich an Erfahrungen und zumeist auch noch ohne eigenes Geld, angewiesen sind wie auf einen Bissen Brot. Und wie dankbar junge Menschen sein können, für jeden Rat, was sie etwa beißen könnten, wenn es in der Suppe nichts zum Beißen gibt, das wird nach diesem Rat erlebt werden können, beim Zusehen, wie junge Menschen, diesen Rat beherzigend, mit Heißhunger dankbar ihre Zähne —

Österreichs Verfassung

Es ist nun die so lange verabsäumte und somit die letztbeste Gelegenheit, wohl wieder auf Jahre hinaus, also so kurz vor der Wahl in Österreich im Herbst, von der Verfassung Alexander Van der Bellens zu sprechen, von der er gar recht schwärmt, sie sei so schön, derart elegant

Von welcher Verfassung schwärmt er?

Er schwärmt von der in Österreich gültigen Verfassung.

Er schwärmt von der schon ganz im Geiste des Autoritären für Österreich geschriebenen Verfassung, von der Verfassung für die kommenden „starken Männer“, er schwärmt von der noch ganz den Geist des Autoritarismus weiter verströmenden Verfassung.

Und er ist nun Mitbewerber von Männern für das Amt der Bundespräsidentin, die sich um dieses Amt anstellen, das ist für sie so recht, recht verlockend, die Aussicht, einmal den „starken Mann“ —

Es geht um des Mannes Machtphantasie, mit der die gültige Verfassung in Österreich so zahlreich Männer lockt.

Und was machte einen Mann so recht zum „starken Mann“

Wenn er ganz allein, wie es ihm gerade beliebt, ohne je irgendwen fragen zu müssen, ohne sich je mit irgendwem absprechen zu müssen, beispielsweise eine Bundesregierung entlassen kann. Und dazu ist er von der gültigen österreichischen Verfassung ins Recht gesetzt, das im Sinne einer Demokratie und wohl auch im Sinne einer, wie es nun einschränkend, breit auslegend und verblendend gern genannt wird, liberalen Demokratie ein Unrecht ist. Konkret wird dieses verfassungsrechtliche willkürliche Gutdünken den „starken Männern“ durch diese Paragraphen zugestanden:

Artikel 70. (1) Der Bundeskanzler und auf seinen Vorschlag die übrigen Mitglieder der Bundesregierung werden vom Bundespräsidenten ernannt. Zur Entlassung des Bundeskanzlers oder der gesamten Bundesregierung ist ein Vorschlag nicht erforderlich; die Entlassung einzelner Mitglieder der Bundesregierung erfolgt auf Vorschlag des Bundeskanzlers. Die Gegenzeichnung erfolgt, wenn es sich um die Ernennung des Bundeskanzlers oder der gesamten Bundesregierung handelt, durch den neubestellten Bundeskanzler; die Entlassung bedarf keiner Gegenzeichnung.
Artikel 74. (3) Unbeschadet der dem Bundespräsidenten nach Art. 70 Abs. 1 sonst zustehenden Befugnis sind die Bundesregierung oder ihre einzelnen Mitglieder vom Bundespräsidenten in den gesetzlich bestimmten Fällen oder auf ihren Wunsch des Amtes zu entheben.

Alexander Van der Bellen würde wohl auch die Bundesverfassung vom 1. Oktober 1920, wäre diese noch in Kraft, ergebendst hinnehmen, er würde vielleicht auch diese einhundertundzwei Jahre alte und in Österreich nicht mehr geltende Verfassung als eine schöne und elegante preisen wie das Kaunertal, beklatschen wie die Blasmusik, die Verfassung von 1920, die der Bundespräsidentin nicht das Recht einräumt, nach seiner Befindlichkeit, nach seiner Tagesverfassung, nach seiner Laune, nach seinem wilkürlichen Gutdünken die Bundesregierung zu entlassen, ohne von irgendwem dazu beauftragt zu werden, ohne dies mit irgendwem besprechen zu müssen, ohne irgendwen konsultieren zu müssen, und wenn es wenigstens sein Goldfisch wäre.

Artikel 70. (1) Die Bundesregierung wird vom Nationalrat in namentlicher Abstimmung auf einen vom Hauptausschuß zu erstattenden Gesamtvorschlag gewählt.
Artikel 72. (1) Die Mitglieder der Bundesregierung werden vor Antritt ihres Amtes vom Bundespräsidenten angelobt.
Artikel 74. (1) Versagt der Nationalrat der Bundesregierung oder einzelnen ihrer Mitglieder durch ausdrückliche Entschließung das Vertrauen, so ist die Bundesregierung oder der betreffende Bundesminister des Amtes zu entheben.

Als Österreich im Sinne der Demokratie noch visionär modern war, vor einhundertundzwei Jahren …

Ob Österreich im Sinne der Demokratie und nicht nur im Rückzug in die liberale Demokratie je wieder so visionär modern werden wird, wie es vor einhundertundzweimillionen —

„Vielgeliebtes Österreich – Sollte dem Wirt Schaden erwachsen, werde ich dafür gerade stehen.“

Als „Wirt“ wird ein Organismus bezeichnet, der andere mit Ressourcen versorgt. Ist die Beziehung zwischen „Wirt“ und „Gast“ zum beiderseitigen Vorteil, wird von einer Symbiose gesprochen, erleidet der „Wirt“ einen Nachteil, handelt es sich um Parasitismus. Nutzt der „Gast“ lediglich die Nahrungsreste, besteht Kommensalismus. Als „Wirte“ kommen u. v. a. m. Menschen in Betracht. Der „Wirt“ ist in aller Regel das größere Lebewesen.

Es war die Firma, und es war nicht das Staatsoberhaupt.

Die Firma ist es, so das Kampagnenteam des Bewerbers, die seine Wahlplakate gegen das Gesetz in Vorarlberg jetzt im September 2022 in Vorarlberg zu früh aufstellt.

Es war das Staatsoberhaupt, und nicht der Wirt.

Es ist der Gast, und nicht der Wirt. Nicht der Wirt übersieht im Mai 2020 die nach dem Covid-19-Gesetz verordnete Sperrstunde.

Commensalis hat die Sperrstunde „übersehen“.

Der Tischgenosse hat übersehen, wann Sperrstund‘

Vienna’s fathernight, austrian standards

Italien zählt zu den streng gläubigen Ländern. Deshalb hatte ich von der Zensur wichtige Fragen erwartet. Aber der Vorsitzende der Kommission fragte mich nur, weshalb die Frau beim Liebsakt auf dem Mann sitzt. Ich antwortete: „das könne schon mal vorkommen“. Der Nachtportier wurde also nicht aus ideologischen Gründen zensiert.

Das sagt Liliana Cavani zum dann doch abgewendeten Aufführungsverbot (Interview mit ihr, Bonus-Material zu „Der Nachtportier“, DVD, Weltkino-Verleih), in Italien.

Im Gegensatz zu Liliana Cavani mit ihrer persönlichen Erfahrung mit der Zensurkommission hat Stephan Hilpold, „Ressortleiter Kultur“ in der Tageszeitung des österreichischen Medienstandards eine extrem hohe Meinung von einer Zensurbehörde, er traut ihr höchste denkerische Auseinandersetzungen zu, schreibt er doch in seiner Kritik:

Das Begehren, die Moral und die Macht driften in dieser Beziehung derart auseinander, dass die italienische Staatsanwaltschaft den Film verbot. Erst nach einem Gerichtsprozess wurde er schließlich freigegeben […]

(Noch strenger gläubig als Italien heutzutage Österreich, in diesem Land hat ein Regisseur es nicht mehr erlebt, aber das nur nebenher, seinen Film freizubekommen.)

Davor schreibt Stephan Hilpold einleitend:

Neunzig Minuten […] zu und am Ende. […] NV/Night/Vater/Vienna nennen der amerikanische Künstler Paul McCarthy und die deutsche Schauspielerin Schauspielerin Lilith Stangenberg das Projekt, mit der sich das Wiener Volkstheater in die neue Saison […] Die Wiener Festwochen hatten seinerzeit die Finanzierung der Performance zurückgezogen, das Volkstheater unter Kay Voges sprang mit stattlichen 120.000 Euro ein. Mit Körperflüssigkeiten kennt man sich an diesem Theater ja aus. Dabei geht die Vorlage, auf die sich McCarthy und Stangenberg berufen, damit recht sparsam um. Liliana Cavanis Kultfilm Der Nachtportier aus dem Jahre 1974 erzählt von der sadomasochistischen Verstrickung einer KZ-Insassin mit ihrem Peiniger. Zwölf Jahre nach Ende des Kriegs treffen diese in einem Wiener Hotel wieder aufeinander – und setzen die Liaison in der Wohnung des ehemaligen SS-Manns fort.

Am 3. September 2022, als Stephan Hilpold wohl Zuschauer der Performance gewesen sein dürfte, kam eine „Gurke“ zum Einsatz, am 4. September keine Gurke, aber eine Karotte … Was Stephan Hilpold nach seiner intellektuellen Hervorhebung der Zensurbehörde bereits zu Beginn und dann weiter noch über diese Performance schreibt, nun, ja, ist von der höchsten Qualität, wie sie nur alle paar Jahrzehnte erreicht wird. Das letzte Mal war dies, als österreichische Tageszeitungen über die „Uni-Ferkelei“ schrieben. Das war 1968. Was noch zu zitieren bleibt, um seine Leistung auf der Höhe dieser seiner Zeit angemessen würdigen zu können, ist sein letzter Absatz, als Essenz seiner Kritik. Das Geld, das ihm, Stephan Hilpold, wohl ein rechtes Begehr. Fängt er doch gleich mit der stattlichen Summe an, und er endet mit finanziell kräftig mitschneiden …

Also weicht der von der Megagalerie Hauser & Wirth vertretene McCarthy auf europäische Bühnen aus (in Hamburg lief der erste Teil). Man kann nur hoffen, dass diese an der Weiterverwertung dieser Ferkelei finanziell kräftig mitschneiden.

Glück auf, für die Stichwahl

Alexander Van der Bellen hat es nun, 2. September 2022, geschafft, die notwendigen Unterstützungserklärungen zu bekommen, um als Bewerber um das Amt der Bundespräsidentin, die nur ein Mann sein darf, am 9. Oktober 2022 in Österreich antreten zu dürfen. Es wird eine reine Männerwahl, im 21. Jahrhundert in Österreich. Es wird keine Bewerberin gewählt werden können. Des Mannes Österreichtraum erfüllt: die einhundertprozentige Quote —

Alexander Van der Bellen bekannte auch vor Kurzem, es brauche nur ihn, den Bundespräsidenten, es brauche also keine sie, keine Bundespräsidentin

Und bei seinem gestrigen Herzeigen auf der Straße

nahm der 78-jährige Volkswirt nicht beim Innenministerium, sondern vor seinem Amtssitz am Ballhausplatz vor. „Das Leben ist zu kurz, um schieche Bilder zu machen“, begründete er die Ortswahl vor Journalisten, denn bei der Wahlbehörde gebe es zurzeit eine Baustelle.

bekannte er „erneut,

dass er sich keinen TV-Diskussionen mit seinen Gegnern stellen werde. „Nein, ich stoße mich schon am Wort Politduell“, sagte er auf eine entsprechende Frage.

Was für ein wunderbar lernfähiger Bewerber. Vor seiner letzen Wahl stellte er sich TV-Diskussionen, die auch damals schon massenhaft Duelle genannt wurden, für ihn aber kein Anstoß waren. Brav duellierte er sich. Sechs Jahre seine Lernzeit, dieses Wort anstößig zu finden.

Es ist auch nicht notwendig, daß er noch einmal in TV-Diskussionen geht, um mit seinen Bewerbern – es werden, ach, gute alte, alte Zeit des 21. Jahrhunderts, diesmal ausschließlich Männer sein – sich auszutauschen, zu erzählen, zu beteuern, wie er, Alexander Van der Bellen, in den nächsten … die Wählenden brauchen für ihre Stimmentscheidung bloß die sechs Jahre seiner letzten Amtszeit in Erinnerung zu rufen, um zu wissen, was sie von ihm zu erwarten haben werden, er braucht nichts mehr zu versprechen, sie werden sich je nicht zu wundern brauchen, was alles nicht geht —

Alle Kirchen sind Propaganda

Welche Stadt, welche Ansiedlung in den Bergen, welches Dorf unten in den Tälern auch immer im Sommer besucht wird, Urlaubende auferlegen sich die erste Urlaubspflicht, gläubig oder nicht, Kirchen zu besuchen, muß, in einem Café auf dem Platz vor dem Dom in S. beim Anblick der Massenurlaubsprozessionen in den Dom, gedacht werden. Sie gehen in die Kirchen hinein, nicht um dem Domherrn zu besuchen, zu huldigen, sondern, so ist es massenhaft zu hören, die Kunst in den Domen zu bestaunen, die Kunst in den Kirchen, die unbedingt, so ist es massenhaft zu hören, zu besichtigen ist.

Aber die Kunst in den Kirchen ist die Kunst, von der Eric Arthur Blair schrieb, die Propaganda ist. Allerdings sagte er dies über alle Kunst. Alle Kunst sei, so Blair, Propaganda.

Er hätte es einschränkend formulieren müssen, vielleicht so:

Die Kunst in den Kirchen ist Propaganda, weil alle Kirchen Propaganda sind.

Und was ist das für eine Propagandakunst in den Kirchen. Es ist eine einfältige Kunst, eine auf wenige Motive absolut beschränkte Reklamekunst. In jedweder Kirche stets dasselbe. Es sind immer die nach dem angeblich vom Domherrn verfaßten Werbeleitkatalog angefertigten und anzufertigenden Propagandawerke. Von so vielen Künstlerinnen. Als wäre alle Kunst in den Kirchen von einer einzigen Künstlerin, die auf wenige durch den Werbeleitkatalog absolut vorgegebenen und absolut einzuhaltenden Motive, die wohl auch domherrngefällig ebenso fixiert und einfallslos und dankbar, sich nicht selbst Motive —

Es sind, was in Kirchen vorzufinden ist, nichts weiter als Verfielfältigungen eines Sujets, wie die Serien etwa von Suppendosen, Coca-Flaschen eines Andy Warhol, bloß mit dem einen Unterschied, daß es Wiederholungen von Hunderten, von Tausenden Warhols —

Kirchen bestehen aus nichts anderem als aus Gleichartigem, deren Herstellungsgrund einzig Propaganda ist. Und für diese Propagandakonservendosen werden gerade in den Urlaubswochen Kirchen über Kirchen besucht, für diese Propagandakonservendosen wird darüber hinaus auch Eintritt bezahlt, um die Kathedralen der Propaganda betreten zu dürfen, werden lange, lange Wartezeiten in Kauf genommen, um beispielsweise den Dom in S. betreten zu dürfen. Und Frauen lassen sich verordnen, ihre nackte Schultern zu bedecken. Wenn sie selbst keine Textilie bei sich haben, um ihre Schultern zu bedecken, bekommen sie im kirchlichen Gebäude selbst ein ideologisch nicht abbaubares Wegwerftuch aufgedrängt, mit dem sie sich ihre Schultern bedecken müssen, während im Propagandadom ihnen dann präsentiert werden: aufreizende nackte Frauenpopos, die Domherren erotisierende Putten, also nackte Kindergestalten

Sie, die Urlaubenden, schlendern dann etwa auf einem Domfußboden, in den eingelassen sind Darstellungen von Massakern, Tötungen, auch etwa das Ermorden von einem Kleinkind, das der Mutter entrissen wird, die, so ist sie dargestellt, darüber entzückt zu sein scheint, als wäre das höchste Mutterglück, wenn ihr Kind ermordet wird, da auch ein Kind nach diesem Werbeleitkatalog schuldig ist, auch wenn sonst, außerhalb von diesen martialischen und pornographischen Gebäuden lange schon die Ansicht sich durchgesetzt hat, Kinder sind unschuldig

Im Café vor dem Dom in S. beim Betrachten der willig stundenlang wartenden Urlaubenden mit dem abgezählten Eintrittsgeld in der einen Hand und dem Smartphone in der anderen Hand kommt das Reichstagsgelände in Nürnberg in den Sinn. Und damit die Vorstellung, wie es wäre, wenn es für den Besuch des Reichstagsgeländes in Nürnberg wie etwa im Dom von S. Bekleidungsvorschriften gäbe, nicht nur gesinnungsentsprechende Bekleidungsvorschriften für Frauen, sondern auch für Männer, die beim Besuch des Reichstagsgeländes beispielsweise SS-Uniformen anzuziehen hätten, die Besuche des Reichstagsgeländes so wie die Besuche der Kirchen ohne jedwede Aufklärung, ohne jedwede Information über die massenhaften Verbrechen passierten, die Besuchenden des Reichstagsgeländes einzig wie in den Kirchen der Propaganda allein ausgesetzt —

Auf dem ehemaligen Reichstagsgelände in Nürnberg des untergangenen massenpropagandistischen Terrorregimes der Massenmorde und der Massenverbrechen jedoch gibt es ein Dokumentationszentrum, für dessen Besuch zwar Eintritt zu zahlen ist, aber keine Bekleidungsvorschriften, keine Propaganda, dafür aber umfassende Aufklärung und Informationen über …

Österreichweit

Darya Dugina (29) war ebenso wie ihr weltweit bekannter Vater Alexander Dugin (60) politische Analystin. Sie äußerte sich immer wieder kritisch zu den Sanktionen des Westens gegen ihr Land. Putins engster Berater, Alexander Dugin musste mitansehen, wie seine Tochter Darya im Feuerball einer Autobombe starb

Richard Schmitt ist Chefredakteur der „web eXXpress Medien Holding GmbH“, ein bekannter —

Diesmal aber die Analyse von Rene Rabeder, die politische. Am 22. August 2022.

Darja Dugina wird bis zur ersten Stunde nach ihrer Ermordung im Gegensatz zu ihrem Vater keine österreichweit bekannte Analystin gewesen sein.

Noch mehr bekannt als Alexander Dugin und absolut bekannt im Gegensatz zu Darja Dugina ist in Österreich Richard Schmitt als —

Wie Richard Schmitt und Rene Rabeder ist der Vater bloß ein „politischer Analyst“, war die Tochter bloß „politische Analystin“ — Das also, wofür der Vater steht, wofür die Tochter stand, ist bloße „politische Analyse“, analysiert eXXpress, ebenso profund wie der Vater — der, wie ein anderes österreichisches Medium des höchsten Standards analysiert, „erfolgreichste Freelancer“ —, analysiert, wie die Tochter analysierte.

Ist es dann nicht die erste Pflicht, die Nähe eines in Österreich weltweit bekannten Analysten zu suchen? Ist es dann nicht die höchste Pflicht, etwa eine Partei mit derartigen Menschen profundesten Analysefähigkeiten in ihrer Reihe zu einer Regierungspartei zu erheben, wie es in Österreich, ganz seines traditionellen Selbstverständnisses als Vorhut der politischen Entwicklung, geradezu avantgardistisch in geschichtlicher Zeitmessung erst vor Kurzem geschah?

Seiner Order „Töten, töten, töten“ wurde Alexander Dugin, dem Kameraden identitärer Gesinnung in Österreich, erfolgreich Gehorsam geleistet: seine Tochter Darja Alexandrowna Dugina ermordet

„Ich glaube, man muss töten, töten und töten. Ich sage das als Professor.“

Es ist Aleksandr Dugin eine brutale, eine schwarz-pädagogische Lektion erteilt worden. Nämlich, was es für jeden einzelnen Menschen konkret heißt, zum Morden aufzurufen.

Er sieht sich als Vorkämpfer, Wegbereiter: „Ich machte einen Schritt nach vorn, und mir folgte die Armee.“

Seine Tochter wurde ermordet.

Seine Aussagen nach der Ermordung seiner Tochter, Darja Alexandrowna Dugina, lassen nicht erkennen, er hätte, nun als unmittelbar betroffener Vater seiner Mordgelüste, daraus gelernt.

Lernunfähig, wie seine österreichischen Kameraden, lernunwillig, wie seine österreichischen Kameradinnen, spricht er weiter von „Front“, also vom Morden, spricht er weiter davon, „zu kämpfen“, also vom massenhaften Morden —

„Sie starb für das Volk, für Russland, an der Front. Die Front – sie ist hier“, sagte der ultranationalistische Intellektuelle zu Beginn der Zeremonie. Später fügte er hinzu: „In ihrer Kindheit waren fast die ersten Worte, die wir ihr beibrachten, natürlich „Russland“, „unser Staat“, „unser Volk“, „unser Imperium“.“ Der Vater der Getöteten, Alexander Dugin, rief unterdessen die Russen auf, im Sinne seiner rechtsnationalistischen und imperialistischen Ideologie zu kämpfen.

„Unsere Herzen dürstet es nicht einfach nach Rache oder Vergeltung. Das wäre zu klein, nicht russisch“, ließ Dugin über seinen Vertrauten, den Oligarchen Konstantin Malofejew, auf Telegram ausrichten. „Wir brauchen nur unseren Sieg. Auf dessen Altar hat meine Tochter ihr mädchenhaftes Leben gelegt. Also siegt bitte!“

Die Anteilnahme eines Papstes ist dem mordlüsternen Vater wohl zusätzlich willkommener Ansporn, weiter —

Die ukrainische Regierung ist von Papst Franziskus enttäuscht. Der Papst habe „seit dem Beginn der groß angelegten Invasion der Russischen Föderation in der Ukraine den konkreten Opfern des Krieges, darunter 376 ukrainischen Kindern, die durch die Hand der russischen Besatzer starben, nie besondere Aufmerksamkeit geschenkt“, sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba gegenüber europäischen Medien. Das Fass zum Überlaufen brachte aber offenbar eine Äußerung von Franziskus zum Tod der regimetreuen russischen Journalistin Darja Dugina, einer Tochter des nationalistischen Ideologen Alexander Dugin. Ohne ihren Namen zu nennen, hatte Franziskus bei der Generalaudienz am Mittwoch gesagt: „Ich denke an eine arme Frau, die in Moskau durch eine Bombe unter dem Sitz ihres Autos in die Luft flog. Die Unschuldigen bezahlen für den Krieg.“

Die „aktive Hasspredigerin“, deren „Religion der Hass“, so beschreibt Viktor Jerofejew die vom Papst zur „Unschuldigen“ gesalbte Tochter —

So „unschuldig“ wie der Vater die Tochter, bloße Patriotin und bloßer Patriot. Und das Patriotische eine globalisierte Pflicht, der in jedem Land auf seine eigenbrauchtümliche Weise nachgekommen wird, so auch in Österreich —

Einem Kandidaten – es ist damit tatsächlich ein Mann und auch ein zweiter Mann gemeint, der Wahl am 9. Oktober 2022 in Österreich wird es wohl sehr freuen, daß in der Tageszeitung des österreichischen Medienstandards der mordlüsterne Vater nicht mit der Partei des in Österreich angelobten Innenministers in Verbindung gebracht wird, sondern mit dem nicht in Österreich angelobten Innenminister,

Stattdessen wurde Dugin seit Russlands Annexion der Krim 2014, nach der er zum „Töten, Töten, Töten“ von Ukrainern aufrief […] von Europas Rechten hofiert. Er soll auch mit Italiens ehemaligem Innenminister […]

der auch nur für kurz Innenminister – ja, es sind besondere Köpfe, die den Standard des österreichischen Journalismus und der österreichischen Politik, deren einziges Programm Parteipolitik —

Die längst überfällige Auflösung

Am 24. August 1949 tritt der sogenannte Nordatlantikvertrag in Kraft.

Die vertragschließenden Staaten bestätigen ihren Glauben an die Ziele und Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen und ihren Wunsch, mit allen Völkern und mit allen Regierungen in Frieden zu leben. Sie sind entschlossen, die Freiheit, das gemeinsame Kulturerbe ihrer Völker, gegründet auf die Prinzipien der Demokratie, auf die Freiheit des einzelnen und die Grundsätze des Rechts, sicherzustellen. Sie sind bestrebt, die Stabilität und Wohlfahrt im nordatlantischen Gebiet zu fördern. Sie sind entschlossen, ihre Bemühungen um eine gemeinsame Verteidigung und um die Erhaltung von Frieden und Sicherheit zu vereinigen. Daher sind sie übereingekommen, diesen Nordatlantikpakt zu schließen.

Diesen Vertrag mit der oben zitierten Präambel unterschrieb auch eine Diktatur. Portugal. So verstieß die Nato bereits bei ihrer Gründung ihre „Prinzipien der Demokratie, […] die Freiheit des einzelnen und die Grundsätze des Rechts“. So beseelt von den „Prinzipien der Demokratie“ konnte es nicht ausbleiben, daß aus einem Mitgliedsland eine Diktatur wurde. Griechenland. Von 1967 bis 1974. Und weil es eine Militärdiktatur war, konnte ein Militärbündnis wie die Nato nicht gegen eine Militärdiktatur sein, die im Verständnis eines Militärbündnisses ja eine Demokratie — Griechenland trat 1974 selbst für eine Weile aus der Nato aus, aber nach dem Zusammenbruch, nach dem Ende der rechtsextremistischen und nationalistischen Militärdiktatur …

Artikel 6. Als ein bewaffneter Angriff auf einen oder mehrere der vertragschließenden Staaten im Sinne des Artikels 5 gilt ein bewaffneter Angriff auf das Gebiet irgendeines dieser Staaten in Europa oder Nordamerika, auf die algerischen Departements Frankreichs, auf die Besatzungen, die irgendein Vertragsstaat in Europa unterhält, auf die der Gebietshoheit eines Vertragsstaates unterliegenden Inseln im nordatlantischen Gebiet nördlich des Wendekreises des Krebses oder auf die Schiffe und Flugzeuge irgendeines Vertragsstaates innerhalb dieses Gebietes.

Erst nach der erkämpften Unabhängigkeit Algeriens wurde 1963 aus dem Artikel 6 „auf die algerischen Departements Frankreichs“ gestrichen. So war die Nato von ihrer Gründung an, auch ein Bewahrungsbündnis von brutalstem Kolonialismus. Der französische Kolonialismus in Algerien war einer der rohesten. Nur vier Jahre nach dem „Massaker von Sétif“ schließen sich Staaten zusammen, auch dafür, gegenseitigen Beistand zu leisten zur Verteidigung des Kolonialismus.

Es war am 8. Mai 1945 als Menschen in Sétif für „Gleichheit, Unabhängigkeit“ demonstrierten, am gleichen Tag also, an dem in Europa Menschen ihre wiedererlangte Unabhängigkeit, das Ende des Krieges, die Niederschlagung einer Diktatur feierten.

Es folgte durch den französischen Staat die äußerst blutige Niederschlagung des Rechts auf Unabhängigkeit der Menschen in Algerien mit Tausenden von Toten, die Demütigung von Menschen durch die französische Armee:

L’armée organise des cérémonies de soumission où tous les hommes doivent se prosterner devant le drapeau français et répéter en choeur : « Nous sommes des chiens et Ferhat Abbas est un chien ». Certains, après ces cérémonies, étaient embarqués et assassinés. [4]

Männer mußten sich also vor der französischen Flagge niederwerfen und im Chor wiederholen: „Wir sind Hunde […]“ und danach wurden auch welche von ihnen ermordet. Von 1954 bis 1962 dann der „Algerienkrieg“. Vom Nato-Gründungsmitglied Frankreich mit äußerster Brutalität geführt. Eine achtjährige Barbarei dafür, Menschen ihre Freiheit, ihre Unabhängigkeit, ihre Rechte zu verweigern, die Prinzipien also, die auch Frankreich mit seiner Unterzeichnung des Nato-Vertrags … Und was tat die Nato in diesen acht Jahren, was taten die Mitgliedstaaten der Nato in diesen acht Jahren für die „Erhaltung des Friedens und der Sicherheit“, zu der sie sich vertraglich verpflichteten — Sie, die Nato, ließ Frankreich gewähren, sie, die Mitgliedsstaaten der Nato ließen Frankreich gewähren, wohl in der Hoffnung, Frankreich werde in Algerien einen barbarischen Sieg erringen, damit den Kolonialismus für alle bewahren.

Für die „Erhaltung des Friedens und der Sicherheit“ wurde also 1949 die Nato gegründet. Wie viele Kriege folgten darauf? Sogenannte „Stellvertreterkriege“, von Korea bis —

Die Nato, ein Bündnis für nichts. Gegründet nur für die Eindämmung des Einflusses von der Sowjetunion und des Kommunismus. „Containment-Politik“ und „Roll-Back-Politik“ sind die damit einhergehenden Begriffe, die Präambel zu diesem Vertrag die Maske. Es ging einzig um die Ausbreitung des Kapitalismus und die Aufrechterhaltung des Kolonialismus, um das Zurückdrängen von Kommunismus

Die Nato war die Henne, und das Ei der Warschauer Pakt, der mit dem 14. Mai 1955 in Kraft trat. Könnte gesagt werden, um die Frage zu klären, ob zuerst das Ei und dann die Henne oder zuerst die Henne und dann das Ei. In der zeitlichen Abfolge der Gründungen könnte das so gesagt werden. Aber. Es sind zwei Eier. Zuerst wurde das Ei Nato und dann das Ei Warschauer Pakt gelegt – wenn auch in einem zeitlichen Abstand von sechs Jahren gelegt, sind es doch Zwillingseier, verwechselbar in ihren Vertragsausschmückungen.

Die Vertragschließenden Seiten haben beschlossen, Unter erneuter Bekundung ihres Strebens nach Schaffung eines auf der Teilnahme aller europäischen Staaten, unabhängig von ihrer gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung, beruhenden Systems der kollektiven Sicherheit in Europa, das es ermöglichen würde, ihre Anstrengungen im Interesse der Sicherung des Friedens in Europa zu vereinigen, Unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Lage, die in Europa durch die Ratifizierung der Pariser Verträge entstanden ist, welche die Bildung neuer militärischer Gruppierungen in Gestalt der „Westeuropäischen Union“ unter Teilnahme eines remilitarisierten Westdeutschlands und dessen Einbeziehung in den Nordatlantikblock vorsehen, wodurch sich die Gefahr eines neuen Krieges erhöht und eine Bedrohung der nationalen Sicherheit der friedliebenden Staaten entsteht, In der Überzeugung, daß unter diesen Bedingungen die friedliebenden Staaten Europas zur Gewährleistung ihrer Sicherheit und im Interesse der Aufrechterhaltung des Friedens in Europa notwendige Maßnahmen ergreifen müssen, Geleitet von den Zielen und Grundsätzen der Satzung der Organisation der Vereinten Nationen […]

Der „Warschauer Pakt“ löste sich 1991 auf. Die Nato aber nicht. Obgleich es für die Nato sogar ein vertragliches Ablaufdatum gibt, eine Haltbarkeitsangabe von zwanzig Jahren, das heißt, 1969 hätte das Ei Nato schon entsorgt werden können. Das Ablaufdatum für das Ei Nato also um mehr als fünf Jahrzehnte überschritten. Und immer noch will es nicht entsorgt werden. Sogar im Gegenteil, es wollen nun noch weitere Staaten das stinkende Ei … was für einen Gestank abgelaufene Eier und erst recht so lange schon abgelaufene Eier verursachen, ist jedem Menschen nur zu gut bekannt, der es einmal verabsäumt hat, diese aus seiner Wohnung —

Was alles in diesen dreiundsiebzig Jahren, seit dem Legen des ersten Eis, was alles in diesen siebenundsechzig Jahren, seit dem Legen des zweiten Eis, erreicht hätte werden können, nach den „Prinzipien“, mit denen die zwei Zwillingsvertragseier so lieblich bemalt wurden, wären die an das Militär verschwendeten, den Menschen entwendeten Ressourcen anders, also sinnvoll, also friedensfördernd, also demokratieförderd, also verständigungsfördernd, also begegnungsfördernd, also erdenschutzfördernd verwendet worden, all die Billionen … das muß nicht wiederholt werden, aber darauf ist immer wieder hinzuweisen, auf diese Kapitalverbrechen —

„Z“

Der Buchstabe „Z“ ist in den letzten Monaten zum berüchtigsten Buchstaben aufgestiegen. Zu einem Buchstaben von der Schwere eines Buches, so deutungsreich wie beispielsweise die Bibel; so viele fühlen sich berufen, „Z“ zu interpretieren. Als was wird „Z“ nicht schon alles gedeutet, auch das „Hakenkreuz“ etwa wollen nicht wenige im „Z“ bereits erkennen.

Das „Hakenkreuz“, das sonst, etwa in Österreich, nicht erkannt wird, wenn es tatsächlich ein Hakenkreuz ist.

Und in Deutschland beispielsweise soll es nicht beim Deuten allein bleiben, es werden Handlungen gefordert, also das strafrechtliche Verfolgen von Menschen, die den Buchstaben „Z“ zeigen, die Plakate, Wände mit dem Buchstaben „Z“ beschmieren, „Z“ auf Plattformen telegrammieren, mit dem „Z“ auf Transparenten und Shirts auf die Straße zum Demonstrieren gehen, gar ein gesetzliches Verbot gefordert.

Jedes verbotene Symbol hat, einfach wie kurz gesagt, zumeist nicht nur eine Bedeutung, die durch eine Reflexverbotsgesetzgebung mit verboten werden, und so rasch ein Symbol verboten ist, so rasch ist ein neues Symbol von jenen gefunden, die jedwedes Symbol, jedweden Buchstaben, jedwedes Zeichen für ihre abgründige Gesinnung zu mißbrauchen gewillt sind —

„Z“ hat, auch „Z“ hat mannigfache harmlose Bedeutungen, findet mannigfache harmlose Verwendung. Ein berühmtes „Z“ ist dreiundfünfzig Jahre alt. Ein „Z“ als Titel eines Films. Eines Films über die Aufklärung des Mordes an einem Politiker, der kurz vor seiner Ermordung eine Rede hält für Abrüstung, gegen den Krieg, gegen die Nato, auf die in einem weiteren Kapitel einzugehen sein wird, der eine Rede hält für ein friedliches Miteinander.

Ein „Z“ als Symbol, das besagt: „Er lebt“. „Er“, der Wille“, „lebt, der Wille zur Ablehnung jedweder Diktaturen, der Wille für den Einsatz für Demokratie. Dieses über fünfzig Jahre alte „Z“ soll Verbreitung finden, vor allem in Rußland, dieses „Z“ soll das putinsche „Z“ übermalen, ersetzen, auslöschen.