„All unser Unglück verdankt sich der Tatsache, dass wir unsere Bäume verlassen haben.“

„Ich habe es oft gesagt: das ganze Unglück der Menschen kommt daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“

Es gab immer die Verlockung, Blaise Pascal zuzustimmen, daß das ganze Unglück der Menschen daher kommt, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.

Ein Verdacht aber bestand stets, der verantwortlich dafür, der Verlockung zu widerstehen, Pascal zuzustimmen. Der Verdacht, daß bereits das Zimmer das ganze Unglück der Menschen ist. Daß das Unglück viel früher auf den Menschen gekommen ist. Das Unglück schuld daran ist, daß der Mensch überhaupt sich Zimmer zur Zuflucht baute.

„All unser Unglück verdankt sich der Tatsache, dass wir unsere Bäume verlassen haben.“

Es bedarf keiner Verlockung, Sylvain Tesson zuzustimmen, daß all das Unglück der Menschen sich der Tatsache verdankt, daß sie ihre Bäume verlassen haben.

Es ist lange her, daß Tesson „Petit traité sur l’immensité du monde“ schrieb und veröffentlichte. „Kurzer Bericht von der Unermesslichkeit der Welt“ enthält aber nicht nur diesen Satz über all das Unglück, daß sich der Tatsache verdankt, die Bäume verlassen zu haben, sondern auch einen Bericht, der an die Gegenwart denken läßt.

„Seit dem Ende der Sowjetunion gibt es in Russland zahlreiche Anwärter für das Einsiedlerleben, die dem Lauf der modernen Welt den Rücken zu kehren, und brechen auf, um verlassene Weiler oder sogar einsame Hütten neu in Besitz zu nehmen, außerhalb der Welt. Die Flucht in die Wälder bedeutet, der modernen Scheußlichkeit die kalte Schulter zu zeigen.“

„Den Russen fällt es nicht sehr schwer, in die Wälder zurückzukehren, haben sie sie doch weitaus später verlassen als die Westeuropäer. In ihrem Blut gibt es Pflanzensaft, und in ihrer gemeinsamen Geschichte die Tradition des Vagabundentums. In bestimmten literarischen Kreisen Russlands wird die (von Tolstoi übernommene) Legende kolportiert, derzufolge Zar Alexander nach seiner Abdankung nicht gestorben sein (so die offizielle Version), sondern seinen Wanderstock genommen haben soll, um inkognito durch Russland zu streifen. Und Nikita Chruschtschow? Tönte er nicht, er wolle, sollte er eines Tages in größter Not sein, gerne wie Goethes Wanderer, das heißt als romantischer Vagabund, leben?“

„Einzuwenden ist, dass die Zurückgezogenen Russlands von der Notwendigkeit und nicht vom romantischen Impuls des Waldgängers getrieben werden. Es ist eher die Aussicht, den täglichen Borschtsch mit ein paar Pfund Bärenspeck aufzubessern, als der Durst nach Transzendentalismus, der sie unter das Blätterdach führt.“

Tesson berichtet auch von einem letzten Waldgänger, den er nach seiner Rückkehr nach Irkutsk traf.

„Haben Sie das immer schon gemacht?
Das Leben in den Wäldern? Wo denken Sie hin? Ich war früher Oberst der Luftwaffe. Ich saß am Steuer von Souchoi-Maschinen. Ich war in Moskau, Berlin, Budapest!
Aber dann?
Dann brach die UdSSR zusammen, durch Gorbatschow auf den Hund gekommen. Und nach diesem Leben hatte ich das Bedürfnis nach Stille und bin hierher gekommen. Seit zwölf Jahren habe ich keinen Fuß mehr in die Stadt gesetzt und werde nie mehr in die Welt zurückkehren.
Und warum werden Sie nie zurückkehren?
Weil es hässlich ist.“

Der Oberst hätte dazu beitragen können, die Welt weniger häßlicher zu machen, oder wenigstens die Illusion zu nähren, die Welt werde weniger häßlich, als sie es bleibend wurde, hätte er, der Oberst, den Oberstleutnant an der Hand genommen, den Oberstleutnant in den tatsächlichen Wald geführt, es wäre der Welt erspart geblieben, das wenigstens, daß der Oberstleutnant auf der Suche nach seiner letzten Eremitage noch tiefer in den Wald flieht, jetzt dabei die Ukraine mit dem Wald verwechselt, wie er zuvor schon so vieles auf die häßlichste Weise verwechselte, im Wald sich immer schon wähnend, seit mehr als zwei Jahrzehnten.

PS Sylvain Tesson hat viele Auszeichnungen bekommen, die höchsten, beispielsweise auch den Prix Goncourt. Und nun hat er eine bekommen, die ihm, auch wenn er es nicht wissend missen wird, noch fehlte, die Entschuldigung. Höchststaatspersönlich überreicht von der österreichischen Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, die sich „ganz offiziell bei allen Geografen“ dafür entschuldigte, den Kontinent Afrika zum „Land Afrika“ herabgestuft zu haben. Somit hat sich die Wirtschaftsministerin aus dem tirolerischen St. Johann auch offiziell bei Sylvian Tesson entschuldigt, der ein Geograph ist.

PPS Das Große hat Margarete Schramböck zum Kleinen gemacht. Wie sie wohl die Größe des müllnerischen Kunschak-Denkmals auf dem KL-Platz einschätzt, ihr das Kleine auch zum Großen erhoben?

Fernsehen der Vergangenheit

In der Fernsehanstalt des Süßwasserkleberabfüllers tritt hin der Sohn, um für Neutralität gegen Rußland zu werben, am 6. März 2022.

In der Fernsehanstalt des Sex-und-Grapsch-Fernsehmachers tritt der Vater hin, um für Verständnis gegen Putin und sein Rußland zu werben, am 7. März 2022.

Der Sohn ist dafür, sich in Österreich gegen Putin neutral zu verhalten, ein Sohn, der wie sein Vater aber sich selbst nicht neutral verhält.

Vater und Sohn, die das Wort des zurzeitigen Präsidenten des österreichischen Parlaments vollauf bestätigen können: „Gesinnungsneutral waren wir nie.“

Der Vater bringt dafür Verständnis auf, daß die, einfach wie kurz gesagt, Werte der westlichen Demokratien Putin und seiner Gesinnungsschaft zuwider sein müssen, sind es doch Werte, gegen die Sohn und Vater selbst ein Bollwerk

Am 27. Jänner 2022 etwa, so verständnisvoll gesinnungsneutral sind Sohn und Vater gegen Dugins Putin, in ihrem Bollwerk der Gesinnungswerte ein Interview mit Putins Dugin, der ehrenreicher

„Univ.-Prof. Dr. Alexander Dugin ist ein russischer Politiker, Politologe, politischer Philosoph und Publizist und lehrte an der renommierten Moskauer Lomorossow-Universität internationale Beziehungen“

nicht vorgestellt werden kann:

„Der russische Politologe Alexander Dugin über Ursachen und Hintergründe des Ukraine-Konflikts, dem Kampf globalistischer Eliten gegen Putins R­ussland und die Rolle der Europäer“

Mit dem Aufmacher dieser bollwerkischen Vaterundsohnausgabe:

„Russland-Ukraine: Schatten der Vergangenheit“

Eines kann ihnen nicht abgesprochen werden, stets selbst die Wahrheit zu sagen, wofür sie stehen, für welche sie aufstehen, auch mit diesem Aufmacher: „Schatten der Vergangenheit“.

„Schatten der Vergangenheit“, die Wahrheit bricht stets durch, die Wahrheit läßt sich nicht, mögen Sohn und Vater sich noch so recht darum bemühen, durch eine ersetzen, verdrängen, zerstören, die ihnen Wahrheit sein will.

Es ist die Freiheit der Wahrheit, in allem zu sein, auch gegen ihren Willen in ihrer Wahrheit enthalten zu sein. Es ist die Freiheit, die Sohn und Vater je nicht meinten, es ist die Freiheit, der der Vater keinen Erfolg je wünschte.

„Schatten der Vergangenheit“: Fernsehen der Gegenwart.

In Österreich das Fernsehen der letztverbliebenen Universalgelehrten. Mit dabei auch diesmal wieder eine Universalgelehrte, die über alles zu sprechen gedrängt, was die Menschen seit Anbeginn und zur Zeit bewegt: Viren, Sprache, Krieg, Demokratie …

Wer in dieser Runde allerdings fehlte, nicht mit einem Servus begrüßt wurde, ist ein Mann, der für das Fernsehen in Österreich wohl ein noch für einen recht, recht rechten Anlaß aufgesparter Universalgelehrter sein dürfte, nämlich der Mann, der vor Kurzem erst Putins Dugin interviewte, was erst hätte dieser beitragen können, mit seinem direkt erfahrenen Wissen aus Inside des dutinischen Kopfes, zur Aufklärung …

Sie würden jetzt, weil sie meinen in diesem Kapitel nichts über die Aussagen erfahren zu haben, gerne noch wissen, fragen wollen, aber was haben diese denn im Fernsehen konkret gesagt, etwa am 6. März, am 7. März zum Beispiel?

Der Inhalt? Nun, der Inhalt: Schatten der Vergangenheit.

Nach Moskau

Und wie sieht das Morgen des unabhängigeren Österreichs aus?

Gewessler, Köstinger, Nehammer reisen dafür nach – Katar, in die Vereinigten Arabischen Emirate,

Seitens des jemenitischen Premierministers Ahmed Obeid bin Daghr hieß es, die Beschlagnahmung von See- und Flughafen auf Sokotra durch das Militär der VAE sei ein „ungerechtfertigter Angriff auf die Souveränität des Jemen”.

Die UN-Resolution zur Verurteilung des russischen Angriffs auf die Ukraine ist im Sicherheitsrat erwartungsgemäß am Veto Russlands gescheitert. China, Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) enthielten sich bei der Abstimmung am Freitagabend in New York.

um „unabhängiger vom russischen Gas …“

Das ist das unabhängigere Morgen von Österreich. Nach Rußland. Und nicht zu vergessen. Der Iran hat ebenfalls enorm viel Gas. Vielleicht ist ohnehin schon daran gedacht, gar schon geplant, daß bald der menschenrechtsbeseelte Bundespräsident – im Iran werden seine herzlichen Glückwünsche unvergessen sein – dorthin aufbricht, um Österreich künftig noch unabhängiger von …

Das wäre doch nur folgegerichtig. Teilen Katar und Iran sich dort ein Gasfeld.

Das Positive für Nehammer, Köstinger und Gewessler wird wohl sein, sie werden dort mit nichts Neuem konfrontiert werden, sie kennen das schon alles von ihrem russischen Lieferanten – sogar das mit den Völkerrechtsverletzungen; sie sind halt doch formvollendete und gute Gastgeberinnen.

Sie meinen, dies bereits gelesen zu haben. In einem anderen Kapitel. Dann meinen Sie es richtig. Im Nachhinein stellt sich ab und an heraus, daß Stellen in einem Kapitel für sich ein eigenes Kapitel beanspruchen. Und diese Stelle der Reise von Gewessler, Köstinger und Nehammer im Kapitel Nehammer hat ordentlich von Putin gelernt ist so eine Stelle, die ein eigenes, eines neues Kapitel und zugleich verbleibend im Alten …

Nehammer hat ordentlich von Putin gelernt

Zumindest, einfach wie kurz gesagt, was die situationselastische Begriffsfindung anbelangt. Für Putin ist sein verbrecherisch befohlener Krieg weder Krieg noch Angriffskrieg, sondern eine „Spezialoperation“, für Nehammer sind flüchtende Menschen aus der Ukraine, so wird er am 2. März 2022 medial zitiert, keine „Flüchtlinge, sondern Europäer, die nachbarschaftlichen Schutz benötigten“.

Zwei Monate zuvor noch, so wird es am 30. Dezember 2021 berichtet, stellt sich Nehammer „gegen den Appell des Papstes“ und „lehnt die zusätzliche Aufnahme von Flüchtlingen ab“.

Nehammer, ein mutiger Mann, etwas anderes ist von einem mit Zirkel und Flex für dieses Amt bestausgerüsteten Mann auch nicht zu erwarten, er stellt sich gegen den Herrscher im Vatikan, er stellt sich gegen den Herrscher im Kreml, gelernt aber wird von …

Und weil es „keine Flüchtlinge sind, sondern Europäer“, ist es selbstverständlich, daß sie sofort auch „freien Zugang zum Arbeitsmarkt“ zu bekommen haben, selbstverständlich nicht zu „0-Euro-Jobs“, und darüber hinaus ohne dabei von ihnen zu verlangen, etwa Deutschkurse, etwa Wertekurse

Die Sorge um die und der Schutz der „klassischen Flüchtlinge“, wie Nehammer sie nennt, sind nicht erachtenswert, sie, die „klassischen Flüchtlinge“, sind unter der Sonne am Meer wie im Paradies

Wer bräuchte, wenn am Meer, diesen im jedem Sommer aufgesuchten Sehnsuchtsort des europäischen Menschen, zu allen Jahreszeiten geblieben werden kann, dann noch Europa?

Der derzeitige österreichische Außenminister ist im Jänner 2022 aus nach seinem dreißigjährigen Aufenthalt am Meer zurückgekehrt, wo er dreißig Jahre „Urlaub von der Geschichte genossen“ … seine jetzige Kameradschaftlichkeit und Unterstützung für die Ukraine fußt wohl auf seinem Verständnis, was es heißt Opfer zu sein, das nun die Ukraine ist, so wie Österreich es seit so langem schon Opfer der „klassischen Flüchtlinge“ — —

Wertekurse müssen „Europäern“ nicht verordnet werden. Es muß auch gar nicht gefragt werden, ob unter den „Europäern“, die nun auch aus der Ukraine etwa nach Österreich kommen werden, das bereit ist, auch Millionen von „Europäern“ aufzunehmen – so viel Platz hat nach den Worten des derzeitigen Innenministers nämlich auch Österreich –, welche sein werden, die Werte importieren werden, die in Österreich nicht geteilt werden.

Nicht der geringste Anlaß zur Sorge.

Es werden Werte sein, die in Österreich herzlich willkommen sind, etwa der Wert der Tierliebe.

Es werden Werte sein, die in Österreich herzlich willkommen sind, etwa der Wert der Freiheit, der auf jeder Gasse im Land vor allem seit rund zwei Jahren so recht tapfer erschallt.

Wenn diese „Europäer“ mit ihren Werten kommen, wird auch nicht von einem Importieren von Werten gesprochen werden können, sondern, Nehammer lehrt Begriffsschöpfung, von einer Wiedervereinigung der Werte

Werte von „Europäern“, auf die Verlaß ist, die für Kontinuität stehen, wofür die Vergangenheit als Zeugin aufgerufen werden kann, als so viele „Europäer“ aus der Ukraine an der Seite für die Gesinnung des Österreichers …

Was wird das für ein Willkommenshallo in Österreich sein, wenn „Europäer“ aus der Ukraine auf „Europäer“ aus Österreich am Bahnhof auf dem Südtirolerplatz aufeinandertreffen, ohne Worte einander ihre Gesinnung versichern werden können, sprechen doch ihre T-Shirts die reine Sprache ihrer Gesinnung.

Nur einem wird es leid tun, nicht dabei sein zu können, bei diesem warmen Willkommenshallo am Südtiroler Platz – –

Putin, wie herzlich umringt wäre er, könnte er dabei sein, auch in einem Gesinnungscodeshirt, und sie werden es wohl auch dauern, aber sich damit trösten, daß er ihren Kampf

Putin – von Putin gelernt?

Nehammer hat doch ordentlich mehr von Kurz gelernt. Kurz benannte „Kriegsflüchtlinge“ in „Wirtschaftsflüchtlinge“ um, und in Nehammer hat Kurz nun seinen Lehrer gefunden, der „Flüchtlinge“ in „Europäer“ …

Auch das Hissen von welcher Flagge hat – es kommt, was soll es bedeuten, ein alter Schlager in den Sinn – Nehammer nicht „in Paris gelernt“, sondern von … denen er es nachtun …

Und wie sieht das Morgen in Österreich aus?

Es wird gereist. Nehammer, Gewessler, Köstinger – wohin? In die „Vereinigten Arabischen Emirate“, nach „Katar“, um „unabhängiger vom russischen Gas …“

Auch dabei ordentlich gelernt. Lehrte doch Kurz schon: „Ich will diese kranke Ideologie nicht in Europa.“

An diesen Lehrsatz halten sich Gewessler, Köstlinger, Nehammer – sie fahren hin …

Das ist das Morgen von Österreich. Und nicht vergessen. Der Iran hat ebenfalls enorm viel Gas. Vielleicht ist ohnehin schon daran gedacht, gar schon geplant, daß bald der menschenrechtsbeseelte Bundespräsident – im Iran werden seine herzlichen Glückwünsche unvergessen sein – dorthin aufbricht, um Österreich künftig noch unabhängiger von … Das wäre doch nur folgegerichtig. Teilen Katar und Iran sich dort ein Gasfeld.

Das Positive für Nehammer, Köstinger und Gewessler wird wohl sein, sie werden dort mit nichts Neuem konfrontiert werden, sie kennen das schon alles von ihrem russischen Lieferanten – sogar das mit den Völkerrechtsverletzungen; die „Vereinigten Arabischen Emirate“ sind halt doch formvollendete und gute Gastgeberinnen:

Seitens des jemenitischen Premierministers Ahmed Obeid bin Daghr hieß es, die Beschlagnahmung von See- und Flughafen auf Sokotra durch das Militär der VAE sei ein „ungerechtfertigter Angriff auf die Souveränität des Jemen”.

Diese Entwicklungen veranlasste die von Saudi-Arabien geführte Kriegskoalition dazu, ihre Militärkampagne im Jemen wieder zu intensivieren. Die VAE unterstützen das weiterhin logistisch, gleichzeitig aber auch weiterhin lokale Klienten, im Süden des Jemen beispielsweise auch separatistische Kräfte wie den Southern Transitional Council (STC) in Aden, aber auch die erwähnte „Riesen”-Brigade (beides eher nicht im Sinne Riadhs). Zudem haben sie bereits 2018 die jemenitischen Sokotra-Inseln (vor Aden) besetzt und einen emiratischen Militärstützpunkt direkt neben dem Hafen errichtet. Überall wehen heute VAE-Flaggen, wie in der Heimat ist überall das Portrait von Kronprinz Mohammed Bin Zayed affichiert, ein Kommunikationsnetz wurde aufgebaut, eine Volkszählung durchgeführt und den Einwohnern Sokotra‘s eine kostenlose Gesundheitsversorgung und eine Arbeitserlaubnis in Abu Dhabi gewährt. Neue Schulen, Straßen und Krankenhäuser und der Seehafen wurden komplett neu aufgebaut. Seitens des jemenitischen Premierministers Ahmed Obeid bin Daghr hieß es, die Beschlagnahmung von See- und Flughafen auf Sokotra durch das Militär der VAE sei ein „ungerechtfertigter Angriff auf die Souveränität des Jemen”. Das Außenministerium der VAE reagierte „überrascht”. „Die Muslimbrüdern verzerren unsere Rolle. Die Militärpräsenz der VAE in allen befreiten jemenitischen Provinzen, einschließlich Sokotra, ist Teil der Bemühungen der Arabischen Koalition, die legitime Regierung in dieser kritischen Phase der jemenitischen Geschichte zu unterstützen.”

Jene, die lügen, lügen stets auf die gleiche Weise

Putin habe, so Heinz Fischer, „ordentlich von Stalin gelernt“.

Wenn Putin Stalin ebenso „einigermaßen genau studiert“ hat, wie Heinz Fischer, der seinen Worten mit dem Hinweis auf sein Studium Gewicht verleiht, wie alle, die vorab die Bedeutung ihrer Stellungnahmen mit dem Betonen ihres genauen Studiums sichern müssen, die Positionen Putins genau studierte, dann wird Putin von Stalin nicht ordentlich gelernt haben.

Ordentlich gelernt hat Wladimir Putin von Adolf Hitler. Wenn die Rede von Adolf Hitler, mit der er am 1. September 1939 seinen befohlenen Überfall auf Polen erklärt, mit der Rede von Wladimir Putin, mit der er am 24. Februar 2022 seinen befohlenen Überfall auf die Ukraine erklärt, verglichen wird, kann festgestellt werden, in der Substanz gleichen die Reden einander; ein Hitler im Februar 2022 hätte sich nicht anders erklären können als ein Putin im September 1939 …

Lernen ist wichtig, auch für Heinz Fischer. Bildung ist für Heinz Fischer ein hohes Gut. Aber Putin muß nicht gelernt haben, gar noch ordentlich. Weder von Stalin noch vom Österreicher.

Es überrascht nicht, daß die Kriegsreden von Putin und Hitler im Kern gleichen. Denn. Jene, die lügen, lügen stets auf die gleiche Weise.

Besonders die Kriegsredenlügen müssen nicht gelernt werden. Sie sind äußerst eingeschränkt auf ganz, ganz wenige immer einsetzbare und ewig wiederkehrende Punkte, die immer je nur angepaßt an die jeweilige Gegenwart vorgebracht zu werden brauchen, um die eigene Gesinnung anderen anzulasten, um sich selbst gegen die eigenen Aggressionen zu verteidigen, um sich selbst als unschuldig darzustellen, um sich selbst als Friedenstaube auffliegen zu lassen, um sich selbst als Opfer des eigenen begonnenen Krieges zu beklagen, um die Opfer der Schuld an der eigenen Invasion zu überführen, um die Leidtragenden, die Geschädigten der eigenen Verbrechen anzuklagen, um sich selbst als Tote des eigenen Mordens zu betrauern.

Das muß nicht gelernt werden, weder von einem Stalin noch von einem Hitler, das ist, um ein Wort von Wolfgang Sobotka zu verwenden, epigenetisch

Heinz Fischer hat die Positionen, um noch ein Wort von Wolfgang Sobotka zu verwenden, wohl gesinnungsneutral „einigermaßen genau studiert“.

Aber „gesinnungsneutral“, nun, das hat Wolfgang Sobotka erst vor kurzem im Club mit Rainer, Salomon und Vettermann festgestellt, „waren wir nie“.

Wie Wladimir Putin, der auch nicht gesinnungsneutral gegen seine Gesinnungsschaften in Österreich, in Italien …

Wie die Gesinnungsschaften in Österreich nie gesinnungsneutral gegen Putin …

Das gar so wichtige Lernen soll noch nicht verlassen werden, die Bildung, das hohe Gut, eine Position, die auch für Wladmir Putin akzeptabel sein wird, für das er eintritt. Gelernt hat Putin ordentlich. Was muß er nicht alles von Kant ordentlich gelernt haben; es muß der Dank für das ordentlich Gelernte von Immanuel Kant sein, wenn Putin ihm sein Haus auf „eigene Kosten“ renoviert …

„Auf eigene Kosten“: Das wird in Österreich nicht gesinnungsneutral verbreitet. Aus einem „präsidialen Sonderfonds“ hat Putin Kant sein Haus … das ist dieser Gesinnung eigen, Steuergeld als das Eigene zum eigenen Verbrauch, Gebrauch, Mißbrauch

Und wie recht ordentlich erst wird Putin von seinem Philosophen gelernt haben, dessen Manifeste er, Putin, wohl gar recht auswendig aufsagen wird können, wenn er in seinem Kreise trauter Tischgespräche

Von einem Philosophen der an den Tischgesprächen selbst beteiligt sein dürfte, gerührt davon, daß sein Führer ihn auswendig …

Von einem Philosophen, der gesinnungsreich zu lehren versteht …

Und wer ordentlich gelernt hat, wie Putin ordentlich studiert hat, lehrt selbst wieder, wie Putin wieder lehrt, wie von ihm auch im Fernstudium gelernt werden kann, fleißig und bequem etwa von Österreich aus …

Putin hat ordentlich gelernt. Er hat gelernt das Wort „Blitzkrieg“:

„Ich könnte in zwei Wochen Kiew einnehmen.“

Das hat „Blitzkrieg“ Putin gelehrt, in zwei Wochen Kiew einnehmen zu können; allerdings sagte er, Putin, dies vor acht Jahren …

„Zwei Wochen“ sind Putin acht Jahre. Der Welt aber sind acht Jahre zwei Wochen der Vorbereitung darauf, Kiew, Ukraine …

Putin hat ordentlich gelernt. Er hat gelernt, und das hat er nicht von Stalin gelernt, daß „Massenmord“ nicht „Massenmord“ zu nennen ist, sondern schlicht und harmlos „Endlösung“, „Sonderbehandlung“ … und das hat ihn, Putin, gelehrt, daß „Krieg“, „Angriffskrieg“ nicht „Krieg“, nicht „Angriffskrieg“, nicht „Invasion“ zu nennen ist, sondern schlicht und harmlos „Spezialoperation“ …

In Österreich wird zwar nicht von Stalin gelernt, aber manche finden es doch „schade, daß nicht einer wie Stalin unser Land regiert, der ein kluger Mann gewesen ist“ … noch einer, der ordentlich …

„Gesinnungsneutral waren wir nie“. Sagt Wolfgang Sobotka.

Auch wenn es wie jetzt mit Zirkel um die Ukraine

Auch mit der Ukraine schlägt in Österreich der Gesinnungsschaft das Herz gesinnungsreich nach „Freiheit“ ihrer Gesinnungskameraderie.

Das sollte gerade jetzt in Österreich nicht vergessen werden, wenn diese Gesinnungsschaft auf der Gasse nach „Svoboda“ schreit, die sie ihre „Freiheit“ meinen und die Woche für Woche in einer österreichischen Fernsehanstalt von einem Mann verbreitet wird, der auch ordentlich …

Den abgesegneten 1945er Vergleich, den besten unter den besten Vergleichen von Wersollesdannsobotkamachen, bringt die Tageszeitung der Martina Salomon nicht

Der beste Vergleich von Wolfgang Sobotka wurde von der Tageszeitung der Martina Salomon nicht in ihrem knappen neuneinhalb Minutenzusammenschnitt der „besten Aussagen von Wolfgang Sobotka“ aufgenommen; es wird ihr der 1933er Vergleich von Wolfgang Sobotka dafür als die total beste Aussage des Wolfgang Sobotka zum verwertbaren Einsatz in der gegenwärtigen Situation des Untersuchungsausschusses über die Machinationen der sobotkaischen Partei …

Hingegen die 45er Aussage des Wolfgang Sobotka, keine die als beste Aussage einzustufen, weder von ihr noch von Doris Vettermann noch von Christian Rainer, dessen unmittelbare Reaktion auf den 45er Vergleich des Wolfgang Sobotka eine Frage nach der Bereitschaft, die auf einen solchen Vergleich kein Mensch stellte, außer er findet einen solchen 1945er Vergleich als einen selbstverständlichen, als einen, der unkommentiert bleiben kann, als einen, der keinen Widerspruch in der Sekunde verlangt, weil dieser möglicherweise seine und das Empfinden von gar recht vielen in diesem Land eben widerspiegelt, endlich ausgesprochen mit der formalen Autorität von dem sogenannten zweiten Mann im Staat, und dadurch ein abgesegneter Vergleich, der sich jeder Bewertung entzieht, ein Vergleich, der außer Konkurrenz läuft, ein Vergleich der über allen Vergleichen, über allen „besten Aussagen“ siegreich schwebt; so kann es verstanden werden, daß der 45er Vergleich des Wolfgang Sobotka von der Tageszeitung der Martina Salomon nicht aufgenommen wurde in ihren Zusammenschnitt der …

Wolfgang Sobotka: Wir müssen eigentlich schauen, daß die Ukrainer in der Ukraine bleiben, und daß sie ihr Land letzten Endes verteidigen und ihre Identität dort auch wahren. Denn wohin kommt sonst Europa? Ich glaube, es ist ein ganz wesentlicher Auftrag, sie zu unterstützen in diese Form. Was wäre gewesen, wenn Österreich, wenn alle nach 1945 geflohen wäre. Das war nicht einfach, das war nicht leicht. Unser Ziel, unser strategisches Ziel muß erstens sein, die Leute dort zu unterstützen, und das zweite muß sein, dort, wenn sie kommen und wenn sie flüchten, natürlich ihnen nicht nur Asyl zu gewähren, sondern sie zu unterstützen. Das ist ja gar keine Frage.

Christian Rainer: Das heißt, die Bereitschaft gibt es?

Wolfgang Sobotka: Und es ist auch klar, daß auch hier, da kann man wieder appellieren, eine breite öffentliche Meinung dafür sein wird, daß man dort den humanitären Verpflichtungen nachkommt.

Martina Salomon: Eine Frage noch zur Ukraine, bevor man diesen Block dann, glaube ich, langsam abschließen müssen. Bedeutet diese Rückkehr des kalten Krieges, in Wahrheit, daß sich jetzt irgendwie abzeichnet, nicht auch, daß es ein Ende des pazifistischen Europas ist und muß das nicht heißen, daß Europa auch aufrüsten muß […]

Doris Vettermann: Ja, machen wir einen Themenwechsel von der Ukraine zur Innenpolitik.

Aufgenommen in den neuneinhalb Zusammenschnitt der „besten Aussagen von Wolfgang Sobotka“ der Tageszeitung der Martina Salomon wurde sein 33er Vergleich, den Christian Rainer in der Sekunde zu kommentieren wußte:

„Der Vergleich war jetzt interessant.“

Und Martina Salomon wußte ebenfalls sofort, wonach eine „beste Aussage“ verlangt …

Martina Salomon: Das heißt, Sie sehen ein Netzwerk hinter diesen vielen Angriffen, das letztlich auf die ÖVP zielt? […] War es vielleicht ein Fehler, ah, diese, diesen U-Ausschuß als Minderheitsrecht zu etablieren? Weil das wird ja natürlich immer bei jeder Regierung natürlich benutzt werden, von der Opposition […]

Am 27. Februar 2022 beantwortet Anton Pelinka die ihm im Hohen Haus, in dem es wohl als Glück empfunden wird, Wolfgang Sobotka nicht als dessen ersten Hausmeister angestellt zu haben, gestellte Frage bezüglich des vom sogenannten zweiten Mann im Staat kurz zuvor geweihten 45er Vergleich rasch und unmißverständlich, wie er wohl auch auf den 45er Vergleich des Wolfgang Sobotka in der Sekunde reagiert hätte, wäre er und nicht Rainer …

Überhaupt nicht recht gebe ich der Äußerung des Präsidenten des Nationalrates. Denn wohin hätten denn die Menschen in Österreich 1945 fliehen sollen? Vor wem denn? Vor den Befreiern, die Österreich die Unabhängigkeit gebracht haben? Das heißt, das ist ein völlig unpassender, eigentlich ein dummer Vergleich, den der Nationalratspräsident hier gezogen hat. Ja, er ist dann draufgekommen, daß er eine Dummheit begangen hat, aber die Dummheit ist geschehen. Und als Präsident des Nationalrates sollte man sich für Dummheiten zwar entschuldigen, aber man sollte sie vor allem gar nicht begehen.

Alexander Sobotka und sein Gesetz seines Untersuchungsausschusses 1933: „Wer soll es dann machen?“ – Die Verfahrensordnung 2014 hat für ihn die Antwort.

Wolfgang Sobotka: Das heißt aber nicht, daß ich, und schauen Sie, es wird nicht möglich sein, daß man einfach vorweg mit permanenten Unterstellungen arbeitet und dann jemanden aus irgendeiner Funktion rauskickt. Mit derselben Argumentation könnte ich die zweite Präsidentin rauskicken und den dritten rauskicken und wer soll es dann machen? Das haben wir schon einmal gehabt, 1933.

Vergleiche mit der Vergangenheit zu bringen, ist nun in Österreich recht en vogue. Auch der Präsident will da mit glänzen, auf der wieselburgischen Höhe der Zeit zu sein, wie etwa Wolfgang Schallenberg.

Christian Rainer fand den „Vergleich jetzt recht interessant“. Und für die Tageszeitung der Martina Salomon gehört dieser Vergleich zu den „besten Aussagen“, die bleibenden Wert haben, in einen Sonderzusammenschnitt dieses Clubgesprächs von knapp neuneinhalb Minuten aufgenommen zu werden.

Im Falle des Präsidenten des österreichischen Parlaments könnte gesagt werden, wer die Gesetze der Gegenwart nicht kennt, flüchtet in die Vergangenheit, zu Vergleichen, die zu nichts taugen, außer noch zur krampfhaften Umkehrung der Rollen, aber die brutale Rolle, die der Präsident der gegenwärtigen Opposition damit zu unterstellen versucht, ist die Original-Rolle seiner Partei oder die, nun auch sehr en vogue, die Identitäts-Rolle seiner Partei.

Christian Rainer hat die Verfahrensordnung des Untersuchungsausschusses angesprochen, insbesondere den Paragraphen 5. Darauf kommt der erste Präsident des gesetzgebenden Parlaments in Österreich mit dem Satz:

„Mit derselben Argumentation könnte ich die zweite Präsidentin rauskicken und den dritten rauskicken und wer soll es dann machen?“

„Wer soll es dann machen?“ Und mit dieser sobotkaischen Frage in der Gegenwart angelangt, beim Wesentlichen, bei den gegenwärtigen Gesetzen, die die sobotkaische Frage eindeutig und unmißverständlich beantworten. Aber es ist wohl eine Überforderung von einem, der 1933 unterwegs ist, es ist schlicht eine zeitliche Unmöglichkeit für einen, der 1933 unterwegs ist, die Gesetze der Zukunft – BGBl. I. Nr. 99/2014 idF BGBl. I Nr. 63/2021 – zu kennen.

(3) Jeder Präsident bestimmt anlässlich der Einsetzung eines Untersuchungsausschusses einen Abgeordneten als Stellvertreter. Dieser darf dem Untersuchungsausschuss nicht als Mitglied angehören. Sofern weder der Präsident, noch der Zweite oder der Dritte Präsident die Vorsitzführung wahrnehmen können, erfolgt diese durch einen Stellvertreter.

„Wer soll es dann machen?“ Ach, wie unschuldig und gar so bescheiden und uneitel kenntnislos der Präsident des gesetzgebenden Parlaments fragen kann, während er recht kenntnisreich mit Vergleichen beschuldigen kann.

Der Paragraph fünf braucht für eine klare und unmißverständliche Antwort darauf nur einen kurzen Satz:

„Sofern weder der Präsident, noch der Zweite oder der Dritte Präsident die Vorsitzführung wahrnehmen können, erfolgt diese durch einen Stellvertreter.“

Und, ach, wie ohnmächtig die Vorsitzführung von dem Präsidenten dargestellt werden kann. Der Paragraph sechs der Verfahrensordnung erzählt über die Macht der Vorsitzführung die wahre Geschichte, die dem Präsidenten wohl nicht zur Gänze vorgetragen wurde, oder von der der Präsident nur Teile sich gemerkt hat, wie ein Kind, das sich von den ihm erzählten Gute-Nacht-Geschichten nur wenig merkt, da es vom ganztäglichen Herumtollen im Haus viel zu müde zum aufmerksamen Zuhören und während langer Passagen der Geschichte schläft, nur ab und zu noch aufschreckt, ein paar Wörter der Geschichte wieder aufschnappt, und die nicht gehörten Teile der Gute-Nacht-Geschichten sich zu ganzen Geschichten erträumt.

Heinz Fischer – einen Nenner findet, wo Polen sagt, ja, das können wir verantworten, und wo Hitler sagt, ja, da ist jetzt die Hauptforderung, die ich hab und derentwegen ich den Krieg begonnen hab …

Heinz Fischer zur Moderatorin, flüsternd: Ich tät ihn gern was fragen.

Heinz Fischer: Herrr Botschafter, mich würde eine Frage sehr interessieren. Wir sind alle primär und hauptsächlich jetzt einmal interessiert, daß das Blutvergießen und das Töten und das zu Tode kommen von Kindern aufhört. Dazu wird es hoffentlich Gespräche geben.
Vasyl Khymynets: Ja.
Heinz Fischer: Aber wenn ich mir die Positionen Putins anschau, ich habe das einigermaßen genau studiert, und wenn ich mir andererseits die Positionen der Ukraine anschaue, ist es für Sie denkbar, daß man einen Nenner findet, wo die Ukraine sagt, ja, das können wir verantworten, und wo Putin sagt, ja, da ist jetzt die Hauptforderung, die ich hab und derentwegen ich den Krieg begonnen habe, nämlich, daß die NATO nicht immer weiter nach Osten geht, erfüllt ist. Ich finde kein Modell, wo ich sagen kann, das wäre eine Chance, daß beide Seiten zustimmen.
Vasyl Khymynets: Herr Präsident, aus meiner Sicht, daß war der Fehler, daß man zu stark Putin zugehört hatte, daß man ihm immer, insbesondere seit 2014, immer irgendwie toleriert hat, daß man geschaut hat, daß er keine Vorwürfe, wie viele Vorwürfe haben wir gehabt. Ukraine darf keinesfalls NATO-Mitglied werden, obwohl es ein souveränes Land ist.
Heinz Fischer: Aber Herr Botschafter.
Vasyl Khymynets: Wir sind bereit zu Verhandlungen.
Heinz Fischer: Ja.
Vasyl Khymynets: Und der Präsident hat das mehrmals signalisiert. Wir haben auch Hauptstädte genannt, wo wir bereit sind, jetzt ist die Frage, ob Putin bereit ist, das ist der Punkt.
Heinz Fischer: Aber Sie als Diplomat, haben Sie eine Vision, wo eine Linie verlaufen könnte, die für beide Seiten akzeptabel ist?
Vasyl Khymynets: Aus meiner Sicht ist ganz einfach. Er zieht seine Truppen zurück aus der Ukraine, wo jetzt alles besetzt ist. Und dann starten wir unseren Aufbau unseres Landes, Aufbau von unserer Zukunft. Was Putin macht, weiß man nicht, weil das ist jetzt eine andere Sache.
Heinz Fischer: Und ist es für Putin auch akzeptabel, daß, was Sie hier vorschlagen?
Vasyl Khymynets: Das ist das Problem, daß man sehr sehr lange geschaut hat, was für ihn akzeptabel sein könnte, was nicht, und man es immer ignoriert, ein souveränes Recht jedes einzelnen Staates, das ist das Problem.

Da es jetzt in Österreich recht modisch, nahezu eine Obsession ist, fanatisch nahezu, Vergleiche zu bringen, mit 1933, mit 1938, mit 1945, ist es erlaubt, drängt es sich geradezu auf, keinen Vergleich – über die unseligen gemachten wird noch weiter zu schreiben sein – anzustellen, aber zu fragen, wie wäre zum Beispiel 1939 ein Gespräch zwischen Heinz Fischer und einem nationalsozialistischen Botschafter verlaufen, im September 1939, am siebenten Tag des Angriffs, des Überfalls auf Polen, wäre es so verlaufen, genauso, wie es am letzten Sonntag, 27. Februar 2022, verlaufen ist, zwischen dem Botschafter der Ukraine und dem altösterreichischen, umgekehrt, dem österreichischen Altbundespräsidenten?

Die Antwort darauf zu finden, fällt nicht schwer …

Wohin für Invasoren akzeptable Vorschläge führen, das muß nicht mehr ausgeführt werden, es sind für Invasorinnen Freibriefe … Aber Heinz Fischer, Händler der vier Winde, in „Zentrum“ sieht sich im Zentrum der Weltlösung, als Unterhändler des Angriffsherrn mit dem rührenden Ehrgeiz, einen für Putin akzeptablen Vorschlag heimbringen zu können, so wie ein Jahr vor dem September 1939 für Hitler akzeptable Vorschläge erhandelt heimgebracht wurden, die Hitler eine Einladung …

Nur das soll noch abschließend hinzugefügt sein: Gesinnungsgemäß aber sind keine Jahrzehnte zwischen 1939 und 2022, wenn etwa an den Mann aus Rußland gedacht wird, der in Österreich für seinen Gesinnungsschaft ein immer wieder einzuladender Philosoph ist, vielleicht deshalb ein Philosoph, weil er auch Manifeste schreibt, ein Putineinsager, der vor Jahren schon zum Krieg, zum Angriffskrieg auch gegen die Ukraine …


Trägt seinen Zirkel, trägt offen seine Flex

Karl Nehammer, ein bundeskanzlernder Handwerker, ein handwerkender Bundeskanzler, der offen zeigt seine Hände, sein Werkzeug …

Er arbeitet mit der Flex. Als Schutz gegen die Funken, die er beim Einsatz seiner Flex versprüht, trägt er eine Schutzmaske in der Farbe des vorherrschenden Windes.

Ein Handwerker wie er will selbstverständlich eine saubere Arbeit abliefern. Und so vermißt er vor jedem Einsatz seiner Flex genau, was von ihm zu trennen ist. Der Zirkel ist daher sein erstes Werkzeug. Die Flex ist deshalb aber nicht sein zweites Werkzeug, ihm sind Flex und Zirkel gleichwertig. Für einen wahren Handwerker gibt es keine Hackordnung seiner Werkzeuge. Nur die Arbeitsschritte bestimmen, zuerst der Zirkel, dann die Flex …

Wäre er nicht Bundeskanzler, sondern hätte er einen Handwerksbetrieb, dann wäre sein Firmenschild wohl eines mit Flex und Zirkel, wäre er nicht Bundeskanzler, sondern ein Aristokrat, dann wäre sein Familienwappen eines mit Zirkel und Flex, und schriebe in seinem Auftrag ihm eine für sein Schild oder für sein Wappen Verse über sein Glück, sie stellte seine ihm recht liebsten Werkzeuge inmitten der Verse …

Drum ist der Nehammer froh und frank,
Trägt seinen Zirkel, trägt offen seine Flex,
Der klare Strich, der offne, richt’ge Schnitt
Allein ist’s, was not tut, Gott gefällt.

Krieg ist der Killer von allen Viren.

Who dances with Austria and mastered the pandemic by killing everywhere

In Österreich wurde die Pandemie für gemeistert erklärt. Freilich nur für kurz. Wladimir Putin hat nun die Pandemie gemeistert. Und wie? Dadurch, daß diese von einem Tag auf eine Nacht aus den Schlagzeilen verschwunden ist. Und was nicht mehr in den Schlagzeilen ist, was nicht mehr die Aufmacher der Medien sind, das gibt es nicht mehr, wurde, kann einfach wie kurz gesagt werden, also gemeistert durch Verschieben in die kleinen Kästchen der Chronikmeldungen Vermischtes aus aller Welt

Beinahe knickswürdig, daß in Österreich es nicht geschafft wurde, die Pandemie zu meistern. Es war aber kein Scheitern, daß die Pandemie nicht gemeistert wurde. Scheitern setzt voraus, einen Plan zu haben, etwas zu wollen, etwas zu machen, zu handeln. So wurde in Österreich, einfach wie kurz gesagt, nicht gescheitert, sondern bloß nichts zustandegebracht.

Aber es ist auch nicht eine Leistung Österreichs, die Pandemie so wie nun Vladmir Putin sie meistert, nicht gemeistert zu haben. Österreich ist bloß keine Schlagzeile, kein Aufmacher …

Österreich, Land der Lächelnden, die zu einem wie Putin gerne reisen, die einen wie Putin gerne zum Tanze laden, ihm weinwalzerselig zu seinen Tänzchen vor ihm tief gebeugt und geknickst applaudieren, während er anderswo morden läßt, ihm dabei zur Seite hauptsächlich Mannen, dessen Gesinnung in Österreich abgelehnt, mehr noch, aufrecht bekämpft wird – auf Gedenkveranstaltungen …

Gedenken – der für kurz gewesene Bundeskanzler weiht mit einem Kleinputin oder mit einem Großputin ein „Holocaust-Mahnmal“ ein, das ist knappe drei Jahre her ….

Gedenken – der wieder den Tiroler im Schlafzimmer der Maria Theresia Gebenwollende legt in der Ukraine einen Kranz am „Denkmal des unbekannten Soldaten“ nieder, das ist knappe vier Jahre her. An seiner Seite der Oligarch, dem sein Roshen-Konzern sein Volk ist, das er nicht verkaufte, wie er es den Menschen in der Ukraine vor seiner Wahl versprach, die er … Und ebenfalls an seiner tirolerischen Seite die Knicksende aus dem Sulztal, der es nun freuen wird, daß in der Ukraine kein neues Denkmal für den „unbekannten Soldaten“ errichtet werden wird müssen, da es dieses schon gibt, und darüber hinaus, hat ihr Kleinlukaschenko oder ihr Großlukaschenko „die geringste Form der Agression“ … Krieg ist, wie seit Anbeginn der Menschheit gewußt wird, „die geringste Form“ des Einfalls

Gedenken – Bedenkt eure Gegenwart, ihr, die der Vergangenheit gedenkt.

Auch Kleinputins brauchen Entspannung, auch Großlukaschenkos sehnen sich inmitten ihres sorgenbeschwerten Ganges gegen Pandemien nach friedlich heiteren Stunden im Kreise ihnen freundschaftlich, kameradschaftlich friedlich gewogener Knicksenden, und die können leichter als anderswo in Österreich verlebt werden, recht besonders beim Tanz, auch wenn sie beim Tanz das Einfallen nicht abschalten können, so übervoll ihr Kopfreich, zum beschwingten Drehen der Polka und der Walzer zu ihrem Immerbraun Dancing and Killing

Und wie seit Anbeginn der Menschheit gewußt wird, daß Krieg der geringste Einfall ist, wissen vor allem Kleinputins oder Großlukaschenkos final:

Krieg ist der Killer von allen Viren.