Wer kennt nicht die ungezählten Erzählungen von Menschen über ihre Schulzeit in Österreich, die mit der Feststellung schließen, nichts über den Nationalsozialismus gelernt zu haben, ihr Geschichtsunterricht endete irgendwann kurz davor irgendwo …
Das werden Schülerinnen von heute einst von ihrer Schulzeit nicht mehr erzählen können, nichts gelernt zu haben über die Zeit vor dem Mai 1945 …
Die Erzählungen der Menschen über ihre Schulzeit in den letzten zwanzig Jahren etwa, wenn sie überhaupt auf die Idee kommen, von diesem Aspekt ihres Unterrichts zu erzählen, wird wohl mit der Feststellung enden, nichts über das gesinnungsgemäße Weitertun der sogenannten Ehemaligen und ihren Erbinnen, nichts über den fortgesetzten österreichischen Umgang mit den sogenannten Ehemaligen mit ihrem und deren Erben gesinnungsgemäßen Weitertun erfahren zu haben, ihr Geschichtsunterricht über diese Gesinnung endete mit dem Mai 1945.
Mit diesem Schriftsteller kann auch, wieder einmal, darauf hingewiesen werden, wie in Österreich nach wie vor der Umgang ist, mit Menschen dieser Gesinnung, ein beschönigender. Zum Beispiel der von „Austria-Forum“.
Der Eintrag von dem „Austria Forum“ zu Erwin Guido Kolbenheyer:
Verließ 1919 Wien und lebte von da an in Tübingen, ab 1932 in München. Vertrat ein biologistisches Kulturverständnis („Bauhütte“) und setzte sich für den Nationalsozialismus ein. Seine Romane und Dramen, die um den faustischen Menschen „deutscher Art“ kreisen, erreichten hohe Verkaufszahlen. 1911 Bauernfeld-, 1926 A.-Stifter-Preis.
Daß Erwin Guido Kolbenheyer vor 1945 sich „für den Nationalsozialismus [einsetzte]“, verblaßt gegen sein unbeirrbar gesinnungsgemäßes Wirken nach 1945.
Österreichische Tradition, beschönigend zu verschweigen.
Bei Kriminellen würde in so einem Fall gesagt werden, sie, die Kriminellen zeigen keine Tateinsicht, sie, die Kriminellen, sind ohne Reue. Und es würde alle vor ihnen schaudern.
Bemerkenswert an dieser Tat, die durch das Nichtlöschen fortgesetzt begangen wird, gleich einer Einbrecherin, die zwar auf frischer Tat ertappt wird, aber den Einbrecher nicht davon abhält, weiter einzubrechen, bemerkenswert an dieser Tat ist, der Beistand durch eine Tageszeitung österreichischer Qualität für das Innenministerium und für seinen Letztverantwortlichen, durch einen winzigen Satz, geschrieben am 22. Februar 2021:
„Fußi bekam daraufhin breite Unterstützung seiner Twitter-Follower.“
Der und die Letztverantwortliche bezeichnet eine Person, die die Letzte ist, die Verantwortung übernimmt, aber auch nur dann, wenn keine weitere Person mehr gefunden werden kann, von der das Ziehen von Konsequenzen aufgrund ihrer Amtsverantwortung stellvertretend verlangt werden kann.
Am Samstag, 20. Februar 2021, erzählte Sigrid Maurer zur Mittagszeit, das Innenministerium habe bekanntgegeben, es habe sich um einen Irrtum gehandelt, daß es so auf der Homepage gelandet sei, und, sie denke, es sei bereits runtergenommen …
Daß es nach wie vor nicht gelöscht wurde, ist möglicherweise einer diebischen Freude des Ministeriums samt seines Letztverantwortlichen geschuldet, nicht nur Rudolf Fußi vorzuführen, sondern ein weiteres Mal in Person von Sigrid Maurer, die ja am Samstag meinte, das sei bereits runtergenommen, auch die gesamte Partei der Grünen, also die Koalitionspartnerin der türkis getupften christschwarzen Partei, vorzuführen.
Julia Schmuck: Für Aufregung hat diese Woche auch gesorgt, daß das Innenministerium rechtliche Schritte gegen eine Privatperson prüft, gegen einen PR-Berater, gegen Rudolf Fußi, weil er sich kritisch auf Twitter geäußert hat, was die Polizeiarbeit bei Demonstrationen betrifft. Das Ganze ist recht prominent auf der BMI-Homepage zu lesen gewesen, inklusive seinem Namen. Kritiker sprechen von einem öffentlichen Pranger und auch von Einschüchterungsversuchen. Wie bewerten Sie das?
Sigrid Maurer: Zum Glück ist Rudi Fußi niemand, der sich leicht einschüchtern läßt. Ich habe das auch sehr seltsam gefunden. Das Innenministerium hat bekanntgegeben, daß es sich da um einen Irrtum gehandelt hat, daß es auf der Homepage so gelandet ist. Ich nehme das zur Kenntinis.
Julia Schmuck: Sollte das runtergenommen werden von der Homepage?
Sigrid Maurer: Ich denke, es ist bereits runtergenommen.
Julia Schmuck: Ich konnte es vor ein paar Minuten noch lesen.
Vor einer strafrechtlichen Verfolgung brauche „niemand“ sich leicht einschüchtern“ lassen, so der beeindruckend richtige Gedankengang von Sigrid Maurer; denn alle heißen „Rudi Fußi“, und „zum Glück ist Rudi Fußi niemand, der sich leicht einschüchtern läßt“ …
Der Irrtum des Innenministeriums ist also auch einen Tag nach der Aussage von Sigrid Maurer, sie denke, es sei bereits runtergenommen, nicht runtergenommen …
Es gibt eine Bruderschaft, der der türkis getupfte christschwarze Innenminister nicht beitreten würde, vielleicht auch deshalb, weil er gar nicht wüßte, wohin er sein Beitrittsgesuch zu schicken hätte, aber vor allem deshalb, weil er schon in einer Bruderschaft Mitglied ist, in der Niveaubruderschaft mit dem für kurz gewesenen Minister und seiner Partei. Was dem Hofer Ute Bock, ist dem Nehammer Rudolf Fußi. Es ist das gleiche Niveau, Menschen namentlich derart vorzuführen.
„Terroristen aufhalten. Kann Nehammer nicht. BVT in Ordnung bringen. Kann Nehammer nicht. Menschlichkeit bei Abschiebungen. Kann Nehammer nicht. Neonazis aufhalten. Kann Nehammer nicht. Maskenpflicht und Abstand durchsetzen. Kann Nehammer nicht. Kurz treu dienen. Kann er.“
„Derartiges Verhalten sei genauso gefährlich für unser demokratisches Zusammenleben, wie das Verbreiten von Verschwörungstheorien oder extremistische Ansichten, ergänzte Nehammer.“
Aber. Dieser Tweet von Rudolf Fußi vom 13. Februar 2021, was „Nehammer kann …“, ist nicht Grundlage dafür, daß nun das „Innenministerium rechtliche Schritte gegen Rudolf Fußi [prüft]“. Sondern Grundlage dafür ist ein weiterer Tweet von Rudolf Fußi, ebenfalls von ihm abgesetzt am 13. Februar 2021. Und das ist menschgemäß verständlich. Den Tweet „Nehammer kann nicht“ vom 13. Februar 2021 zur Prüfung heranzuziehen, hätte zur Folge haben müssen, daß das Innenministerium den Beweis zu erbringen hätte, „Nehammer kann“, damit eine Anzeige überhaupt eine Rechtfertigung erfahren könnte, eine Prüfung, vor der das Innenministerium verständlicherweise zurückschrecken muß, eine Prüfung, die der Innenminister seinem Ministerium und sich selbst nicht zumuten kann.
Deshalb wurde ein Tweet von Rudolf Fußi ebenfalls vom 13. Februar 2021 zum türkisen Glücke gefunden für eine Einleitung einer Prüfung von rechtlichen Schritten gegen Rudolf Fußi. Das Innenministerium und der Innenminister müssen Rudolf Fußi unendlich dankbar sein, daß er ihnen eine solche Aussage am selben Tag lieferte. Es ist eine Aussage der größten Primitivität, die gedacht werden kann. Oder, so kann es auch einfach wie kurz gesagt werden, es ist eine Aussage, die die österreichische Normalität, die den österreichischen Alltag auf das Kenntlichste wiedergibt. Eine Aussage, die hier nicht zitiert werden will.
Es ist wohl nicht von ungefähr, daß die Fernsehanstalt des Bullenwasserabfüllers auf das Wort „Geächtet“ kommt, auf ein doch eher recht selten gebrauchtes Wort, aber eines mit Geschichte. So präsent ist dieses Wort noch, in Österreich auch in seinem ersten Coronawinter. In diesem literaturverliebten Land. Der Titel eines vor neunzig Jahren erschienenen Buches als Pate für einen Titel für eine Dokumentation, die mit Dokumentation so viel zu tun hat, wie – eine Dokumentation nach dem Reinheitsgebot für rotes Bullenwasser …
Auch viele Jahrzehnte nach dem Krieg stellen Kriegsmaterialien verschiedenster Art eine große Bedrohung dar. Danke an den Entminungsdienst unseres Bundesheeres für diese wichtige Arbeit! Im Jahr 2020 wurden dem Entminungsdienst 1.267 Fund- bzw. Wahrnehmungsmeldungen von Kriegsmaterialien verschiedenster Art und aller Gefährlichkeitsgrade übermittelt. Unter den gemeldeten Kriegsmaterialien befanden sich unter anderem auch 30 Streubomben sowie 13 Anti-Personen Minen. #Bundesheer #EMD
Edelweiß der einzige Unterrichtsstoff in der Schule des Edelweißes, in der das Schnüffeln von diesem Stoff gelehrt wird? Und wie jede Schule trägt auch die Schule des Edelweißes ihre Wettkämpfe aus – „Edelweiß Raid“ … Es werden dabei auch Reden gehalten, etwa von einem Kommandanten der „Gebirgsjäger“, deren Logo das „Edelweiß“ ist, „Edelweiß“, das Gebirgsbrigadeschnüffelemblem, das groß das Redepult ziert. Das „Edelweiß“ auf der Brust, das Edelweiß auf der Kappe, damit gleich weithin sichtbar ist, was für ein Stoff in dieser Einheit zum Einsatz kommt, bis in die Haarspitzen hoch eingesogen wird.
Für den Schnüffelunterricht im Klassenzug Edelweiß ist die „Kameradschaft vom Edelweiß“ vorrangig zuständig …
Die Kameradschaft vom Edelweiß betreut künftige Wehrpflichtige sowie Rekruten während des Grundwehrdienstes informiert Staatsbürger über Sinn und Zweck einer wehrhaften Demokratie unterstützt übende Truppen vor Ort mit Rat und Tat ist Träger der soldatischen Überlieferungspflege der österreichischen Jägertruppe (Landwehr) ist Job-Börse für Abrüster aller Kategorien pflegt alpenländisches Brauchtum und Kultur arbeitet im Arbeitskreis „Edelweiß und Fallschirm“ an der Traditionspflege
Es ist eine ehrbare Schule. Eine Schule, die sich mündlich beurteilen läßt.
Die Kameradschaft vom Edelweiß: Bald nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schlossen sich Soldaten der ehemaligen Gebirgsdivisionen – in denen sich auch viele Österreicher befanden – unter dem Namen „Kameradschaft vom Edelweiß“ zusammen. In erster Linie, um sich an ihre gefallenen und vermissten Kameraden sowie an ihre Erlebnisse während des Krieges zu erinnern. Nur die Gebirgsjäger, die an allen Fronten eingesetzt waren, trugen das Edelweiß; dieses Abzeichen an der Mütze, verbunden mit der speziellen Ausbildung, schweißte diese Männer eng zusammen, sodass auch nach dem Krieg die Verbundenheit, Kameradschaft und Treue zueinander, auch über die Landesgrenzen hinweg, erhalten blieb. Die Kameradschaft vom Edelweiß hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, für Menschenrechte, Völkerverständigung und Völkerversöhnung sowie für Frieden, Freiheit und Demokratie einzutreten. Dabei spielt das Bekenntnis zum Heimatgedanken, zum ländlichen Brauchtum und zur militärischen Landesverteidigung eine wichtige Rolle. Auch die Pflege des ehrenden Gedenkens an die gefallenen und vermissten Soldaten beider Weltkriege nimmt einen unverrückbaren Stellenwert im Vereinsalltag ein. Da sich der Verein in seinen Statuten und der praktischen Vereinsarbeit zu den gesetzlich normierten Aufgaben des Bundesheeres bekennt, wurde mit Schreiben des Bundesministeriums für Landesverteidigung vom 4. April 2000 mitgeteilt, dass die Kameradschaft vom Edelweiß als wehrpolitischer Verein aufgenommen wird. Hiezu hat der wissenschaftliche Leiter der Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), Hon.-Prof. Dr. Wolfgang Neugebauer, im Dezember 2003 in einem Brief an den Grazer Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl festgestellt, dass die Kameradschaft vom Edelweiß weder als rechtsextrem noch als Vorfeldorganisation des Rechtsextremismus qualifiziert wird. Das Bemühen um historische und politische Klarstellungen der Kameradschaft vom Edelweiß wird seitens des DÖW respektiert.
Und wer dermaßen ehrbar ist, setzt sich menschgemäß für ehrbare Menschen ein. Wie beispielsweise für Johann Gaiswinkler …
Offener Brief Von JPP Der Kommandant der 6. Gebirgsbrigade, Brigadier Hans Gaiswinkler, ist zwischen Mühlsteine geraten. Sein privates Verhältnis zu Politik versus Sicherheit ist bekannt! Diese private Haltung, ausgedrückt in einem Interview, blieb in der Sache unwidersprochen. Anlass der Empörung ist aber ein Shirt, mit einer Aufschrift, die seit 2008 im Internet kursiert. Brigadier Gaiswinkler wollte mit seinem Interview, welches er privat gab-und dem bewussten Tragen dieses Shirts, seiner Ohnmacht Ausdruck verleihen. So wie es auch ein grüner Nationalratsabgeordneter tat, als er die Hakenkreuzfahne im Parlament schwang. Dieser grüne Nationalratsabgeordnete war und ist genauso wenig ein Neonazi – obwohl er die Hakenkreuzfahne schwenkte, wie Hans Gaiswinkler ein Meinungsträger ultra rechter Gesinnung ist. Und der Spruch? Egal wer der Urheber dieses Spruches ist – es ist das Wehklagen über „Frostbeulen auf der Seele!“ Und das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit kennt keinen ideologischen geistigen Urheber. Ich kenne Hans Gaiswinkler seit 1981. Ich kenne ihn als Angehörigen des Jahrganges „Daun“ die Militärakademie. Und ich kenne ihn, als selbstlosen, tüchtigen und initiativen Kommandanten der Lehrabteilung für Gebirgs,-und Winterkampf an der Jägerschule in Saalfelden! Ich kenne also Hans Gaiswinkler. Ich hatte manches „Gespräch“ mit ihm deswegen, weil seine Lauterkeit, Offenheit und Geradlinigkeit manchmal im Widerspruch zu Gegebenheiten stand, Gegebenheiten, denen wir uns als Soldaten fügen mussten. Auch wenn diese Gegebenheiten unlogisch, kontraproduktiv, ja sogar schändlich für die Sache waren. Hans Gaiwinkler war aber immer dan einsichtig, wenn mit ihm klar und sachlich gesprochen wurde. Egal wie der Wind wehte oder sich drehte, Hans Gaiswinkler blieb immer loyal, korrekt und untadelig! Er war aber ein sogenannter „groder Michel!“ Duckmäusertum war ihn fremd! Er denunzierte nicht, übernahm ohne große Worte hohe Verantwortung und war vor allem immer Mensch und Freund. Er stellte sich immer vor seine Unterstellten-und seine Kameraden! Gaiswinkler in die Nähe von unlauterem Gedankengut zu bringen ist absurd und bösartig. Ebenso, ihn in die Nähe der mangelndem Geschichtsbewusstsein Szene zu rücken. Hans Gaiwinkler hat damit nichts am Hut-und wer es hinterlistig versucht, bellt damit den falschen Baum an. Niemals hörte oder sah ich in dieser langen Zeit unseres Kennens, nur die geringste Andeutung dazu. Es war eher das Gegenteil der Fall, vor allem auch, weil sein Vaterhaus in der Nähe von NS-Gräueltaten stand und daher der junge Hans aus eigener Anschauung mit gewissen Realitäten konfrontiert wurde. Ich halte Hans Gaiswinkler, für eine charaktervolle und mutige Führungspersönlichkeit, für eine exzellente „Berg- Gams“, für einen vorzüglichen Soldaten und Kommandanten. Und für einen außergewöhnlich ehrlichen und fürsorglichen Menschen. Wer den Hans als Freund hat, braucht kein Unbill zu fürchten, keine ausweglose Situation! Ich weiß es, war ich mit Hans doch einigemal in der schönen Bergwelt unterwegs. Und nie diskutierten wir über Weltbilder oder Politik – immer gehörte unser Gespräch unserem Heer und der Gebirgstruppe. Und unseren Familien und deren entsagenden Opfern, damit wir unter außergewöhnlichen Verhältnissen der Republik Österreich und seiner Bevölkerung dienen können. Lieber Hans – alle die Dich kennen – und das sind tausende von Menschen, stehen zu Dir. Wir alle wissen, dass Dich Deine Ehrlichkeit zu diesem Schritt motivierte – ein Schritt, der aus einem seelisch grausamen Zustand einer soldatischen Bergführerseele und Verantwortung für eine Brigade von Gebirgssoldaten und Gebirgssoldatinnen entsprang.
Für ehrbare Menschen sich einzusetzen, ist eines Landesverbandsobmannes hehre und schönste Pflicht, für JPP …
Josef Paul Puntigam, der am 25. November 2020 ein für alle Mal klarstellte, wer „Deine Zukunft gebaut“, wer „dieses Recht für Dich erkämpft! Durch mich darfst Du in Frieden, Freiheit und Demokratie Dein Leben gestalten, Deine Meinung sagen und weltweit ungehindert reisen!“
Es war sein Vater als Geschützführer in einer Flakeinheit in Norwegen, und alle seine Kameraden, die ausmarschierten in die Welt, nach Polen, nach Frankreich, in die Niederlande, nach Griechenland, auf den Balkan, als edelweißgeschmückte Gebirgsjäger in den Kaukasus, einfach wie kurz gesagt, überallhin in die Welt ausmarschierten, um dort weit ab von Österreich Frieden, Freiheit, Demokratie in Österreich zu erkämpfen …
Liebe Freundinnen und Freunde aus der Gruppe „Historische Südsteiermark! Nach dem frühen Tod meines Vaters, fand ich in seiner Hinterlassenschaft diesen Text! Er stammt vermutlich nicht aus seiner Feder – oder doch. Ich weiß es nicht. Er starb im 61. Lebensjahr. Im Kriege diente er zuerst als Fallschirmjäger – und dann nach einer Schilddrüsenkrankheit, als Geschützführer in einer FlakEinheit in Trondheim/Norwegen! Er ging als Obergefreiter am 12. Mai 1945 in britische Gefangenschaft – und kehrte aus dieser am 29. Sept. 1945 wieder heim. Der Text lautet:“Die Schuhe des Soldaten! Bevor Du, Du Nachgeborener, über mich und meine Zeit urteilst, ziehe meine Schuhe an. Gehe damit durch meine Zeit, durch meinen damaligen „Zeitgeist“, den ich nicht bestimmen konnte, gehe damit durch meine Not, meiner Bitterkeit und durch meiner Aussichtslosigkeit! Erlebe meine Ängste und Hoffnungslosigkeit, meine Freuden und Wünsche, meine Niedergeschlagenheit und meine Verzweiflung! Denn ich konnte nicht wie Du frei wählen oder demonstrieren, wie Du, es war noch nicht soweit! Ich habe dieses Recht für Dich erkämpft! Durch mich darfst Du in Frieden, Freiheit und Demokratie Dein Leben gestalten, Deine Meinung sagen und weltweit ungehindert reisen! Auf meinem Opfer, meinem Leid, meiner Trauer und meinem Schmerz ist Deine Zukunft gebaut worden! Du kennst die Druckstellen meiner Schuhe nicht! Dazu musst Du sie zuerst anziehen! Durchlaufe meinen Weg – räume meine Steine aus dem Weg – dann denke erst an Deine flache glatte Straße! Die habe ich Dir gebaut – nach Not, Krieg, Kriegsgefangenschaft und Wiederaufbau von Land und Demokratie. Erst wenn Du all das mit Deinem Herzen durchdacht hast – dann urteile, gerecht! Sowie auch Du möchtest, dass einmal Deine Nachgeborenen über Dich gerecht urteilen sollen! Trotz Deiner Hochmütigkeit gegenüber Wehrlosen, Toten, die sich nicht mehr wehren können! Trotz Deiner Schmähungen gegenüber Schutzlosen! Trotz Deiner Niedertracht gegenüber jene, die Dir Leben und Zukunft geschenkt haben. Es möge Dir erspart bleiben! Das wünsche ich Dir für Dein Leben und der Zeit nach Deinem Tod!“
Da hat ein Brigadier Gaiswinkler ein Interview gegeben. Ein guter Mann. Er war nicht in Uniform, hat aber ein Leiberl angehabt, auf dem ein uralter Spruch des Theodor Körner abgedruckt gewesen ist. Wir alle hier kennen diesen Spruch, er stammt – wie ich immer schon weiß, von eben diesem Körner, der in den Napoleonischen Kriegen gelebt hat. Er paßt ganz wunderbar und er paßt vor allem ganz wunderbar in unsere so verdorbene Zeit und er paßt auf die „feigen Gestalten“, die uns derzeit regieren und noch immer da oben sitzen, bis das Volk sie dereinst richten wird. Und wie ich glaube, wird das sicher kommen. Das aber hat die Nazis in unserer derzeitigen Regierung nicht ruhen lassen und sie haben – so glauben sie – festgestellt, daß dieser Spruch gar nicht vom Freiheitsdichter stammen soll sondern von einer Nationalsozialistin, die zwar keiner kennt, die das aber „gedichtet“ oder einfach plagiiert haben soll. Daher ist gleich unsere recht minderbegabte Heeresministerin tätig geworden. Irgendwer hat ihr das sicher gesteckt, denn beim Bauernbund hat man ja weder je was vom Theodor Körner gehört und ob man da was vom Napoleon weiß, bleibe dahingestellt. Also hat die dümmste Ministerin aller Zeiten erst einmal den Herrn Brigadier suspendiert, was praktisch einer Verurteilung gleichkommt, ohne daß hier ein Rechtsmittel möglich wäre. Ein privates Leiberl mit einem wirklich guten Spruch führt bei uns zu einer Suspendierung. Und wer die feigen Gestalten bei dieser Geschichte sind, das wissen wir und das Volk weiß das inzwischen auch schon.
Es werden bald einhundert Jahre her sein, daß Ernst von Salomon, Mitglied einer rechtsextremistischen und antisemitischen Organisation, am Mord an dem jüdischen Politiker Walter Rathenau beteiligt war. Für diese seine Beteiligung am Mord wurde er, der „Lieblingsautor“ von dem Stellvertreter christschwarzer Landeshauptmänner seit über fünf Jahren, zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.
Es ist „Der Fragebogen“ des rechtsextremistischen Mordbeteiligten, der es dem Stellvertreter christschwarzer Landeshauptmänner recht angetan hat, und das kann verstanden werden, allein, wie eindrucksvoll der Mann mit dem Vornamen Ernst beginnt:
Ich habe nun den gesamten Fragebogen sorgfältig durchgelesen. Ich habe ihn sogar, ohne dazu besonders aufgerufen zu sein, mehrfach durchgelesen. Wort für Wort. Frage für Frage, die Sätze in deutscher und die in englischer Sprache. Es ist dies nicht der erste Fragebogen, mit dem ich mich beschäftige, ich habe mich schon mit mehreren Fragebogen gleichen Inhaltes und einer großen Reihe ähnlichen Charakters befasst, zu einer Zeit und unter Umständen, über die in der Rubrik „Bemerkungen“ dieses Fragebogens noch einiges zu sagen ist. Auch während jener Zeitspanne vom 30. Januar des Jahres 1933 bis zum 6. Mai des Jahres 1945, einer Zeitspanne, die gewöhnlich als die des „Dritten Reiches“, billig als die des „Tausendjährigen Reiches“, kurz als die des „Nazi-Regimes“ und gut als die der nationalsozialistischen Regierung in Deutschland bezeichnet wird, auch während dieser Zeitspanne haben mir zahlreiche Fragebogen vorgelegen, und ich kann versichern, dass ich sie in jedem Falle sorgfältig durchgelesen habe.
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