Vom Schäfchen

Im vorherigen Kapitel „Kurz zu den Hindenburgs“ bereits ausgeführt, was zu dem „Wortspiel“ dieser Figur zu sagen ist, daß es nämlich aus geschichtlicher Unkenntnis ein völlig falsches ist. Und daß niemand sich vor solchen Figuren zu fürchten braucht, bis auf die sogenannten eigenen Leute einer Partei mit solchen Figuren. Gefährlich, lebensgefährlich werden solche Figuren erst dann, wenn welche dem Aberwitz verfallen, für solche Figuren die Hindenburgs zu machen.

Ist es nicht nachgerade bezeichnend, daß Björn Höcke die eigenen Parteileute ausgerechnet in einer Gaststätte „Zum Schäfchen“ zwar mit einem falsch gewählten „Wortspiel“ warnt? Das ist doch erwähnenswert. Björn Höcke spricht im „Schäfchen“ zum „Schäfchen“ Parteimitglied streng. Und das sollten vor allem Wählerinnen und Wähler für jedwede Wahl in Erinnerung behalten. solche Figuren meinen stets, Schafe vor sich zu haben, aber Schafe, wie in einem Kapitel bereits ausführlicher erzählt, wählen nicht ihr Schlachthaus und kollaborieren nicht mit solchen Figuren

Kurz zu den Hindenburgs

„In einem Videoausschnitt greift Höcke interne Kritiker des ‚Flügels‘ der Partei an. Er sagt wörtlich: ‚Die, die nicht in der Lage sind das Wichtigste zu leben, was wir zu leisten haben, nämlich die Einheit, dass die allmählich auch mal AUSgeSCHWITZt werden.‘ Das Video soll am 6. März bei einem geheimen Treffen des ‚Flügels‘ in Schnellroda aufgenommen worden sein. Die Anspielung auf das Vernichtungslager in Auschwitz-Birkenau in der NS-Zeit sorgt beim anwesenden Publikum für Jubelstürme, gefolgt von ‚Höcke, Höcke‘-Rufen. In Auschwitz wurde Schätzungen zufolge 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen getötet.“

In Schnellroda, und damit ist die Verbindung zu Österreich auf kurzem Wege bereits hergestellt.

In Schnellroda steht das Rittergut dem Götz Kubitschek.

Von dort bricht Götz Kubitschek immer mal wieder auf nach Österreich. Nicht nur zum Kongress, wie beispielsweise auch der in Österreich für kurz gewesene Innenminister, sondern auch in die Fernsehanstalt eines Milliardärs, der sich einen Fernsehchor der Objektivität hält.

Aber um Götz Kubitschek geht es nicht. Sondern um Björn Höcke. Und es geht im Grunde auch nicht um Björn Höcke, sondern um Figuren wie Björn Höcke, für die Männer aus Österreich ihre Gesinnungsinspiration sind.

Mit welchem Mann soll angefangen werden? Mit einem Mann aus Österreich, vor neunzig Jahren.

„Am späten Mittwochabend, eine halbe Stunde vor Mitternacht, äußert sich der kurz zuvor abgewählte Landesvater erstmals auf Twitter. Bodo Ramelow zitiert Adolf Hitler: ‚Den größten Erfolg erzielten wir in Thüringen. Dort sind wir heute wirklich die ausschlaggebende Partei‘, heißt es in dem Tweet, und: ‚Die Parteien in Thüringen, die bisher die Regierung bildeten, vermögen ohne unsere Wirkung keine Majorität aufzubringen.‘ Unter das Zitat stellt Ex-Ministerpräsident Ramelow eine Art Quellenangabe, ‚A. Hitler, 02.02.1930‘, außerdem zwei Fotos: Auf einem Schwarz-Weiß-Bild ist zu sehen, wie Reichskanzler Hitler am 21. März 1933, dem propagandistisch ausgeschlachteten ‚Tag von Potsdam‘, Reichspräsident Paul von Hindenburg die Hand reicht und sich dabei verneigt. Das zweite Bild ist eine erst wenige Stunden alte Farbaufnahme: AfD-Fraktionschef Björn Höcke reicht darauf dem neuen FDP-Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich die Hand, mit gesenktem Haupt. Das Zitat aus Ramelows Tweet stammt aus einem Brief Hitlers, den dieser im Februar 1930 einem Anhänger seiner Partei in den USA geschrieben haben soll. Darin schildert der NSDAP-Chef, wie seine Partei erstmals Teil einer Landesregierung wurde. Begann in Thüringen, was später in die NS-Diktatur mündete? Das jedenfalls ist die Botschaft, die Ramelow mit seinem Tweet in die Welt setzte und wenig später auch in einem SPIEGEL-Interview wiederholte: Eine wie auch immer geartete Kooperation bürgerlicher Kräfte mit ultrarechten Akteuren kann demnach dazu führen, dass nur die Extremisten profitieren – wie in den ersten Monaten des Jahres 1933.“

Wenn Sie meinen, es geht hier um Adolf Hitler. Nein, es geht nicht um Adolf Hitler, den Österreicher, auch wenn er, wie das oben angeführte Zitat aus Schnellroda es zeigt, Inspiration ist, sondern um den Mann, der ihm die Hand reicht. Es gibt immer einen Menschen, der den Hindenburg macht, um solchen Figuren die Macht zu überreichen.

Alle Figuren vom Schlage eines Björn Höcke wissen nicht viel über Geschichte. Wie auch dieses „Wortspiel“ von Björn Höcke es wieder einmal belegt. Höcke richtet sein „Wortspiel“ gegen „interne Kritiker“, also gegen seine eigenen Parteikameradinnen. Wäre er geschichtlich tatsächlich bewandert, hätte Höcke ein anderes „Wortspiel“ bringen müssen. Beispielsweise eines von dieser Unart:

‚Die, die nicht in der Lage sind das Wichtigste zu leben, was wir zu leisten haben, nämlich die Einheit, dass die allmählich auch mal in Wiessee gebadet werden.‘

Vor solchen Figuren wie Björn Höcke haben sich also vor allem und zuerst die eigenen Parteikameraden zu fürchten. Und dann erst alle anderen, und das allerdings auch nur dann, wenn irgendwer bereit ist, für solche Figuren den Hindenburg zu machen.

Erst wenn solche Figuren wie Björn Höcke von einem Hindenburg die Macht eines ganzes Landes in die Hand gelegt bekommen, also ein ganzes Land zu einer solchen Partei, wie es die identitären Parteien sind, machen läßt, wird es für alle gefährlich, lebensgefährlich, denn solche Figuren behandeln dann alle Menschen so skrupellos um, als wären sie ihrer Partei zugehörig, sehen sie doch in einem ganzen Land nichts anderes als ihre Partei, in der sie befehlen, erniedrigen, auslöschen, vernichten können, ganz nach ihren Lüsten, Launen … Erkennbar sind solche Figuren wie Björn Höcke, solche Parteien, wie die seine, stets. Denn. Eines tragen sie immer, von Beginn an, die Gamaschen des Gemeinen, die Schaften des Gemeinen der Marke Volk ziehen sie niemals aus, bis zum Untergang der eigenen Partei behalten sie die Schaften des Gemeinen an, bis zum Untergang, wenn ein Hindenburg sich dafür hergegeben hat, eines ganzen Landes stecken sie in ihren Gemeinheitsschaften Volk

Ein Hindenburg der Gegenwart ist nicht zwangsläufig ein einzelner Mensch. Hindenburg, das können viele sein, vornehmlich jene, die in einem Staat die, wie es schön heißt, Sagen horten. Sie erzählen viele Sagen. Gesammelt und gedruckt ergäben diese ihre Sagen ein Sagenbuch mit etlichen Bänden. Das ist gerade in Österreich gut zu studieren.

Aber auch der Hindenburg der Vergangenheit war kein einzelner. Auf der Tagesordnung von so vielen stand damals nur ein Punkt zur Erledigung – Astronomische Gewinnsteigerung durch Verpachtung der Staatsmacht.

Ein weiterer Mann aus Österreich, der für Figuren wie Björn Höcke Gesinnungsinspiration ist, dazu braucht es keine Worte. Die Abbildung sagt alles. So wie Höcke sich abbilden läßt, mit den gleichen Worten, abgeschrieben von dem Österreicher.

Es sind aber nicht nur einzelne Männer aus Österreich, die für Figuren wie Björn Höcke Inspiration sind. Es ist auch eine ganze Partei aus Österreich Gesinnungsinspiration für für eine gesamte Partei in Deutschland, die immer wieder einmal bekräftigt, von der Partei aus Österreich lernen zu können und lernen zu wollen. Das wurde erst in diesem Jahr ’20 dem für kurz gewesenen Innenminister aus Österreich anläßlich seiner Deutschlandreise bestätigt.

In Deutschland gibt es ein Gerichtsurteil, nach dem dürfen Figuren wie Björn Höcke „Faschist“ genannt werden. In Österreich hingegen …

Wie gut, daß nicht das gesamte Deutschland von Österreich lernen will, sondern nur Figuren wie Gauland …

Wie gut es Deutschland hat, nicht eine Bundeskanzlerin zu haben, die sich „sichtlich“ freut „auf Vertreter der AfD“ …

Wie gut es Deutschland hat, es gibt höchstens auf den niedersten Staatsrängen welche, die für solche Figuren wie Björn Höcke, die für solche Parteien den Hindenburg machen wollen …

Und weil in einem Zitat oben auch Thüringen angesprochen wird. Kommen Sie jetzt aber nicht mit Geographie, aber der Weg von Österreich nach Thüringen ist kürzer, als die Strecke von Deutschland nach Thüringen

Was Figuren wie Björn Höcke auch vereint mit Mannen und Frauen aus Österreich, aber nicht nur beispielsweise mit einem für kurz gewesenen Innenminister, nicht nur mit Mannen und Frauen dieser Parlamentspartei, ist die Ansicht, international zu sein, heißt, zwei Wörter in englischer Sprache zu sprechen: „No way.“

Ungustiöses

Identitärer Zeitgeist

Die FPÖ versucht, mit der Coronavirus-Krise politisches Kleingeld zu sammeln.

In einer Zeit, in der alle in Österreich eine schwere Krise durch das Coronavirus überstehen müssen, macht die FPÖ geschmacklose Parteipolitik. Die FPÖ-Organisation in St. Dionysen (Stadtteil von Traun, Bezirk Linz-Land, Oberösterreich) veröffentlichte auf Facebook dieses in der Zwischenzeit anscheinend gelöschte Posting:

„Unser Tipp zur aktuellen Situation: IMMER so Händewaschen, als hätte man gerade Kurz, Hofer oder Kickl die Hand gegeben.“

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie genau die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Parlamentspartei und kurz gewesene Regierungspartei weiß, was, wie in diesem Fall, „ungustiös“ ist, wie sie in anderen Fällen genau weiß, was Verbrechen, was Rassismus, was Hetze, sie aus dieser Partei fragen können, warum dieser Haß

…aber die Gesinnung, die Gesinnung ist nun nicht mal so, und so hat die gesinnungsgemäß zensurierte Website den ihren oben kursiv gesetzten Kommentar auch diesmal nicht über die FPÖ, sondern diesmal über die SPÖ geschrieben, das Posting als „ungustiös“ verurteilt, während sie einen Tag davor ein ebenso „ungustiöses“ Posting als, ach als so gar nicht „ungustiös“ empfindet, sondern von ihr zu loben ist, als nur „eine Frage“, als nur eine „Kritik“ und vor allem so gar kein Begehren danach, mit diesem „politisches Kleingeld zu sammeln“.

No way

„Der Coronavirus wird in einigen Wochen wieder verschwunden sein, aber was ist mit der illegalen Zuwanderung?“

Das nennt eine „Frage“, eine „Kritik“ die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Parlamentspartei, die für kurz auch wieder eine identitäre Regierungspartei

Und der für kurz gewesene Innenminister meint, wenn er sein „No Way“ als ein „australisches No Way“ verkauft, dann ist sein „No Way“, kurz gesagt, schon etwas Hochanständiges, schon etwas Nachahmenswertes.

Es ist so hochanständig und so nachahmenswert wie, kurz gesagt, das „No Way“ von Der in der Hofburg tanzt …

Schwarze Entwicklung hin zum blauen Obmann in fünfzig Jahren

Nachdem auch auf der Plattform des Unternehmens Twitter Vermutungen geäußert wurden, es könnte das Video mit den Aussagen von Erhard Busek über Sebastian Kurz, daß dieser, Kurz, „goar nix waß“, eine Fälschung sein, und auch manche ihren Tweet,

„Parteifreund“ – Erhard Busek über Sebastian Kurz pic.twitter.com/kwjPjjSWx8

mit denen sie das Video verbreiteten, offensichtlich wieder löschten (jedenfalls nicht mehr verfügbar sind), vielleicht aus der Befürchtung heraus, es könnte eine Fälschung sein, weil das Wesentlichste fehlte, nämlich, wann sprach Erhard Busek so über Sebastian Kurz, kann nun geschrieben werden, es ist keine Fälschung.

Erhard Busek sprach so über Sebastian Kurz.

Und zwar am 24. September 2019.

Im Rahmen einer BSA-Diskussionsrunde.

Der Titel dieser Diskussion am 24. September 2019, in der Erhard Busek so über Sebastian Kurz sprach, war: „Der Wille zum aufrechten Gang und der FPÖ-Historikerbericht“.

„Am 24. September diskutierten unter der Leitung des BSA-Vorsitzenden Matthias Vavra

Dr. Brigitte Bailer-Galanda (Historikerin)
Dr. Helmut Brandstätter (NEOS-Politiker und langjährige Journalist)
Dr. Erhard Busek (Ex-ÖVP Chef und Ex-Vizekanzler)
Dr. Caspar Einem (Ex- Innen-, Verkehrs- & Infrastrukturminister)
Robert Wiesner (ORF-Journalist & Dokumentarfilmer)

u.a. die bisherigen Erkenntnisse zum FPÖ-Historikerbericht und die Frage in wie weit der Wille zu einer schonungslosen Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit in Bezug auf den Nationalsozialismus bei den Freiheitlichen, aber auch bei anderen österreichischen Parteien, besteht.

Dr. Erhard Busek begrüßt grundsätzlich die Bereitschaft von Parteien und Organisationen sich mit den dunklen Flecken Ihrer Vergangenheit zu befassen und erzählt, dass es auch in der ÖVP nicht immer leicht war dem rechten Flügel der Partei klar zu machen, dass es für eine konservative Partei wichtig ist sich schonungslos mit ihrer eigenen Vergangenheit zu befassen.“

In dieser Diskussion vom 24. September 2019 also machte Erhard Busek seine Aussagen über Sebastian Kurz, mit dem zu beschäftigen es gilt, jedenfalls so lange er in Österreich Bundeskanzler ist, aber keine Sekunde länger, auf politischer Ebene jedenfalls …

Erhard Busek sagte in dieser Diskussion noch mehr, als es in diesem verbreiteten Zusammenschnitt in der Kürze von einer Minute und zehn Sekunden zu hören ist.

Erhard Busek sagte u.v.a.m. auch das, er kam dabei auf Josef Klaus zu sprechen:

„Was uns angenehm überrascht hatte, muß ich sagen, war 1970, daß er [Klaus] , als die Wahl verloren wurde, nicht mit der FPÖ eine Koalition gemacht hat. Das hat ihn unterschieden von Bruno Kreisky. Das muß man ganz deutlich sagen. Die Versuchung hat es sicher gegeben, aber das ist massiv abgelehnt worden, innerhalb der Volkspartei.“

Das ist interessanter als das, was er über Sebastian Kurz selber sagte, das ohnehin keinen Neuigkeitswert besitzt, weil er, Busek, damit etwas über die Entwicklung der ÖVP in diesen fünfzig Jahren erzählt. Hin zu einem Wolfgang Schüssel, von dem Busek in dieser Diskussion sagte, es sei „der Wille zur Macht“ gewesen, der ihn, Schüssel, eine Koalition mit der FPÖ eingehen ließ, zu einem Sebastian Kurz,

„Die freiheitliche Partei hat sich durch das Lehrbeispiel der Schüssel-Koalition verändert. Die hat heute einen harten Kern. Das muß man ganz nüchtern zur Kenntnis nehmen. Das merkt man ganz deutlich. Das ist keine historische Betrachtung. Ich habe einmal ein Gespräch geführt mit einem ehemaligen freiheitlichen Abgeordneten, der hier eine gewisse Rolle spielt. Dem habe ich einmal nach einer Fernsehdiskussion gesagt, wenn ihr in die Regierung wollt, ihr habt ja nicht einmal die Leute dafür. Da hat er gesagt, da irren sie sich, wir trainieren die Schlagenden schon die längste Zeit.“

der dann wieder mit einer FPÖ eine Koalition schmieden ließ, zu einem blauen Bundeskanzler mit Priester, der Türkis trägt.

Daß Josef Klaus 1970 damit „angenehm überraschte“, so Erhard Busek, „nicht mit der FPÖ eine Koalition“ einzugehen, ist wohl zum Teil dem geschuldet, wie vor 1970 auch von einem schwarzen Obmann und Bundeskanzler nationalsozialistischen Höchstrangigen und somit der FPÖ zugearbeitet wurde; und in diesen Fällen noch der Umgang des österreichischen Staates mit seinem eigenen Gesetz der Aufklärung harrt, die Aufarbeitung noch fehlt.

Wiederkehr

Vielleicht gibt es noch Menschen, die sich fragen, wo ist Firas H. abgeblieben, was ist aus ihm geworden, ist er tot, lebt er noch.

Vielleicht kann dieses Kapitel ein wenig zur Aufklärung des Verbleibs von Firas H. beitragen.

Vor fünf Jahren im März berief sich eine Tageszeitung in Österreich, am 20. März 2015, auf einen Rückkehrer, der bezeugte, Firas H. sei tot.

Nach dem Glauben des Stammes der Weißknie ist aber kein Mensch je wirklich tot, kehrt ein jeder Mensch in das Leben zurück. Nach einiger Zeit der Abwesenheit die Wiederauferstehung. Die Zeit der Abwesenheit soll dazu dienen, zu klären, in welcher Gestalt ein Mensch wiederkehren soll.

Im Falle von Firas H. soll die Klärung, in welcher Gestalt er wiederkehren soll, ungewöhnlich rasch, meinen die einen, üblich rasch, meinen wieder die einen, vonstatten gegangen sein.

Firas H. kehrte wieder als Der in der Hofburg tanzt.

Wiederkehrende aus dem jenseitigen Reich bekommen zwar eine neue Gestalt, aber sie bleiben, was sie waren, sie müssen tun, was sie je taten. So ist es erklärlich, daß es Firas H. im Körper des Der in der Hofburg tanzt sogleich wieder fortzog, diesmal nicht nach Syrien, sondern nach Griechenland.

Der Rückkehrer vor fünf Jahren könnte auch ein falsches Zeugnis abgelegt haben. Und Firas H. noch am Leben sein, und zurückgekehrt sein, mit gewandeltem Aussehen. Die Wandlung der Gestalt, für die einen wäre das ein Wunder, für die aus dem Stamm der Weißknie, die reichlich von ihrem Glauben mit Wundern Verwöhnten, jedoch die Wirklichkeit, in der sie werk- wie feiertags …

Es kann auch sein, daß Firas H. nicht nur in einer Gestalt wiedergekehrt ist. Nach dem Glauben des Stammes der Weißknie ist die gleichzeitige Wiederkehr, und das ist das absolute Heilversprechen dieses Glaubens, in drei Gestalten gar möglich. So könnte Firas H auf einem fernen Eiland noch in einer weiteren Gestalt wiedergekehrt sein.

Menschen, die der Propaganda verfallen sind, sind zur ewigen Anstrengung verdammt, der Wirklichkeit ihre Gestalt zu geben. So war es bei Firas H. als Firas H., und so ist es bei Firas H. in der Gestalt des Der in der Hofburg tanzt. Ungewöhnlich kurz war sein Aufenthalt in Griechenland. Für seine rasche Rückkehr nach Österreich brachte er folgende Erklärung mit.

„Ich selbst bin übrigens nicht mehr vor Ort. 1. Weil ich gesehen habe, dass es dort für zivile Freiwillige tatsächlich keine Möglichkeiten zur Mithilfe gibt. 2. Weil ich dort nicht sinnlos Polizeikräfte binden will, die sich wegen diesem Medientrubel mit uns befassen müssen.“

Tatsächlich jedoch drängte es ihn nach Hause, zum Schoße seiner Mutter, weil er trostbedürftig war. Die Landwirte, die Bäuerinnen befanden seine „Solidarität“ und seine „Unterstützung“ für wertlos, unnütz, unbrauchbar. Er hatte einfach wie kurz nicht verstanden, seinen Urin in den Güllestreuer zu entleeren. Vor dem Güllestreuer stehend ging ihm alles in die Hose. Vielleicht aus Verzweiflung darüber, zu ungeschickt zu sein, zu klein zu sein, zu leer zu sein, um den Güllestreuer zu befüllen. Sie schickten ihn weg. Er behinderte bloß, so wie er da stand auf dem Acker, in seiner nassen Hose. Sie schickten ihn einfach wie kurz weg, wohl auch zu seinem Schutz, damit er nicht unter die Güllestreuerräder kommt.

Auf der Rückreise zum Schoße seines Vaters aber soll er bereits ein wenig Trost im Spiel mit seinen Fingern gefunden haben. Zumindest war es ihm eine Ablenkung. Denn. Es war keine leichte Aufgabe für ihn, mit seinen Fingern das Zeichen darzustellen, das er seinem gesinnungsgemäßen Spender einst abschaute.

An der Grenze finden die Stämme zueinander

Der in der Hofburg tanzt, der Höchste des Stammes der Weißknie traf sich mit den Höchsten des Stammes der Schwarzen mit den Türkisfedern, um sich auf eine gemeinsame Sprachregelung zu verständigen.

Und es scheint, kurz gesagt, eine Einigung erzielt worden zu sein. Wie anhand einiger Signalwörter beispielhaft recht leicht feststellbar ist.

So spricht Der an der Grenze Reitende aus dem Stamm der Schwarzen mit den Türkisfedern ebenso von „Solidarität“ und „Unterstützung“ wie Der in der Hofburg tanzt aus dem Stamm der Weißknie.

So spricht Der Schutz Verweigernde aus dem Stamm der Schwarzen mit den Türkisfedern ebenso wie Der in der Hofburg tanzt aus dem Stamm der Weißknie davon, daß man mit den „Kindern“ auch …

Die Daheimzubleibenden aus dem Stamm der Schwarzen mit den Türkisfedern sind ebenfalls bereit, Mannen und Frauen an die Grenze zu schicken, nachzuschicken den Frauen und Mannen aus dem Stamm der Weißknie.

So zeigen in diesen furchentiefen Tagen, kurz zusammengefaßt, die Stämme der Weißknie und der Schwarzen mit den Türkisfedern geeint in Solidarität und Unterstützung Flagge.

Der Bundeskanzler trägt Türkis

Die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Parlamentspartei, die auch eine für kurz gewesene Regierungspartei war, beginnt ihren Kommentar über die „Landwirte“, die die „Grenzschützer unterstützen“, mit:

Der Sturm tausender gewaltbereiter […]

Und schreibt nach, wie in Österreich der zurzeitige blaue Bundeskanzler mit Priester spricht, etwa einen Tag davor, in der Pressestunde, wenn er die Bilder der Gewalt beschreibt, die, so er, der ORF nicht so gerne zeige, wenn er von „Grenzsturm“ und „wenn die Grenze fällt“ spricht …

Das wird die gesinnungsgemäß zensurierte Website freuen. So viele Jahre hat die identitäre Partei das vorgesprochen und vorgeschrieben, und nun spricht der zurzeitige blaue Bundeskanzler es nach, und nun bleibt der gesinnungsgemäß zensurierten Website nur noch eines, dem blauen Bundeskanzler es nachzuschreiben. Aber Wehmut wird dabei sein. Es ist zwar ein blauer Bundeskanzler, aber der blaue Bundeskanzler mit Priester trägt Türkis.

Voll der Freude werden aber der Innenminister und die Verteidigungsministerin sein, die je nichts selbst formulieren müssen, je nichts vorsprechen müssen, sondern nur nachsprechen, ihrem blauen Bundeskanzler. Aber ohne Wehmut. Denn. Ihr blauer Bundeskanzler trägt Türkis.

„Wir werden keine […] gelernt“, sagte Tanner. Zu diesem Zweck wurde der […] verlängert. Tanner und Nehammer […] Grenze treibt und sie dazu animiert, nach […] gelangen.

Tanner sprach von einem „dramatischen und verwerflichen“ […] Missbrauch von Menschen durch die […] Nehammer. Die Lage […] „keine zufällig entstandene humanitäre Krise“, sondern […] der Innenminister. Die Bilder von […]

ÖVP […] Einsatztaktik […] Nehammer. „Wir sind aber in engem Kontakt […] holen will, bekräftigte Nehammer einmal mehr […] der ÖVP […] Widerspruch. Österreich habe mehr […] als die meisten […]

In Wien auf die Bühnen getrieben, in Hanau …

Am 19. Februar ’20 werden in Hanau Menschen ermordet und Menschen verletzt, am 20. Februar ’20 wird in der Staatsoper in Wien, in der der Opernball gegeben wird, andächtig der „Zigeunerprinzessin“gelauscht, am 29. Februar ’20 wird in Wien die durch den Regisseur und durch den Dirigenten windungsreich zur Oper hinaufgehobene Operette „Der Zigeunerbaron“ von der Volksoper mit einer Premiere gewürdigt, am 2. März ’20 muß Bert Brecht für den Strauß-Schnitzer-Baron in der Kritik von Peter Jarolin als Vergleich herhalten

Zu Opfern in Hanau werden auch Menschen, die nach wie vor in der sogenannten Mehrheitsgesellschaft so leicht hin „Zigeuner“ genannt werden, aber ohne Anführungszeichen, wie vom Musikkritiker – seit den Morden in Hanau sind nicht einmal vierzehn Tage vergangen – der Tageszeitung „Kurier“, der weiter unbeirrt, als wäre nichts geschehen, als wäre wieder einmal nichts geschehen, „Zigeuner“ ganz ohne Anführungszeichen

Wie recht zur Zeit in Wien, abschließend wie kurz zitiert, nicht nur eine Ministerin zu haben, die „mahnt, wachsam zu sein, denn aus Worten können Taten werden!“

Das Schreckgespenst ist nackt.

Wäre Sebastian Kurz nicht zur Zeit Bundeskanzler in Österreich, müßte nach dem, was Erhard Busek in einer Minute und zehn Sekunden über Seb. Kurz umfassend klipp und klar sagt, nichts mehr geschrieben werden.

Nachdem Seb. Kurz aber zur Zeit Bundeskanzler ist, kann nicht darüber hinweggegangen werden, was er verbreitet, wie auch an diesem Sonntag wieder. Am 8. März ’20 in der Pressestunde.

Wie er sich verhält, wie er mit Zahlen umgeht, das ist ein Verhalten, das in Österreich seit Jahrzehnten nur vom Personal der identitären Parlamentspartei und der für kurz gewesenen identitären Regierungspartei gekannt wird.

Allein sein Verhalten, allein schon seine Reaktion auf die Frage von Karin Leitner, ob es denn für einen Regierungschef gescheit sei, so zu übertreiben, es würden Millionen kommen, liefert ein Bild des Abgrunds. Anzusehen sein körperliches Schütteln und anzuhören sein Lachen dabei nach zehn Minuten und vierundvierzig Sekunden der Pressestunde. Kein unbekanntes Verhalten, ein abgeschautes Verhalten gegen Medienmenschen von seinem …

Wie Seb. K. mit Zahlen umgeht.

„Bei insgesamt 100 Millionen Menschen, die auf der Flucht sind, glauben Sie nicht, daß mehrere Millionen, wenn die Grenzen offen sind, Lust haben nach Europa zu kommen. Das ist keine Übertreibung. Das ist Realität.“

Es sind viele, aber nicht einhundert Millionen Menschen Es sind, nach den Zahlen einer seriösen Organisation, rund 70,8 Millionen Menschen, wie vor wenigen Monaten bekanntgegeben. Die rund dreißig Millionen Menschen, die seit dem letzten Juni hinzugekommen sein sollen, nun, die dürften bei Seb. K. exklusiv vorübergezogen und von ihm gezählt worden. Das muß ihm ein weiterer Zählnachmittag voller Lust am Strand von Klagenfurt gewesen sein …

Mit einem genaueren Blick auf die Zahl 70,8 Millionen sind auch noch viele Unterscheidungen (in „41,3 Millionen Binnenvertriebene, 25,9 Millionen Flüchtlinge, 3,5 Millionen Asylsuchende“) zu erkennen, die das Schreckgespenst des blauen Bundeskanzlers noch einmal als das zeigt, was es ist. Das Schreckgespenst hat nicht einmal ein weißes Leintuch an. Des blauen Bundeskanzlers Schreckgespenst ist nackt.

„Das ist ein bißchen unredlich, wie da agiert wird. Oder manche kennen schlicht und ergreifend die Zahlen nicht. Wir haben als Republik Österreich in den letzten fünf Jahren rund 200.000 Menschen aufgenommen. Wir haben damit mehr geleistet als fast alle anderen Länder dieser Welt, als fast alle anderen Länder in der Europäischen Union. Und wenn man 200.000 Menschen aufgenommen hat und wenn jedes Jahr ungefähr tau…, zehn bis fünfzehn Tausend dazukommen, dann verstehe ich die Debatte nicht.“

„Zweihunderttausend Menschen aufgenommen“, sagt Seb. K. Nun, die Zahlen von einer seriösen Organisation hingegen …

Und auch das ist uraltbekannt von der identitären Parlamentspartei und von der für kurz gewesenen identitären Regierungspartei, die Anwürfe gegen den ORF, übernommen von Seb. K., wenn er diesmal Hans Bürger vorhält, der ORF würde gewisse Bilder nicht zeigen.

„Ich glaube, es braucht überhaupt keine martialische Sprache und das Schüren irgendwelcher Bilder, die nicht angebracht sind.“

Und dann beschreibt Seb. K. gerne ausführlich die Bilder, die der ORF „nicht so gerne zeigt“ …

Sein Außenminister hat das schon beherzigt, daß es „keine martialische Sprache“ braucht, sondern das Gebet der Stunde ist die Sprache des Krieges, wenn er von „Frontstaat“ spricht …

Und selbst Seb. K. hat das beherzigt, hört auf sich selbst, „keine martialische Sprache“, sondern Kriegssprache, wenn er etwa von „Grenzsturm“, von „die Grenze fällt“ in dieser Pressestunde am 8. März 2020 …

Erhard Busek fragt sich, um an den Anfang des Kapitels zurückzukehren, mit wem sitze Seb. K. zusammen, wie schaue das in Wirklichkeit aus. Nun, seit dieser Pressestunde hat Erhard Busek seine Antwort: „Ein Priester“ … Der türkis angestrichene blaue Bundeskanzler empfängt von einem Priester … welcher Priester das wohl ist? Wer macht dem zurzeitigen Bundeskanzler den Johannes Hollnsteiner, den Beicht- und Ratvater?

„Die Fassade der Türkisen bröckelt“ seit langem schon, das bemerkte sogar ein Hafenecker, nun ist sie ganz zerbröckelt und gibt den Blick auf eine blaue Fassade frei, zur Hälfte auch gestrichen bereits mit der schwarzen Farbe des politischen Katholizismus, mit Ratvater und Kreuz-Tage-Ministrantinnen …

Die grüne Partei – das Farbenspiel ist erlaubt – muß jetzt nach so kurzen Wochen schon ganz grün …