„Nach diesen Ereignissen stellte Gott Abraham auf die Probe. Er sprach zu ihm: Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. Gott sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, geh in das Land Morija, und bring ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne, als Brandopfer dar. Frühmorgens stand Abraham auf, sattelte seinen Esel, holte seine beiden Jungknechte und seinen Sohn Isaak, spaltete Holz zum Opfer und machte sich auf den Weg zu dem Ort, den ihm Gott genannt hatte. Als Abraham am dritten Tag aufblickte, sah er den Ort von weitem. Da sagte Abraham zu seinen Jungknechten: Bleibt mit dem Esel hier! Ich will mit dem Knaben hingehen und anbeten; dann kommen wir zu euch zurück. Abraham nahm das Holz für das Brandopfer und lud es seinem Sohn Isaak auf. Er selbst nahm das Feuer und das Messer in die Hand. So gingen beide miteinander. Nach einer Weile sagte Isaak zu seinem Vater Abraham: Vater! Er antwortete: Ja, mein Sohn! Dann sagte Isaak: Hier ist Feuer und Holz. Wo aber ist das Lamm für das Brandopfer? Abraham entgegnete: Gott wird sich das Opferlamm aussuchen, mein Sohn. Und beide gingen miteinander weiter. Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte, baute Abraham den Altar, schichtete das Holz auf, fesselte seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Schon streckte Abraham seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. Jener sprach: Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus, und tu ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, daß du Gott fürchtest; du hast mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten. Als Abraham aufschaute, sah er: Ein Widder hatte sich hinter ihm mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen. Abraham ging hin, nahm den Widder und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar.“
An diese alte Geschichte aus Morija mußte gedacht werden, beim Ansehen des Videos von André Heller, weil er eine alte Geschichte aufwärmt, jene vom Zeloten, dem Widerständler oder Freiheitskämpfer gegen das römische Reich, mit seinem Appell,
„und Herr Bundeskanzler, lassen wir die aus allen Gnaden gefallenen Kinder von Moria nicht im Stich, nehmen wir sie auf in unser Herz und unser Land, es wird uns nicht schaden, sondern es wird uns ein Qualitätsgeschenk sein, das wir uns selbst machen. Danke, daß Sie mir zugehört haben. Und das möchte ich Ihnen noch zeigen: # 144 ?!? COURAGE“ …
Mit dem Zeigen der Tafel „# 144 ?!? COURAGE“ endet das Appellvideo von André Heller. Was die Zahl „144“ bedeutet? Was die Zahl „144“ ist? Das ist kein großes Rätsel, das André Heller mit dieser aufgibt. Es ist die Zahl eines Paragraphen im österreichischen Strafgesetzbuch.
„Erpressung § 144. (1) Wer jemanden mit Gewalt oder durch gefährliche Drohung zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, die diesen oder einen anderen am Vermögen schädigt, ist, wenn er mit dem Vorsatz gehandelt hat, durch das Verhalten des Genötigten sich oder einen Dritten unrechtmäßig zu bereichern, mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen. (2) Die Tat ist nicht rechtswidrig, wenn die Anwendung der Gewalt oder Drohung als Mittel zu dem angestrebten Zweck nicht den guten Sitten widerstreitet.“
Den ersten Absatz dieses Paragraphen wird André Heller wohl nicht im Sinn gehabt haben, als er die die Zahl „144“ in die Kamera hielt, sondern den zweiten Absatz, daß eine Tat nicht rechtswidrig ist, wenn die Anwendung der Gewalt oder Drohung als Mittel zu dem angestrebten Zweck nicht den guten Sitten widerstreitet. Und es wäre in seinem Sinne doch ein den guten Sitten gemäßer Fürstreit, die Kinder von Moria aufzunehmen, diesen Zweck zu erreichen, auch mit den Mitteln der Gewalt oder Drohung …
Offen bleibt dabei nur eines, aber durch die zwei Fragezeichen ist es für ihn selbst wohl auch noch offen, ist es bereits seine persönliche Drohung gegen den Bundeskanzler in Österreich zur Zeit, erst die Überlegung der möglichen Anwendung von Gewalt oder Drohung, doch schon unter Hinweis auf die Rechtsmäßigkeit und somit auf Straffreiheit der Aufruf an alle im Land, zu den Mitteln Gewalt und Drohung zu greifen, um den angestrebten Zweck, der den guten Sitten vollkommen entspricht, zu erreichen, oder erst die Überlegung des Aufrufes an alle …
Die Tafel aber des Herrn Heller hat nichts mit dem österreichischen Strafgesetzbuch zu tun, an dieses dachte er nicht, als er die Tafel in die Kamera hielt, nicht an den Paragraphen 144, nicht an den Absatz 1, schon gar nicht an den Absatz 2, sondern lediglich an die Initiative „# 144 Courage – Mut zur Menschlichkeit“, mit dem bescheiden vorgebrachten Zweck als Bitte, „144 sichere Plätze in Österreich zu schaffen“, „144 nachhaltig sichere Plätze zu schaffen, um Menschen aus den Lagern bei uns aufzunehmen und hier erfolgreich zu integrieren“ …
Es bleibt nichts offen, es ist, was die Zahl „144“ betrifft, alles gelöst, der Mut quantifiziert — —
Thomas Bernhard, dessen „Mittagstisch“ heute, am 17. September 2020, wieder einmal im Burgtheater Premiere hat, diesmal von Claus Peymann an der neuen Burg inszeniert, hat regierungsunfähige Figuren geschaffen, die heute in der Welt regieren, aber es sind Figuren, die ohne Thomas Bernhard ihre Monologe sich kritzeln, bösartiger und genauer als Thomas Bernhard sie je hat sprechen lassen, beispielsweise über Österreich.
Wie harmlos, wenn auch lustig, etwa die Rede einer bernhardschen Figur, kaum bei Tisch an der Eiche sitzend, fände sie „einen Nazi in der Suppe, und statt der guten alten Nudelsuppe bekommen wir jeden Tag die Nazisuppe auf den Tisch, lauter Nazis statt Nudeln“ …
In Österreich leben die Menschen im Wald und die Gefahr von explosiven Bäumen in ihren Waldstädten die nirgends auf der Welt so brandgefährlich sind wie in Österreich dämmen sie mit verdünntem Brennstoff ein
Im „Theatermacher“ läßt Thomas Bernhard seine Figur sagen: „Wo ein Wald war, ist eine Schottergrube, wo eine Wiese war, ist ein Zementwerk, wo ein Mensch war, ist ein Nazi.“ Auch in diesem Stück wird Suppe serviert, die Frittatensuppe, in Gaspoltshofen, in Utzbach wie in Butzbach — Frittatensuppe, die „Existenzsuppe“ mit „ihren Riesenfettaugen“ und ihren Frittaten, den falschen Nudeln …
Im „Theatermacher“ wird von einem Feuerwehrhauptmann gesprochen, der selbst nicht auftreten darf, dem Herrn über das Notlicht. Die Tochter des Feuerwehrhauptmannes, die nun in rechter Not als bernhardsche Figur selbst auf die Bühne eilt, hintritt für ihre Welt „in reality …
Austria is a country situated in the heart of Europe where people do not live in the forest but rather with the forest and in a close sustainable relationship with the natural environment Trees cover almost half of our nation’s territory The sustainable management and protection of our forests makes us world-famous among experts People love travelling to Austria but not only for its slopes or for visiting the birthplace of Mozart We are proud that people visit Austria because we offer our guests intact natural landscapes forests, hiking trails and fields To clarify No, we don’t have any exploding trees in Austria Even though Austria is densely populated we have found a way to give our trees the space they need as well as a sustainable future while still making use of what they produce And yes when President Trump mentions that our forests have been ‚tidied up‘ he is right In order to create a beautiful safe and biodiverse environment you have to look after it All kinds of pests, especially bark beetles have the capacity to destroy the hard work of generations of foresters and forest farmers while at the same time increasing the risk of wildfires massively“
Wie die Feuerwehrhauptmannstochter recht weiß, daß Borkenkäufer …
Und vor allem ihr Blick auf Österreich wie genau und ….
Wo eine Schottergrube war ist Nachhaltigkeit wo ein Zementwerk war Intakte Naturlandschaften Wälder Wanderwege Felder Wo ein Nazi war ist ein Mensch
Gesinnungsgemäß ist in der Schreibe der gesinnungsgemäß zensurierten Website der für kurz gewesenen Regierungspartei nicht von „Kärnten“ die Rede, sondern allein von „Neuseeland“ …
„Vor den Parlamentswahlen in Neuseeland entbrennt jetzt ein Streit um eine Umbenennung des Landes. Die Maori Party, die Partei der Ureinwohner Neuseelands, wollen den Inselstaat in ‚Aotearoa‘, übersetzt ‚Land der langen, weißen Wolken‘ umbenennen. Bei den Ureinwohnern des Landes ist Aotearoa die traditionelle Bezeichnung für Neuseeland. Damit nicht genug, soll die bisherige neuseeländische Hauptstadt Wellington künftig Te Whanganui-a-Tara heißen. Und die Stadt Christchurch soll in Otautahi umbenannt werden. Gleichzeitig soll auch die Sprache der Maori künftig mit der Amtssprache Englisch vollständig gleichberechtigt und vermehrt eingesetzt werden. Nur drei Prozen verwenden Ureinwohner-Sprache Offiziell ist die ursprüngliche Einwohnersprache Te Reo Maori mit englisch auf dem Papier gleichberechtigt. Es sprechen aber nur drei Prozent der Bewohner Neuseelands diese Sprache. Dies ist für den Spitzenkandidaten der Maori-Partei, Rawiri Waititi, inakzeptabel. Während die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern eine Unterstützung dieser weitreichenden Forderungen der Ureinwohner kurz vor den Parlamentswahlen offen lässt, aber Sympathien dafür äußert, ist ihr Koalitionspartner Winston Peters von der nationalkonservativen Partei New Zealand First strikt gegen die Umbenennung des Inselstaates.“
Ein solches „Aufbegehren“ ist gesinnungsgemäß entschieden zurückzuweisen. Und die „Partei New Zealand First ist, was für eine Erleichterung muß das gesinnungsgemäß für diese Website sein, „strikt gegen“ … Noch dazu „sprechen nur drei Prozent der Bewohner Neuseelands diese Sprache“.
„Nur drei Prozen verwenden Ureinwohner-Sprache“ … Zu dieser Prozentangabe passt recht die Presseaussendung vom 11. September ’20, aus Kärnten:
„Zur Klarstellung für diejenigen, die in Kärnten Unfrieden säen wollen: Es gibt die deutschsprachige Mehrheitsbevölkerung und die slowenischsprachige Minderheit. Aus dieser slowenischsprachigen Minderheit kann man die Volksgruppe der Slowenen in Kärnten ableiten, die ungefähr 2% bis 3% der Gesamtbevölkerung ausmacht (eine Volksgruppenerhebung haben nationalslowenische Agitatoren bis jetzt aus gutem Grunde zu verhindern gewußt). Zu beachten gilt es natürlich, daß zu diesen 3% auch die Windischen gezählt werden, die sich selbst aber immer wieder von den Nationalslowenen distanzieren.“
Was für ein Glück in Kärnten für die „slowenischsprachige Minderheit“ und ihre Rechte, die „ungefähr 2% bis 3% der Gesamtbevölkerung ausmacht“, keine „Ureinwohner“ zu sein … Mit dem Erbe Haiders ein Aufbegehren in Kärnten, das Rad der Gesinnung wieder in Schwung zu bringen, in Kärnten Menschen zu „Ureinwohnern“ zu machen, ohne Rechte? Wie würden wohl die Erblassenden Haiders Kärnten umtaufen wollen: Rheingold Barbarossas Walhalla?
Das Aufgebot der Polizei bei der Demonstration „Moria“ am 12. September 2020, die mit Reden am Hauptbahnhof begann und mit Reden im Resselpark vor der Karlskirche endete, kann nicht besser zusammengefaßt werden, wie es bereits auf der Plattform des Unternehmens Twitter zusammengefaßt wurde:
„Wow, bei der friedlichen #Moria Demo in Wien gingen auf beiden Seiten der Demo alle 2 Meter Riot Cops, Hubschrauber, Polizeiautos usw.“
Bei dem „Kahlenberg-Gedenken“ gab es auch ein Aufgebot der Polizei. Allerdings. Das von der „Tagesstimme“ verbreitete Video zeigt keinen einzigen Polizisten, hingegen eine Söldnertruppe im Dienste dieses Bündnisses, der das Gedenken am Kahlenberg zu verdanken, das Gedenken an die Präsentation einer „starken und stabilen Regierung“ durch Strache und Kurz.
Die Vertreterin soll die Herde ihres Herrn auf seinem eingegrenzten Wüstenstrich, der von ihm Türkysan getauft, hüten. So nennt ihr Herr sie: Herde. Eines Tages, als sie die Herde im Auftrage ihres Herrn wieder und weiter in die Wüste hinein treiben soll, geschieht es, daß die Herde sich von ihr nicht weiter in die Wüste treiben lassen will.
Da befiehlt ihr rasch wie kurz ihr Herr: »Dornbusch muß sprechen!«
Da sie nicht sogleich versteht, flüstert zornig ihr ihr Herr: »Dornbusch gab ich steinerne Tafeln und Gesetze und Gebote, die ich geschrieben habe, die Dornbusch sie lehren soll!«
Da versteht sie und sie wendet sich sogleich an die Herde, die ihr wie ihrem Herrn eine Herde: »Dornbusch darf euch verlesen, das ihm unser Herr gegeben, so werden wir hören, uns Wissen gegeben, was wir zu tun!«
Die Herde aber antwortet mit einer Stimme: »Was Dornbusch gegeben, ist des Dornbuschs allein!«
II
Es hat sich eingebürgert, alte Stoffe zu bearbeiten, mit Gegenwart zu verbrämen. Wie es jetzt bald in Wien, am Burgtheater, mit der Antigone … Bei diesem bildungsbürgerlichen Theater fällt dann der Befund für die Gegenwart nicht positiv aus. Wie es jetzt an der Burg sein wird, mit der aufgepeppten Antigone und den Toten, die an die Tore Wiens angeschwemmt werden im antiken Griechenland. Eine kritisch gestylte Antigone, ganz aus der Sicht des weißen Europas. Wo bleiben die alten Stoffe beispielsweise aus Afrika, die herangezogen werden in Europa, um die Gegenwart zu verhandeln?
Alte Stoffe, mit denen die Gegenwart verhandelt werden will, lassen die Gegenwart in keinem positiven Licht erscheinen. Alte Stoffe, so die Verteidigung der Verwendung alter Stoffe, seien gar so aktuell. Sie sind nicht aktuell, es gab bloß keinen Fortschritt. Oder, das macht es nicht besser, die Aktualität der Menschheit der Gegenwart ist 2.442 Jahre alt …
Es ist inkonsequent. Aber schelten Sie es nicht. Weil mit diesem alten Stoff etwas Positives erzählt werden kann, von einem Fortschritt vielleicht sogar. Die Vertreterin des Herrn will, daß der Diener des Herrn einer unabhängigen Kommission die Erklärung des Herrn verliest, weil dieser, der Herr, wohl meint, diese werde dann tun, was der Herr sagt, darauf hören, ganz, wie es in den alten Stoff eingewebt:
„Und er nahm das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volks. Und sie sprachen: Alles, was der HERR gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören.„
Aber diese alte Geschichte geht in der Gegenwart gänzlich anders aus:
„Als sich alle wieder versammeln, erklärt die Vertretung des Bundeskanzleramts, dass eine Erklärung von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP vorliege. Man würde nun gerne den Kabinettschef von Kurz dazuholen, weil der die Erklärung verlesen möchte. Einer der beiden Kommissionsleiter spricht sich dagegen aus. Lasse man das jetzt zu, würden auch andere Politiker ein Rederecht einfordern. Das sei nicht möglich. Die Kommissionsmitglieder einigen sich darauf, dass man ohne politischen Einfluss arbeiten können muss – ansonsten brauche es die Kommission nicht mehr, wird argumentiert. Das Thema ist damit vom Tisch.“
Wegen dieses gänzlich anderen Ausganges als jener Ausgang der Geschichten im überlieferten alten und sich hartnäckig haltenden Stoff wird der Vorwurf der Inkonsequenz gerne angenommen werden, einmal etwas Positives über die Gegenwart durch Rückgriff auf alte Stoffe erzählen zu können.
„Bereits zum vierten Mal in Folge findet diesen Samstag, also heute am 12. September, am Kahlenberg bei Wien ein feierlicher Fackelmarsch zum Gedenken an den Sieg über die Osmanen im Jahr 1683 statt. Ein Bündnis aus verschiedenen deutschen Staaten, Polen und dem Kirchenstaat konnte damals den Türkensturm aufhalten und somit die Islamisierung Europas verhindern.“
In diesem Jahr ist es nicht der zurzeitige Bundeskanzler mit seinem Sportstadtrat von Ibiza, die auf dem Kahlenberg ihre Regierung präsentieren, sondern „ein Bündnis aus verschiedenen deutschen Staaten“, wie die zensurierte Website der für kurz gewesenen Regierungspartei an diesem 12. September ’20 wirbt, wird einen „Marsch“ auf dem Kahlenberg …
„Zusammenschluss konservativer Gruppen Die Veranstaltung wird von der Kahlenberg-Allianz, einem Bündnis patriotischer bzw. konservativer Gruppen organisiert. Der Allianz gehören der Wiener Akademikerbund, der Verein Okzident, der Verein Pro Vita und die Plattform Gedenken 1683 an.“
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