Austria, halt!

Als Hügel T. von der Einstellung des Verfahrens in Wels erfuhr, habe er nicht gezögert, kann erzählt werden, in der Sekunde darauf einen Antrag auf Prozessverlegung von Christchurch, Neuseeland, nach Wels, Österreich aufzusetzen.

Der „rechtsextreme Australier“, wie er nicht selten in Medien namenlos genannt wird, werde, sobald das Okay für die Verlegung der Verhandlung nach Austria vorliege, auch seine Verteidigungslinie ändern.

Er werde nicht auf seine Handlungen, die er für echt mörderisch hält, eingehen, er werde, davon sei er überzeugt, das auch gar nicht müssen, da er ganz zuversichtlich nicht erwarte, in Austria nach diesen seinen Handlungen befragt zu werden, sondern lediglich zu seinen verwendeten Zeichen, wie „Rune“, „schwarze Sonne“ …

Anders aber als Hügel E. aus Deutschland wolle er die welssche Staatsanwaltschaft aus Respekt vor ihr nicht in die Lage versetzen, ihn „nicht widerlegen“ zu können, er wolle sie überzeugen, daß die von ihm geritzte Rune, die von ihm recht oft verwendete schwarze Sonne auf seiner Einnahme nordischer mit abgemischter griechischer Mythologie basiere, er auf Myth sei …

Er, Hügel T. sei zuversichtlich, er werde welssche Gerichtsbarkeit davon überzeugen können und ebenso eher kurz als lang Wels als „freier Mann“ wieder verlassen können, wie Hügel E. Er wolle dann aber Down over nicht gleich nach Down under verlassen, sondern als „freier Mann“ Städte besuchen, die er bei seinem letzten Aufenthalt in Down over nicht bestaunen konnte, die ihm aber von seiner freiheitlichen Gesinnung her bedeutend scheinen, wie etwa Gröz …

Myth, das habe er persönlich erfahren dürfen, erzeuge außerordentliche Erlebnisse, führe Menschen in Wirklichkeiten von recht besonderer Weise, mit Myth bleibe, davon sei er überzeugt, kein Mensch, was er war, ob mit nordischem, ob mit griechischem … ihm erscheine Wels selbst als ein Mythos, heiliger Ort der Antike nordisch geschaffen. Mystisch nahezu sei es für ihn, daß sein Vorname und der Vorname des von der welsschen Staatsanwaltschaft nicht zu widerlegenden Mannes aus Deutschland von Herkunft und Bedeutung … er könne dies nicht anders deuten als auch eine ihm recht gewogene Vorsehung — letzter Beweis dafür werde ihm aber sein, wenn sein Verfahren in Austria …

Österreich, Halt!

„Die Ermittlungen gegen einen angehenden sächsischen Juristen wegen des Zeigens von Hakenkreuz-Tattoos sind eingestellt worden. Der Vorsatz sei nicht ‚erweislich‘ gewesen, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Wels (Oberösterreich) am Montag mit. „Insbesondere konnte die Verantwortung des Beschuldigten, wonach die Tätowierungen keinen nationalsozialistischen Hintergrund hätten, sondern vielmehr auf nordischer/griechischer Mythologie basieren, nicht widerlegt werden“, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.“

„Keinen nationalsozialistischen Hintergrund.“ „Vielmehr auf nordischer/griechischer Mythologie.“

Wäre ihnen zugesichert worden, in Österreich vor Gericht gestellt zu werden, hätten sich beispielsweise Adolf Hitler und Heinrich Himmler nicht selbst töten müssen, sie hätten das Gericht eher kurz als lang als freie Männer wieder verlassen können. Denn. Es wäre ihnen „kein nationalsozialistischer Hintergrund erweislich“ … es wäre „nicht zu widerlegen“, daß sie lediglich auf „nordischer/griechischer Mythologie“

In Wels in Österreich wären sie davor sicher gewesen, daß sie nach ihren Handlungen gefragt worden wären, ihre unmittelbare Vergangenheit durchleuchtet geworden wäre, ja, und wenn der „Hintergrund“ nicht „erweislich“, „vielmehr“ bloß auf „nordischer/griechischer Mythologie, wer will das verurteilen? Mythologie, das ist doch etwas Schönes, auf etwas zu sein, gar auf solch recht Identitätsstiftendes

Und der Mann aus Deutschland, dem in Wels „kein nationalsozialistischer Hintergrund erweislich“, wäre jetzt wohl gern in Österreich heimisch und hier in Ausbildung zu einem „Rechtsreferendar“, wo eben nicht seine Handlungen, seine unmittelbare Vergangenheit in der Beurteilung kurz gesagt eine Rolle spielen, so ganz im Gegensatz hierzu in Deutschland, wo weiter ermittelt, wo er bereits verurteilt …

„In einem anderen Verfahren war der Mann den Berichten zufolge bereits zu einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten wegen schweren Landfriedensbruchs verurteilt worden. Er soll sich Anfang 2016 bei Angriffen im Leipziger Stadtteil Connewitz beteiligt haben. Knapp 250 vermummte Neonazi und Hooligans waren damals durch Connewitz gezogen und hatten und illegale Sprengkörper in Kneipen und Imbisse geworfen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, der Rechtsreferendar legte Revision ein.“

Ja, Wels … Oh, Wels, das einer Partei in Österreich einen Erlöser schenkt, daß er ihr Zukunft stiftet, was, wie in den Mythen geweissagt, ihr Vergangenheit …

Österreich, Halt!

Facebookerklärung

Auf der Website der türkisgetupften schwarzen Partei selber ist die „Regierungserklärung“ nicht verortet, sondern es gibt lediglich eine Verlinkung zum Unternehmen Facebook, bei dem die „Regierungserklärung“ des Seb. Kurz veröffentlicht ist.

Soher ist es zutreffender von der „Facebookerklärung“ des Seb. Kurz zu sprechen.

Wenn es, aus welchem Grund auch immer, das Unternehmen Facebook sich dazu entschließt, diese Site der ÖVP mit ihrem Seb. Kurz zu schließen, zu löschen, dann gibt es schlicht und kurz nicht mehr …

Was für ein starkes Zeichen der Unabhängigkeit.

Was für ein starkes Zeichen auch gegen „Hetze“ und „Hass“, die Erklärung gerade auf der Plattform zu veröffentlichen, die eben wieder einmal sich besonders hervortut gegen eine österreichische Ministerin …

Der so oft gescholtene Algorithmus bringt auch diesmal deutlicher als jede Erklärung zutage, wer die weltanschaulichen Nachbarn der ÖVP und des Seb. Kurz sind, wenn im konkreten Fall das Unternehmen Facebook als „ähnliche Seiten Strache, Hofer, Haimbuchner, Kickl“ …

In seiner Facebookerklärung spricht Seb. Kurz davon, daß der „unser Nachbar Rußland im Osten“, also Rußland ein „Nachbar“ von Österreich ist. Er wird wohl aus eigener Erfahrung gesprochen haben, als er in ebendieser Facebookerklärung sich dagegen ausspricht, die neun Jahre in der Schule sollen nicht einfach abgesessen werden, sondern Pflicht zum Erwerb von Bildung … Es werden, ist zu hoffen, in seinen neun Jahren in der Schule nicht Landkarten noch verwendet worden sein, die Rußland als tatsächlichen Nachbarn von Österreich …

In seiner Facebookerklärung spricht Seb. Kurz auch wieder einmal davon, Menschen sollen von „ihrer Arbeit“ leben können, sie sollen von „ihrer Arbeit“ leben können durch Senkung „von Steuern“. Sie sollen also nicht von ihrem Lohn für „ihre Arbeit“ leben können, sondern durch das Senken von Steuern.

Oh, wie paradiesisch könnten Menschen von „ihrer Arbeit“ erst leben, wenn gar keine Steuern mehr eingehoben werden würden. Dann müßten Menschen für „ihre Arbeit“ nicht einmal mehr Gehälter und Löhne gezahlt werden, denn ohne Steuern könnten sie wie Kolm in Frankreich leben – von „ihrer Arbeit“ ohne Lohn und Gehalt …

Wie sehr Seb. Kurz seiner geforderten Pflicht zur Bildung persönlich nachgekommen ist, stellt er in dieser seiner Facebookerklärung“ ein weiteres Mal eindrucksvoll unter Beweis, als er davon spricht, der „Großteil der Bevölkerung“ in Österreich würde „im ländlichen Raum“ leben. Hierfür kann er die Statistik als Zeugin aufrufen: nur 58,3 Prozent der Menschen in Österreich leben in Städten, das ist wahrlich nicht der „Großteil“.

Ein Abend für die Wiener Gemütlichkeit

Kurz ist es her, daß André Heller aus Anlaß des Jubiläums 30 Jahre „Heimat Fremde Heimat“ von seiner Begegnung mit einem gemütlichen Wiener im Wiener Prater erzählte …

Wiener: „Guat, daß i Ihnan triff! Ihnan und ihren Freind wollt’i schoan loang ane in die Goschn haun.“

Daran mußte gestern gedacht werden, in der samstäglichen Nacht, tief unter der Erde, als Karlheinz Roschitz begann zu erzählen, von der Vergangenheit in der schön mit Laternen ausgeleuchteten Gasse, gemütlich, launig, und die Gemütlichkeit, die Wiener Gemütlichkeit erreichte ihren Höhepunkt, als Karlheinz Roschitz zwei weitere Gesellschaften, eine davon vor allem im Bereich der Literatur engagiert, in Wien als „zwei Unternehmen“ heruntermachte, und dieses gemütliche Niedermachen bescherte Karlheinz Roschitz und seinem Publikum einen weiteren Höhepunkt, als die Kicherglatze sich zwischen Karlheinz Roschitz und das Mikrophon zwängte, um in das Mikrophon zu glucksen:

„Das aber nicht mitschneiden.“

Das wird im Gedächtnis bleiben, von diesem 11. Jänner 2020 in der mit Laternen schön ausgeleuchteten Kellergasse, einen Abend der und für die Wiener Gemütlichkeit erlebt haben zu dürfen, mit seinen multiplen Gemütlichkeiten.

Vielleicht noch. Während des Vorspiels der fünfundzwanzig Miniaturen stellte sich die Muße ein, die Darbietung des Publikums zu genießen. Der Konzertkeller war äußerst gut besucht. Es fanden nicht einmal mehr alle einen Sitzplatz, nicht wenige mußten während der gesamten Darbietung stehen. Freilich, der Konzertkeller ist nicht sehr groß, hat gerade einmal die Ausmaße von Zimmer-Kuchl-Kabinett, und wenn, so wie in der gestrigen Nacht, von den Tonsetzern und Komponistinnen die Verwandten, die Ehemänner, die Lebensgefährtinnen, die Kinder, die Abschnittspartner, die Enkerln, die Eltern, die Großeltern, die Tanten, die Oheime, die Nichten und die Neffen kommen, dann kann auch in der größten Hütte rasch kein Platz mehr sein, eine Veranstaltung als eine sehr erfolgreich besuchte gefeiert, gesehen werden, wie von den Hausherren …

Es waren Lauschende im Keller, deren Alter zu schätzen, unmöglich war, vielleicht auch deshalb, weil sie ihr Alter, so lange schon sind sie auf der Welt, selber nicht mehr zu sagen wissen. So viele Pelzmäntel waren zu sehen, als wären diese die Uniform der Wiener Gemütlichkeit. Und gekleidet in einer Buntheit, wie wohl Landwirte ihre Vogelscheuchen anziehen, weil sie sich sicher sind, nur derart schrill angezogene Vogelscheuchen halten ganz bestimmt die Vögel von ihren Äckern fern. Für Bäuerinnen hätte der gestrige Abend in dieser Kellergasse durchaus noch eine Lehrstunde gewesen sein können. Eine schrill angezogene Vogelscheuche kann mit einigem Erfolg Vögel von den Feldern fernhalten, aber mit Sicherheit hält eine schrill angezogene Vogelscheuche, die mit ihrem Schmuck zu klimpern vermag, tatsächlich die Vögel fern, das hätten sie gestern lernen können, besonders von der Lauschenden mit ihren vielen klimpernden Armreifen während der Darbietung, obgleich nicht mit Gewißheit gesagt werden kann, ob sie die gesamte Darbietungszeit lauschte oder schlief, aber ihre Armreifen machten Lärm, hingegen kann von ihrem Mann mit seiner bunten Hose, mit seinen langen, langen grauen Haaren, mit seinem pinken Regenschirm, auf den er sich stützte, gesagt werden, er schlief doch immer wieder tatsächlich ein … auch das wohl ein Bild der Wiener Gemütlichkeit, wie sie aneinandergelehnt, Kopf gegen Kopf, Hut gegen Hut, die Armreifenklimpernde und ihr Behuter, der mit seinen grauen langen, langen Haaren, ohne sich noch umkleiden zu müssen, ohne sich schminken zu müssen, sofort, in diesem Keller einen dieser alten Beckettmänner zur Darbietung …

Was für ein nächtliches Schauspiel in der Kulisse des Wiener Herzens, pelzgolden tapeziert …

Es könnte noch so viel erzählt werden. Etwa von der alten Dame mit ihrem Stoffeinkaufswagen, vielleicht gerade von Lidl oder aus einer Apotheke in den Keller geeilt und nun müde eingenickt, vornübergebeugt, ihre Stirn auf dem Stoffeinkaufswagenmetallgriff … oder von der alten Dame im Wetterfleck und schwarzem Stock, die sich in der ersten Reihe einen Sitzplatz erkämpft, sich hinsetzt, ihren trachtigbürgerlichen Filzhut aufbehält, während der gesamten Darbietung — ihr Filzhut könne keine Sichtbehinderung sein, denn, so wird sich die alte Dame, die in der „Jagdgesellschaft“, so wie sie ist, sofort die Ehefrau des Generals geben könnte, sie selber sehe doch ohne Sichteinschränkung auf die Bühne, auf der sie für alle ohne Einschränkung gut …

Was für ein denkwürdiger Abend. An wen den Dank — an die Kicherglatze, nein, nur an Karlheinz Roschitz für seine fulminant gemütliche Darbietung Wiener Herzlichkeit, ihm gebührt die Krone der Wiener Gemütlichkeit, er ist zum Regenten der Wienergemütlichkeit 2020 auszurufen.

So wahr Schöpfer helfen

Kurz ist es her, daß Christoph Schönborn davon sprach, dies „alles seien Geschenke des Schöpfers“ …

Das brachte sogleich ein Grübeln hervor. Mit einem Schöpfer könne etwas ausgeschenkt werden, beispielsweise Gulasch aus einer Kanone. Aber ein Schöpfer muß von einem Menschen geführt werden, so wird es bereits den Kindern im Kindergarten vorgezeigt, damit etwas ausgeschenkt werden kann. Noch nie wurde ein Schöpfer gesehen, der selber Geschenke …, noch wurde je gesehen, daß Menschen sich für Suppengeschenke auf der kalten Gasse dem Suppenschöpfer ihren Dank …

Mit der Angelobung der Bundesregierung in Österreich am letzten Dienstag aber fand das Grübeln erst ein Ende, mit der Fürbitte von Kurz, Köstinger und Tanner, „Gott“ möge ihnen helfen. Mit einem Male war alles verständlich, alles aufgeklärt. „Gott“, so klärte es sich einfach wie kurz auf, ist die Kurzbezeichnung von Gott GmbH. & Co. KG, die den Schöpfer, von dem Schönborn sprach, herstellt, zum Ausschenken von Suppen, Gulasch, kurzum ein Besteck, um Geschenke aller Flüssigkeitsart zu verteilen …

Die von drei Personen geführte Firma stellt aber nicht nur den schönbornschen Schöpfer her, sondern überhaupt Schöpfer aller Art — soher wird auch die Bitte um wahre Hilfe verständlich … Tanner etwa wird für sich im Stillen dabei vielleicht an einen idealen Schöpfer für Gulaschkanonen gedacht haben, Kurz an einen idealen Schöpfer für geistige Nahrung, und Köstinger, Köstinger möglicherweise an einen idealen Schöpfer für nachhaltiges Ausschenken von Gülle …

Michael Schnedlitz löse Walter Rosenkranz als Volksanwalt ab

Michael Schnedlitz löse ab sofort Dr. Walter Rosenkranz, der erst vor kurzem zum Volksanwalt nicht nur allein von der FPÖ gewählt worden sei, als Volksanwalt ab, weil Rosenkranz …

In einer ersten Stellungnahme gab Michael Schnedlitz seiner Hoffnung Ausdruck, es werde jetzt rasch Ruhe wieder einkehren, die Aufregung rasch verebben, die die Bestellung zum Generalsekretär der freiheitlichen Partei verursachte, da die Funktion des Generalsekretärs nun doch nicht übernommen werde. Er, Schnedlitz, selbst teile die Kritik daran ohne Abstriche, sehe die Unvereinbarkeit von dieser Gesinnung mit einem Parteiamt gegeben …

Er, Schnedlitz, habe schließlich seinen Obmannkameraden, der den Führungsstock fest in der Hand hält, von der Unvereinbarkeit dieser Gesinnung mit einem derart für die gesamte Republik Österreich wichtigem Amt eines Generalsekretärs überzeugen können

„[S]o Hofer. 2016, als die Aussagen […] Die Bewegung der Identitären habe sich anders entwickelt […] verteidigte der FPÖ-Obmann die Entscheidung[.]“

Er teile aber mit seinem Oberkameraden, der das Stockzepter fest in der Hand hält, die Ansicht, die Identitärinnen hätten sich „anders“, oh, und wie „anders entwickelt“, seit ihrem ersten Hintreten in die ÖffentlichkeitSo „anders“ sich die Identitärinnen seit damals „entwickelt“ haben, so gleich weiter habe sich ihre mit festem Stock geführte Partei …

Abschließend kurz verleiht er, Schnedlitz, seiner Freude Ausdruck, nun in diesem, wenn auch für die gesamte Republik Österreich nicht sehr wesentlichen Amt als „Speerspitze“ … Und im Übereinkommen mit seinem Obmannkameraden werde seine erste Amtshandlung sein, die Umbenennung der Volksanwaltschaft in Pegidaschaft und die Schaffung eines entsprechenden Logos, dessen Hintergrund eine Rune … Dies sei seines Obmannkameraden ausdrücklicher Wunsch, der die Anliegen der Pegidinnen als recht berechtigte …

Wie taub?

Diese Frage stellt sich, nachdem er im Morgenjournal nicht gehört hat, daß Katja Arthofer von einem „medienrechtlichen Fall“ gesprochen hat, er aber von „strafrechtlich“ …

Hätte er das gehört und also einfach wie kurz nachgesprochen, wäre es ihm erspart geblieben, noch am Vormittag desselben Tages mitteilen zu müssen, dies sei ein Fehler gewesen, also Alma Zadic zu unterstellen, „strafrechtlich verurteilt“ worden zu sein, ach, und wie menschlich dabei seine Entschuldigung, ein Fehler könne doch …

Nicht zu fragen, sondern festzuhalten ist aufgrund seiner Ausführung: ein Bundeskanzler ist dafür, daß strafrechtlich Verurteilte in Österreich Regierungsmitglieder sein können, strafrechtlich Verurteilte also „Verantwortung für Österreich“

Nachhaltige Prägung durch ein Milieu, noch gelehriger Student oder gar bereits mit Abschluß eines Umfelds, auf dem er doch eine Zeit zu lange flatterte?

Das Beste aus

Seit dem einen Morgenjournal mit Sebastian Kurz, als sich plötzlich bei dem Gehörten die Frage stellte, in welcher Umgebung wohl diese morgendlichen Gespräche geführt werden und das Strandbad in Klagenfurt unweigerlich sich als Bildantwort einstellte, ist bei jedem Morgenjournal mit Sebastian Kurz, aber auch mit Karoline Edtstadler, auch mit Elisabeth Köstlinger, auch mit Norbert Hofer augenblicklich und unweigerlich das Strandbad in Klagenfurt zu sehen, wie sie oder er im Strandbad in Klagenfurt sitzen, und reden, so reden, wie eben die Berühmten von Fian im Strandbad in Klagenfurt …

Die zweite Jänner-Woche in diesem Jahr 20 ist wieder einmal eine Strandbad-in-Klagenfurt-Woche. Das Beste aus zwei Wochen des neuen Jahres. Das Beste aus Radio und Strandbad.

Am Dienstag Kurz, am Donnerstag Edtstadler zur morgendlichen Rederei im Strandbad in Klagenfurt.

Am Donnerstag also Edtstadler, befragt zum Punkt, der nicht im Regierungsprogramm enthalten ist, die Höhe des österreichischen Beitrages zum Budget der Europäischen Union:

Webhofer: Zu einem ganz wichtigen Punkt fehlt jedes Wort, nämlich zum mehrjährigen Finanzrahmen, dem Budget.

Edtstadler: Österreich hat hier eine ganz klare Position.

Webhofer: Aber sind diese ein Prozent jetzt ÖVP-Position oder nur ÖVP-Position oder gemeinsame Position?

Edtstadler: Das ist eine Position Österreichs, die wir immer vertreten haben.

Webhofer: Ganz kenne ich mich immer noch nicht aus, die Grünen tragen das mit?

Edtstadler: Das ist eine Position Österreichs, und die werden wir auch so vertreten. Im europäischen Rat hat letztlich auch der Regierungschef Sebastian Kurz das letzte Wort.

Wann und wo und vor allem wie hat Karoline Edtstadler mit Österreich über seine Position geredet? Auch im Strandbad in Klagenfurt? Ist der Wörthersee der Mund Österreichs, mit dem Österreich seine Position artikuliert? Oder die Petzen der Mund, der Österreichs …

Am Dienstag also Sebastian Kurz.

Arthofer: Im Regierungsprogramm stehen viele teure Maßnahmen. Die Gegenfinanzierung dazu fehlt aber, kritisieren die führenden heimischen Wirtschaftsforscher. Haben sie recht?

Kurz: Ich glaube, die führenden heimischen Wirtschaftsforscher, bei allem Respekt, waren im Verhandlungsprozeß nicht eingebunden, zumindest habe ich sie während den Verhandlungen nicht gesehen.

Das könnte durchaus als Qualität gewertet werden, der eigene Papagei zu sein, und mit dieser Rederei plappert Sebastian Kurz sich selber nach, ist also sein eigener Papagei. Diese Plapperei, daß wer nicht dabei war, das hat er von sich selber schon gehört …

Wer wünschte nicht, die einen eigenen Papagei haben, dieser würde Kluges nachsprechen. Aber dafür muß, ist diesen zu sagen, auch im Umfeld des Papageis Kluges …

Es scheint, Sebastian Kurz hat doch einmal etwas Kluges gehört, das er aufnahm und nachsprach, als er von dem „Besten aus zwei Welten“ in bezug auf das Übereinkommen zwischen der türkisgetupfen schwarzen Partei und der grünen Partei … Leibniz meinte es wohl nicht in dem Sinn, wie es nun abgeändert nachgesprochen wurde. Und Leibniz, ein Geisteskontinent hingegen, erntete dafür schon allerlei Spott …

Arthofer: Zu Alma Zadic. Da appellieren die Freiheitlichen an den Bundespräsidenten, diese nicht als Justizministerin anzugeloben, weil Zadic in einem medienrechtlichen Fall erstinstanzlich verurteilt worden ist. Wie finden Sie das vorgehen der FPÖ, Ihres ehemaligen Koalitionspartners?

Kurz: Es stimmt, daß Alma Zadic in erster Instanz strafrechtlich wegen übler Nachrede verurteilt wurde. Das ist ein Faktum. Ich glaube aber, daß sie trotzdem ein Recht darauf haben sollte, weiter beruflich und auch politisch tätig zu sein.

Von Papageien wird gewußt, sie können nicht alles nachsprechen, sie verstehen nicht alles. Und weil sie nicht alles verstehen, kommt dann ab und an etwas ganz anderes heraus. Aber weil sie derart froh und glücklich darüber sind, überhaupt etwas zum Nachplappern verstehen zu können, ist ihnen das von ihnen auch gänzlich falsch Nachgeplapperte gleich „Faktum“ …

Katja Arthofer sagt: „medienrechtlich“. Und Sebastian Kurz versteht und plappert: „strafrechtlich“ …

Es werden wohl noch viele Morgenjournale kommen, zu denen sich augenblicklich und unweigerlich das Strandbad in Klagenfurt, jetzt aber mit einem Papagei auf einem Badehüttendach …

Aus: „Verantwortung für Österreich“.

Während es die zwei Parteien mühelos schaffen, „Antisemitismus“, „Antizionismus“, „Shoah“ mehrfach in ihr nun vorgelegtes Regierungsübereinkommen zu schreiben, fehlen auch in diesem Regierungsprogramm die Begriffe „Antiziganismus“, „Antiromaismus“, „Porajmos“ …

Sie, die zwei Parteien, nehmen und sprechen die Wahrheit: „Verantwortung für Österreich“. Auch gegenüber Menschen, die in diesem Land leben?

Gegen die Menschen, die unter diesen Begriffen litten, ermordet wurden, aber übernehmen sie keine „Verantwortung“.

Für die Menschen, die in Europa und somit auch in Österreich nach wie vor leiden, einer nach wie vor gegen sie gerichteten Haltung aussgesetzt sind, finden sie nicht einen Buchstaben, den sie in ihr Regierungsprogramm, das ein Parteienübeeinkommen ist, zu schreiben gewillt sind.

Für Menschen, die nicht nur unter diesem Ungeist zu leiden haben, sondern auch nach wie vor ermordet werden, auch in Österreich, um an die Morde im tiefsten Burgenland zu erinnern, und das nur, weil sie aus diesem Ungeist heraus Menschen sind, die auch weiter ermordet werden dürfen, bewegen die zwei Parteien keinen Finger, erscheint ihnen bereits das Tippen eines Beistrichs für sie in ihr Übereinkommen zu viel der Mühe.

Es hätte erwartet werden können, daß unter der Mitarbeit der Grünen diese Begriffe „Antiziganismus“, „Antiromaismus“, „Porajmos“ endlich in ein österreichisches Regierungsprogramm aufgenommen werden, nicht besonders herausgestellt, aber endlich auf einer Ebene mit „Antisemitismus“, „Shoah“, „Antizionismus“ gleichgestellt genannt.

Sie, die zwei Parteien, werden vielleicht sagen, es werde ja ohnehin von „Rassismus“ gesprochen, in diesem ihrem Regierungsübereinkommen. Ja, das ist wahr. Es hätte dann aber auch nicht gesondert von „Antisemitismus“, „Antizionismus“ geschrieben werden müssen, wenn ohnehin von „Rassismus“ …

Aber so wie „Antisemitismus“, „Antizionismus“ nicht im allgemeinen Begriff „Rassismus“ mitgemeint werden kann, darf auch „Antiziganismus“, „Antiromaismus“ nicht im allgemeinen Begriff „Rassismus“ mitgemeint sein, besonders nicht in diesem Land, besonders nicht in Österreich, also im Portschyland.

Es hätte erwartet werden können, nicht von der türkisgetupften schwarzen Partei, aber von der grünen Partei, daß in einem Regierungsprogramm endlich auch in dieser Hinsicht die Verantwortung, auch die historische Verantwortung zum Ausdruck kommt, und nicht nur die „Verantwortung für Österreich“, wie sie seit jeher in Österreich traditionell verstanden wird, alles von sich zu weisen, zuzudecken, was nur zugedeckt werden kann, wegzuschieben, was nur weggeschoben werden kann.

Von der türkisgetupften schwarzen Partei war und ist das nicht zu erwarten, aus mehrfachen Gründen, nicht nur weil für sie die identitäre Parlamentspartei nach wie vor eine Koalitionsoption ist, sondern auch ihr Obmann, kurz ist es her, sich als Beispringer für den Roma-Frage-Innenminister

Von der grünen Partei aber hätte das durchaus erwartet werden dürfen, aus dieser traditionellen „Verantwortung für Österreich“ auszusteigen, aus diesem sonderlichen Gebilde des Verständnisses von Staatsräson herauszutreten, und für eine tatsächliche Verantwortung im Sinne der Geschichte und Gegenwart gegenüber allen Menschen, die in diesem Land leben, einzutreten …

Kurz zusammengefaßt kann gesagt werden. Die Menschen, die auch in diesem Regierungsprogramm nicht vorkommen, bleiben „aus Verantwortung für Österreich“ weiterhin, nun auch unter grüner Beteiligung, „Zigeuner“

Vielleicht wurde beim Schreiben des Regierungsprogramms angenommen, diesen wird ohnehin so viel öffentliche und auch legistische Aufmerksamkeit geschenkt …

Vielleicht ist aber das, was der schwarze Obmann einst sagte, bereits Teil des nunmehrigen Regierungsübereinkommens, das er mit sich ausverhandelte, daher eine nun nicht mehr aufzunehmende Passage in das Übereinkommen, mit der er klar zum Ausdruck brachte, die „Sicherheit von …“ ist ein „nationales Interesse“ Österreichs …

PS Dem Wunsch nach einem Denkmal des Beispringers trägt die grüne Partei Rechnung, und so ist in diesem Regierungsprogramm auch die Errichtung eines Denkmals mit den Namen der NS-Opfer festgeschrieben.

Ein Denkmal mit allen Namen allerdings der Opfer der Shoah, aber kein Denkmal für die Porajmos-Opfer ist im Regierungsprogramm festgeschrieben, nicht einmal ein ganz kleines mit wenigstens einem Namen stellvertretend für alle Porajmos-Opfer …

Sie, die zwei Parteien, werden vielleicht sagen, es gibt für sie ohnehin diesen Ort im tiefsten Burgenland, in den sich kein Mensch nicht einmal dann verirrt, wenn er sich verirrt, und dort steht ohnehin ein ihr Name für alle stellvertretend …

Ja, das Gedenken wird in Österreich hochgehalten, Jahr für Jahr …

Und haben die „Zigeuner“ nicht den internationalsten Platz in der Hauptstadt von „Verantwortung für Österreich“ zum Gedenken, zu dem jährlich die Spitzen des Staates eilen, zu bekunden die historische Verantwortung, ihnen ihren Beistand zu bekräftigen?

PPS Sonderlich an diesem Regierungsübereinkommen, an dem die grüne Partei beteiligt ist, ist die Verwendung von „Zionismus“ im gleichwertigen Sinn von „Antisemitismus“, also das im Übereinkommen festgeschriebene Bekenntnis zum Auftreten gegen „Antisemitismus“ und „Antizionismus“. Es gab und gibt beim „Zionismus“ breit unterstützte ideologische Richtungen von keiner geringen Bedeutung, den eine grüne Partei, den die österreichische grüne Partei, wie sie gekannt wird, nicht ernsthaft beschützen kann wollen, steht dieser doch, war bisher anzunehmen, im völligen weltanschaulichen Kontrast zu einer grünen Partei.

Talib of the Reich IS

Nothing more can be said about this man with his threats and deals for destroying cultural properties. Just that. In the end, he comes out as what he really is. From the beginning. He is not the President of the United States of America. He is the Talib of his own Reich IS. If you want to know where his Reich IS is. To find it is more than easy. His Reich IS bordered between his ears and totally covered by his straw.