„Der erste Marsch der Patrioten fand […] Nationalfeiertag […] Organisiert wurde die Demo vom Verein OKZIDENT mit Hilfe der Freien Heimatlichen Bewegung. Hunderte Leute, vielleicht sogar 1000 Personen, befanden sich am Michaelerplatz in Wien und lauschten den Reden. Ab jetzt wird es jedes Jahr so eine Demonstration geben […]“
Wäre da nicht in diesem Jahr der Bericht einer Umsonst …
„In der näheren Umgebung fand auch ein ‚Marsch der Patrioten‘ statt. Rund 50 Anhänger folgten dem Aufruf des Identitären-Chefs Martin Sellner, um am Michaelerplatz im Zuge des Nationalfeiertages einige Österreich-Fahnen zu schwenken. Journalisten wurde dabei mit aufgespannten Regenschirmen die Sicht genommen und das Fotografieren verhindert.“
Wichtig ist also, daran zu erinnern, wer tatsächlich seit drei Jahren zu diesem „Marsch“ aufruft, wer tatsächlich seit drei Jahren diesen „Marsch“ organisiert, das sind eben die, die auch seit drei Jahren auf diesem Platz jedes Jahr zwischen Dollfuß und dem entsorgten Hitler reden: Christian Zeitz vom Wiener Akademierbund, Georg Zakrajasek der Waffenparagraphenschreiber der Ibiza-Regierung und Nagel, der, nun ja, Nagel …
Ein sehr simples Yoga. Das einfachste Yoga, reduziert auf je eine Mudra.
Sie wollen sich jedoch vervollkommnen. So der Plan. Grey wolves und proud boys werden untereinander die Mudras tauschen, einander zuschauen und voneinander abschauen, so daß proud boys mit Karana-Mudra und Chin-Mudra dann ihre Übungen abwechslungsreicher, grey wolves mit Chin-Mudra und Karana-Mudra ihre Übungen dann reichhaltiger — ihre Finger sind recht willig …
In einer gemeinsamen Veranstaltung wollen sie, proud boys and grey wolves, dann ihre Yoga-Fortschritte vorführen, zwei Mudras hintereinander praktizieren zu können. Wann das sein wird? Das kann sehr lange dauern. Vielleicht kommt es nie zu dieser Veranstaltung. Denn. Sie, grey wolves and proud boys, zweifeln recht an ihren Befähigungen, zwei Gesten sich zu merken, und diese dann gar noch hintereinander abwechselnd vorzuführen …
Sie, proud wolves and grey boys, werden jetzt auch oft gemeinsam im Zirkus gesehen, recht ordentlich staunend und sich gar recht wundernd, wie das Pferd das nur mit dem Rechnen schafft.
Wer erinnert sich noch an die Aufregungen um die gespreizten drei Finger von dem für kurz gewesenen Vizekanzler in Österreich?
Wohl kaum noch wer.
Wie war damals die Aufregung groß.
„Bundeskanzler Gusenbauer liegt hier falsch, wenn er nur von einer Jugendtorheit spricht“, so Van der Bellen am Samstag in der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast“. Die SPÖ wolle offensichtlich die Tür zur Strache-FPÖ nicht zuschlagen und sich diese Option offen lassen – „
Was für eine unnütze Aufregung also um ein Handzeichen. Eine Aufregung, die selbst nicht mehr war als ein Handzeichen, schnell gemacht, schnell vergessen, und vor allem ohne Verpflichtung zum konsequenten Handeln, wie es eigentlich die Aufregung hätte erwarten lassen.
Dieses Handzeichen ist nun kein Thema mehr. Verursacht keine Aufregung mehr. So geschichtlich bewandert wie die Mannen und Frauen der identitären Parlamentspartei sind, hat die Erklärung des für kurz gewesenen Vizekanzlers, vielleicht habe er mit seinen gespreizten drei Fingern Bier bestellen wollen, doch verwundert, er hätte auch sagen können, er wollte nur einen fernen Gruß an den Papst in Rimini schicken, wo seit vierhundert Jahren eine Statue eines Papstes steht, der mit drei Fingern …
Nun ist ein anderes Handzeichen in den Mittelpunkt gerückt, zur Aufregung geworden. Rund zwölf Jahre nach der Aufregung um die gespreizten drei Finger. Weltweit. Auch durch den Mörder, den vor seinen Morden seine Bildungsreise auch in den kärntnerischen Wappensaal führte, in Neuseeland, der dieses Handzeichen auch noch in Handschellen zeigte.
Es ist das Handzeichen, mit dem ausgedrückt wird, daß alles in Ordnung ist, alles gut ist, es ist das Handzeichen, das auch aus der Yoga-Praxis bekannt ist, die Jnana- und Chin-Mudra. Es soll bedeuten, die Übenden soll diese Mudra innerlich friedlicher und harmonischer werden lassen und soll durch regelmäßige Meditation die intuitive Weisheit stärken.
Es wäre nicht wert, sich mit diesen gestohlenen und mißbrauchten Gesten zu beschäftigen, die Aufregungen verursachen, aber eben nur Aufregungen, die nichts ändern, wie schon das Beispiel mit den gespreizten drei Fingern es vorzeigte. Und auch die Aufregungen und Empörungen um diese gestohlene und mißbrauchte Mudra werden nichts ändern, zu nichts führen, außer zu nächsten Aufregungen und Empörungen, wenn dieses Handzeichen abgelöst werden wird durch ein nächstes gestohlenes und mißbrauchtes Zeichen. Das wird vielleicht schon bald sein, in etwas mehr als einer Woche, wenn Donald Trump nicht mehr zum Präsidenten gewählt sein wird, die Mudra seiner proud boys zum Zeichen der Niederlage geworden ist, und sie sich um ein anderes Zeichen auf Diebstour begeben müssen, um vor sich selbst nicht eingestehen zu müssen, verloren zu haben.
Über die Aufregungen und Empörungen über die gestohlenen und mißbrauchten Zeichen zu sprechen ist aber notwendig, aus einem einzigen Grund, weil die Aufregungen und Empörungen mit verheerenden Folgen einhergehen, nicht für trumps proud boys etwa, sondern für jene, die so ein Zeichen nach wie vor verwenden, nicht aber weil sie white power anhängen, sondern das Zeichen in seinen ursprünglichen Bedeutungen verwenden. Sie sind Verdächtigungen ausgesetzt. Die Menschen, die sich über derartige Zeichen aufregen und empören, gehen, um bei den trumps proud boys exemplarisch zu bleiben, ihnen, den proud boys, in die Falle, und verdächtigen wie sie alle. So war vor einigen Tagen, um es an einem konkreten Beispiel festzumachen, in Wien vor einer Schule eine laut schimpfende Passantin zu hören, die diese Schule in der Ungargasse bezichtigt, eine Nazischule, ein Hort des Faschismus … Und warum? Einzig deshalb, weil die Passantin auf die Werbetafel der Schule starrt, auf der eine junge Frau zu sehen ist, mit diesem Handzeichen, das in diesem Zusammenhang wohl dafür werben soll, daß es eine tolle Schule ist, eine Schule, die Okay ist, eine Schule, die super ist.
Es soll und darf nicht sein, daß Zeichendiebstahl und Zeichenmißbrauch noch dadurch belohnt wird, daß gestohlene und mißbrauchte Zeichen, daß gestohlene und mißbrauchte Gesten nicht mehr in ihren ursprünglichen Bedeutungen verwendet werden, und das nur wegen diesen Instinktgelenkten. Nur wegen diesen Instinktgeführten soll und darf es nicht sein, daß alle, die die gestohlenen und mißbrauchten Zeichen und Gesten in ihren ursprünglichen Bedeutungen verwenden, verdächtigt werden, zu den Instinktgelenkten zu gehören und deren Gesinnung zu teilen.
Glatzen sind durchaus dabei, jedoch Skinheads im slimen Anzug wie …
Aber wer hat trumps proud boys gegründet?
Es war Gavin McInnes. Ein Hipster.
„Gavin McInnes said his Proud Boys were built for violence. Now Trump Is sending them signals. The son of Scottish parents who immigrated to Canada when he was a child, McInnes attended Carleton University, helped start Vice magazine, parted company as his political views veered way right, and went on to found the hate-spewing Proud Boys in 2016.
Die Proud Boys sind eine noch sehr junge Gruppierung. Sie wurden 2016 vom in England geborenen Kanadier(!) Gavin McInnes gegründet. McInnes war 1994 ebenfalls einer von drei Mitbegründern des ‚Vice Magazines‘ und galt in dieser Zeit als Vorzeigehipster in New York. 2008 wurde er aufgrund kontroverser Bemerkungen aus dem Magazin gedrängt. Danach fiel er immer wieder mit radikalen und diskriminierenden Ansichten auf. Vor allem der Feminismus hatte es ihm angetan. 2017 sagte er in der nach ihm benannten Show: ‚Der Grund, weshalb ich ein Sexist bin, ist, weil Frauen dumm sind. …‘ Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Land of the Free, wendet sich in der wichtigsten politischen Debatte des Jahres direkt an eine rechtsextreme Organisation und bittet sie, Abstand zu nehmen – aber auch, sich bereitzuhalten. Denn irgend jemand müsse ja etwas gegen die Antifa und die Linke unternehmen. Seine konkreten Worte waren:
‚Proud Boys, stand back and stand by, but I’ll tell you what, I’ll tell you what, somebody’s got to do something about Antifa and the left, because this is not a right-wing problem.‘
Donald Trump in der ersten Debatte zu den Präsidentschaftswahlen 2020 auf die Frage, ob er sich hier und jetzt klar von rechtsextremen Gruppen distanziere.
Es war ein hartes Jahr für den Schriftsteller, doch immerhin hat er noch seine Millionen, um den Schmerz zu lindern. Der 50-jährige Vice-Gründer Gavin McInnes (Hipster-Urvater) ist auf dem ersten Platz der „People With Money“-Liste über die 10 bestbezahltesten Schriftsteller 2020 mit einem geschätzten Verdienst von 46 Millionen Dollar, die er aus verschiedenen Quellen einnahm.“
Das mit dem „ersten Platz der ‚People With Money‘-Liste ist eine zitierte Satire, die diesem Mann eine Aufmerksamkeit kostenlos schenkt, die ihn wohl freuen wird, den „Hipster-Urvater“. Eines scheint dennoch gewiss zu sein, daß er ein proud million dollar boy …
Wer führt sie jetzt an?
Enrique Tarrio, „President, Proud Boys. The darling of the Republican Party in Florida“. Auch keiner, der im Gemeindebau …
„Henry ‚Enrique‘ Tarrio is an activist, businessman and organizer for public political events. He owns several small businesses in the security and surveillance industry. Tarrio is known for his role as one of the leaders of the groups Proud Boys and Latinos for Trump: He was born in 1984 in Miami, Florida, United States to Cuban-American parents. From February 2003 to January 2006, he worked for NEXTEL as a district manager. In January 2006, he became the chief executive officer of Spie Surveillance and Automation Technologies. He has been involved in political activism since 2005. He attended the Unite the Right rally in Charlottesville, Virginia, USA from August 11-12, 2017. From 2007 to 2009, he studied accounting finance at Miami Dade College in Miami. He also attended the University of Miami in Coral Gables, Florida, where he studied business administration, management and operations. In August 2018, he was one of the Proud Boys members who were suspended from Twitter for violating the microblogging site’s policies on violent extremist groups. He created a new account under the new name @HonoredChair. Twitter suspended his account on March 12, 2019. On November 21, 2018, he became the chairman of Proud Boys. He replaced Gavin McInnes, who founded the group in 2016. In 2019, he announced he his intention to run for election to the U.S. house of representatives to represent Florida’s 27th Congressional District.“
Deshalb ist es durchaus angebracht, mehr, notwendig, den oben angesprochenen Fotos Bilder entgegenzusetzen, die …
In den letzten Tagen wurden in Österreich zwei Dokumentationen im österreichischen Rundfunk gezeigt. „Fake America Great Again – Wie Facebook und Co. die Demokratie gefährden“ war die eine, die andere: „I love Trump: Warum Amerikaner ihren Präsidenten lieben“.
„Fake America Great Again“ berichtet über die Verflechtungen von Mercer, Bannon, Trump, Breitbart, Facebook und Cambridge Analytica. Das muß nicht besonders ausgeführt werden. Es ist alles bitter bekannt, es ist alles abrufbar, alles nachlesbar. Nur kurz gesagt: es kann ein jeder Mensch verstanden werden, der in eine andere Stadt zieht, um nicht mehr diese Männer und diese Firmen in seiner Nachbarschaft zu haben. Oder gleich in ein anderes Land, um ganz sicher zu gehen vor solch …
„I love Trump“ interviewt einen Anhänger von Donald Trump: „Wir haben für ihn gestimmt, weil er unser Erlöser ist.“ Sein Namen wird nicht genannt, aber es sollte kein Mensch namenlos sein, deshalb soll er hier den Namen Hillbang bekommen. Der Kommentar diesem Anhänger mit seiner seine Ausführungen schließenden Armhebung als Ausrufezeichen: „Ein Präsident als Erlöser gegen den Rest der Welt. Dann noch eine eindeutige Geste: ein Hitlergruß.“ Das ist die Geste, von der in Österreich manche, die auch Bücher schreiben, meinen fragen zu müssen, ob diese im Alltag überhaupt zu vermeiden sei …
„Der heutige Vandalenakt in #Klagenfurt ist scharf zu verurteilen. #Kärnten ist in den letzten Jahren einen Weg der Versöhnung gegangen. Die Kärntnerinnen und Kärntner haben gemeinsam viel erreicht. Diesen Weg des Gemeinsamen sollten sie unbeirrt weitergehen. (vdb)“
Eine freilich harmlos zu nennende Tat der Rechtsextremen. Und „Kunstintervention“ ein zu großes Wort für das Einmischen, um die Debatte um dieses Denkmal, das endlich einem Mahnmal zu weichen hat, in Gang zu bringen.
Die „Zerstörung“ durch Rechtsextreme in der Gegenwart läßt aber den Geist in Erinnerung rufen, der gesinnungsgemäß einer des Zerstörens und Mordens ist.
Hierfür soll stellvertretend ein Mann aus dem Denkmalkomitee genannt sein. Dr. Anton Rintelen.
Dr. Anton Rintelen sollte nicht vergessen werden, um sich stets vor Augen zu halten, wohin das führt, was harmlos beginnt. Ein Denkmal errichten, ein paar Buchstaben abschlagen — noch begnügen sich Rechtsextreme mit Harmlosem.
Nicht nur bei Hanslick, auch bei den meisten seiner kritischen Zeitgenossen wurde der Antisemitismus verharmlost. Hermann Bahr, der Papst der Wiener Moderne, sah den Antisemitismus etwa als Modeerscheinung, die Langeweile zu übertönen: „Die Reichen halten sich an Morphium und Haschisch. Wer es sich nicht leisten kann, wird Antisemit. Der Antisemitismus ist der Morphinismus der kleinen Leute.“
„Für die Schattenseiten seiner Schützlinge ist Liszt nicht blind, er kennt ihre Faulheit und Verschmitztheit, und versichert wörtlich, ‚daß sie allein die Juden im Betrügen überträfen‘.“
„Wenn Borrow nicht Nachahmer findet, werden die Zigeuner in alle Zukunft bleiben, was sie sind. ‚Solange es Gesetze für Zigeuner gibt,‘ sagt der Verfasser, ’solange werden die Zigeuner außerhalb jedes Gesetzes bleiben‘.“
„Es ist eine feine Bemerkung, daß solchen Naturmenschen die Genüsse jeder Kunst unverständlich bleiben müssen, die Musik ausgenommen, welche durch die sinnliche Empfindung unmittelbar (ohne Vermittlung des Denkens) das Gefühl ergreift.“
Immer noch geht es hoch um dieses K. L.-Denkmal. Es werden Artikel um Artikel geschrieben. Für-und-Wider-Artikel. Für das Stehenlassen. Wider das Abreißen. Für das Umgestalten. Gegen das Umgestalten. Und alle Artikel eint die Konzentrierung auf den Antisemitismus des K. L. Genauso, als wäre der Antisemitismus des K. L. tatsächlich das Wesentliche. Die Debatte um das Denkmal ist aber tatsächlich eine Parade der kollektiven Verdrängung in Österreich.
Das Wesentliche ist aber die kollektive Verdrängung. Es tut not, das Verdrängte einmal so einfach wie kurz zusammenzufassen.
„Die Begriffe des Empfangs, der Schwelle, des Übergangs sind sicherlich unzureichend, wenn es darum geht, einen Internationalismus zu begründen, der aus dem Inneren eines Landes die schändliche Vorherrschaft des Nationalismus transzendiert. Die Identität des anderen, so wie Derrida sie denkt, setzt diesem Begriff keine Grenze. Egal ob […] Mensch […], die bloße Andersheit macht das Gesetz des Empfangs zur Pflicht. Doch das ist eine sehr gefährliche Sichtweise. Wie soll man diesen absoluten Imperativ hinnehmen, wenn der Andere ein Konquistador ist, ein bewaffneter Kolonist, der plündern will, oder ein Zionist, der palästinensisches Land an sich reißt?“
Armin Wolf schien gut vorbereitet zu sein. Und dennoch ungenau in seinen Vorhaltungen. Ein altes Leiden des Journalismus in diesem Land. Entweder unvorbereitet oder schlecht vorbereitet oder zumindest zu wenig genau. Wodurch den Befragten es leicht gemacht wird, sich herausreden zu können, schlimmer noch, sie sogar die sie Befragenden korrigieren zu können, vor laufender Kamera. Es ist ein altes Leiden, seit Jahrzehnten bereits, es hat wohl nicht mit Jörg Haider erst angefangen, aber gerade bei ihm war es immer wieder auffällig, wie leicht es ihm gemacht wurde, sich herauszureden. Und so können sich bis heute herauf weiter so viele, kurz gesagt, so leicht entwinden.
Armin Wolf schien sich gut vorbereitet zu haben. Aber doch nicht genau genug. Als er dem Präsidenten des thinkenden Tanks die ÖVP-Nähe seines präsidierten Alois-Mock-Instituts vorhielt, ihm vorhielt, wer aus der ÖVP im Vorstand des Alois-Mock-Instituts sitzt, machte Armin Wolf es Wolfgang Sobotka sehr leicht, ihn zu berichtigen. Wie aus der wörtlichen Wiedergabe zu entnehmen ist:
Armin Wolf: Die Frage ist, warum das Novomatic macht. Und warum Novomatic letztlich in irgendeiner Form Sie mit 100.000 in ein paar Jahren unterstützt. Jetzt haben Sie zigfach gesagt in den letzten Wochen, das Alois-Mock-Institut sei kein parteinaher Verein. Jetzt bei allem Respekt. Ich habe mir heute sehr ausführlich Ihre Homepage angeschaut. Präsident sind Sie, ÖVP. Das ist unbestreitbar. Der Obmann ist ein ehemaliger Landtagskandidat und ein ehemaliger Bürochef von Ihnen. Weiters sitzen im Vorstand die Landesgeschäftsführerin des ÖAAB Niederösterreich, die Finanzreferentin des ÖAAB Niederrösterreich, eine Referentin der ÖVP Niederösterreich, ein ÖVP-Wien-Kandidat, der ehemalige Stadtparteiobmann von Krems und der niederösterreichische Landesamtsdirektor. Und das ist nicht parteinah?
Wolfgang Sobotka: Also der Landesamtsdirektor sitzt nicht drinnen, aber …
Armin Wolf: Auf der Homepage steht er schon, der Herr Obernosterer …
Wolfgang Sobotka: Er ist nicht Landesamtsdirektor, sondern er ist der Direktor des ÖVP-Klubs bzw. — Entschuldigung, der Direktor des Landtagspräsidiums. Landesamtsdirektor ist wer anderer.
Diese Ungenauigkeit von Armin Wolf kann aber diesmal als eine positive verbucht werden. Denn diese gab durch die zweite erkenntnisreiche Fehlleistung von Wolfgang Sobotka in diesem Interview einen tiefen Einblick, als er sagte, Herr Obernosterer sei der „Direktor des ÖVP-Klubs“. Und das wird wohl auch das wahre Verständnis sein, daß Herr Obernosterer der „Direktor des ÖVP-Klubs“ ist, während er formell, wie Wolfgang Sobotka sich dann doch verbesserte, Direktor des Landtagspräsidiums ist. Bei dieser Verbesserung allerdings mußte Wolfgang Sobotka sich allerdings sehr anstrengen, darauf zu kommen, was Herr Obernosterer denn noch sein könnte, unter größter Anstrengung brachte es Wolfgang Sobotka dann doch heraus, daß Herr Obernosterer der …
Wenn bedacht wird, welche Aufgaben das Landtagsdirektion mit seinem Direktor hat, kann ein jeder Mensch sich vorstellen, wie Herr Obernosterer, zu dem Wolfgang Sobotka sofort „Direktor des ÖVP-Klubs“ einfällt, diese Aufgaben wahrnimmt.
Arbeit für den Landtag und Service für die Bürgerinnen und Bürger
Zur Unterstützung bei den parlamentarischen Aufgaben und zur Besorgung der Verwaltungsangelegenheiten im Bereich der Organe der Gesetzgebung des Landes ist die Landtagsdirektion berufen. Damit ist sie die ständige Geschäftsstelle des Landtages, seiner Ausschüsse, des dreiköpfigen Landtagspräsidiums und der Präsidalkonferenz, in denen neben dem Landtagspräsidiums auch der Landtagsdirektor/die Landtagsdirektorin, die Klubobleute sowie ihre Klubdirektoren/Klubdirektorinnen vertreten sind. Geleitet wird die Landtagsdirektion von Landtagsdirektor Mag. Thomas Obernosterer.
Die Landtagsdirektion hat insbesondere die Bereitstellung der Beratungsunterlagen zu veranlassen, Verhandlungsgegenstände entgegen zu nehmen und die Zustellung an alle Abgeordenten zu bewirken, die Sitzungsberichte zu erstellen, die beschlossenen Gegenstände an die richtigen Stellen wie die Bundes- oder Landesregierung weiterzuleiten und die Einrichtungen des Landtages wie den Landtagssitzungssaal oder die Ausschusslokale zu betreuen und zu verwalten.
Außerdem ist die Direktion eine Servicestelle für die Bevölkerung in allen Fragen, die den Ablauf der Landtagssitzungen bzw. der Landtagsarbeit betreffen. Für inhaltliche Anliegen zu Verhandlungsgegenständen sind jedoch die Klubs bzw. die Mitglieder der im Landtag vertretenen Wahlparteien zuständig.
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