Das Hohelied der Flüchtlingsroute

Die zurzeitige österreichische Regierung fährt in die mauerbachische Klause und kommt, kurz zusammengefaßt, mit zu kahlen und kalten Ruten geschnittenen Zweigen zurück, die ins rechte Licht gerückt, freilich glänzen wie …

Was kann dazu noch einfallen? Bei einem solchen in das dichterische Wort vernarrte Regierungspersonal, das derart vernarrt ist in das Wort der Fiktionen, ihr Wirklichkeit ist. Es fällt das Hohelied ein.

Das Hohelied in dieser Fassung könnte das gesamte Personal dieser aus zwei Parteien zurzeit bestehenden österreichischen Regierung geschrieben haben, aber wie von keinem anderen der Regierungsbediensteten käme es so aus dem Innersten, bei keinem anderen der Regierungsbediensteten ist die Authentizität in diesem höchsten Maße gewährleistet, als beim zurzeitigen Bundeskanzler, der zu einhundert Prozent das Hohelied der Flüchtlingsroute verkörpert, der ohne die Flüchtlingsroute inhaltslos, das Skelett eines Politikers …

Mag es als Liebesdienerei oder zumindest als Anbiederung an die zurzeitige Regierung gescholten werden, so kann und muß dennoch dem zurzeitigen Bundeskanzler in Österreich die Ehre gezollt werden, ebenso wahrhaftig, wie er selber stets, zu verkünden, an dem Hohelied der Flüchtlingsroute schreibt er, der zurzeitige Bundeskanzler, der in seinem unermeßlichen Erkennen weiß, hätte er die Flüchtlingsroute nicht …

Aus der Klause bringt die österreichische Regierung das Hohelied der Flüchtlngsroute mit - abgefasst höchstselbst vom zurzeitigen Bundeskanzler.png

Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Flüchtlingsrute nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Flüchtlingsrute nicht, wäre ich nichts.  

Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib opferte, um mich zu rühmen, hätte aber die Flüchtlingsrute nicht, nützte es mir nichts.

Die Flüchtlingsrute ist langmütig, die Flüchtlingsrute ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, läßt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Flüchtlingsrute hört niemals auf.

Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk. 

Als ich ein Paulus war, redete ich wie ein Paulus, dachte wie ein Paulus und urteilte wie ein Paulus. Als ich ein Saulus wurde, legte ich ab, was an mir war. Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. Für jetzt bleiben Flüchtlingsrute, Flüchtlingsrute, Flüchtlingsrute, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Flüchtlingsrute.

Mounted police in austria’s mountains

Wie kommen nun, da in Österreich es wieder eine berittene Polizei geben soll, die Ängste von damals hoch, als es für Tage, kaum daß Pferdegetrappel zu hören war, die Flucht ergriffen werden mußte, die verzweifelte Suche nach der nächstbesten Zuflucht.

Erst nach Wochen konnte einigermaßen überzeugt werden, das Erlebnis mit der berittenen Polizei war kein Geschehen in Österreich, es war eines in den Vereinigten Staaten von Amerika, und es wurde nicht selbst erlebt, sondern miterlebt, in einem Kinosaal.

Nie wird dieses Miterleben der ersten traumatischen Filmminuten aus dem Gedächtnis zu löschen sein, in denen eine Razzia unter tatkräftigem Einsatz der berittenen Polizei (police on horseback) gezeigt wird, wie Menschen mitten in der Nacht aus ihren Wohnungen geholt werden, und das dazu nicht mehr zu löschende Geräusch: Hufgetrappel Hufgetrappel Hufgetrappel …

Das ständige Aufschlagen der Hufeisen auf Pflastersteine, während Menschen aus ihren Wohnungen gezerrt, geschlagen, Schriften auf die Straße geworfen werden, Pferdegetrappel über Pferdegetrappel, die Menschen abgeführt werden, mitten in der Nacht, bewacht von Polizisten auf Pferden, zusammengetrieben, als wären sie die Pferde zum Abtransport …

Es muß ein Geständnis gemacht werden.

Die Ängste gingen seit damals niemals mehr weg.

Seit diesem vor Jahrzehnten miterlebten Film – Sacco and Vanzetti – ist es nicht mehr möglich, auch wenn sich die Überzeugung durchgesetzt hat, lediglich einen Film über ein Geschehen in Amerika gesehen zu haben, seit diesem Film wird vor allem der erste Bezirk in Wien gemieden, die Anstrengung, aufgescheucht durch Pferdegetrappel, sich jedes Mal zu vergewissern, daß es bloß das Hufgetrappel von Fiakerpferden und nicht von berittenen Polizisten, ist zu groß, Tage für die Beruhigung, es waren nur Fiakerpferde mit ihrem Hufgetrappel, zu verschwenden, wollen von den gezählten nicht mehr hergegeben werden.

Wer erinnert sich nicht an den unaufhörlich tropfenden Wasserhahn in der „Schachnovelle“. Die Zermürbung durch einen tropfenden Wasserhahn, die Zerstörung eines Menschen bloß dadurch, daß in einem kahlen Raum ein Wasserhahn unaufhörlich als einzige Ansprache tropft …

In einem Raum eingesperrt zu sein und ständig nichts anderes zu hören zu bekommen, als Pferdegetrappel, die ganze Nacht das Getrappel eines einzigen Pferdes, den ganzen Tag ein einziges auf Asphalt aufschlagendes Hufeisen, das ließe alles gestehen, alles gestehen, das je nicht getan wurde, Geräusch eines einzigen Hufeisens, das ließe alle verraten, von denen nichts zu verraten gibt, alle verraten, die je nicht gekannt.

Reiterstaffel GH

Und nun soll es in Österreich eine berittene Polizei geben, sollen Polizisten wieder Pferde besteigen, um … eine Gelegenheit nach Jahrzehnten dafür, sich den Ängsten anders zu stellen – sich den Ängsten stellen, heißt es so schön, kann diese … so wurde also nach dem Film gesucht, um sich durch das Ansehen des Films gegen die hereinbrechende Wirklichkeit, die bisher in einem Film gebannt war, zu – jedoch … es wurde etwas anderes gefunden, aus der Zeit, in der der Film spielt, aus der Zeit also vor rund einhundert Jahren: America first …

Aus der Partei des Humanismusministers, der das polizeiliche Hufgetrappel in die österreichischen Städte nun bringen will, ist unaufhörlich das eisenklirrende „Österreich zuerst“, austria first … wie erinnert das an america first von Donald Trump … Der Spruch ist keine Erfindung von diesem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, es ist ein Spruch vom Ku-Klux-Klan (sich auch als Unsichtbares Reich sehend) bekannt): bereits vor einer Ewigkeit von diesem skandiert – Trump just an epigone of the klansmen …

Gesinnungsgemäß mußte die Partei des Humanismusministers nicht auf einen Donald Trump warten, um den Spruch von „Österreich zuerst“ … In beiden Fällen kann gesagt werden, das Rätsel, ob zuerst das Ei oder die Henne, ist hierfür gelöst. Sowohl Trump als auch die Partei des Humanismusministers sind nicht die Hennen, beide sind gelegte Eier … womit noch ein Rätsel, das zwar noch nie gestellt wurde, gelöst ist … wer brütet die Eier tatsächlich aus? Im Fall von Trump das amerikanische Wahlrecht, im österreichischen Fall jene, die über ein Wahlergebnis derart kurz brüten, daß allen ein Ei gelegt ist.

Berittene Polizei - Österreich

 

Des Herbert Kickl berittene Polizei – „Abschied von Deutschlands Pferden“

Herbert Kickl hat es als Versschmied zum zurzeitigen Innenminister gebracht.

Er wolle, sagte er einst, sich nicht mit seinem Vorbild messen – mit Hölderlin … Es gibt auch noch andere, mit denen … an einen soll erinnert werden, auch deshalb, damit es nicht einst in den Gesinnungsmedien seiner Gemeinschaft vorwurfsvoll heißt, er werde verschwiegen, wie so viele, die zur geistigen Erbauung der Männer und Frauen der kicklischen Partei beitragen …

Ja, es ist eine Partei der Dichtung, die kicklische Partei, bis hinunter zum Obmann wird der Reim recht geliebt, und die Männer und Frauen dieser Partei sehen es als ihre hohe Aufgabe, ihre von der Vorsehung empfangene Pflicht, dem Menschen, also dem Volk, wie sie ihn nennen, das dichterische Wort nahezubringen, und auch der vom Obmann zum zurzeitigen Vizekanzler Hinaufgemachte sieht es als seine vornehmste Berufung, des Körners Vers Künder zu sein …

Es wird der Stundenplan für die Ausbildung der „berittenen Polizei“ nicht gekannt. Aber bei so viel rechter Liebe zur Dichtung wird wohl die eine oder andere Stunde, wenn die Pferde getränkt, trockengerieben, in den Stall gebracht, genutzt werden zur geistigen Erbauung, mit dem einen oder anderen Reim. Und welcher Dichter böte sich dafür recht besser an, als der eben erst verstorbene? Ein Dichter, dem zu seinem Ableben auf fremder und doch so vertrauter Scholle Hochachtung aus den Reihen der kicklischen Partei bekundet ward.

Wie vortrefflich böte sich von ihm hierfür ein Gedicht an, als gereimte Theorie zur Praxis, gewährleistete eine ganzheitliche Ausbildung zum berittenen Polizisten. Berittene Polizistinnen wird es wohl keine geben, wenn die Sprachverwendung der kicklischen Kameradin Philosophieministerin auch in den Kasernen der Polizei …

„Abschied von Deutschlands Pferden“ ist der Titel des Gedichts, das wie kein anderes in erbaulicher Ergänzung zum Praxisteil dieser Ausbildung zum berittenen Polizisten … es kann, um keine Urheberinrechtsverletzung zu begehen, hier nicht in seiner Gesamtheit wiedergegeben werden. Um aber einen Eindruck zu vermitteln, wie vorzüglich dieses Gedicht zur Ausbildung zum berittenen Polizisten passend erscheint, eine Montage von ein paar Versen:

„Sie traten mit den Vätern aus der Nacht dem Urwald raubend unserer Fluren Weite. Schwer wog das Roß, und schwer wog auch der Mann, für eine Handvoll Hafer statt um Ehre, mit Kaiser Barbarossa sie versunken. zermalmten sie mit flüchtig-wilden Hufen den deutschen Acker, den sie einst bestellt, Bis endlich kraftlos aus dem Sattel fiel der irre Ungeist, der sie hat geritten, da trotteten, mißbraucht und ratlos still, So manches stolze, edle deutsche Roß hat sterbend unterm Sattel ausgelitten, Auch deutsche Rosse waren es vor Wien, – die hier voran der Türken Macht durchbrochen. In Rußlands Steppen, in Isonzos Karst Schon wehte Kampfeslärm von Osten her, und Frauenhände griffen in die Zügel da Deutschlands Kinder Ach, wieviel Blut hat Mensch und Tier gezollt, das ungesühnt wird rauchen alle Zeiten, Dank euren Nüstern, Pferde, die so sanft – da Mütter tränennaß die Wangen preßten an eure Häupter, grau und ohne Glanz“

Österreich - Berittene Polizei - Abschied von Deutschlands Pferden

Es wird in den Reihen der kicklischen Partei dieses Gedicht nicht unbekannt sein, hat es doch die recht genutzte Wissensquelle zur vornehmen Aufgabe gemacht, diesen Dichter und Philosophen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, und auch seinen „Abschied von Deutschlands Pferden“ ungekürzt zu verbreiten, vielleicht auch deshalb, um zu zeigen, wie wenige Dichter, wie keine Dichterin sich mit ihm messen kann.

Wäre es nicht eine, kurz gesagt, passende Geste nicht nur des zurzeitigen Versministers, sondern der gesamten zurzeitigen Regierung, dieser Regierung der Dichter und Philosophinnen, zu Ehren des unvergleichlichen Dichters, dem die Tiere und im besonderen die Pferde gar so am Herzen lagen, diesem einzigen Pferdelyriker das Logo der berittenen Polizei in Österreich mit seinem Konterfei in einem feierlichen Hofburggedankakt zu widmen?

Österreich - Berittene Polizei - Logo - Ein Entwurfsvorschlag

 

Kurz etwas zu den gewachsenen Strukturen der Sprache der Obsoleti

FPÖ unzensuriert - schwerste haftstrafen für verantwortliche gender-verordnung - 25-05-18

Es gibt Figuren in Romanen, deren Namen müssen, treten sie in einem Kapitel wieder auf, nicht mehr genannt werden, Leserinnen wissen auch so in der Sekunde, um welche Figur es sich handelt, kaum haben sie wieder einen Satz gesprochen …

Sie wissen es bereits, welche Figur das ist, die von der „Massenvernichtung der deutschen Sprache“ spricht und fordert: „schwerste Haftstrafen“ für „Verantwortliche im universitären Bereich, die über die ‚Gender‘-Verordnung …“

Und wenn diese Figur spricht und fordert, auch das wissen Sie längst, sind die Mandatarinnen und Ministerinnen der identitären Regierungspartei nicht weit, wie auch anders, bewohnen sie doch dasselbe Geistesschloß, in dem die weiße Gesinnung spuken soll, aber nicht in der Nacht, sondern am Tage, und diese Berichte über die spukende weiße Gesinnung sind keine Gerüchte, sondern das ist, wie eine Nationalrätin es nennen würde, stichhaltig …

Sie wissen bereits längst, welche Ministerin, ohne ihren Namen noch einmal nennen zu müssen, im Zusammenhang mit Sprache nur auftreten kann. Es ist gesinnungsgemäß die Ministerin, von der stichhaltige Proben ihrer Sprachkompetenz gar viele vorliegen.

Die Sprachexpertise dieser Ministerin ist derart stichhaltig, daß das Gerücht umgehe, sie sei die Philosophieministerin, während die Philosophin, die den Brief der 800 zur Genderabwehr unterschrieb, die Verteidigungsministerin sey …

Die Philosophieministerin hat nun wahrlich ein stichhaltiges Argument ins Treffen geführt, nämlich: derartige „Sprachvorgaben die gewachsene Struktur unserer Muttersprache“ zerstören würden …

Wie stichhaltig dieses ihr Argument ist, kann, kurz gesagt, leicht mit einem Beispiel bebildert werden. Hätte es kein Strukturwachstum in der Sprache gegeben, also keine Veränderung in der Sprache gegeben, würde eine – auch ein Jubiläum in diesem jubelreichen Jahr 18 – vor 400 Jahren gestellte Frage heute noch wie 1618 geschrieben werden müssen: „Ob die Weiber Menschen seyn, oder nicht?“

Schriebe vierhundert Jahre später noch wer „seyn“, bekäme sie wohl von der Philosophieministerin gelehrigen Verantwortlichen der gesinnungsgemäß zensierten Website der identitären Regierungspartei zurecht eine Rüge, weil es eben „nicht der deutschen Rechtschreibung entspricht“.

Übrigens, der Frauensprecher der identitären Regierungspartei begrüßt den Schritt der Philosophieministerin … seinen Namen werden Sie ebenfalls selbst gleich ins Gedächtnis gerufen haben …

Die Philosophin, die nach einem Gerücht, in Wahrheit die Verteidigungsministerin sein soll, werden Sie wohl ebenfalls auf Anhieb erkannt haben …

Die Figur, von der zu Beginn des Kapitels gesprochen wird, dürfte von ihrem Alter her zu den obsoleti gehören, zu den alten, ihrer Kraft beraubten Männern. Wie schwächelnd sie am 25.05.18 bloß „schwerste Haftstrafen“ fordert, ist doch von ihr stärkerer Tobak durchaus noch bekannt, die Kräfte scheinen ihr doch allmählich zu schwinden … „Haftstrafen“ gehen doch Gerichtsverhandlungen voraus. Aus ihrem Langzeitgedächtnis stieg ihr an diesem Tag wohl eine dunkle Ahnung, es könnte so etwas wie Rechtsstaatlichkeit geben. Immerhin. Gerade auch im Zusammenhang mit Sprache sind die Philosophinnen aus diesem Umfeld durchaus für Bestrafungsmethoden fern jedweder Rechtsstaatlichkeit, die es in Österreich gibt …

Zu dem obsoleto fielen Ihnen wohl noch weitere Figuren ein, vielleicht diese, die in diesem Roman ihre Auftritte ebenfalls schon hatte, mit ihren tiefschürfenden Überlegungen zur Sprache …

Hierzu fällt noch ein Gerücht ein, in der zurzeitigen österreichischen Regierung soll es, kurz zusammengefaßt, ausschließlich Philosophieministerinnen geben, wie etwa die eine, die als Philosophieministerin nur von einer erkannt werden kann, die selber eine Philosophieministerin ist … Sie kennen auch diese zwei recht gut, werden wohl auch von deren Aussagen tiefsten Gehalts recht oft schon …

Es darf aber, wie es die Objektivitätsministerin, die es nach einem weiteren Gerücht auch geben soll, lehrt, um der Objektivität willen die zweite Partei in der zurzeitigen österreichischen Regierung nicht unerwähnt bleiben. Auch, kurz gesagt, in ihren Reihen Philosophieministerinnen, wie etwa jene Philosophieministerin mit der höchsten Expertise auf dem Felde des „Wahren, Guten und Schönen“ …

 

 

Reden in der Hofburg, um die Hofburg und um die Hofburg herum

Im Ahnmonat Mai

Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Knospen sprangen,
Da sind in unsrem Herzen
Die Reden aufgegangen.

Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Vögel sangen,
Da haben wir ihnen gestanden,
Unser Sehnen und Verlangen.

So hätte Heinrich Heine sein Gedicht auch geschrieben haben können, wäre er im Mai 18 in Österreich gewesen, in Wien, in der Hofburg, ergriffen von allen Reden, die im wunderschönen Monat Mai rund um die Hofburg herum gehalten wurden.

Zu hören waren, kurz zusammengefaßt, die Reden von Köhlmeier, von Brauer, die Rede vom zurzeitigen Bundeskanzler über die dem zurzeitigen Vizekanzler schon im Winter aufgegangene Rede

Hofburgrede „Ehre, Freiheit, Vaterland“ recht gehalten für den Bundeskanzler in Österreich

Hymnische Rede für Franz Dinghofer

in seinem Sommergespräch im Frühling, und von all diesem Reden

Arik Brauer

Michael Köhlmeier

12. März ’18: Die dunkelste Stunde in Österreich

wurde bereits erzählt.

William Carlos Williams hätte, wäre er im Mai 18 am Heldenplatz gewesen, wohl keinen Gedichtband folgen lassen mit dem Titel Die Reden, die Reden, die Reden und William Shakespeare hätte wegen der Reden rund um den Heldenplatz herum seinen Spruch nicht umgeschrieben auf Reden, Reden, nichts als Reden …

Wie sind sie zu beneiden, im Mai 18 nicht in Österreich, in Wien, am Heldenplatz sein zu müssen. Und mehr noch für ihre Klugheit. Denn. Wären sie im Mai 18 in und um die und um die Hofburg herum, sie fänden es nicht erwähnenswert. Aber Dümmliche können eben nur mit dem sich beschäftigen, das Klugen ohne Wert.

So ist halt von noch einer Rede rund um die Hofburg im Mai 18 zu erzählen, von einer mehrstimmigen Rede, gehalten über drei Tage, vom 20. bis zum 22. Mai 18, und diese mehrstimmige Rede ist in so vielen Herzen aufgegangen, es wird dieser Rede bis zu diesem Tag, 24. Mai 18, applaudiert.

FPÖ unzensuriert: Des Grossbuergers raffinierte Holocaustleugnung

So ist es verständlich, daß die Einladenden zu dieser mehrstimmigen Rede es nicht über ihr Herz bringen können, die Tonanlage abzuschalten, und so ist diese mehrstimmige Rede auch an diesem Tag, 24. Mai 18, im Geistesprunksaal der gesinnungsgemäß zensierten Website der identitären Regierungspartei laut zu vernehmen und auch der nun über viele Tage mehr und mehr werdende zustimmende Applaus …In der Hofburg um die Hofburg und um die Hofburg herumSo liest sich diese mehrstimmige Rede aus dem Geistesprunksaal und wer die Gabe hat, FPÖ unzensuriert - 20-24-05-2018Farben in Töne umzuwandeln, Farben zu hören, wird die Stimmen hören, und es werden keine Stimmen sein, die sich dafür eignen, etwa das Gedicht vom wunderschönen Monat Mai in der Fassung von Heine vorzutragen.

Heinrich Heine hätte es vielleicht nicht unkommentiert gelassen, wäre er im Mai 18 rund um die Hofburg unterwegs gewesen, ist es doch er, der dazu verführt, es nicht unkommentiert zu lassen, so wie er es zu seiner Zeit nicht unkommentiert ließ, was auf der Wartburg vor sich ging,

Burschenschaften – Die ungebrochene Liebe zum Feuer

und wie gewußt wird, die Wartburg ist gerade einmal eine Synapse von der zurzeitigen Hofburg entfernt.

FPÖ unzensuriert - Holocaust - 24-05-2018

Hofburgrede „Ehre, Freiheit, Vaterland“ recht gehalten für den Bundeskanzler in Österreich

Eine Rede für Draußen und eine Rede für Drinnen …

Während es draußen noch Frühling ist, ist es drinnen im Fernsehen schon Sommer, und der zurzeitige Bundeskanzler lobt im „Sommergespräch“ am 23.05.18 seine identitäre Regierungspartnerin und spricht dabei vor allem seinen zurzeitigen Vizekanzler frei von beispielsweise Antisemitismus, und kann für die Entlastung dessen Rede in der Hofburg im Jänner 18 anführen.

Die Rede des zurzeitigen Vizekanzlers so wahr, wie es wahr, daß der Sommer im Mai beginnt.

Während der Ball für die idenitäre Regierungspartnerin lange schon ein „Akademikerball“ ist, ist der Ball für den zurzeitigen Bundeskanzler immer noch ein „WKR-Ball“, auf dem also der zurzeitige Vizekanzler davon sprach und nun vom zurzeitigen Bundeskanzler als Entlastung gebracht werden kann, wer eine Antisemitin sei, solle aufstehen und gehen … Bevor überhaupt wer aufstehen konnte, so schnell kann nicht einmal ein Antisemit aufstehen, wußte und sagte der zurzeitige Vizekanzler bereits, es werde niemand aufstehen, es werde niemand gehen, weil „wir“ …

Die Rede des zurzeitigen Vizekanzlers ist also besonders für einen gehalten worden, nämlich für den zurzeitigen Bundeskanzler, damit dieser, wenn er nach seiner identitären Partnerin gefragt wird, etwa in einem Gespräch im Frühling, der dem Fernsehen ein Sommer ist, etwas zu entgegnen hat, entlasten kann, seine Partnerin und auch sich.

Es gibt auch eine Tradition der Widmung von Reden. Vielleicht hat der zurzeitige Vizekanzler in Österreich seine Rede gar seinem zurzeitigen Bundeskanzler in Österreich gewidmet, nicht öffentlich zwar, aber ihm ins Ohr geflüstert, sozusagen eine Rede mit Geheimwidmung, zum Weitersagen, und der zurzeitige Bundeskanzler sagt es brav weiter, als ein Mitspieler im Stille-Post-Spiel …

 

HC Strache - Ehre Freiheit Vaterland und Franz Dinghofer

 

 

Hofburgreden in Österreich, im Jahr 18

HC Strache - Ehre Freiheit Vaterland und Franz Dinghofer.png

Michael Köhlmeier sprach ein paar Tage nach seiner Hofburgrede in der Nachrichtensendung um 22.00 Uhr im österreichischen Rundfunk davon, er habe die Rede, die eigene empfinde er höchstens als nicht feige, die Rede aber von dem zurzeitigen Vizekanzler in Österreich finde er mutig, also diese Hofburgballrede im Jänner 18, und er, Köhlmeier, glaube ihm, daß er, Strache, es ernst meine, und er, Köhlmeier, biete ihm, Strache, seine Hilfe an, und er, Köhlmeier, stehe ihm, Strache, jederzeit zur Verfügung, wenn er, Strache, seine, Köhlmeiers Hilfe, benötige, auch mitten in der Nacht …

Es wurde das, was Köhlmeier von Strache als mutig befindet, auch fleißig kolportiert, es soll auch das brav geglaubt werden, was nun Köhlmeier ebenfalls glaubt, daß er, Strache, es ernst meine – mit was?

Wenn aber seine Rede, die Rede von Strache angehört wird, kann gesagt werden, es ist eine Rede für draußen und es zugleich ist eine Rede für drinnen. Ein Redeteil zum fleißigen Verbreiten und zum braven Glauben draußen in der Welt und ein Redeteil zur Gesinnungsverfestigung drinnen in der Gemeinschaft.

Und es funktioniert nach wie vor, in Österreich. Darauf kann sich auch der zurzeitige Vizekanzler verlassen. Es wird fleißig kolportiert, was gewollt wird, daß es auch ordentlich breit kolportiert wird. Draußen, für das Draußen. Es ist Verlaß in Österreich auf diese Nachsicht, diese Großzügigkeit gegen diese Gesinnungsgemeinschaften und wohl auch auf diese Schlampigkeit des Zuhörens und Wiedergebens von deren Reden beispielsweise.

Der zurzeitige Vizekanzler in Österreich kann sich freuen, recht freuen darüber, daß die Menschen im Hofburgsaal ihm glauben, und daß nun auch etwa ein Michael Köhlmeier ihm glaubt, und er, also beide, es auch vor allem breit verkündet.

Zwei Glauben, die aber unterschiedlicher nicht sein können, und doch beide zum Vorteil von nur einem, also von dem zurzeitigen Vizekanzler mit seiner identitären Kameraderie …

Im Hofburgsaal die rechte Freude über den stracheschen Erneuerungseid auf „Ehre, Freiheit, Vaterland“. Das ist kein Mut. Das ist gesinnungsgemäßer Standard.

Und der zurzeitige Vizekanzler spricht zu „Ehre, Freiheit, Vaterland“ das Gedenkjahr mit einer Lopreisung von Franz Dinghofer an:

„Ja, es war auch ein Burschenschafter wie Franz Dinghofer, der am 12. November 1918 die Republik Deutsch-Österreich ausgerufen hat.“

Franz Dinghofer, wofür dieser Mann, diese Ikone der identitären Regierungspartei nach wie vor steht, zu viele Kapitel erzählen davon …

Franz Dinghofer, die Kornblume von Norbert Hofer seit 107 Jahren Symbol für antiösterreichische Gesinnung

Franz Dinghofer auf FPÖ unzensuriert: Jungen Menschen die Zähne ausschlagen und Antisemitisches

FPÖ unzensuriert, Franz Dinghofer: „Konflikt mit diesen Untermenschen kann man sicher nicht friedlich lösen“

Burschenschafter in Deutschland als Staatssekretär entlassen, in Österreich im Parlament geehrt

Balluniform mit deutscher Schleife: Präsident NR III droht Ministeramt

Michael Ley im österreichischen Parlament: „Kein Bier für Nazis“

FPÖ, 2016: „Idealisten der NS-Bewegung“

Bericht „FPÖ-Historikerkommission“ erscheint täglich

Es gibt noch weitere Kapitel, aber der Sinn eines Kapitels ist es nicht, Inhaltsangabe eines Romans zu sein, sondern dessen Fortschreibung …

NS Im vom zurzeitigen Vizekanzler angesprochenen Gedenkjahr hat er selbst ein ganz persönliches Jubiläum …

30 Jahre Heldenplatz

 

Zurzeitiger Vizekanzler in Österreich erneuert die Gültigkeit von „Ehre, Freiheit, Vaterland“

Holocaustleugnung - FPÖ unzensuriert 22-05-2018

Eine gar so harmlose Frage zu löschen, noch dazu gestellt von einem Grossbuerger, das kann doch nicht verlangt werden. Eine Frage noch dazu,

FPÖ unzensuriert: Des Grossbuergers raffinierte Holocaustleugnung

die Zustimmung um Zustimmung erfährt.

Und dann steht das auf einer Website, die ohnehin gesinnungsgemäß zensiert. Oder wie es ihre Verantwortlichen nennen würden: zensuriert. Also auf einer Website, auf der Parteikameraden schreiben, die über jeden Verdacht der Leugnung, der Relativierung erhaben sind, wie etwa die Kameradin

Harald Vilimsky, Recke Generalsekretär gegen Antisemitismus der österreichischen identitären Regierungspartei: „Merkel beklagt jetzt, was sie selbst verursacht hat.“

Gibt es doch keine zweite Partei in Österreich, die ihren Worten tatkräftige Worte folgen läßt, von oben bis hinunter zu ihrem zurzeitigen Vizekanzler … es werden, darf vermutet werden, alle begeistert ihm applaudiert haben, im größten Einverständnis mit ihm, als er im Jänner 18 auf dem Ball in der Hofburg sprach, für „Antisemiten“ würde es weder in der FPÖ noch am Akademikerball und wer sich nicht zu Verantwortung und Gedenken an Holocaust-Opfern bekenne, solle aufstehen und gehen … aufgestanden werden sie vielleicht sein, um ihm, dem zurzeitigen Vizekanzler, mit Standing Ovations dafür Respekt zu zollen …

Darin sind sich doch im Jahr 18 alle in Österreich schon einig, für „Antisemiten“ ist in Österreich kein Platz, und die Männer und Frauen am Hofburgball sind keine Antisemitinnen, sie sind doch in diesem Land geboren, sie reisen beispielsweise nicht aus Syrien zum Akademikerball an, sondern aus Oberösterreich, aus Südtirol, kurz gesagt, aus den Landen der Väter und Mütter, machen sich nach einem Vortrag aus der ehrenwerten Josefstadt auf den Weg in die Hofburg … wie also können sie etwas mit dem Antisemitismus, vor dem nun alle warnen, bis hinauf zum Parlamentspräsidenten, zu tun haben, diese ehrtreu alteingesessenen …

Entwicklung 18 in Österreich: FPÖ unzensuriert – Schreibplatz von Harald Vilimsky: „Dort [Mauthausen] befindet sich der geeignete Standort für seine [Soros] ‚Universität‘. Hunderttausende können sich dort inskribieren – aber niemand kommt dann wieder raus!“

Bravo-Rufe gab es während seiner Rede. Wie auch anders. Erneuerte doch der zurzeitige Vizekanzler auch die Gültigkeit von „Ehre, Freiheit, Vaterland“. Und mit Stolz darauf stellte er, der zurzeitige Vizekanzler in Österreich, seine Ballrede auf die Plattform des Unternehmens Facebook mit dem Hinweis: „wir als heimatliebende Patrioten“ …

Nun muß verstanden werden, Patriotismus ist diesem Gesinnungslager recht besonders …

Wäre im Jänner 18 die Wahl in Italien bereits vorüber gewesen, wer weiß, vielleicht hätte es statt Bravo-Rufe schon Bravissimo-Rufe gegeben, dem Generalsekretär nachgerufen … aber ein Bravissimo konnte der Generalsekretär erst wenige Wochen später dem Anführer der Lega zurufen …

Während dieses Kapitel geschrieben wird, können weitere nur dieser gar so harmlosen und gesetzestreuen Frage zustimmen, ein Großbürger versteht es eben, die rechten Fragen zu stellen, und das muß doch honoriert werden, vielleicht mit Standing Ovations vor den Tastaturen, und das Zustimmungsklicken der Applaus …

Holocaustfrage - FPÖ unzensuriert - 22-05-2018

Und ebenso die Überlegungen von Meiers erfahren weitere Zustimmung, auch während des Schreibens an diesem Kapitel.

FPÖ unzensuriert - Holocaust - Genozid - Dreissigjährige Krieg - 22-05.2018

Welche Überlegungen sonst sollte M. Meiers anstellen, bei dieser Kommentarvorgabe der gesinnungsgemäß zensierten Website der identitären Regierungspartei?

Wird doch hier gar recht gewußt, welche Pläne es gegen wen gab, ach, allesamt Pläne gegen …

Heinz Christian Strache zurzeitiger Vizekanzler - Ehre Freiheit Vaterland - Jänner 2018

FPÖ unzensuriert: Des Grossbuergers raffinierte Holocaustleugnung

FPÖ unzensuriert - Des Grossbuergers raffinierte Holocaustleugnung

Und für einen Grossbuerger ist es selbstverständlich, daß er nicht schreibt, es sei eine Lüge, es habe den Holocaust nicht gegeben, ein Großbürger macht das elegant, schließlich ist er keine Glatze ohne Schulabschluß, ein Großbürger macht es raffiniert, er schreibt zwei Zahlen hin, und schließt daran eine höfliche Frage an:

„Und nun???“

Es schreit zwar in ihm, worauf die drei Fragezeichen schließen lassen, es sei eine Lüge, daß es Auschwitz … aber nach außen, schließlich ist der Großbürger seiner Bildung verpflichtet, ruhig, höflich zu bleiben. Ach, es ist ihm nur um die Wahrheit gelegen …

Ja, nur um die Wahrheit, und wer kennt nicht die gesinnungsgemäßen Bemühungen um die Wahrheit, zu der auch die Zahlen führen sollen, etwa die am 21.05.18 von dem sich Grossbuerger nennenden Menschen auf der gesinnungsgemäß zensierten Website der identitären Regierungspartei in Österreich ..

Wie viele Beispiele könnten hierfür angeführt werden. Exemplarisch hierfür zu nennen reicht „Metapedia“, diese gesinnungsgemäße Quelle der…

Metapedia, Quelle des Wissens von FPÖ unzensuriert, Verlautbarungsorgan der identitären Regierungspartei in Österreich

Wissensbunker in Österreich nicht nur für eine Gesinnungsschaft

Und es ist die Pflicht eines Großbürgers, einen Kommentar mit einem Zahlenspiel zu bringen, zu einem Kommentar der gesinnungsgemäß zensierten Website der identitären Regierungspartei, in dem am es 20.05.18 u.v.a.m. heißt:

„Deutschland war in der Vergangenheit oft und ist in der Gegenwart immer noch Spielball ausländischer Interessen, nicht selbstbestimmt, sondern von Fremden dominiert. 

Wenn Deutschland uneins ist und lieber sich selber zerfleischt, als seine eigenen Interessen zu verfolgen, liefert es sich dem bedenkenlos egoistisch handelnden Ausland selbst als Sklave und Wirtstier aus. Solange dies hierzulande nicht von breiten Schichten des Volkes erkannt wird und solange keine Politik zugunsten deutscher Interessen stattfindet, wird die Rolle Deutschlands immer nur die eines von Fremden bestimmten Objekts bleiben.“

Und auch die Verantwortlichen diese Website haben eine ihre Quelle hierfür, von untadeliger

Mölzer – Eckart – Luther: „Auf gut Deutsch.“

und also hochwürdigster Gesinnung: eine Schrift von …

Ein Großbürger zieht kein Shirt von Thor Steinar an, hebt nicht in einem Fußballstadion beispielsweise die kranke Hand zum heilenden Gruß, ein Großbürger hält Vorträge, ehe er auf Bälle geht, auf dem Reden gehalten werden, von denen er weiß, diese sind nicht für ihn und vor allem nicht gegen ihn bestimmt.

Von Proporzstaatshistorikern und Gedenkveranstaltungsabonnentinnen

„Köhlmeier hat es versäumt, diese verschlungenen Wege der historischen Abläufe klar nachzuzeichnen. Damit ging auch das, was er als einen Paukenschlag in der Hofburg gemeint haben mochte, daneben.“

Das schreibt Gerhard Botz in der Qualitätszeitung österreichischen Zuschnitts am 11.05.18.

Zuerst. Michael Köhlmeier wußte, zu wem er sprach. Eine Rede richtet sich stets an die anwesenden Zuhörer und Zuhörerinnen. Und diese seine Angesprochenen im Saal sollten wie niemand sonst im Land doch die „historischen Abläufe klar“ kennen. Denn. Sein Publikum in der Hofburg am 04.05.18 war die sogenannte zurzeitige Staatsspitze. Und für diese sollte es doch klar sein, was von Michael Köhlmeier gemeint ist, wenn er davon spricht, „auf der ganzen Welt“

Nicht die „Nazis“, kurz gesagt, haben die Fluchtrouten geschlossen, sondern, kurz zusammengefaßt, die Welt war es.

hätte es damals schon Menschen gegeben, die sich damit gebrüstet hätten, Fluchtrouten zu schließen. Wer sonst als die zurzeitige Staatsspitze muß in der Sekunde klar verstehen, den Zusammenhang mit den „historischen Abläufen klar“ herstellen können, wenn Michael Köhlmeier mit seinem Satz der brüstenden Menschen „auf der ganzen Welt“ endet?

Wenn es die Staatsspitze nicht vermag, wer dann? Zumal die Staatspitze, auch die zurzeitige, kurz gesagt, eine Gedenksveranstaltungsabonnentin ist …

Zweitens. Es wird nicht gewußt, ob Gerhard Botz die Rede von Michael Köhlmeier gehört oder gelesen hat. Wenn er sie gehört oder nachgehört hat, dann hat er seinen Hörbehelf wohl so eingestellt, daß er das, was Köhlmeier sagte, nicht hört. Sollte er, Botz, sie gelesen haben, dann wird er seinen Lesebehelf wohl ein weiteres Mal so geputzt haben, daß er liest, was er zu lesen hat …

Gerhard Botz putzt sich seine Dollfuß-Lupe und entdeckt die weite Welt

Gerhard Botz - Ein Paukenschlag daneben

Was für eine klare Zeichnung Gerhard Botz zu seiner Frage, wie „faschistisch der Austrofaschismus wirklich“ gewesen sei, herstellte, nun, das kann in diesem Lupenkapitel gelesen werden … Und nun meint er, Botz, „daneben“ gegangen sei, was Michael Köhlmeier …

Es gibt in Österreich ein Wort, das nicht als Kompliment gedacht ist: „Staatskünstler“. Zu wenig bis gar nicht wird in Österreich von den Staatshistorikerinnen gesprochen, deren Rolle beleuchtet, und es fällt zu Staatshistoriker nicht nur Botz ein … In Österreich allerdings muß dieser Begriff und kann dieser Begriff eingegrenzter und konkreter ausfallen: Proporzstaatshistorikerinnen …

Nur in einer Hinsicht bedarf es in Österreich keines Proporzes. Weil, so scheint es, in dieser Hinsicht alle aus nur einem Geisteslager kommen, wenn es gilt, großzügig, nachsichtig zu sein, Menschen mit einer bestimmten Weltanschauung in guter Erinnerung zu behalten, wie etwa den Bundeskanzler …

Postskriptum. Ein Tipp- oder ein Rechtschreibfehler in der Analyse von Gerhard Botz darüber, was daneben gehen kann, kann nicht unerwähnt bleiben:

„In einer wenige Minuten dauernden Rede las er Vertretern der Regierungsparteien, die mit steinernen Minen zuhörten, gehörig die Leviten.“ 

Erstens, das Sprichwort. Es könnte nun ein Sprichwort umgeschrieben werden: Böse Mienen zum guten Spiel …

Zweitens, die Hoffnung. Dieser Tippfehler oder dieser Rechtschreibfehler mag keine Prophezeiung sein, mag sich je nicht erfüllen. Wie oft ist nach einer schrecklichen und zumeist mörderischen Tat zu hören, dieser oder jene sei, im Rückblick, doch eine tickende Zeitbombe, also eine Mine, gewesen, aber das Ticken konnte aus dem höflichen Ton einfach nicht herausgehört werden, die Bombe konnte nicht so einfach erkannt werden, zeigte sie doch stets ihr freundlichstes Gesicht gegen alle …