Österreich im Februar: Ausschaltung des Parlaments

Ausschaltung des Parlaments in Österreich im Februar

Die Anwesenheit von Wolfgang Sobotka in Tirol an der Seite vom montagsgemachten Bundeskanzler in einer synchronen Körperhaltung mit diesem beim Erwarten des Wahlergebnisses und beim heftigen Beklatschen des schwarzen Wahlsieges ist das zur Zeit deutlichste Bild der Selbstausschaltung des österreichischen Parlaments.

Wenn ein Nationalratspräsident nicht wissen will, daß er keine parteipolitischen Aktivitäten mehr setzen darf, dann ist das die Ausschaltung des Parlaments. Denn. Eine Nationalratspräsidentin als höchste Vertreterin soll und muß die Unabhängigkeit des Parlaments von der Regierung repräsentieren und für die Unabhängigkeit von der Regierung, auch für die Kontrolle der Regierung, agieren.

Die strikte Gewaltentrennung zwischen Legislative und Exekutive war in Österreich zwar bisher schon mehr Schein als Sein. Nun aber fällt auch noch der Schein. Damit wird Österreich endgültig das Land nicht nur ohne Sein, sondern auch ohne Schein.

Allein mit diesem Auftritt aber als parteipolitischer Statist setzt Wolfgang Sobotka das Zeichen, daß das Parlament in Österreich ausgeschaltet ist, formal noch nicht, aber durch sein und dem Selbstverständnis seiner Partei ist es die Ausschaltung des Parlaments.

Dieser Auftritt des kurzschen Dieners ist das offensichtlichste Zeichen der Ausschaltung des Parlaments.

Die konkrete Ausschaltung des Parlaments durch Wolfgang Sobotka und, kurz gesagt, der Regierung, der er dient, passiert aber auch recht handfest, etwa durch die Verweigerung der öffentlichen Begutachtung von Gesetzesvorschlägen durch die Regierung, beispielsweise durch die Verweigerung der öffentlichen Begutachtung des sogenannten Überwachungsgesetzes.

Und das ist nicht die einzige Verweigerung in dieser kurzen Zeit seit der Montagsmachung dieser Regierung im Dezember ’17.

Ein Parlament, das nicht nur von seinem höchsten Vertreter, also von dem, kurz wiederholt, parteipolitischen Wahlabendstatisten, derart wahrgenommen und also nicht ernstgenommen wird, muß formal gar nicht mehr ausgeschaltet werden.

Das Parlament ist schon ausgeschaltet.

Mit dem Vorteil aus Regierungskurzsicht den Schein der Nichtausschaltung zu wahren versuchen zu können. Allerdings. In einem Land nun auch ohne Schein vergebens …

 

Österreich im Februar - Nationalratspräsident - Ausschaltung des Parlaments

Eintrag in Reisepässen: „Beim aggressiven Schreien Zigeuner angetroffen.“

Eintrag Reisepass - Beim aggressiven Schreien Zigeuner angetroffen - 01-08-2018

Eine Entgleisung von einer Behörde, die sich bereits vor einiger Zeit zutrug, ist erst jetzt bekanntgeworden.

Einer Österreicherin wurde von einer Beamtin in ihrem Reisepaß handschriftlich vermerkt: „Beim aggressiven Schreien Zigeuner angetroffen.“

Sie sei, wie sie erzählt, mit der Eisenbahn von Linz aus zur solidarischen Bekundung der „Anliegen der Pegida“, die sie für berechtigt halte, angereist. Beim Ankommen habe sie bereits in der Bahnhofshalle und dann weiter vor der Bahnhofshalle beim Überqueren des Boulevards ohne Aggression, aber laut ihren Rechten gemäß vernehmlich ihren Unmut geäußert. Woraufhin sofort die Behörde eingeschritten sei und sofort die Aushändigung ihres Reisepasses verlangt habe, in den die Beamtin ohne Duldung einer Erklärung sofort handschriftlich eingetragen habe, sie sei beim „aggressiven Schreien Zigeuner angetroffen“ worden. Sie wisse jetzt nicht mehr, wie sie sich verhalten solle, ob sie mit ihrem Reisepaß mit diesem handschriftlichen Vermerk je noch reisen könne, ja sie sich überhaupt noch in die Öffentlichkeit, sogar in die österreichische Öffentlichkeit wagen könne. Sie fühle sich an den Pranger gestellt. Schlimmer noch, an den Pranger, zu dem nun ihr Reisepaß durch diesen Vermerk geworden ist, gekettet.

Obgleich im Besitz einer gültigen Hin- und Rückfahrkarte sei sie nicht mit dem Zug gefahren, sondern sie sei zu Fuß nach Österreich auf Schleichwegen zurückgekehrt, sie sei, um etwaigen Kontrollen und dem schmachvollen Vorweisen ihres „Prangers“ zu entgehen, nur in der Nacht marschiert, tagsüber habe sie sich in Scheunen verborgen gehalten. Nur einmal, als der Hunger sie gar so sehr gequält habe, habe sie sich ein Herz gefaßt, und habe auf einem weit abgelegenen Bauernhof eilig drei Birnen erworben.

Zurück in Linz habe sie, als sie diesen handschriftlichen Eintrag ihrer Gesinnungskameraderie, mit deren Zuspruch und Verständnis sie stets rechnen könne, gezeigt habe, erfahren, sie sei bei weitem nicht die erste, aus deren Reisepaß ein Pranger gemacht worden sei, aber niemand könne und wolle darüber reden …

Daß darüber kein Mensch reden wolle, mit seiner Schmach alleingelassen werde in Ketten an seinem „Pranger, da habe sie sich noch einmal ein Herz gefaßt, und sie habe sich an Danijel Majic gewandt, der schließlich …

 

Vom Eid in der Wiener Hofburg

„Dann setzen wir unsere nationale Sendung in den verschiedensten wirtschaftlichen, politischen und sozialen Organisationen noch effizienter um.“

Wenn nun in diesem österreichischen Winter 2018 gehört wird, welche Positionen mit welchen Menschen besetzt werden, drängt sich die Vorstellung von allein auf, es wurde die stefanische Verkündigung in der Wiener Hofburg

„Dann setzen wir unsere nationale Sendung in den verschiedensten wirtschaftlichen, politischen und sozialen Organisationen noch effizienter um.“

mit einem Eid besiegelt, und nun geht es daran, diesen Eid zu erfüllen. Reinhart Waneck, der für die FPÖ ein Unirat werden soll, war damals auch dabei, in der Wiener Hofburg, als Harald Stefan ihre Wirklichkeit

„In diese Realität wurden wir Deutsche, egal auf welchem Staatsgebiet, hineingestellt.“

beschwor, als er die Sendung wohl von der Vorsehung recht persönlich erhielt, stehe auf und verkünde die „positiven Leistungen der deutschen Wehrmacht, er der Vorsehung in ihre braungebräunte Hand versprach, die Pflicht der „Umdeutung der Geschichte“ stets zu erfüllen.

Und es soll auch ein Schaftsmann von der Leder zu einem Unirat gemacht werden, auch diese ganz erfüllt von der Vorsehung oder von dem stefanischen Auftrage nach „Umdeutung der Geschichte“ …

Manch einer und einem kann die Umsetzung der nationalen Sendung nun nicht schnell genug gehen, einer setzt deshalb auf die schnellste und „moderndste“ Fortbewegungsmöglichkeit, die in heutige Zeit zu bekommen ist …

Innenminister erfüllt den hohen Auftrag der stefanischen Sendung: „Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd!“

Die „nationale Sendung“ auch „wirtschaftlich“ umzusetzen, dazu reicht es nicht aus, in bestehende Betriebe Menschen der nationalen Hörigkeit zu entsenden, es müssen auch neue geschaffen werden, wie jener Betrieb mit der Kornblume als seinem recht liebsten Motiv, wohl im Wissen darum, daß der Vorsehung nichts recht mehr freut, als ihr Kornblumen darzureichen

NS Bei den hervorragenden Deutschkenntnissen der zurzeitigen Regierung in Österreich besitzt diese auch die Fähigkeit, die Sprache zu erneuern, etwa die Steigerungsform von „modern“. So lautet diese nun: modern, modernd, moderndst. Ein Beispielsatz dazu: Sebastian Kurz im moderndsten Anzug zum Eid in die Wiener Hofburg.

Sebastian Kurz

Was ist der Unterschied zwischen Bruna Sudetia und, kurz gesagt, FPÖ?

Bruna Sudetia - FPÖ - Unterschiede - Keine.png

Hans Rauscher zählt am 21. Februar 2018 auf, daß die Bruna Sudetia zur Pegida, daß sie ein Gedicht …

Der montagsgemachte Infrastrukturminister reist auch, nicht nach Dresden, aber nach Südtirol, und hält die „Anliegen der Pegida für berechtigt“.

Nun, dieses Gedicht postet auch schon mal ein montagsgemachter Vizekanzler …

Was ist also der Unterschied zwischen Bruna Sudetia und Strache-Hofer?

Es gibt keinen.

Sie werden medial breit nur anders behandelt.

Wie die FPÖ wird wohl auch Bruna Sudetia stolz auf ihre Tradition sein, es wohl ebenfalls als „ideelle Kontinuität“ …

Was ist also der Unterschied zwischen Bruna Sudetia und FPÖ? Mit ihrem aus sudetischem Untergrund gestiegenen Anführer …

Es gibt keinen.

Sie werden massenmedial also nur unterschiedlich behandelt.

Bruna Sudetia - FPÖ - Unterschiede - Keine

Übrigens …

Das von Hans Rauscher zitierte Gedicht ist nicht nur in, wie er schreibt, „rechtsextremen Kreisen sehr beliebt“, sondern auch … und der Verfasser selbst ein Stichwortgeber beispielsweise für Goebbels und auch für die „Weiße Rose“ …

Innenminister erfüllt den hohen Auftrag der stefanischen Sendung: „Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd!“

Nun darf erlebt werden, die Erfüllung

Kommerse: Von Schiller zu Fest

der „nationalen Sendung“, von der einst in der Wiener Hofburg Stefan sprach. Und auch ein Innenminister folgt der Sendung Befehl: „Wohlauf Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd!“

Und erfüllt von der Sendung ist ganz und gar ein Verteidigungsminister, für den es stefanische Pflicht ist, von Menschen als „Kameraden“ zu sprechen, ob es Männer, ob es Frauen, für ihn sind es, der Sendung auftragsgemäße Pflicht, „Kameraden“ …

Herbert Kickl - Der Sendung hoher Auftrag

Kommerse: Von Schiller zu Fest

Wiener Hofburg

Strache - Stefan - Schillerkommers 2005 - Erst horrende Schulden verursachen und dann sich schleichen

Am 3. März 2018 wird es einen

Von Hofer bis Schönerer: „Los von Rom“. Und ewig lockt Linz …

„Festkommers der Waffenstudenten“ geben. Ein Zeitpunkt, an den „Schillerkommers vom 11. Juni 2005 in der Hofburg zu Wien“ zu erinnern, an die „Festrede“ von Harald Stefan,

„Historikerkommission“ der FPÖ wird so nutzlos, weil konsequenzlos sein, wie es eine „Holocaustkommission“ gewesen wäre. Ein Bericht ändert keine Gesinnung.

der nun in der Kommisssteuerungsgruppe der FPÖ sitzt.

Was für ein Bekenntnis zu Österreich legte Harald Stefan in der Hofburg ab:

„In diese Realität wurden wir Deutsche, egal auf welchem Staatsgebiet, hineingestellt.“

Solch ein Bekenntnis kann nur Auftrag sein, der Vorsehung zu folgen:

„Dann setzen wir unsere nationale Sendung in den verschiedensten wirtschaftlichen, politischen und sozialen Organisationen noch effizienter um.“

Vizekanzler Österreich - Kommerse 2005 - 2018

Und was für eine erlauchte Runde ihm wohl mit größter Ergriffenheit lauschte, wie die Burschenschaft Aldania ergeben zu berichten:

„Er begrüßte die akademischen Professoren wie (hier o.T.) Kuich, Wanek, Pendl, Würzner, Stefan; die Politiker Strache, Haupt, Stadler, Kabas, Herzog, Jung, Kowarik, Blind sowie weitere prominente Persönlichkeiten.“

Wahre „prominente Persönlichkeiten“, auf die auch im Jahre 2018 nicht verzichtet werden kann, wenn es gilt … erfolgt der mediale Ruf in Österreich

Burschenschaften wurden schon, kurz gesagt, von Nazis als überholt angesehen – Was sagt das über Österreich 2018?

an einen Haupt, an einen Stadler … der gesinnungsgemäße Ruf an einen Kabas

Seine Festrede beendete Harald Stefan im Jahre 2005 mit:

„190 Jahre Deutsche Burschenschaft waren gerade erst der Anfang.“

„Der Anfang“ des Überholtseins …

Was überholt ist, muß nicht mehr ausführlich … es hieße, das Überholte wieder eine Bedeutung zu geben, diesen Schaften mit ihrer an der Sohle angeklebten identitären Regierungspartei eine Freude zu bereiten, über sie zu sprechen …

Aber weil die Lieder der Schaften in diesen Tagen gar so viel Aufregung verursachen, muß schon erwähnt, was Harald Stefan in seiner Festrede nicht erwähnt hat, aber in verklärender Weise hervorhebt:

„Diese Aufforderung Schillers beherzigten die Burschenschafter 1817 am Wartburgfest, als sie von den Fürsten -von der Krone- die Menschenrechte wie Meinunggsfreiheit und Pressefreiheit forderten.“

Was die „Burschenschafter 1817 am Wartburgfest beherzigten“, war das Verbrennen:

Gaulands Bollwerk

Es mag nichts mehr geschrieben werden, Collagen mit der gesamten stefanschen Festrede in der Wiener Hofburg reichen aus …

Es mag vielleicht noch interessieren, wer die stefansche Rede recht wertvoll erachtet, sie zu veröffentlichen – Wiener Nachrichten Online …

Schillerkommers Hofburg 2005

 

HC Strache - Schillerkommers Wiener Hofburg 2005.png

 

Mädelschaften singen auch

Schriftwart Herwig Götschober hat noch nicht das harte Los eines freiheitlichen Mitarbeiters ereilt; vorerst ist er, wie zu lesen ist, beurlaubt, und sein montagsgemachter Infrastrukturminister verteidigt ihn noch treu.

FPÖ stellt recht SIngesfreudige an

Es gibt wieder eine Aufregung. Es geht ein weiteres mal um ein Liedbuch. Was wohl die Mädelschaften singen? Ehe sie den Ausführungen

„Im Anschluss an das zweite Lied der Kneipe trugen zwei aktive Mädel ihre Ausführungen zu den Ereignissen zwischen den zwei großen Weltenbränden vor. […] Weiter erwähnten die jungen Frauen in ihrer Rede die Zerstückelung des Reiches nach dem 8. Mai 1945, die schrittweise erfolgte Umerziehung der Deutschen in Österreich und die damit einhergehende Eliminierung der deutschen Identität.“ (Silke Götschober, Mädelschaft Freya feiert, Der Eckart 1/2012, S. 15)

folgen, mit Liedern eingestimmt, das zu ertragen.

Zur Ewiggestrigkeit eine Presseaussendung der freiheitlichen Mädelschaft

Das werden wohl auch recht besondere Lieder sein, um sich einzustimmen, auf das „Böse“ nach 1945, also die „Zerstückelung des Reiches“ und die „Umerziehung der Deutschen“, die „Eliminierung der deutschen Identität“ in „Österreich“.

Zur Zeit - Einer von uns

Was für die Burschenschaften gilt, wird die ZZ der FPÖ wohl auch für die singenden Mädelschaften meinen, mit ihrem Aufmacher: „Feindbild Burschenschaft … böse Menschen haben keine Lieder“ (nach Seume):

„Wo man singet, lass dich ruhig nieder,
Ohne Furcht, was man im Lande glaubt;
Wo man singet, wird kein Mensch beraubt;
Bösewichter haben keine Lieder.“

Wer singet, den stelle ruhig ein, wird in dieser Partei nicht nur die Maxime von Hofer sein.

Hofer-FPÖ: Auf den Knecht hinhauen, damit der Herr ihn schützen kann

Wer singet, die stelle ruhig ein … Wo Silke Götschober wohl arbeitet? In Oberösterreich, in der haimbuchnerischen Landesgeschäftsstelle. Und in der Leopoldstadt (wenn die Angaben auf den Websites vom 21. Februar 2018 aktuell sind).

Tüchtig. Aber: Wer singet, der geht die Arbeit leicht von der Hand, tröstet hinweg über die „Zerstückelung“ …

Noch wer arbeitet in der haimbuchnerischen Landesgeschäftsstelle, an den sich wohl kaum wer noch erinnern wird. Sein ehemaliger Arbeitgeber ist in diesen Tagen durchaus medial präsent, nicht unbedingt als Mandatar, der Arbeiten für die Menschen vorweisen kann, aber als Mitglied einer „Kommiss…“

FPÖ im Parlament – Was unterscheidet Harald Stefan von Jan Ackermeier?

Von Harald Stefan »gefeuert« aus der FPÖ im Parlament, aber Freunde

Die Aufregungen um diese Liederbücher bringt möglicherweise eine Antwort auf die einmal gestellte Frage:

„Unzensuriert.at“ – Was ist der Unterschied zwischen Kommentarschreiberin Silke und z.B. einer freiheitlichen Bezirksrätin Silke Götschober?

Eine singt und die andere nicht. Die Singende arbeitet an den oben erwähnten Stellen, und die Nichtsingende … solange es Identitätsrücksingbücher gibt, bleiben die Deckel nicht geschlossen, und alle Fragen offen.

Mann alleen

avenidas y ramas 18 - BK
Im Prater wichsen wieder die Bewunderer

Ein Gedicht von Eugen Gomringer ist zum Mittelpunkt eines Disputes um Kunst und deren Freiheit geworden, es hat nun sogar die Philosophie, zu großes Wort, Konrad Paul Liessmann bewogen, etwas zu diesem Disput beizutragen.

„Die Barbaren sind mitten unter uns. Sie lauern nicht am rechten oder unteren Rand der Gesellschaft, sie gehören nicht zu den Bildungsfernen und Bildungsverlierern, sie kommen nicht aus unterentwickelten Regionen, sondern sie sitzen an den Schaltstellen von Kunst und Wissenschaft, schreiben in Qualitätsmedien, diskutieren an Universitäten, leiten Gemäldegalerien, dominieren die Talkshows. Barbaren sind sie dennoch. Denn im Grunde ihres Herzens verachten sie die Kunst. Unter dem Vorwand, gegen Sexismus und Rassismus zu kämpfen, übermalen sie Gedichte.“

So beginnt Konrad Paul Liessmann seinen Beitrag am 8. Februar 2018 in der „Neuen Zürcher Zeitung“ …

Vollkommen unverständlich, derart zu beginnen. Denn. Gesinnungsgemäß kann es nicht der „rechte Rand“ sein. Diesem würde das dem Gedicht Vorgeworfene gar nicht stören, im Gegenteil, diesem wäre es, in dieser Interpretation gelesen, ein Gebet der gesinnungsgemäßen Männlichkeit. Gesinnungsgemäß kann es nur dann der „rechte Rand“ sein, wenn es gegen die sogenannte Moderne in Literatur und Kunst geht, die Werke also nicht reaktionär blümeln …

Vollkommen richtig. „Die Barbaren sind mitten unter uns.“ Ein Barbar ist ein Mensch, so wurde es einst verstanden, der die Sprache eines anderen nicht versteht, nur, sollte ihm dieses Glück beschieden sein, seine eigene Sprache. Konrad Paul Liessmann versteht die Sprache der Frauen nicht.

Im Prater blühn wieder die Bäume

Konrad Paul Liessmann versteht nicht, wenn Frauen davon sprechen, daß das Gedicht von Eugen Gomringer sie an sexistische Übergriffe, an sexistische Belästigungen erinnert, sie, die Frauen, zum Objekt des Begaffens verpflanzlichen.

Im Gedicht kommen Alleen vor.

avenidas y flores y mujeresIm Gedicht kommen Blumen vor. Und Frauen kommen im Gedicht vor. Auf einer Stufe. Zusammen an den Wegesrand gestellt, zum Bewundern, aber es kann ein abgründiges …

Wie leicht wäre es doch zu verstehen, daß Frauen von Männern nicht mit Blumen in Alleen in eine Reihe gestellt sich sehen wollen.

Aber Konrad Paul Liessmann versteht die Sprache der Frauen nicht. Wie sollte er erst tonlose Blumen verstehen können, die ihm einiges über Männer erzählen könnten. Sie könnten ihm erzählen, daß ihnen Männer wie Basho vielleicht lieber sind als Männer wie Goethe, Männer wie Tennyson ganz und gar ein Greuel, eine tödliche Gefahr, die sich in Gedichten mit ihnen … obgleich Basho, anders übersetzt, auch ein „Bewunderer“, letztlich ein Vereinigungsbegehrer … das könnten die am Rand auf der Prater Hauptallee ihm nicht erzählen, es treibt die Männer nicht die Wissenschaft, nicht die Dichtung in die Alleen, wo sie unruhig wichsen, wenn die Blätter treiben, wenn die Blätter nicht treiben.

Wie oft haben Frauen schon erzählt, auf der Prater Hauptallee an wichsenden Männern vorbeilaufen zu müssen, wenn sie die Prater Hauptallee zur sportlichen Ertüchtigung aufsuchen. (Es erschließt sich nun wie von selbst die tiefe Bedeutung des beliebten Liedes: „Im Prater blühn wieder die Bäume.“)

Es mag Konrad Paul Liessmann ein Kunstfreund sein, ein Gegner der Kunstzensur, aber ein Gegenwartsfreund, ein Fortschrittsfreund, ein Zukunftsfreund kann er nicht genannt werden, und er wird sich viele Freunde gemacht haben, unter den Bewunderern mit den Barbareneiern auf der Prater Hauptallee, mit seiner Unterzeichnung des „Briefes der 800“,

Heinz Mayer bestätigt die Notwendigkeit der Binnen-I-Schreibung – Teil 8 der Komödie in Fortsetzung

mit dem im Grunde nichts anderes gefordert wurde, als die Zensur der Sprache.

Dem Gedicht von Eugen Gomringer gebührt aber die höchste Auszeichnung. Es zieht Konrad Paul Liessmann die Hose aus, und zum Vorschein kommen …

Avenidas y gachósEin Elend ist aber stets das Interpretieren von Gedichten. Wer wird das Gedicht noch übermalen wollen, wenn dabei an die „Bewunderer“ auf der Prater Hauptallee gedacht wird, wie sie hinter Bäumen versteckt ihr kümmerliches und stets nur für Sekunden steifes Glied wichsen und wichsen, die ärmliche Hugo-Boss-Hose bis zu den Wadeln hinuntergelassen, mit ihren entblößten Bierschwangerschaftsstreifenbäuchen  – wer wollte dann nicht auch dieses Gedicht in Goldlettern in einem Goldrahmen an der Wand im besten Zimmer der Wohnung haben.

Männer in Alleen allein. In Berlin – und der Disput geht um das Gedicht auf einer Mauer in Berlin. Stehen sie auch wichsend in den Alleen, und nicht nur in Wien, kann das Gedicht gerade in Berlin auch Erbarmen mit dem „Bewunderer“ hervorrufen, so „alleen“, das Kümmerliche in der Hand, mit sorgenvollem, einsamkeitsgefurchtem Gesicht, das können die Mimik der unverschämten Überlegenheit und die Posen der geilen Frechheit nicht verbergen, mit hilfloser Tonlosigkeit nach Aufmerksamkeit, nach einer Geste, mag diese auch ablehnend sein, der Zuneigung, mit dem Wichszeichen ständig den Satz „Lass mir nicht so alleene da stehn!“ …

Und ob Konrad Paul Liessmann wirklich ein Kunstfreund ist? Vielleicht von sehr alter Kunst. Es wäre stimmig. Kommt er doch auch bei der Philosophie nicht so recht an die Gegenwart heran, bleibt Jahrzehnte davor stehen, wie er so eindrücklich in Salzburg …

„Doch das ist nichts Neues“

… wo er gerade einmal bis …

Alleen und Männer

Übrigens, beim „Brief der 800“ war gesinnungsgemäß die FPÖ die treibende Kraft, also die Partei, in der die Männer meinen, Eier wie Odin (falls dieser überhaupt Eier haben kann) zu haben, und weil es ebenfalls sehr aktuell ist, dürfen die Burschenschaften nicht unerwähnt bleiben. Wie sehr würde sich wohl gerade in diesen Tagen die montagsgemachte identitäre Regierungspartei wünschen, es wäre die heutige Zeit noch eine so recht gute alte Zeit, in der ein Wortführer (gesinnungsgemäß ein Mann) einmal sagt, eine Debatte um die Burschenschaften brauche es jetzt nicht, und augenblicklich ist die Debatte beendet. Wie lange ist das schon her, daß Konrad Paul Liessmann

Rund um und aus Odin Wiesinger dampft es

genau das sagte, in einer Fernsehdiskussion – aber wer hört schon auf …

Das wäre jetzt ungerecht, zu sagen, er werde nicht gehört … es könnte ihm noch ein großer Aufstieg bevorstehen, zum ersten Philosophen, kein zu großes Wort, der FPÖ und der AfD …

Konrad Paul Liessmann - Aufstieg zum führenden Philosophen

Facebookameisen

Es ist doch rührend, wie Armin Wolf nun beschreibt, daß er keinen Deal mehr mit Mark Zuckerberg wie bisher haben will, also er bekennt schon ein, er hätte keinen „persönlichen Deal“ mit Mark Zuckerberg gehabt. Aber für eine Facebookameise ist es doch eine Trostträumerei, die durch den Küniglbergstudioalltag schweben läßt, irgendwie halt doch mit Mark Zuckerberg, mit ihm auf Augenhöhe fern so nah …

So muß das geschrieben sein. Immerhin ist Armin Wolf ja nicht irgendeine Facebookameise, in Österreich ist er wer, also keine Facebookameise, sondern ein respektabler, heiß umfehdeter Fernsehjournalist.

Armin Wolf will keinen Deal mehr mit Mark Zuckerberg

Aber in der Welt von Facebook ist er eine Facebookameise von über zwei Millarden Facebookameisen, die tippseln und posteln mit allen ihren Beinchen auf ihren Tastaturen tapsen und so weiter. Ameisen selbst, nicht frei von Einflüssen und Nachrichten aus der Menschenwelt, werden wohl ihrem Nachwuchs die Facebooklebewesen als Vorbild vorhalten, ihm sagen, seid so emsig wie diese, wenn ihr richtige Ameisen, eurem Namen gerecht werden wollt, wenn ihr groß seid. Aber laßt euch nicht alles gefallen, stemmt alle eure Beinchen auch einmal richtig in den Boden und sagt es dem da oben so richtig hinein, ihr könnt auch wie er da oben einmal richtig unzufrieden sein, aber am Throne rüttelt nicht, bekundet weiter eure Ergebenheit, dient ihm weiter eifrig, aber nicht emsig wie eine Ameise …

Wie lieb stolz er, die Facebookameise Armin Wolf, auf seine rund 280.000 Abos … Bob Marley hat 68 Millionen Abos (und das ist großzügig um fast 500 Tausend abgerundet), und Bob Marley ist tot, seit 37 Jahren.

Andreas Gabalier hat fast 800 Tausend Abos. Als ob Inhalt auf Facebook zählte.

Und Armin Wolf redet von Inhalt, von seiner Leistung, die er für Mark Zuckerberg, also nicht persönlich für Mark Zuckerberg, erbracht hätte.

Als ob auf Facebook Inhalt zählte.

Helene Fischer hat rund 1,6 Millionen Abos. Sogar He.-Chr. Strache hat mit rund 750 Tausend Abos – wie viele Abos mehr als Facebookameise Armin Wolf? Und mit rund 740 Tausend Abos ist Sebastian Kurz ja im Gegensatz zu Armin Wolf eine Facebookbulldoggenameise …

Das sind Zahlen vom heutigen Tag, 19. Februar 2018.

Als ob auf Facebook Inhalt zählte.

Das ist der kleine, liebenswerte Glaube der Facebookarbeitsameisen.

Nun aber, da das Facebookameisenego um seine Reichweite fürchtet, gar, um seine Reichweite zur Befriedigung seines Facebookameisenegos zu halten, Geld in die Hand nehmen müßte, möchte es einmal so unzufrieden sein, wie Mark Zuckerberg. Und wie schnell so eine Facebookameise etwas begreifen kann, wenn es um das eigene Geld geht, jetzt nach acht Jahren auf Facebook sieht er einen Vorteil darin, daß die Texte, die er auf Facebook schreibt, ihm gehören, und nicht mehr Mark Zuckerberg, also nicht persönlich Mark Zuckerberg …

Acht Jahre lang war es der Facebookameise egal, wem seine Texte gehören, wer mit seinen Texten machen kann, was er oder sie oder ein Konzern will. Nun aber, in der Furcht um Reichweitenerkürzung und Geldausgabe zur Verhinderung … aber vielleicht ahnte er doch von Beginn an, daß auf Facebook kein Inhalt zählt, und soher es egal ist, wem die Texte gehören.

Und was ist jetzt mit dem „Unterwandern mit Journalismus“? Beim Geld hört sich das Unterwandern auf. Das ist aber keine andere Geschichte, nur ein anderes Kapitel, in dem die Facebookameise auch vorkommt.

Und hat der zehnjährige Sportstadtrat von Wien, der er nie war, und jetzt montagsgemachter Vizekanzler ist, wobei äußerst fraglich ist, ob er das, wenngleich er es formal auch ist, je sein wird, das über Armin Wolf nicht auf Facebook getippselt? Das ist aber keine andere Geschichte, nur ein anderes Kapitel … 

Als ob auf Facebook Inhalt zählte.

Ist Erich Körner-Lakatos, der vieles recht satirisch weiß, der Satirenlehrmeister von He.-Chr. Strache, dem zehnjährigen Sportstadtrat von Wien?

Zehn Jahre Sportstadtrat von Wien - Heinz-Christian Strache

„Da ich zehn Jahre Sportstadtrat in Wien war, weiß ich, wovon ich spreche.“ Das sagt He.-Chr. Strache in einem am 15. Jänner 2018 veröffentlichten Interview.

Was für eine Aufregung wieder einmal, um einen Funktionär der montagsgemachten identitären Regierungspartei.

Für das identitäre Personal scheint das Zeitwort „funktionieren“ zum Hauptwort „Funktionär“ zu sein, also stets gesinnungsgemäß zu funktionieren, und es funktioniert auch stets gesinnungsgemäß – eine Tradition, von der es mit Ehre und Treue erfüllt ist, seit den Führungstagen eines Reinthallers (aber nicht nur seit diesen) bis herauf zu He.-Chr. Strache, der nun meint, sich auch als Satiriker versuchen zu dürfen, weil seine Satirenlehrjahre nun er meint, hinter sich zu haben, er vielleicht sogar eine Satirenprüfung erfolgreich abgeschlossen hat.

Und wer aus diesem Gesinnungsbunde könnte einem He.-Chr. Strache recht besser bescheinigen, eine Satirenausbildung erfolgreich abgeschlossen zu haben? Augenblicklich fällt der Satirenmeister aus diesem Gesinnungsbunde ein: Erich Körner Lakatos …

Zum Verstehenkönnen von Satiren der freiheitlichen 

Faschistische Partei ist für freiheitlichen ZZler eine sozialistische – Diesmal aber keine Satire von Erich Körner-Lakatos

Satire und Freiheitliche

„Lieber H.“err – Satire, wie sie freiheitliche ZZler lieben

Lehren Sie, Erich Körner-Lakatos, Norbert Hofer zusätzlich in Privatstunden keine Geschichte

ZZler Erich Körner-Lakatos – Kein Anstand und keine Höflichkeit gegen das deutsche Reich und Adolf Hitler

FPÖ-ZZ: „Ob der verbotene Hitlergruß im Alltag sich überhaupt vermeiden ließe“

Pferdeapfel auf Blattsalat mit österreichischen Qualitätszeitungen

Einem für die ZZ Tätigen kann ein Wunsch nicht erfüllt werden

Kapitel um Kapitel so weiter und so fort …

Es gibt viele Sätze von Erich Körner-Lakatos, mit denen er die Aufnahmeprüfung der ZZ bestanden haben könnte; aber vielleicht war es doch dieser, mit dem er alles abdeckt, was für ein gesinnungsgemäßes Funktionieren gefordert wird:

„Exaltierte Anhänger des neuen Ritus würden vielleicht den Holocaust vorschlagen, weil den dürfe man ja, ganz im Gegensatz zu unserem christlichen Herrgott, nicht leugnen.“

Generell kann gesagt werden, um keinen Menschen persönlich zu meinen: Es gibt einen Ort, an dem die Wirklichkeit zur Wirkicklheit wird. Das ist „Zur Zeit“. Wirkicklheit ist auch eine Wirklichkeit, aber eine recht besondere, in der durch Buchstabenverschiebungen die Wirklicheit sich zur Gesinnungswirklichkeit … Wie das genau funktioniert, kann wohl beispielsweise „Ostmärker“ Melisch assistiert vom montagsgemachten Innenminister, zwei schreibende Männer für „Zur Zeit“, kompetent Auskunft erteilen:

Freiheitliche ZZ betätigt sich als eifrige Wiederleserin von Robert Jan Verbelen, einem SS-Mörder und Revisionisten

Es wird nicht gewußt, ob Wilhelm Brauneder mit anderen Männern des Wortes ebenso vertraut ist wie mit Karl May, aber ein Robert Jan Verbelen mit seinen Spionageromanen könnte ein weiterer sein, der eine Titelvorlage für den Bericht der „Kommiss…“

„Sebastian Kurz begrüßt Historikerkommission der FPÖ.“ Vorfreude auf den neuen Karl May von Wilhelm Brauneder?

abgeben könnte, zum Beispiel: „Mister Inkognito“ oder „Der Affe auf dem Galgen“ …

 

Zur Zeit - Einer von uns