
Es gibt wohl im Jahr ’18 keinen besseren Tag als den 20. April, um Einsicht zu zeigen, sich selbstkritisch zu hinterfragen.
Und wer weiß um die Bedeutung dieses Tages recht besser Bescheid als die Website der identitären Regierungspartei?
„Interessant finden wir die Tatsache, dass viele, die behaupten, dass sie die Oper nicht mögen, diese nie in ihrem Leben besucht haben. Sie verstehen nicht, welche spannende und beeindruckende Erfahrung das darstellt. Das bedeutet, dass wir in der Welt der Vorurteile leben. Wir verstehen nicht, wie viele Schubladen wir in unseren Köpfen haben, die unser Denken bestimmen. Wir teilen die Wirklichkeit in einfache Kategorien ein. Als verantwortungsbewusste Menschen müssen wir unsere Vorurteile immer hinterfragen und uns darum bemühen, vorschnelles Urteilen ohne eigene Erfahrung zu vermeiden und einzelne Erfahrungen nicht zu verallgemeinern.“
Das schreibt FPÖ unzensuriert am 20. April ’18. Ist das nicht eine hervorragende Selbsterkenntnis? Ist das nicht eine hervorragende selbstkritische Befragung und Hinterfragung des eigenen Tuns? Gerade an diesem verhängnisvollen Datum.
Es gibt diese Tage der kritischen Selbstbefragung, ab und an. Und dann kommen wieder die Tage des gesinnungsgemäßen Alltags. Die Gegenwart lehrt, solche Tage der Erkenntnis gehen vorüber, bleiben ohne Konsequenzen, ändern die Handlungsweisen nicht im geringsten …
Das lehrt nicht nur die Gegenwart. Das lehrt auch die Vergangenheit. Am 20. April ’18 fragt FPÖ unzensuriert, ob denn die Oper „Schnee von gestern“ sei.
„Interessant finden wir die Tatsache, dass viele, die behaupten, dass sie die Oper nicht mögen, diese nie in ihrem Leben besucht haben. Sie verstehen nicht, welche spannende und beeindruckende Erfahrung das darstellt. Das bedeutet, dass wir in der Welt der Vorurteile leben. Wir verstehen nicht, wie viele Schubladen wir in unseren Köpfen haben, die unser Denken bestimmen.„
Das lehrt auch die Vergangenheit. Was für „beeindruckende Erfahrung“ die Oper für den Mann war, der am 20. April, um mit Martin Heidegger zu sprechen, in die Welt geworfen wurde, machten Millionen von Menschen nicht in der Oper, sondern draußen vor der Tür …

Im Jahr ’38 kehrte der am 20. April Geworfene zurück in seine Oper. Auftakt der Nächte der Oper für lange, lange sieben Jahre. Für die Oper im Haus mit von innen verschlossenen Türen, wo mit Operndegen gemordet und Kunstblut verspritzt wird, verkleidete sich sogar der Geworfene, zog einen Frack über den Soldatenrock, während draußen vor der Tür wirkliches Menschenblut zur Sintflut ward.

Der Geworfene, ein Pendler zwischen den Opern. Kaum ist die Tieflandvorstellung in Wien vorüber, muß der Frackverkleidete nach Berlin, zu einer Lohengrinvorstellung, mit dem „großen Staatsmann“ aus Ungarn, nein, nicht mit Viktor Orbán, der wohl davon träumt, daß auch von ihm einst so gesprochen wird, wie er über den Mann an der Seite des Geworfenen spricht. Und er, Orbán, kann sich berechtigte Hoffnung darauf machen, wird er doch in der Gegenwart gewürdigt, sogar von Menschen, kurz gesagt, die nicht von ihm abhängig sind …
„Oper. Vollkommen unbedeutend. Was bringt die Oper für das Deutsche Volk? Bereichert es uns in militärischer, materieller, geistiger Form (in Form von Intelligenz) oder schiebt sie gar die Ausländer ab? Die Oper ist ein Paradebeispiel für abgehobenes Menschentum. Abgehoben nicht an Intelligenz oder höherem Geiste, wie der klassische Operngänger gerne glauben soll. Dekadentes Schauspiel. Kreischende Furien auf der Bühne. Der Inbegriff vom Spiessertum. Gutsituierte ‚Geister‘, sich gegenseitig falsch-lächelnd zum Intellektuellen ernennend, sinnieren in des tieferen Sinn des erlebten Spiels. Woher tiefer Sinn kommen soll fragt niemand.“
Das ist der Kommentar von einem Menschen, der sich für die Website der identitären Regierungspartei „politisch Verfolgter“ nennt, von ihm auf FPÖ unzensuriert geschrieben am 21. April ’18.
„Was bringt die Oper für das Deutsche Volk?“ Politisch Verfolgter urteilt hart über die Oper. Und es ist wahr, lehrt die Vergangenheit, die Oper hat, so wie sie vom Geworfenen und seinen Kameraden und Kameradinnen verstanden wurde, nichts Positives gebracht, nur Verheerung, Not, Elend, Tod, Untergang. Der Geworfene und sein Opernreich haben die Oper und also die Hochkultur nicht mißverstanden, sondern blutig genau verstanden und ihre Massenblutkonsequenzen daraus gezogen, die Hochkultur sinkt herab zum Niedrigsten, das Niedrigste steigt auf zur Hochkultur, die Hochkultur nie versiegende Quelle des Barbarischen, die Hochkultur liefert den Treibstoff für Panzer, die Hochkultur die Stahlschmiede für Bomben …
Göring an der Seite des Geworfenen mit dem ungarischen Staatsmann in der Lohengrinvorstellung … ob er, Göring, Jahre zuvor, nach seiner Sitzung am 20. Februar ’33 mit den vierundzwanzig Herren zur Feier der für alle Seiten erfolgreichen Verhandlung noch in die Oper ging?
In den folgenden zwölf Jahren, während draußen die Welt in wirklichem Blut ersoff, den vierundzwanzig Herren ihre Tresore zu gigantischen Geldarchen drinnen in ihren Villen wurden, werden sich die vierundzwanzig Herren mit Frack und Vatermörder wohl oft in die Oper begeben haben und also sich der Hochkultur hingegeben haben. Während für die Menschen draußen Morden und Ermordet-Werden auf der Tagesordnung stand, stand für die Herren Siemens, Krupp, Opel, Flick, um nur drei namentlich von diesen vierundzwanzig Herren zu nennen, auf dem Theaterzettel vielleicht Tiefland, Rienzi, Lohengrin … Wie die übrigen Herren hießen, Éric Vuillard nennt sie alle beim Namen …
„Was mich betrifft so ist es mir einerlei was Junge von der Oper bzw.von Klassischer Musik halten . ich werde wie schon Jahrzehnte in der Vergangenheit auf in der Zukunft meinen Vier Lebens Säulen treu bleiben die da wären :
Kunst, Geschichte, Literatur und Klassische Musik . Und wenn es wer nicht ausprobiert ?“

Das schreibt Eugens-rache am 21. April ’18 auf FPÖ unzensuriert in seinem Kommentar und bedankt sich artig für „diesen sehr Gut geschriebenen Artikel“ … Ja, Menschen der Hochkultur auf der FPÖ unzensuriert, auch wenn sie wohl keine geldvollgestopften Tresore wie die Herren „im Nirwana der Industrie und Finanz“ haben werden …
Oh, Hochkultur, ewige Quelle, aus der das Barbarische in Fontänen … das lehrt weiter die Gegenwart. Auch Eugens-rache bleibt ihr treu, von dem erst ein Hochkulturkommentar gezeigt werden durfte, Seite an Seite mit dem „politisch Verfolgten“, der sich verfolgt sieht wie Gerd Honsik …
Oh, Prinz Eugen von Savoyen, Ahn‘ der Hochkultur …

Es klagt FPÖ unzensuriert, die Eintrittspreise für die Wiener Staatsoper seien zu hoch, nun, wer die Preisstaffelung der Oper kennt, wird leicht zur Meinung gelangen, die Verantwortlichen der Website der identitären Regierungspartei waren selbst noch nie … Aber Eintrittspreise können leicht gesenkt werden, hierzu reicht es oft schon, die Steuer zu senken. Aber das ist der zurzeitigen schwarzidentitären Regierung kein Anliegen, hingegen die Steuersenkung für Beherbergungsbetriebe sehr wohl. Wenn sie wenigstens zum Schlafen Theater, Kinos aufsuchte und nicht Pensionen, Hotels, dann wäre die Umsatzsteuer ebenso schnell gesenkt wie für das Campieren …
Daran ließe sich beinahe ein Unterschied zwischen Gegenwart und Vergangenheit festmachen. In der Vergangenheit: Vatermörder der Hochkultur, in der Gegenwart: Schlafende der Hochkultur …
Das ist der Kommentar auf der gesinnungsgemäß zensierten Website der identitären Regierungspartei am 23. April ’18. Trashcansinatra schreibt nicht Mauthausen hin, schreibt aber die Koordinaten recht nah von Mauthausen. Um genau zu sein, es sind die Koordinaten von Feichter. Entweder hat sich Trashcansinatra ein wenig vertan, aber eher, um sagen zu können, sollte es eine Aufregung, eine Empörung geben, es sei nicht Mauthausen gemeint gewesen. Aber diese Taktik ist in dieser Gesinnungsgemeinschaft eine alte, das Eindeutige so zu bringen, daß bei Empörung durch ein Schlupfloch gekrochen werden kann. Schon im „Weisenbericht“ ist die Taktik mit den schlüpfrigen Formulierungen beschrieben, der vor 18 Jahren zur ersten schwarzblauen Regierung erstellt werden mußte.
Allein dieser Kommentar zu einem Kommentar der FPÖ unzensuriert zur Verteidigung unter dem Titel „Gudenus-Sager ‚antisemitisch‘? – ‚Jerusalem Post‘ schrieb aber das gleiche‘ … Es wird von der Schreibstaffel der FPÖ unzensuriert genau verstanden, worum es eigentlich geht, wenn der Name George Soros fällt. Und auch andere äußern sich in ihren Kommentaren gesinnungsgemäß recht eindeutig auf diesem Schreibplatz von Harald Vilimsky, der für FPÖ unzensuriert ebenfalls schon seine Tastatur gegen George Soros in Stellung brachte …
Mag es auch grauslich sein, allein der Kommentar von Trashcansinatra reichte als Zitat, also Hunderttausende nach Mauthausen, aber es sind diesmal auch weitere zu zitieren, um ein weiteres Mal festzuhalten, was das für eine Website ist. Es ist auch diese Website, auf der der Generalsekretär der identitären Regierungspartei in Österreich schreibt …
IRRA: „Da bin ich wieder voll bei ihnen, aber, so wie der ausschaut? Meines Wissens werden ‚Galapagos-Schildkröten‘ sehr, sehr alt!!!! Is a bisl Scheiße!!!!“
Eugens-rache: „‚Galapagos-Schildkröten‘ sehr, sehr alt!!! So so -Sehr, sehr alt also ? Hmmm.. Jo mei , dann muaßn halt endli Wer auf Buggl umme drehn , dann hod sich des mitm sehr sehr alt werden sowieso relativ sehr schnell erledigt . Und was lerne ich daraus? es gibt IMMER eine Möglichkeit und somit einen Weg .“
IRRA: „LOL !“
McErdal: „Rothschild’s Mann für’s Grobe……… *3 Todespläne für das Nachkriegsdeutschland. Der Morgenthau, Kaufmann, Hooton Plan.* wwwwahrheitinside.wordpress.
com/2016/01/23/3-todesplaene-fuer-das-nachk…“
Es ist in den Kommentaren alles vorhanden, daß die Frage von FPÖ unzensuriert im Titel schon beantwortet, ob es denn antisemitisch sei, und es ist mehr als das, die gesamte Grauslichkeit, die aus der Vergangenheit gekannt wird: Menschen als Tiere hinzustellen, um sie dann leichter ermorden zu können, das Geschwefel von den „Todesplänen“ und so weiter und so gesinnungsgemäß.
Es darf bei dieser Website niemals vergessen werden, kurz gesagt, von wem diese ist, nämlich von einer Regierungspartei.
Es ist also nicht irgendeine Website, beispielsweise wie die von McErdal herangezogene Quelle „Wahrheitinside“, auch wenn Unterschiede … „Wahrheitinside“ werden viele als das sehen, was sie ist, nämlich zu ignorieren. „Wahrheitinside“ verteidigt zum Beispiel Frau Haverbeck, eine Holocaustleugnerin, aber nicht nur diese obskure Website verteidigt sie, sondern auch Menschen, die gewählt werden …
Wenn es auch einen Unterschied in der gesellschaftlichen Stellung dieser Websites gibt, so eint sie im Gemeinsamen, um ein Beispiel zu nennen, der rechte Glaube an Zitate, wie etwa jenes über den Antifaschismus von Silone nach einer Erwähnung von Bondy, das auch ein Hofer, Strache, Gudenus, Kickl …
McErdal, Eugens-rache, Irra, Trauerspiel sind schon so etwas wie eine Stammeinheit der Schreibstaffel der gesinnungsgemäß zensierten Website, und was sie diesmal zum auf George Soros getauften Antisemitismus schreiben, überrascht nicht, zu oft schon haben sie sich mit Kommentaren hervorgetan, die …
Eigentlich überrascht auch nicht der Kommentar von Trashcansinatra, also Hunderttausende nach Mauthausen, zu oft schon mußte auf der Website der identitären Regierungspartei in Kommentaren gelesen werden, wohin Menschen zu bringen sind …