Hübner schon wieder. Österreichischer und fellnerischer Umgang.

FPÖ - HSW Hübner schon wieder

Wie der Umgang in Österreich ist, mit einem und einer, die beispielsweise „antisemitische Codes“ verwendet, war gestern wieder einmal zu erleben, Wolfgang Fellner führte es exemplarisch vor, in seinem Interview in seiner Fernsehanstalt mit Johannes Hübner. Fellnerisch war es, also österreichisch, oder österreichisch war es, also fellnerisch.

Und das heißt. Nachsichtig. Freundlich. Es großzügig zu bewerten, so in der Art, es sei halt ein Blödsinn gewesen, na ja, eine Dummheit, wie von einem Schulbuben. Da darf ein am Rentenalter kratzender Rechtsanwalt mit der Milde rechnen, die sich Jugendliche zu oft nur wünschen würden.

Fellnerisch oder österreichisch war das Interview. Und das heißt auch. Es wird einander lange, Jahrzehnte lang gekannt, es wird einander geschätzt – Fellner schätzt Hübner. Aber Fellner weiß auch, wer innerhalb der identitären Parlamentspartei wen – Hofer schätze Hübner und Hübner schätze Hofer.

Wer aber mit keiner Nachsicht, mit keiner Freundlichkeit rechnen darf, mit keinem österreichischen oder fellnerischen Umgang, ist, wer nicht österreichisch, also fellnerisch oder fellnerisch, also österreichisch spricht, auf- und hintritt … wenn eine Partei bloß interne Turbulenzen hat, aber beispielsweise keine „antisemitischen Codes“ verwendet oder antiziganistisch oder … oder … agiert, so eine Partei ist dann mit ganz österreichischer oder fellnerischer Härte zu beurteilen, als eine abzustrafende, als eine je nicht wählbare, wie es Wolfgang Fellner in dieser Woche in seiner Umsonst schrieb, und er meinte nicht die identitäre Parlamentspartei, sondern die Grünen …

„Noch spannender wird angesichts der ‚Pilz-Show‘ die Frage, wie die Grünen für ihre Unfähigkeit der letzten Monate abgestraft werden. Derzeit ist es leicht möglich, dass die Grünen mit weniger als 4 % aus dem Parlament fliegen. Verdient hätten sie sich das.“

Ja, aus dem Parlament zu fliegen hätten sie es sich, so Fellner, verdient. Weil sie was tun? Weil sie all das nicht tun, was die Hübners tun. Würden sie all das tun, was die Hübners tun, schriebe Fellner wohl, sie hätten es sich verdient, in die Regierung hochzufliegen.

Fellnerisch oder österreichisch sind dagegen die Sorgen, die sich gestern Wolfgang Fellner machte, ob es für die FPÖ nicht besser sei, am 15. Oktober 2015 nur zweitstärkste Partei in der Nationalratswahl zu werden, denn das würde fellnerisch gedacht ihre Chance einer Regierungsbeteiligung erhöhen, weil weder die ÖVP noch die SPÖ unter einer FPÖ, würde sie stärkste Partei werden, mit ihr in eine Regierung …

Und so wird, wie es den Anschein hat, und der Anschein ist österreichische oder fellnerische Wirklichkeit, die identitäre Parlamentspartei in die Regierung hochfliegen und – wie aus allen Vergangenheiten bekannt – abstürzen, wie – Ikarus kann bei dieser Partei nicht zum Vergleich herangezogen werden – Odin …

Parteien werden stets mit ihren Abkürzungen benannt, weil die Abkürzungen ausgesprochen wohl zu lang sind. Die FPÖ – Freiheitliche Partei Österreich – kann aber auch mit nur drei Wörtern ausgesprochen genauer und zutreffender, wie es eben Johannes Hübner für diese Partei wieder einmal exemplarisch vorexerzierte, wieder einer, der aus der langen Reihe dafür vortrat, genannt werden: Hübner schon wieder.

Und wem Hübner schon wieder zu lang ist, kann es auch abkürzen: HSW.

Und Johannes Hübner selbst agiert ebenfalls österreichisch oder fellnerisch, er verläßt nicht augenblicklich das Parlament, er verläßt nicht die Partei, er kandidiert bloß nicht mehr, ach, das wird er wohl als Opfer empfinden, denn er will ja nur Schaden von seiner Partei, seiner HSW abwenden. Österreichisch oder fellnerisch bekommt er dafür von Wolfgang Fellner … Wahrlich, Österreich, Fellnerreich, Land der großen Opfer vergangenheitsreich, und Frankenburg exerziert in diesem Sommer wieder einmal vor, zu welchen Opfern

Hübner - Schmitt - Rambo

Und übrigens, Johannes Hübner, berichtet die Umsonst ebenfalls in dieser Woche, sehe es nun als „Blödsinn“, er habe lediglich Carl Schmitt vorgelesen, um den Hans Kelsen zugeschriebenen Namen ins Spiel zu bringen … Carl Schmitt: „Kronjurist des Dritten Reiches“ … Nachsichtig, freundlich und großzügig ist Johannes Hübner auf österreichische oder fellnerische Art, wenn er sagt, wo er auftrat, das sei keine „rechtsradikale“, sondern lediglich

FPÖ-ZZ „wünscht weiteste Verbreitung“ der „braunen Festschrift“ für Rolf Kosiek, einen „radikalen Antisemiten und Rassentheoretiker“

Gesellschaft für Publizistik

eine „rechtsgerichtete“ Vereinigung … Wird an die recht bevorzugte und empfohlene Literatur in dieser Partei gedacht, erweist sich Johannes Hübner auch darin mit seinem Schmitt-Zitat eben als ein echter Mandatar der HSW …

Oe Fellner im Kampf - Die große Wahldiskussion

1925: „Heimkehr Österreichs ins Reich“ und „Das Frankenburger Würfelspiel“

Es wird recht gern so getan, als wäre etwas, das es beispielsweise seit 1925 gibt, harmlos. Seit diesem Jahr wird in Frankenburg etwas aufgeführt, das seine Unterstützerinnen, seine Förderer hat, seine Partner und Partnerinnen, bis zum heutigen Tage, wie gelesen werden kann …

Das Frankenburger Würfelspiel: „Spül‘ ma an Nazi oder nit“ ist entschieden – Premiere ist am 28. Juli 2017

… oder gar, wie es die itzingerische Witwe meinte, wenn etwas 1625 spiele, dann könne es in der Gegenwart nicht  …

Und noch etwas gab es 1925, noch etwas wurde 1925 geschaffen, ein Bild, das für den Leopold-Stocker-Verlag, wie in der Collage gelesen werden kann, untrennbar nach seiner Reklame zusammengehört mit dem itzingerischen „Würfelspiel“: die „Heimkehr Österreichs ins Reich“ …

„Dieses Bild von Professor Hermann Bergmeister wurde 1925 als Ausdruck der Sehnsucht und der Hoffnung gemalt. Heute ist das symbolische Bild himmelbeglückende Wirklichkeit geworden. Das Bild versinnbildlicht die Heimkehr Österreichs ins Reich; Mutter Germania begrüßt an der Stelle des gefallenen Grenzpfahles den ins Reich heimkehrenden Alpendeutschen. Dieses Bild war unter Anschuldigung des Hochverrates 4 Jahre in Österreich verboten.“

Dreizehn Jahre später konnte der Leopold-Stocker-Verlag sich himmelbeglückt fühlen, und sieben Jahre später wurde Bilanz über zwölf Jahre gezogen: Elend, Not, Tod, Massenmord, und acht Jahre zuvor, 1925, malte Hermann Bergmeister seine Sehnsucht und seine Hoffnung, wurde in Frankenburg itzingerisch gewürfelt. Es wird nicht gewußt, ob die Sehnsucht und die Hoffnung von Bergmeister die nach diesen zwölf Jahren war, von Itzinger darf gesagt werden, dafür spricht seine Biographie gegen ihn, er fand seine Sehnsucht und seine Hoffnung in diesen zwölf Jahren erfüllt.

Was die Sehnsucht und die Hoffnung des Leopold-Stocker-Verlages anbelangt, so mag er sie haben, welche auch immer, zum Teilen oder gar zum Wählen aber sind diese ganz und gar nicht.

Und dann gibt es seit 2016 einen neuen Verlag, von einem Mann, der nicht Herz heißt, aber mit der Zuneigung der Copysite der identitären Parlamentspartei reich gesegnet, dessen Sehnsucht und Hoffnung ihn wohl dazu verleitete, seinen Verlag Jungbrunnen statt Alttümpelverlag zu taufen … es sind Sehnsüchte und Hoffnungen, die je nicht eine erste Chance verdienen.

Stocker Ares Itzinger Bergmeister Frankenburg.png

Das Frankenburger Würfelspiel: „Spül‘ ma an Nazi oder nit“ ist entschieden – Premiere ist am 28. Juli 2017

Das Frankenburger Würfelspiel - Blutgericht - Briefmarke Österreich 2005.png

Es erstaunt nicht, daß die Copysite der identitären Parlamentspartei nichts davon erzählt, wer Karl Itzinger war, in ihrer Sonntagsserie, in der sie ihren Geist in der speckigsten Krachledernen, ihre Gesinnung  dirndlhochgeschnürt zum Frühschoppen … es erstaunt auch diesmal nicht, daß sie nicht berichten will, was dieser, Itzinger, vor und nach 1945 … davor war das „Gesetz“ auf seiner Seite, danach mußte ein Gesetz geschaffen werden, damit solche seine Gesetze nie wieder …

Und noch etwas erstaunt nicht, mögen sich auch viele fragen, weshalb Oberösterreich, warum immer wieder Oberösterreich. Wer will noch erstaunt sein, noch lange nach Antworten suchen, warum immer wieder Oberösterreich. Am 28. Juli 2017 gibt es in Frankenburg eine Premiere. Mit „800 Laiendarsteller“. Sie sollten es aber nicht „Frankenburger Würfelspiel“ nennen, sondern so, wie es in der gesetzlich geregelten Massenverbrechenszeit hieß: „Das Blutgericht am Haushamerfeld“.

Frankenburg - Karl Itzinger - Rosenberg, Geburtstag, Hitler und Würfelspiel

Denn gewürfelt wird in Frankenburg nicht. Vielleicht wurde irgendwann gewürfelt in Frankenburg, ob sie einen Nazi nachspielen sollen oder ob sie einen Nazi nicht nachspielen sollen. Einmal gewürfelt. Auf dem Itzingerweg oder auf der Würfelspielstraße zusammengekommen, um es einmal auszuwürfeln. Und dann fiel der Würfel für immer auf Karl Itzinger. Und so gibt es am 28. Juli 2017 in Frankenburg, Oberösterreich wieder einen … Nicht nur treu zu Karl Itzinger zu stehen, ist Frankenburg eine Ehre, sondern auch die Traditionsfahne des Laienspiels stolz weiterzutragen, des Laienspiels, das eine Hochblüte in jener Zeit hatte, als die Gesetze noch ganz der Gesinnung von …

Und noch etwas erstaunt nicht, mit Karl Itzinger sogleich den Leopold-Stocker-Verlag erwähnt zu finden, vor 1945 und nach 1945, als seine Witwe ersuchte, die Werke ihres verstorbenen Mannes wieder auflegen lassen zu dürfen … wo sonst, als im Stocker-Verlag …

Und mit dem Stocker-Verlag sind wir wieder am Anfang des Kapitels, bei der Copysite der …

NS Daß, wie in der Collage gelesen werden kann, Steppenwolf „Das Blutgericht“ gleich gesinnungsgemäß nutzt, auch das erstaunt nicht, zu viel wird von Steppenwolf schon gewußt.

 

Frankenburger Würfelspiel - Gewürfelt wird nicht - Gespielt was die Alten spülten

PPS Es könnte wer sagen, ach, der Copysite werde ein Vorwurf gemacht, zu verschweigen, wer und vor allem was Karl Itzinger war … dem ist nicht so. Wie könnte das auch, im Angesicht dieses Landes …

Karl Itzinger - Ungebrochene Opferbereitschaft.pngOb in Frankenburg groß erzählt wird, in diesem Jahr werde wieder nachaufgeführt ein … erzählt wird, weshalb es ach nur alle zwei Jahre stattfindet: „mehr als 500 Laiendarsteller opfern ihre Freizeit für Proben und Aufführungen“ – ja, die Opferbereitschaft ungebrochen … Es ist „Erinnerungskultur Österreichs“, wie auf „Austria Forum“ zu lesen ist. Und darunter ein Artikel aus der Wiener Zeitung vom 21. Juni 2012, der „freundlicherweise zur Verfügung gestellt“ … Und was kann bei Johann Werfring zu Itzinger gelesen werden, am 21. Juni 2012? Das, was auch die Copysite nicht schreibt.

„Karl Itzlinger verfasste sein Drama zum Würfelspiel, welches bis heute in Frankenburg aufgeführt wird. Auch das im Museum ausgestellte Bauernkriegsschach entstand 1925.“

Der Wiener Zeitung ist das „Wehret den Anfängen“ äußert wichtig, und Johann Werfring hätte bestimmt etwas anderes geschrieben, aber unter „Itzlinger“, wie Itzinger bei Werfring heißt, hat er einfach nichts Anrüchiges gefunden, und so wird es für die Zeitung der Republik Österreich in Ordnung gegangen sein, wie ja auch die Artikel des Christian Ortner oder des Kotschy …

Austria Forum - Das Frankenburger Würfelspiel - Wiener Zeitung

Dollfuß abgehängt, Kunschak entpreist

Kunschak entpreist

Hans Rauscher schreibt darüber, am 20. Juli 2017. Er ist begeistert von dieser „richtigen, längst fälligen Maßnahme“, Dollfuß abzuhängen, Kunschak zu entpreisen. Und „richtige Maßnahmen“ stimmen milde, lassen harte Worte nicht zu. Ein abgehängter Mann, wird der gütige Hans Rauscher sich wohl gedacht haben, muß nicht noch streng benannt werden. Abgehängt zu werden, ist bereits Strafe genug. Ein Diktator muß deshalb nicht mehr Diktator genannt werden, es reicht: „Antidemokrat“. Und es ist ja klar, also für Hans Rauscher, eine Antidemokratin kann ohnehin nur ein Diktatorin sein. Ein Austrofaschist muß deshalb nicht mehr Austrofaschist genannt werden, es reicht: „konservativer Politiker“. Und es ist ja klar, also für Hans Rauscher, eine konservative Politikerin kann ohnehin nur eine Austrofaschistin sein.

Für eine „richtige, längt fällige Maßnahme“ muß auch wer so richtig demokratisch verantwortlich sein, eine solche muß wer so richtig demokratisch „verordnen“, und er, Rauscher, weiß auch gleich, wer das nur sein kann. Hans Rauscher ist ein moderner, aufgeklärter Mann, und das verbietet ihm mit der gleichen Begeisterung, wie er diese „richtige, längst fällige Maßnahme“ begrüßt, den Mann zu feiern, der für diese Maßnahme nur verantwortlich, diese nur „verordnet“ haben kann. Rauschers Begeisterung fällt daher verhalten aus. Und verhaltener kann eine Begeisterung nicht ausfallen, als dadurch, diese

„Kann es sein, dass die Entfernung zu der Umkrempelung gehört, die Sebastian Kurz der Partei verordnet?“

in eine Frage zu kleiden. Noch. Welche „Umkrempelungen“ der konservative Politiker noch „der Partei veordnet“, kann in ebendiesen Tagen auch erfahren werden, aus dem Ausland in das Inland getragen, eine aber, so viel kann mit Gewißheit gesagt werden, ist nicht dabei, die Umkrempelung der Partei zu einer auch italienischsprechenden.

Dollfuß abgehängt, Kunschak entpreist. Wenn das kein Grund ist, ins Schwärmen zu geraten, über „die ÖVP“, die „im Unterschied zur FPÖ lernt“. Ist dieser Unterschied nicht auch gerade in diesen Tagen wieder so eindrücklich feststellbar, wie lernunwillig die FPÖ im Hübner sitzt, während die ÖVP lernt und lernt, vor allem die Jungen in der ÖVP sind so lernbegierig, wie es in keiner anderen Partei die Jungen sind. Ganz gleich, wo die Jungen in der ÖVP sich aufhalten, im Juridicum oder anderswo, sie lernen und lernen. So ganz anders als die Jungen in der FPÖ. Weil die Jungen in der FPÖ lernen nicht, die Jungen in der FPÖ nehmen nur die Fackel auf und tragen diese weiter. Denn das Lernen scheint den Jungen in der FPÖ „geistige Onanie“ zu sein. Aber sie sind damit zugleich doch brave Christenkinder, denn der Katechismus lehrt weiter, Onanie ist nichts Erstrebenswertes.

Hans Rauscher hätte seine verhaltene Begeisterung für Kurzens „verordnete Umkrempelungen“ vielleicht jetzt schon gänzlich aufgegeben und wäre vollends der Begeisterung verfallen, hätte er nicht nur darüber berichten können, daß „Dollfuß abgehängt“ wurde, sondern auch Kunschak entpreist wurde.

Über den entpreisten Kunschak allerdings konnte Hans Rauscher nichts schreiben. Kunschak wurde nicht entpreist. Bloß ein Bild wurde abgehängt. Das von Dollfuß. Hans Rauscher ist nicht nur ein moderner und aufgeklärter Mann, er ist auch ein genügsamer Mann. Wohl wert, seiner noch in Jahrhunderten zu gedenken. Kunschak wurde nicht entpreist. Ein Bild gibt nichts her, mit einem Bild können keine Aktivitäten gesetzt werden, ein Bild macht aus keinem Menschen einen „Präsidenten“. Mit einem Bild können keine Menschen für sich eingenommen werden. Hingegen mit einem Preis. Ja, mit einem Leopold-Kunschak-Preis kann rege gehandelt werden. Die Funktionsperiode von Werner Fasslabend ist, wie in der Collage gelesen werden kann, seit weit über einem Jahr als Vereinsvorsitzender abgelaufen, aber der Öffentlichkeit ist er dennoch als „Präsident“ präsent und schickt Presseaussendungen aus, wie beispielsweise im Juni 2017 zum Ableben von Alois Mock, der so viel für das Leopold-Kunschak-Andenken … da kann der Präsident des Kuratoriums des Leopold-Kunschak-Preises – für die Behörde schlicht ein Verein mit abgelaufenen Funktionsperioden – nicht schweigen, muß der Vereinspräsident einfach seine Anteilnahme der Familie von Alois Mock aussprechen und in Dankbarkeit an Leopold Kunschak erinnern, und beispielsweise El Gawhary wird jetzt nicht nur Leopold Kunschak dankbar sein, einen nach ihm benannten Preis bekommen zu haben, sondern auch Alois Mock, der so viel für das Renommee des Leopold-Kunschak-Preises getan hat, dem nun auch El Gawhary ewig dankbar sein wird, nicht nur irgendeinen Preis, sondern einen renommierten Preis bekommen zu haben.

Ein Bild wurde abgehängt. Aber es wird nicht verschwinden, irgendwo in einem tiefen Keller, oder auf einem Flohmarkt, bei der Gerümpelabteilung beispielsweise auf dem Flohmarkt am Naschmarkt. Es soll, ist zu lesen, wieder aufgehängt werden, irgendwo im tiefen Niederösterreichischen, auf dem Lande also, das für sich damit ehrlich werden könnte, insgesamt ein Museum der …

Ein Bild wurde abgehängt, und das läßt Hans Rauscher ins Schwärmen geraten. Für Trost aber für jene, die das Bild vermissen werden, ist reichlich gesorgt. Und außerdem, wer ein braves Christenkind ist, der betet ohnehin nicht vor einem Bild, sondern in der Kirche, zum Beispiel in der vom Parlament unweiten Michaelerkirche, wo er auch vor einem steinernen Dollfuß sein und ihr Knie tiefbeugen kann …

Dollfuß kurz abgehängtVielleicht wurde im Halbdunkel der Michaelerkirche schon einmal Sebastian Kurz gesehen, wie er gespendete Kerzen anzündete. Und wenn ja, woran mag er, für den Hans Rauscher noch verhaltene, aber schon Begeisterung aufbringen kann, beim Anzünden der Kerzen gedacht haben? Vielleicht gedachte er Leopold Kunschak, von dem so viel gelernt werden kann, auch heute noch, beispielweise wer in das Land darf und wer nicht in das brave Land der Christenkinder darf.

Oh, das ist bei weitem noch nicht alles, was von Leopold Kunschak für das Heute gelernt werden kann. Ist er nicht geradezu ein Heiliger der Sozialpolitik, daß die Solidarität wieder reiche bis zu Kraut und Kartoffeln ohne Fleisch …

Hans Rauscher hätte in seiner Begeisterung für Sebastian Kurz gar nicht so verhalten sein müssen.

Sebastian Kurz ist wohl ein Mann, der einst auf Bildern verewigt sein wird. Vielleicht sogar, spricht er doch viel vom Christlichen, ebenfalls als „Religionsstifter, angeschmiegt an …Vielleicht malt der Parteimaler bereits an solch einem Bild, gerade in diesen Tagen im Sommer 2017, in denen schon der Anführer der Partei seiner Gesinnung von „Italien“ verlangt, sich bei Sebastian Kurz zu entschuldigen …

PS Sollte Ihnen der Kirchenfürst neben den „Religionsstiftern“ in der obigen Collage nichts sagen, und sollte es Sie dennoch interessieren, in diesen Kapiteln erfahren Sie auch einiges über ihn.

 

Vom Parlament, vom Rathaus nur eine Armlänge zur Stöhr

Vom Parlamnt vom Rathaus nur eine Armlänge zur Stöhr.png

Was würde eine Buchhandlung über die Menschen, die sie aufsuchen, erzählen können? Was erzählte Stöhr über ihre Käufer und Käuferinnen?

Es wird gewußt, was die Unzensuriert über Stöhr schreibt: Lob und Empfehlung. Und vor allem, bei ihr die Bücher zu kaufen, die Unzensuriert ans Herz legt, zum Beispiel: Alain de Benoist, „Kulturrevolution von Rechts“. Ein Buch als Mittel, also als Medikament gegen die Krankheit, unter der gerade Leserinnen und Leser der Unzensuriert bevorzugt zu leiden scheinen, Österreich, gerade Österreich sei schwer, unheilbar erkrankt am linken Hegemonialsyndrom.

Vielleicht erzählte Stöhr von einem solchen Tag, an dem vorwiegend Männer auf ihrem abendlichen Nachhauseweg vom Rathaus und vom Parlament bei ihr noch hineinschauen, um die Bücher zu erwerben, von denen sie tagsüber im Parlamentsbüro oder während einer Gemeinderatssitzung in der Unzensuriert gelesen hätten, um sich gegen das linke Hegemonialsyndrom zu immunisieren, aber auch, wenn sie noch Fakten und Daten benötigen könnten etwa für eine bevorstehende Reise zu einem Kongreß, zu dem sie als Referenten, seltener als Referentinnen eingeladen …

Manch ein Mann braucht vielleicht nur neuen Stoff für die lange Bahnfahrt nach Hause, ins Oberösterreichische

Manch ein alter Mann kommt vielleicht nur vorbei, um beim Anblick der Waffen in den Büchern und Magazinen zu träumen, wie aus seiner Wohnung eine Kaserne wird, um alle Waffen unterzubringen, die er in der Wirklichkeit nicht haben darf, und davon, wie er das Gesetz verhaftet, weil es ihm Böses antut.

Denn, sagte die Stöhr. Es ist nicht weit vom Rathaus, vom Parlament zur ihr

Vielleicht erzählte Stöhr auch von ihrem Traum, der sich eines baldigen Tages ihr erfüllen möge, darum bete sie ihre Rosenkränze fünf- bis achtmal am Tage, wenn nicht nur vom Rathaus, nicht nur vom Parlament, sondern auch vom Bundeskanzleramt vorwiegend Männer auf ihrem abendlichen Nachhauseweg bei ihr noch hereinschneien …

Denn, sagte die Stöhr. Auch vom Bundeskanzleramt ist es gar nicht weit zu ihr. Eine durchgestreckte Armlänge, mehr nicht, wie Stöhr kurze Distanzen dabei recht anschaulich beschriebe.

Habe Sie noch weitere Träume, für die sie bete, könnte die Stöhr gefragt werden. Und sie erzählte dann vielleicht von ihrem Traum, eines baldigen Tages zu einer Lesung zu ihr einladen zu können, von einer jetzt schon hochgestellten Person, die dann noch höhergestellt …

Was könnte die Stöhr noch gefragt werden? Vielleicht. Ob sie nicht Befürchtungen habe, eines Tages könnten andere Herren bei ihr vorbeischauen und ihre Bücher und Magazine genauer unter die Lupe … Nein, das müßte die Stöhr nicht gefragt werden. Die Bücher und die Magazine der Stöhr sind ja schon die Antwort darauf, und vielleicht finge dann ein Roman über die Stöhr so an, der im von der Unzensuriert recht empfohlenen Jungbrunnenverlag erscheinen könnte, geschrieben von einem Manne mit einem recht ausgewählten Pseudonym, zum Beispiel kurz, aber doch prägnant: Dietrich …

Und ein Dietrich entlehnte oder – wie es der Lieblingsbeschäftigung in diesen Kreisen angemessen wäre – kopierte einen Anfangssatz von einem Roman, dessen Titel er aber gesinnungsgemäß nicht kopieren könnte, sondern umzuschreiben hätte auf Das Tribunal:

Jemand musste S. verleumdet haben, denn ohne dass sie etwas Böses getan hätte, wurde sie eines Morgens verhaftet.

Zur Stöhr ists nicht weit für recht belesene Herren

 

Hübner schon wieder

Hübner schon wieder

Nun hat also Herbert Kickl mit Johannes Hübner wegen der „antisemitischen Codes“ gesprochen. Und alles sei, ist zu lesen, nun wieder recht geregelt. Hübner werde künftig vorsichtiger sein.

So wird das geregelt, in einer identitären Parlamentspartei. Rasch und mit einer Lösung oder, weil es sprachlich von der Herkunft paßt, eine Losung, eine Losung als Lösung wurde recht rasch also gefunden oder, weil es von der sprachlichen Verwandtschaft ebenfalls paßt, ausgeschieden: Vorsicht.

Für eine recht rasche Losung müssen eben in einer identitären Parlamentspartei nur die Richtigen miteinander sprechen. In diesem Fall Reiseexperte mit Reiseexperten. Und Herbert Kickl ist Johannes Hübner ein ebenbürtiger Reiseexperte, das Diplom dafür erwarb er sich im letzten Jahr, als er nach Linz, in den Vorort von Braunau reiste …

Solch eine identitäre Parlamentspartei ist aber reich an Reiseexpertise. Zu dieser recht raschen Lösung als Losung hätte Johannes Hübner auch in einem Gespräch mit der Reiseexpertin kommen können – Referentin FPÖ-NR Barbara Rosenkranz und Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck in einem Bio-Hotel beim „Zuerst!-Lesertreffen“ …

Eine identitäre Parlamentspartei hat nicht nur Reiseexpertise, sondern sie versteht sich auch recht auf das Einladen …

Wer kann einen Menschen nicht verstehen, der etwa nach Lektüre der Kapiteln

„Empfinden breiter Volksschichten“, also von Pegida Nagel Hübner, Mölzer … „Ewigen Treueschwur dem ‚Führerunser’“

Zur Zeit: Lügen, Manipulation und Propaganda

Ehe ein Hahn einmal kräht, hat He.-Chr. Strache dreimal verleugnet

Ganze freiheitliche Gemein-Schaft ist ausgewandert

Kursalon Hübner, ein von Heinz-Christian Strache gewählter treuer Boden für ein Sommergespräch

Johann Herzog: „… uns das größte Ereignis seit ’45 … Norbert Hofer zustande gebracht hat“

murmelt: Hübner schon wieder, Hübner immer wieder, auch Johannes Hübner, von welcher Partei sonst als von der identitären Parlamentspartei.

PS Es hat ein Jahr gebraucht, bis es entschlossen wurde, bekanntwerden zu lassen, die Sache mit den „antisemitischen Codes“ und den anderen hübnerischen Aussagen. Daß es nicht vorher schon bekannt war, wer will es noch glauben. Es scheint einen Wahlkampf zu brauchen, um … Es ist nicht weit her mit der Ernsthaftigkeit in diesem Land, wirklich und tatsächlich und ohne Nutznießung etwa gegen Antisemitismus zu sein. Und niemand scheint einen Nutzen für sich selbst darin zu sehen, gegen Antiziganismus zu sein, nicht einmal in einem Wahlkampf …

NNS Ein Reiseexperte aus Deutschland, der auch ein Grußexperte ist, war im letzten Jahr auch geladen in den Vorort von Braunau, zur selben Veranstaltung, in der Herbert Kickl … Alphabet of Enlightenment, H-H: Haverbeck, Höcke, Hofer, Holocaust

Dem Rind allein gehört die christliche Liebe der Unzensurierten

Uncensored

 

Es könnte viel dazu geschrieben werden, wie sehr Sex mit Tieren verbreitet ist, in Deutschland, in Österreich, kurz gesagt, in Europa. Auch zum Tiersextourismus. Auch zu Vereinen beispielsweise in Deutschland, die sich als Lobby für Sex mit Tieren, für Beziehungen zwischen Mensch und Tier wie in Lebensgemeinschaften, Ehen verstehen. Auch zu Menschen, die Tiere für den Sex mit Menschen dressieren, und so weiter und so fort.

Der Anlaß dazu?

Die Unzensuriert der identitären Parlamentspartei kopiert wieder einmal einen Artikel gesinnungsgemäß um, in dem es um einen Mann in der Schweiz geht, der mit einem Rind … Gesinnungsgemäß wird im Kommentar von der Unzensuriert die sogenannte nationale Zugehörigkeit des Mannes hervorgehoben. Gesinnungsgemäß wird in den Kommentaren der Schreibstaffel diesem Mann gesinnungsgemäß augenblicklich ein Glaube unterstellt, ebenfalls gesinnungsgemäß ist der Schreibstaffel sofort recht klar, nur dieser Glaube, der nicht der ihre ist, ist verantwortlich für das, was der Mann mit dem Rind …, wie viele auch diesmal solchen Kommentaren ihre positive Zustimmung … und so weiter und so schrecklich fort.

Es wird aber nichts dazu geschrieben, wie sehr Sex mit Tieren verbreitet ist, in Deutschland, in Österreich, kurz gesagt, in Europa. Denn. Das heißt bloß, in die Falle zu gehen. Ihre Debatte, die keine Debatte ist, weiterzuführen, weiterzutragen, und soher unfreiwillig zu unterstützen. So unnütz also der umkopierte Kommentar, weil es die Information im Originalartikel bereits gibt, ist, so unnütz die Kommentare der Schreibstaffel sind, so unnütz wäre das Aufzeigen, daß der Tiersex keine importierte Sexpraktik ist, sondern europäischer Hausgebrauch, engagiert gehegte christliche Tradition des Abendlands …

Weshalb wird dann nicht darüber geschwiegen?

Weil.

Nun. Unzensuriert in englischer Übersetzung: Uncensored. Es ist wohl nicht von ungefähr, daß gerade Websites mit pornographischem Material ebenfalls nicht abgeneigt sind, den Namen Unzensuriert führen. Es wird viel davon gesprochen und geschrieben, wie sehr im Internet Haß und Hetze verbreitet werden. Aber nicht gewürdigt, daß es auch ein pornographisches Schreiben sade’scher Figuren ist, mußte beim Lesen der Kommentare der Schreibstaffel wieder einmal gedacht werden. Und es ist ebenfalls nicht von ungefähr, daß Kommentare, auch von der Schreibstaffel der Unzensuriert der identitären Parlamentspartei, geschrieben sind, als wären sie Übersetzungen, gleich wie automatisierte Übersetzungen in das Deutsche von anderssprachigen Sites mit pornographischem Material, wie in der Collage gelesen werden kann.

Besonders pornographisch wird es aber stets, wenn es gegen Frauen .. dann kennen die Männer der Schreibstaffel kein Halten mehr, dann steigt ihre Leitungskurve an, als wären sie noch junge Männer in vollem Saft … Franz Dinghofer auf FPÖ unzensuriert sucht für IS Bombenziele in Österreich aus.

Es ist nicht nur Pornographie, gegen die das sonst als Pornographie Bekannte keine Pornographie ist, es ist aber eine Pornographie von Menschen, die nicht dumpf, ungebildet sind. Denn. Sie informieren sich, sie lesen, sie überlegen, sie haben ihre Denker. Denkerinnen weniger. Wenn einer oder eine aus der Schreibstaffel schreibt, wie in der Collage gelesen werden kann, bevorzugt werde eine „Partnerschaft mit den Visegradstaaten“, dann ist er oder sie eins mit einem ehrenwerten Denker, und das muß ein ehrenwerter Denker wohl sein, wenn er im österreichischen Parlament …

Eine Zeitung findet ihren Zugang in die Casa Maria blind durch den Hintereingang

Miinisterium für Kunst und Kultur oder kurz Casa Maria.png

Es kann verstanden werden, es kann nachvollzogen werden, wenn Sebastian Kurz seine Kandidatin präsentiert als eine, die wie keine andere für Kunst und Kultur stehe, zum einen, weil eine Kandidatin muß gelobt werden, und vor allem eine Kandidatin des Sebastian Kurz muß von ihm über alle Maßen gelobt werden, also mit heißer Luft – obwohl, bei Sebastian Kurz von heiß und Luft zu sprechen, da es nicht einmal Luft ist, was er … das wäre für ihn also schon ein Lob, würde geschrieben werden, er produziere heiße Luft … er wird ohnehin schon dermaßen viel gelobt, hingeschrieben zu dem, was er selbst werden möchte in diesem Land, nach dem 15. Oktober 2017, aber von dem (sollte er es je werden) dann allen schwarz vor Augen nur …

Daß Maria Großbauer für Sebastian Kurz eine sei, die wie keine andere für Kunst und Kultur stehe, seine Einschätzung kann verstanden werden. Denn, wie kann einer, der hinsichtlich Kunst und Kultur noch gar nicht aufgefallen ist, in diesem Bereich ist er tatsächlich verhaltensunauffällig, zu unterscheiden wissen zwischen Kunst und Kultur und Werbung, in der Maria Großbauer hauptsächlich beschäftigt war. Wenn eine gar ein Buch über ihren eigenen Vater schreibt, wer will es Sebastian Kurz nachtragen, daß er überzeugt sein muß, sie sei eine, die wie keine andere für Kunst und Kultur stehe.

Nicht verstanden werden kann, nicht nachvollzogen werden kann, wie eine österreichische Zeitung der sogenannten Qualitätspresse ein solches Interview, wie in der Collage gelesen werden kann, gleich dazu liefern kann. Aber vielleicht ist Katharina Mittelstaedt ein Pseudonym von Sebastian Kurz, denn ein anderes Interview hätte Sebastian Kurz mit Maria Großbauer, also mit seiner Kandidatin, mit der er gewinnen will, auch nicht zum Besten von ihm selbst und seiner Kandidatin führen können. Aber es ist wohl noch toller. Katharina Mittelstaedt ist kein Pseudonym von Sebastian Kurz, jedoch der mediale Standard in diesem Land ist, kurz wie blöd gesagt, von Tag zu Tag mehr Sebastian Kurz …

Welchen Eingang Sebastian Kurz in die Casa Maria genommen hat, wird nicht gewußt, aber diese Zeitung österreichischen Qualitätszuschnitts kann nur den Hintereingang genommen haben. Und für diese Zeitung ist Maria Großbauer bereits jetzt ministrabel … es wird zwar erst in Monaten gewählt, aber die Zeitung fragt jetzt schon Maria Großbauer, ob es denn Gespräche gegeben habe, sie Ministerin … für Werb… nein, natürlich für Kunst und Kultur, denn sie stehe ja wie keine andere, sagte die Zeitung anläßlich der Präsentation ihrer Kandidatin, für den Kunst- und Kulturbereich … Es kann doch eine Zeitung, die Kanzlerin werden will, nicht kümmern, wie die Menschen wählen werden, aber es kann viel dazu getan werden, daß die Menschen wählen, wie gewollt wird.

Was für lichte Zeiten mit einer Maria Großbauer als Kunst- und Kultur-Ministerin für Künstler und Künstlerinnen dann … wenn also die Großbauerin „ihren Spirit“ als Ministerin einbringen könnte … Oh, herrliche Zeiten, ihr „Spirit“ würde der Großbauerin vielleicht nahelegen, den Ministeriumsnamen gleich einmal zu kürzen, wie sperrig: Ministerium für Kunst und Kultur, sondern einfach kurz: Casa Maria. Wahrlich, die Großbauerin stehe wie keine andere für Kunst und Kultur. Und das beweist sie bereits jetzt. Ist das großbauerische Logo nicht ein zukunftsstarkes Werk für Kunst und Kultur in diesem Land? An Frack und Lederhose wird dieses Land genesen, und mit dem Segen von Odin, unterstützt von einer Künstlerin: modern, elegant, luxuriös und Hofer …

Ach, und wie gut wird es erst der musikalischen Entwicklung in diesem Land tun, nicht nur zur Weihnachtzeit Weihnachtslieder, sondern das ganze Jahr, wofür, und das noch ein Beweis für Kurzens authentisch treffsichere Wahl, sie schon im Februar 2017 fast täglich mit ihrem Sohn übte, sang, nämlich Weihnachtslieder … Jetzt, ein paar Monate später, im Sommer, übt sie vielleicht mit Kind und Kurz das Lied ein, und der Mahler, könnte er das noch erleben, wäre wohl ganz gerührt, und komponierte nimmermehr, hörte er die Großbauerin mit Kind und Kurz singen: „Zu den Alten zieht’s uns hin – Ein Aschen lodert tief in unsren Herz’n drin“ …

Hemd und Sakko sind näher als Politik

Nationalratswahl 15-10-2017 - Kleidungsvorschrift.png

Es mag keine und vor allem keine große Bewandtnis haben. Bloße Nebensächlichkeit. So nebensächlich das Politische aber behandelt wird, bleibt bloß, das Nebensächliche zu beschreiben, authentischer kann über das Politische in Österreich nicht mehr geschrieben werden, als über Hemd und Sakko, die beide näher sind als die Politik.

Es könnte durchaus der Eindruck entstehen, es würde für Kurzens Ausgesuchte eine Kleidervorschrift geben. Treten sie mit ihrem Chef auf. Eine Kleidungsvorschrift, die ohne Worte sagt, was Sache, nein, wer Sache ist. Es soll vom Publikum gleich und am besten unbewußt erkannt werden, zu wem sie gehören,  wem sie gehören, wer ihnen beim Aufsagen den Takt schlägt.

Bläuliches Sakko und weißes Hemd. Die weiße Bluse, das weiße Hemd, das vor allem für den der Vorzuführenden Chef wichtig zu sein scheint, für ihn selbst als Ersatz für die weiße Weste, die in der Hitze des Sommers oder in den überhitzten Räumen des Winters zu tragen wohl zu unvorteilhaft schweißtreibend wäre, und den Aufgestellten Zeichen ihrer Unbeflecktheit, sie kamen zu ihrem Chef wie die …

Es muß keine Kleidervorschrift sein, die in der Frühe ihr Chef ausgibt. Es kann auch eine ganz freiwillige Kleidervorschrift sein. In der Frühe rufen sie ihren Chef an, fragen, was er tragen werde, wenn er sie der Presse vorführen werde, und er, sorgender und liebevoll christlicher Chef, schickt ihnen sogleich ein Selfie, fertig angezogen wie er ist, im Spiegelkabinett schon wartend auf seinen Vorführauftritt, und die Hingestellten, kaum daß sie des Chefs Selfie-Sendung erhalten, laufen los, um zu besorgen: bläuliches Sakko und weißes Hemd zu erwerben.

Positive Beteiligung an der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 in Österreich nur mehr die einhundertprozentige Nichtbeteiligung!

Folge 5

Nationalratswahl 2017 Österreich - Nichtbeteiligung zu einhundert ProzentEs wurde in dieser Serie vieles für eine Wahlbeteiligung angeführt, vor allem dafür, weder FPÖ noch ÖVP noch SPÖ zu wählen, aber vielleicht ist das einzige wirkliche Mittel noch, damit sich tatsächlich etwas verändert, sind doch alle gar so von notwendigen Veränderungen beseelt, am 15. Oktober 2017 in Österreich nicht zur Nationalratswahl zu gehen.

Es könnten die versprochenen Veränderungen rascher kommen, es könnte der längst überfällige Bruch mit der realpolitischen Tradition in Österreich rascher kommen, wenn sich niemand an der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 beteiligt, wenn es also eine Null-Prozent-Wahlbeteiligung gibt, wenn also niemand, tatsächlich niemand gewählt wird, niemand eine einzige Stimme erhält, es aber auch keine einzige ungültige Stimme gibt. Alle Wahlberechtigten am 15. Oktober 2017 irgend etwas machen, nur eines nicht, ein Wahllokal aufzusuchen.

Das könnte ein fruchtbarer Schock sein. Das könnte tatsächlich zu einem tiefgreifenden Überdenken der bisherigen parteipolitischen Gewohnheiten führen, hin zu einem politischen Denken, das automatisch das sofortige Aus für die bisherigen österreichischen und also unseligen Gepflogenheiten bedeutete.

Es ist wohl in kaum einem zweiten Land in der Europäischen Union ein solcher Streik der Wählerinnen und Wähler von höchster Dringlichkeit wie in Österreich, eine Verweigerung der Stimmabgabe, an der sich einhundert Prozent der Wahlberechtigten beteiligen. Im Angesicht des drohenden Wahlergebnisses am 15. Oktober 2017, im Angesicht der Drohung der daraus hervorgehenden Regierung in einer Zusammensetzung – gleich in welcher Farbmischung: ob schwarzblau oder rotblau – ist eine Nichtbeteiligung zu einhundert Prozent an dieser Wahl die aktivste Beteiligung, die für den 15. Oktober 2017 gewählt werden kann. Denn. Bei einer einhundertprozentigen Nichtbeteiligung wird tatsächlich tiefgreifend reagiert werden müssen, und nach einer einhundertprozentigen Nichtbeteiligung kann, kurz gesagt, wird nichts bleiben, wie es je gar so bequem war.

Was seit über einhundert Jahren in Frankreich nicht umgesetzt wurde, ein „Streik der Wähler“ nämlich, obgleich es bereits vor über einhundert Jahren wortreich von Octave Mirbeau

Der Streik der Wähler und Wählerinnen

La Grève des électeurs contre Le Pen, Marine FN

vorgeschlagen wurde – ein Vorschlag, der auch in Österreich damals bereits bekannt war, kann daher leider nicht als Erfahrungsbericht weder im Positiven noch im Negativen hier vorgelegt werden. Auch in diesem Jahr sind nicht einhundert Prozent der Wählenden der Wahl in Frankreich ferngeblieben, obgleich es wieder weniger, viel weniger waren, die zur Wahl gingen. Es wird dazu kommen, daß irgendwann, ob in Frankreich, ob in Österreich, die Wählenden gänzlich wegbleiben werden, aber dann wird es zu spät sein, um eine Nichtbeteiligung positiv zu nutzen, durch eine Nichtbeteiligung eine positive Wende herbeizuführen.

Deshalb, wenn Veränderungen wirklich gewollt werden, den 15. Oktober 2017 für eine Wahlverweigerung nutzen, für einen heilsamen und fruchtbringenden Schock, aber die Wahlverweigerung muß eine einhundertprozentige sein.