Dem Haus des Herrn Schönborn ist Katharina Deifel, Marschrednerin der Familie, eine gute Schwester

Katharina Deifel im Haus des Herrn - Marsch für die Familie 17-06-2017

Was gestern gesprochen wurde, ist nicht zu erwähnen. Es wurde das gesprochen, was Jahr für Jahr gesprochen. Wie es zu erwarten war:

Kurz etwas zum Religiongsgesetzesterror, ein weiteres Mal

Es kommen vielleicht auch deshalb so wenige zu diesem „Marsch für die Familie“, weil es allen klar ist, was hier gesprochen wird, wird jedes Jahr gleich gesprochen, und das ist seit Jahren eben bekannt, es genügt also, es einmal zu hören, um es für ein ganzes Leben zu wissen; diese in diesen Reden transportierten Inhalte sind darüber hinaus seit Jahrhunderten unveränderte und nicht weiterentwickelte Inhalte.

Der „Marsch für die Familie“ ist dabei auch immer ein Etikettenschwindel, Jahr für Jahr. Es wird stets damit geworben, es gehe um die Familie, und dann ist stets viel über Zuwanderung zu hören, über sogenannte ausländische Menschen, über andere, genauer, den Marschiererinnen und Marschierern fremde Organisierte Glauben. Und das alles wird ist ihnen nicht, um es milde auszudrücken, positiv gesprochen. Ganz im Gegenteil.

Nun könnten Sie fragen, weshalb dann überhaupt die Beschäftigung mit dem „Marsch der Familie“, wenn es doch nur die kleinste Gruppe ist, die je auf der Gasse sich versammelt, das zwar Jahr für Jahr, aber eben doch die kleinste Gruppe, ohne Zulauf über die Jahre, und vielleicht waren es gestern sogar weniger als 2016.

Es sind die Rednerinnen und Redner, die nicht unerheblich sind, sie sind unerheblich ob ihrer verbreiteten Inhalte, aber sie nicht unerheblich ob ihrer Verbindungen, ihrer, wie es nun gar modern heißt, Netzwerke, auch nicht unerheblich ob ihrer Funktionen.

Es soll mit dem Arzt begonnen werden, der seinen wichtigen Stuhl bald räumen wird müssen, nämlich seinen im österreichischen Parlament: es sprach gestern wie vorgestern wie vorvorgestern Marcus Franz. Er wird wohl auch 2018 wieder sprechen,

Dr. Marcus Franz, Volksvertreter: „Sie sind nicht das Volk.“

aber dann wird er nur noch beworben werden können mit: der ehemalige Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat …

Dann sprach gestern Katharina Deifel, eine römisch-katholische Schwester, die, so Christian Zeitz in seiner Ankündigung, für die Ausbildung von Religionslehrern und Religionslehrerinnen zuständig gewesen sei und auch einer katholischen Gruppe angehöre, die für militärische Verteidigung der Freiheit eintrete … Deifel werde von der Erzdiözese auf ihrer Website im besten Lichte dargestellt, und ganz modern, die Erzdiözese Wien verbreitet von ihr auf der Plattform des Unternehmens Youtube ein Interviewvideo … Hans Rauscher wird aber keine Glosse schreiben können, Christoph Schönborn verurteile das von Deifel Verbreitete, Schönborn distanziere sich von Deifel …

Und dann Ján Čarnogurský. Den ehemaligen Ministerpräsidenten der Slowakei kündigt Christian Zeitz an, eben noch beim Requiem für Alois Mock in der Stephanskirche und jetzt beim „Marsch für die Familie“ … Für ihn, Zeitz, sei Ján Čarnogurský ein „Thomas Morus unserer Zeit“ … Christian Zeit meint das gesinnungsgemäß positiv, aber:

Warum die Gesellschaft keinen „neuen Thomas Morus“ als Lehrer braucht

Franz - Ley Deifel - Marsch 17-06-2017

Ob Michael Ley ebenfalls gestern gesprochen hat, wird nicht gewußt, aber es wird den Marschierern und Marschiererinnen wohl eine Ehre gewesen sein, daß er gestern mit dabei war. Ist er doch ein Mann, der auch in das österreichische Parlament geladen wird. Und sollte er gestern gesprochen haben, was würde er schon gesprochen haben können, als das, was von ihm ohnehin recht bekannt ist, und Werbung für die eigenen Bücher könnte wohl auch dabei gewesen sein:

Parlamentsdinghoferreferent Michael Ley: „Im Grunde verhalten wir uns wie umgedrehte Nationalsozialisten“

Michael Ley im österreichischen Parlament: „Kein Bier für Nazis“

„Wehret den Anfängen“ – Ganz und gar erfüllt von der Wiener Zeitung

Markus Ripfl --national-sozial - Marsch für die Familie 17-06-2017

Und dann soll es gestern irgendwelche Turbulenzen um Markus Ripfl gegeben haben, wie „Marsch für die Familie“ berichtet. Es überrascht nicht, daß Ripfl zu diesem „Marsch“ … gesinnungsgemäß kommt auch kein anderer in Frage:

„Völkeraustausch“ oder Markus Ripfl von der Hofer-FPÖ hat kein Licht zum Lesen von einem Bedeutungswörterbuch

Auf der Plattform des Unternehmens Facebook hat Markus Ripfl eine Beschreibung abgegeben, wenn es eine Selbstbeschreibung ist, kann zu dieser gesagt werden. Es ist wahr, er ist „jung“. Was bei diesen Inhalten, zu denen er gestern hinmarschierte, „revolutionär“ sein soll, erschließt sich nicht. Es bleibt neben „jung“, wofür er nichts kann, nur übrig: „national-sozial“ …

Das wird Ihnen jetzt wohl ein wenig verständlicher gemacht haben, weshalb der „Marsch der Familie“ nicht zu ignorieren ist, obgleich er inhaltlich gänzlich zu ignorieren ist. Es ist kein Marsch für die Familie, aber die Familie marschiert, und die hier marschieren, das sind nicht die sogenannten schwarzen Schafe der österreichischen Familie, sie haben Einfluß, sie werden gehört, von nicht wenigen, die tatsächlich Einfluß haben, die gewählt werden, die nicht wenige in der nächsten Regierung sehen wollen …

Marsch für die Familie - Albertinaplatz - Parlament - Erzdiösese Wien - 17.06-2017.jpg

Schließlich leben neben Martin Luther und den M. T. Habsburgs Menschen

Schließlich leben neben den Roma Menschen.“

Diese zitierte Äußerung ist keine aus der sogenannten Nazi-Zeit, ist keine von einem sogenannten bildungsfernen Menschen, ist keine von einem mit Mindestsicherung in einem Gemeindebau lebenden Menschen, es ist eine Äußerung aus dem Juni 2017, getätigt von der „frühe­ren Regierungs­spre­che­rin der Nea Dimokratia, der Jour­na­lis­tin, Heraus­gebe­rin und Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ten“ …

Wieder einmal, Juni 2017, „Pogromstimmung“ gegen Roma und Sinti, diesmal Griechenland, diesmal Athen …

„Schließlich leben neben den Roma Menschen“ … Das ist der Geist in Europa auch noch 2017, der Geist, der zugleich jedwede Gelegenheit nutzt zum pathetischen „Nie wieder“, wenn es um den Nationalsozialismus, um den Faschismus geht.

Was für eine ungeheuerliche Aussage das ist, kann mit einer Gegenprobe leicht untermauert werden. Es könnte irgendein Beispiel genommen werden, aber 2017 bietet sich Österreich an, in dem Maria Theresia Habsburg bejubelt wird, als lebte sie, und vor allem als regierte sie. Die Habsburg mit ihrem frommen Antiziganismus. Was gäbe es für einen Aufschrei, schriebe wer: Schließlich leben neben der Maria Theresia Habsburg Menschen.

Nicht minder wohl der Aufschrei, schriebe wer: Schließlich leben neben Martin Luther Menschen. Mit Luther kann auf Österreich als Beispiel verzichtet werden, wie überhaupt mit Luther auf ein Beispielland verzichtet werden kann.

Und in was für einem Europa Roma und Sinti nach wie vor leben müssen, im Jahr 2017, und ein Ende ist nicht abzusehen, kann mit einer weiteren Gegenprobe leicht, und es soll beim Beispiel Österreich geblieben werden, zu verdeutlichen. Niemand in Österreich käme auf die Idee, wenn etwa ein Niederösterreicher ein Kind aus Wien entführt, einen Pogrom gegen alle Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher …

Europa 2017 für Roma und Sinti kein Europa 2017

 

Schafe wählen nicht ihr Schlachthaus und kollaborieren nicht mit ihren …

Kuss der Verlierer - FPÖ - Front national

Es wurde in

Glücklichen Wahlzeiten entgegen

vergessen anzuführen, es wird bald soweit sein, über den Front National zu schreiben: eine Partei der Verliererinnen, nun, ist der erste Wahlgang in Frankreich durchgeführt, und es kann, noch erfreulicher, es nicht in der Zukunftsform schreiben zu müssen, sondern bereits in der Gegenwart schreiben zu können, am 12. Juni 2017: Front national ebenfalls bloß eine Partei der Verlierer – parti des perdants …

Denn. Der Front national hat nichts gewonnen. Der Front national ist daher, gemessen auch an seinem eigenen Anspruch, ein absoluter Verlierer …

Die nationale Front – so kurz wie ungenau gesagt – bröckelt. In Europa. Von Österreich aus gesehen, kann gesagt, wer sich von der FPÖ küssen läßt, verliert …

Es gingen am gestrigen Sonntag so wenige wie noch nie zur Wahl in Frankreich. Als hätten die Menschen in Frankreich den Streikaufruf von Octave Mirbeau mit über einhundert Jahren Verspätung etwas abgewinnen können … Und mit Blick auf die nationalistischen Partien scheinen Wähler und Wählerinnen in Europa zu begreifen, sie wollen nicht mehr freiwillig ihr Schlachthaus wählen. Am 15. Oktober 2017 werden die Menschen in Österreich zeigen können, ob sie das ebenfalls begreifen, daß sie imstande sind, das zu tun, was nicht einmal Schafe tun. Schafe wählen nämlich, wie Mirbeau so eindrücklich ausführt, je nicht freiwillig ihren Gang ins Schlachthaus und ihr Gang ins Schlachthaus ist je nicht freiwillig. Ja, die armen verleumdeten Schafe wählen nicht ihr Schlachthaus, und noch etwas tun die armen Schafe nicht, Schafe kollaborieren nicht mit ihren …

… aber wer Österreich kennt, weiß, in Österreich wird es kommen, wie es in diesem Land nur kommen kann, es wird wieder verlieren, es verliert beim Ballspielen, was kein Malheur ist, aber es verliert auch in der Politik, und das ist eine Katastrophe.

Am 15. Oktober 2017 wird wieder geschrieben werden können, Österreich verliert ein weiteres Mal gegen Frankreich …

Glücklichen Zeiten entgegen

FPÖ - Glücklichen Wahlzeiten entgegen

Mit der FPÖ guten Wahlzeiten entgegen. Das kann ohne Übertreibung geschrieben werden. Es muß dabei auch nicht auf die Hoffnung gesetzt werden. Denn. Das hat auch die Wahl in dieser Woche in Großbritannien bestätigt. Wer mit der FPÖ verkehrt, wer von der FPÖ bewundert wird: verliert.

1,8 Prozent für UKIP, kein Sitz mehr im Parlament. Eine Partei der Verlierer und Verliererinnen – party of losers.

Marine Le Pen wurde nicht Präsidentin. Front national und sie: Verlierer und Verliererin – party of losers.

Kein berauschendes Wahlergebnis für Gert Wilders. Ein Verlierer – loser.

Und nun waren im Juni 2017 der Spitzenkandidat und die Spitzenkandidatin der AfD in Wien bei Hofer und Strache … wird an die Niederlande, an Frankreich, an Großbritannien gedacht, ein gutes Zeichen für die Wahl in Deutschland, und es wird nach der Wahl in Deutschland geschrieben werden können: party of losers.

Auf diese Art betrachtet, ist die FPÖ durchaus ein Glücksschwammerl, auch wenn nicht wenige bei dieser Partei an einen anderen Pilz in erster Linie denken mögen, ein Glücksschwammerl zwar nicht für die Parteien, mit denen die FPÖ verkehrt und die von der FPÖ bewundert werden, aber das Glück dieser Parteien ist wahrlich kein Anliegen und schon gar nicht eine Herzensangelegenheit …

Beinahe vergessen. Die FPÖ ist für ihre eigenen Kandidatinnen und Kandidaten auch ein Glücksschwammerl: Norbert Gottwald Hofer ist nicht Präsident geworden. Ein Verlierer. Und gemessen an seinen eigenen Ansprüchen ein absoluter Verlierer – loser.

Wenn es so weitergeht, dann wird nach dem 15. Oktober 2017 auch für Österreich eine Collage erstellt werden können: Sitzverteilung im Parlament: FPÖ, identitäre Partei: Null … und geschrieben werden können: Partie der Verlierer und Verliererinnen –party of losers.

Jedoch, bei Österreich bestätigt sich die Befürchtung zuerst. In Österreich wird nicht viel vom eigenen Glück gehalten. Das Lieblingsgericht in Österreich ist doch mehr der Pechpilz …

Österreich unfähig zur einwandfreien Wiedergabe des einfachsten Sachverhalts

„Nachdem Konzerthaus-Chef Matthias Naske kürzlich in einem Interview mit der Presse bedauerte, dass er Andreas Gabalier 〈32〉 auftreten ließ:“

Das schreibt die Umsonst am 8. Juni 2017. Und das ist kurz und einfach gesagt: falsch. Falsch, und dabei ist das, was Matthias Naske zum Auftreten sagte, sogar kürzer als der oben zitierte Umsonstsatz:

„Wir hätten das nicht gemacht.“

Wie immer das Umsonstfalsche zustande kam, ob die größte Leseschwäche, die gedacht werden kann, dafür verantwortlich ist, nicht einmal fünf Wörter sinnerfassend lesen zu können, ob einfach die falsche Überschrift von einem anderen Medium genommen wurde, ohne den gesamten Bericht zu lesen, dieses kleine Beispiel sollte Sie nur daran erinnern, was Sie unbedingt zu tun haben, ehe Sie etwas weitererzählen, das Sie in dieser Umsonst gelesen haben, nämlich zuerst das Gelesene auf Richtigkeit zu überprüfen.

Das wäre eigentlich nicht Ihre Aufgabe, sondern die des Umsonstmeisters, aber dieser hat wichtigere Aufgaben für sich auserkoren, etwa sich mit offenem Mund mit Niki Lauda über das „Speiben“ zu unterhalten, was zwar auch keinen Informationswert hat, um den es ihm wohl nicht geht, sondern lediglich einen Unterhaltungswert für sich selbst.

Und dieses kleine Beispiel zeigt ein weiteres Mal, wie um vieles wichtiger eine Lese- und Schreibeförderung statt einer geplanten Presseförderung für die Umsonsten wäre …

Andreas Gabalier - Österreich - 8-6-2017

 

 

Superkurz

Als es noch nicht SM gab, wird gedacht, wäre Wolfgang Fellner ein Modell gewesen, in einem Roman zu beschreiben, wie ein alter Mann im Schubertkino mit hängender Unterlippe sabbernd auf die Leinwand starrt, mit harter Hand das umklammernd, was nicht mehr fest …

Nun, da es SM gibt, wird weiter gedacht, könnte in einem Roman ein alter Mann beschrieben werden, wie er vor seinem Bildschirm sitzt, die Postings liest und selbst harte Postings …

Das wurde gedacht, als das Interview von Wolfgang Fellner und Niki Lauda in dieser Woche gesehen wurde, ausgestrahlt von der fellnerischen Fernsehanstalt.

Und als Wolfgang Fellner erzählte, ihm, Lauda, käme bei „Politikern“ das „Speiben“, war wieder einmal klar, es muß nicht darüber nachgedacht werden, wann in Österreich der Geistesspiegel auf das laudafellnerische Niveau sank – erst mit SM oder lange davor.

Bei diesem Niveau ist es ganz und gar nicht verwunderlich, daß für Niki Lauda, wie es die Umsonst verkürzt wiedergibt, Sebastian Kurz „super“ sei, und er, Kurz, wie in diesem Interview gesagt wird, auch für Dietrich Mateschitz eine Hoffnung sei. Es ist gar nicht verwunderlich, daß für Dietrich Mateschitz und Niki Lauda Sebastian Kurz ein Superkurz sein muß, will dieser doch Steuersenkung und Sozialleistungskürzungen – gerade für einen Unternehmer wie Mateschitz, der vor dem Kapitalismus verkünden kann, sein Sender sei betriebsratsrein, müssen solche kurzschen Ankündigungen wie das Ave Sebastiana klingen.

Dieses Niveau kann einen Niki Lauda in der fellnerischen Fernsehanstalt nur zu Urteilen höchster …, etwa das, daß Sebastian Kurz der „beste Außenminister, den wir …“, oder daß He.-Chr. Strache, werde mit ihm abseits seiner Aufritte gesprochen, ein „vernünftiger …“ und so weiter und so fort.

Dieses Niveau könnte, angespornt von Niki Lauda, Sebastian Kurz zu noch einer Namensänderung verleiten, von „Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei“ einfach schlicht und kurz: SuperkurzUnd als recht gut bezahlten Kopfwerbeträger könnte Niki Lauda gewonnen werden, der dann statt dem Glücksspielkäppchen einen Superkurztarbusch … Seien Sie jetzt aber nicht sarkastisch und fragen Sie nicht, was wäre der Unterschied zwischen diesen beiden Bedeckungen …

Superkurz

Warnung: Bomben gefährden Leib und Leben von österreichischen Reisenden! Garantie: Abschiebung sicher!

Manchester - Kabul - Wien.jpg

Manchester

Manchester steht nicht nur, wie bereits ausgeführt,

Der Sendenden Wissen und Gottes Immer

für Manchesterliberalismus, sondern auch für Anschläge, wobei nicht nur der letzte von diesem Jahr gemeint ist, sondern auch den zu erinnern ist, der 1996 geschah, während der Fußballmeisterschaft. Über 200 Menschen wurden verletzt. Nur eine rechtzeitige Evakuierung verhinderte Tote. Verübt wurde der Anschlag von einer Organisation, deren Name ebenfalls eine Abkürzung … wie leicht ist das zu verwechseln: ISIS und IRA. Der Unterschied, die eine Organisation aus der geistigen europäischen Wüste, die andere eine aus der geistigen Wüste …

Und was für eine Aufregung über den Anschlag in Manchester im Mai 2017 in

Wien

wo der Kurier Gottes verzweifelt und flehend gen Himmel schreibt um endlich besseren Schutz, als wäre der Anschlag nicht in Manchester, sondern in Wien, ja direkt im Büro des Gottesboten …

Als am 31. Mai 2017 in Kabul ein Anschlag verübt wird, nach derzeitigem Stand mit 90 Ermordeten und 400 Verletzten, dann ist die Schlagzeile der Hauptnachrichtensendung des österreichischen Rundfunks um 19.30 Uhr nicht dieser Anschlag, sondern der „überraschende Abgang“ von dem „Fünfer“-Pichowetz aus dem Operettenteichdorf Mörbisch. Es wird zwar über den Anschlag kurz berichtet, auch darauf hingewiesen, daß es an diesem Tag aus Deutschland keine Abschiebungen nach Afghanistan gab, aber nicht berichtet, daß es genau an diesem Tag des Anschlags 17 Abschiebungen nach Afghanistan aus Österreich gab.

Heute - Kabul - 01-06-2017

Am 1. Juni 2017, also heute, bekommt die Nackte und der Hai mehr Platz eingeräumt als die Ermordeten und Verletzten von Kabul, und gleichviel Platz bekommen von dieser Umsonst Identitäre eingeräumt, die Störaktionen gegen Rettungsschiffe … Und was für einen Aufmacher hat an diesem Tag diese Umsonst? Den Anschlag in Kabul? Nein. Sondern: „Rettungsaktion für gierigen Vierbeiner“.

Und mehr Platz räumt auch die zweite Umsonst, also Österreich, dem Anschlag nicht ein – „80 Personen wurden getötet“. Wäre nicht die deutsche Botschaft in Kabul von diesem Anschlag betroffen gewesen, über deren Sachschäden ausgiebig berichtet wird, vielleicht hätte es gar keinen … Und was für einen Aufmacher hat die zweite Umsonst an diesem Tag? Den Anschlag? Nein. Sondern: „oe24.TV-Interview als Facebook-Hit – Lauda: Attacke“.

Österreich - Kabul - 01-06-2017

Kabul

Wie berichtet wird, setzt Deutschland nun nach diesem Anschlag vom 31. Mai 2017 Abschiebungen nach Afghanistan einmal aus. Und Österreich? Österreich nicht. Denn, wie ein Sprecher aus dem, kurz gesagt, Sobotka-Ministerium erklärt:

Im Hinblick auf die Reisewarnung betonte Grundböck, dass sich diese Reiseinformationen an eine “völlig andere Zielgruppe”, nämlich an österreichische Reisende, richte, “für die die Situation nicht ident wie für Staatsangehörige dieses Landes zu beurteilen ist”.

Und, wie in der Collage gelesen werden, meint dieser Sprecher auch, ein Terroranschlag reiche nicht aus, ein Land als Gefahr für die Sicherheit einzustufen … deshalb gibt vom Kurz-Ministerium eine Reisewarnung für das gesamte Land und die Warnung vor allen Reisen … Es war einmal, und das ist lange her, aber das nur nebenher, da durfte dieses Ministerium mit Respekt Außenministerium genannt werden, nun ist es halt das Ministerium des Kurzsichtigen … Das Kurzsichtige in der Gegenwart ist aber ein generelles Leiden, auch dabei hebt sich Sebastian Kurz in keiner Weise ab. Und das Sobotka-Ministerium? Ach, das ist schon seit langer Zeit ein Sobotka-Ministerium, und der jetzige Sobotka ist in der langen Reihe der Sobotkas bloß der letzte Sobotka …

Ach, was für intelligente Bomben in Afghanistan doch zum Morden eingesetzt werden. Wie Herr Grundböck genauestens weiß. Bomben, die nur Leib und Leben österreichischer Reisender gefährden würden. Deshalb die Reisewarnung. Menschen mit afghanischer Staatsbürgerschaft, die abgeschoben werden, sind nicht gefährdet. Denn die Bomben kontrollieren zuerst die Staatsbürgerschaften ihrer „Zielgruppe“, und wenn diese keine mit österreichischer Staatsbürgerschaft ist, dann explodieren die Bomben nicht, sondern lösen sich einfach friedlich in Luft aus.

Helmut Brandstätter wird jetzt wieder ruhig schlafen können. „Endlich ein besserer Schutz vor ihnen“. Erfüllt seine Forderung: in Wien, Afghanistan. Es hat doch Gewicht, das Wort Gottes, sogar dann, wenn es bloß von seinem Kurier gesprochen.

Österreich, das seichte Machwerk

Identität Österreich im weißen Rössl 1898 -Die Hoffnung erfüllte sich nicht. Wieder einmal enttäuschte die Hoffnung zuerst.

Das „seichte Machwerk Im weißen Rössl“ wurde seit 1898 nicht nur unzählige Male aufgeführt, es wurde auch unzählige Male adaptiert, für Film und Fernsehen. Alle gaben und geben sich dem weißen Rößl hin. Und ein Ende von dem ist nicht abzusehen.

Die Hoffnung erfüllte sich also nicht, das weiße Rößl werde weit zurückbleiben.

Nach bald 120 Jahren läuft es immer noch, es blieb nicht zurück, und es gehört mit den anderen weißen Gäulen zur vielbeschworenen Identität des Landes Weißgaulchen.

Was würde der Mensch, der 1898 für die „Wiener Rundschau“ die Theaterkritik verfasste, heute, hätte ihn das Unglück ereilt, immer noch zu leben, im Rückblick bis zu seiner Theaterkritik sagen? Vielleicht kurz und schlicht: was könne aus einem Land schon werden, dem ein seichtes Machwerk zu Identitätsstiftung ward. Oder er würde sagen, tauschen Sie das Rößl gegen Österreich, entfernen Sie alle Theaterhinweise, kürzen Sie es auf die Winzigkeit des Staates, und Sie haben das gesamte Land vor sich ausgebreitet.

„Im Österreich“

Eine Niveauaufhebung ist nicht zu erwarten. Die Knallerbsen machen taub und verderben. Leute „Im Österreich“ wirken verheerend. Wahrlich die Zustände in der Welt sind keine solchen, dass wir uns ohne Gefahr soweit von dem Kern der Dinge weglocken lassen dürften. Die Wiederholung des seichten Machwerkes als ewige Identitätsparole: Zurückbleiben.

Cordon sanitaire in österreichischer Übersetzung

Harald W Kotschy bis 2018 zertifizierter Gerichtsdolmetscher

Die Republik Österreich als Herausgeberin der „Wiener Zeitung“ legt wert darauf, Gastkommentare von ehrenreichen Männern zu veröffentlichen, wie eben von Dr. Harald W. Kotschy, dem bis 2018 zertifizierten Gerichtsdolmetscher. Und verweist dabei wohl zum Zeichen der Seriosität darauf, er sei österreichischer Botschafter gewesen.

Wie in Österreich cordon sanitaire verstanden wird

Die Deutsche Lobby, die für ein Deutschland, für ein „Deutsches Reich in den Grenzen von 31.8.1939“ ist, legt wert darauf, Gastkommentare von ehrenreichen Männern zu veröffentlichen, wie eben von Dr. Harald W. Kotschy. Und verweist dabei wohl zum Zeichen der Seriosität darauf, er sei österreichischer Botschafter gewesen.

Wer für Kotschy Mörder und EinbrecherWer die Grenzen von 1939 nicht mehr so vor Augen hat: Österreich etwa war zu dieser Zeit Teil des „Deutschen Reiches“.

Harald Kotschy und Asylsuchende.jpg

Der Wiener Akademikerbund legt wert darauf, ehrenreiche Männer zu veröffentlichen, wie eben Dr. Harald W. Kotschy. Und verweist wohl zum Zeichen der Seriosität darauf, er sei österreichischer Botschafter gewesen: „Endlösung der mazedonischen Frage?“

Die kotschyschen Fragen zu Mazedonien in Wiener Zeitung und Akademikerbund wurde bereits behandelt in

In der Wiener Zeitung Harald W. Kotschy und wie die Republik Österreich den Ehrenreichen zu Ansehen verhilft.

Kotschy und der Stolz auf Eltern und Großeltern in Österreich.jpg

Es bleibt in Ergänzung nur noch eine Frage zu klären, wer sind die, vor allem die Männer, die in Österreich politische Verantwortliche, kurz und sobotka: die österreichische Bundesregierung beraten?

Republik Österreich - Wiener Zeitung - Deutsche Lobby - Wiener AkademikerbundDas muß nicht besonders ausgeführt werden. Wenn das, was Harald W. Kotschy über Menschen auf der Flucht schreibt, als Folie über das, was in dieser Republik Österreich über Menschen auf der Flucht medial gesagt wird, gelegt wird, ist es in der Sekunde klar, wie in in diesem Land tatsächlich gedacht wird, wenn das Gedachte undiplomatisch geäußert wird, wie eben von Kotschy. Aber sein Undiplomatisches ist aus dem gar nicht so Diplomatischen der sogenannten hohen und höchsten Staatsdiener herauszuhören.Traditionsreiche Behandlung der Schuldfrage in Österreich.jpgDr. Harald W. Kotschy war nicht nur Botschafter, er ist bis 2018 auch noch ein zertifizierter Gerichtsdolmetscher. Er wird als „Beamter (BM f. auswärtige Angelegenheiten〉“ geführt. Das ist das Amt des Integrationsministers …

Diplomatischer Experte

Österreich Diplomatie - Harald W Kotschy

Irmgard Griss sur Pouls quatre: Au nom du peuple en France et en Autriche

Früge wer in diesen Tagen nach dem Unterschied zwischen Frankreich und Österreich, könnte die Antwort lauten: in dem einen Land gehen Rechtsextreme mit dem diffusen „Im Namen des Volkes“, in dem anderen Land geht die Mitte mit dem diffusen „Au nom du peuple“ …

In beiden Ländern sind es Frauen, die stolz mit dem diffusen „Im Namen des Volkes“ vorangehen,  mit bannière diffus …  eine davon ist eine Rechtsextreme, die andere ist eine, nun ja, was, es muß das nicht noch einmal überlegt werden, eine, wie bereits ausgeführt, im politischen Wachkoma.

Würde eine Künstlerin gefragt worden sein, was hätte sie von ihr für ein Portrait angefertigt, wäre sie im Falle, Madame Juge wäre Bundespräsidentin geworden, eingeladen worden, einen Entwurf zur Massenfertigung vorzulegen für die Klassenzimmer, die Amtsstuben, die Gerichtsäle, die Haftanstalten, sie hätte, sagt sie, diesen in der Zwischenzeit entsorgten vorgelegt, dessen letztes vorhandenes Bild sie nun ebenfalls …

 

Griss Irmgard Studio Im Namen des Volkes.jpg