Leopold-Kunschak-Preise sind nicht umzubenennen

In einem Roman, auch wenn dieser nur von der Wirklichkeit erzählt, können dennoch Ideen vorkommen, um auf die Wirklichkeit einwirken zu wollen. Eine solche Idee war es wohl, den Leopold-Kunschak-Preis umzubenennen, beispielsweise in Manush-Preis.

Das war vor langer Zeit. Das ist Jahre her. Als der Roman noch kein Versprechen gab, zu einem mit Tausenden von Seiten je werden zu wollen.

Nun, Jahre später, viele Jahre später, zu spät, wird aus einer in diesem Roman erzählten Idee Wirklichkeit, geht es vor allem nach dem Nationalratspräsidenten

Wolfgang Sobotka, der für die christschwarz-identitäre Regierung in Österreich Leopold Kunschak auf dem Margarinealtar des Scheins opfern möchte

Wer dieses Kapitel liest, wird sofort wissen, weshalb es viele Jahre zu spät ist, daß ein Nationalratspräsident auf die Idee kommt, den Leopold-Kunschak-Preis umbenennen zu wollen. Es ist von ihm bloß eine Idee in seinem ungeschriebenen Roman, ohne Wirkung auf die Wirklichkeit.

Der Roman aber, in dem so oft vom Umbenennen des Leopold-Kunschak-Preises erzählt wurde, wird davon nicht mehr erzählen. Denn. Es hatte keine Wirkung, es wirkte nicht zurück auf die Wirklichkeit. Ganz im Gegenteil. Es lieferte höchstens der Partei, die mit einer identitären Partei in einer Regierung die Stühle teilt, eine Möglichkeit, so zu tun, als ob … Die Umbenennung des Leopold-Kunschak-Preises heißt in diesem zurzeitigen Österreich nur, die Wirklichkeit als eine zu verkaufen, die sie nicht ist, vor allem ist sie nicht: korrekt, harmlos, aber von Harm zerfressen, den andere zu erleiden …

Die Wirklichkeit zur Zeit ist aber nicht so, die von dem Präsidenten des österreichischen Parlaments in Aussicht gestellte Umbenennung des Leopold-Kunschak-Preises gar freudig begrüßen zu können. Möge er allein mit der Umbenennung das Plakat „Zur schönen Aussicht“ malen und es vor die harte und brutale Wirklichkeit hängen wollen … Nebenher. Es wird Horváth nur in Österreich der Titel „Zur schönen Aussicht“ für sein Stück eingefallen sein können, in dem Menschen mit zweifelhaften Vergangenheiten in einem heruntergekommenen Hotel, dem er den Stücknamen gibt – wie passend wäre es gewesen hätte er sein Stück „Zur schönen Aussicht“ in einer windigen Pension Österreich

Leopold Kunschak Preis

Möge er, Sobotka, allein mit der Umbenennung des Leopold-Kunschak-Preises das Plakat „Zur schönen Aussicht“ malen und es vor die harte und brutale Wirklichkeit hängen wollen … es kann auf sein Plakat immer noch ein weiteres Plakat geklebt werden, eines mit einer Namenserweiterung des Leopold-Kunschak-Preises, womit der Roman das bleibt, was dieser stets war, einer der von der Wirklichkeit erzählt, gerade klug genug, um zu wissen, aus einem Roman ersteht je keine Wirklichkeit, wenn die Wirklichkeit nicht bereit ist, eine andere Wirklichkeit zuzulassen …

So also könnte in die Urkunde für die Leopold-Kunschak-Preise geschrieben werden:

Leopold-Kunschak-Preis

In dankbarer Erinnerung und  zum ewigen Gedenken
an den großen lehrreichen Kartoffel-und-Kraut-Menschenversorger Leopold Kunschak, an den österreichischen Streicher, kurz, an den Radau-Antisemiten beehren sich seine Wiedergänger in Kristo die Preise in seinem Namen zu vergeben.

Europäische Erklärung

 

Europäische Erklärung 2018Es gibt nun diesen im März ’18 befohlenen Unterschriftenmarsch in Deutschland. Es will zu diesem nicht viel geschrieben werden. Es gibt dazu eine umfassende Berichterstattung, die alle Informationen liefert, wessen Geist die Vierkantschlüsselfinger bei der Abfassung der „Erklärung 2018“ auf die Tastatur einhämmern ließ.

Es ist tatsächlich befremdlich, wie Menschen mit hoher und höchster Bildung sich in dieser hohen Dichte einspannen lassen, von Menschen, die unter „Rechtsstaatlichkeit“ gewiß nicht Rechtsstaatlichkeit im langläufigen Sinn verstehen.

Es ist tatsächlich befremdlich, daß Menschen eine „Erklärung 2018“ unterzeichnen, nur weil es in dieser um Solidarisierung geht. Ohne zu hinterfragen, mit wem sie sich damit solidarisieren. Es geht bei dieser „Erklärung 2018“ nicht um Solidarität, genauer, es geht bei dieser ausschließlich um die Solidarisierung mit sich selbst, also mit sich und denjenigen, die in ihrem Sinne, in ihrem Verständnis von „Rechtsstaatlichkeit“ demonstrieren.

Europäische Erklärung 2018 und Gegenerklärung von Vera Lengsfeld Weissmann SteinBeispielsweise also Pegida. Soher ist es nur folgerichtig, daß etwa

„Das Institut für Staatspolitik, gegründet von den neurechten Publizisten Karlheinz Weißmann und Götz Kubitschek, legte Anfang des Jahrtausends den ideologischen Grundstein für Pegida und seine Ableger. Kubitschek und die Anhänger von Pegida eint die Ablehnung von Islam und Migration, das Festhalten an einem völkischen Deutschlandbild und der Glaube an die linke Dominanz in Politik und Medien.“

Karlheinz Weissmann ein Erstunterzeichner dieser „Erklärung 2018“ ist, wie hier nachgelesen werden kann. Ebenfalls nur folgerichtig, daß ein Mann wie Götz Kubitschek, ist zu lesen, über diese „Erklärung 2018“ recht erfreut …

Es ist doch tatsächlich befremdlich, daß Menschen mit ihrer Unterschrift ihre Solidarisierung bekunden, etwa mit jenen von Pegida mit ihrem Lutz Bachmann, allein dessen Lebenslauf Zeugnis gibt, wie störend ihm die Rechtsstaatlichkeit im langläufigen Sinn doch sein muß … ist er doch ein durch und durch kriminell serienehrlicher Mann …

Die „Erklärung 2018“ bezieht sich allein auf Deutschland. Und dieser befremdlichen „Erklärung 2018“ ist eine tatsächliche Europäische Erklärung vorzuhalten. Aber eine, die nicht auf Deutschland allein bezogen ist, sondern auf alle Staaten der Europäischen Union. Denn. Nicht nur in Deutschland sind solche Männer und Frauen am Werke, sondern auch in anderen Staaten der Europäischen Union. Und darüber hinaus sind diese Männern und Frauen mit ihrem befremdlichen Verständnis von „Rechtsstaatlichkeit“ und ihrer Solidarisierung mit sich selbst und ihresgleichen mit vielen Männern und Frauen ihrer Gesinnung in anderen Staaten recht vernetzt, wie allein das Beispiel Österreich zeigt, und in Österreich bis in die Regierung hinein, wofür als Beispiele die obengenannten Männer … aber auch Dieter Stein, ebenfalls ein Erstunterzeichner, mit dem gefragt werden kann, was wissen diese eigentlich von der Welt, wenn sie nicht einmal wissen, was im eigenen Haus vorgeht, gemacht, veröffentlicht wird.

Wo Sie sich mit Michael Klonovsky, auch mit ihm, ebenfalls ein Erstunterzeichner der Gegenerklärung 2018, sofort befinden, ist im Keller mit den Fragen nach Religion und Auschwitz … es muß nicht ausgeführt werden, welchen Schuß Logik er dazu abgibt …

In Anbetracht dessen, was zu dieser Gegenerklärung 2018 vulgo „Erklärung 2018“ alles noch gesagt werden könnte, war es kurz …

Nun aber zum Wesentlichen. Zur gemeinsamen Europäischen Erklärung.

Europäische Erklärung

Darum werden Sie hier dazu aufgerufen, die Europäische Erklärung für sich zu unterschreiben. Das ist keine Gegenerklärung zur „Erklärung 2018“, denn diese vom 15.03.2018 ist in Wahrheit die Gegenerklärung zu Rechtsstaatlichkeit und Solidarität.

Der Text der Europäischen Erklärung  vom Mittwoch, dem 15. März, ist so kurz gehalten wie jener der Gegenerklärung vom 15.03.2018, und damit bereits die entscheidende Korrektur der Gegenerklärung 2018.

„Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie Europa beschädigt wird. Wir solidarisieren uns mit denjenigen, die in den Staaten der Europäischen Union friedlich dafür wirken, dass die rechtsstaatliche Ordnung nicht zerstört wird.“

Gemeinsame Europäische Erklärung

 

Wolfgang Sobotka opfert für die christschwarz-identitäre Regierung in Österreich Leopold Kunschak auf dem Margarinealtar des Scheins

Christschwarz-identitäre Regierung - Wolfgang Sobotka opfert Leopold Kunschak

Nun erzählt Wolfgang Sobotka, wie am 31. März 2018 berichtet wird, der ÖAAB Niederösterreich habe beispielsweise bereits reagiert und verleiht anstelle der Leopold-Kunschak-Plakette eine Alois-Mock-Plakette …

Bereits reagiert …

Bereits reagiert – 2017 wurde noch die Leopold-Kunschak-Plakette vergeben, und stolz dabei: Wolfgang Sobotka. Wie lange schon wird gewußt, was für einer Leopold Kunschak war? Daß Leopold Kunschak der „österreichische Streicher“ … bereits reagiert, hierzu fallen die Erinnerungen an die Kapitel ein, die 2002 bereits veröffentlicht wurden, also vor sechzehn Jahren … Wie gelesen werden kann in Gefangen, auch im Erinnern … der Antisemit Kunschak in der Villa eines Margarinefabrikanten … Blaimschein

Schein und Margarine – gibt es Kennzeichnenderes für …?

Nun also erzählt Wolfgang Sobotka, am 31. März 2018 veröffentlicht, er glaube, dieser Antisemitismus, also der Antisemitismus von Leopold Kunschak sei ein Makel an der Politik, generell dürfte eine Sündenbock-Politik heute keinen Raum mehr haben. Aus der Sicht von Wolfgang Sobotka wäre es notwendig, den Leopold-Kunschak-Preis umzubenennen, und er wisse, daß „man auch bundesweit darüber nachdenkt“ …

Wie lange wird noch nachgedacht werden? Bereits reagiert. Seit 2009 bereits wird vorgeschlagen, den Leopold-Kunschak-Preis umzubenennen. Aber nicht nach einem christschwarzen Politiker, also etwa in Alois-Mock-Preis, sondern in Manush-Preis.

Warum Manush? Auch das kann hier nachgelesen werden.

Also 2017 ist Wolfgang Sobotka noch eifrig bei der Verleihung der Leopold-Kunschak-Plakette dabei. Und 2018 empfindet er es als „Makel an der Politik“.

Wann wird das als Makel empfunden werden, weshalb vor bald zehn Jahren die Umbenennung in Manush-Preis …

„Makel an der Politik“. Ach, wie allgemein. Politik, also in Östereich, kurz gesagt, Parteipolitik wird von Menschen gemacht. Also ist er, Sobotka, sich selbst ein Makel? Politische Mängel zeichnen ihn allemal aus, und nicht nur im Hinblick auf Kunschak …

Was hat sich denn geändert seit dem Mai 2017, daß er, Sobotka, plötzlich den Antisemitismus von Leopold Kunschak als „Makel“ sieht?

Nichts.

Bis auf eines.

DieLeopold Kunschak und Wolfgang Sobotka - Bereits reagiert FPÖ sitzt mit der ÖVP in der Regierung.

Und nun muß etwas getan werden, also nicht wirklich gehandelt, es muß Margarine geschmiert werden, Kritiker und Kritikerinnen dieser christschwarz angeführten Regierung mit der identitären Regierungspartei sollen, so das Kalkül, auf der Margarine ausrutschen. Ein Schein muß hergestellt werden. Mehr ist das nicht.

„Ich glaube,“ sagt Wolfgang Sobotka, wird am 31. März 2018 berichtet von der „Kleinen Zeitung“, „dieser Antisemitismus – auch bei Kunschak oder Renner – ist ein Makel an der Politik. Generell darf eine Sündenbock-Politik heute keinen Raum mehr haben.“

Kurz gesagt: Franz Dinghofer erwähnt er, Sobotka, nicht. Wie Kunschak die Ikone der ÖVP ist Dinghofer die Ikone der FPÖ. Das geht also noch, der SPÖ Karl Renner vorzuhalten. Aber der FPÖ Franz Dinghofer, das geht nicht, die Margarine zerrönne bereits, ehe sie ums Maul geschmiert, der Schein als Schein sofort entlarvt.

Kunschak und Renner sind zwar noch Namensgeber, aber sonst … na ja, den christschwarzen Obmännern hat Kunschak doch noch vieles zu sagen, beispielsweise, wie Menschen kurz gehalten werden können …

Es könnte Wolfgang Sobotka das österreichische Proporzdenken erwischt haben, auch der Antisemitismus aufgeteilt zwischen SPÖ und ÖVP. Jedoch. Der österreichische Proporz auch in dieser Hinsicht einer von FPÖ, SPÖ und ÖVP …

Österreich, Land des Proporz-Antisemitismus

Dem Karl Lueger bleibt ein Platz, aber Leopold Kunschak weiter das Parlament und ein Platz

Das Lueger-Denkmal von Josef Müllner mit der Tafel auf Karl-Art von Oliver Rathkolb

„Our far-right is nothing“ compared to the Austrian continuity

Antisemitismus-Befragung in Ungarn in Österreich von FPÖ unzensuriert gesinnungsgemäß kommentiert der Beschluß von Fidesz und Jobbik

Beatrix Karl belegt die Notwendigkeit der Umbenennung des Leopold-Kunschak-Preises

Leopold-Kunschak-Preise – Auch 2013 kein Verzicht. Dafür wieder ein Wunder von Werner Fasslabend?

Österreich: Wilhelm Brauneder, auch er, erinnert, wie das Land insgesamt eine Gegenwartskommission dringend benötigt

Und so weiter und so christschwarz.

Kunschak und Renner sind zwar noch Namensgeber … aber Franz Dinghofer ist für die FPÖ ein Aktivposten ihrer, wie Sobotka es nennt und nicht fremd – kurz: „Sündenbock-Politik“.

Norbert Hofer, kleiner Präsident mit dem großen Herzen für die Franz Dinghofer der „primitiven Hetze“ 

Burschenschafter in Deutschland als Staatssekretär entlassen, in Österreich im Parlament mit Franz-Dinghofer-Medaille geehrtFranz-Dinghofer-Symposium im Parlament

Franz Dinghofer auf FPÖ unzensuriert: Jungen Menschen die Zähne ausschlagen und Antisemitisches

Dinghofer hofft auf FPÖ unzensuriert auf einen Stauffenberg gegen Angela Merkel, der „genauer arbeitet als sein Vorgänger“

FPÖ unzensuriert, Franz Dinghofer: „Konflikt mit diesen Untermenschen kann man sicher nicht friedlich lösen“

Norbert Hofer lädt zum Dinghofer-Symposium: Michael Ley im österreichischen Parlament: „Kein Bier für Nazis“

Ideelle Kontinuitäten – von … bis …

Wolfgang Sobotka - Leopold Kunschak Preise

Und so weiter und so identitär.

Es ist also gar nicht so plötzlich, sondern zur Zeit opportun bloß ein „Makel“, wie es Sobotka nennt … ob alle bisherigen Preisträger und Preisträgerinnen ihre preisgierige Annahme des Leopold-Kunschak-Preises nun, wenigstens jetzt, aus einem weiteren Opportunismus heraus, auch als „Makel“, zum Beispiel Karim El Gawhary, um einen der letzten Träger zu nennen, so empfinden und es gar auch noch öffentlich sagen …

Leopold Kunschak, Franz Dinghofer, Karl Renner – Die nach ihnen benannten Preise der drei Parteien erzählen viel vom Zustand Österreichs in seinem Halbdunkel

Bereits reagiert.

Wird den Preis aus den Händen der Verharmloser des kunschakschen Antisemitismus 2012 wer nicht annehmen wollen?

Ja, es wurde bereits reagiert.

Und das 2009. Aber nicht in Österreich. In Luxembourg. Es wurden Fragen gestellt, wie gelesen werden kann, ob denn niemand den Preis abgelehnt habe, ob es keine Proteste …

Die Antwort aus Österreich, bereits vor bald zehn Jahren, kennzeichnender für dieses Land Österreich kann keine sein, als diese von einem Preisträger:

„Bitte um Entfernung aus dem Verteiler …“

Und das Schreiben aus Luxembourg aus dem Jahr 2009 endet mit dem Satz, der für Österreich ’18 weiter Gültigkeit hat: 

„Mir scheint die Politik ist auf sehr bedenklichen Wegen.“

Leopold Kunschak Preis umbenennen

Am Denkmal der bekannten Soldatin

Irgendwann im März des Jahres 2018 hat Alexander Van der Bellen in seiner Bundespräsidentenamtausführung einen Kranz an einem „Denkmal des unbekannten Soldaten“ irgendwo in der Welt niedergelegt.

Im Jahr 2018. In diesem zum heiligen Gedenkjahr ausgerufenen Jahr in Österreich.

Allein das, den sich wieder bückenden Bundespräsidenten an einem „Denkmal des unbekannten Soldaten“ zu sehen, wie er mit ernster Miene die „Ehre“ gibt, offenbart ein weiteres Mal die vollkommene Nutzlosigkeit, die vollkommene Widersinnigkeit von Erinnerungsveranstaltungen.

Es will gar nicht darauf eingegangen werden, was allein Alexander Van der Bellen trotz der Erinnerungsmanie allein an einem Montag …

Wie viele Gedenken, wie viele Gedenkjahre, wie viele Erinnerungsveranstaltungen hat es in den letzten Jahrzehnten schon gegeben, und dieser ganze Erinnerungszirkus hatte und hat weiter nicht einmal zur konkreten Folge, endlich mit der Schimäre vom „unbekannten Soldaten“ Schluß zu machen. Der gesamte Erinnerungszirkus seit Jahrzehnten brachte und bringt nicht das Ergebnis, die Denkmäler „für den unbekannten Soldaten“ endlich umzubenennen in „Denkmal für den bekannten Soldaten“.

Denkmal für die bekannte Soldatin

Denn. Die Soldaten und Soldatinnen waren und sind nicht unbekannt. Sie haben Verwandte, die sie kennen, sie haben Freunde, die sie kennen, sie leben in Dörfern, in denen sie von allen gekannt werden, sie leben in Städten, in denen sie in ihren Stadtteilen, in ihren Grätzeln, in ihren Gassen, in ihren Gemeindebauten, in ihren Kleingartensiedlungen gekannt werden. Sie haben Vornamen. Sie haben Nachnamen. Sie haben Dokumente. Kurz: Sie haben Geschichte. Aber das alles wird ihnen auch noch genommen, nachdem ihnen zuerst ihr Leben genommen, sie ermordet sind, da das Denkmal für sie heißt: „Denkmal des unbekannten Soldaten“.

Zuerst werden sie zum Morden hinausgeschickt und lassen sie sich zum Morden hinausschicken in die Kriege, in das Schlachten, dann werden sie Mörder und Mörderinnen und werden dabei selbst ermordet und lassen sich ermorden. Und dann wird den ermordeten Soldaten und Soldatinnen noch ihre Geschichte genommen, sie zu Namenlosen, aus Bekannten Unbekannte gemacht, ausradiert, ausgelöscht.

„Denkmal des unbekannten Soldaten“: Das ist Gedächtnispolitik. Zu allgemein. Denn. Und irreführend. Gedächtnispolitik könnte auch ganz anders ausfallen.

„Denkmal des unbekannten Soldaten“: Das ist Herrschaftsgedächtnis.

Herrschaftsgedächtnis heißt, die mordenden und ermordeten Soldaten und Soldatinnen haben kein Anrecht auf ihren nicht gerade geringen Anteil an der Geschichte, sie haben kein Recht auf ihre Bekanntheit, kein Recht auf ihre Namen.

„Denkmal des unbekannten Soldaten“: das ist Herrschaftsgedächtniszynismus. In den Herrschaftsaugen sind sie namenlose und also unbekannte Tiere, für die es beispielsweise in London ein Denkmal gibt: „Animals in War Memorial“ mit der Inschrift:

„This monument is dedicated to all the animals
that served and died alongside British and allied forces
in wars and campaigns throughout time.“

„They had no choice.“

Zum gebückten Bundespräsidenten am Denkmal wird berichtet, als wäre es eine zwar nicht wörtliche, doch dem Sinn nach nicht unpassende Übersetzung der Inschrift in London …

„Am Mittwoch in der Früh erwies er zunächst den Opfern der wechselvollen ukrainischen Geschichte die Ehre, indem er einen Kranz am Denkmal des unbekannten Soldaten niederlegte[.]“

Die Tiere hatten und haben tatsächlich „keine Wahl“. Und die Menschen? Es sieht so aus, daß noch Hunderte von Gedenkjahren unter den Herrschaftszirkuskuppeln zelebriert werden ohne je die breiteste Erkenntnis, als Mensch die Wahl zu haben, ohne je den Willen, endlich Schluß zu machen mit Herrschaftsgedächtnis und also Herrschaftspolitik.

Kranzniederlegung am Denkmal des unbekannten Soldaten - 2018.png

 

Papst hat Kirche nicht geleugnet

Vatikan Papst hat Kirche nicht geleugnetWie berichtet wird, geht es nun darum, wieder einmal, in den letzten Märztagen des Jahres 2018, ob Papst Franziskus richtig zitiert worden sei oder nicht, ob er die „Hölle“ geleugnet habe, er die Hölle nicht geleugnet habe, ob er hingegen von „Auslöschung“ gesprochen habe.

Wie belanglos es doch ist, ob dieser Mann richtig oder nicht richtig zitiert wird. Und nicht nur, wenn es um „Hölle“ und „Auslöschung“.

Die Hölle kann Papst Franziskus nicht leugnen.

Denn. Er, als Hauptmedizinmann, verleugnete sich selbst.

Die Hölle ist die Kirche.

Jenseits der Kirchen gibt es keine Hölle.

Die Hölle ist eine Vokabel der Hölle.

Und wenn er von „Auslöschung“ spricht, richtig oder nicht richtig zitiert, ist es dennoch richtig zitiert. Denn. Auslöschung, ein Synonym für Hölle. Das Lechzen nach Auslöschung kann die römisch-katholische Kirche weiter nicht aufgeben. Denn. Damit müßte sie sich selbst auflösen. Es reicht ihr die einfache Auslöschung nicht. Gierig wie sie ist, stetes Lechzen nach der totalen Auslöschung. Denn. Noch als toter Mensch soll ihr der Mensch, der nach ihren Vorstellungen von Reue „nicht bereut“, noch einmal ausgelöscht werden.

Das Vokabular der Höllen hat sich also durch die Jahrhunderte nicht geändert.

Es ist ihr nur die Macht genommen, die doppelte und also totale Auslöschung von Menschen zu begehen, zuerst die physische Auslöschung, also der Mord, weil ein Mensch nicht nach den Vorstellungen der Kirche Vorstellungen zu haben bereit ist, sein Leben nach den höllischen Vorstellungen auszurichten und zu leben, und dann nach dem Mord noch eine weitere Auslöschung, weil ein Mensch nicht bereut, wie von der Hölle erwartet und angenommen, die Vorstellungen der Kirche in seinem Leben der Hölle hörig geteilt zu haben.

Verharmlosungsräderschlagende Werbung

Nie weg vom Ursprung - Verharmlosung die weitergeht.png

Nie weg vom Ursprung – Verharmlosung, die weitergeht

Menschgemäß gehört es wohl dazu, daß um die Osterwoche in der Werbung vor allem Eier vorkommen.

Ostern, das Fest der Eier.

Ostern, das Gedenken – jedenfalls wird es so verkauft – eines Martyriums vor etwa zweitausend Jahren.

Dabei ist Ostern das Martyrium der Gegenwart. Die Blutzeugen, also die Märtyrer dieses Martyriums: Küken.

Wie viele Küken werden wohl europaweit allein in der Osterwoche „geschreddert“, „vergast“? Allein in Deutschland sind es in einem Jahr fünfzig Millionen. In Österreich waren es in einem Jahr über neun Millionen. Das sind weit mehr, als in Österreich Menschen leben.

Und wie wird das in der Werbung dargestellt, diese harte und brutale Wirklichkeit?

Menschgemäß hat Werbung nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Werbung erzählt nichts von der harten und brutalen Wirklichkeit. Werbung erzählt nicht einmal etwas von der wahren Wirklichkeit der beworbenen Produkte.

Es könnte also unerwähnt bleiben. Das ist der Ursprung der Werbung, der eben weitergeht.

Und doch erzählt Werbung sehr viel, wenn auch ungewollt, von dieser harten und brutalen Menschenwirklichkeit.

Etwa die Werbung über Küken.

Ein gar lieber Mann mit großväterlichem Bart, wer will es ihm verübeln, antwortet einem Kind nicht mit der brutalen und harten Wirklichkeit, sagt also nicht, männliche Küken werden massenweise, also industriell ermordet, er vermeidet zu sagen, sie werden vergast, geschreddert, verharmlosend sagt er, sie werden normalerweise nicht großgezogen. Aber er spricht nicht zu dem Kind, die Empfänger seiner Antwort sind die Menschen vor den Fernsehapparaten, Erwachsene, Kinder werden wohl auch davor sitzen, aber vor allem Erwachsene sind seine Angesprochenen, und alle werden vor den Apparaten zu Kindern gemacht, die nicht mit der harten und brutalen Wirklichkeit erschreckt werden dürfen. Denn. Sie könnten überhaupt den Trieb zum Konsumieren verlieren. Und, bei Hahn im Glück, dürfen sie, keine Sorge, leben, die männlichen Küken – Herr über Leben und Tod, die tägliche Auferstehung Gottes in der Werbung, zu richten, wer leben und wer nicht leben darf, und siehe, sie gibt ihnen den Namen Hans, auf daß sie leben, bis …

Der industrielle Massenmord schön verpackt in der Formulierung, sie werden normalerweise nicht großgezogen …

Und es gibt für die industriell ermordeten männlichen Küken den harmlosen Begriff, der in dieser Werbung mit dem lieben Mann mit großväterlichem Bart nicht vorkommt: „Tagesküken“.

Tagesküken, das erinnert an Eintagsfliegen. Als hätte die Natur selbst für männliche Küken einen „normalen“ Lebenszyklus von wenigen Minuten bis höchstens ein paar Tage vorgesehen. Die Natur selbst Hähnen keinen längeres Leben zugedacht.

Tagesküken – so wird industrieller Massenmord dem Menschen leicht.

Und es wird dem Menschen Werbung mit industriellem Massenmord leicht.

Wie viele Firmen bieten „Tagesküken“ als Nahrung etwa für Katzen an. Und geworben wird hierfür mit „tiergerechter“ Nahrung. Auch dafür gibt es einen Begriff: „Barf“. Ach, und wie viele Mitläuferinnnen und Mitläufer gibt es, die freiwillig und ohne für sie selbst erkennbaren finanziellen Gewinn, Videos im Internet verbreiten, mit Ratschlägen zur tiergerechten Ernährung, so selbstverständlich von „Tagesküken“ als Nahrung für die geliebte Hauskatze sprechen, dabei sogar ethische Fragen ansprechen. Aber. Katzen sich selbst von Mäusen ernähren zu lassen. Wie schrecklich. Das ist doch unappetitlich. Was das doch für einen blutigen Dreck im schön reingeputzten Einfamilienhaus macht. Hingegen mit Tagesküken. Das ist ordentlich, sauber, können schön verpackt erworben und nach Hause gebracht werden, kein Blutstropfen auf dem blankgeputzten Boden. Und. Tagesküken, ein Leckerbissen für jede Katze.

Es schaudert, derartige Videos im Internet zu sehen. Wie Menschen, gar so um tiergerechte Behandlung besorgt, Ratschläge zur Tierernährung geben, etwa mit Tagesküken, also mit industriell massenweise ermordeten Tieren.

Sobald der Mensch verharmlosende Begriffe für sich findet, ist er bereit, jedwedes Lebewesen der industriellen Massenvernichtung auszusetzen. In der Vergangenheit und weiter in der Gegenwart.

Das ist die eine Verharmlosung, die direkt und unmittelbar in der Werbung zelebriert wird.

Und es gibt eine weitere Verharmlosung.

Diese Verharmlosung kommt zum Einsatz als Reaktion auf Kritik an einer Werbung, die Ungeheuerliches in sich birgt.

Etwa die Werbung für Knabbergebäck. Für dieses wird kein harmloser Name gefunden. Es wird einfach „Zigeunerräder“ genannt, seit Jahrzehnten. Und die Verharmlosung in diesem Fall ist die Antwort auf Kritik an einem solchen Produktnamen, an einer solchen Werbung für ein Produkt mit solch einem Namen. Ach, wie harmlos alles gedacht, so fällt die verharmlosende Antwort aus, nie sei daran gedacht, politisch Stellung zu beziehen, nie sei daran gedacht, beleidigen zu wollen, nie sei daran gedacht, gegen „Randgruppen“ und so weiter und so fort.

Zusammengefaßt. Zwei Verharmlosungen, die miteinander korrespondieren. Einerseits die Verharmlosung  direkt in der Werbung, also die liebliche Umschreibung eines industriellen Massenmordes, anderseits die Verharmlosung in der Antwort auf die Kritik auf ungeheuerliche Produktnamen mit dazugehöriger Werbung. Einerseits die Schonung des konsumierenden Menschen durch die Werbung, die nicht von der harten und brutalen Wirklichkeit zu ihm sprechen will, anderseits keine Schonung durch Produktnamen und dazugehöriger Werbung von Menschen, deren Vorfahren und Vorfahrinnen selbst durch industrielle Massenvernichtung ermordet wurden.

Mary Ann Evans, 61 Jahre, heiratet zwanzig Jahre jüngeren Mann

„Seine Familie heißt mich mit äußerster Zärtlichkeit willkommen. All dies ist eine wunderbare Gnade, die mir über meinen Anteil hinaus zugefallen ist, als ich schon dachte, daß das Leben zu Ende sei und daß mein Sarg sozusagen im nächsten Zimmer bereitstehe. Tief unter der Oberfläche fließt ein Strom von Trauer, aber das wird bei denen, die lange gelebt haben, immer so sein – und ich bin doch fähig, mich meines eben wieder anfangenden Lebens zu erfreuen. Ich werde ein besseres, ein liebevolleres Geschöpf sein als in der Einsamkeit. Für die Gabe einer vollkommenen Liebe beständig und liebevoll dankbar zu sein, ist unserem Geiste die beste Erleuchtung für alle die möglichen Formen des Guten, das dem Menschen auf diesen unruhigen kleinen Planeten beschieden sein kann.“

Es sind nicht die besten Zeiten, als Mary Ann Evans das zu ihrer Ehe mit einem zwanzig Jahre jüngeren Mann schreibt, weder in Großbritannien noch anderswo. In einer Hinsicht sind es aber die besten Zeiten, als Mary Ann Evans einen zwanzig Jahre jüngeren Mann ehelicht. Es gibt Österreich nicht.

Und es gibt auch alle anderen Umsonsten nicht, die als Zeitungen durchgehen. Weder in England noch sonst irgendwo. Es gibt nicht diese sonderlichen Fernsehanstalten, in denen Menschen tratschen, als hätten sie etwas zu sagen, auch dazu, ob es gehörig sei, wenn eine Frau einen um sechzehn Jahre jüngeren Mann zum … Und moderiert von Menschen, die Sportreportern aufmerksam zuhören, die zu diesem Thema sich irgend etwas aus den Fingern … Einzig hell in solchen Anstalten sind die eingeschalteten Lampen.

Von Umsonsten, von derartigen Sendungsanstalten ist nichts anderes zu erwarten. Aber von Medien, wie beispielsweise jene aus der Hanse, ist auch nur noch zu erwarten, was von den Umsonsten eben zu bekommen ist, mit ihren Redaktionen, denen offensichtlich die Zutat Aufklärung ausgegangen ist, und nun mit Gepökeltem (Suren, wie es in den Alpländern Österreich und Bayern genannt wird) ihre Buchstabenlaibchen … Heruntergemacht werden Frau und Mann. Der Vorwurf an die Frau, einen jüngeren Mann haben zu wollen. Dem Mann abgesprochen, ein Mann zu sein, nur ein „Bubi“, und diese Medien, die sich selbst als Hort des Geistes sehen, werden es sich wohl hoch anrechnen, großzügig dem jüngeren Mann nicht abgesprochen zu haben, überhaupt männlichen Geschlechts zu sein. Ach, wie aktuell … es gelesen werden kann, weil eine Frau von 44 Jahren mit einem Mann um sechzehn Jahre jüngeren Mann …

Es sind nun einhundertachtunddreißig Jahre her, daß Mary Ann Evans mit einem zwanzig Jahre jüngeren Mann die Ehe einging, im Mai 1880.

Es war ihre Zeit die beste Zeit, ohne Österreich, ohne die Zeit, die die Zeit nicht mehr ist.

Es ist die schlechteste Zeit, mit Österreich, mit allen Umsonsten, mit der Zeit, wie sie geworden ist.

Es ist die beste Zeit, für den Sarg im nächsten Zimmer, in dieser schlechtesten Zeit mit Österreich, mit allen Umsonsten, mit der Zeit, wie sie geworden ist, schon vor so langer Zeit von seinem Warten auf sie von Mary Ann Evans erlöst worden zu sein.

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Überflern statt Überhitlern

Christliche Regierungen in Österreich - Vernichtungskampf

’18, das Verlautbarungsorgan der identitären Regierungspartei:

Das Projekt der neuen österreichischen Regierung besteht also ideologisch gesehen darin, den Kulturmarxismus zu überwinden.

’33, Neustädter-Stürmer:

Der Vernichtungskampf gegen den Marxismus muß rücksichtslos geführt werden. Die Politik muß so sein vor allem gegen links.

Überflern statt Überhitlern scheint die Parole der ÖVP nun zu sein. Beinahe wäre geschrieben worden: neue Parole … aber neu ist nichts an der nun ausgegebenen Parole, bloß adaptiert, bloß angepaßt an die Gegebenheiten von ’18, geschuldet nur den geänderten Namen des in die Macht gebrachten Personals, deren Namen ab und an für ihre Parteien als Abkürzung für ihre Parteien verwendet werden.

Neu ist, wenn das neu genannt werden kann, an der zurzeitigen Regierung nur, daß es keinen heimwehrlerischen Chefideologen mit Neu im Namen … alt hingegen u.v.m. auch, daß der österreichische Stürmer-Gründer und -Herausgeber“ der ÖVP weiter eine Ikone …

Beinahe wäre geschrieben worden: Überstracherln statt Überhitlern … aber das wäre beinahe eine Ehrenbezeugung für diesen Mann, vor allem deshalb, da gewußt wird, es ist vollkommen egal, wer die FPÖ anführt, sie erhält in Wahlen den Stimmenanteil, den sie erhält, gleichgültig ob der Anführer heißt: Haider oder Strache oder … es sind einzig die Parolen, die Stimmen bringen. Irgendwer muß aber die Parolen trompeten, eine Sprechpuppe vielleicht aus Stroh und Holz also, die ganz vorne auf der Bühne aufgestellt wird, wird stets gebraucht, für das Schmettern der Parolen, die, und das ist die menschgemäße Natur von Parolen, stets brutal verkürzend und immer falsche Zusammenfassungen hochkomplexer gesellschaftspolitischer Vorgänge und wirtschaftspolitischer Zusammenhänge sind. Es könnte gesagt werden, eine Sprechholzstrohpuppe als Anführerin brächte ebenso viele Stimmen solchen Parteien, die zurzeit beispielsweise von einem Strache in Österreich, von einem Gauland in Deutschland, von einem Salvini in Italien, von einem in Ungarn oder in seiner Zeit von einem Hitler … das erzählt auch etwas von der Kontinuität des den Parolen innewohnenden Verführungspotentials … und eine zweite Kontinuität muß und ist gegeben, die ideelle – auch an der mangelt es in Österreich ganz und gar nicht.

Andererseits. Überstracherln als zurzeitige Parole der ÖVP kann es durchaus genannt werden, wenn sie nicht vom Namen des zurzeitigen FPÖ-Anführers abgeleitet wird, sondern vom übersetzten Wort Angst. Überängstigen statt Überhitlern.  Die Sprechholzstrohpuppenangstparolen bringen immer noch Stimmen, als wäre kein Tag vergangen seit …

Das kommt auch noch in den Sinn, wenn, wie soeben, für den zurzeitigen Anführer

„Der mächtigste Kanzler seit …“

der ÖVP geschichtliche Vergleiche bemüht werden, die er selbst wohl nicht ungern lesen wird, und dann ist es auch, kurz gesagt, unumgänglich daran zu erinnern, gerade in diesem Gedenkparolenjahr ’18

Engelbert Dollfuß oder die Liebe zu den „Überhitlern“

Überstracherln - Überängstigen - Überhitlern

 

Das Regierungsösterreich und die Solidarität

Regierungsösterreich - SolidaritätWährend nun viele Staaten „solidarisch“ reagieren, macht das Regierungsösterreich, also die blauschwarze Montagsregierung, das, was es kann, reden, auf niedrigstem Niveau, oder, wie es in Südtirol heißt, is jo lei, daß gredt is …

Österreich beteiligt sich nicht an einer konzertierten Aktion der USA und einer Mehrheit der EU-Staaten gegen Russland in der Giftaffäre. Österreich werde „keine Diplomaten ausweisen“, teilten … (ÖVP) und Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) am Montag der APA mit. Begründung: ‚Wollen die Gesprächskanäle nach Russland offenhalten.‘ werden aber keine nationalen Maßnahmen setzen“, sagten … und Kneissl dazu. „Vielmehr wollen wir die Gesprächskanäle nach Russland offenhalten. Österreich ist ein neutrales Land und sieht sich als Brückenbauer zwischen Ost und West.“ Zugleich versicherten sie London der Solidarität der Europäischen Union und versprachen: „Wann immer Russland das Völkerrecht oder die Menschenrechte verletzt, werden wir klare Worte finden und reagieren.“

Wie recht gerade der Mann neben Karin Kneissl „klare Worte“ zu finden vermag, was gerade er als Reaktion versteht, wurde in diesem Zusammenhang bereits in einem Kapitel festgehalten. Er ist so klar und gewillt zur Reaktion, daß er in einem eigenen

Das ist unbedingt zu merken. Für jedwede kommende Wahl in Österreich. Wann immer diese blauschwarze Regierung von „Solidarität“ spricht, es sind nur ausgespuckte elf Buchstaben mitten in das Gesicht von allen, die solidarisches Reagieren …

Die Erwartungen sind im Angesicht dieser Regierung ohnehin auf die geringsten reduziert. Wenigstens solidarisches Reagieren könnte noch erwartet werden. Ein solidarisches Agieren, ein aktives solidarisches Handeln, gar ein aktives politisches solidarisches Handeln wird von dieser Regierung gleich wem gegenüber ohnehin je nicht …

Und übrigens. Es ist eine „nationale Maßnahme“, die hier von dem Regierungsösterreich gesetzt wird, auch wenn Karin Kneissl und der Mann neben ihr meinen, das nicht zu tun. Eine „nationale Maßnahme“ für einen national aufgeladenen Vladimir Putin, mit dem er, der Mann neben Kneissl sein will …

NS Das Regierungsösterreich ein „Brückenbauer“ – wahrlich, ein wahres Wort von Karin Kneissl und dem Mann neben ihr … Wenn bedacht wird, wer auf ihren Stühlen in diesem Regierungsösterreich sitzt, kann gesagt werden, Regierungsösterreich nicht nur Bauer, sondern die Pfeiler selbst der Brücken, die in den …

Sebastian Kurz, der ausredenreichste Kanzler seit Armin Wolf die Soziologin Wikipedia liest

Da es lediglich indirekt um Sebastian Kurz geht, kann auf eine Darstellung mittels Kurzlekt verzichtet werden.

Sebastian Kurz - ausredenreichster Kanzler seit Armin Wolf Wikipedia liest

Es wird Sebastian Kurz gefallen, daß Armin Wolf in ihm den „mächtigsten Kanzler seit Kreisky“ sieht, und das nach madigen einhundert Tagen. Nun, es wird Armin Wolf vielleicht denken, es kann für das Eigene nicht schaden, Sebastian Kurz zu schmeicheln, ihn mit Bruno Kreisky in eine Zeile zu bringen.

Und Armin Wolf setzt dafür viel ein, schwingt sich auf zu höchsten Überlegungen zum Begriff „Macht“. Er zitiert hierfür sogar Max Weber, freilich ohne Quellenangabe. Wie gewußt wird, gehört zur Lektüre von Armin Wolf die Soziologin Wikipedia. Nicht ganz unberechtigt also annehmen zu dürfen, er wird sein Weber-Zitat ebenfalls bei ihr gelesen haben.

Und damit beginnt es bereits, alles falsch zu sehen.

Was für eine unnötige Erhebung von Sebastian Kurz durch Hinschreibung auf die Höhe von Bruno Kreisky. Wenn schon Vergleiche notwendig, dann welche innerhalb der kurzschen Weltanschauung, also Sebastian Kurz mächtig wie Dollfuß oder Schuschnigg, es passt nicht nur treffender zu seiner Weltanschauung, sondern auch zu dem, wie er sich gebärdet.

Und wenn es schon jüngste Vergangenheit sein soll, weshalb nicht der Rückgriff auf die Vergleiche mit Recep Tayyip Erdoğan … Im letzten Jahr bereits kursierte für Sebastian Kurz „Ösi-Erdogan“. Das ist ein Mann, der zu Kurz passt, und nicht ein Bruno Kreisky.

Es stimmt wohl, daß Sebastian Kurz „Macht hat über“ – das christschwarze Personal, vor allem über jenes, das die Posten im Parlament, in der Regierung ihm …

Aber es gibt auch von der Herkunft des Wortes: „Macht zu tun“ – und hat er, Kurz, die? Dazu gehört von der Herkunft des Wortes auch das „Können“. Das Können und die Macht, zu tun. Aber hat er das Können?

Es kann auch ganz schlicht sein. Die Soziologin Wikipedia hat für Armin Wolf nichts über „Chef“ gehabt, und so kam er auf … oder es wäre zu offensichtlich, hätte Wolf geschrieben, Kurz, der Chef seit … es wäre eine reine Nachschreibe nur von dem geworden, wie sich Kurz selbst sieht, wobei er allerdings, wenn noch etwas Anstand in ihm ist, tunlichst vermeidet, in einen Spiegel …

Seit einhundert Tagen wird von diesen zwei Parteien, die die zurzeitigen Regierungsämter in Österreich zugeschanzt wurden, täglich die Ausrede gehört: Regierungsvereinbarung. Es wird immer auf die Regierungsvereinbarung verwiesen, weshalb etwas nicht geht. Auch von dem von Armin Wolf Hochgeschmeichelten.

Und ist nicht gerade das sogenannte Rauch-Verbot das aktuellste und beste Beispiel dafür, daß Armin Wolf das falsche Zitat wählte, um „Macht“ zu definieren?

Die Bundes-ÖVP gerät in Sachen Rauchverbot zunehmend unter Druck. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sympathisiert zwar mit den Anliegen des Volksbegehrens für ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie, wegen des Koalitionsabkommens mit der FPÖ seien ihm aber die Hände gebunden, erklärte Kurz gegenüber der „Kleinen Zeitung“. „Ich habe großes Verständnis, dass sich die Mehrheit für ein absolutes Rauchverbot einsetzt“, so Kurz. „Ich bin selbst Nichtraucher.“

„In der klassischen Definition von Max Weber“, zitiert Armin Wolf ohne Erwähnung der Soziologin Wikipedia, „ist Macht ja die ‚Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.‘ Und“, schreibt Wolf weiter, „die Chancen von Sebastian Kurz, seinen Willen, durchzusetzen, sind“, darf fortgeschrieben werden, wie allein das sogenannte Rauch-Verbot schon so eindrücklich zeigt, „ziemlich“ klein …

Am Ende seiner Kurzschmeichelei scheint die kurzsche Macht über auch über Armin Wolf gekommen zu sein:

„Und schließlich hat Sebastian Kurz noch echtes Glück. Er ist just während des stabilsten Wirtschaftsaufschwungs seit über zehn Jahren ins Kanzleramt eingezogen. Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Regierung kann ein Nulldefizit präsentieren – und trotzdem bleibt noch etwas zu verteilen.“

Zugunsten von Sebastian Kurz tauscht Armin Wolf kann gegen soll. Was die blauschwarze Regierung präsentierte, war, es soll ein Nulldefizit geben. Ob es dieses ’19 auch tatsächlich geben wird – nun, seit Heinz-Christian Grasser wird schon gewußt, wie das ist mit dem Kann. Es hätte eines gegeben haben können, ein Nulldefizit, das gab es aber nicht, wie jetzt erfahren werden darf, denn ein Nulldefizit hätte es, so schmeichelt Blauschwarz sich nun selbst, seit sechzig Jahren nicht gegeben.

Ach, und dann gibt es, so Wolf, „trotzdem noch etwas zu verteilen“. An wen was verteilt werden soll, schreibt Armin Wolf nicht. Das klänge wohl nicht mehr so schmeichelhaft.

„Und schließlich hat Sebastian Kurz noch echtes Glück.“ Wieviel fehlte noch, daß Armin Wolf geendet hätte mit dem Ausruf: „Ja, Glück hat nur der Tüchtige!“ …

PS Es kann natürlich auch sein, daß Armin Wolf auf den Namen Bruno Kreisky kam, beseelt von einer Sehnsucht (nicht bewußt von ihr ergriffen), daß Menschen wie Kreisky im heutigen Österreich fehlen. Es wieder höchste Zeit ist für Menschen wie Kreisky in politischer Verantwortung, und endlich, kurz gesagt, vorbei für Menschen wie Strachhofer in Verantwortungslosigkeit …

Wie angenehm wäre es gewesen, hätte Armin Wolf Kurzlekt verwendet; es hätte das nicht geschrieben werden müssen.

Sebastian Kurz - Armin Wolf