Heinz und Christian stimmt es heute noch traurig, wenn sie an die Ereignisse in ihrer Ortschaft zurückdenken

Heute noch, Jahrzehnte später, stimmt es Heinz und Christian traurig, wenn sie an die Ereignisse, die zum Mord an Angela Merkel führten, zurückdenken, als Heinz Vizebürgermeister und Christian Bürgermeister der Ortschaft waren, in der sie heute noch, nun alt und amtslos geworden, leben, in diesem Ort, von dem es nichts Außergewöhnliches zu berichten gibt, bis auf die eine Auffälligkeit, daß überdurchschnittlich viele in dieser Ortschaft Vornamen als Familiennamen haben, so auch die zwei alten Männer Heinz und Christian, die Donnerstag für Donnerstag einander in der Kirchenwirtsstube treffen, um miteinander die Ereignisse, die zum Mord an Angela Merkel führten, zu erinnern und dann jedes Mal traurig gestimmt auseinandergehen, bis zum nächsten Donnerstag, um dann wieder die Ereignisse sich gegenseitig zu erzählen, deren grausames Ende der Mord an Angela Merkel war.

Auch wenn sie sich jedes Mal vornehmen, nicht mehr darüber sprechen zu wollen, sie können nicht anders, als doch jedes Mal davon zu sprechen, einmal beginnt Christian damit, ein anderes Mal ist es Heinz, der beginnt, wie es war, damals, als alles harmlos begann, mit ersten Verdächtigungen, die niemand ernst nahm, niemand schenkte diesen Verdächtigungen gegen Angela Merkel, die zwar nicht aus dem Ort stammte, eine aus einem Nachbarort Zugezogene war, die es verstand, Vertrauen zu gewinnen, sich im Ort beliebt zu machen, Respekt und Ansehen zu bekommen.

Die Verdächtigungen hörten nicht auf. Und je unglaubwürdiger die Verdächtigungen wurden, desto mehr wurde den Verdächtigungen Glauben geschenkt. Die Verdächtigungen wurden uferlos. Bald war sie an allem schuld, was im Ort passierte, aber auch, was im Ort nicht passierte. Als es nicht und nicht aufhören wollte zu regnen, wurde sie verdächtigt, als der Himmel tagelang mit seltsamen weißen Streifen durchzogen war, wurde sie verdächtigt, als der Jäger nicht den Hirschen traf, sondern seine Treiberin, wurde sie verdächtigt, und für alle Verdächtigungen fanden sich Erklärungen, Hinweise, die zu unwiderlegbaren Beweisen wurden, wie ihre stets verschlossene Scheune, in der oft bis spät in die Nacht Licht brannte, zu der aber niemand Einlaß forderte, da alle vermuteten, sie würde ohnehin den Einlaß verweigern.

Und je mehr Verdächtigungen gegen sie in der Ortschaft im Umlauf waren, desto mehr Menschen glaubten den Verdächtigungen, und es dauerte nicht mehr lange, bis in die Verdächtigungen Forderungen nach Konsequenzen gemischt wurden, zuerst waren es noch harmlose, sie möge wieder zurück in den Nachbarort, von dem sie zugezogen war, noch fanden die Forderungen nach Konsequenzen kaum Zustimmung, aber mit jeder neuen Forderung nach Konsequenzen fanden mehr und mehr Menschen, es ist Zeit für Konsequenzen, es ist Zeit für Taten, die Zeit für Bestrafungen ist angebrochen.

Bürgermeister und Vizebürgermeister beunruhigt über die aufgeheizte Stimmung in ihrer Ortschaft, selbst nicht mehr ganz immun gegen die Verdächtigungen, wie sie nicht jeden, aber an manchen Donnerstagen gegeneinander einbekennen, besorgt über die Spaltung im Ort, überzeugt davon, wenn sie der Mehrheit Forderungen erfüllen, wird im Ort wieder Ruhe einkehren, und so ließen sie Angela Merkel in den Gemeindekotter verbringen und erteilten ihrem Dorfausrufer den Auftrag, allen das Urteil gegen Angela Merkel zu verkünden: 18 Stunden Schwerarbeit bei Wasser und Brot. Herbert ritt bis zu den entlegensten Gehöften, um allen von den erfüllten Forderungen nach Konsequenzen zu berichten.

Aber es war zu spät. Angestachelt, aufgestachelt, motiviert durch das Nachgeben auf die erhobenen Forderungen nach Bestrafung wurden wie zuvor die Verdächtigungen auch die Forderungen nun uferlos und von Forderung zu Forderung grausamer. Vom Blut der Macht geleckt, gab es kein Halten und keinen Halt mehr, und immer Menschen aus der Ortschaft wollten am Machtblut mitlecken, reihten sich ein unter die Fahne „Wir sind das Dorf!“.

Bei der Forderung nach Schwerarbeit bei Wasser und Brot schwiegen noch viele in der Ortschaft, stimmten nicht zu, stimmten nicht dagegen, stimmte keine absolute Mehrheit dafür, war der Abstand zwischen Befürwortenden und Ablehnenden noch nicht dermaßen groß. Aber als die Forderung erhoben wurde, Merkel soll am Galgen baumeln, stieg in diesem Dorf mit seinen 74 Einwohnern innerhalb von drei Tagen die Zustimmung, daß Merkel am Galgen baumeln soll, von 26 auf 54, das waren rund 73 Prozent der Bewohnerinnen, eine überwältigende Mehrheit, eine verfassungsändernde Mehrheit, die dafür waren, daß Merkel am Galgen baumeln soll. Niemand mehr im Dorf enthielt sich, alle bezogen Stellung, dafür und dagegen. Auch wenn es in diesen drei Tage sich noch Menschen im Ort fanden, sich noch 18 Menschen fanden, die sich den ersten zwei Menschen anschlossen, die es ablehnten, daß Merkel aufgehängt werden soll, die den Mut fanden, sich dagegenzustellen, es waren nun einfach zu wenige, sie konnten gegen diese Mehrheit nichts mehr ausrichten, nichts mehr verhindern.

Es war zu spät.

Wenige von diesen zwanzig Menschen faßten auch den darüber hinausgehenden Tatmut, sich tatsächlich der Mehrheit entgegenzustellen, als die Ereignisse mitten am Tag, an einem Donnerstag, ihre schlimmstmöglichen Erwartungen erfüllten. Die wenigen Aufrechten konnten die ihnen zahlenmäßig weit Überlegenen, die mit ihren Fahnen „Wir sind das Dorf!“ vor den Gemeindekotter zogen, angeführt von zungl888, nur kurz aufhalten, rasch waren sie ausgeschaltet, und Angela Merkel aus dem Gemeindekotter geholt und am zum Galgen mißbrauchten Kirschbaum aufgehängt … zungl888 brannte ihr auf ihre Stirn ein: „Wir sind das Dorf!“ ... sie ließen sie noch Tage baumeln.

Es kehrte wieder Ruhe ein. Eine falsche Ruhe. Es war der Schock der Mehrheit, zu weit gegangen zu sein. Die Erschütterung der Mehrheit über sich selbst, zu solchen Taten fähig zu sein, das eigene Bild derart beschädigt zu haben, durch solche Taten. Kurz wurde versucht, die Ereignisse dieses Donnerstags vollständig aufzuklären, Verantwortliche dafür ausfindig zu machen, Konsequenzen daraus zu ziehen. Es gab sogar eine, eine einzige Gerichtsverhandlung – gegen zungl888 …

Während die überwältigende Mehrheit in der Ortschaft über die Ereignisse von damals schweigt, nahezu alle schweigen, unabhängig davon, wofür oder wogegen sie damals waren, können Heinz und Christian nicht davon lassen, jeden Donnerstag darüber zu reden, uneinig darüber, wer von ihnen damals auf welcher Seite stand, Christian davon überzeugt, damals bei den Aufrechten gestanden zu sein, Heinz davon überzeugt, ihn an seiner Seite gesehen zu haben, als es losging, im November 18, mit dem Sturm auf den Gemeindekotter …

Jeden Donnerstag beklagen Heinz und Christian, daß sie Harald nicht mehr befragen können, der damals Montag für Montag am Dorfplatz stand und gegen Merkel Verdächtigungen den Umstehenden ins Ohr flüsterte, denn er müßte es genau noch wissen, wer damals wo stand, auf welcher Seite. Aber sie wissen nicht, wo er abgeblieben ist, Harald, damals ihr Dorfschreiber. Bald nach dem Blutdonnerstag verließ er das Dorf. Manche meinen, er ist zu Erwin nach …

Eine Lehre aber wurde, ohne viel darüber sprechen zu müssen, aus den Ereignissen von diesem Donnerstag im November 18 in der Ortschaft gezogen. Damit es niemals mehr zu solch einem Blutdonnerstag kommen kann. Aus dieser Erfahrung, wie leicht es zu solchen Untaten kommen kann, wenn Menschen auf dem Dorfplatz, in der Kirche, im Wirtshaus, im Lebensmittelgeschäft zusammenstehen und sich unterhalten, Gerüchte verbreiten, Forderungen erheben, wie leicht sie einander von Angesicht zu Angesicht aufhetzen können, wie leicht sie sich, wenn sie ohnehin schon einmal zusammenstehen, befehlen können, loszumarschieren, vom Wirtshaus aus, von der Kirche aus, vom Lebensmittelgeschäft aus, sich denen am Dorfplatz anzuschließen, um dann als geeinte Masse loszuziehen, um das Besprochene in Taten der grausamsten Art umzusetzen, wird im Dorf nur noch von zu Hause aus kommuniziert. Dank der dafür geschaffenen Kommunikationstechnologien ist es im Dorf friedlich geworden, haben die Verdächtigungen und damit auch Blutforderungen aufgehört. Die Dorfbewohner vor ihren Monitoren, die Einwohnerinnen vor ihren Tastaturen überlegen genau, ehe sie etwas schreiben, prüfen genau, ehe sie etwas schreiben, ob es der Wahrheit entspricht, den Tatsachen, den Daten und Fakten. Nur zwei oder drei gibt es noch im Dorf, die meinen, sich weiter so verhalten zu müssen, als stünden sie am Dorfplatz beisammen, wie damals, im November 18. Es kann nicht genau gesagt werden, wie viele es sind, zwei oder drei, vielleicht auch vier, und zwar deshalb, weil ihre Kommentare niemand im Dorf mehr liest … niemand mehr etwas darüber schreibt, noch Kommentare im Gesinne von 18 zu erhalten … 

Nur von einem im Dorf ist bekannt, weil er mit seinen grausigen Kommentaren gar so penetrant war, daß er von allen anderen im Dorf nicht nur ignoriert wird, sondern aktiv geblockt wurde, wie einmal einander geschrieben und bestätigt, so daß seine Kommentare niemanden mehr erreichen, und das ist der Dinghofer …

Konsequenzen

 

„Von Heinz zu Christian – Als wär’s ein Stück von mir“

Martin Hobek - HC Strache - Vom Rebell zum Staatsmann Stocker

[…] nicht nur ein kundiges Psychogramm des porträtierten Vizekanzlers, sondern ebenso einen faszinierenden und spannenden Einblick in das Innenleben der österreichischen […]

Derart preist der Leopold-Stocker-Verlag das Buch von Martin Hobek an.

Es ist im Leopold-Stocker-Verlag erschienen, und nicht im Ares-Verlag. Das ist aber kein Etikettenschwindel. Als Buch des Ares-Verlags wäre es bloß, kurz gesagt, zu offensichtlich gewesen, von welcher Gesinnungsqualität es ist …

Ares und Stocker ist bloß die ein und dieselbe Seite der Medaille ohne Vorderseite …

Nun gab es eine Signierstunde mit dem zurzeitigen Vizekanzler in Österreich am verwichenen vorletzten Donnerstag im November 18 am Graben, oder heißt es: im Graben? Eine Signierstunde, als hätte er, der zurzeitige Vizekanzler, „Von Heinz zu Christian“ selbst geschrieben, um das noch einmal aufzunehmen, und zwar deshalb, weil „Von Heinz zu Christian“ durchaus eine Titelerweiterung verträgt: „Als wär’s ein Stück von mir“ …

Wer „Von Heinz zu Christian – Als wär’s ein Stück von mir“ in einer Buchhandlung ein wenig durchblättert, weiß sofort, es hat die Qualität dieser Ares-Stocker-Bücher, wie beispielsweise jenes burschenschaftliche von einem ehemaligen NR-Präsidenten III, für das Alpen-Donau-Info gebeten wurde, es zu bewerben …

Sie wissen, Alpen-Donau-Info ist wieder in aller Munde, nicht weil es wieder im Internet auftritt, sondern seit im österreichischen Parlament … Wer wohl nun gebeten werden wird, für „Von Heinz zu Christian“ zu werben? Wer wird nun die Bitte unwiderstehlich finden?

Hobek - Strache - Stocker

Ach, damit es nicht vergessen wird. Wolfgang Dvorak-Stocker war mit dabei, bei der Signierstunde im Graben mit dem zurzeitigen Vizekanzler. Das ist nicht überraschend. Heißt es doch bereits in der Bibel, wo zwei oder drei unter meinem Namen identitär versammelt sind, da mitten bin  i…, und der zurzeitige Vizekanzler, recht erfüllt von identitärer Strahlkraft, spricht für ihn:

Dass es sich beim Leopold-Stocker-Verlag, in dem die Biografie erschienen ist, um einen rechtsextremen Verlag handle, wies Strache zurück. Es herrsche Meinungs- und Pressefreiheit, und würde es sich beim Stocker-Verlag nicht um einen korrekten Betrieb handeln, wäre er längst verboten, wies der FPÖ-Chef solche ‚linkslinken Spielchen‘ zurück.

Wahrlich, ein wahres Wort. Es ist doch nur ein hoch ausgezeichneter österreichischer Verlag, der recht dem Landwirtschaftlichen zugetan, seiner Liebe zur Scholle bis ins Extreme frönt. Und heißt es nicht, nur extreme Liebe ist echte Liebe?

Und als wären der wahren Worte im Graben nicht genug, spricht der Mittendrin wahrlich:

„Wir sind nicht rechtsextrem, wir wollen es auch nicht sein“, betonte auch Verlagsgeschäftsführer Wolfgang Rainer Dvorak-Stocker. Zwar habe man in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts einige antisemitische Bücher herausgebracht, die kein Ruhmesblatt wären, das sei aber Vergangenheit.

Das wird dem zurzeitigen Bundeskanzler in Österreich das Herz wärmen, ihm bestätigen, wie erfolgreich seine eben erst abgehaltene Konferenz, zu der er sich geladen hat, …

Wahrlich, Leopold-Stocker-Verlag, ein österreichisches Schicksal. Kaum waren die 20er Jahre vorbei, mußte das stockerische Unternehmen, mußte die stockerische Familie fort, emigrieren, flüchten, fern von der Scholle, auf einem anderen Kontinent ausharren, verwehrt die Rückkehr auf die geliebte Scholle, auf der die radikal abgelehnte Totaldiktatur …

Es ist Murray G. Hall zu verdanken, daß es niemals vergessen wird, mit welch übermenschlichen Kräften diese Verlagsfamilie für den Erhalt der heimatlichen Scholle in ihrem Gesinne kämpfte und kämpft, bis herauf zum Donnerstag im Graben, seit bald einhundert Jahren. Und wenn am 15. Februar 19 wohl zu diesem Behufe in Graz eine recht große Feier zu 100 Jahre Stocker-Verlag geladen werden wird, dann wird wohl auch der zurzeitige Bundeskanzler den Weg über den Semmering antreten, um seine Ehrenbezeugung persönlich diesen „Überlebenden“ …

Leopold Stocker Verlag mit Vizekanzler zur Signierstunde im Graben Österreich

Und was wird das im Februar 19 erst für eine Willkommensfeier auch werden, bei den „Überlebenden“ in Graz, wenn – der Bundeskanzler lädt, wie bekannt und eben erst wieder geschehen, gerne sich und auch Gäste ein – mit den vom Bundeskanzler eingeladenen und mit ihm mitkommenden Gästen beispielsweise aus Israel in Graz … ja, der zurzeitige Bundeskanzler versteht es, „Überlebende“ zusammenzuführen …

Es werden wohl die Vorbereitungen schon hochtourig laufen, für ein solche Feier. Einhundert Jahre. Da gibt es viel zu bedenken. Soll es einen Dresscode geben? Soll es einen Fahnencode geben? Und wenn ja, welche?

100 Jahre Leopold Stocker Verlag - Auwahl Dress- und Fahnencode für Feier

Vielleicht wird daran gedacht, bei einem Theaterstück von Thomas Bernhard dafür Anleihe zu nehmen. „Vor dem Ruhestand“. Also historische Kostüme als Dresscode. Wie in diesem Stück, in dem ein Mann seine Uniform anzieht zur Feier des Geburtstages eines Mannes, für den ein Paragraphenschreiber der zurzeitigen Regierung in Österreich es angebracht fände, ihm auch ein Denkmal zu errichten. Solch ein Dresscode hätte durchaus Vorteile, es erleichterte das Erkennen zwischen den „Überlebenden“ ungemein, wenn die „Überlebenden“ aus Graz in ihren prachtschwarzen Uniformen die mit dem Bundeskanzler mitreisenden Überlebenden beispielsweise aus Israel gleich an ihrer für sie von ihnen entworfenen Kleidung erkennen könnten, ohne langwierig und umständlich erst fragen zu müssen, sind Sie …

Aber es ist hier gewiß nicht der Platz, um sich Gedanken zu machen, über eventuelle Dress- und Flaggencodes für einhundert Jahre …

Deshalb abschließend nur noch kurz: Der verwichene Donnerstag war ein kalter Tag und für den zurzeitigen Vizekanzler auch ein recht trauriger Tag. Im Graben stimmte ihn traurig die Demonstration — nicht rechtsextrem …

HC Strache stimmt traurig die Demonstration - Nicht rechtsextrem

 

Kurz zu Rahmenbedingungen und Maßnahmen

Sebastian Kurz - Bundeskanzler - bespricht mit seinen Exeperten Rahmenbedingungen und Maßnahmen

Daß einer oder eine aus den Schreibstuben der gesinnungsgemäß zensurierten Website der Regierungspartnerin des zurzeitigen Bundeskanzlers wieder einmal der Mordphantasie sich hingibt, diesmal soll die Bundeskanzlerin der Republik Deutschland „am galgen“ … das ist nichts Neues. Neu daran ist auch nicht, daß sich sogleich Menschen finden, die diesem mordgelüstigen Kommentar ihre Referenz durch Zustimmung erweisen. Neu daran ist auch nicht, daß die zensurierte Website das nicht löscht, es also nicht zensiert. Das kann aber nicht von dieser Website verlangt werden. Was käme denn heraus, wenn eine gesinnungsgemäß zensurierte Website zensierte? Eine ungesinnungsemäß unzensuriert … und so eine hätte mit der gesinnungsgemäß zensurierten Website gar nichts mehr gemein.

Auch wenn nichts Neues es zu berichten geben kann, aus diesen Gesinnungsbuden, außer eben Mordgelüste, ist doch immer wieder festzuhalten, in welchem Umfeld solche Mordgelüste wieder und wieder und wieder und wieder und …

zungl888

Wenn von dieser gesinnungsgemäß zensurierten Website zu sprechen ist, kann der zurzeitige Vizekanzler in Österreich nicht unerwähnt bleiben, der eben erst ein Buch signierte, als hätte er es selbst geschrieben. Und erschienen ist dieses Buch, das auch heißen könnte „Von Heinz zu Christian“ in einem ehrenwerten, also österreichisch ehrenwerten Verlag, zu dem ein noch ehrenreicherer Verlag gehört und aus diesem kam der je einzig wirklich ausgewiesene Chefredakteur von … ja, von dieser gesinnungsgemäß zensurierten Website.

Das ist das Umfeld in Österreich, in dem Kommentare der Mordgelüste stets mit hoher Zustimmung … das sind die Rahmenbedingungen in Österreich für Kommentare der Mordgelüste …

Aber, welch ein abendländischer Segen der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich doch ist, denn er weiß, „es braucht Rahmenbedingungen“ …

Wenige Tage vor „merkel am galgen sollst du baumeln“ analysiert klar wie kurz der zurzeitige Bundeskanzler:

„Es kommt immer öfter online zu Grenzüberschreitungen, Herabwürdigungen, Demütigungen und Übergriffen. Wir haben heute mit Experten & Betroffenen diskutiert. Klar ist, es braucht Rahmenbedingungen für mehr Verantwortung im Netz und wirksame Maßnahmen zur Gewaltprävention.“

Und gleich neben ihm sitzt in dieser Diskussion der Experte für „Rahmenbedingungen und Maßnahmen“ … Um ein Wort dieses Experten einfach wie kurz aufzugreifen: „Wundervoll!“

Er ist auch darin der Experte, der wirkt, Einfluß hat, wie erst vor kurzem im Zusammenhang mit „Morddroherei“ und dieser Website, die „Verantwortung und wirksame Maßnahmen“ …

Nun, da die „Rahmenbedingungen und Maßnahmen“, die noch fehlen, im Bundeskanzleramt wohl ausführlich besprochen worden sind, also die „Rahmenbedingungen und Maßnahmen“ für Unternehmen, wie für das stets als Beispiel genannte und als Beispiel herhalten müssende Unternehmen Facebook, noch fehlen, um zur gesinnungsgemäß zensurierten Website aufschließen zu können, wird der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich wieder eine Sache auf seine so unnachahmliche Art — wenn Sie möchten, schreiben Sie diesen Satz für sich selbst zu Ende …

Ein Bundeskanzler eben der rechten Rahmenbedingungen und Maßnahmen mit Menschen der rechten Expertisen um sich, die ihm tatreich zur Seite, ob es um ihr Netz geht, ob es um ein zu errichtendes Denkmal geht, ob es um Rechtliches geht, ob es um eine längst überfällige Konferenz — wenn Sie möchten, schreiben Sie auch diesen Satz oder gleich rasch das Kapitel kurz zu Ende …

Kurz - Grenzüberschreitungen

Ein im Grunde so nicht mehr zu errichtendes Denkmal

„Kanzler Kurz will Namensmauer für NS-Opfer rascher realisieren“

Das ist eine der Schlagzeilen, die im November 18 zu lesen sind.

Eine beispielhafte Schlagzeile für die gesamte Problematik von Denkmälern im allgemeinen. Im konkreten Fall der geplanten Errichtung einer Namensmauer zeigt diese Schlagzeile beispielhaft die Problematik von einem solchen Denkmal im besonderen auf.

So gedankenlos setzt im November 18 nicht nur diese Tageszeitung österreichischen Qualitätszuschnitts ihre Schlagzeile.

Gedankenlos, weil die Schlagzeile eine Namensmauer für „NS-Opfer“ behauptet, während es tatsächlich um eine Namensmauer zum Gedenken an ermordete jüdische Menschen nur geht.

Kurz zu einem falschen Mahnmal, aber am richtigen Standort, weil in Wien, in Österreich.

Vielleicht doch nicht gedankenlos. Sondern vorauseilend. Denn. Tatsächlich geht es dem zurzeitigen Bundeskanzler nur um die „Juden“, es geht ihm also nur um ihn selbst. Denn. So das Kalkül von ihm und auch seiner Regierungspartnerin, mit seiner Hinwendung und die Zuwendung durch seine gesamte schwarzidentitäre Regierung an die „Juden“ müßte es doch zu schaffen sein, den Gesinnungsgeruch, den seine Regierung vor allem durch seine Regierungspartnerin in ihren alten und nie gewechselten Kleidern ausdünstet, wenigstens zu parfümieren. Es muß ein Denkmal her. Die Übermalung allein reicht offensichtlich nicht aus, es schimmert durch, was tatsächlich darunter.

Gedankenlos oder vorauseilend oder vorauseilend gedankenlos, weil vorauseilender Gehorsam nur gedankenlos funktioniert, wenn im Zusammenhang mit der Namensmauer der „Holocaust“ in die Schlagzeile gesetzt wird, obgleich es einzig um ermordete jüdische Menschen geht, als wären diese die einzigen NS-Opfer gewesen, als wäre der Holocaust kein zweifacher gewesen: Shoah und Porajmos.

Als wären darüber hinaus nicht noch viele weitere Menschen NS-Opfer gewesen, als wären nicht noch weitere, viele, viele, aberviele Menschen ermordet worden durch das NS-Regime, dem Menschen in Österreich als ihre Führerin dienten, der Führerin Arbeit pflichtgetreu blutig erledigten, während die Führerin auf ihrem Bergbauernhof luxuriös feixte, eins in der Gesinnung mit der Führerin, alle ermorden, alle vernichten zu wollen, die nicht ihre sexuellen Vorlieben, ihre Religion, ihre parteipolitische Liebe, ihre Schnitzelleidenschaft, ihre Trachtenverkleidung, ihre Gesinnung teilen, kurzum, alle, die nicht ihre „Rasse“, und weil niemand sonst sich als „Rasse“ sieht, waren für sie, die „Rasse“, alle Menschen zu vernichten, nur deshalb, weil sie, alle NS-Opfer, Menschen waren, und die NS-Mordschaft eine „Rasse“ …

So viele Opfer dieser Rassengesinnungsschaft, so viele Namen, die gekannt werden, alle Namen der Opfer dieser NS-Mordschaft werden gekannt, aber in Österreich im Jahr 18 will ein Kanzler eine Namensmauer einzig für ermordete jüdische Menschen, also eine ethnisch … die Führerin würde es wohl freuen zu hören, daß Jahrzehnte nach ihrem Untergang, nach ihrer Niederlage, die zwölf Jahre zuvor schon hätte sein müssen, in Österreich immer noch nach ihren Kategorien vorgegangen wird, ihre Ermordeten ethnisch voneinander getrennt werden, oder, wie es sie, die Führerin wohl sagen würde: „reinrassissche“ Denkmäler für die von ihr vernichteten Menschen …

Es gibt also viel zu bedenken, wenn ein Denkmal errichtet werden soll. Und alles, was es zu bedenken gibt, beim Errichten eines solchen Denkmals, wurde auch schon bedacht, freilich nicht in Österreich, aber zum Beispiel in Deutschland.

Und vor allem dann, wenn ein Staat, eine Bundesregierung sich dazu entschließt, ein Denkmal, ein Mahnmal zu errichten, ist die größte Denkanstrengung notwendig.

Anders hingegen ist es bei einem Denkmal, das beispielsweise eine Partei errichtet, und das nicht auf einem staatseigenen Boden, sondern auf einem Privatgrundstück, wie eben in Wien passiert. Bei einem Denkmal von Privaten auf einem Privatgrundstück muß nichts bedacht werden. Private müssen bei ihrem Privatgrundstücksdenkmal nichts bedenken, sie können sich dabei ganz und gar ihren Gesinnungstrieben hingeben, und sie geben sich ihren Gesinnungstrieben hin, wie eben in Wien …

Bei so vielen Kalauern, die zur Zeit vor allem von der schwarzidentitären Regierung zu hören sind, ist die Anstrengung groß, sich davon nicht anstecken zu lassen, also ebenfalls zu kalauern, in etwa, der zurzeitige Bundeskanzler habe wohl zu kurz gedacht, was bei einem neu zu errichtenden Denkmal alles zu berücksichtigen ist, nein, er hat nicht zu kurz gedacht, er hat gar nicht über die Bedeutung von Denkmälern in der Gegenwart nachgedacht, aber eines hat er sich schon dabei gedacht, wie er einen Nutzen für sich und seine schwarzidentitäre Regierung „rascher realisieren“ …

Vielleicht hält der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich darüber hinaus auch viel von Geschichtsresistenz. Als er zwei Jahre alt war, wurde in Deutschland ein Verein gegründet: „Förderkreis zur Errichtung eines Denkmals für die ermordeten Juden Europas“. Es folgte ein Diskurs über Jahre, in dem alles gesagt, alles bedacht wurde, was es im Zusammenhang von Denkmälern zu sagen, zu bedenken, zu berücksichtigen gibt. Wer ein Denkmal errichten will, hat die Verpflichtung, sich mit Denkmalkultur auseinanderzusetzen, die Geschichte zu Rate zu ziehen. Aber die einzige Verpflichtung, die der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich hat, ist sich selber verpflichtet zu sein, und seiner Regierungspartnerin.

„Lea Rosh und ihr Förderkreis konnten und können mit besten Gründen sagen, sie wollten ein Denkmal für die ermordeten Juden; daß auch andere Gruppen, die zu Opfern der deutschen Vernichtungspolitik wurden, Denkmäler bekämen – die Roma und Sinti etwa, die Geisteskranken und andere – sei ihnen durchaus recht; nur sei das nicht ihre Sache. Die Repräsentanten der Bundesrepublik aber können genau das nicht tun. Wenn sie ein großes Grundstück und Geld zur Verfügung stellen, um an einer Stelle, die jetzt im Zentrum der Hauptstadt liegt, ein Denkmal für die ermordeten Juden zu errichten, dann müssen sie sich auch darüber im klaren sein, daß das Konsequenzen für andere Gruppen von Opfern hat und wie sie damit umgehen wollen. Geld dafür zur Verfügung zu stellen, wird kaum das Problem sein. Die Frage ist: wo – gegebenenfalls – der anderen gedacht werden soll und wie die verschiedenen Denkmäler in ein Verhältnis zueinander zu setzen sind. Für die Bundesrepublik ist es also ganz unmöglich, einfach das 1988/89 eingefädelte Projekt fortzusetzen, ohne sich weiter umzusehen. Nein, seit die Mitte Berlins wieder die Mitte der deutschen Hauptstadt ist und seit die Bundesregierung selbst den Löwenanteil am Denkmal übernommen hat, ist dies ein zentraler Teil ihrer Denkmals- (oder, wenn man so will, ihrer Geschichts-)Politik. Und das heißt, so, wie sie jetzt in Berlin die Verteilung von Ministerien, Bundesbehörden, Abgeordnetenhäusern etc. im Zusammenhang plant, muß sie dies auch für die wichtigen, zentralen Denkmäler tun.“

Allein dieses Zitat aus „Das Problem eines Berliner Denkmals“ von Christian Meier gibt bereits einen Einblick, wie weit über Denkmalkultur bereits nachgedacht wurde, freilich nicht in Österreich. Für Österreich sind seit der Veröffentlichung von „Das Verschwinden der Gegenwart“, in dem die Denkmalproblematik auch geschichtlich unter Berücksichtigung vieler Aspekte behandelt wird, einfach noch zu wenig Jahre vergangen, erst 17 Jahre, um Eingang zu finden in die Konzeption eines Denkmals, mitten in Wien, mitten in der Hauptstadt, in der Adolf Hitler seinen Gesinnungsfleck geschneidert bekam und dann auszog, um …

Aber was plant die zurzeitige Bundesregierung in Österreich schon im Zusammenhang? Sich selbst im Hang zu „Unsere Macht zuerst“ …

Österreich - Namensmauer für NS-Opfer

 

Antiziganismus-Gipfel in Österreich

Das ist eine Kapitelüberschrift, die nicht zusammengeht. In Österreich. Was in Österreich zusammengeht, österreichischer Alltag ist, von dem erzählt das Kapitel

„Antisemitismus-Gipfel“, „Waffengesetz“ und „Denkmal für Himmler, Bormann, Fegelein“ in Österreich …

Antiziganismus - Antisemitismus.png

Antiziganismus-Konferenz in Wien. Das wäre der Gipfel der … Und nicht nur die kanzlerische Partnerin in der zurzeitigen Regierung schrie darob gesinnungswaidwund gegen einen solchen Gipfel …

Und was noch nicht geht, in Österreich, ist ein Bericht über die Rede eines österreichischen Bundeskanzlers, der nach einer Vorlage derart verfaßt sein könnte:

Am Mittwoch sind hochrangige Vertreterinnen zur Antiziganismus-Konferenz im Bundeskanzleramt in Wien geladen. Sebastian Kurz drängte in seiner Rede die EU-Staaten zu einer einheitlichen Definition des Antiziganismus. Er hoffe sehr, dass diese Erklärung noch während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft gelingt, sagte der Bundeskanzler. Dies wäre ein „wichtiger Schritt“, damit Roma und Sinti sicher in Europa leben können.

Spitzenvertreterinnen von Organisationen der Roma und Sinti und EU-Politiker diskutieren bei der Konferenz über Strategien, das Leben von Roma und Sinti in Europa zu sichern. Kurz verwies diesbezüglich auf die „besondere Verantwortung“ Österreichs wegen der Mittäterschaft in der Porajmos. Erst wenn Roma und Sinti in Österreich, in Europa und auf der ganzen Welt in Frieden und Freiheit leben können, „sind wir unserer historischen Verantwortung auch wirklich gerecht geworden“, betonte der ÖVP-Chef.

„Unglaublich, dass Antiziganismus noch existiert“
Kurz bezeichnete es als „unglaublich“, dass Antiziganismus immer noch existiere. Zum immer schon vorhandenen Antiziganismus sei kein „neu importierter“ hinzugekommen. Der Kanzler hatte im Vorfeld der Konferenz darauf hingewiesen, dass erstmals auch explizit der Antisemitismus angesprochen werden wird. Erst in seiner Zeit als Außenminister sei ihm bewusst geworden, dass Antisemitismus, Antiziganismus und Bettelverbot heute Hand in Hand gehen und oft drei Seiten einer Medaille sind, bekannte sich Kurz zum Eintreten für die Sicherheit von Roma und Sinti.

„Unglaublich, dass“ …

Kurz pocht auf EU-Erklärung

Unglaublich, dass eine solche Rede noch nicht gehalten wurde. Ein solcher Gipfel noch nicht stattfand.

Dabei wäre es, sogar für den zurzeitigen Bundeskanzler eine leichte Übung, er bräuchte bloß seine Rede, die er am Mittwoch hielt, als Vorlage nehmen, so wie sie oben bereits verwendbar adaptiert …

Aber dazu fehlt der Alltag. In Österreich. Um eine solche Rede halten zu können. Um eine solche Konferenz zu organisieren. Es wäre wohl auch eine vollkommene Überforderung des zurzeitigen Bundeskanzlers, auch noch zu so einer Konferenz einzuladen, so eine Rede zu halten, so beschäftigt er bereits ist, voll auf damit beschäftigt, seine Regierung über den Antisemitismus zu entlasten  … Und außerdem, so schätzt er es wohl richtig ein, recht ganz verhaftet im österreichischen Alltag, ein Antiziganismus-Gipfel bringt ihm nichts ein, außer Schreie und Gegenstimmen nicht nur seiner Regierungspartnerin …

Antiziganismus-Gipfel in Österreich.png

 

„Antisemitismus-Gipfel“, „Waffengesetz“ und „Denkmal für Himmler, Bormann, Fegelein“ in Österreich

Sie mögen sich fragen, wie das in einer Kapitelüberschrift zusammengeht: „Antisemitismus“, „Waffengesetz“ und „Denkmal für Himmler, Bormann, Fegelein“.

Vielleicht rufen Sie auch aus: Das ist der Gipfel! „Antisemitismus“, „Waffengesetz“ und „Denkmal für Himmler, Bormann, Fegelein“ in einer Überschrift zu verklammern.

Nein.

Das ist nicht der Gipfel!

Das ist Alltag.

Österreichischer Alltag!

Und im österreichischen Alltag geht das zusammen.

Eben findet ein „Antisemitismus-Gipfel“ in Wien statt. Auf dem der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich sein Monothema auslebt, diesmal in der ebenfalls längst bekannten Variante: „importierter Antisemitismus“ … und drängelt, nämlich „alle EU-Staaten zu einer einheitlichen Definition des Antisemitismus“ …

Eben passiert das „Waffengesetz“ … und der zurzeitige Minister spricht zum passierten:

Regierungskoordinator und Verkehrsminister […] sprach im Pressefoyer nach der Regierungssitzung von einer „Mischung“ zwischen Sicherheitsbedürfnis und einzelnen Freiheitsrechten. „Es wurden nötige Verschärfungen vorgenommen und die Rechtssicherheit gestärkt.“ Das Gesetz enthält unter anderem ein generelles Waffenverbot, also auch von Messern und Hiebwaffen, für Drittstaatsangehörige und damit für Asylwerber.

Das Gesetz schrieb nach eigener Bekundung ein Mann, der …

… ein „Spezial-Jurist“, der, kurzum, alle Befähigungsnachweise besitzt, um für die zurzeitige österreichische Regierung Gesetze aufzusetzen …

Österreich Waffengesetz - Rechtsstaatliche Basis im dritten reich

„Unglaublich, dass …“

„Unglaublich“, sagt eben der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich, „dass Antisemitismus noch existiert.“ Und „verwies diesbezüglich auf die ‚besondere Verantwortung‘ Österreichs wegen der Mittäterschaft in der Shoah. Erst wenn Juden in Österreich, Israel und auf der ganzen Welt in Frieden und Freiheit leben können, ’sind wir unserer historischen Verantwortung auch wirklich gerecht geworden‘, betonte der ÖVP-Chef“.

Wie das erreicht werden könnte, wie das der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich erreichen könnte, der „Spezial-Jurist“ könnte ihm auch in dieser Hinsicht ein recht guter Berater sein, wie er seiner Regierung es beim Waffengesetz eben erst war, weiß der „Spezial-Jurist“ doch um die Wichtigkeit von Vorbildern, mehr noch, er kennt das „Vorbild für die Kämpfer gegen den Faschismus“. Und diese seine Vorbilder müssen sichtbar sein, im öffentlichen Raum, durch Denkmäler: „Fegelein, Himmler, Bormann“ …

Wenn an das eben erst errichtete Mal auf der Melker Festung der kanzlerischen Partnerin gedacht wird, könnte durchaus der Eindruck entstehen, hier wurde schon auf ihn gehört, ein erster recht zarter und noch ganz versteckter und verschwiegener Versuch, diesen Vorbildern „für die Kämpfer gegen den Faschismus“ öffentlichen Raum zu geben, auf eine recht indirekte Art, auf recht vielen Umwegen …

Es ist auch zur Zeit wieder die Stunde der Denkmäler angebrochen. Auch der zurzeitige Bundeskanzler hat mit seiner Regierung schon einen richtigen Standort ausgemacht für das Namensmauermal …

Waffengesetz - Österreich - EU

Soher kann der „Spezial-Jurist“ gar nicht auf taube Ohren stoßen. Mit seinen Vorschlägen zu Denkmälern für Männer, die „desertiert“ sind von … wovon sie desertiert sind, das können vor allem jüdische Menschen erzählen, wovon beispielsweise Heinrich Himmler desertiert ist …  Es wird sich ihm ein Bundeskanzler, der den Kampf gegen …, wohl nicht verschließen können, zumal der „Spezial-Jurist“ ein wohl angenehmer Gesprächspartner sein muß, wie ein Mann, der fast Bundespräsident geworden wäre, es ihm wohl bescheinigen wird können …

Der „Spezial-Jurist“ ist nicht nur ein „Spezial-Jurist“, nicht nur ein Wissender um das „Vorbild für die Kämpfer gegen den Faschismus“, er weiß auch, hätte es keine „Entwaffnung“ gegeben, wäre es auch noch nie zu einem „Völkermord“ gekommen, und darüber hinaus ist er auch ein begnadeter Redner, wie er eben erst auf dem Michaelerplatz eindrucksvoll belegte, an diesem Nationalfeiertag, der, ihm würdig, mit dem Deutschlandlied …

Waffengesetz - Österreich

 

Identitäre Karrieren auf der Gesinnungsscholle

Martin Hobuk und sein Hercules

Der „Falter“ schrieb in seiner Ausgabe vom 30.9.2015 über ihn: „Hobek war viele Jahre Publizist der rechtsextremen Zeitschrift Aula und Eckartbote. Gemeinsam mit dem später wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verurteilten Franz Radl kämpfte er für den Erhalt des Siegfriedskopfs an der Universität Wien.“ Hobek ist neben seiner Tätigkeit als Referent für Integration im Rathausklub der FPÖ laut Falter Leiter der blauen „Beobachtungsstelle Inländerdiskriminierung“.

Es gibt also nun ein Buch über den zurzeitigen Vizekanzler in Österreich, geschrieben von einem Mann, nun, welch ein Mann sonst sollte ihm ihn beschreibender „Weggefährte“ sein …

… wo sonst sollte ein Buch über den zurzeitigen Vizekanzler in Österreich erscheinen, als in der Gesinnungsheimat der „Weggefährten“ …

„Weggefährten“ auf der Gesinnungsscholle, deren Allah gerufen Ares …

Gesinnungsscholle mit der dachlosen Aula …

Gesinnungsscholle des Eckart …

Des Eckart, der vor langer Zeit abberufen zur großen Schreibarmee, der weiter über sich Männer zu versammeln weiß, die Kommissionen leiten, auch für den zurzeitigen Vizekanzler …

Gesinnungsscholle, auf der recht um Diskriminierung gewußt wird …

Was der „Weggefährte“ aber seinem Goethe wohl verschwiegen hat, ist, daß er auch einmal „Sportstadtrat“ war …

… ehe er der Gesinnungsscholle Staatsmann ward …

Kurz, Gesinnungsscholle der Serienehrlichkeit …

Scholle der in den Siegfried Verliebten …

… auf der stets irgendwo aufeinandergetroffen wird, mit und ohne Radl, zur recht tüchtigen Betätigung …

Kurz, Scholle voll der Wunder …

… zu erbringen bloß von Herkulessen … wie gut es doch da sein muß, daß es auf der Gesinnungsscholle auch einen Teich … an dem die Gattinnen erwartungreich …

Martin Hobek - Strache.png

Falsches Mahnmal – Richtiger Standort, weil in Wien, in Österreich

Das schon lange geplante Projekt einer Namensgedenkmauer für die rund 66.000 in der NS-Zeit ermordeten Juden aus Österreich rückt der Realisierung einen großen Schritt näher. Statt der bisher geplanten 50-prozentigen Kostenbeteiligung will der Bund die Finanzierung nun fast zur Gänze übernehmen. Bis zu 4,5 Millionen Euro werden dafür laut Ministerratsbeschluss reserviert.

Am Dienstag hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz den Initiator der Namensmauer, den Holocaust-Überlebenden Kurt Yakov Tutter, getroffen. Nach dem Ministerrat am Mittwoch betonte Kurz, es sei wichtig, ein würdiges Gedenken auch über das heurige Gedenkjahr hinaus möglich zu machen. Zuvor hatte er erklärt: „Als Bundeskanzler ist mir die Verantwortung der Erinnerung an die Ermordung der 66.000 österreichischen Jüdinnen und Juden durch das NS-Terror-Regime und die Mahnung an dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte zu wichtig, um hier weiter Zeit zu verlieren.“ Tutter sei mit seinem Projekt fast 20 Jahre lang von einer Behörde zur nächsten geschickt worden. Nun sei sichergestellt, dass die Namensmauer endlich Wirklichkeit werde. Vizekanzler Heinz-Christian Strache nannte die Realisierung „wundervoll“.

Aus einem Bericht einer Tageszeitung in Österreich vom November 18. „Wundervoll“ die Reaktion des zurzeitigen Vizekanzlers in Österreich. „Wundervoll“ auch das Bekenntnis des zurzeitigen Bundeskanzlers in Österreich zu „Verantwortung der Erinnerung“ und „Mahnung“ an „Kapitel unserer Geschichte“, die in der Vergangenheit … „Wundervoll“ auch, daß die zurzeitige Regierung die „Finanzierung nun fast zur Gänze übernehmen will, statt der bisher geplanten 50-prozentigen Kostenbeteiligung“ …

Voll Wunder ist das freilich nicht, daß nun nach rund zwanzigjährigen Bestrebungen gerade diese schwarzidentitäre Regierung ein solche „Shoa-Gedenkmauer“ in Wien plötzlich und rasch errichtet gesehen haben möchte. Um etwas zu haben, über das „Gedenkjahr“ hinaus. Weil sie bleiben möchte, als Regierung, auch nach 18 …

Die jüdischen Menschen werden wieder gebraucht. Wie sie damals als „Sündenböcke“ gebraucht wurden, werden sie heute, recht besonders von dieser Regierung, als „Entlastungszeugen“ gebraucht. Auch wenn die Auswirkungen des Gebrauchs, des Mißbrauchs der jüdischen Menschen als „Sündenböcke“ und als „Entlastungszeuginnen“ in keiner Weise zu vergleichen sind, eines bleiben sie in beiden Fällen: Opfer.

Es ist wieder die Zeit der Denkmäler ausgebrochen. Das Mal auf der Melker Festung wird der zurzeitige Vizekanzler in Österreich wohl auch als „wundervoll“ aus vollem Herzen empfinden, auch wenn es ein massiver Stein gegen … wie eine bereits in Stellung gebrachte Abrißbirne gegen die nun geplante Namensmauer …

Wäre die zurzeitige Regierung in Österreich nicht gemacht, wie sie an einem Montag gemacht wurde, gäbe es diesen schnellen Entschluß für die rasche Errichtung dieser Namensmauer nicht, und wenn doch, das wäre dann ein volles Wunder, was würde ein NR dieser „wundervollen“ Partei zu solche einem Wunder gleich gefragt haben? Wohl das gleiche, wie bereits bei einem anderen Denkmal: wann werde dieser Beton weggeräumt …

Nun aber, als NR einer montagsgemachten Regierungspartei, weiß er sich zu benehmen, stillzuhalten. Das reicht noch nicht, ihm dafür ein Denkmal zu errichten. Ein Denkmal allerdings verdient sich bereits zu Lebzeiten der zurzeitige Nationalratspräsident, für seine Geschwindigkeit des opportunen Erkennens, was der Zeit not tut, nämlich, kaum daß seine Partei eine Regierungspartei mit der „wundervollen“ Partei in einer Koalition ist, einen Preis zum Gedenken an einen Mann umbenennen zu wollen, das ihm, dem Nationalratspräsidenten, eine Sekunde zuvor noch ehrenvolle Aufgabe …

Darüber mögen sich die Menschen in Österreich nicht täuschen lassen, die in diesem Mahnmal ein Zeichen sehen wollen, diese Regierung wäre doch nicht so … sich gar dazu verleiten, locken lassen könnten, durch dieses Mahnmal Fürsprecher für diese Regierung …

Es reicht ein Blick in die Geschichte. Zurück in die Vergangenheit. Als der damalige Kanzler einer nun wieder gemachten Koalition die „Restitution“ forcierte, und dies viele der damaligen Regierung hoch anrechneten … was es dabei für einen Abtausch gab, nun, warum noch einmal erzählen, was bereits erzählt wurde …

Diesmal wird es vielleicht keinen Abtausch zwischen diesen beiden Parteien gegeben haben müssen, weil doch beide Parteien jüdische Menschen als „Entlastungszeugen“ dringend brauchen, und für das andere, für das „dunkle Kapitel“, um ein Wort des zurzeitigen Kanzlers aufzugreifen, für das „dunkle Kapitel“ der Gegenwart gibt es ohnehin einen Namen, mit dem weitergemacht werden kann wie bisher …

Wenn dieses falsche Mahnmal am richtigen Standort aufgestellt sein wird, also in Wien, in Österreich, wird stets, wann immer bei diesem falschen Mahnmal am richtigen Standort vorbeigekommen werden wird, an die Tafeln zur Gegenwart gedacht werden, die auch davon erzählen, wie falsch ein Mahnmal am richtigen Standort, also in Wien, in Österreich …

Kurz zusammengefaßt:

Falsches Mahnmal am richtigen Standort, weil in Wien, in Österreich.

Das Holocaust-Mahnmal mit den Namen der ermordeten jüdischen Menschen ist deshalb ein falsches Mahnmal, weil es von einer Regierung in Österreich aus Entlastungsgründen gebraucht wird.

Das Holocaust-Mahnmal mit den Namen der ermordeten jüdischen Menschen ist auch deshalb ein falsches Mahnmal, weil es überholt ist, es ist überholt, weil es vollkommen unberücksichtigt läßt, daß der Holocaust ein zweifacher ist: Shoah und Porajmos …

Falsch, es wird nicht vollkommen unberücksichtigt gelassen, es will vollkommen nicht berücksichtigt werden, es sollen die Ermordeten des Porajmos nirgendwo in Österreich namentlich aufscheinen, kein Mensch soll deren Namen auf Mahnmaltafeln zu lesen bekommen.

Und hierbei könnte für die zurzeitige Regierung mit einem Wort von einem ehemaligen schwarzen Minister beinahe Verständnis aufgebraucht werden: Kind ihrer Zeit …

Eine Mahntafel dieser Zeit wurde eben erst, im Herbst 18, zur unbeabsichtigten Warnung vor dieser Zeit aufgestellt …

Aber die Ermordeten des Porajmos sind keine zu gebrauchenden und keine zu mißbrauchenden „Entlastungszeugen“; eine Einschätzung nicht nur von der zurzeitigen Regierung in Österreich. Die Nachfahren der Ermordeten des Porajmos sollen bleiben, was ihre Vorfahren waren: keine zweifachen Opfer, sondern nur Opfer …

Sollten Sie dazu noch etwas wissen wollen, fragen Sie den Innenminister …

Shoa Namensmauern Wien

Die ÖVP produziert am Menschen vorbei.

Das hat die Wirtschaftsministerin nicht gesagt, daß die ÖVP am Menschen vorbei produziert.

Gesagt hingegen hat sie:

„Die Gymnasien produzieren oft am Markt vorbei.“

Das Gymnasium ist also nach der schramböckschen Aussage eine Fabrik, die zwar produziert, aber am Markt vorbei. Es bleibt Ihnen überlassen, sich vorzustellen, welche Produkte diese Fabrik erzeugt, herstellt, am Markt vorbei, Produkte also, die sich nicht verkaufen lassen.

Ihre auf Wissen basierende bisherige Vorstellung, das Gymnasium ist ein Ort, an dem Menschen Wissen vermittelt wird, kurz gesagt, eine Bildungseinrichtung, können Sie nun aufgeben. Das Gymnasium ist ein Produktionsbetrieb, aber einer, wie die schwarze Ministerin gar kritisch erkennt, der Produkte am Markt vorbei herstellt. Eine Produktionsstätte, die am Markt vorbei erzeugt, also Produkte, die sich nicht verkaufen, ist zugleich eine Friedhofsstätte für ihre Produkte. Ökologisch ist das ein vorbildhafter Betrieb: es fallen Null-Transportwege an.

Löschen Sie nun alle Bilder vom Gymnasium in ihrem Kopf.

Es sind falsche Bilder.

Die rechten Bilder des Gymnasiums sind die schramböckschen Bilder.

Das Gymnasium ist also kein Schulgebäude, in das junge Menschen hineingehen, um, kurz gesagt,  Wissen vermittelt zu bekommen, Bildung sich anzueignen, sondern das Gymnasium ist eine Produktionshalle, in der Produkte hergestellt werden, für die oft kein Absatzmarkt zu finden ist. Vielleicht ist das Gymnasium bereits eine ultramoderne Fabrik, in der die Produkte in vollautomatisierten Erzeugungsprozessen hergestellt und entsorgt werden, eine Fabrik, die ganz ohne Arbeiterinnen und Angestellte auskommt, die nur noch einen Fabriksdirektor hat, um die Roboter, die die Produkte fabrizieren, einmal im Jahr Tag einzuschalten, vielleicht noch eine Aufsichtsratsvorsitzende, die den Direktor kontrolliert, daß er ja auch pünktlich die Roboter in Gang setzt, sie zum flotten Produzieren ölt …

Die ÖVP ist kein robotorisiertes Fabriksgymasium. Dennoch produziert sie. Nun an den Menschen vorbei. Sie produziert zur Zeit an den Menschen vorbei: Konzepte, Programme, Gesetze …

Auf die Frage, ob sie, die Wirtschaftsministerin, zustimme, daß Österreich „überakademisiert“ sei, ist die schramböcksche Antwort:

„Das ist sicher ein Thema. Mit vielen Studienrichtungen fangen die Unternehmen nichts an. Ich glaube auch, dass die Gymnasien oft am Markt vorbei produzieren. Es müsste viel früher aufgezeigt werden, was es in den Betrieben gibt.“

Sie werden es selbst wissen, wie es um die akademische Quote in Österreich bestellt ist, auch und besonders im Vergleich mit anderen Ländern …

Nachdem die Wirtschaftsministerin weiß, daß das Fabriksgymnasium am Markt vorbei produziert, wird sie möglicherweise diesem schon geraten haben, welche Produkte nicht am Markt vorbei hergestellt wären, so ein Produkt wäre beispielsweise ein Vademecum, in dem schlicht wie kurz erklärt wird, wo und wo es nicht Studienrichtungen …

Margarete Schramböck selbst ist vom Gymnasium offenbar zu einer Zeit abgegangen, als das Gymnasium noch keine Fabrik war, die Produkte am Markt vorbei herstellt, sondern eine Bildungseinrichtung, in der auch ihr Wissen vermittelt wurde. Sie behielt davon, was sie konnte. Es wurde ihr also früh genug aufgezeigt, womit die ÖVP etwas anfangen kann, nämlich mit dem, sich als Mensch ins rechte Licht zu rücken, sich also zu produzieren. Und das Sich-Produzieren ist es, was es nun in der ÖVP zuhauf gibt.

ÖVP produziert an den Menschen vorbei

Aber wer sich der Gegenwart nicht stellt, wiederholt die Geschichte.

Wolfgang Sobotka, Nationalratspräsident, wird mit dem recht guten Gefühl Lackenbach verlassen haben, seine Pflicht, seine Gedenkpflicht erfüllt zu haben, fortan wird niemand ihm und seiner zurzeitigen Regierung vorwerfen können, auf die Menschen zu vergessen, die einst …

Bewegt – wie kann auch anders eine Gedenkrede gehalten werden, als bewegt? –, sprach er, der Nationalratspräsident, davon, wie darüber berichtet wird:

Das offizielle Österreich habe sich nach dem Zweiten Weltkrieg lange schwer getan mit der leidvollen Geschichte der Roma und Sinti, meinte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP). „Das Leidvolle daran ist, dass sich die Österreicher ja lange Zeit mit ihrer Geschichte sehr schwer getan haben. Aber wer sich seiner Geschichte nicht stellt, den stellt irgendwann die Geschichte“, sagte Sobotka.

Sich bewegt zu zeigen, das sind die einzigen Kosten, die Gedenken verursachen. Sonst fallen beim Gedenken keine Kosten an.

Und der gegenwärtige Landeshauptmann wird zitiert mit einem ebenfalls bemerkenswerten Satz:

Auch im Burgenland wurde das dunkelste Kapitel der Geschichte lange ausgeblendet sagt Landeshauptmannn Hans Niessl (SPÖ).

„Ausgeblendet.“ Das Ausblenden kennzeichnet Gedenkveranstaltungen wohl am deutlichsten. Ausgeblendet wird beim Gedenken stets die Gegenwart. Und so ist der Satz von dem Nationalratspräsidenten über die Geschichte ein falscher Satz. Richtig lautet der sobotkaische Satz

„Aber wer sich seiner Geschichte nicht stellt, den stellt irgendwann die Geschichte.“

daher:

Aber wer sich der Gegenwart nicht stellt, wiederholt die Geschichte.

Gedenken an ermordete Sinti und Roma - Lackenbach - November 18

Wie bei keinem anderen gegenwärtigen Umgang trifft dieser Satz beim gegenwärtigen Umgang mit den Menschen zu, die im gegenwärtigen Europa Diffamierungen, Benachteiligungen, Verfolgungen, Pogromen und Morden …

Es wird im gegenwärtigen Umgang mit diesen Menschen, vor allem im Umgang mit diesen Menschen Geschichte wiederholt.

Ein Vorreiter der Geschichtswiederholung ist ein Innenminister, der ein Herzenskamerad der Regierungspartnerin der Partei des Nationalratspräsidenten ist.

Und die Frage, die dieser Innenminister geklärt haben will, beschäftigt auch eine Partei, die der Regierungspartnerin der Partei des Nationalratspräsidenten in einer Herzensgesinnungsgemeinschaft nahe …

Wer sich nicht der Gegenwart stellt wiederholt die Geschichte

Das sind also, kurz zusammengefaßt, gegenwärtige Parteien, die sich der Gegenwart nicht stellen wollen, weil sie aus der Geschichte nicht herauswollen, weil sie aus der Geschichte nicht herauskönnen, weil sie, im schlimmsten Fall, Geschichte auf die barbarischste Art und Weise wiederholen wollen.

Der Satz, wer der Gegenwart sich nicht stellt, wiederholt die Geschichte, kann auch erweitert werden. Wer der Gegenwart sich nur opportun stellt, stellt sich der Gegenwart nicht. Und das trifft auf den gegenwärtigen Nationalratspräsidenten zu, der aus regierungstechnischen Erfordernissen ach gar plötzlich für die Umbenennung eines Preises …

Hierzu reicht der Hinweis, daß die gesinnungsgemäß zensurierte Website der Regierungspartnerin der Partei des Nationalratspräsidenten wieder einmal, nicht irgendwann in der Vergangenheit, sondern am 18.11.18 gegen George Soros … und welchen Begriff dieser Name in diesen Gesinnungsbünden abgelöst hat, das muß kein weiteres Mal ausgeführt werden …

Wer der Gegenwart sich nur opportun stellt, stellt sich nicht der Gegenwart. Wer der Gegenwart sich nicht stellt, wiederholt die Geschichte.

Mit dieser kurzen Zusammenfassung könnte dieses Kapitel enden. Aber es gibt doch eines noch, das besonders zu erwähnen ist, und das ist das Talent im Burgenland für Inschriften für Menschen, denen der Nationalratspräsident nun bestimmt mit bewegter Anteilnahme und vielleicht sogar mit belegter Stimme gedachte.

Von einer Inschrift wurde erst vor kurzem erzählt, von einer Inschrift auf einer Tafel, die nicht irgendwann in der Vergangenheit aufgestellt wurde, sondern in diesem Herbst. In Kemeten.

Die Inschrift in Lackenbach, vor der nun der Nationalratspräsident stand, bestätigt nur ein weiteres Mal das Talent in diesem Land, besondere Inschriften verfassen zu können.

„Sie mussten leiden und sterben nur weil sie anders waren
Hier stand in der Zeit von 1940 – 1945
das von den Nationalsozialisten errichtete ‚Zigeunerlager‘

Hier starben Hunderte unter Qualen und Entbehrungen
Von hier aus wurden einige Tausend ‚Zigeuner‘ in Vernichtungslager deportiert
Gewidmet vom Land Burgenland“

Wie tief empfunden. „Sie mussten leiden und sterben, nur weil sie anders waren.“ Wer kann das nicht von sich sagen, wohl ein jeder Mensch, der lebt: leiden und sterben zu müssen. Und empfindet nicht ein jeder Mensch, daß er anders ist, seine Mitmenschen anders als er sind.

Diesen Menschen wurde aber das größte Leid, das gedacht werden kann, zugefügt, diese Menschen aber wurden ermordet, nicht weil sie anders waren, sondern weil sie waren.

Und es wäre ein Ausblenden der Gegenwart, diesen Satz in der Vergangenheit zu belassen.

Diesen Menschen wird Leid zugefügt, diese Menschen werden ermordet, nicht weil sie anders sind, sondern weil sie sind.

Das Land Burgenland, das diese Inschrift widmete, wird es sich wohl hoch anrechnen, diese Inschrift bei einer talentierten Verfasserin in Auftrag gegeben zu haben. Was für ein talentierter Einsatz der Anführungszeichen: „Zigeunerlager“ … „Zigeuner“ … ob es für „Zigeuner“ noch andere Namen gibt?

Das macht einen talentierten Mahnmalschreiber aus. Eine Inschrift verfassen zu können, vor der bewegt und mit ernster Stimme gedacht werden kann, und die zugleich eine tiefe Verbeugung vor dem weltberühmten Landeshauptmann …

Nicht nur das Burgenland ist reich mit Inschrifttalenten gesegnet, das ganze Land ist es, wie eben erst wieder bewiesen, mit der Tafel auf der Melker Festung …

Wer sich der Gegenwart nur opportun stellt, stellt sich der Gegenwart nicht