Einer, der am Anfang von dieser Verschwendung stand, alles daran setzte, daß es zu dieser Verschwendung gekommen ist, hat sich längst aus dem Staub, in dem die Zukunft des Landes nun zerstört liegt, gemacht.
Nicht jeder Mann also – es soll ja nicht bernhardesk übertrieben werden –, der ein Manifest schreibt, mordet.
Der Mann aus Rußland begnügt sich mit dem Posieren mit … aber wenn dieser einmal mit seinem Auszählreim zu einem Ende kommt, ob er soll weiter besuchen oder doch morden, dann allerdings kann es handfest werden, wenn er nicht mehr besuchen will, kann es recht mörderisch werden, mit dieser Waffe, mit der er posiert …
Und wenn ein Mann, wie jener aus Rußland, zu „einem Krieg, zu einem Angriffskrieg auffordert“, dann hat das (wie würde das Mario Eustacchio formulieren?) strafrechtlich nichts … vielleicht würde er auch noch darauf hinweisen, er, Dugin, sei „nicht rechtskräftig verurteilt“.
Also ein ehrenreicher Mann. Und schließlich, ein „Krieg“, gar ein „Angriffskrieg“ hat doch je nichts mit Mord noch zu tun gehabt, nur mit des Mannes Pflicht, „Kriege“, „Angriffskriege“ zu fordern, zu führen.
Zwei von drei mani-fest schreibenden Männern sind also Mordende. Ein äußerst beunruhigender Anteil …
Und der dritte Mann fordert „Krieg“, „Angriffskrieg“ … Zwei Mordende und ein Mordbefehliger — drei von drei mani-fest schreibenden Männern … so wie die Wirklichkeit übertreibt, hat noch kein Schreibender je übertreiben können, die Wirklichkeit übertreibt, wie es keine Schreibende je noch zu übertreiben vermochte und je übertreiben wird können.
Wie beruhigend aber, an der Staatsspitze einen Mann zu wissen, der klar wie kurz sagt, er findet „widerlich“ die „Identitären“, die außerparlamentarisch …
Wie beruhigend auch zu hören, daß der Mann an der Staatsspitze nun fordert, daß die die in den Parlamenten und in der Regierung sind, sich kurz und bündig klar distanzieren von den von ihm als „widerlich“ Empfundenen, die nicht in den Parlamenten, nicht in der Regierung …
NS Sie werden sich wohl fragen, weshalb in die Collage auch noch der duginsche antisemitische Verbreiter M. M. aufgenommen wurde, nun, er gehört dazu, wenn von Österreich gesprochen wird, in dem alle Staatsspitzen ihre persönlichen Mannheimers haben …
„Widerlich!“ Um mit dem Mann an der Staatsspitze zu sprechen. Wie beruhigend für die die in den Parlamenten und in der Regierung, daß so kurz wie bündig klar in Österreich gesprochen wird, auch von einem Mann an der Staatsspitze, und nichts passiert …
Der zitierte Teil der Überschrift ist aus der Schlagzeile des Artikels von Fabian Schmid vom 31. März 19.
Es wird in diesem Artikel ausführlich berichtet von den Verbindungen von Martin Lichtmesz mit Martin Sellner, also von seinen gesinnungsgemäßen Verflechtungen mit den außerparlamentarischen Identitärinnen in Österreich.
Wer in diesem Artikel nicht vorkommt, ist die parlamentarische identitäre Regierungspartei in Österreich und ihre gesinnungsgemäß zensurierte Website.
Das darf hiermit ergänzt werden. Zur Abrundung. Um den Kreis zu schließen, Wie der Kreis in Österreich stets zu schließen ist.
Es will aber nicht wiederholt werden, nicht ein weiteres Mal wiederholt und wiederholt werden. In den entsprechenden Kapiteln ist vom Kreisschluß ohnehin genügend zu lesen.
NNS Daß Martin Lichtmesz im Ausland nicht mit der Fahne vorgestellt wird, die auch Rosenkranz persönlich bekannt ist, von der Rosenkranz nicht nur eine einzige kennt, sondern er, Lichtmesz, mit der österreichischen Flagge angekündigt wird, erzählt doch einiges über die recht richtige Einschätzung von Österreich im Ausland.
„Publikation über die Neue Rechte: Jetzt bestellen! FBI: Entgeltliche Einschaltung“
„Kurz und prägnant – schafft Abhilfe: kritisch analysiert und widerlegt.“
Es muß keine Besprechung des Kommentars von der gesinnungsgemäß zensurierten Website der zurzeitigen identitären Regierungspartei geschrieben werden. Das obige Zitat reicht aus, um zu wissen, der Kommentar ist eine Lobpreisung.
„Jetzt bestellen!“: eine eindringliche Aufforderung der gesinnungsgemäß zensurierten Website der zurzeitigen identitären Regierungspartei. Wer könnte sich diesem Appell entziehen. Es wird auch was geboten, für 9,20 Euro aufgeboten die „Ahnen der Konservativen Revolution wie Carl Schmitt
Kurz nebenher. Wenn Sie noch etwas Geld überhaben und vielleicht auf der Suche nach einem T-Shirt oder einem Hoodie, also einem Kapuzenpullover sind, es einmal mit den Ahnenköpfen der „konservativen Revolution versuchen wollten, aber kein solches Kleidungsstück zu finden ist, dann greifen Sie doch zu einem sellnerischen Ersatzshirt – replacement shirt – mit den nachfahrigen Köpfen,
„Alain de Benoist, Alexander Dugin, Carl Schmitt, Oswald Spengler“, und das für nur 9,20 Euro. Aber das ist bei weitem noch nicht alles. Eckart und Markovics lassen sich nicht lumpen. Sie legen noch etwas drauf. Nämlich „Philip Stein“ … Und Stein, das ist nicht nur irgendein Kopf, das ist ein wahrer Enkelsohn, und einen treuen Enkelsohn zeichnet aus, daß er wiederbeleben möchte, was den Ahnen lebendig war, und ebenso groß,
Ach, wie wird doch heutzutage geklagt, es gäbe keine Solidarität mehr, es würde einander nicht mehr geholfen werden. Ist es nicht auch für andere nachahmenswert, wie die Phalanx der Hilfe in dieser Gesinnung zur gegenseitigen Stützung funktioniert? Das FBI sorgt für „entgeltliche“ Kommentare auf dieser Website zur Erhöhung der Rechtbesten in der Regierung, und die Website ruft zum Bestellen auf, damit auch der Eckart und seiner Schreiber und Schreiberinnen Einnahmen haben, für ihre idealistische Verteidigung des Identitären …
Es gab vor wenigen Monaten, im 18er Jahr, manche, die meinen, die schwarzidentitäre Regierung in Österreich ändere das Symbole-Gesetz, aber die vielen Zeichen der außerparlamentarischen Identitären bleiben unberücksichtigt. Zu dieser Zeit hätten viele auf die Frage, ob ihnen denn Christkirchen was sage, wohl geantwortet, ja, das sei doch, habe da nicht der patriotische Dichter …
Wie nackt, wie fahnenlos sähen die Demonstrationen aus, wäre die zurzeitige Regierung derart kurzsichtig vorgegangen und hätte also auch die Symbole der außerparlamamentarischen Identitärinnen … stellen Sie sich bloß vor, etwa die Demonstration in Wiener Neustadt nur mit den wenigen Transparenten der … was wäre das für ein trostloser Willkommensgruß für Rosenkranz und Landbauer gewesen.
„Kickl hob auch hervor, dass die Liste von den Extremismus-ExpertInnen des Verfassungsschutzes ausgearbeitet wurde und insbesondere Gruppierungen umfasse, die eine reale Gefahr in Österreich darstellten. Genau das wurde allerdings von Peter Pilz (JETZT) in Zweifel gezogen. Die Liste umfasse nur solche Gruppen, die ÖVP und FPÖ als Extremisten abstempeln wollen, sagte er. Er sieht etwa nicht ein, warum die in Österreich kaum eine Rolle spielende ägyptische Muslimbruderschaft auf der Liste stehe, während ‚die türkische Muslimbruderschaft‘ Milli Görus fehle. Auch die Identitären und andere rechtsextreme Bewegungen würden in Ruhe gelassen. Pilz vermutet einen Zusammenhang mit engen Kontakten zwischen der ÖVP und Milli Görus auf der einen Seite und mit Verbindungen einzelner FPÖ-Mitglieder in die rechte Szene. Das brachte ihm den umgehenden Vorwurf von Hans-Jörg Jennewein (FPÖ) ein, ‚Dreckkübel‘ auszuschütten und eine ‚Schande‘ für das Parlament zu sein.“
Bei welcher Gelegenheit die Spickzettelkleidung „Bierjunge“ (mit dem Galgen vorne und „Hängt“ hinten) von Nutzen sein kann … vielleicht ist es die Ausgehuniform zum lustigen bierigen Beisammensein, damit nicht vergessen wird, gleich noch eines zu bestellen, wenn die Kellnerin mit dem zweiten kommt.
Auch für Kleidungstauschspiele eignet sich die Kleidung recht. Eine Gruppe „Die letzten Ritter“, die andere Gruppe „Templer“, vielleicht für ein Fragespiel in der Art:
Wer sind die letzten Ritter? Ihr seid die letzten Ritter. Wer sind die Templer? Ihr seid die Templer. Und gewonnen haben alle, ziehen sich dann zum Tausche aus. Aber gekürt wird zur Nachtführerin, die als Atout darunter noch das Stück mit den vier feschen …
Lübe üdentitüre Bewegüng, üch begrüße Üch recht hürzlüch in Wüner Nüstüdt! Hür süd Ühr sehr hürzlüch willkümmen! Bewegüngen wü dü Pegüdü in Dütschlünd, dü sind dü Spürspütze, dü dü Bevülkerüng im Kümpf gegen dü Bündesregürüng und gegen düses Süstem noch gebrüchen wird. Und jeder ünzelne Bürsch und jedes ünzelne Müdel von Üch, die hüte hür sünd und nicht nur hür, sondern quer dürch Üsterrüch ihren Münn und ihre Früü steht, hat mehr Rückgrüt und mehr Chürükter als düse gesümte Bündesregürüng züsümmen.
„Und jeder einzelne Bursch und jedes einzelne Mädchen von Euch, die heute hier sind und nicht nur hier“ – die Burschen Rosenkranz und Landbauer waren auch mit Ansprachen dabei …
„Liebe identitäre Bewegung, ich begrüße Euch recht herzlich in Wiener Neustadt! Hier seid Ihr sehr herzlich willkommen! Bewegungen, wie die Pegida in Deutschland, die sind die Speerspitze, die die Bevölkerung im Kampf gegen die Bundesregierung und gegen dieses Bundesregierung noch gebrauchen wird.“
Es ist, als würde nun von dieser Regierung in Österreich ein alter gar kurzer Zauberspruch wieder gesprochen werden: „In die Ecke, Besen! Besen! Seids gewesen.“
„Alle Hoffnungen legte er in seine Symphonie. Es ging um einen Preis. In der Jury saß Brahms. Das ist die Schwachstelle im Roman, der sich sonst sogar um die Beschaffenheit des Grases unter jenem Bierfass kümmert, welches Stifter und Richard Wagner austranken.“
Das ist nicht die einzige Schwachstelle in der Besprechung von Peter Pisa im „Kurier“ vom 23. Februar 2019. Stifter mit Richard Wagner trinken zu lassen, während tatsächlich Bruckner mit Wagner trinkt.
„Wagner schaute Bruckner an und lächelte. Er sprach von seinem eigenen Grab, seinem Grabstein. Plötzlich beugte Wagner sich hinunter und stöberte unter der Bank. Dort hatte er ein Fass Bier versteckt, das er nun hervorzog und in das Gras vor der Bank stellte. Es grub eine tiefe dunkle Spur in die abendfeuchte Grasdecke, aber die niedergezwungenen Halme richteten sich im schwachen Licht rasch wieder auf. Zwei solide Bierkrüge tauchten von irgendwoher auf. Wagner drehte am Hahn und schenkte dem erstaunten Bruckner ein.“
Peter Pisa rezensiert „Wie man ein Genie tötet“ von Ingvar Hellsing Lundqvist.
Wäre es für Peter Pisa dann keine „Schwachstelle“, wenn Lundqvist die Namen nicht genannt hätte, vor allem Brahms aus dem Spiel gelassen hätte? Diese Unklarheit, was Pisa mit „Schwachstelle“ meint, ist selbst eine Schwachstelle in seiner Buchbesprechung.
„Seine Symphonie Nr 1. in E-Dur, die er im Alter von 20 komponiert hatte, wurde erst 100 Jahre später erstmals aufgeführt.“
Das ist eine weitere Schwachstelle in der Besprechung von Peter Pisa, und vielleicht gar nicht so sehr seine, sondern eine generelle österreichische Schwachstelle. Nur nicht zu genau sein, im Ungefähren bleiben, vor allem dann, wenn damit kein Ruhmesblatt beschrieben werden kann.
Wenn es österreichisch zugegangen wäre, würde die Symphonie von Hans Rott wohl bis zum diesem Jahr 2019 noch nicht aufgeführt worden sein.
Es war ein englischer und kein österreichischer Musikwissenschaftler, der vor rund vierundvierzig Jahren während seiner Studien in Wien die Partitur in der Nationalbibliothek fand. Paul Banks konnte den Dirigenten Gerhard Samuel dafür gewinnen, die Symphonie von Hans Rott erstmals zur Aufführung zu bringen. Am 4. März 1989, also vor dreißig Jahren, war es dann endlich soweit, die erste Aufführung, mit einer Verspätung von rund einhundertzehn Jahren, in Cincinnati, und das ist kein Ort in Österreich.
Hans Rott starb vor einhundertfünfunddreißig Jahren, am 25. Juni 1884 – am darauffolgenden 1. August hätte er seinen 26. Geburtstag gefeiert haben können.
„Um Brahms kümmert er sich nicht.. Brahms ist einfach nur ein A…“
Das ist wohl die Hauptschwachstelle der Buchkritik von Peter Pisa. Es ist ein Roman über Hans Rott, nicht über Brahms. Dafür kommt er, Brahms, zur Genüge vor, rollengerecht zur Genüge, und eigentlich, gemessen an seiner im Leben von Hans Rott spielenden Rolle, schon zu viel vor. Als Richter, der ein Leben zerstören kann. Wer erzählt schon vom Leben einer anonymen Richterin, die beispielsweise am Bezirksgericht einen Menschen durch ihr falsches Urteil in das Unglück stößt? Sie kommt vor in einem solchem Bericht, als Auslöserin. Mehr nicht. Genau das ist die Rolle von Brahms im Leben von Hans Rott. Mehr nicht.
Brahms, der Täter. Die Tat von Brahms wird ausführlich beschrieben. Mehr ist von Brahms nicht zu erzählen. Aber Peter Pisa schlägt sich auf diese Seite von Brahms. Pisa will wohl, daß Gutes von und um Brahms erzählt wird. Aber es gibt von Brahms nichts Gutes zu erzählen, wenn es um ihn im Leben von Hans Rott geht. Peter Pisa möchte den Vertreter des Konservativen retten, und dafür greift er auch zur Behauptung, er, Brahms, wäre in diesem Roman „einfach nur ein A…“. Tatsächlich wird Brahms in diesem Roman nicht als Arschloch vorgeführt, sondern als „rechtschaffener und gerechter Mann“. Das sagt Anton Bruckner in seiner Grabrede zu Hans Rott über Brahms.
Und es gibt eine Stelle in diesem Roman, die dieser Behauptung von Pisa, Brahms sei einfach nur einArschloch in diesem Roman, entschieden widerspricht. Im Kapitel über das Begräbnis von Hans Rott:
„Bruckner senkte die Stimme. Erst jetzt, als plötzlich Stille eingetreten war, hörte man schwach knirschende Schritte, die sich langsam entfernten. Aber niemand drehte sich um, um den Schatten der Figur zu sehen, die unmerklich hinter einigen Grabsteinen verschwand. Johannes Brahms wurde bald verschluckt von dem Dunst, der sich aufdrängte und ihm schwer über seine Schultern fiel und seine Gestalt auflöste.“
„Einfach nur ein A…“ geht also zum Begräbnis von dem Menschen, dessen Leben er durch sein Urteil zerstörte. Das kann als Zweifel, als Reue an seinem Urteil gewertet werden. Das einem „Arschloch“ zuzugestehen, zeigt, wie sehr es bloße Behauptung ist, daß Brahms in diesem Roman „einfach nur ein A…“ sei, wie Peter Pisa in seiner Buchkritik diese aufstellt.
Brahms beging die Tat nicht allein, sondern gemeinsam mit Hanslick, dem zweiten Schicksalsrichter von Hans Rott. Hanslick sah aber sich nicht verlasst, jedenfalls erzählt der Roman davon nichts, aus welchen Gründen auch immer, wenigstens verstohlen dem Begräbnis von Hans Rott beizuwohnen.
Und es gibt weitere Schwachstellen, in der Besprechung von Peter Pisa, die eigentlich Leerstellen sind. Denn.
Peter Pisa erwähnt nichts davon, was in diesem Roman alles von diesem Österreich vor 135 und mehr Jahren erzählt wird, wie es in diesem Österreich zugegangen ist. Vielleicht, um zu vermeiden, daß es mit der Gegenwart verglichen wird. Und ein solcher Vergleich fällt nicht vorteilhaft für das gegenwärtige Österreich aus.
Dabei geht es um den „neuen Menschen“. Im „Roten Hahn“ geht es hoch her. Auch Viktor Adler ist mit dabei. Es werden Reden gehalten. Auch Viktor Adler spricht, auch er vom „neuen Menschen“.
„Nun erhob sich Hans Rott und ging mit einigen unsicheren Schritten auf Viktor Adler zu. Der laute Klang der Bierkrüge, mit denen sie anstießen, hatte die lähmende Wirkung eines Blitzeinschlages. Er wankte, aber nun war er dran. Das war die Stunde seines Auftritts. Es war Zeit für seine Proklamation. „Es lebe die neue Symphonie! Sie wird die Herzen der Menschen vereinen. Es lebe der neue Mensch!“ […] Ich werde diese Symphonie schreiben. Ich werde die neue Symphonie schreiben. Sie wird die Menschen vereinen. Es lebe der neue Mensch!“ Hans Rott hörte seine Worte laut und durchdringend über die ganze Halle, und er wollte noch viel mehr hinausschleudern, aber es trug nicht mehr. Es zerschmolz und musste reichen. Wieder stieß er mit Adler an. Alle erhobenen Bierkrüge blieben in der Luft hängen. Stimmengewirr brauch aus. Einige schüttelten den Kopf. Andere erhoben erneut ihre Gläser. Jemand wiederholte: „Die neue Symphonie.“ Andere ergänzten: „Der neue Mensch“. Der Chor steigerte sich mit jedem geschwungenen Bierkrug: „Die neue Symphonie“ – „der neue Mensch“!
„Nicht jeder war in der neuen Welt willkommen, das sah man deutlich. Hatte sein eigener Vater nicht seinen Namen von Roth zu Rott geändert? Warum? War Roth ein jüdischer Name! Gab es Juden unter den Vorfahren, solche, die im Reich des neuen Menschen unwillkommen waren?“
Vor rund einhundertvierzig Jahren. Im „Roten Hahn“. Und was ist geworden aus dem „neuen Menschen“. Was ist geblieben? Die Hallen. Die Biere. Und die Störenfriede.
„Wahret den arischen Gedanken und schmeißt die Juden raus!“ Das war einer der Störenfriede.“
Aber nicht nur das Politische in diesem Österreich kommt vor, auch die gesellschaftlichen Verhältnisse.
„Das Goldene Kreuz des Kaisers! Eine der höchsten Auszeichnungen, die man erhalten konnte glänzte ihn in leuchtendem Gold an. Kaiser Franz Joseph selbst hatte seinen Vater ausgezeichnet. Warum hatte Vater nie etwas davon erzählt?“
Hans Rott wird von seinem Bruder Karl darüber aufgeklärt.
„Vater hat sie mir gezeigt. Vor etlichen Jahren. Er sagte, dass er sich schämt …“ „Wir haben nicht denselben Vater. Mein Vater … ja, den habe ich nur auf Bildern gesehen. Und Mutter sprach auch nicht viel über ihn.“ „Ich weiß, dass wir nicht denselben Vater haben.“ Karl zögerte. „Ich meine, mein Vater war der Bruder des Kaisers … vielleicht nicht gerade Bruder, aber jedenfalls ein nahe Verwandter. Er meinte, dass er als Schauspieler wohl nicht gut genug war. Dass alle, die das Theater besuchten, ihn nicht genügend schätzten. Und war die Zeitungen über seine Auftritte schreiben, war nicht gut genug. Das einzig Gute an ihm und der Medaille war, dass er sich um den Sohn des Erzherzogs gekümmert hatte.“
Der Erzherzog aus der Familie engverkreuzten Familie Habsburg kommt in einem weiteren Kapitel vor. Es löst sich auf, was mit der Medaille es auf sich hat. Positiv das Verhalten zu nennen, wäre dennoch unangemessen.
Peter Pisa scheint es wichtig zu sein, denn das erwähnt er, Hans Rott sei des Diebstahls verdächtigt worden, na, so einer muß doch irgendwie … auch wenn es sich herausstellt, daß er den Diebstahl nicht begangen hat. Mahler hingegen kommt bei Pisa gut weg, er spielt doch „Freunden“ Rott vor. Aber die Symphonie von Rott führt er öffentlich nicht auf, niemals. Er hat sie wohl gebraucht, zum Komponieren seiner eigenen Symphonien. Das wäre wohl auch kein Vergleich zum Vorteile von Mahler gewesen.
Was von Peter Pisa auch nicht zu erfahren ist, das im Roman beschriebene Sittenbild von Wien. Auch das im Krankenhaus.
„Zuweilen geschah es auch, dass er nachts an Hans‘ Bett kam und sich auf abscheulichste Weise an ihm rieb. Hans konnte nicht verstehen, dass dieser Mensch einst einer der hervorragendsten Schauspielere Wiens war.“
„Einer meinte, von seiner Frau betrogen worden zu sein. Man habe ihn hergeschickt, weil er sie in ein dunkles Kellerloch gesperrt hatte.“
„Einer hatte sich in seiner Wohnung verbarrikadiert. Vom obersten Stockwerk aus hatte er gedroht, alle zu erschießen, die sich näherten. Er wollte schießen, weil die Welt voller Narren war. Alle waren gegen ihn.“
„Ein anderer hatte seine Frau gewürgt. Weil sie ihn verhext hatte.“
„Walter Baumgarten, Streckenwärter, Eisenbahnarbeiter (Leobersdorfer Bahn, Berndorf) Nach Tod der Gattin immer häufiger unwohl … Droht, die Schienen aufzubrechen, damit der Zug entgleist, um sich an Gott zu rächen … Nachbarn alarmierten Polizei, da er gesehen wurde, als er die Gleise mit Spitzhacke bearbeitete …“
Das Klügste in der Buchkritik von Peter Pisa ist wohl, daß er bloß den Namen eines Kritikers erwähnt, nämlich Eduard Hanslick. Und sonst nichts. Die Gegenwart verlöre gegen die Vergangenheit.
„Hans Rott hörte Goldmarks immer lauteres Tromeln auf dem Tisch nicht. Er sah auch nicht, wie Hanslick sich mit seinem Blatt in der Hand zurücklehnte, während sein wohlgestutzter Schnurrbart zuckte, da er etwas zu entdecken schien. Tatsächlich! Er hatte einen fürchterlichen Fehler begangen. Er hatte Konzert in D-Dur geschrieben. Dabei war es F-Dur. F-Dur, zum Kuckuck! Wenn das in die Zeitung gekommen wäre! Hanslick spürte den kalten Schweiß auf der Stirn ausbrechen. Wenn das gedruckt worden wäre! Das hätte Gelächter hervorgerufen. Er hätte sich dem Gespött der Leute preisgegeben!“
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