Nächstes Jahr auf dem Karl-Lueger-Platz – Nationalsozialist Josef Müllner herausgeputzt

Ab dem nächsten Jahr wird Nationalsozialist Müllner auf dem Karl-Lueger-Platz herausgeputzt stehen, Josef Müllner selbst wird auf dem Karl-Lueger-Platz im neuen Glanz zu bewundern sein. Denn. Der Nationalsozialist, der im Auftrag von KL (Kunschak Leopold) das Denkmal errichtet, läßt es sich nicht nehmen, sich selbst als eine Figur des Denkmals zu meißeln, sich selbst im Denkmal zu verewigen, sich selbst mit diesem Denkmal KL ein Denkmal zu setzen

Der Nationalsozialist steht auf dem Karl-Lueger-Platz in einer Reihe vor Karl Lueger, und wartet darauf,

daß auch er, Lueger, ihm, Müllner, die Hand reicht, er ist gleich an der Reihe, nur fünf noch sind vor ihm, dann kann er, Müllner, ihm, Lueger, endlich auch die Hand …

Während die Akademie der bildenden Künste, wie im Mai 2023 bekanntgegeben, Nationalsozialist Josef Müllner die Ehrenmitgliedschaft aberkennt, wird im Mai 2023 beschlossen, sein Denkmal KL auf dem Karl-Lueger-Platz zu säubern, zu putzen, zu reinigen …

Und wenn es schon herausgeputzt wird, so soll auch etwas Künstlerisches … der Sockel wird neu betoniert werden, der Sockel wird etwas schief betoniert werden, die Figuren aber bleiben dabei unberührt, die Figuren werden akribisch geputzt, gereinigt, gesäubert …

Wäre Nationalsozialist Müllner in dieser Jury als stimmberechtigtes Mitglied gesessen, er hätte wohl auch diesem Entwurf zugestimmt, wußte er doch, was dieser Stadt guttut, wie er es einst selbst als Mitglied einer Jury bewies, ach, was hätte Wien noch für Denkmäler bekommen,

ein Chamberlain-Denkmal,

ein Schönerer-Denkmal,

wäre die Zeit dafür nur geblieben … diese Denkmäler hat Wien nicht mehr bekommen, dafür vielleicht zum Trost hat ganz Österreich dann doch etwas bekommen, ein Denkmal von einem Nationalratspräsidenten —

Künstler der heutigen Zeit sollen sich aber nicht grämen, Künstlerinnen der heutigen Zeit kann zum Trost gesagt werden, auch wenn sie sich nicht an

einem Chamberlain, an einem Schönerer nach deren

Säuberung künstlerisch versuchen dürfen, es steht noch ein Denkmal auf der Mölker Bastei

und nicht bloß das auf der Mölker Bastei …

Fünfhunderttausend allein für gesäuberte Kontextualisierung des KL-Denkmals

Während in diesem Mai ’23 die Tradition des Verschweigens im ersten Bezirk von Wien, Österreich, ihren Sieg feiert, indem das Karl-Lueger-Denkmal gereinigt auf dem KL-Platz zu bleiben hat, wird in diesem Mai ’23 im siebzehnten Bezirk von Wien, Österreich, auch die Tradition des Herunterspielens und des Verharmlosens zelebriert.

Eines hält Jagsch dennoch schon fest: „Die Umbenennung des Leopold-Kunschak-Platzes war nicht Teil der Befragung.“ Eine solche ist schon lange ein intensiv diskutiertes Thema. Kunschak war ein österreichischer Politiker, ein enger Freund von Wien-Bürgermeister Karl Lueger und trat als Antisemit in Erscheinung.

Und es ist ein Herunterpielen und ein Verharmlosen, über Leopold Kunschak zu sagen, er sei „als Antisemit in Erscheinung“ getreten, während er selbst von sich sagte, er sei ein Antisemit gewesen und er bleibe ein Antisemit, und das nicht vor Auschwitz, sondern nach Auschwitz, womit er sich wohl auch qualifizierte, Nationalrataspräsident zu werden, nach Auschwitz.

Hätte Leopold Kunschak Julius Streicher geheißen, hätte der Platz im siebzehnten Bezirk wohl Julius-Streicher-Platz geheißen, und hieße so wohl noch immer, und über ihn würde heute gesagt werden, er, Streicher, sei „als Antisemit in Erscheinung“ getreten —

Julius Streicher, NSDAP-Gauleiter, in Nürnberg als Hauptkriegsverbrecher zum Tod verurteilt und hingerichtet, Herausgeber des antisemitischen „Stürmers“ —

Aber Leopold Kunschak hieß nicht Julius Streicher, er, Kunschak, wurde bloß der „österreichische Streicher“ genannt.

Er, Kunschak, war, wird in diesem Mai ’23 über ihn geschrieben, „ein enger Freund von Wien-Bürgermeister Karl Lueger,

bloß ein Freund, und was muß er, Kunschak, für ein feiner Mensch gewesen sein, fähig zur Freundschaft, sogar zur engen Freundschaft. Und was ein Freund, was ein enger Freund ist, der tritt auch das Erbe des Freundes an, und das nicht erst mit der Enthüllung des Karl-Lueger-Denkmals, das es bloß gibt, weil er, Kunschak, alles daran setzte, daß es das Karl-Lueger-Denkmal gibt,

weil er, Kunschak und seine Partei ein Denkmal für ihre Demonstration brauchten, weil er,

Kunschak und seine Partei das Denkmal auch für ihre Wahlkämpfe brauchten.

Das Erbe Luegers aber trat Kunschak schon lange vor der Enthüllung des Denkmals an, als er forderte „Auswanderung oder Konzentrationslager für …“

Von Karl Lueger ist nicht bekannt, er sei der österreichischische Streicher genannt worden, wie auch, sein Antisemitismus war noch nicht der streicherische Antisemitismus, bekannt von ihm, Lueger, ist, so jedenfalls haben es u. a. Hein und Salten vermutet, er, Lueger, sei dem Antisemitismus seiner Partei innerlich fremd, es sei der Antisemitismus ihm, Lueger, nicht tiefe Überzeugung …

Bekannt hingegen ist, sogar Figl hat seinen Antisemitismus bestätigt, freilich parteigemäß heruntergespielt, er, Kunschak, sei dem ökonomischen Antisemitismus

Und auch das eine Tradition in Österreich, die Tradition der recht feinen Differenzierung, in die es gut paßt, daß ein Nachfahre von Figl, auch parteigemäßer Nachfahre, eine differenzierte Betrachtung von Karl Lueger verlangt, wie in seinem Umfeld, in diesem Kontext die Sorge vorherrscht, es könnte zu einer nicht differenzierten Betrachtung von Dollfuß …

Und das Denkmal des Kunschak Leopold kostet seit einhundert Jahren und kostet weiter Geld — Steuergeld,

allein einhunderttausend Euro für den für in etwa ein Jahr aufgestellten Bretterverhau,

allein fünfhundertausend Euro für die jetzt vorgenommene Säuberung und Verschiefung,

und es werden wohl gar nicht mehr zusammenrechenbar sein, all die Kosten, die durch die Beschäftigung mit seinem Denkmal über Jahre hinweg entstanden sind …

Denkmal, im Wahlkampfeinsatz

Es ist bloßes Gerücht, aber wie Klischees Wahrheit entbergen können, kann auch manches Gerücht wahr werden.

Es heißt, dem festungskommandantlichen Parteienführer, so wird es also gemurmelt, soll spätestens

mit Beginn des Wahlkampfes zur nächsten Nationalratswahl in Österreich ein ihn künstlerisch gestaltetete Huldigung widerfahren, ihm dafür ein Denkmal errichtet werden.

Was einst im Wahlkampfe sich bewährte, könne doch auch wieder sich bewähren

Hierfür soll aber kein Wettbewerb ausgeschrieben werden, denn es eilt, die nächste Nationalratswahl ist nah, die bittere Erfahrung, wie lange es von der Wettbewerbsjuryentscheidung bis zur Errichtung des Denkmals zu seiner Huldigung dauern kann, soll gelehrt haben,

diese leidvolle Erfahrung nicht zu wiederholen. Und es dauert im Durchschnitt, das zeigte beispielhaft die Errichtung eines Denkmals vor einhundert Jahren und seine Veränderung in diesen Maitagen ’23, um die vierzehn Jahre

Es kann nicht so lange gewartet werden, die nächste Nationalratswahl ist nah, frühestens oder spätestens wohl in einem schwachen Jahr, deshalb soll, das Denkmal auf dem KL-Platz als Vorbild dafür, auf Bestehendes zurückgegriffen werden.

Zumal der Künstler sich nicht nur vor über einhundert Jahren bewährte, sondern auch in den darauf folgenden Jahrzehnten, es ein Künstler ist, der, so wird es gemurmelt, der einzige wäre, der mit Sicherheit wieder in einem Parteienwettbewerb siegte …

Die Wahl soll auf dieses Künstlers „Reiter“ gefallen sein.

Dessen „Reiter“ soll hinzugestellt werden, zum Parteiendenkmal auf der Mölker Bastei

Noch aber steht dessen „Reiter“ in Baden. Bereit aber, so wird gemurmelt,

bereitgemacht für seinen Marschritt gen Wien …

Es soll, so wird es gemurmelt, dem christlichsozialen Bürgermeister von Baden,

diesem Städtchen, das mit diesem Künstlers „Reiter“ in die Klimawende vorreitet, eine Ehre sein, den „Reiter“ der Partei als permanente Leihgabe zu überlassen,

die nun das Land mit seiner Partei führt.

Es soll für dessen „Reiter“, so wird gemurmelt, auch eine Anfrage aus dem sogenannten Ausland gegeben haben, ein Führer, der selbst recht gerne entblößt reitet, soll an dieser Statue des „nackten Reiters“ Interesse bekundet haben, diese wäre für ihn, so wird gemurmelt, künstlerisch gestalteter Ausdruck seiner Führungspersönlichkeit, wert auf einem Platze in seiner Heimat zu seiner Huldigung aufgestellt zu werden.

Es soll ihm beschieden worden sein, in der Heimat des Künstlers habe zu bleiben, was der Heimat Kunst ist, aber er, der Führer könne damit getröstet werden, es solle in einem anderen Land noch einen „nackten Reiter“ dieses Künstlers geben, den, da dieser fern der Heimat entstanden, könne er heimholen.

Es soll aber verabsäumt worden sein, dem Führer zu sagen, in welchem Land der zweite „nackte Reiter“ sich befinde, und so soll der Führer sich aufgemacht haben, diesen zweiten „nackten Reiter“ in vielen Ländern zu suchen, und gegenwärtig soll er diesen seit mehr als einem Jahr in einem Land suchen, in dem er diesen doch nicht finden wird … Freilich, der Führer hätte sein Ebenbild längst gefunden, wäre ihm, so wird gemurmelt, nicht verschwiegen worden, es sei für das Land zum Anlaß der olympischen Spiele geschaffen worden.

Wenn dieses Gerücht, dem festungskommandantlichen Parteienführer ein Denkmal zu schenken, wahr werden sollte,

wird Wien recht bald einen Huldigungsfestzug erleben, für den, so wird gemurmelt, jener vor bald einhundert Jahren Vorbild sein soll, oh, was wird das für ein Umzug werden,

er, das ist wohl gewiß, wird sprechen, und viele andere,

und es wird ein rechter Jubel wieder sein

und vielleicht werden sogar jene vorangehen und sprechen, die so recht von Zukunft was verstehen —

No-one erbaute das Karl-Lueger-Denkmal. Das Denkmal schuf selbst das Denkmal als sein Bild

Wie wäre die Welt, nicht nur morgens um sieben, in Österreich doch in Ordnung, zeigte sich der Antisemitismus in Österreich ebenso unauffällig, wie Karl Lueger ab dem nächsten Jahr kontextualisiert in Schieflage gezeigt werden wird,

hielte sich der Antisemitismus ebenso zurück wie der Anti-Antisemitismus, ginge der Antisemitismus ebenfalls nur mit einer Pinzette daran, da mal und dort mal, in weiter, weiter Ferne, nicht so nah, bloß hie und da, nur so

von Zeit zu Zeit nach dem Antisemitismus zu greifen, wie der Anti-Antisemitismus den Antisemitismus behandelt: mit der Pinzette, zum Schutz des Antisemitismus, als wäre dieser eine Briefmarke, eine kleine Münze.

Selbstverständlich wird nicht der Antisemitismus geschützt.

Wer aber wird dann geschützt

No-one wird geschützt

In Huldigung der Verschwiegenheit.

Mit dem Antisemitismus wird der Antisemitismus verschwiegen.

Also, mit dem Antisemitismus des Karl Lueger, dessen Antisemitismus als seine tiefe Überzeugung von dem Erschaffer von Bambi vor bald einhundert Jahren bezweifelt wurde,

der, wie Oskar Hein vor bald einhundert Jahren erinnert, keinen Hehl daraus machte, daß er, Karl Lueger, den antisemitischen Tendenzen seiner Partei innerlich fremd gegenüberstehe,

wird nun, bald einhundert Jahre später, erklärt, argumentiert, auf seinen Antisemitismus nur beharrt, warum das sein Denkmal mit einer Schieflage kontextualisiert

Mit der schieflagigen Kontextualisierung wird der Kontext dieses Denkmals verschwiegen, wird der Kontext, das Umfeld des Denkmals bis in die Gegenwart hinein verschwiegen,

als hätte no-one den Auftrag zur Errichtung des Denkmals gegeben,

als hätte no-one das Denkmal geschaffen,

als hätte das Denkmal sich selbst erschaffen, fand Österreich eines Morgens zu unruhigen Träumen erwacht einen Platz in Wien zu einem Denkmalplatz verwandelt

No-one wurde gehuldigt, als das sich selbst aufgestellte Denkmal gefeiert wurde, vor bald einhundert Jahren, außer Karl Lueger, der sein Denkmal nicht selbst mit Pathos enthüllen konnte, no-one erteilte den Befehl, die Hülle falle, gefallen blieb von da an die Hülle bis …

No-one trat vor bald einhundert Jahren das, auch das antisemitische Erbe an und verhüllte fortan seinen Antisemitismus nimmermehr

Exemplarisch für das Verschweigen des Umfelds, das dieses Denkmal bescherte, die stadtamtliche Verkündigung vom 31. Mai 2023

Wettbewerb zur permanenten Kontextualisierung des Lueger-Denkmals entschieden: Siegerentwurf stammt von Klemens Wihlidal – Das Projekt „Schieflage (Karl Lueger 3,5°)“ hat die Jury überzeugt. Rathauskorrespondenz vom 31. Mai 2023, Presse-Service der Stadt Wien

ohne den geringsten Hinweis auf den Denkmalauftraggeber, den „österreichischen Streicher“ und Nationalratspräsidenten, ohne den geringsten Hinweis auf den wehrmännischen Denkmalhauer

Das Projekt Schieflage, einfach wie kurz gesagt, aus österreichischer Tradition des Verschweigens, mit der Schieflage siegte die Tradition des Verschweigens in Österreich —

Es wundert nicht, daß die Jury,

Stimmberechtigte Mitglieder der Wettbewerbsjury

Iris Andraschek, Aleida Assmann, Katharina Blaas, Herwig Turk, Markus Figl/Lucia Grabetz, Felicitas Heimann-Jelinek, Sonja Huber, Franz Kobermaier, Hanno Loewy, Herbert Posch, Eva-Maria Stadler, Thomas D. Trummer sowie Heimo Zobernig.

wie der stadtamtlichen Verkündigung zu entnehmen ist, die Tradition der Verschwiegenheit überzeugte, recht besonders wohl den „Lueger-verlangt-eine-differenzierte-Betrachtung“-Dollfußgedenkredner,

dessen Freiheitskämpferie Sorge hat, daß das Texingtalhaus

Das ehrende Gedenken ist im Falle Engelbert Dollfuß eine Verneigung vor dessen mutiger Haltung, die er gegen die drohende Gefahr des Nationalsozialismus an den Tag gelegt hat. Der (linke) Vorwurf einer undifferenzierten Glorifizierung ist unrichtig und geht somit ins Leere, so wie auch das in Diskussion stehende Dollfuß-Museum keine Weihe- oder Pilgerstätte darstellt, wie da und dort fäschlicherweise behauptet wird. Die nunmehr anstehende Neugestaltung des Dollfuß-Museums in Texing gibt Anlass zur Sorge, zumal dem dazu gebildeten Beirat unter anderem die Historikerin Lucile Dreidemy angehört. Dreidemy, einer breiteren Fachöffentlichkeit seit der 2014 erschienenen Monographie „Der Dollfuß-Mythos. Eine Biographie des Posthumen“ (Böhlau Verlag Wien) bekannt, propagiert nicht nur den falschen Begriff Austrofaschismus, sie gibt auch freimütig zu, an einer differenzierten Darstellung der Person Dollfuß nicht interessiert zu sein [..]

Aufgenommen wurde das von diversen Medien dankbar – man arbeitet sich ja, teils peinliche zeitgeschichtliche Wissenslücken offenbarend, gerne an der Person Dollfuß ab. Dreidemy beschäftige sich seit Jahren mit Dollfuß, wird bei jeder ihrer Aussagen betont, sie sei eine „Dollfuß-Expertin“. Tatsächlich hat sie zwar im Zusammenhang mit Dollfuß schon so manches publiziert, worin die Expertise besteht erschließt sich freilich nicht ganz. Ihr Hauptaugenmerk liegt nämlich vor allem im Aufspüren jeder wie auch immer gearteten Erinnerung – die Person Dollfuß darf aus ihrer Sicht im öffentlichen Raum offenbar nicht vorkommen. Es sei denn als dämonisierter Arbeitermörder und bösartiger Wegbereiter der Hitlerei.
Es bleibt zu hoffen, dass man sich bei der Neugestaltung des Dollfuß-Museums nicht auf derartige vermeintliche Experten verlässt.

Dollfußgrabgedenkredner Figl, stimmberechtiges Mitglied der Wettbewerbsjury, hat es geschafft – Karl Lueger wird gereinigt und bleibt auf dem KL-Platz

Vorgesehener Dollfußgrabgedenkredner und stimmberechtigtes Wettbewerbsjurymitglied Figl hat es mit geschafft, das KL-Denkmal auf dem KL-Platz bleibt, und Wien-Besuchende werden nach ihrer Rückkehr informiert erzählen können, daß es in Wien auch etwas Schiefes zu bestaunen gibt — die Ursache dafür ein morastiger Untergrund …

Am 23. Juli 2022 hätte Markus Figl am Grab von Engelbert Dollfuß eine Gedenkrede halten sollen. Er mußte knapp vor Beginn des Gedenkens absagen — die Ursache dafür Corona-Fälle in seiner Familie …

Im März davor kann Markus Figl gerade noch, also kurz vor Ausrufung des ersten Lockdowns, gemeinsam mit Gerhard Kastelic einen Kranz niederlegen, in der Kapelle in der Michaelerkirche, beim „Dachauer Kreuz“ mit dem kniend betenden Engelbert Dollfuß an seiner Seite.

Am 23. Juli 2022 mußte Gerhard Kastelic also für Markus Figl einspringen, für ihn die Gedenkrede halten. Die Vorsehung aber meinte es am Ende doch noch etwas gut, Mitglieder der „Studentenverbindung Starhemberg“ mußten nicht wegen Infektionen fernbleiben, sie wenigstens konnten Gedenkworten lauschen, wenn auch nicht denen von dem stimmberechtigten Mitglied der Jury, die sich für den Schiefentwurf …

Das Endziel von dem Heimwehrführer Ernst Rüdiger Starhemberg war die Wiederherstellung der habsburgischen Herrschaft. So ist es nur konsequent, daß die Starhemberg, am 4. Mai 2023 gelesen, nur zu zwei Webseiten verlinkt: „Der akademische Bund katholisch-österreichischer Landsmannschaften“ und „Karl von Habsburg“, der ganz unter Einhaltung der österreichischen Gesetze sich selbst Karl von Habsburg nennt, als Medieninhaber und Eigentümer der „kvh“

Und was braucht so ein Mann?

Eine „Generaladjutantur“.

Schließlich hat er ein derart großes Schattenreich, in dem die Sonne nie untergeht, zu regieren, wie die graphische Aufbereitung der „Gliederung und Bereiche der Generaladjutantur mit Stand 1.3.2019“ …

Und sollte Ihnen der Herr neben dem Schattenreicheigentümer in der Collage bekannt vorkommen,

nun, das ist ein Universitätsprofessor, für Geschichte, ein recht besonderer Geschichtsprofessor …

Ernst Rüdiger Starhemberg, der Nachfahre von Ernst Rüdiger Starhemberg, dem Namenspatron der Starhemberg, erzählt, auch er erzählt durch seinen Lebenslauf viel über österreichische Leben, die in Österreich weiter anerkannte Tradition der Hinwendungen, der Rücksichtnahmen, der Verschwiegenheiten

Von seiner Schattenburg in der Neulinggasse 37, von wo aus er sein Schattenreich regiert, hat Karl Habsburg den direkten Blick auf die Figuren von dem nicht kaiserlichen, sondern nationalsozialistischen Huldigungsschreiber Wilhelm Frass, die das gegenüberstehende Haus Neulinggasse 48 zieren, und seine Pausen kann er im Schatten der „Scherzogruppe“ von Josef Müllner im gegenüberliegenden Modenapark verbringen,

und wer durch die Neulinggasse zur Landstraßer Hauptstraße spaziert, verläßt die Neulinggasse bei der Skulpturengruppe „Familie“

und kann auf der Landstraßer Hauptstraße in direkter Linie auf das Parteienmonument Figls auf dem KL-Platz zu spazieren,

das von dem Nationalratspräsidenten in Huldigung seines Parteikameraden beauftragt und

ausgeführt von Josef Müllner, der mit seinem Wehrmann beim Rathaus dem Kaiser huldigte,

indem er gemeinsam mit einem Pfarrerdichter diesen Spendenmann für des Kaisers Krieg …

KL-Denkmal auf dem KL-Platz: Weniger schief und doch schiefer als der Turm von Pisa

Die Schieflage des Turms von Pisa beträgt in etwa vier Grad. Die Schieflage des Karl-Lueger-Denkmals wird nach seiner ordentlichen Reinigung von dreikommafünf Grad betragen. Damit weniger schief als der Turm von Pisa — und doch schiefer als der…

Mit der Kür von Wihlidals Projekt ist fürs Erste ein Schlussstrich gezogen unter eine Debatte, die sich seit 14 Jahren zieht (siehe Chronologie rechts). Erste Proteste gegen das Lueger-Denkmal gab es im Jahr 2009. Die Universität für angewandte Kunst schrieb damals einen internen Wettbewerb für die künstlerische Kontextualisierung des Denkmals aus. Lueger, der nicht nur Modernisierer der Stadt war – Stichwort: Hochquellleitung – sondern auch glühender Antisemit, sollte ein Gegengewicht bekommen. Wihlidals Entwurf ging damals als Sieger hervor. Für die Jury des aktuellen internationalen Wettbewerbs habe der Entwurf von damals „nichts an Aktualität eingebüßt“, heißt es im Medienstatement der Stadt. „Die minimale formale Irritation erweist sich in der Stadt als starkes Zeichen“, argumentiert die Jury konkret. Die „visuelle Pointe“ erschließe sich auch ohne Vorinformation.
Rechtsruck am Dr.-Karl-Lueger-Platz: Denkmal wird um 3,5 Grad gekippt, Kurier, 31. Mai 2023

Ein „Schlussstrich“ also, wird nun gesagt, sei jetzt mit dieser Schieflage gezogen, ein österreichischer Strich des Schlusses, Karl Lueger bleibt weiter ein „Modernisierer“, und um das zu untermauern, muß immer wieder die „Hochquellleitung“ herhalten …

Bereits im Juni 1875, keine zwei Jahre nach der Eröffnung der ersten Hochquellleitung, wurde eine Kommission beauftragt, ein Konzept für verlässliche Wasserversorgung zu entwerfen. 1877 wurde beschlossen, für die bestehende Leitung neue Quellen zu nutzen, auch die Wasserbehälter sollten vergrößert werden. Zusätzlich sollte das Schöpfwerk in Pottschach an Tagen aushelfen, an denen die Hochquellleitung den Tagesbedarf nicht deckte. Bei einer Debatte im Gemeinderat (13. Jänner 1893) wurden als Grundprinzipien festgelegt, dass die Wasserversorgung nicht in die Hände Privater gelegt werden, die Trinkwasserqualität sich nicht verschlechtern dürfe und alle Bezirke in gleicher Weise versorgt werden müssten; hier wurde auch die Notwendigkeit einer neuen Leitung konkret diskutiert. Der Ausbau der Ersten Hochquellenleitung war 1895 größtenteils abgeschlossen, während die Suche nach Quellen für eine zweite Leitung in vollem Gange war. Mit dem Amtsantritt Dr. Karl Luegers wurden die Vorstudien abgeschlossen. Noch vor endgültigem Baubeschluss begannen Verhandlungen über den Kauf der Quellen und Wasserrechte. Die Erste Hochquellenleitung (bis 21. April 1922: erste Kaiser-Franz-Joseph-Hochquellenleitung), ist ein Teil der Wiener Wasserversorgung. Die 1873 eröffnete, 95 Kilometer lange Leitung kostete 16 Millionen Gulden und ermöglichte erstmals die flächendeckende Versorgung Wiens mit einwandfreiem Trinkwasser. Sie wurde deshalb zum Symbol für die Befreiung von Wassernot und Seuchengefahr. Sie ist eine reine Gravitationsleitung, was bedeutet, dass das Wasser nur durch Schwerkraft befördert wird. Durch die Einleitung weiterer Wasserfassungen beträgt die Gesamtlänge der Ersten Hochquellenleitung heute 150 Kilometer. Sie fördert 220 Millionen Liter täglich aus dem Rax, Schneeberg-, Schneealpengebiet nach Wien. Hintergrund Da die bestehenden Wasserleitungen, wie zum Beispiel die Albertinische- oder die Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung nach der Eingemeindung der Vorstädte (1850) für den Bedarf der Großstadt Wien nicht ausreichten, beschloss der Gemeinderat nach langjährigen Beratungen am 12. Juli 1868 über Anregung des Geologen Eduard Suess und aufgrund eines starken persönlichen Engagements von Bürgermeister-Stellvertreter Dr. Cajetan Felder, eine neue Wasserleitung zu errichten. Das Wasser sollte bevorzugt aus dem Hochquellengebiet zugeleitet und nicht aus der Donau filtriert werden (wie dies bei der Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung geschehen war), obwohl sich Skeptiker gegen eine solche Trassierung ausgesprochen hatten. Wurden bis dahin 20.000 Kubikmeter Wasser am Tag gefördert, so sollte nun eine tägliche Wassermenge von 138.000 Kubikmeter bestes Gebirgsquellwasser zur Stadt geführt werden.

1897 wurde Karl Lueger Bürgermeister von Wien. Die erste Hochquellenleitung wurde bereits 24 Jahre zuvor eröffnet, die Errichtung einer Wasserleitung wurde bereits 29 Jahre zuvor beschlossen, Jahre vor dem Bürgermeisteramtsantritt von Karl Lueger ging es bereits los mit der Beschäftigung, eine zweite Hochquellleitung

Vor weit mehr als einhundert Jahren wurde um die Bedeutung von Karl Lueger noch genau Bescheid gewußt, konnte zwischen Mär und Wirklichkeit noch unterschieden werden.

Und weil im Zusammenhang mit den Wasserleitungen als Modernisierungsbeleg oben der Name eines weiteren Bürgermeisters von Wien mit einem „autokratischen Kurs“, wie es heißt, genannt ist, darf ein weiteres Mal nicht unerwähnt bleiben, daß auch dieser Bürgermeister in der Gegenwart eine Rolle bei einem Denkmal spielt, das erst vor wenigen Jahren in Wien errichtet wurde, und das ebenfalls als ein Propagandadenkmal errichtet wurde.

Ein „Schlussstrich“ also, wird nun gesagt, sei jetzt mit dieser Schieflage gezogen, ein österreichischer Strich, mit diesem wird es nun geschafft sein,

je noch von dem Denkmalnationalratspräsidenten, dem „österreichischen Streicher“, zu sprechen,

je noch von dem denkmalbildhauernden Eisenwehrmann zu sprechen, die mit ihrer

Gesinnungskameraderie Karl Lueger für ihre Gesinnungspropaganda mißbrauchen

bis herauf zu ihren wiedergängerischen —

„Die ‚visuelle Pointe‘ erschließe sich auch ohne Vorinformation.“ Wird nun gesagt. Und das ist wahr. Touristen kommen ohne „Vorinformation“ aus, Touristinnen brauchen keine Information, um auf dem KL-Platz, vorinformiert in italienischen Urlauben, prustend auszurufen: „Det is ja wie der Schiefe!“

Und wenn etwas schief steht, dann wissen Menschen auch ohne Information augenblicklich, die Ursache dafür ist ein morastiger Untergrund …

Und das ist doch das Wichtigste, Menschen, die Wien besuchen, unbeschwerte, fröhliche Stunden zu bieten, Erholung, Entspannung in ihrem schwer verdienten Urlaub, eine tourismusgerecht zugerichtete Stadt, auch mit diesem wienerischen Platz zusätzlich zu den weiteren, und das ist wohl die erste Pointe auf diesem österreichischen Strich …

Und auch die sogenannten Einheimischen werden etwa mit dem Nationalratspräsidenten einer Meinung zu sein, weder den Wienreisenden noch ihnen ist auf diesem Platz mehr an Vorinformation oder gar Information zuträglich, nur das ist auf diesem Platz angemessen, ordentlich gereinigt schief schön anzuschauen, und recht bald schon ein beliebtes Handykameramotiv, der Schiefe mit Kind und Kegel …

Antisemitismus weiß, wie Antisemitmus klingt

Auch wenns zynisch und „antisemitisch“ klingt das gleicht einer Judenverfolgung!

Das ist seit dem 28. Mai 2023 auf der gesinnungsgemäß zensurierten Website zu lesen, und weil ein Antisemit, der sich für seinen Kommentar den Namen Harald Eitzinger gibt, weiß, daß er antisemitsch schreibt, und er das auch eingesteht, daß er antisemitisch schreibt, ist es für die Betreibenden dieser Website selbstverständlich, den antisemitischen Kommentar nicht zu löschen, damit noch mehr das Antisemitische auf ihrer Website lesen können, wie heute, am 1. Juni 2023 festzustellen ist, weil schließlich, so muß wohl deren gesinnungsgemäße Ansicht sein, ein eingestandener Antisemitismus nichts Verwerfliches an sich haben kann, sondern so recht im Gegenteil für sein Bekenntnis zum Antisemitischen zu belobigen ist, durch das Stehenlassen seines Kommentars.

Und was „gleicht“ für Harald Eitzinger „einer Judenverfolgung“? Sein antisemitischer Kommentar ist seine Antwort auf den Kommentar der Website vom 27. Mai 2023:

Der Professor Sucharit Bhagdi muss sich nach Freispruch ein weiteres Mal vor Gericht gegen Verhetzungsvorwürfe wehren. Politisch gesteuerte Menschenjagd auf Corona-Maßnahmenkritiker geht weiter – Verfolgungsbehörde beruft gegen Urteil – Ein Freispruch, den die Generalstaatsanwaltschaft bzw. deren politische Führung nicht hinnehmen will und folglich Berufung eingelegt hat. Somit wird der honorige Professor für sein „ungebührliches Verhalten“ gegen die Regierung in der Corona-Zeit in nächster Instanz ein weiteres Mal vor Gericht gezerrt.

Was immer für einen Beruf, was immer für eine Bildung Harald Eitzinger hat, er weiß um sein antisemitisches Geschreibe, im Gegensatz zu Professor Sucharit Bhakdi, der antisemitisch redet, und nicht weiß, daß er antisemitisch redet, jedenfalls nicht eingesteht, daß er weiß, daß er antisemitisch redet, auch wenn das, was er redet, nicht anders als antisemitisch …

Wie das klingt, wenn Bhakdi so redet, das für Harald Eitzinger wohl ebenfalls antisemitisch klingen mag, ist im Kapitel „Virusreisende“ ausführlich zitiert.

Und Joe KRAD1300 kommentiert am 28. Mai 2023, auch am 1. Juni 2023 weiterhin zu lesen:

Diese Hetzjagd erinnert mich an die dunkelste Zeit in der Geschichte. Auch das wird Prof Bhagdi durchstehen Er hat viele Unterstützer. Alles Gute und Viel Erfolg.

Und gleich darunter eben Harald Eitzinger:

Auch wenns zynisch und „antisemitisch“ klingt das gleicht einer Judenverfolgung!

Welche „dunkelste Zeit in der Geschichte“ Joe KRAD1300 in diesem gesinnungsgemäßen Zusammenhang meint, das erfordert kein Grübeln —

Kurz gab es, das fällt hierzu noch ein, in Österreich einen Vizekanzler, der fühlte für sich und die Seinen: „Wir sind die neuen Juden.“

„Wir sind die neuen Juden.“Und er meinte damit, ebenso verfolgt zu sein, auch wenn er im Anschluß an seine Aussage beklagte, er sei mißverstanden worden, das bringen Menschen immer vor, sie seien mißverstanden worden, Menschen, die nicht wissen, wie es klingt, was sie reden, Menschen, die nicht eingestehen zu wissen, wie es klingt, was sie reden.

Männer wie der Kurzvizekanzler können nicht alles wissen, darum sollen sie nicht gescholten werden, wissen sie doch sonst recht viel, etwa wie der Faschismus wiederkehrt, wenn dieser wiederkehrt

Und das ist nicht der einzige Mann in dieser Partei mit recht vielem Wissen zur Wiederkehr des Faschismus, auch der für kurz gewesene Innenminister etwa birgt dieses Wissen, der wiederkehren möchte, in die Regierung, aber nicht als Innenminister —

Wolfsgrußsultaninenstandler und ihr Straßenyoga

Am 14. Mai wird in der Türkei gewählt, der Wahlkampf geht in die heiße Phase und scheint auch auf Österreich überzuschwappen. Am Wochenende hielt der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu nach seinem Wien-Besuch beim österreichischen Amtskollegen Alexander Schallenberg (ÖVP) eine Rede. Als er sich an die laut Medienberichten rund 1.000 Besucher:innen wandte, war am Telefonhörer der von Cavusoglu so bezeichnete „Sultan“ Erdogan mit zugeschaltet.
Erdogan hielt telefonische Wahlkampf-Rede in Wien, Puls 24, 18. April 2023

Ich gratuliere Präsident @RTErdogan zur Wiederwahl und werde der positiven Entwicklung unserer […]
Alexander Van der Bellen, 28. Mai 2023

Importierter politischer Aktivismus und Gewalt sind auf das Schärfste zu verurteilen und mit der vollen Härte des Gesetzes zu bestrafen. Vom Ausland importierter Nationalismus ist das Gegenteil von Integration und hat bei uns keinen Platz.
Susanne Raab, 29. Mai 2023

Das Ergebnis wurde in mehreren Wiener Bezirken lautstark mit Hupkonzerten und Autokorsos gefeiert. Wegen des verbotene Wolfsgruß von AKP-Anhänger:innen kam es laut Polizeiangaben zudem zu Anzeigen nach dem „Symbolegesetz“. Die Aufregung darüber war groß, auch Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) verurteilte die Feiernden scharf: „Importierter politischer Aktivismus und Gewalt sind auf das Schärfste zu verurteilen und mit der vollen Härte des Gesetzes zu bestrafen.“  
Pro und Contra: Wolfsgruß und Allahu akbar-Rufe – Ist die Integration gescheitert? Puls 24, 30. Mai 2023

Es schwappen nun wieder einmal die Aufregungen über, in Österreich, nach diesem sonnnächtlichen Feiern des Wahlsieges von Recep Tayyip Erdoğan, von dem Wolfsgrußoberwachtmeister, der wegen der Inflation einen weiteren Job als Wolfsgrußsultaninenstandler — auch eine schwere Arbeit: verschimmeln doch Sultaninen gar so leicht

Aufgeregt werden nun nach diesen sonntäglichen Feiern des Wahlsieges vom Sultaninenstandler in aller Eile Beiträge um Beiträge fabriziert, Diskussionen rasch angesetzt, ob denn die „Integration gescheitert“ sei. Im Visier dabei die Ohnmächtigen, die meinen, durch das Feiern eines Wahlsieges, der nicht der ihre ist, aus der Ohnmacht in die Macht sich zu hiefen, einige von ihnen werden auch mit der Macht in Berührung kommen: durch die von der Macht verhängten Verwaltungsstrafen wegen ihres Zeigens des Wolfsgrusses

Aber, die Ohnmächtigen haben kein Gefühl, keinen Sinn für das Timing. Bevor sie den Wolfsgruß je zeigen können, müssen sie etwas anders tun, müssen sie eine Position erreichen, die ihnen keine Verwaltungstrafen bescheren, sondern Einladungen, wie zum Beispiel dem Mann, der sich darum kümmerte, zuerst in die Position eines Außenministers zu kommen und dann erst ein Wolfsgrußminister, der etwa in Österreich empfangen wird, im April 2023, von seinem österreichischen Amtskollegen, der Männern vertraut, die für gewisse Handzeichen ebenfalls eine Gesinnungsleidenschaft haben

Der Mann, dem der österreichische Amtskollege vertraut, zeigt nicht den Wolfsgruß, sondern den Zwilling des Wolfsgrusses,

einen Gruß, der könnte nun an der Salzach, im ganzen Land Salzfestung zum täglichen Ritual des Begrüßens und des Verabschiedens …

Einladungen, Anerkennungen und Gratulationen gibt es für Männer des Wolfsgrusses nicht, wenn sie den Wolfsgruß in Straßenfeiern ziellos und hilflos, nicht wissend, was sie sonst mit ihren Händen anfangen sollen, zeigen, sondern erst, wenn sie Positionen erreicht haben, von denen aus sie wissen, zielgerichtet den Wolfsgruß zu zeigen, dann gibt es für sie Gratulationen, Einladungen, Anerkennungen und keine Verwaltungsstrafen, keine Aufforderungen zum ewigen Verlassen des Landes, und auch, keine Diskussionen über Integration, sie sind, einfach wie kurz gesagt, integriert im Kreis der Macht, aufgenommen in die Familie der Macht

Und die Familie kann, einfach wie kurz gesagt, durchaus großzügig sein, umarmend sein, recht besonders vor Wahlen, wenn Ohnmächtige als Wahlhelfende willkommen sind, sie eingesetzt werden können, um nicht selbst beispielsweise den Wolfsgruß zeigen zu müssen, sondern diesen von Ohnmächtigen zeigen zu lassen, als zielgerichtetes Werben um Stimmen bei den …

Was für Aufregungen also über das sonnnächtliche Feiern, und vor lauter Aufregungen kommt den Aufgeregten nicht in den Sinn, sie, die Ohnmächtigen, könnten auch Yoga gefeiert haben, auf den Straßen Yoga praktiziert haben, ganz wie die Mächtigen, die ja nur Yoga praktizieren, wenn sie den Wolfsgruß, wenn sie den Zwilling des Wolfsgrusses, mit ihren Händen —

Simple yoga by proud boys and grey wolves …

Eine Übung scheint aber ganz in Vergessenheit geraten zu sein, die mit den drei Fingern, vielleicht hat es diese Yoga-Übung auch nie gegeben, da für diese keine Anleitung gefunden wurde, nur ein alter Papststein erinnert an diese Drei-Finger-Übung, als turnte er, der steinerne Mann, etwas vor, welcher Turngesinnung er wohl angehörte

Vielleicht aber übten die Ohnmächtigen für den nächsten Ball in der Hofburg bloß, der vielleicht Integrationsball genannt werden wird, und nicht, wie in einem Kapitel gemutmaßt Mudraball, zur rechten Integration, zur Verschmelzung der zwei Handzeichen zu einem Zeichen

Oh, was wäre das für ein Integrationsball, wenn endlich aus Zwillingshandzeichen ein Handzeichen würde, was für eine komplexe Yoga-Übung das wäre, und erstmals handgeturnt aufgeführt auf dem Integrationsball unter der Schirmherrschaft der fachkundigen Ministerin für Import und dem Ehrenschutz des fachkundigen Ministers für Frontsolidarität

Im österreichischen Mieder

Wenn Hans Rauscher gleich in seinem ersten Absatz auf Konrad Paul Liessmann sich bezieht, kann nicht erwarten werden, daß etwas anderes kommt, als nur kommen kann, ist klar, was kommen muß: Eingeschnürtes, Versteiftes.

Wenn Andreas Babler Fragen nicht zurückweist, weil dies keine relevanten Fragen mehr sind, ob er denn ein Marxist sei, sondern, bemüht darum, auf die Fragen einzugehen, soher darauf einmal so und einmal so antwortet, und damit Hans Rauscher Gelegenheit bietet, ihn zu diffamieren, zeigt, daß auch er, Andreas Babler, in diesem österreichischen Mieder steckt, der den Geist einschnürt, und mit einem eingeschnürten Geist ist das Denken denkbar höchst eingeschränkt und denkbar höchst beschränkt nur möglich, also das Denken in ein Wort gefaßt: österreichisch —

Dabei hätte Andreas Babler diese von in den österreichischen Geistesmieder eingeschnürten Medienmenschen nicht mehr relevanten Fragen, wäre er nicht ein ebenso österreichischer Geistesmiederträger, leicht zurückweisen können, und so Hans Rauscher keine Gelegenheit geboten haben können, ihn zu diffamieren.

Seit dem Tod von Karl Marx sind 140 Jahre vergangen.

Und in diesen einhundertvierzig Jahren ist viel geschehen, um die Gesellschaft demokratisch, partizipativ zu gestalten, und in diesen einhundertvierzig Jahren ist noch viel mehr gedacht worden und wird weiter sehr viel gedacht, außerhalb von Österreich, wie die Gesellschaft noch demokratischer, partizipativer, ökonomischer, ökologischer, feministischer zu gestalten wäre, wofür im Grunde ein Karl Marx als Bezugsgröße schon lange nicht mehr gebraucht wird, er obsolet geworden ist, weil die Gegenwart, auf die er sich bezog, nicht die Gegenwart 2023 ist, seine Gegenwart ist spätestens mit seinem Tod ebenfalls seit einhundertvierzig Jahren tot, und zu vieles von dem, was Karl Marx für seine Gegenwart wohl gut meinte, ist heute fragwürdig, wird kritisch analysiert, ist für die Gegenwart des 21. Jahrhunderts unbrauchbar, unbrauchbar dafür, die Gesellschaft forciert demokratisch, partizipativ, ökonomisch, ökologisch, feministisch, antikolonialistisch, antirassistisch umgestaltend weiter zu bringen …

In Österreich aber wird Karl Marx weiter gebraucht, etwa von Hans Rauscher am 28. Mai 2023, um Andreas Babler zu denunzieren, und es ist eine Denunzierung, es ist eine Diffamierung, wenn Hans Rauscher Andreas Babler einen „recht hohen Schwurbelfaktor“ attestiert. Hans Rauscher stellt damit Andreas Babler in die von ihm, Rauscher, selbst aufgestellte Reihe: „Tassilo Wallentin“, „Michael Brunner“, „Walentin“, „Scharlatane“, „Sektierer“, „Hexenverbrenner“ …

Womit aber Hans Rauscher mit seinem Geschreibe selbst bescheinigt, mit einem eingeschnürten Geist ist das Denken bloß, auf österreichische Art —

Denn sein für Andreas Babler unterstellter „hoher Schwurbelfaktor“ in seinem „…kastl“ vom 28. Mai 2023 widerspricht gänzlich seinen bereits davor aufgestellten Definitionen von „Geschwurbel“, die er, Rauscher, in sein Geschreibe goß, etwa am 3. März 2023, am 17. September 2022, am 12. Oktober 2020, am 22. September 2022 …

Andreas Babler ist Spezialist für gefühlige Wortgirlanden, in deren Verlauf er „die Menschen“ rhetorisch – und bei direkten Begegnungen oft auch physisch – umarmt. Dann ist da diese Sache mit dem Marxismus. Babler versteht offenbar diese historische Ideologie, in deren Namen rund hundert Millionen Menschen umgebracht wurden (Stéphane Courtois: Das Schwarzbuch des Kommunismus) im Sinne einer „links angehauchten Wohlfühlpartei“ (Konrad Paul Liessmann).

Wenn aber ein Zitat gebraucht wird, dann ist Hans Rauscher, auch Hans Rauscher, wohl heilfroh, auf Karl Marx zurückgreifen zu können, mit einem Zitat von Karl Marx in seinem „…kastl“ Österreich gar weltgeschichtliche … freilich verstümmelt, unvollständig von ihm am 23. September 2022 zitiert, was Karl Marx zu seiner und für seine Gegenwart schrieb, daß Weltgeschichte sich einmal als Tragödie und einmal als Farce … und die rauscherische Erkenntnis daraus: „Wir haben derzeit beides.“ In einen Begriff zusammengezogen, dann wäre das ein Wort wie: Fart…

Dass ihm die Last des Begriffs klar ist, zeigt sich in seinen changierenden Aussagen binnen weniger Stunden. Bei Corinna Milborn auf Puls 24 sagte er: „Ich bin Marxist, ich bin marxistisch orientiert, seit meiner Jugendorganisation. Aber Marxist ist natürlich ein hartes Wort manchmal.“ Bei Armin Wolf in der ZiB 2 versuchte er, sich vom historischen Erbe des real umgesetzten Marxismus zu distanzieren. Wolf: „Also sind Sie doch kein Marxist?“ Babler: „Nein, überhaupt nicht. Wenn man das so interpretiert.“ Die Schlüsselworte sind „Marxist ist natürlich ein harter Begriff manchmal“ und „wenn man das so interpretiert“. Babler weiß, dass ein Bekenntnis zum Marxismus in einer demokratischen Gesellschaft immer sofort einen Erklärungs- und Distanzierungsbedarf auslöst. Also etwa: Ich bin schon recht links, aber kein Anhänger einer totalitären Ideologie. Soll sein. Aber der Schwurbelfaktor ist recht hoch. (Hans Rauscher, 28.5.2023) 

„Behind every great leader – hinter jedem großen Führer …“

Die Vorworte wurden vom geschäftsführenden Klubobmann Herbert Kickl, FPÖ-Klubdirektor Norbert Nemeth und Prof. Dr. Mag. Gerhard Gürtlich, Sektionschef im BMVIT, beigesteuert.

Doch damit will sich Norbert Hofer nicht abfinden. Er kämpft, steht auf – für sich und für Österreich – und holt sich sein Leben Stück für Stück zurück. Die Reise führt Hofer fast in die Hofburg, ins Infrastrukturministerium und zuletzt an die Spitze der FPÖ. Die bereits im Jahr 2014 erschiene Autobiographie Norbert Hofers wurde nun, ergänzt durch Schilderungen des Bundespräsidenten-Wahlkampfes, die Zeit zwischen dieser Wahl und der vorgezogenen Nationalratswahl 2017, die Zeit der FPÖ in der Bundesregierung , Ibiza-Gate bis hin zum freien Spiel der Kräfte im Parlament nach der Abwahl der Bundesregierung, neu aufgelegt.

Derart wird die ergänzte Autobiographe des Nationalratspräsidenten Norbert Hofer, der nicht der einzige Inhabende dieses Amtes mit einer Verbindung zum steiermärkischen Verlag ist, auf der Website eben dieses Verlages, wie am 28. Mai ’23 zu lesen ist, beworben.

Aufmerkenswert daran sind weiter die Schreiber, auch die Schreiber der Vorworte …

An Norbert Nemeth muss diesmal kein weiteres Wort verschwendet werden, vielleicht eines nur, er wird wohl wieder einberufen werden, wenn wieder eine Bundesregierung zu verhandeln sein wird, diesmal dann vom Gebirgsjäger, mit dem er Seite an Seite die hoferische Autobiographie einbegleitet, mit einem ehemaligen Innenminister eine Verbindung ihrer Parteien …

Aufmerkenswert ist aber diesmal der Einbegleiter Prof. Dr. Mag. Gerhard Gürtlich, wobei seine „Einbegleitung“ nicht von sonderlichem Interesse zu sein hat, sondern, was er gemeinsam mit dem Kommandanten der Heereslogistikschule, Brigadier Stefan Lampl, im „Magazin des österreichischen Bundesheeres – Truppendienst“ im September ’22 schreibt, das für diesen gebirgsjägerischen Gesinnungsdunstkreis wohl eine recht besondere Note …

Gürtlich, nun, wie am 28. Mai ’23 zu lesen ist, ein „Sektionschef i. R.“ macht sich also gemeinsam mit dem Heereslogistikschulkommandanten im September ’22 Gedanken über die „Logistik der Streitkräfte Russlands“, deren Fazit am Ende:

Als erste Schlussfolgerung lässt sich ableiten, dass die logistischen Probleme der russischen Streitkräfte in den ersten Wochen des Ukraine-Krieges eine Überraschung sind. Sie zeigen, dass sich die russischen Streitkräfte entlang von Eisenbahnlinien bewegen müssen, damit ihre Logistik funktioniert. Jedenfalls zeigt sich die Bedeutung der Militärlogistik für die Durchführung von großräumigen und großvolumigen militärischen Operationen und die Aktualität des Zitates von James M. Cox: “Behind every great leader there was an even greater logistician”.

„… Führer … Anführer …“

Wie auch immer leader übersetzt werden will, eines ist klar, diesmal ist damit kein Mann aus Österreich gemeint, sondern ein Mann in Rußland, für den sie sich ihren Kopf zerbrechen

Es wird the leader nicht anstehen, wenn es nach dem siegreichen Untergang gilt, Orden zu verleihen, auch welche nach Österreich zu schicken oder selbst wieder zu kommen, um diese zu verleihen, bei so vielen nützlichen Überlegungen und Empfehlungen, die Gürtlich und Lampl für seine Streitkräfte …

Es kann soher auch der Oberbefehlshabende des österreichischen Bundesheeres verstanden werden, daß er bei einer derart recht hohen uneigennützig verbreiteten Expertise, auf die er Kraft seines von der Verfassung gewährten Oberbefehls mit Recht Stolz sein kann, Soldaten schicken will —

Als befehlshabender Koordinator würde sich dafür, um es als neutral humanistischen Einsatz zu bekräftigen, durchaus ein Mann empfehlen, auch wenn er kein Bundesheermann, durch seine Kenntnisse des Landes empfehlen, auf den vertraut werden kann, ist er doch auch ein Autor der Verlages —