Das Ziegenficken – auch eine christlich abendländische Kulturtechnik?

Pfingsten ist ein willkommener Anlaß, einmal zu fragen, ob nicht auch das Ziegenficken eine christlich abendländische Kulturtechnik ist. Denn. Zu Pfingsten, heißt es in diesen Büchern, sei ausgegossen worden auf alle der Samen, der in diesen Büchern „heiliger Geist“ genannt wird, und was ist dem Manne mehr „heilig“ als sein Samen, und was ist des Mannes „Geist“ anderes als sein Samen, so sprechen also diese Bücher über die Männer wahr, daß zu Pfingsten ausgegossen wurde der …

Menschen, denen das Niederlassungsrecht, das Reiserecht verweigert wird, von Menschen in Europa, die für sich das Niederlassungsrecht, das Reiserecht als uneingeschränktes, als unwiderrufliches Recht ansehen, auf das sie als ihr unveräußerliches Recht pochen, werden von ebendiesen Menschen abscheulichste Dinge unterstellt. Männern beispielsweise aus Nordafrika, daß sie Ziegen ficken.

Möglicherweise hat sich das Ziegenficken in Nordafrika erst entwickelt, als Männer aus Europa nach Nordafrika kamen. In „Erinnerung eines Mädchens“ schreibt Annie Ernaux:

„In dem Sommer wurden auch Tausende von Rekruten nach Algerien geschickt, um die staatliche Ordnung wiederherzustellen, oft waren sie zum ersten Mal von zu Hause weg. Sie fanden es selbstverständlich, dass die Jungen ihre Pflicht taten und, so ging jedenfalls das Gerücht, ihre körperlichen Bedürfnisse an einer angepflockten Ziege stillten.“

Es geht dabei um den Sommer 1958. Es sind Rekruten aus Frankreich, die in das nordafrikanische Land geschickt werden.

Vor einundsechzig Jahren haben europäische Rekruten sich in einem nordafrikanischen Land an Ziegen vergangen, haben sie Ziegen gefickt. Es wäre überheblich zu sagen, für einen europäischen Menschen aber so eingebildet wie leichthin zu sagen, auch das Ziegenficken mußte den Menschen in dieser Weltgegend erst beigebracht werden, ihr christliches Abendland, der große Exporteur menschlicher Kulturtechniken. Die Rekruten aus Europa werden nichts beigebracht haben, sie werden nur das Ausgießen ihren heiligen Geistes diversifiziert haben. Aus ihrer Heimat des christlichen Abendlandes waren sie bereits geschult in der Kulturtechnik des Fickens von Kühen, Hühnern und weiteren Tieren …

… Sodomie identitätsstiftend für das christliche Abendland …

Es wäre nun eine Gelegenheit, da ohnehin mit den Türmen der Kathedrale etwas getan werden muß, dieses Wahrzeichen des gesamten christlichen Abendlandes, wie es nach dem Brand heruntergebetet wurde, etwas anders zu gestalten, näher an der Wirklichkeit, auch als Tribut an die Ziege, stellvertretend für alle Tiere, die je nicht dafür waren, vom christlich abendländischen Menschen sodomiert zu werden.

In den Büchern wird, wenn von Pfingsten erzählt wird, auch von dreitausend Menschen, die sich von Petrus …

Annie Ernaux erzählt in einem Abschnitt auch von dreitausend Menschen …

„Im Internet lese ich die Liste der Attentate (gegen Jacques Soustelle, eine Passantin getötet, drei Verletzte) – Sabotageakte gegen Bahngleise, Schüsse auf Cafés und Polizeidienststellen, Brandanschläge auf Fabriken (Simca in Possy, Pechiney in Grenoble) und Raffinierien (Notre-Dame-de-Gravenchon-Marseille), verübt fast jeden Tag von Ende August (15 Attentate am 25. August) bis Ende September 1958. Über die meisten berichteten die Zeitungen (Le Monde, Le Figaro, L’Humanité, Combat), anscheinend aber nicht das Fernsehen. Mit den Anschlägen trugt die FLN den Konflikt ins Mutterland. Am 27. August die Reaktion: ‚Michel Debré verhängt eine Ausgangssperre für alle Nordafrikaner.‘ Am 28. August ‚Razzia im muslimischen Milieu von Paris: 3000 Männer zum Verhör ins Vélodrome d´Hiver gebracht.

An keines dieser Ereignisse habe ich auch nur die leiseste Erinnerung. Was heute als Klima des Krieges angesehen werden würde, beunruhigte das Mädchen von S nicht.“

3000 Männer aus dem „muslimischen Milieu“ in das Vélodrome d’Hiver, in das sechzehn Jahre zuvor ebenfalls mittels einer Massenrazzia 13000 Menschen … drei Taufen, eine gefährlicher als die andere, und vielleicht die erste die gefährlichste – Beginn einer elenden Menschheitsgeschichte.

„Ich, Ibizakanzler“ – Erinnerungen

Der Mann, der für eine kurze, sehr kurze, äußerst kurze Zeit in Österreich Kanzler war, scheint eine gewisse Läuterung durchzumachen, jedenfalls, wenn an dem Faktum, das in Österreich, in der Definition von einem Ehemaligen, ein Gerücht ist, etwas Wahres ist, daß er an seinen Erinnerungen schreibt.

Er soll, heißt es, an seinen Erinnerungen schreiben, um ab September 19 von etwas leben zu können, etwas zum Leben zu haben. Da seine Ersparnisse, wie er in seiner offenherzigen Art, nur für drei Monate reichen würden. Memoiren sind eine einträgliche Einnahmequelle. Das wissen Ehemalige. Es gibt keine Ehemaligen ohne veröffentlichte Erinnerungen.

Seine Erinnerungen sollen, und das deutet bereits auf eine gewisse Läuterung hin, nicht „Ich war der Bundeskanzler“ heißen, sondern:

„Ich war der Ibizakanzler.“

Vielleicht auch anders. Noch eine gewisse Unentschiedenheit soll bei der Titelgebung herrschen. Das soll ja erst einmal ein Arbeitstitel sein. Möglicherweise erfährt der Titel eine Verknappung, auf einfach wie kurz: „Ich, Ibizakanzler“ …

Damit die Veröffentlichung der Erinnerungen „Ich, Ibizakanzler“ auch tatsächlich die Lebenshaltungskosten ab September 19 decken, wenn er alle Ersparnisse aufgebraucht haben wird, der von ihm erhoffte Arbeitsplatz anderwertig besetzt sein wird, ist es äußerst wichtig, dafür einen rechten Verlag zu finden, der das auch garantiert kann. Es soll dafür, heißt es, nur einen Verlag in Österreich geben, der das garantieren kann, und es erst mit den Erinnerungen eines Ehemaligen bewiesen hat, einen Verlag in Graz.

Dieser Verlag in Graz hat zudem den Vorteil, es müssen nicht erst mühselige Verbindungen zu diesem hergestellt werden. Es gibt zu diesem bereits recht ordentliche Kontakte, durch Einladungen gefestigte Verbindungen. In jüngster Zeit etwa von einem Mann, der einst als Ehemaliger vielleicht auch in diesem Verlag seine Erinnerungen veröffentlichen wird. Ein naheliegender Titel für seine Memoiren wäre, durchaus: „Ich war der Bote von Ich, Ibizakanzler“

Es soll ihm, so das Faktum in der Definition des Ehemaligen, geraten worden sein, da er mehr ein Mann der einfachen Rede als der Schreibe ist, für seine Erinnerungen „Ich, Ibizakanzler“ einen ghostwriter zu engagieren, also einen in der wörtlichen Übersetzung: „Geisterschreiber“.

Auch solch ein Mann muß in Österreich nicht lange gesucht werden. Solch ein Mann läßt sich recht rasch finden. Er ist bereits gefunden. Er hat sich finden lassen. Eben erst hat er eine Probeseite abgeliefert, wie er die Erinnerungen „Ich, Ibizakanzler“ …

„Die Selbstverständlichkeit, mit der die von dubiosen Hintermännern gestellte Videofalle zu einem legitimen Akt zivilgesellschaftlichen Engagements hochstilisiert wird, verwundert dann doch etwas. Dass der Zweck nicht die Mittel heiligen dürfe, war ja das erklärte Credo all jener Kritiker der Macht, die diese nicht einem rein machiavellistischen Kalkül unterwerfen wollten. Von diesem Glaubensbekenntnis ist nicht mehr viel geblieben.“

Das ist große Philosophie – keine andere Person würdiger als diese, die Erinnerungen „Ich, Ibizakanzler“ …

Wie unphilosophisch es doch wäre, zu meinen, wenn weder Zweck noch Mittel heilig sind, um es konkreter zu sagen, wenn weder Zweck noch Mittel einer inzwischen ehemaligen Ibizaregierung heilig sind, erzwingt eine solche Regierung geradezu das Anwenden von ihr angemessenen und ihr entsprechenden Mitteln.

Kein Kapitel soll der Erinnerung in „Ich, Ibizakanzler“ der Regierung Eurofighter hypogut eingeräumt werden. Von dieser Zeit … einem damals Vierzehnjährigen werden andere Plagen im Mittelpunkt seines Lebens dringlich gestanden haben, als … Freilich, sein potentieller ghostwriter könnte doch einiges über diese damalige Zeit erzählen, als ein anderer recht großer Philosoph des Landes die Rolle prominent eroberte, die er nun selbst für sich …

Aber ein ghostwriter kann nicht seine Erinnerungen im Buch von einem, der damals vierzehn war, unterbringen. Ach, wie viele Erinnerungen noch zu schreiben wären. Was wäre das doch für ein spannendes Erinnerungsbuch, das die zwei großen Philosophen des Landes gemeinsam schreiben könnten: „Österreich, im parteipolitischen Lichte der Philosophie – Von Rudolf zu Paul“ …

Bellum mobile

Krieg belastet jede Generationen dreimal. Einmal durch die enormen Ausgaben für jedes Militär. Das ist die erste Geldvernichtung. Und die zweite Geldvernichtung, wenn es einen Krieg, der der einzige Zweck der Militärs ist, gibt. Die dritte Geldvernichtung sind die enormen Kosten nach einem Krieg, der Generationen sogar nach seinem Ende vor einem Dreivierteljahrhundert das Geld aus der Tasche zieht, sogar der Krieg noch, der vor hundertundein Jahren endete, frißt den Menschen das Brot vom Tisch.

Das ist eine zu einfache Rechnung, die in dem Kapitel über den Krieg und das Militär als die größten Belaster der vorangegangenen, der gegenwärtigen und zukünftiger Generationen angestellt wird …

Es kann gar nicht eingrenzt werden, wie oft Krieg und Militär eine Generation je belasten. Denn. Kaum ist für einen Krieg aufgerüstet, kaum findet ein Krieg statt, kaum ist ein Krieg beendet, geht es mit der nächsten Aufrüstung los, für den nächsten Krieg, während die Schäden des vorangegangenen Krieges noch nicht behoben sind, seine enormen Kosten nicht beglichen sind, und dann geht es schon wieder mit dem nächsten Krieg los — Perpetuum mobile: Bellum mobile!

Und dabei noch gänzlich unberücksichtigt, die indirekten Kosten für Kriege, die woanders stattfinden, irgendwo in der Welt, wo sie die oben genannten enormen Kosten direkt verursachen und zusätzlich überall sonst auch noch die enormen indirekten Kosten verursachen, wenn etwa allein an die Einsätze von sogenannten Friedenstruppen, an die humanitären Hilfen und so weiter und so fort …

Der Krieg: größter Belaster zukünftiger Generationen

Wie selbstverständlich wird heutzutage der Frieden hingenommen. Der Frieden als etwas angesehen, für dessen Erhalt nichts getan werden muß. Es sogar viele gibt, die für eine massive militärische Aufrüstung eintreten, die Schaffung einer neuen Armee in ihre Programme schreiben, die Etablierung eines Heeres der Europäischen Union das Wort reden.

Eben erst mußte in Wien eine Fliegerbombe entschärft werden, die irgendwann vor über 74 Jahren, vor einem Dreivierteljahrhundert, auf Wien abgeworfen wurde.

Und das ist ein Anlaß, wieder einmal klar festzuhalten: Krieg ist nicht nur der nachhaltigste Geldverschwender jeder Generation, jeder Krieg belastet finanziell zukünftige Generationen massiv. Seit einem Dreivierteljahrhundert belastete allein dieser Krieg von 1939 bis 1945 alle nachkommenden Generationen bis heute und belastet weiter kommende, zukünftige Generationen.

Es ist die Fliegerbombe von Wien nicht die einzige, die ein Dreivierteljahrhundert nach ihrem Abwurf enorme Kosten verursacht. Ein Blick in die Medien genügt, um zu erfahren, wo allein in diesen Tagen noch Bomben, die vor einem Dreivierteljahrhundert abgeworfen wurden, entschärft werden müssen, Evakuierungen durchgeführt, Schulen geschlossen, öffentlicher Verkehr eingestellt und so weiter und so fort. Und das allein in zwei Ländern, die hier beispielhaft genannt werden, in Österreich und in Deutschland.

Was für ein Aufschrei hingegen in der Sekunde, wenn es etwa und gerade um soziale Ausgaben der Staaten geht, beispielsweise um Pensionen und Renten. Das gehe nicht, das könne nicht gemacht werden, das seien unverantwortliche Belastungen zukünftiger Generationen und so weiter und so fort.

Hingegen das breite Hinnehmen und das breite Akzeptieren der größten Geldverschwendungen, das breite Schweigen gegen die größten Geldverschwendungen.

Krieg belastet jede Generationen dreimal. Einmal durch die enormen Ausgaben für jedes Militär. Das ist die erste Geldvernichtung. Und die zweite Geldvernichtung, wenn es einen Krieg, der der einzige Zweck des Militärs ist, gibt. Die dritte Geldvernichtung sind die enormen Kosten nach einem Krieg, der Generationen sogar nach seinem Ende vor einem Dreivierteljahrhundert das Geld aus der Tasche zieht, sogar der Krieg noch, der vor hundertundein Jahren endete, frißt den Menschen das Brot vom Tisch.

Bei zu entschärfenden Fliegerbomben schlicht wie kurz unweigerliches Erinnern an die einstmalige identitäre Regierungspartei

Wieder einmal muß eine Fliegerbombe entschärft werden, diesmal in Wien, im Juni 19.

74 Jahre nach Kriegsende in Österreich.

Krieg, der nachhaltigste Geldverschwender über Generationen und Generationen hinweg auf der ganzen Welt.

Dann fallen dazu auch gleich die Piloten stets ein, und es waren auch nur Piloten, die die Bomben abwarfen, für die auch nach Jahrzehnten noch Geld verschwendet wird, um ihre Ehre, die ihnen Mord heißt, zu bewerben.

Einer dieser Bewerber kann kein Geld dafür mehr verschwenden, einem Mann, dessen Ehre Mord ist, zu bewerben. Er hat sich selbst, wenn das Wortspiel erlaubt sein darf, politisch entschärft, auf Ibiza. Wenigstens dafür fiel keine Steuergeldverschwendung an. Wie jetzt wieder einmal durch die Entschärfung der Fliegerbombe in Favoriten, Wien. Und das wird wieder eine enorme Summe sein. Nein, auch für die Selbstentschärfung wird Steuergeld verschwendet werden müssen, kurz gesagt: für die Aufklärungsarbeiten.

Die endgültige politische Entschärfung dieser Partei, der die Männer, deren Ehre Mord und deren Treue Zerstörung ist, Herzensangelegenheit sind, kurz gesagt, wird, ist zu hoffen, werden die Wählenden im September und in jeder weiteren danach noch kommenden Wahl vornehmen.

Österreich im 21. Jahrhundert mit 1960er Bundesregierung

Nun haben die drei Parteien der Farben Rot, Schwarz und Blau mit einem Bundespräsidenten das geschafft, was vor der Nationalratswahl im Herbst 17 zwar versucht, aber vergeblich versucht wurde, ein parteipolitisch auf drei Parteien reduziertes Österreich herbeizuschreiben, also das letzte Jahrhundert mit seiner parteipolitischen Dreifaltigkeit in Österreich wieder auf den Thron zu setzen, das 21. Jahrhundert aus dem österreichischen Kalender zu streichen.

Es ist nicht ganz gelungen. Um genau zu sein. Die Wählenden haben verweigert, ein auf drei Parteien reduziertes Parlament haben zu wollen.

Gelungen aber ist, nun eine Bundesregierung zu etablieren, die kein Abbild der gesellschaftspolitischen Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts ist, die nicht einmal ein Abbild der derzeitigen parlamentarischen Zusammensetzung in Österreich ist.

Gelungen ist das aber nur, mit einem Bundespräsidenten, von dem gedacht wurde, er wird einer des 21. Jahrhunderts sein, aber der, wie sich nun täglich mehr und mehr herausstellt, einer ist, der zu meinen scheint, um ein Beispieljahrzehnt aus dem letzten Jahrhundert zu nehmen, in den 1960er oder in den frühen 1970er Jahren zum Bundespräsidenten gewählt worden zu sein, in denen es in Österreich patriotische Selbstverständlichkeit war, vor allem Männer mit solchen Vergangenheiten anzugeloben. Einer geht. Einer kommt. Was bleibt, ist die Selbstverständlichkeit des derzeitigen Bundespräsidenten, Männer mit solchen gegenwärtigen Vergangenheiten heiter und lustig anzugeloben. Eine Selbstverständlichkeit, von der beinahe geglaubt werden durfte, daß diese in Österreich keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Die Wiedereinsetzung dieser österreichischen Selbstverständlichkeit hätten wohl viele von dem anderen Kandidaten für das Amt der Bundespräsidentin erwartet – werch ein Illtum.

PS Nun wird auch verstanden, daß der Bundespräsident keine andere Variante einer Koalition in Österreich sah, als jene die Österreich nach Ibiza führte. Er blickte sich in seinen 1960ern um, ließ sich erzählen, die schwarze und die rote Partei können nicht mehr miteinander, dann bleibt nur noch die blaue Partei mit der – oh, große Veränderung – nun türkisgetupften schwarzen Partei … und, es wird ja einfach gewollt, in diesem Land, entweder eine Partei oder höchstens zwei Parteien in der Regierung … alles andere, schon drei Parteien in der Regierung viel zu komplex, das führte bloß zu einer Besoffenheit durch Kompliziertheit, dafür ist eine kurze Ibizanacht der machtschlichten üblichen Besoffenheit doch …

Legapartie

Es gibt Wahlergebnisse, die Wunden schlagen.

Ein solches Wahlergebnis, eine solche Wunde sind die 2,2 Millionen Vorzugstimmen für Matteo Salvini. Seit der EU-Wahl ist nun mehr als eine Woche vergangen. Aber diese Wunde heilt nicht, sie eitert und eitert, und auch diese Zeilen werden nichts dazu beitragen, daß sie aufhört zu eitern, daß sie heilt. Sie heilt nicht. Jede Zeile bloß ein Pflaster, und mag die Wunde mit noch so vielen Zeilen zugepflastert werden, die Wunde heilt nicht, sie eitert und eitert, das Eiter bricht durch, weicht die Zeilen auf, löst die Zeilenpflaster ab, sichtbar wieder und wieder die eitrig klaffende Wunde: 2,2 Millionen Vorzugsstimmen für Matteo Salvini-Portschy …

Matteo Salvini hat keinen Mann mit dem Namen Portschy geheiratet. Aber er hat sich mit der Gesinnung von Tobias Portschy vermählt, und 2,2 Millionen Menschen bringen vor mehr als einer Woche ihre Wahlvorzugsstimme zur Gesinnungsheirat als verspätetes Gesinnungshochzeitsgeschenk …

Matteo Salvini, der im Jahr 18 die „Roma-Frage“ und Tobias Portschy Jahrzehnte davor die „Zigeunerfrage“ … Was nach der „Denkschrift“ von Portschy kam, ist das massenhafte Morden …

Das muß aber gar nicht gewußt werden, was nach der „Denkschrift“ von Portschy kam. Es reicht die Gegenwart, um zu wissen, was für die Menschen, die für Salvini die „Romafrage“, für Portschy die „Zigeunerfrage“ sind, nicht gekommen ist, und was geblieben ist, die Verfolgung, und auch das Morden ist weiter dabei … Ausschreitungen gegen sie, und das nicht nur in einem Land in Europa, nicht nur in Italien immer mal wieder.

Es verbindet aber Salvini-Portschy nicht nur diese Gesinnung der Vergangenheit mit dem österreichischen Portschy, sondern auch die Gesinnung, die ab dem 17. Mai 19 in Österreich bestens bekannt ist unter dem Begriff Ibizanismus, deren Hauptvertreterin eine Partei ist, zu der Salvini-Portschy kameradschaftlichste Gefühle …

Es muß nicht wiederholt werden, was von solchen Parteien

Was von solchen Parteien bleibt: Schäden, Schulden und Verurteilungen.

bleibt, die gesinnungsgemäß zueinander finden, wie die Nacht und das Schwarze, zu einem Bündnis …

Österreich hat immerhin keine identitäre Regierungspartei mehr, seit dem 27. Mai 19, auch wenn es kein Verdienst der Wähler ist, die Wählerinnen mit ihren Vorzugsstimmen für einen Mann eine Schürfwunde mit etwa 0,44 mm …

Aber es ist nicht auszuschließen, daß die Wählerinnen im Herbst 19, vor allem die Wähler im September 19 in Österreich wieder die Partei wählen, die mit dem Innenminister gesinnungsgemäß in zweifacher Hinsicht verbunden ist, im Ibizanismus und im „Denken“ über Menschen, das ein Portschy verschriftlichte …

Daß solche Parteien, wie Lega, wie FPÖ, wie AfD schlimmer sind als ihre präidentitären Parteien, das wurde bereits in einem Kapitel ausgeführt …

Die Wählenden der präidentitären Parteien konnten im Nachhinein wenigstens sagen, sie konnten nicht wissen, sie konnten nicht ahnen, was kommen wird. Sie sind hereingelegt worden, von den präidentitären Parteien, in Deutschland, in Österreich, in Italien. Was können die Wählenden der identitären und deren verbündeten Parteien in diesen Ländern vorbringen, bereits jetzt?

NS Zum Namen der Partei von Salvini-Portschy fällt ein, zu Lega also, schon einmal eine umgangssprachliche Wendung im Deutschen gehört zu haben: Vorsicht, das ist ein Lega, eine Legapartie. Das bedeuten soll: Hereinlegen, Täuschen, in die Irre leiten …

Nur, ein Badengegangener mehr

Es erscheinen nun Glossen, Berichte, Kommentare, die Vergleiche anstellen, Sebastian Kurz sei beispielsweise ein „bisschen Jesus Christus“, oder „Messias“, oder „Heiliger“, es wird auch von seiner „Vergöttlichung“ geschrieben, freilich, vieles davon kritisch, vieles davon, um sich lustig zu machen.

Dabei. Es muß nicht mehr über ihn geschrieben werden, mit derartigen Vergleichen. Es hilft ihm bloß noch. Es ist eine unfreiwillige Wahlhilfe. Denn damit wird er nur über die anderen Kandidaten gestellt, den anderen Kandidatinnen überhoben.

Überhoben hat aber nur er sich selber. Er ist mit seinem Eigensuchtprojekt Bundeskanzler türkisgetupft baden gegangen.

Das war klar, daß es so kommen wird, schon am Tag der Angelobung dieser türkisgetupften schwarzidentitären Regierung, am 18. Dezember 17, und auch, daß es nicht einmal so lange halten wird wie die schwarze schwarzblaue Regierung, knapp zusammengefaßt: Diesmal kurz. Und es war wirklich kurz und kürzer …

Darum sind alle Vergleiche, wie immer diese lauten mögen, völlig fehl am Platz. Es reicht vollkommen zu sagen, was Sebastian Kurz schaffte. Sebastian Kurz ging baden, mit allem. Was er schaffte, war, er ging mit allem baden. Nicht mehr. Jedweder weiterer Vergleich schmeichelte ihm nur. Wer mit allem, was er ist, wer mit allem, das er tat, baden gegangen ist, hat auch alle Vergleiche selber zum Absaufen gebracht, und abgesoffene Vergleiche sollen nicht aus der Tiefe für ihn geborgen werden, damit er sich an diesen festkrallen kann, um mit diesen wieder an die Oberfläche geschwappt zu werden.

Sebastian Kurz, ein Badengegangener

Es werden zu den oben als Beispiele erwähnten Vergleiche Bilder hergestellt, auch Karikaturen, die am Ende, ist zu befürchten, ihm mehr nützen als …

Es sollten gar keine mehr hergestellt werden, schon gar keine, die solche Vergleiche noch stützen. Die einzig auf Sebastian Kurz zutreffende Collage ist, weil sie das gesamte Ausmaß zeigt, daß er angerichtet hat, die badengegangene Trümmerfrau.

Es sollte also nur noch berichtet werden, was wirklich war, was von ihm angerichtet wurde. Was wirklich passierte, und was bereits jetzt an Trümmern weggeräumt werden muß, selbst von einer Bundesregierung, die aufgrund der angerichteten Sondersituation, die aufgrund des verursachten Schlamassels durch die türkisgetupfte schwarzidentitäre Regierung mit ihrem Eigensuchtkanzler in Österreich nur für wenige Tage eingesetzt wurde, etwa die von Kurzens Innenminister …

Wie das identitäre Denkmal auf der Mölker Bastei gegen die identitäre Intention in Wahrheit davon erzählt, wer wirklich die Trümmer der Präidentitären wegräumen mußte, die die Präidentitärinnen verursachten, ist menschgemäß der badengegangene Trümmermann kein Denkmal zur Erhöhung von Sebastian Kurz, sondern bloßes Sinnbild dafür, was er hinterließ – Trümmer. Trümmer, die wieder andere wegzuräumen haben, wieder andere aufzuräumen haben. Dabei sind nicht einmal noch alle Trümmer von schwarzen schwarzblauen Regierung …

Das ist nur zu hypogut bekannt

Männer wie Haider, Männer wie Kurz, Männer wie Salvini hinterlassen lassen nichts als Trümmer.

Das ist ihr gesamter Nachlaß, ihre Finca, die sie hinterlassen. Zum Unglück von allen gibt bei solchen Männern, die in höchste politische Ämter je mehr gehievt als gewählt werden, nicht die Möglichkeit, das Annehmen der Hinterlassenschaft abzulehnen. Es muß übernommen und in Ordnung gebracht werden, in einem Staat. Im Gegensatz zum Privaten. Kein Mensch, der einigermaßen bei Sinnen ist, würde je eine heruntergewirtschaftete und überschuldete Keusche, die ihm der Altbauer gar noch bei Lebzeiten hinterläßt, übernehmen, und dann zusätzlich zu den Schulden den Altbauern auch noch erhalten müssen. Seine Wahl ist je mit einem kurzen Blick in die Bücher schnell getroffen, der Altbauer soll selbst schauen, wie er in seiner selbst dem Verfall preisgegebenen Keusche …

Auch wenn es diesmal, also mit der türkisgetupften schwarzidentitären Regierung, es nicht Jahre des Zertrümmerns wie mit der schwarzen schwarzblauen Regierung wurden, sondern nur Nullermonate und Trümmermonate, bleiben dennoch bereits genügend und wieder nur Trümmer zum Aufräumen zurück …

Zu diesen Trümmern sind nicht nur die Trümmer durch Zerschlagen zu zählen, sondern auch die Trümmer durch Nichtstun, wesentlicher und schlimmer noch, die Trümmer durch Versäumnisse, vergeudete siebzehn Monate besonders in einem Bereich, um das dringlichste Beispiel zu nennen, von dem gewußt wird, jede nicht genutzte Sekunde wird einen Trümmerhaufen unbekannten Ausmaßes …

Kurz zum Parlament als demokratisches Korrektiv

In Österreich wird nun rauf- und runtergeschrieben, Sebastian Kurz mit seiner türkisgetupften schwarzen Partei sei gestürzt worden.

Er und seine türkisgetupfte schwarze Partei sind nicht gestürzt worden.

Sondern. Im Parlament wurde lediglich eine längst überfällige demokratische Korrektur vorgenommen.

Gestürzt kann eine Militärjunta werden, gestürzt kann ein Diktator, eine Kaiserin werden, nicht aber ein Bundeskanzler in einem demokratischen Staat.

Zu sagen, Sebastian Kurz sei gestürzt worden, mag nur in einer Hinsicht ein zutreffendes Wort sein, durch sein Gehabe, dieses Gebärden seiner türkisgetupften schwarzen Partei als Alleinherrscherin … Sonst aber trifft das Wort „Sturz“ in keiner Weise zu. Es war einfach eine demokratische Korrektur durch das Parlament.

Eine Korrektur als Wiedereinziehung einer roten Linie, die er mit seiner schwarzen Partei bereits vor siebzehn Monaten überschritten hat. Mit seinem Eingehen einer Koalition mit der identitären Partei … schon nach siebzehn Monaten ist er mit seiner Partei damit total eingegangen, voll eingefahren, absolut gescheitert …

Dabei kann der derzeitige österreichische Bundespräsident ebenfalls nicht aus seiner Verantwortung entlassen werden, eine identitäre Partei als Regierungspartei angelobt zu haben, mit einem Obmann an ihrer Spitze, der … das muß nicht weiter ausgeführt werden. Es kann mit einem Wort kurz zusammengefaßt werden, alle Berichte, die es hierzu zu ihm gibt: „Neonazi“. Ein Bundespräsident gerade in Österreich, der so leichtfertig, einen Mann als Vizekanzler angelobt, dem eine „neonazistische Vergangenheit“ bescheinigt wird, und das gab es bis zu diesem Bundespräsidenten in Österreich noch nicht, die Angelobung eines Mannes mit einer solch explizit ausgewiesenen Vergangenheit. Es darf erinnert werden, Jörg Haider konnte vor bald zwanzig Jahren selbst nicht in die Regierung, unter dem derzeitigen Bundespräsidenten und für diesen Bundespräsidenten war es schon eine Selbstverständlichkeit, daß Strache selbst in die Regierung und gleich auch noch als Vizekanzler …

Es mag schon stimmen, daß Strache in der Gegenwart nicht mehr in den Wald zu Wehrsportübungen eilt, das hat wohl etwas mit seinem Alter zu tun, aber nicht mit seiner Gesinnung, jetzt sind halt altersgemäße Auftritte am Graben angesagt, mit Büchern aus einem Verlag, für dessen Produkte auch der Einpeitscher des Sebastian Kurz rechte Zuneigung aufbringen kann.

Auch wenn es nun weit mehr als ein Jahrzehnt zurückliegt, ist in Österreich nach wie vor viel Arbeit und Geld aufzuwenden, um die Machenschaften der Schüssel-Haider-Regierung aufzuklären, zu bereinigen. Es muß noch immer Arbeitszeit und Geld dafür verschwendet werden, um Licht in das Dunkel der schwarzblauen Regierung vor weit über einem Jahrzehnt zu bringen. Es muß gar nicht besonders darauf hingewiesen, wofür diese dafür immer noch aufzuwendende Arbeitszeit und das dafür immer noch aufzuwendende Geld bessere Verwendung fände.

„Wiener Gürtel auf Ibiza“ hat nur eines endgültig bewiesen. Auch von einer Kurz-Strache-Regierung wäre nichts anders zu erwarten gewesen, wäre nichts anderes angerichtet worden, als es von der Schüssel-Haider-Regierung angerichtet worden ist, zum größten Nachteil der Menschen in Österreich.

Dennoch wollte Sebastian Kurz diese Regierung fortsetzen, daran festhalten, nicht davon lassen, mit dieser identitären Partei weiter zu regieren, in vollkommener Gleichgültigkeit der möglichen Schäden für die Menschen in Österreich. Für sich und seine türkisgetupfte schwarze Partei zum Vorteile allein daraus noch das Beste gegen alle herauszuholen, zum Nachteil von allen, zur Beschädigung von allem.

Das hat nun das Parlament, am 27. Mai 19, demokratisch korrigiert, das verantwortungslose eigensüchtige Weitertun des Sebastian Kurz mit seiner türkisgetupften Partei demokratisch beendet.

Das abgeordnete Volk huldigt unbedankt seinem ihn verlassenden Märchenführer

Es ist ein kleines Volk. Kurz bedarf es an Zeit, es vollständig durchzuzählen. Einundsechzig Männer und Frauen sind es. Das ganze Volk hat im österreichischen Parlament Platz.

Am 27. Mai 19 hat sich das abgeordnete Volk im Parlament eingefunden. Um seinem Führer zu huldigen, der wiederum seinem Führer huldigte, dem Smartphone. Einer aus dem Volke tat sich besonders hervor, klatschte ein, stand auf, klatschte noch mehr, und die abgeordneten Frauen und Männer aus seinem Volke taten ihm nach, klatschten, standen auf, klatschten, setzten sich sofort wieder, als der Einklatscher sich wieder auf seinen Stuhl setzte, hörten mit dem Klatschen sofort auf, als der Einklatscher das Einklatschen einstellte.

Der Einklatscher ist überhaupt ein besonderer Mann. Der mit seiner Mimik, mit seinem nach hinten durchgestreckten Kopf an einen Mann erinnert, der zu seiner Zeit auch ein besonderer Mann war, dessen Grimassen heute bloß …

Trotz der Huldigung verließ der Führer sein Volk, augenblicklich, am 27. Mai 19. Und er will auch nicht zu seinem abgeordneten Volk in das Parlament zurückkehren. Stattdessen will er mit seinem Führer, dem Smartphone, durch das Land ziehen, mit seinem Märchen, das er nun Tag für Tag bunter ausschmückt. In diesem kommt alles vor, was es in der Wirklichkeit nicht gibt, mit seinem Märchen huldigt er einer Wahrheit, die als Wahrheit es nur im Märchen gibt.

So viel hat der Einklatscher aus seinem abgeordneten Volke für ihn getan, daß er nun ein Märchen zum Erzählen hat, an dem er jetzt täglich fortschreibt, und trotzdem läßt er auch den Einklatscher mit seiner besonderen Mimik allein zurück, im Parlament. Den Beginn des Märchens steuerte der Einklatscher bei, als er verweigerte, die Sondersitzung vom 27. Mai 19 bereits Tage vor der EU-Wahl stattfinden zu lassen.

Auch seinen Einklatscher läßt er allein zurück, im Parlament. Der Einklatscher hat seine Schuldigkeit getan. Schließlich, was hat ein Märchenerzähler mit dem Parlament zu tun. Das Parlament: materialisierte Demokratie. Ein Märchenerzähler kann damit nichts anfangen, einem Märchenerzähler ist es am Ort der Demokratie stets unbehaglich, es ist kein Platz für Märchen. Ja, freilich, denken sich Märchenerzählerinnen, das wäre etwas anderes, wäre im Haus der Demokratie nur ihr abgeordnetes Volk … Für das Allein-gelassen-Werden ist der Einklatscher selber verantwortlich, hätte er wie weiland Jesus die Anderen, die nicht nach seinem Sinne Abzuordnenden, aus dem Tempel gejagt, hätte er es also vollbracht, schon am 27. Mai 19 vollbracht, es zu seinem Knusperhäuschen zu machen, nur für sich und sein abgeordnetes Volk, freudig wäre er mit Edelweiß und Smartphone eingezogen …

So kann der Führer jetzt von seinem Smartphone ablesen, wenn er bis zum Herbst auf den Dorfplätzen stehen wird, er wird sein Märchen wohl fein säuberlich schon in seinen Führer getippt haben, er sei abgesetzt worden, weil er die Wahl am Sonntag vor dem 27. Mai 19 … Ohne den Einklatscher mit der besonderen Mimik wäre er bereits am 22. Mai 19 demokratisch abgesetzt worden. So hätte ihm der entscheidende Beginn seines Märchens gefehlt, jedwede Voraussetzung, um das Märchen überhaupt beginnen und nun weiter ausschmücken zu können, mit der nur Märchen innewohnenden Wahrheit. Nichts hätte er gehabt, nicht das Märchen, nicht einmal seinen Titel „Geeint im Haß“ …