„#Populistenpause“

populistenpauseEs ist eine hehre Idee, für einen Monat einmal zu allem zu schweigen, „kein Posten, kein Teilen, kein Kommentieren, kein Erwähnen, kein öffentliches Empören über rechtspopulistische und rechtsextreme österreichische PolitikerInnen, Parteien und Webseiten.“

Und es ist eine Idee, die leicht umzusetzen ist, also einen Monat lang, vom ersten bis zum einunddreißigsten März 2017 keine Kapitel zu schreiben, in denen erzählt wird – um ein Beispiel von gestern zu nennen, wobei Beispiele stets von gestern sind, weil die Figuren nur das Gestern haben und aus dem Gestrigen sind, das Gestrige ihnen ein Synonym für Geist ist – etwa von Franz Dinghofer, Björn Höcke, die identitäre Parlamentspartei …

Die Idee wäre gut – 1986 gewesen, gleich beim ersten Auftreten also eines solchen Unseligen; es muß keine Unselige hinzugefügt werden, denn es war ein Mann, nur der erste in einer langen Reihe von …, denen Aufmerksamkeit geschenkt wird, statt diese ihnen zu entziehen, die nicht ignoriert werden, sondern breitest …

Werden aber die Ausführungen zu dieser Idee, die nun im März 2017 umgesetzt wird, gelesen, ist es nicht so, daß mit Begeisterung gesagt werden könnte, das ist eine Aktion zum Mitmachen, auch wenn für den gesamten März kein Kapitel geschrieben werden wird, das dieser Idee zuwiderlaufen wird, aber es ist zu vieles dabei, das … es kann gar nicht gescholten werden die Eitelkeit, manche Formulierungen an die Sprache der Populistinnen gemahnen …

Es ist ebendie Wirklichkeit in einer Echokammer. Schweigen verursacht kein Echo außerhalb der Kammer.

In den Ausführungen zu dieser Idee heißt es, es sei ein „einzigartiges Experiment“. Zweifellos ein Experiment, aber kein einzigartiges. Das Schweigen ist von einer satten Mehrheit gelebte Alltagswirklichkeit in Österreich. Und machte die Populistinnen in dreißig Jahren stärker und stärker, trotz der vielen und vor allem berechtigten Kritik. Was in diesem Land vor allem fehlt, ist Aufmerksamkeit für Kritik, aber auch Selbstkritik und Einbindung dieser in das eigene Handeln.

Weiter heißt es:

„Unsere Aufmerksamkeit ist ein enorm wertvolles Gut. Von diesem hohen Gut hat in den vergangenen 30 Jahren keine politische Gruppierung in Österreich mehr profitiert als die populistische und extreme Rechte. Nun gönnen wir uns im März erstmals für 31 Tage eine Pause – und den Populisten und Extremisten gönnen wir nicht mehr unser wertvolles Gut! Denn nichts fürchten sie so sehr, wie nicht beachtet zu werden. Nichts tut ihnen so sehr weh, wie wenn andere unsere Aufmerksamkeit bekommen und nicht mehr sie.“

„Unser wertvolles Gut“ – welche Fahne soll dazu geschwungen werden? Dreißig Jahre Aufmerksamkeit, dreißig Jahre Beachtung. Und das Ergebnis? Wirkungslosigkeit.

Und weiter:

„Wir wollen kein Ende der Kritik an der populistischen und extremen Rechten in Österreich. Wir wollen nicht, dass Rechtsextremismus verharmlost, ignoriert oder gar normalisiert wird. Wir werden weiterhin vehement dagegen ankämpfen, dass Rechtsextreme in Machtpositionen gelangen. Aber dieser eine Monat Pause ist ein dringend notwendiger Impuls! Er wird unser Bewusstsein schärfen, wie Populisten und Extremisten mit unserer Aufmerksamkeit und Empörung spielen. Und er wird uns helfen, mehr Klarheit zu gewinnen, welche Reaktion den rechten Provokateuren schadet und welche ihnen nutzt.“

„Wir wollen kein Ende der Kritik …“ – was für eine Anmaßung. Und das mit dem „Ankämpfen, dass …“ – nun ja, auflaufen dürfen, anrennen gelassen werden, wäre wohl treffender formuliert mit Blick auf die österreichische Wirklichkeit. Eine Klarheit muß nicht mehr gewonnen werden. „Welche Reaktion den rechten Provokateuren schadet“, führen das nicht gerade, um ein paar Namen zu nennen, Kern, Doskozil, Sobotka und Kurz eindrücklich vor?

Weiter:

„Populisten haben Methoden perfektioniert, wie sie unsere Aufmerksamkeit ködern und uns aus der Reserve locken können. Populisten wissen, wie sie für Gesprächsstoff sorgen. Sie werden auch und gerade im März nichts unversucht lassen, um weiterhin im Gespräch zu bleiben. Doch für 31 Tage stellen alle, die sich an der Aktion beteiligen, andere Dinge in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Egal welche neuen Maßstäbe die populistische und extreme Rechte in Sachen Rassismus, Diffamierung, Lüge, Korruption und Peinlichkeiten setzt – wir schenken ihnen unsere Empörung nicht!“

Was für eine Selbstüberschätzung. Als ob Populistinnen die Sorge umtriebe, in einer Echokammer Gesprächsstoff … Die Populistinnen werden wohl auch im März in der Echokammer Mittelpunkt der Gespräche sein, aber die „anderen Dinge“ aus der Echokammer werden nicht Mittelpunkt der Öffentlichkeit … Im Mittelpunkt der Öffentlichkeit werden die Populistinnen stehen, ganz ohne Empörung, mit breiter Zustimmung und wohl auch weiteren ihnen zuarbeitenden Gesetzesideen der Regierung.

Weiter geht es mit „Tipps“:

„Ruf Dir ins Bewusstsein, dass die Aufmerksamkeit, die du rechten Provokateuren schenkst, für sie zumeist eine Belohnung ist. Doch du willst sie nicht belohnen. Ruf Dir auch ins Bewusstsein, dass wir schon alles kennen, was die rechten Provokateure tun: Wir kennen die Schlagzeilen, die sie provozieren. Wir kennen die Ungeheuerlichkeiten, die sie immer wieder von sich geben. Wir kennen die Menschenverachtung und Skrupellosigkeit, mit der sie ihr Programm durchziehen und die sie zu ihrem Programm gemacht haben. Wir kennen ihre Menschenfeindlichkeit, ihren Rassismus, ihren Versuch immer wieder neue Keile zwischen die Menschen zu treiben. Wir kennen ihre nationalen und internationalen rechtsextremen Vernetzungen. Und wir kennen die Abläufe ihrer Veranstaltungen und Reden. Damit Dir der Populisten-Entzug leichter fällt, fang am besten schon vor dem 1. März damit an. Statt auf rechte Provokateure öffentlich zu reagieren, mach Dir private Notizen, wenn Dich etwas bewegt. Du kannst uns Deine Notizen gerne zuschicken. Aber verkneife Dir Postings, Tweets, Kommentare, etc., ganz egal wie arg die Provokation ist. Die Populisten werden alles tun, um Deine Aufmerksamkeit zu bekommen. Lass sie ins Leere laufen. Sei ruhig stolz auf Dich, wenn Du etwas nicht postest, obwohl es Dich in den Fingern juckt. Und sei stolz auf Dich, wenn Du stattdessen etwas postest, das Du gut findest, das Dir gefällt, das Du empfehlen magst. Bitte schicke uns Deine Beobachtungen und Erfahrungen. Und berichte uns über Deine starken und schwachen Momente.“

„Stolz“ und noch einmal „Stolz“ – welche Fahnen sollen dazu geschwungen werden?

„Populisten-Entzug …“ – „Populisten-Entzug“?

„Wenn Dich etwas bewegt. Und berichte uns über Deine starken und schwachen Momente.“ Die Echokammer, eine Therapiekammer …

„Wir kennen die Ungeheuerlichkeiten …“ Das ist allzu wahr. Es  ist auch wahr, daß Populistinnen nach Kritik gieren, und es ist die Ohnmacht der Kritik im Angesicht der österreichischen Wirklichkeit … es wurde bereits vor längerer Zeit in Anbetracht der eigenen Ohnmacht und Ausrichtungslosigkeit entschieden, keine Kapitel mehr zu schreiben zu dem Magazin der identitären Parlamentspartei, obgleich es dazu den Wunsch des Magazinsatirikers gab …

Einem für die „Zur Zeit“ Tätigen kann ein Wunsch nicht erfüllt werden

Abschließend heißt es in den Ausführungen:

„Schaffen wir das?

Gemeinsam können wir die erste Populistenpause in Österreich schaffen! Bitte mach mit und animiere auch andere dazu, mitzumachen!

Und was kommt nach dem 31. März?

Dann ziehen wir Bilanz! Und dann gehen wir alle hoffentlich ein wenig bewusster mit unserer großen Macht um, Aufmerksamkeit zu schenken oder zu entziehen. Denn die Zukunft unserer Demokratie wird nicht nur an der Wahlurne entschieden, sondern auch indem wir wählen, wem wir wann und wie unsere Aufmerksamkeit zuteil werden lassen.“

Menschgemäß muß das in einem Monat zu schaffen sein, aus einer Echokammer eine Therapiekammer zu machen.

Nach dem 31. März kommt der 1. April. Und das wird ein wunderbarer langer, langer erster April, wenn an der Wahlurne entschieden werden wird, die „Populisten“ bekommen die Stimmen und also die Macht, aber, was ist das schon für eine kleine Macht die Macht der Legislative und der Exekutive gegen die „große Macht“ zu „wählen, wem wir wann und wie unsere Aufmerksamkeit zuteil werden lassen“.

Zum Schluß kann gefragt werden, wer wird an diesem einzigartigen Experiment“ mitmachen? Gewiß nicht die österreichischen Medien. Die werden, auch im März, brav und breit berichten, was die Populistinnen von sich geben werden. Und vor allem werden sie, auch im März, nicht breit und ausführlich berichten, was es in Österreich noch alles gibt. Es gibt in Österreich mehr als nur die Populistinnen und den Populistinnen zuarbeitende Landes-, Stadt- und Bundesregierungen.

Das wäre nicht nur lohnenswert, sondern dringlich erforderlich, daß Massenmedien in Österreich darüber ausführliche Berichte bringen, wenigstens, für den Anfang, einen Monat lang, im gesamten März 2017, einen Monat lang wenigstens nicht das Geschäft besorgen für …

Förderlicher als Interviews mit Thomas Glavinic allemal Serien über veränderungsaktive Initiativen und Projekte in Österreich

Dinghofer hofft auf FPÖ unzensuriert auf einen Stauffenberg gegen Angela Merkel, der „genauer arbeitet als sein Vorgänger“

Franz Dinghofer der FPÖ unzensuriert - Merkel und Stauffenberg.jpg„Merkel probiert aus, was sie sich noch alles an Völkermordverbrechen gegen das deutsche Volk erlauben kann, bis sie auf ihren Stauffenberg trifft (der dann hoffentlich genauer arbeitet als sein Vorgänger).“

Das schreibt Franz Dinghofer in seinem Kommentar am 27. Februar 2017 auf FPÖ unzensuriert. Und sofort gibt es welche, die das für recht gut befinden, im Schutz der Anonymität.

Daß Franz Dinghofer von „Völkermordverbrechen“ schreiben kann, ist im Kommentar der Website der identitären Parlamentspartei schon im Satz angelegt:

„Was Merkel mit ihrer Aussage versuchte, war nicht mehr oder weniger, als das Deutsche Volk nun auch verbal zu eliminieren und durch eine ‚Bevölkerung‘ zu ersetzen.“

Wer Franz Dinghofer ist? Es gibt mehrere Kapitel zu ihm. Auf drei Kapitel soll verwiesen werden, um zu veranschaulichen, was für ein Mensch er ist:

Norbert Hofer, kleiner Präsident mit dem großen Herzen für die Franz Dinghofer der „primitiven Hetze“

FPÖ unzensuriert, Franz Dinghofer: „Konflikt mit diesen Untermenschen kann man sicher nicht friedlich lösen“

Nachruf von Franz Dinghofer auf einen ermordeten Pfarrer

Gegen diese dinghoferische Wiederbetätigung im Ekelhaften sind nur noch Witze angebracht, von der Art, wie schön, daß die Copysite der identitären Parlamentspartei wenigstens dann den „Duden“ entdeckt, wenn es um das Wörtchen „Volk“ geht.

Wie in der Collage gelesen werden kann, veröffentlicht die Copysite der identitären Parlamentspartei, die sich auch bald um Presseförderung anstellen könnte, ein Bild mit der Unterstellung: „einem Parteikollegen eine Deutschlandfahne aus der Hand riss und demonstrativ wegwarf.“ Es ist wahr, daß Angela Merkel die Fahne abnahm, aber von einem Wegwerfen kann nicht gesprochen werden. Und wen ruft die Copysite der identitären Parlamentspartei dafür als Kronzeugen auf? Mit einer Verlinkung zu dem Video? Es ist Björn Höcke.

Wer ist Björn Höcke? Ein Mann, den sogar die AfD nicht mehr will, also seine eigene Partei, wie gelesen werden kann:

Unterschiede zwischen Deutschland Österreich, die nicht für Österreich sprechen

Unterrichtsstunde für Sebastian Kurz

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In den letzten Tagen gab es Veröffentlichungen von Meinungsumfragen, nach denen eine ÖVP mit einem christschwarzen Obmann Sebastian Kurz eine Nationalratswahl gewinnen könnte und in einer Direktwahl Sebastian Kurz zum Kanzler gewählt werden würde.

Sigmar Gabriel sprach an dem heutigen Montag, 27. Februar 2017, zu Sebastian Kurz von einer Aufgabe der Politik, die auch die Wählerinnen und Wähler zu ihrer Aufgabe machen sollten, nämlich zu durchdenken, wen sie wählen.

Im Falle von Sebastian Kurz heißt das, kann das tatsächlich durchdacht sein, einen  Mann wählen zu können, der nicht auf die Regierungsbank, sondern auf die Schulbank gehört.

Sein Lehrer war diesmal Sigmar Gabriel. Brav stand Sebastian Kurz vor seinem Lehrer, dem er einen Vorschlag vortrug. Und Sigmar Gabriel mußte ihm sofort erklären, als

Lehrer: „Die Politik hat auch die Aufgabe, zu durchdenken, was sie vorschlägt.“

Er, Kurz, ist zwar ein braver Schüler, aber auch einer, wie es vor allem männlichen Strebern eigen ist, der meint, er könne schon mal einen belehrenden Zwischenruf riskieren, wenn seine Lehrerin spricht, oder sein Lehrer beispielsweise über Solidarität.

Schüler: „Es gibt Gott sei dank auch eine christliche Solidarität.“

Lehrer: „Da heißt sie Nächstenliebe. Solidarität ist etwas anderes. Die Übersetzung dafür lautet nicht: Ich helfe den Schwachen, sondern Solidarität heißt verantwortliches Handeln für sich selbst und für alle anderen.“

Verantwortliches Handeln ist eine politische Kategorie, Nächstenliebe ist keine politische Kategorie, auch deshalb, weil der Liebe Laune und Unberechenbarkeit zu eigen ist, wem heute noch mit Liebe, also auch mit Nächstenliebe begegnet wird, kann schon morgen mit dem Hammer der Gleichgültigkeit  – oder schlimmer noch – mit dem Hammer des Hasses, auch des Nächstenhasses erschlagen werden.

„Ich helfe den Schwachen“, erklärt Gabriel, der nach Wien fuhr, um auch einen Außenminister, doch einen Politiker zu treffen, aber einen Schüler traf, erklärt also Gabriel dem Schüler kurz und klar den Unterschied, und es kann hinzugefügt werden: „Ich helfe den Schwachen“ heißt in der Übersetzung in ein einziges Wort: „Almosenstaat“. Das ist christfürstliches Gehabe, aber kann nicht Politik für das 21. Jahrhundert genannt werden.

Die Aufgabe der Wählerinnen und Wähler ist, das kann gar nicht oft genug wiederholt werden, zu durchdenken, wen sie wählen wollen, einen Schüler, und was sie wählen wollen, ein Almosenuntertanentum, oder Politik und damit eine Gesellschaft, die als Gesellschaft auf der Höhe heutiger Erkenntnisse und Entwürfe in einem verantwortungsvollen Handeln zu funktionieren hat.

Wenn „Hitler“ zärtlich „Harry“ und Europäische Aktion“ in den Umsonsten genannt wird, fällt dazu gleich die FPÖ ein

Die eine Umsonst bringt es zärtlich auf den Punkt, am 24. Februar 2017:

„Schwammerl und Knödel für Harry Hitler am ersten Häfentag“: Der Bart ist ab – bei über 50% Ausländeranteil im Gefängnis keine schlechte Idee.“

Ob die als „Ausländer“ bezeichneten Männer derart auf dieses Bärtchen fixiert sind, wie die als „Inländer“ bezeichneten Männer, daß sie von dem Bärtchennachmacher sogar den gesamten Speiseplan eines Tages veröffentlichen? Nun trägt er also das Bärtchen nicht mehr … „keine schlechte Idee bei über 50% Ausländeranteil“, schreibt die Umsonst. Soll das heißen, es wäre für den Nachmacher das Bärtchen zu tragen im Gefängnis gefahrlos, wären in diesem keine „Ausländer“, sondern nur „Inländer“?

Übrigens, die Umsonst setzt Hitler nicht unter Anführungszeichen … wie schön muß das sein, einmal den Speiseplan von Hitler veröffentlichen zu können und ihn dabei liebevoll „Harry“ …

Die andere Umsonst berichtet, ebenfalls am 24. Februar 2017, über den Bärtchennachmacher, ein wenig mehr … und unweigerlich fällt die identitäre Parlamentspartei ein.

„Laut ÖSTERREICH-Infos wird indes weiter gegen Harald Z. ermittelt – wegen Wiederbetätigung in Wien. In diesem Zusammenhang fällt auch der Name Dr. Hans B. Der sitzt ebenso in U-Haft in der Josefstadt. Er soll mit Harald Z. und weiteren jungen Männern Kontakt gehabt und sie manipuliert haben. Er soll einer der Anführer einer rechtsextremen Organisation namens  ‚Europäische Aktion‘ sein. Die Bewegung propagiert Rassismus, Antisemitismus und rechte Verschwörungstheorien.“

„Europäische Aktion“ und Dr. Hans B. kamen schon vor, und sie kamen stets im Zusammenhang mit der FPÖ, wie die identitäre Parlamentspartei nach wie vor offiziell heißt, vor  …. in welchen Zusammenhängen, das kann Ihnen nicht in einer kurzen Zusammenfassung erzählt werden. Es wurde vergessen, und es dauert, nicht auch „Europäische Aktion“ und Dr. Hans B. vergessen zu haben, um kein weiteres Kapitel mehr hinzufügen zu müssen. Mehr Beschäftigung, als die Kapitel zum Nachlesen zu nennen, will nicht mehr zugestanden werden:

Vom angeblichen Folder-Marsch der Familie

Freiheitliche Beiträge finden internationale Verbreitung

Wird etwa Hofer auch noch Kolbenheyer – vielleicht dann in einer eigens dafür neu geschaffenen Landsmannschaftenreihe »Gottbegnadetenliste« – bald vertreiben?

Es würden Ihnen, recherchierten Sie selbst weiter, wer noch mit der „Europäischen Aktion“ in Verbindung … Namen als Suchergebnisse ausgespuckt werden, wie zum Beispiel Haverbeck oder Melisch oder …

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Die Diagnose von Dr. Marcus Franz

Wenn Sie in der Posse

Dr. Marcus Franz, Volksvertreter: „Sie sind nicht das Volk.“

waren, wird Ihnen noch seine Diagnose in Erinnerung sein – „selbsternannter Inquisitor … Monoman … eingeengt … kranke … brauchen Behandlung …“ –, nicht nur in Erinnerung sein, vielleicht werden Sie sogar an weiteren eigenen Diagnosen von diesem Heilpraktiker interessiert sein.

Es dürfen ein paar nachgeliefert werden. Als eine Art Beipackzettel zur obigen Posse. Womit auch gleich ein Versäumnis nachgeholt wird, nämlich die Posse ohne Programmzettel zur Aufführung gebracht zu haben.

Die Diagnosen von Dr. Marcus Franz, alle von diesem Mittwoch, 22. Februar 2017:

Die „Befreiung“ der Frau führte in neue Knechtschaft am Arbeitsplatz, zur Doppelbelastung oder zu Kinderlosigkeit

Ehrlich – war’s das wert?

wäre die eigene Geburtenrate hoch genug, hätte Migration gar keinen Platz

Nur noch absurd. #Feminismus im Narrenmodus. Aber nicht nur im Fasching..

Das Ende der europäischen Kultur wurde durch die linke Ideologie und die Antibabypille vorbereitet.

Ich habe nicht das Recht, sondern die Pflicht, ein missionarischer Rechter zu sein. Noch immer viel zu viele Linke!!

„Flüchtlinge“ wurden „gerettet“?
Oder eher: illegale Migranten wurden eingeschleust?

bitte um Ihren Input!

Dr. Marcus Franz ist ein recht fleißiger Diagnostiker, wie auch weitere aus vergangenen Tagen belegen, wie Sie nachlesen können, sollte Ihnen das Interesse nicht …

Wie gut, werden Sie vielleicht denken, daß es nicht nur die freie politische Wahl von Parteien, Kandidaten und Kandidatinnen gibt, sondern auch die freie Wahl der Ärzte und Ärztinnen …

Dr. Marcus Franz scheint in Anbetracht seiner Fließbandausschüttung von Diagnosen zu spüren, daß ihm bald nur noch seine Praxis bleiben wird, in der er seine eigenen Diagnosen … das österreichische Parlament wird er bald nicht mehr dafür nützen können, dort endet seine Zeit, spätestens 2018. Es wird sich wohl keine Partei mehr finden, die ihn als Kandidaten … nachdem sogar die christschwarze Partei recht rasch erkannt hat, daß er ihr kein volksvertreterischer Arzt des Vertrauens ist.

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Dr. Marcus Franz, Volksvertreter: „Sie sind nicht das Volk.“

Nationalratsabgeordenter Marcus Franz weiß wer das Volk ist.jpg

Bühne: Twitter.

Zeit:  Februar 2017.

Personen: Dr. Marcus Franz, Abgeordneter im österreichischen Parlament; Mensch aus dem Volk.

Originalaufnahme.

Franz: warum schicken Sie mir immer wieder Ihre kranken Elaborate? Wenn Sie Behandlung brauchen–> Termin in Ordi. Aber nicht hier

Volk: Weshalb schreiben Sie dann hier, wenn Sie nichts wissen wollen? Meinen Sie, der Button „Antworten“ ist als Zierde gedacht? Interessiert es Sie als „Volksvertreter“ nicht, was das Volk denkt? Ist es für Sie krank und muß von Ihnen behandelt werden?

Volksvertreter: Sie sind nicht das Volk, sondern ein selbsternannter Inquisitor aller rechten Meinungsträger. Monoman und eingeengt.

Nichtvolk: — —

Unterschiede zwischen Deutschland Österreich, die nicht für Österreich sprechen

Das ist schlecht. Gut ist, Österreich ist kein Vorbild für Deutschland mehr.

Auch wenn es pauschal klingen mag.

So führen zu Pauschalierungen doch allenthalben handfeste Beispiele.

Beispiel vom Tag: Björn Höcke und die AfD. Wie aktuell gelesen werden kann, hat die AfD mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit ein Parteiausschlußverfahren gegen Björn Höcke beschlossen. In Deutschland ist ein solches Vorgehen sogar in einer Partei wie der AfD möglich, womit aber nichts Positives über diese Partei geschrieben ist, sondern bloß zur neuerlichen Kenntlichmachung der Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland dient, die nicht für Österreich sprechen.

Hingegen in Österreich. Es stimmt zwar, daß Susanne Winter etwa nicht mehr in der identitären Parlamentspartei ist, aber sie ist nach wie vor im österreichischen Parlament. Und das regt nicht auf, ist, wie es heißt, gegessen …  wie könnte das genannt werden? Vielleicht in Anlehnung an einen Spruch, der noch hypogut in Erinnerung sein müßte, könnte das genannt werden:

state of the austrian state

Was in Österreich alles bereits gegessen ist und fortwährend als gegessen ist … alles scheint verdaubar zu sein, tatsächlich aber ist nichts verdaulich und dann auf dem sogenannten natürlichen Wege ausscheidbar, das Gegessene bringt die Bauchdecke zum Explodieren und, nein, das muß nicht beschrieben werden, es ist vorstellbar, wie es durch die aufgerissene Bauchdecke schießt und nicht nur auf den Gesichtern der Menschen in diesem Land haften bleibt …

Susanne Winter fällt ein, weil vor ein paar Tagen sie vom Umsonstfernsehsender der Umsonst eingeladen war in eine Runde , um über Donald Trump … dazu gleich wieder Deutschland ein, wie dort …

Burschenschafter in Deutschland als Staatssekretär entlassen, in Österreich im Parlament geehrt

Zurück zum Beispiel des Tages. Zwei-Drittel-Mehrheit sogar in der AfD für ein Ausschlußverfahren … Björn Höcke ist in Österreich kein Unbekannter, jedenfalls der identitären Parlamentspartei:

Alphabet of Enlightenment, H-H: Haverbeck, Höcke, Hofer, Holocaust

In Österreich hingegen, nun ja, schaffen es nicht einmal Funktionäre und Mandatarinnen von anderen Parteien, nein, das muß genauer gesagt sein, von SPÖ und ÖVP eine … wenn etwa an den aktuellen Plan der Presseförderung,

Österreich heute: Krone der Kultur

wenn an den Justizminister, wenn an den geplanten Kriterienkatalog der SPÖ gedacht wird, mit dem es wohl so hingebogen werden soll, mit einer FPÖ doch in eine Bundesregierung … Diesen Kriterienkatalog soll Peter Kaiser … wenn an die aktuelle Debatte und dem Kompromiß bei der Kärntner Landesverfassung

Kärntner Landesverfassung: „Fürsorge“ ist in Deutsch zu vollziehen

gedacht wird, braucht es kein Vorstellungsvermögen mehr, was für Kriterien …

Deutschland hat mit Blut und Geld dafür bezahlt, einmal auf einen Österreicher hereingefallen zu sein, aber in Österreich scheint immer noch nicht genug verschwendet worden zu sein. Es kann das Stück „Der Verschwender“, will es scheinen, nur in Österreich und nirgends sonst geschrieben worden sein. Von seinem Kammerdiener Wolf, den er für einen braven Mann hält, schamlos ausgenutzt … in Österreich die ewige Wiederkehr des wölfischen Kammerdieners und die ewige Wiederkehr Österreichs, sich von den wölfischen Kammerdienern schamlos ausnutzen zu lassen, im festen und unerschütterlichen Glauben, diese seien brave Männer …

Wer verschwendet, hat keine Zeit zum Lernen, ist das Verschwendete kein Lehrgeld.

Und es gibt noch weitere handfeste Beispiele, die hier in weiteren Kapiteln gelesen werden können, und wer sich ein wenig umsieht, wird anderswo weitere Beispiele finden, dafür daß Österreich für Deutschland kein Vorbild mehr ist, dafür, wie groß die Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich geworden sind, und die nicht für Österreich sprechen.

Der Germanin gefällt: „Hofer-FPÖ unzensuriert vollzieht virtuellen Anschluss an Deutschland“

Europäisches Forum Linz – Österreich darf Deutschland werden

Rechtsextremismus, FPÖ unzensuriert und der Unterschied zwischen Deutschland und Österreich

Studienzentrum Weikersheim – Was in Deutschland hoch umstritten, in Österreich für das Parlament recht

Abschließend noch, wie wurde von dieser österreichischen Systemgesinnung, die sich fern des Systems verkaufen will, vor einem Alexander van der Bellen gewarnt, ihn zum Bundespräsidenten zu wählen. Nun ist er Bundespräsident. Wie brav fügt er sich ein, die erste Reise nach Mariazell, seine Äußerungen zum Akademikerball mit seiner märchenhaften oder vertrackten Erklärung, der Ball würde ja nicht in seinem Trakt …

Staatsräume für Burschenschaften in Wien – In München für Burschenschaften nicht einmal mehr Privaträume

state-of-the-austrian-state

Year of integration

Year of integration kann übersetzt werden mit Integrationsjahr. Aber auch, und das scheint stimmiger bei Berücksichtigung, wie darüber breit gesprochen wird, mit Einordnungsjahr. Und diese Übersetzung erinnert sogleich an Zeiten, in denen Abkürzungen wie FAD, SAD, RAD hoch in Mode waren; allerdings ging es damals nicht um „Flüchtlinge“, „Asylwerber“.

integrationsjahr-arbeitsdienstWenn aber die mit dem Einordnungsjahr ins Visier genommenen Menschen für einen Moment außer Acht gelassen werden, dann kommen die Arbeitsdienste, die vor Jahrzehnten in Europa, also auch in Österreich,  Zuspruch fanden, gesetzlich geregelt waren, schnell in den Sinn, etwa beim Lesen des Plans der rot-schwarzen österreichischen Regierung:

„Integrationsvertrag Dieser verpflichtet zu Deutschkursen, Wertekursen und zu Arbeit. Bei Verstößen kann die Mindestsicherung gestrichen werden. Derzeit sind 15.000 Leute in Wertekursen. 2017 sollen 35.000 neue Deutschkurs-Plätze geschaffen werden.

Integrationsjahr Es gilt für anerkannte Flüchtlinge und Asylwerber „mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit“. Deutsch-, Wertekurse und gemeinnützige Tätigkeit sind verpflichtend. Die Organisation läuft über das Arbeitsmarktservice, gemeinnützige Arbeiten sollen über Zivildienstträgerorganisationen abgewickelt werden. Eine Entlohnung ist nicht vorgesehen. Die gemeinnützigen Tätigkeiten sind durch die Mindestsicherung abgedeckt. De facto handelt es sich also um 0-Euro-Jobs.“

Es ist alles dabei, was von den Arbeitsdiensten gekannt wird. Etwa die Sache mit der Bezahlung. Was heute „Wertekurse“ genannt wird, wurde damals „Erziehung“ genannt. Bis hin zur militärischen Anbindung, wenngleich nun indirekt, aber ohne das Militär gäbe es keine „Zivildienstträgerorganisationen“. Und auch die Gemeinden sollen bei der sogenannten gemeinnützigen Arbeit wieder eine Rolle spielen, das Arbeitsamt, die Bauhöfe. Es würde zu weit führen, das hier ausführlich zu behandeln. Aber es ist leicht, sich kundig zu machen. Für Eilige – Wikipedia: Einträge zum Freiwilligen Arbeitsdienst (FAD〉, zum Staatlichen Arbeitsdienst (SAD〉, zum Reichsarbeitsdienst (RAD〉. Wer ein Buch zur Hand nehmen möchte, könnte beispielsweise „Erziehung durch Arbeit – Arbeitslagerbewegung und freiwilliger Arbeitsdienst 1920-1935“ von Peter Dudek aufschlagen und selbst die Parallelen herausarbeiten. Wie sehr an den nun Regierenden rund einhundert Jahre vorübergegangen sind, ohne zu anderen Entwürfen greifen zu können, zu wollen, als wären einhundert Jahre ohne neue Erkenntnisse vergangen.

Sad and rad … no passing fad.

Es erinnert, das muß klar sein, nicht an den Arbeitsdienst eines bestimmten Staates oder einer bestimmten weltanschaulichen Orientierung. Das wäre auch töricht, war dieser doch politisch von rechts bis links … Wenngleich zum Heute eine weitere Parallele durchaus darin gesehen werden könnte, daß es damals in bezug auf den Arbeitsdienst Zugeständnisse gab an gewisse Parteien – besonders in einem Staat …

Und besonders erinnert ein junger Mann in Österreich an die Zeiten der Arbeitsdienste, der von einer Disziplinargesellschaft wie einst träumt und andere vielleicht schon dabei sind, neue Lieder zu schreiben – für eines könnte vielleicht die erste Zeile schon geschrieben sein:

Wir ziehen in Fußfesseln zur Arbeit hin.

Remember nothing – Sebastian Kurz and his merits

„Amnesty berichtet von Tausenden Toten bei Massenhinrichtungen“. In Syrien, durch das syrische Regime, dessen Führer Bashar al-Assad ist. Das sind die grausamen Schlagzeilen in der zweiten Februar-Woche des Jahres 2017.

„Ein syrischer Überläufer legt Beweise für systematische Morde in den Gefängnissen des Assad-Regimes vor.“ Das konnte bereits im Jänner 2014 gelesen werden.

„Ein gemeinsames Vorgehen gegen die Extremistenmiliz habe im Moment Priorität, sagte Kurz. ‚Das wird nicht ohne Mächte wie den Iran und Russland gelingen, und insofern braucht es hier einen pragmatischen Schulterschluss und auch eine Einbindung Assads im Kampf gegen den IS-Terror.'“ Das sagte Sebastian Kurz im September 2015.

„SaudiArabien ist wesentl. Player in d Region. Dialog zum Kampf gegen IS, d Syrienkrise, aber auch zur Menschenrechtssituation notwendig!“ Sebastian Kurz am 27. November 2015.

Putin sei einer, mit dem Sebastian Kurz wolle. Dezember 2016.

„Russland lockert Strafen für häusliche Gewalt.“ Vladimir Putin habe ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet. Februar 2017.

„Die Aufregungskultur bringt uns nicht weiter.“ Das sagte Sebastian Kurz im Jänner 2017.

„Sozialleistungen für diejenigen stark zu kürzen, die die Werteschulungen nicht besuchen wollen oder nicht bereit sind, die gemeinnützige Arbeit zu leisten.“ Ö1, Morgenjournal, 7. Februar 2017. Sebastian Kurz.

„Die Vollverschleierung soll keinen Platz im öffentlichen Raum in Österreich haben. Und religiöse Symbole natürlich in einem religionsfreundlichen Staat schon.“ Auch Sebastian Kurz. Ö1, Morgenjournal, 7. Februar 2017.

„Wir haben die Verpflichtung aus dem Gedenken heraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen.“ 20. Jänner 2017. Sebastian Kurz.

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Was kann aus dieser obigen zu erinnernden und nur beispielhaften Auflistung abgelesen werden,  die zeigt, mit wem Sebastian Kurz, wen er vorzieht, auf wen Sebastian Kurz … Es kann aus dieser der Wertekanon von Sebastian Kurz, der allen Werte vorhält, destilliert werden. So weit, so schlecht, oder wie dem Heute angepasst auch gesagt werden könnte: so kurz, so sobotka. Kurz und sobotka gesagt: Eine Werteschulung besuchen zu müssen, in der Sebastian Kurz Werte lehrt, kann nur verweigert werden.

Wie in der Collage gelesen werden kann, spricht Sebastian Kurz gerne über das Gedenken, über die aus diesem hervorgehende Verpflichtung, über die aus diesem zu ziehenden Konsequenzen. Das von ihm dazu verwendete Stacheldrahtbildchen erzählt mit Blick darauf, mit wem er will, daß er den Eingang zur Geschichte für sich vollends zugemauert hat … die Konsequenzen, die er zieht, lehrt die Geschichte nicht.

Wer selbst, so wie Sebastian Kurz, mit Geschichte kommt, hält der Geschichte selbst die Wange hin. Ist es bereits um die sogenannte Zeitgeschichte dermaßen sobotka bestellt, so sobotka erst um die gesamte Geschichte, wie es gerade exemplarisch das gewollte Verbot der Verschleierung aufzeigt. Diese „Aufregungskultur“, von der nicht nur Sebastian Kurz infiziert ist, an der, mögen sie sich politisch links, politisch rechts verstehen, so viele in diesem Land akut erkrankt sind, „bringt uns nicht weiter“.

Diese kurzsche Kultur für den Tag oder digital day crop bringt nichts weiter.

„Verschiedene Formen von Rassismus“ heißt ein Kapitel in „Pape Satàn“ von Umberto Eco, und in diesem schreibt er unter der Überschrift „Wer hat das Verschleiern befohlen“:

Über den Schleier ist schon alles und das Gegenteil von allem gesagt worden. Die Position von Romano Prodi kommt mir sehr vernünftig vor: Versteht man unter Schleier jene Art von Kopftuch, bei der das Gesicht unbedeckt bleibt, dann mag ihn tragen, wer will (zumal hier ein unbefangen ästhetisches Urteil erlaubt ist, das Gesicht veredelt und alle Frauen wie Madonnen von Antonello da Messina aussehen lässt). Anders liegt der Fall, wenn die Verschleierung so weit geht, dass sie die Identifizierung verhindert, denn das ist gesetzlich verboten. Natürlich könnte dieses Verbot Anlass zu weiteren Diskussionen geben, denn eigentlich müsste man dann auch die Karnevalsmasken verbieten (und wer sich an Kubricks Clockwork Orange erinnert, weiß, dass man mit einer lustigen Maske grässliche Verbrechen begehen kann). Aber sagen wir ruhig, das sind marginale Probleme.

Wenn von Zeichen die Rede ist, wann immer etwas in einer gewissen Hinsicht oder Funktion anstelle von etwas anderem steht, dann ist der islamische Schleier ein semiotisches Phänomen – wie die Uniformen, deren primäre Funktion ja auch nicht der Schutz des Körpers vor Wetterunbilden ist, oder die Kopfbedeckungen der Nonnen (die ebenfalls oft sehr anmutig sind). Deswegen löst der Schleier so viele Diskussionen aus, während wir niemals über die Tücher diskutiert haben, die sich unsere Bäuerinnen früher um den Kopf banden, denn die hatten keinerlei symbolischen Wert.

Der Schleier wird kritisiert, weil man meint, dass er getragen wird, um eine Identität zu bezeugen. Aber es ist nicht verboten, eine Identität oder Zugehörigkeit zu bekunden, und man tut das, indem man ein Parteiabzeichen trägt, eine Kapuzinerkutte oder ein pinkfarbenes Langhemd und einen Kahlschädel. Interessant ist allenfalls die Frage, ob muslimische Frauen den Schleier tragen müssen, weil der Koran es befiehlt. Gerade ist das Buch Islam von Gabriele Mandel Khân erschienen, dem Generalvikar für Italien der sufischen Bruderschaft Jerrahi Halveti, das mit eine optimale Einführung in die Geschichte, Theologie, Sitten und Gebräuche der islamischen Welt zu scheint. Darin steht, dass der Schleier, der Gesicht und Haare bedeckt, schon in vorislamischer Zeit üblich gewesen sei, oft aus klimatischen Gründen, aber nicht in der immer dafür zitierten Sure 24 des Koran vorgeschrieben werde, die lediglich dazu auffordere, den Busen zu bedecken.

Da ich fürchtete, dass Mandels Übersetzung vielleicht ein bisschen zu modernistisch-gemäßigt ausgefallen sein könnte, habe ich im Internet nach einer offiziell von islamischen Behörden autorisierten Koran-Übersetzung gesucht und die der Union Islamischer Gemeinden und Organisationen in Italien gefunden. Dort heißt es in Sure 24, 31: „Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren und ihre Reize nicht zur Schau tragen sollen, bis auf das, was davon außen sichtbar sein muss, und dass sie ihre Tücher über[] ihren Busen ziehen sollen und ihre Reize vor niemandem enthüllen als vor ihren Gatten oder ihren Vätern oder den Vätern ihrer Gatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer Gatten oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder den Söhnen ihrer Schwestern“ und so weiter bis zu „den Kindern, die von der Blöße der Frauen nichts wissen“. Um sicherzugehen, habe ich schließlich noch die klassische Koran-Übersetzung des großen Iranisten Alessandro Bausani konsultiert, und auch dort fand ich, mit geringen lexikalischen Abweichungen, die Vorschrift „und sollen ihren Busen mit einem Schleier bedecken“.

Für einen wie mich, der kein Arabisch kann, sind drei Zeugnisse so verschiedener Herkunft genug. Der Koran fordert schlicht und einfach zur Schamhaftigkeit auf, und wäre er heute im Westen geschrieben worden, würde er auch dazu auffordern, den Nabel zu bedecken, denn im Westen wird heute auch der Bauchtanz auf offener Straße praktiziert.

Wer also war es, der die Frauen aufgefordert hat, sich zu verschleiern? Mandel enthüllt mit einer gewissen Genugtuung, dass es der Apostel Paulus war (im 1. Korintherbrief, aber Paulus begrenzte diese Pflicht auf Frauen, die predigen und prophezeien. Doch siehe da, immer noch lange vor dem Koran schrieb Tertullian (der zwar ein Sympathisant der Montanistenbewegung, aber trotzdem weiter ein Christ war in seiner Schrift De cultu feminarum („Vom Putz der Frauen“): „Ihr sollt einzig und allein euren Ehemännern gefallen. Und ihr werdet ihnen umso mehr gefallen, je weniger ihr euch bemüht, anderen zu gefallen. Seid unbesorgt, ihr Gebenedeiten, keine Ehefrau gilt in den Augen ihres Mannes als häßlich. […] Jeder Ehemann hält auf Sittsamkeit, aber Schönheit verlangt er nicht, wenn er ein christlicher Ehemann ist. […] Dies sage ich nicht, um euch ein gänzlich wildes und tierisches Aussehen zu empfehlen, auch will ich euch nicht von der Nützlichkeit des Schmutzes und der Unsauberkeit überzeugen, sondern nur von der richtigen Art und Weise, in der ihr euren Körper pflegen sollt. […] Denn Gott ist es, gegen den diejenigen sündigen, die sich ihre Haut mit Salben einreiben, ihre Wangen mit Schminke entstellen und ihre Augenbrauen durch Schwärze verlängern. […] Gott will, dass ihr verschleiert sein sollt, vermutlich damit man die Köpfe mancher Damen nicht sieht.“

Voilà, dies ist der Grund, warum in der ganzen Geschichte der Malerei sowohl die Madonna als auch die frommen Frauen verschleiert sind wie ebenso viele Musliminnen.

16. November 2006

Gott Paulus und der Busen. Saftelnd volkstümlich steht es im Dekret von Hofer, was Frauen bedecket wird, wenn sie es nicht selbst tun: „Brust und Armfleisch“. Das aber nur nebenher.

Worum es tatsächlich geht, ist aber: wenn ein Schriftsteller wie beispielsweise Umberto Eco sich die Mühe machen kann, und das schon vor über einem Jahrzehnt, etwas gesamtgeschichtlich zu betrachten, sich zu informieren, wie viel größer muß erst die Verpflichtung von Menschen sein, die in Regierungen sitzen, die Gesetze verabschieden, alles einer gesamtgeschichtlichen Betrachtung zu unterziehen, sich umfassend zu informieren, und nicht mit dem Tagesmuskelreflex zu regieren, Gesetze zu erlassen, denn schließlich gelten ihre Gesetze, die vom Gehalt her oft nicht einmal Tageswert besitzen, nicht nur für einen Tag.

Es kann verstanden werden, sagte nun wer, das langweilt, es sei im Grunde eine Wiederholung des Kapitel Cabinet: Strangers at Our Door, das von der Frage handelt, ob es denn zu viel verlangt wäre von der österreichischen Regierung auf der Höhe des heutigen Wissens …

Konstruktiver und zielführender Umgang mit Postings

„Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr gleich seid wie die übertünchten Gräber, welche auswendig hübsch scheinen, aber inwendig sind sie voller Totengebeine und alles Unflats! Also auch ihr: von außen scheint ihr den Menschen fromm, aber inwendig seid ihr voller Heuchelei und Untugend.“ – Matthäus, Kapitel 23

Wann Norbert Hofer immer nie „entsetzt“ ist

Wann das ist? Wann Norbert Hofer immer nie „entsetzt“ ist: Dafür gibt es in der identitären Parlamentspartei einen eigenen Chronometer, mit dem die Zeit dafür abgelesen werden kann, einen eigenen Kalender, in dem die Tage dafür eingetragen werden können. Uhr und Kalender, nach der die identitäre Parlamentspartei lebt, haben ein und denselben Namen: Unzensuriert.

Norbert Hofer ist unzensuriert „entsetzt“, wenn es um ein Posting gegen ihn geht, wie aktuell auf der Seite von Bundeskanzler Christian Kern auf der Plattform des Unternehmens Facebook. Wie in der Collage gelesen werden kann.

Norbert Gerwald Hofer stellt sein Entsetzen nach der Unzensuriert.jpg

Wie reagiert Norbert Hofer selbst, wenn er direkt von sträflichsten Verleumdungen informiert wird? Gar nicht. Genauer. Er reagiert. Er reagiert gesinnungsgemäß. Er antwortet nicht, er handelt nicht, er läßt es geschehen, über Monate, wie die wohl untergriffigste Verleumdung vom nun amtierenden Bundespräsidenten es beispielhaft zeigt:

Europäisches Forum Linz – Ein paar Fragen, Alexander Surowiec, zum Mitnehmen zum morgigen Kongress zur Überreichung an Kickl für Hofer

Fragen an Norbert Hofer, den Dritte-Chance-Geschenk-Kandidaten

Es soll nicht verschwiegen werden, es wurde dann doch gelöscht, nach über vier Monaten:

Siegesichere Hofer-FPÖ: Statt Verleumdung legt Verleumder schon eine „Liste“ an

Wie in der Collage gelesen werden kann, hat Christian Kern eine mögliche zielführendere Reaktion auf derartige Postings gefunden, als zum Bezirksgericht zu laufen, als so ein Posting stillschweigend zu löschen. Nämlich zu antworten, darauf hinzuweisen, es werde auf eine faire und konstruktive Diskussion großen Wert gelegt, auch darauf, nicht zu beleidigen. Und wie die Antwort des Posters zeigt, hat dieser Umgang gewirkt; der Poster wolle sich nun nach den Seitenregeln verhalten.

Unfreiwillig hat der Mann, der Farben sich erheben lassen will, zu diesem positiven Beispiel geführt. Und das macht nebenher auch wieder einmal deutlich, wer ein Politiker ist, wer ein bloßer Bezirksgerichtslaufender ist.

Konstruktiver Umgang mit Postings versus gesinnungsgemäßes Blockieren von Norbert Hofer.jpg

Und wie verhält sich der Bezirksgerichtslaufende Norbert Hofer selbst? Er blockiert beispielsweise Menschen auf der Plattform des Unternehmens Twitter, dessen Meinungen er gesinnungsgemäß nicht goutiert, nicht aushält, die ihm direkt informieren, er gefordert wäre, zu handeln, aber gesinnungsgemäß nicht gewillt ist zu handeln oder nicht handeln kann. Ob der Auslöser die direkte Information über die untergriffigste Verleumdung war, daß  er nur eines noch konnte, nämlich zu blockieren, kann nicht beantwortet werden, ist nicht mehr eindeutig im Nachhinein feststellbar. Da die Lächerlichkeit des Blockierens eben erst Thema war, wegen eines Menschen, von dem nicht erwartet wurde, er würde blockieren, kann auf dieses Kapitel verwiesen werden, weil das hoferische Blockieren ebenfalls angesprochen ist, und dieser Verweis auf dieses Kapitel zugleich zeigt, es geht hier in keiner Weise um eine Verteidigung des Bundeskanzlers:

Regierungsprogramm 1718 im Kulturland Österreich

Darin fällt auch ein Name, nämlich Georg Zakrajsek. Ein Mann, der eben erst wegen Verhetzung verurteilt wurde. Ein Mann, der auch von Norbert Hofer schon einmal eingeladen wurde. Wie könnte eine Schlagzeile darüber lauten?

Mit Entsetzen lädt Norbert Hofer zum sportlichen Gespräche ein

Radikalisierte Greise des Establishments schreiben nach Hilfe

Ein Kandidat empfängt einen bereits ausgeschiedenen Waffenrassystenkandidaten

Schießen ist ein schöner Sport – An wen erinnert Waffenrassyst Zakrajsek bloß so?

„Bestien“

Was denkt wohl Norbert Hofer, wenn er Menschen … denkt Norbert Hofer für sich, „entsetzt“ müsse gesagt werden, was zu sagen ist, und, so wahr Gott helfe, selbst werde er dem Bezirksgericht anzeigen, was er über Menschen sagt, beispielsweise: „Bestien“ …

„Damit sich dieses Land, damit sich diese Farben wieder erheben können“

War Norbert Hofer am 3. Februar 2017 „entsetzt“? Während seiner Rede in der Hofburg, die nachgelesen und nachgehört werden kann: https://www.vice.com/alps/article/damit-sich-die-farben-schwarz-rot-gold-wieder-erheben-konnen-norbert-hofers-akademikerball-rede …

„Farben“ sollen „sich wieder erheben können“, also die Farben, die er an diesem Abend auf seiner Brust … Wie beruhigend, das traute sich nicht einmal Jesus Christus zu, Farben zum Erheben zu bringen, er sagte nicht zu Farben: Stehet auf und gehet … er sagte es zu Lahmen. Und er sagte viel über die Pharisäer, wie es Matthäus Jahrzehnte später schrieb, im Kapitel 23 heißt es weiter:

„Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Becher und Schüsseln auswendig reinlich haltet, inwendig aber ist’s voll Raubes und Fraßes!“

Der Mann, der sich nun an die Seitenregeln halten will, war übereifrig, seine Hinzufügung über das „braune Dreckschwein erster Güte“ war unangebracht, sein Posting mit dem Wort „Pharisäer“ hätte er beenden müssen, mit diesem wohl auch heute noch in vielen Messen gepredigten Wort aus den Erzählungen über Jesus Christus, dessen Gott dem Hofer einer sein soll, der ihm so wahr …

„Damit sich diese Farben wieder erheben können“ … Bei dieser hoferischen Ballrede ist auch sofort zu denken an: heute Südtirol und morgen …

„Hofer interviewt Strache“ – Und ewig murmelt Südtirol

„Wohin gehört Südtirol?“ Zu Chemtrails.

Südtirol: Der FPÖ eine Herzensangelegenheit – SH distanziert sich von Akademikerball

Zielführender Umgang mit Postings

Das Entscheidende an dieser Angelegenheit ist aber nicht der mit einem Bibelwort versehene Bezirksgerichtslaufende, sondern ein zielführender Umgang mit Postings. Die Gerichte werden nichts zur Eindämmung von ungeheuerlichen Postings beitragen, wie hier in vielen Kapiteln bereits geschrieben wurde. Aber dieses aktuelle Beispiel von einem Mann, der hinkünftig seine „Kinderstube“ nicht vergessen will, scheint doch ein guter Ansatz zu sein, wie damit umgegangen werden könnte. Deshalb soll abschließend wiederholt werden, was oben bereits geschrieben wurde:

Wie in der Collage gelesen werden kann, hat Christian Kern eine mögliche zielführendere Reaktion auf derartige Postings gefunden, als zum Bezirksgericht zu laufen, als so ein Posting stillschweigend zu löschen. Nämlich zu antworten, darauf hinzuweisen, es werde auf eine faire und konstruktive Diskussion großen Wert gelegt, auch darauf, nicht zu beleidigen. Und wie die Antwort des Posters zeigt, hat dieser Umgang gewirkt; der Poster wolle sich nun nach den Seitenregeln verhalten.

Allerdings ist ein Zusatz durchaus förderlich, wie allenthalben aus eigener Erfahrung mit derartigen Postings, von denen, wie es scheint, niemand mehr unbelästigt bleibt, berichtet werden kann. Es haben Menschen mit diesem zusätzlichen Hinweis tatsächlich von selber ihre Postings gelöscht.

Überdenken Sie, was Sie geschrieben haben. Sie werden dann nur zum Schluß kommen können, es selbst zu löschen. Sollten Sie Ihr Posting dennoch nicht selbst löschen, werden Sie es vielleicht doch eines Tages verstehen können, daß das Löschen für Sie übernommen werden muß, in spätestens drei oder vier Tagen.