Robert Holzmann löst das Pensionsproblem: Verordneter Pensionsantritt spätestens mit 62 Jahren

„Ich wurde von der FPÖ vorgeschlagen, von der Regierung Kurz und Strache nominiert, dadurch auch gewissermaßen eine Strache_Nominierung .“

„Das Pensionsproblem ist einfach zu lösen. Man muß nur sicherstellen, daß die Leute länger arbeiten, und da muß erreicht werden, daß die Leute gesund bleiben, ausgebildet bleiben, und motiviert bleiben. Wenn das erreicht ist und man das Pensionsalter, das effektive Pensionsalter entsprechend anhebt, gibt es keine Finanzierungsprobleme. Die Lösung des Altersproblems über den Arbeitsmarkt wird die Zukunft von Gesellschaften bestimmen. Die Gesellschaften, die es am besten können, die Älteren am Arbeitsmarkt zu integrieren, werden keinerlei Probleme haben und proferieren, denen das nicht gelingt, kommen dann in ein Problem der Finanzierung.“

So Robert Holzmann gegenüber Hubert Patterer in der „Wiener Redaktion“ im Oktober 19.

Wahrlich, Robert Holzmann ist ein Problemlöser.

Wie alle Dotierten von der Kurz-Regierung. Bereits im ersten Monat als Gouverneur hat er eindrucksvoll das Pensionsproblem nicht nur für die Nationalbank, sondern für die gesamte Gesellschaft gelöst, indem er beispielhaft und vorbildlich einen Mann von 62 Jahren den „sofortigen Pensionsantritt verordnete“.

Es ist kurz zusammenfassend unbedingt festzuhalten, wie das Pensionsproblem nach Holzmann gelöst ist.

Es ist nach der holzmannschen Pensionsproblemlösung dafür also zu sorgen, daß „die Leute länger arbeiten“, das heißt bis höchstens zum 62. Lebensjahr. Dabei müssen aber die „Älteren“, die noch nicht das 62. Lebensjahr erreicht haben, „am Arbeitsmarkt integriert“ sein. Und sie müssen bis dahin, also bis zum 62. Lebensjahr, „gesund, gebildet und motiviert bleiben“, damit sie mit dem Erreichen des 62. Lebensjahres in die Pension verordnet …

Schock mit Holzmann

Noch vor der offiziellen Übergabe am 1. Oktober 19 gibt es in der österreichischen Nationalbank, für die der Volksmund schon einen treffenderen kurzen Namen gefunden hat, bereits Turbulenzen mit dem Direktor und seinem Generalgouverneur, der seit dem 1. September in der Nationalbank sitzt, kommend vom Attersee.

„Für einen Knalleffeffekt und größte Aufregung sorgten am Freitagnachmittag der neue Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, Robert Holzmann, und sein Direktoriumskollege, Eduard Schock (beide FPÖ). Sie haben die Personalchefin des Hauses, Susanna Konrad-El Ghazi, gekündigt und mit sofortiger Wirkung suspendiert. Sie musste unter Aufsicht des Sicherheitsdienstes ihr Zimmer räumen und wurde daraufhin aus der Bank geschickt.“

Es schleicht sich bei solch einem Vorgang augenblicklich ein Wort ein, über das die zwei Herren wohl recht mehr wissen, vor allem der Generalgouverneur, der sein Geschichtsinteresse schriftlich bekundete, ein Wort, das hier nur von dieser Gesinnungswelt für eine Sekunde entlehnt wird, nämlich Sippenhaftung.

Susanna Konrad-El Ghazi ist die Tochter von Christian Konrad, und was der identitären Parlamentspartei Christian Konrad ist, das muß nicht mehr ausgeführt werden.

Vizekanzler in Österreich: „Ich habe ein interessantes Video im Netz gefunden! Angesichts dieses entlarvenden Videos […] die Abwahl seiner unverantwortlichen und völlig gescheiterten […] Die negativen Folgen werden uns und unsere Kinder noch jahrelang beschäftigen!“

Dieser Vizekanzler hat in seiner SMS

„Unsere Macht zuerst“ – Schäden und Schulden allen sofort

sich Sorgen gemacht, wie könne ein Direktor in der Nationalbank aus seinen Gesinnungsreihen argumentiert werden, wenn dieser „keine Arbeit“ …

Nun, dieser Vizekanzler braucht keine Sorgen mehr zu machen. Mittlerweile hat er ohnehin andere Sorgen, gesinnungsgemäß die Sorgen, die so viele auf dieser Gesinnungsscholle haben, wenn sie nicht mehr an der Macht sind, und es für alle anderen daran geht, alles aufarbeiten zu müssen, weil sie an der Macht waren und was sie mit dieser Macht anstellten.

Es sieht ganz danach aus, daß für diesen Direktor doch noch eine Arbeit gefunden wurde, wie das knapp erste Besetzungsmonat des Generalgouverneurs es jetzt schon …

(Für ein Gedicht, falls einmal eines geschrieben werden sollte, in dem ein Direktor Arbeit sucht, unbedingt ein Reimwort jetzt schon notieren: Exekutor … Exekutor der Partei — oh, das könnte schon als Titel eines solchen Gedichts genommen werden:

Exekutor der Partei

Es suchte einst Arbeit ein Direktor

Nein, kein Gedicht jetzt, auch wenn der Reim so sauber ist, wie die Vorgänge in der zurzeitigen Ibizabank …)

In einem war der Vizekanzler aber gerade prophetisch:

„Die negativen Folgen werden uns und unsere Kinder noch jahrelang beschäftigen!“

Sie werden sagen, das ist keine Leistung. Schon gar nicht eine prophetische Leistung. Schließlich kennt der Vizekanzler sich selber und seine Mannen und Frauen. Es kann Ihnen nicht widersprochen werden.

So kurz können sie gar nicht an der Macht sein, daß es ihnen nicht gelingt, alles anzustellen, das „uns und unsere Kinder noch jahrelang beschäftigen“ …

Climate Fist Award

Nachdem die ÖVP kurz vor der morgigen Nationalratswahl in Österreich ihr Klimaschutzkonzept der Sonderklasse vorstellte, dürfen ihre nächsten entscheidenden Schritte auf dem Weg des Klimaschutzes, womit sie erst begonnen hat, ihr einen eigenen auszutreten, mit …

… diesem schwarzen Klimaschutzkonzept der Sonderklasse auf den Geschmack gekommen, wäre es keine Überraschung, präsentierte die ÖVP bereits am kommenden Montag – der Montag ist in Österreich stets ein Tag der Qualitätsernte – ihr weiteres kleines ausgetretene Stückchen von ihrem kurzen Weg …

Zu diesem Klimaschutzkonzept außerordentlich passend wäre etwa ihre Stiftung eines Gesellschaftspreises – Climate Fist Award.

Und wer käme als Schutzherr, als Patron für diesen Climate Fist Award in Frage?

Nur einer. Einzig Wolfgang Sobotka, der Wissende, der Mehr-als-Gott-Wissende. Ein nicht namentlich genannt wollender Kardinal habe das Wolfgang Sobotka bereits bestätigen können, durch Überbringung einer Nachricht Gottes, der hinkünftig Wolfgang Sobotka kontaktieren wird, um in seinem Plan einzutragen, welches Tier das nächste sein soll, das auszusterben hat.

Die Menschen hat Gott bereits – und das fiel ihm äußerst schwer – von seiner Liste gestrichen, beschloss doch Wolfgang Sobotka, Menschen „werden nicht aussterben“ — —

Kurz gesagt: „Zöpferl-Diktatur“ und „Klima-Kriegsrecht“ gab es schon

Es wäre eine Überraschung, fiele Norbert Hofer ein, es muß etwas getan werden.

Keine Überraschung hingegen ist es, daß Norbert Hofer gegen die Menschen, die etwas tun, sofort einfällt: „Zöpferl-Diktatur“ und „Klima-Kriegsrecht“.

Bei Diktatur und Kriegsrecht kennen sich die Damen und Herren der identitären Parlamentspartei schließlich aus, wie nirgends sonst. Das sind die Einlagen der von ihnen von klein auf unter den wohlwollenden Augen ihrer Väter gelöffelten Suppe, die ihnen ihre Mütter werktags wie feiertags brennheiß servieren.

Keine Überraschung ist auch, daß Norbert Hofer sich in den Zeiten irrt, wenn er fragt, ob in der Zukunft „Zöpferl-Diktatur“ und „Klima-Kriegsrecht“kommen werden. Die „Zöpferl-Diktatur“, kurz gesagt, gab es schon, in der Vergangenheit.

Es gibt viele Klimaarten, beispielsweise das Klima einer Gesellschaft. Auf das Gesellschaftsklima bezogen, kann ebenfalls kurz gesagt werden: auch das „Klima-Kriegsrecht“ gab es schon, in der Vergangenheit. Näheres dazu können die Expertinnen, vor allem die Experten der identitären Parlamentspartei ausführen, und das tun sie mit rechter Freude mit ihrer gesinnungsgemäßen Pflicht der Deutung der Geschichte.

He.-Chr. Strache und Johann Gudenus redeten sich auf Alkohol heraus, aber auf was kann sich Sebastian Kurz herausreden? Es klingt zwar wie eine „bsoffene Gschicht“, die ein jeder Mensch, der schon einmal beim Branntweiner war, gehört hat, vor allem von Männern, die ihr Leben beim Branntweiner als bsoffene Gschicht …

Gefilmt wurde Sebastian Kurz dabei auch, am 22. September 19, und das ganz legal, er kann sich also nicht auf Alkohol und „Kriminelle“ herausreden, die ihm eine „Falle“ … vielleicht gehört Sebastian Kurz aber zu diesen speziellen Typen, die auch beim Branntweiner ab und an anzutreffen sind, die zwar nichts Alkoholisches trinken, dennoch ihr ganzes Leben beim Branntweiner abhocken und fortwährend in sich hinein murmeln, als wären sie bis oben hin abgefüllt, als wären ihre Körper nichts anderes als Gefäße für Alkohol, und kein Mensch, der ihnen nur einen Augenblick zuhört, könnte einen Unterschied zu dem Gebrabbel der anderen in der Wirtsstube, die tatsächlich bis zum Gelähmtsein besoffen sind, feststellen.

Und wer schon öfters bei einem Branntweiner war, wo stets dieselben Männer beieinander hocken, betrunken und manche auch nüchtern, wird auch das schon festgestellt haben, an einem Tag reden sie so, am anderen Tag so und am nächsten Tag wieder so. An einem Tag murmeln sie: „Wir hatten die Klimakrise.“ An einem anderen Tag murmeln sie, es müsse etwas gegen die …

„also ich tu mir schwer mit solchen versuchen das leben der menschen auf null runter zu reduzieren weil wenn sie das so rechnen dann mach ich ihnen einen vorschlag dann sag ma wir machen solche fernsehdiskussionen nicht mehr weil was das alles aus co2-emissionen auslöst die leut die da herfahren mit dem auto anreisen müssen manche sogar aus den bundesländern vielleicht brauch ma gar nicht dieses studio bauen dann spar ma uns die ganzen emissionen im winter würd ich sagen sendet atv und puls 4 gar nicht mehr dann muss ma gar nicht mehr heizen hier das beste wär eigentlich die leut bleiben nur mehr daheim frieren im winter heizen nicht und ernähren sich möglichst gering weil dann hat ma am wenigsten emissionen am besten wär überhaupt man lebt nicht lang weil dann hat ma noch weniger co2-emissionen“

Barbara Coudenhove-Kalergi das Schreibrecht entziehen

Barbara Coudenhove-Kalergi irrt.

Das Buch von Jason Brennan ist nicht „1916“, wie sie schreibt, erschienen, sondern 2016.

Dennoch schreibt sie die Wahrheit, wenn sie „1916“ schreibt. Ihr Artikel „Können Wähler irren?“ und das Buch „Against Democracy“ gehören tatsächlich in die Jahre 1916 und 1919, nicht in die Jahre 2016 und 2019.

„Brennans These: Demokratie ist die Herrschaft der Ignoranten und der Irrationalen. Besser wäre eine ‚Epistokratie‘, eine Herrschaft der Wissenden. Jason Brennan, Professor für Politikwissenschaften an der renommierten Georgetown-Universität in Washington D.C., nimmt die Resultate demokratischer Wahlen im Laufe der Geschichte unter die Lupe. Er kommt zu dem Schluss, dass diese sehr oft keineswegs im Sinne des Gemeinwohls und der Interessen des Landes ausgefallen sind:“

Schreibt Barbara Coudenhove-Kalergi am 26. September 1919 in der Tageszeitung des österreichischen Qualitätsstandards. Wer die Geschichte allein bis 1919 nur unter die Lupe nimmt, kann auf Thesen gänzlich verzichten, wird anhand der Resultate aristokratischer Herrschaft bloß den Schluß ziehen: Herrschaften der Ignoranz und des Irrationalen.

Und Jason Brennan bringt 1916, so Barbara Coudenhove-Kalergi 1919, den Begriff „Epistokratie, eine Herrschaft der Wissenden“.

Nun, die „Wissende“, das darf angenommen werden, sie zählt sich unbedingt dazu, die „Wissende“ Barbara Coudenhove-Kalergi hätte nicht die weite Welt zu sich auf die Couch holen müssen. Der Begriff „Epistokratie“ geistert auch lange schon in Österreich. Hier in der Variation „Meritokratie“. Und wer in Österreich für eine „Meritokratie“ ist, nun diese Männer, es sind vor allem Männer, wird sie wohl auch – zugegeben, das ist eine Vermutung – zu den „Wissenden“ zählen; keine Vermutung allerdings ist es, dass diese Männer mit Bestimmtheit als „Wissende“ sich selbst verstehen und überzeugt sind, absolute „Wissende“ zu sein …

… „Wissende“, die den Gipfel österreichischen Journalismus —

Mag Barbara Coudenhove-Kalergi auf ihrer Couch mit Amerika korrespondieren, hier, in diesem Kapitel, wird Österreich nicht verlassen. Wer allein die wenigen Monate der letzten Regierung in Österreich unter die Lupe nimmt, mit ihren Beschlüssen im Parlament, wird zu dem Schluß kommen, daß diese sehr oft keineswegs im Sinne des Gemeinwohls und der Interessen des Landes ausgefallen sind. Es darf angenommen werden, daß für Barbara Coudenhove-Kalergi die Männer und Frauen in der Regierung, die Männer und Frauen im Parlament „Wissende“ sind, nach ihren Ausführungen in ihrem Artikel von 1919.

„Hätten die ‚Wissenden‘, also diejenigen, die mehr über Politik und deren Folgen wussten, anders entschieden? Sind Gebildete die besseren Demokraten?“

Und menschgemäß kann es in Österreich, kann es für Barbara Coudenhove-Kalergi nicht ohne Adolf Hitler abgehen, wer auf der eigenen Couch die Welt sitzen hat, macht es nicht darunter.

„Adolf Hitler kam infolge einer demokratischen Wahl an die Macht, in der seine Nationalsozialisten zur stärksten Partei wurden.“

Das ist wahr, die NSDAP wurde stärkste Partei. Aber. Was heißt das: stärkste Partei? In der Wahl im Juni 1932 erhielt die NSDAP rund 37 Prozent, in der Wahl im November 1932 erhielt die NSDAP rund 33 Prozent, verlor sogar rund vier Prozent.

Sie wurde also stärkste Partei mit einem Prozentsatz etwas höher als der von der ÖVP in der letzten Nationalratswahl und ungefähr in der Höhe des für die ÖVP prognostizierten Prozentsatzes in der kommenden Nationalratswahl am 29. September 2019.

Adolf Hitler wurde nicht zum Reichskanzler gewählt, er wurde hinter verschlossenen Türen zum Reichskanzler gemacht. Es ist wahr, daß die NSDAP zur stärksten Partei gewählt wurde, auch in der Wahl im März 1933: mit 43,9 Prozent. Zu diesem Zeitpunkt aber war Adolf Hitler längst Reichskanzler, nämlich seit dem 30. Jänner 1933. Die dritte Wahl innerhalb nicht einmal eines Jahres wurde notwendig, so die verbreitete Begründung damals, weil es NSDAP und Zentrumspartei nicht gelungen war, eine Koalition zu bilden. Deshalb wurde der Reichstag aufgelöst, im März 1933 ein weiteres Mal gewählt. Barbara Coudenhove-Kalergi erwähnt nicht, unter welchen Bedingungen diese Wahl im März 1933 stattfand, wie viele Parteien beispielsweise nicht mehr kandidieren durften. Adolf Hitler regierte bereits rund fünf Wochen, und was eine Herrschaft Hitler schon in diesen ersten Wochen hieß, davon erzählt die Geschichte ausführlich. Aber wer die große Welt bei sich auf der Couch hat, der hat keine Lupe, und die große Welt ist so groß, die wird auch ohne Lupe noch gesehen, besonders wenn diese so nah auf der eigenen Couch hockt. Unter diesen sich entfaltenden diktatorischen Bedingungen kam die NSDAP auf 43,9 Prozent.

Ein Prozentsatz übrigens, den die ÖVP am Sonntag bei weitem nicht erreichen wird. Die Wählerinnen in Österreich haben ebenfalls nicht die türkisgetupfte schwarzblaue Koalition gewählt, auch diese wurde hinter verschlossenen schalltapezierten Türen gemacht, ebenfalls also unter dem vollkommenen Ausschluß der Wählerinnen und Wähler.

Das Ergebnis der Nationalratswahl 2017, für das die Wähler sorgten, bot die Möglichkeit zu vielen Koalitionsvarianten. Nur für die „Wissenden“ war die FPÖ-ÖVP-Koalition die einzige Variante. Und auch die „Wissenden“ in den Medien verbreiteten diese einzige Variante massiv, auch in der Tageszeitung, für die Barbara Coudenhove-Kalergi schreibt.

„Kaiser Joseph II., der große ‚Aufklärer von oben‘, erklärte, noch unter dem Eindruck der Französischen Revolution, der seine Schwester zum Opfer gefallen war: Alles für das Volk. Nichts durch das Volk.“

Oh, wie „groß“ von ihm, die Wähler und die Wählerinnen opfern seine Schwester, aber er, so Coudenhove-Kalergi, erklärt … aus dem Grab heraus, alles für —

Barbara Coudenhove-Kalergi und der zweite Josef, das gibt es schon, in einem Kapitel über „Volkes Stimme“

„Wer nichts weiß und nichts versteht, lässt sich eher von Vorurteilen und Fake-News leiten und ist leichter manipulierbar, findet Jason Brennan. Der Autor von Against Democracy teilt die Wahlberechtigten in Hobbits, Hooligans und Vulcans ein. Hobbits sind Menschen, die sich im Grunde für nicht außer ihrer unmittelbaren Umgebung interessieren. Hooligans folgen dem Wettkampf der Parteien nur so, wie sie als Fußballfans dem Spiel ihrer Lieblingsmannschaft zuschauen. Aber wenn nur die Gebildeten, die Wohlhabenden und Privilegierten wählen dürften, wurde ihm entgegnet, würde dann nicht nur im Sinne der Reichen entschieden und die armen Teufel blieben auf der Strecke? Nein, sagt Professor Brennan. Wenn man die ‚unteren‘ 80 Prozent der weißen Wähler in den USA ausschlösse, wäre das vermutlich genau das, was die armen Schwarzen brauchten. Und das Fazit? Ja. die Demokratie ist angreifbar. Ja, die Mehrheit der Wähler kann auch irren.“

Wäre Brennan nicht ein Politikwissenschaftler von 1916 und wäre Brennan ein Politikwissenschaftler in Österreich, könnte gesagt werden, unter seiner Lupe Österreich, aber ausschließlich die letzte Regierung …

Die Ärmsten haben für Clinton gestimmt, während die Hälfte aller Trump-Wähler Jahreseinkommen über 100.000 Dollar haben. Auch der Bildungshintergrund spielte dabei keine wesentliche Rolle. Unter weißen Wählern mit Hochschulabschluss haben 49 Prozent für Trump gestimmt; 45 Prozent votierten für Clinton.“

Das ist weder von Coudenhove-Kalergi noch von Brennan, sondern von Susan Neiman. Es wurde bereits in einem Kapitel zitiert, das allerdings nichts mit den Vereinigten Staaten zu tun hat, aber sehr viel mit Österreich, mit Steuergeschenken, Postenvergaben usw. Und es ist ein Kapitel, das nicht von den Jahren 1916 und 1919 erzählt, sondern vom Jänner 2018.

Die Einschränkung könnte, nach Brennan und Coudenhove-Kalergi, noch weiter getrieben werden, es könnten überhaupt nur noch „Superwissende“ das aktive und passive Wahlrecht … das wäre darüber hinaus auch äußerst kostengünstig. In Österreich müßte nach Brennan-Coudenhove-Kalergi nur eine sich der Wahl stellen und nur eine noch wählen, eine Frau die eine „Superwissende“ ist, vereint sie doch durch ihre Biographie Journalismus und Politik in sich auf das adeligste.

Das ist eigentlich schon zu viel Beschäftigung, mit einem Artikel von 1919, mit einem Buch von 1916.

Eines doch noch, aber kurz. Vielleicht kommt Amerika noch dazu, wenn es schon so gemütlich bei ihr auf der Couch sitzt, Barbara Coudenhove-Kalergi zu erzählen, daß Donald Trump nicht die Mehrheit an Stimmen hatte, um Präsident zu werden, sondern er sein Amt dem amerikanischen Wahlrecht zu verdanken hat.

Der Entzug des Schreibrechts bedarf aber doch einer gesonderten Erwähnung. Den Wissenden, die etwa in Zeitungen schreiben, das Schreibrecht zu entziehen, wenn sie sich irren, ist keine These, sondern mehr und mehr eine berechtigte Forderung. Und zugleich eine falsche Forderung. Denn. Um beim Beispiel der „Wissenden“ des Journalismus zu bleiben, sie, die Journalistinnen und Journalisten irren sich nicht freiwillig, sie irren sich im Auftrag ihrer Dienstgeber, ihre Irrtümer werden ihnen von ihren Herausgeberinnen, von den Eigentümern der Medien, für die sie arbeiten, vorgeschrieben. Es bleibt also aktuell, was Herr Keuner einst sagte, er wolle andere Zeitungen. Nein, es bleibt nicht aktuell, was Herr Keuner sagte, daß er andere Zeitungen wolle, vielleicht meinte er damit, er wolle andere Massenmedien; die Gegenwart hinkt auch darin hinterher.

Eines noch. Kurz wirklich das Letzte. Das Fazit nämlich.

Wenn du so eine Demokratin hast, brauchst du keine Diktatur gleich in welcher Begriffsmaske mehr.

Das wäre ihr, Coudenhove-Kalergi, Apologetin des Aristokratischen gleich in welcher Begriffsmaske, wohl geantwortet worden, damals 1919, als sie schrieb …

Eine kurze Nacht aus dem Leben einer Biographin

Wie klug er wieder gesprochen hat.

Seine Biographin sagt das, ganz für sich – öffentlich wäre es eine Schmeichelei – in sich hinein, draußen im Gang einer Anstalt eines Fernsehsenders, wo sie gedankenverloren lehnt am Heizkörper, aber nicht um sich zu wärmen, in den Alpen im Herbst ist der Heizkörper kalt, gewärmt ist sie einzig und ganz und gar von den Worten des Mannes, dessen Biographie sie schreibt, autorisiert von seiner Partei, die von ihm ermächtigt.

Später dann, mit ihm allein, und sie weiß, die Frage, die sie ihm stellen wird, ist ungehörig, kritisch über die Grenze des Erlaubten hinaus, aber sie ist neugierig, möchte es einfach wissen, ob all die klugen Silben, die er mit leichter Hand dem Volke Tag für Tag zur Speise gibt, wirklich die seinen sind, in ihm allein geboren, er Vater und Mutter von allen seinen Wörtern.

Und wieder überrascht er sie, wie so oft, seit es ihr erlaubt ward, seine Biographie zu schreiben, gedankenverloren schaut er am Fenster vorbei in die Mauer, als sähe er weit in die Ferne, und gesteht ihr mit gefalteten Händen. Nein. Gar viele meiner Gedanken sind getränkt von dem Wissen der Besten, die ich in langen Nächten studiere, wenn die Lichter erloschen, das Tagwerk im Bewußtsein getan, das Tagwerk zu tun zu beginnen ist. Frank erzählt er ihr von dem Besten der Besten, dem er dienen durfte, der ihm seinen Geist gemeinnützig offenbarte, von denen er auch heute Gebrauch machen durfte.

„Ich glaube, er kann für männliche Jugendliche zur Schule der Nation werden.“

Dem Geiste will er dienen, und so war es für ihn eine Selbstverständlichkeit, seinen Besten der Besten offen zu ehren und in Treue seinen Namen auf das Plakat zu heben:

Österreich braucht seinen Kunasek!

So tief ist es ihm gegeben, seit seinem ersten Atemzuge, in seinem Geiste vorzudringen, in die Tiefe der Tiefen der Philosophie hinabzutauchen, dorthin, wo ihm die Erkenntnis gereift, was dem Lande fehlt, ist nicht eines Mannes Amt, sondern der Geist, dessen Schriften ihn selbst werden ließ, was er wurde. Wie sein Kunasek weiß nun auch er durch ihn selbst, ein Geist macht noch keinen Staat; so ist auch ihm seines Geistes Leitspruch Lebensspruch geworden: Lasset Geister um mich sein.

Wie ihm dies eine Selbstverständlichkeit, so ist es ihm auch eine Pflicht, einem weiteren seiner Besten der Besten darein zu folgen, beizutragen zur „positiven kollektiven Erinnerung an die Leistungen der …“

Später dann, allein in ihrer Wohnung, schämt sich die Biographien, fühlt sich klein, macht sich Vorwürfe, wie wenig sie doch weiß, und sie nimmt sich vor, auch die Nächte zum Studium zu nutzen, wie er, der ihr von der ersten Sekunde an zum Vorbild geronnen ward. Womit aber beginnen? Am besten mit seinem Besten von den Besten, und sie schlägt sogleich seine Schriften auf …

Kameraden

Soldateska

Sagen Sie es ruhig noch peinlicher

Bundesheer, die letzte Schule der Nation

Kahlenberg

Denkmal

Aber, auch das will er ihr nicht verhehlen, sind ihm die Tage schwer, plagen ihn Zweifel, dermaßen, daß an Arbeit nicht zu denken ist. Ist es der rechte Geist, der ihn leitet? Sobald er aber bei einem von ihm ebenfalls verehrten Geist nachschlägt, lösen sich die Zweifel augenblicklich auf, denn mit fester Hand führt in dieser in die Sicherheit, am rechten Wege zu sein.

Als ihr der Morgen graut, bewundert sie den Mann, dessen Biographie sie schreiben darf, noch mehr. Wie viele ganze Nächte musste ihr Gesegneter allein für diesen Geist opfern, um ihn zu studieren, zu verstehen, zu folgen. Und das allein nur für einen seiner Geister der Besten von den Besten. Erfüllt von dem heißen Begehren, ebenso wissensreich zu werden wie er, nimmt sie sich fest vor, schon am Abend desselben Tages den nächsten Geist sich vorzunehmen, von dem sie ahnt, dieser könnte der schwerste Brocken sein, von dem er ihr ebenfalls vorschwärmte und ihn zärtlich nannte: Der Freundliche.

Auch wenn ihr Wissen, so gesteht sie es sich ein, nicht an das seine heranreicht, es für ihn keine Schwierigkeit bedeutet, den Freundlichen zu verstehen, so weiß sie doch eines, zu oft sind gerade die Werke der Freundlichen nicht auf Anhieb zu verstehen, schreiben gerade die Freundlichen eine gar zu dunkle Prosa. Und sie findet sogleich Trost bei ihrer eigenen Schreibe. Wie einfach, wie kurz sind doch ihre Sätze, und wie stolz ist sie jedes Mal darauf, wenn Kinder zu ihr sagen, sie hätten sofort alles verstanden, sie mußten nicht einmal nachdenken, was sie …

NR Harald Stefan schmeißt Norbert Hofer aus der FPÖ.

Ja. Das ist keine Schlagzeile zu einem wirklichen Geschehen in der identitären Parlamentspartei. Es ist, kurz: ein Witzeröffnungssatz.

FPÖ-NR Harald Stefan schmeißt Norbert Hofer aus der FPÖ, weil Norbert Hofer in der Hofburg noch keine Rede über die „Umdeutung der Geschichte“, weil Norbert Hofer wie er selber in der Hofburg noch keine Rede auf die „positive kollektive Erinnerung an die Leistungen der deutschen Wehrmacht“ …

Die Schlagzeile hat es vor kurzem doch gegeben, allerdings mit dem Namen von Hofer, aber nicht mit dem Namen Stefan, sondern mit …

Ausgeführt in der Hofburg hat Stefan nicht, welche „Leistungen der deutschen Wehrmacht“ er konkret in seinem Gesinnungssinne …

Vielleicht denkt er, Stefan, dabei recht konkret an die „Leistung der deutschen Wehrmacht“ bei deren Einmarsch in Österreich, an ihr Auslöschen von Österreich als Staat Österreich.

Warum es aber je keine Schlagzeile geben wird, wie, FPÖ-Obmann schmeißt Harald Stefan aus der FPÖ, ist leicht nachvollziehbar. Sein Gedankengut paßt so recht zu jenem von Norbert Hofer mit seiner Anerkennung von Kornblume und Dinghofer, die seit über einhundert Jahren für antiösterreichische Umtriebe

NS FPÖ, Partei der Hofers durch die Zeitenläufte …

Die Ehe des Herrn Hofer

Nun hat also in diesem September 19 Norbert Hofer einen Antrag eingebracht, um, kurz gesagt, „die Ehe für alle abschaffen“ …

Wenn der Antrag gelesen wird, fällt bei der identitären Begründung sofort ein Name ein, nämlich der von Norbert Nemeth, von einem Burschenschafter, von dem recht lange schon bekannt ist, seine Begierde zur Rückkehr zum Gesetz von 1811.

Nemeth, zur Erinnerung, aus der Bude Olympia verhandelt mit Sebastian Kurz die letzte Regierung

Nemeth, Kurzens Verhandlungspartner, Nemeth, Küssels Solidarisierer, Nemeth, Verbotsgesetzesattackierer…

Und nun bringt sein Chef einen Antrag ein, wie er vom Burschenschafter selber nicht anders hätte formuliert werden können, oder sein Chef war gar sein Kofferträger, und im Koffer nur ein Blatt, nämlich das Blatt zum …

Die harte Bewährungsprobe, die dem Solidarisierer von der Vorsehung auferlegt ward, hat nun also sein Chef beendet, aber zu Ende ist sie nicht, denn sein Antrag seines Chefs fand keine Mehrheit im Parlament … auch sein Chef, und mag dieser der freundlichste in der ganzen odinschen Deutschschaft sein, kann der Vorsehung unergründlichen Bewährungsproben nicht …

Noch etwas fällt an diesem von Norbert Hofer in das Parlament getragene Blatt auf, ganz oben gleich neben seinem Namen steht auch der Name seines identitären Parlamentskameraden Harald Stefan …

Harald Stefan wird von Norbert Hofer nun wohl nicht aus der identitären Parlamentspartei ausgeschlossen werden, wie eben erst vor kurzem M. H., weil diesem, also weil Harald Stefan:

Wesentliches Element, ist die Umdeutung der Geschichte. Der Stolz auf die Leistungen der Vorfahren, etwa die positive kollektive Erinnerung an die Leistungen der deutschen Wehrmacht […]

Es werden sich dafür recht genügend hoferische Gründe finden lassen, warum Harald Stefan unbedingt weiter an seiner identitären Seite im Parlament Anträge … Ach, wie lange ist das schon her, daß Harald Stefan die „Umdeutung der Geschichte, die positiven Leistungen der deutschen Wehrmacht“, und wie auslegbar die stefansche Verkündigung, während das von M. H. gar so frisch und gar so eindeutig …

Markus Huber gratuliert Karl Bockerer, nicht Adolf Hitler zum Geburtstag und Wolfgang Sobotka ladet außerparlamentarische identitäre Gäste ins österreichische Parlament sich recht gern ein

Sie halten das für unwahrscheinlich, daß er Karl Bockerer zum Geburtstag gratuliert? Warum? Weil der Gratulant ein freiheitlicher, also identitärer Mandatar ist?

Wen auch immer Markus Huber vor fünf Jahren tatsächlich gratulieren wollte, darüber will nicht spekuliert werden, und schon gar nicht unterstellt werden, er wollte vor fünf Jahren einer bestimmten Person gratulieren.

Markus Huber hat also vor fünf Jahren an einem 20. April irgendwelchen Personen, vielleicht Adolf Hitler, vielleicht Karl Bockerer, vielleicht einer Tante, vielleicht einem Kameraden, vielleicht allen zusammen gratuliert, aber daß Norbert Hofer fünf Jahre braucht für eine Entscheidung, für einen Ausschluss, für ein Handeln, daß Norbert Hofer, der wieder Minister werden will, daß Norbert Hofer, der jetzt sogar Vizekanzler werden will, fünf Jahre braucht, um zu reagieren …

Dazu kann nur gesagt werden: Gute Nacht, Österreich. Das heißt: schlaflose Nächte und schlechte Tage für alle in Österreich. Ein Staat mit einem Vizekanzler mit einer Reaktionszeit von fünf Jahren kann nur im Ruin enden.

Der nun gefundene Grund für den Ausschluß von Markus Huber durch Norbert Hofer ist keine Suppe, wie es in Österreich heißt, die zu dünn ist, es ist nicht einmal eine Suppe. Es ist, kurz: ein Witz. Ein Wahlwitz.

Gerade Norbert Hofer besitzt die Tollkühnheit, wen aus der freiheitlichen, also aus der identitären Parlamentspartei auszuschießen, gerade Norbert Hofer, der die Anliegen der Pegida verstehende Kamerad …

Norbert Hofer, noch toller als freundlich …

Dieser Wahlwitz ist ein nicht und nicht endender österreichischer Witz.

„Seitens der Freiheitlichen Landespartei hieß es am Samstag in einer Aussendung, dass die Entscheidung Hofers akzeptiert werde. ‚Er wurde am Bundesparteitag von über 800 Delegierten einstimmig mit jenem Rechtsinstrument ausgestattet, von dem er nun Gebrauch macht‘, sagte Landesparteisekretär Michael Schnedlitz. Die Suspendierung sei die ‚erste Konsequenz‘ eines Fehlers, den Huber vor ‚mehreren Jahren‘ begangen habe.“

Es sind keine fünf Jahre her, daß Michael Schnedlitz, so geht der Witz weiter, die außerparlamentarische identitäre Kameraderie feurig begrüßte, und nun rechtfertigt er die „Suspendierung“ von …

Hätte Markus Huber im Jahr 16 vor den außerparlamentarischen Identitärinnen eine Rede gehalten, wer weiß, vielleicht wäre er heute schon Volksanwalt, statt Walter Rosenkranz …

So kurzgeraten Österreich auch ist, der Witz ist dennoch lang.

„Die niederösterreichische ÖVP nahm die FPÖ unterdessen in die Pflicht. Landesspitzenkandidat Wolfgang Sobotka verlangte eine klare Distanzierung der niederösterreichischen Freiheitlichen: ‚Dieses ewiggestrige Gedankengut ist vor dem Hintergrund unserer Geschichte nicht tolerierbar.‘ Die FPÖ habe es bisher nicht geschafft, ihre Geschichte aufzuarbeiten. Anders seien Entgleisungen dieser Art nicht zu erklären.“

Ist das nicht der Wahlwitz besthin? Die türkisgetupfte schwarze Partei will die außerparlamentarischen Identitären verbieten, gleichzeitig ist ihr die identitäre Parlamentspartei nach wie vor eine Sehnsuchtskoalitionspartei … und ihr Wolfgang Sobotka lädt einen identitären Marschierer in das österreichische Parlament ein, er lud den identitären Marschierer nicht vor fünf Jahren in das Parlament ein, sondern in diesem Jahr, im Jahr 19 …

Handelt es sich bei Wolfgang Sobotka um einen, kurz gesagt, „Einzelfall“, oder ist er ein „Cheffall“, wie es bei der freiheitlichen, also parlamentarischen identitären Partei …

NS Eines aber bleibt Norbert Hofer unbenommen. Norbert Hofer liefert zu dieser Nationalratswahl 2019 den kürzesten Witz, als er nämlich sagt, seine Partei sei eine „normale Partei“. „Normale Partei“: das ist schon der Witz: so ganz wie kurz. Das Lachen über diesen hoferischen Kurzwitz wird Ihnen aber wahrscheinlich erst kommen, wenn Sie lesen, was er unter einer „normalen Partei“ …