„So eine Veränderung haben wir nicht gewollt!“

So unglaublich das klingen mag, aber die unglaubliche Aussage des zurzeitigen Bundeskanzlers in Österreich fordert die Erde selbst heraus, mit einer ihrer Natur widersprechenden Aktion darauf aufmerksam zu machen, derartige Ansichten, die auch noch durch Wahlen bestätigt werden, werden ihr Aussehen derart verändern, daß sogar Menschen sagen werden: „So eine Veränderung haben wir nicht gewollt!“

Bei wem der Kanzler am 26. Mai sein Kreuz macht

Dem zurzeitigen Bundeskanzler in Österreich ist die EU ein solches Anliegen, daß er beim Wahlkampfauftakt seiner Partei für die EU-Wahl 2019 eindringlich appellierte, die EU nicht den Chaoten zu überlassen.

Da er um die Kraft der positiven Formulierung weiß, will er, wird gemunkelt, kurz vor der Wahl mit einem letzten Plakataufgebot alles daran setzen, zu verhindern, daß die EU Chaoten überlassen wird. So jung an Jahren er ist, so reich an Erfahrungen mit Chaotinnen ist er. Und dem gilt sein Kampf, den Menschen, die Erfahrungen zu ersparen, die er mit diesen schon erleiden mußte.

Darüber hinaus scheint, so jedenfalls der Eindruck, ihm, dem Bundeskanzler, die EU, doch eine wahre Herzensangelegenheit zu sein, so wie es seiner Regierungspartnerin Europa ist …

„Mit Botschafterin und Präsidenten durch die Welt meiner Werke“ – Biographie des Gemeinsamen

Im Leben eines jeden Menschen kommt unweigerlich die Stunde der Frage, die eigene Biographie zu schreiben, diese doch nicht zu schreiben.

Für Odin Wiesinger könnte die Stunde der Frage nun gekommen sein, jetzt am Höhepunkt, und vielleicht hat er für sich bereits die Antwort gefunden, sich also für das Schreiben seiner Biographie entschieden.

Welchen Titel könnte er seiner Biographie geben? Vielleicht: „Mit Botschafterin und Präsidenten durch die Welt meiner Werke“.

Und welches Motto wäre für solch eine Biographie in Österreich passender, als das weise Wort des allseits verehrten Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen:

„Wir wollen das Gemeinsame vor das Trennende stellen. Das war immer ein Wesenskern des Österreichischen.“

Legt doch gerade das Leben von Odin Wiesinger beispielhaft Zeugnis ab, daß dieser Wesenskern des Österreichischen niemals verraten wurde, bis zum heutigen Tage. Sich je von dem Gemeinsamen zu trennen, eine Vorstellung jenseits von Österreich.

Zum Gemeinsamen stehen, das ist nicht ein Kern des Wesens des Österreichischen, das ist das Wesen des Österreichischen. Mögen in anderen Ländern Menschen trennen, was nicht zum Gemeinsamen gehören kann, weil es das Trennende ist, das niemals das Gemeinsame erstrebt, bleibt in Österreich der Gemeinsinn für das Gemeinsame Lebensborn.

Glücklich zu nennen ein jeder Präsident, der sich darauf verlassen kann, daß seine Regierung Garantin ist für dieses Gemeinsame, und die nicht müde wird, die jede Mühsal auf sich nimmt, die dafür aufsteht, Tag für Tag aufsteht, zu belegen, sie steht für dieses Gemeinsame, wie gerade in diesen Tagen wieder mit der Berufung von Odin Wiesinger.

In welchem Verlag könnte eine solche Biographie des Gemeinsamen erscheinen? Dafür gibt es nur einen Verlag in Österreich, der wie kein zweiter das Wesen des Österreichischen zum Ausdrucke bringt, einen Verlag in Graz. Wie überhaupt Graz sich anbietet, die Berufung von Odin Wiesinger mit der sofortigen Benennung einer Straße, eines Platzes nach ihm, am besten mit der Umbenennung des Hauptplatzes in „Odin Wiesinger – Platz des Gemeinsamen“ zu krönen.

Möglicherweise aber ist das noch zu früh. Odin Wiesinger für noch Höheres bestimmt, ihn der Ruf nach Wien noch ereilen könnte, ist doch zwischen ihm und dem Traditionsminister nichts Trennendes, nur Gemeinsames in der Auffassung auch von Kunst …

Vielleicht doch nicht so rasch, in vielen kurzen Schritten zum Siege des Gemeinsamen am Ende. Jetzt einmal solch eine Biographie des Gemeinsamen geschrieben, dann in einem schönen Druck in Graz herausgebracht und …

Bleibt bloß noch die Frage, wo und wann kann eine solche Biographie authentisch präsentiert werden. Nur ein Ort kommt dafür noch in Frage: Österreichische Nationalbank im Herbst 19.

Eine Präsentation in der Nationalbank, das würde auch die Botschafterin freuen. Ihre Zeit ist sicherlich kurz bemessen, aufgrund der vielen Aufgaben im Ministerium für Europa, Integration und Äußeres. Aber vom Ministerium ist es nicht gar weit zur Nationalbank, um zu dieser Feierlichkeit zu eilen, zur Vorstellung einer solchen Biographie, die, das wäre eine schöne Geste und Bekräftigung des Gemeinsamen, ihr gewidmet.

Manche rechnen bereits damit, daß die Preise für Werke des Odin Wiesinger extrem explodieren werden, und begeben sich auf diese Suche nach solchen

Es machen sich angeblich schon Menschen auf die Suche, ob es beispielsweise Eintrittskarten, Speisekarten, Getränkekarten von dem „Akademikerball“ gibt, mit dem Pärchen von Wiesinger …

Sie sollen schon bei Besucherinnen und Besuchern des „Akademikerballs“ deshalb vorstellig geworden sein, um sich rechtzeitig einzudecken, für das große Geschäft.

Es sind Menschen, die wissen, irgendwann läßt sich alles teuer verkaufen, sie haben ihre Erfahrungen, Beispiele dafür, etwa die künstlerischen Postkarten des Franz Köck …

Menschen sind bereit, das ist bekannt, Liebhaberinnenpreise oder, zutreffender, Gesinnungshabererpreise zu bezahlen.

Sie sollen sich auch schon überlegen, wie sie das anpreisen könnten.

Es soll ihnen der Spruch von Udo Guggenbichler recht gefallen: „Da gehn wir alle hin“.

Gibt es denn eine bessere Werbung für ein Werk als diese, daß ein Werk animiert, motiviert, wohin zu gehen? Odin Wiesinger spricht die Menschen an, und sie gehen zum Ball in die Hofburg …

Was für Höchstpreise, die erzielt werden wollen, stets auch recht vorteilhaft ist, wenn es sich um das Werk eines Künstlers handelt, wie im Fall von Odin Wiesinger, das interpretiert wird, sogar eines, das geschaffen, angeschaffen wurde, für eine Getränkekarte, für eine Speisenkarte, für eine Eintrittskarte … dieses Werk kann mit einer Interpretation aufwarten, die sich kunstkritisch damit auseinandersetzt, weshalb die „Fliege“ …

Odin-Wiesinger-Medaille als Zierde auf dem Schreibtisch des Gouverneurs Robert Holzmann der österreichischen Nationalbank

Nun, da Odin Wiesinger in den oberösterreichischen Landeskulturbeirat einzieht, stellt sich die Frage nicht mehr, ob Robert Holzmann seine Odin-Wiesinger-Medaille in die Nationalbank mitnehmen wird oder nicht. Wer würde diese nicht mitnehmen? Um stolz zu zeigen, von einem derart bestätigten Künstler ein Werk zu besitzen.

Die Odin-Wiesinger-Medaille wird wohl einen Ehrenplatz auf dem Schreibtisch des Nationalbank-Gouverneurs bekommen, ab dem Herbst 19 dann zu bestaunen, von allen, die zu ihm kommen, von nah und fern.

Robert Holzmann, Franz-Dinghofer-Preisträger, Leopold-Kunschak-Preisträger, wie schon einmal anerkennend erwähnt, die ideale österreichische Besetzung für die Position eines Gouverneurs, Odin Wiesinger, Erschaffer der Franz-Dinghofer-Medaille, die ideale Besetzung für …

Und Odin Wiesinger selbst? Er mit seinem Logo, das berühmt ist, von Oberösterreich bis nach Neuseeland, weltweit also, wird sich nun wohl denken, am Ende habe es sich doch der ausbezahlt, immer treu an der Seite von Menschen zu gehen, die der Kunst so recht zugetan, ein Sieg der Ausdauer … vielleicht hängt in seinem Atelier eine Weisheit es längst vergangenen Volksjahren: „Unsere Ehre heißt Ausdauer.“

Wie sind die Menschen in Oberösterreich nun gar zu beneiden, zieht doch mit Wiesinger ein Mann in den Landeskulturbeirat ein, der nicht nur weiß, den Pinsel zu schwingen, den Hammer zu führen, auch mit dem Worte kann er Bilder schaffen, oh, aus dem Steinbruch der Sprache Figuren erschaffen, und sie werden seine Wortschöpfungen von Angesicht zu Angesicht …

Odin Wiesinger, nicht nur eine ideale österreichische Besetzung für einen Landeskulturbeirat, sondern auch der ideale Interviewpartner für den ORF, mit dem sich der ORF jedwede Distanzierung sparen kann … Es werden sich nun noch weitere Künstlerinnen seines Gesinnungsschlages finden, mit denen den Anfängen einer Distanzierungsorgie gewehrt werden kann, die drohte auf Österreich zu kommen …

Darüber hinaus ist die Besetzung von Wiesinger recht stimmig. Die rechte Kunst zur rechten Literatur zur rechten Zeit, Haimbuchner selbst wird es vielleicht selbst zu Genießen wissen, unter einem rechten Bilde recht passende Verse …

Es gibt noch einen Mann, dessen Leitspruch „Unsere Ehre heißt Ausdauer.“ sein dürfte. Wohin, das fällt zu den zurzeitigen Besetzungen ein, wird dieser Mann von der schwarzidentitären Regierung berufen werden? Es dürfte bei diesem Mann schwierig sein, er soll ein Philosoph sein. Anderseits. Für einen Menschen mit solch einer ständig bewiesenen Ehre wird es sich etwas Staatshöchstes finden lassen. Beweist doch gerade die zurzeitige schwarzidentitäre Regierung, eine Kreativitätspotenz zu haben, die an die von Wiesinger allemal heranreicht …

Darüber hinaus. Ein Philosoph wurde ja in der schwarzidentitären Regierung untergebracht. Es gibt hierfür schon Erfahrungen, Vorgehensweisen, so wird es nicht so schwierig sein, einen zweiten … fragen Sie den Innenminister …

GRÖZ

Jan Böhmermann hätte seine Ausstellung in Graz nicht „Deuscthland#ASNCHLUSS#Östereich“ nennen sollen, sondern schlicht wie kurz: GRÖZ.

Dann aber hätte er diese Ausstellung nicht gemacht. Denn. Das hätte geheißen, Jan Böhmermann wäre zuvor in Graz gewesen, hätte einen Stadtspaziergang gemacht und bei diesem seinem Gang durch Graz festgestellt, seine Ausstellung ist schon da, in Graz, eine Ausstellung in Permanenz, ganz Graz, die permanente Ausstellung von Jan Böhmermann ohne Zutun von Jan Böhmermann.

Jan Böhmermann, heißt es nun aufgeregt, provoziere. Aber. Mehr als Graz kann niemand provozieren und vor allem nicht ständig. Schon im Juni 19 werden sich Menschen abmühen, zu erinnern, da sei doch was gewesen, im Mai 19, eine Ausstellung, die wo mit Satire was gehabt haben soll …

… es soll irgendwelche Aufregungen um diese … und irgendwann wird diese Ausstellung abgebaut sein, bleiben wird, bleiben wird, wie je, Graz als ständig provozierende Ausstellung.

Graz, die Stadt, die Österreich im Gesamten verkörpert, die Österreich ausstellt. Ein angemessener Titel dafür: GRÖZ.

Was hätte Jan Böhmermann zur Erkenntis bringen können, seine Ausstellung ist längst schon da als ständige Ausstellung, und provoziert als nicht ausgewiesene Satire ständig, zeigt der Welt, wie Österreich ist, Österreich ist Graz, Graz ist Österreich in all seinen Vergangenheiten, Gegenwarten und schlimmsten Ahnungen für sein Zukünftiges – GRÖZ.

Es sind die Wege, Straßen, Gassen, Plätze, die mit ihren Namen auf Graz, um Graz und weit um Graz herum verweisen, also auf ganz GRÖZ.

Es kann Ihnen nur empfohlen werden, besuchen Sie die Ausstellung GRÖZ. Es ist auch die bequemste Ausstellung, die Sie je erlebt haben werden. Denn. Sie werden keinen Zeitdruck haben. Sie brauchen sich um keine Öffnungszeiten zu kümmern. GRÖZ ist immer geöffnet, vierundzwanzig Stunden täglich das ganze Jahr über, am Werktagen, an Sonntagen, an Feiertagen. Ohne körperliche Anstrengung. GRÖZ ist von der Fläche her eine kleine, eine sehr kleine Ausstellung. Bei einem gemütlichen Spaziergang durch die Stadt sind Sie im Nu bei allen Stationen gewesen.

Vielleicht beginnen Sie ihren Spaziergang mit dem Kernstockweg … Sie können den auch auslassen, und gehen gleich von der Kernstockgasse los — Rudolf-Hans-Bartsch-Straße

… Wenn Sie die Gedenktafel für den „Ehrenbürger Bartsch“ lesen wollen, dann hinauf auf den Schloßberg, auch dieser bequem und mühelos zu erreichen. Der Ehrenbürger zwingt jetzt doch zu einer Berichtigung. Auch GRÖZ hat Sinn für Satire der Kritik. So schreibt GRÖZ auf ihrer offiziellen Website:

„Rudolf Hans Bartsch schrieb ab 1908 zahlreiche Romane, Erzählungen und Novellen, die nach Aussagen heutiger Kritiker das alte Österreich oft sentimental verklärten. Bereits für seine ersten Werke wurde er positiv rezensiert und gelobt. Sein Schubert-Roman ‚Schwammerl‘, eines der erfolgreichsten Bücher vor dem Zweiten Weltkrieg, diente 1916 als Vorlage zu der Operette ‚Das Dreimäderlhaus‘, die auch verfilmt wurde. In seiner Heimatstadt Graz wurde eine Straße nach ihm benannt. Geboren am 11. Februar 1873 in Graz, Ernennung zum Ehrenbürger am 17. März 1932.“

Dann wieder hinunter vom Hügerl in die Conrad-von-Hötzendorf-Straße

Nur nebenbei, wegen des von im Straßennamen. Es sind zwar in Österreich und also in GRÖZ Adelstitel verboten, aber das Identitäre ist doch näher als das Gesetz … Und wer weiß, vielleicht eines Tages, dann stimmen dafür schon die Straßennamen, nicht nur der von Hötzendorf, sondern auch von, es gibt für diese in Graz viele, für den Kaiser, für die Kaiserin, die keine war, aber die vieles geliefert hat, von dem heutzutage Identitäre recht gut leben …

Andreas_Hofer-Platz — Andreas-Hofer-Straße — Ginzkeygasse — Paula-Grogger-Weg — Paula-Grogger-Büste, Ehrengalerie GRÖZER Burg — Franz-Nabl-Weg

— in die Hofgasse vielleicht zum Schluß, zum Firmensitz einer Familie, die für sich schon eine Ausstellung ist, für Österreich exemplarisch steht …

… von der Hofgasse haben Sie es dann nicht mehr, obgleich in GRÖZ davon gar nicht die Rede sein kann, weit zur Ausstellung von Jan Böhmermann, und sollte diese noch geöffnet sein, gehen Sie hinein …

… und wenn nicht, gehen Sie die paar Schritte zurück in die Hofgasse, in die Hofbäckerei, die befindet sich gegenüber vom oben erwähnten Firmensitz der Familie, die in sich alles vereint, was GRÖZ ist, bis herauf zu den Identitären und bis hinunter zum Adel

Und weil der Spaziergang kurz und nicht anstrengend ist, gehen Sie zum Abschluß noch auf den Hauptplatz. Vielleicht läuft Ihnen der Bürgermeister über den Weg. Fragen Sie ihn, was er Ihnen hätte empfohlen, in GRÖZ für Ihren Spaziergang … seine Antwort sozusagen als letzte Ausstellungstafel —

Kurz rechnet in einer Ausstellung mit Österreich ab: Der ORF distanziert sich von den provokanten und politischen Aussagen kurzischen Kabinetts. Aber wie Sie wissen, darf Parteipolitik alles und der öffentlich-rechtliche Rundfunk künstliche Meinung wiedergeben.

Ehe es ein Aufheulen gibt, das stimme nicht, das sei so nie gesagt worden, im ORF, von Clarissa Stadler, es gäbe auch keine Ausstellung von Kurz, in der er mit Österreich abrechne, gleich zu Beginn deshalb die Wiedergabe des Originals vom Montag, 6. Mai 19, das aber nichts kenntlich machen würde:

„Böhmermann rechnet in einer Ausstellung mit Österreich ab. Der ORF distanziert sich von den provokanten und politischen Aussagen Böhmermanns, aber wie Sie wissen, darf Satire alles und der öffentlich-rechtliche Rundfunk künstlerische Meinung wiedergeben.“

Was das für eine Distanzierungsorgie wäre! Würde im ORF das immer gleich nach einem Beitrag mit „provokanten und politischen Aussagen“ von Personen aus dem Kabinett Kurzens gesagt werden. Allerdings. Zutreffend ist „provokante Aussagen“, ungenau ist „politische“, zutreffend „parteipolitische Aussagen“. Das heißt nicht, Parteipolitik könne nichts mit Politik zu tun haben, aber zur Zeit hat Politik nur recht besonders mit Parteipolitik zu tun, ist Politik abgeschafft und ersetzt durch totale Parteipolitik …

Was das für eine Distanzierungsorgie wäre.

Was der ORF wiedergeben muß, sind die künstlichen Meinungen (künstlich im Sinne von nachgeredet) des schwarzidentitären Kabinetts, das darüber hinaus an den ORF auch die Erwartung hat, der ORF hat sich von diesen nicht zu distanzieren, sonst gibt es Folgen …

Was das für eine Distanzierungsorgie wäre.

Es wird wohl schon daran gearbeitet, dem ORF zu helfen, diesem die Mühe abzunehmen, sich distanzieren zu müssen, wenn ein Künstler … es müssen ja auch nicht Künstlerinnen zu Wort kommen, von denen gewußt wird, sie verursachen nur Arbeit, Distanzierungen formulieren zu müssen, aufsagen zu müssen, Sendezeit zu verschwenden … Nicht, daß keine künstlerischen Meinungen im ORF mehr vorkommen sollen, aber von Satirikerinnen, die so provokant sind wie das schwarzidentitäre Kabinett …

Ach, wäre es bloß so einfach, daß es „acht Millionen debile“ Österreicherinnen und Österreicher wären. Alles wäre damit erklärt. Alles verständlich, verstehbar. Aber es sind keine „Debilen“. Wobei Böhmermann allerdings zu fragen ist, der in diesem Interview meint, Menschen seien nicht Ratten zu nennen, worin genau der Unterschied bestehe zwischen „Ratten“ und „Debile“. Für die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen, auf die auch Böhmermann fixiert ist, gab es in der Behandlung von Menschen, die ihnen entweder „Ratten“ oder „Debile“ waren, keinen Unterschied …

Auf die „Debilen“ ist Böhmermann aber nur gekommen, weil ihm Christian Konrad mit den sechseinhalb Millionen „Debilen“ von Professor Schuster gekommen ist, Schuster hat die konradschen „Landsleute“ so bezeichnet, und nicht Thomas Bernhard, was Konrad „erschüttern“ sollte, ist, immer noch nicht unterscheiden zu können, zwischen Bühnenfigur und … weiter sollte Konrad „aufregen“, mit nichts Neuem aufwarten zu können, sondern nur mit seit Jahrzehnten Vermodertem Fragen zu stellen. Mit einem hat Böhmermann in seiner Antwort darauf recht, das Rad der Zeit habe sich tatsächlich weitergedreht, aber es seien inzwischen nicht acht Millionen, weil es schon damals nicht sechseinhalb Millionen waren, das Rad der Zeit hat sich weitergedreht, inzwischen ist einer, der oben auf dem Balkon mit ausgestrecktem Arm brüllend stand, zurzeitiger Vizekanzler in Österreich, der meint, es werde nach ihm geschrien, aber es schreien keine Millionen nach ihm … ein Blick in die Meinungsumfragen dazu reicht … Figuren, wie er, werden gemacht, an Montagen hinter verschlossenen Türen in voller Gleichgültigkeit gegenüber Möglichkeiten, die Wahlergebnisse auch anbieten …

PS „Kurz rechnet in einer Ausstellung mit Österreich ab.“ Das ist eine falsch formulierte Zeile in der Kapitelüberschrift. Die Ausstellung einer Abrechnung wird es erst geben, wenn die Menschen in Österreich zusammengerechnet haben werden, was ihnen das Ausmalen des Kabinetts mit der Kurzfarbe kostete. Und das kann dauern, die Abrechnung der Kosten von dem ersten und damals noch schüsselschwarzen Kabinett ist bis heute noch nicht fertig ausgestellt.

PPS „Kurz rechnet in einer Ausstellung mit Österreich ab.“ Das ist insofern nicht falsch formuliert, als Kurz sich immer selbst ausstellt, und er dabei stets mit dem Österreich nachredend abrechnet, das seine Kumpane (und es sind vor allem Kumpane recht laut zu hören, weniger Kumpaninnen) gesinnungsgemäß gegen ihr Österreich ausgetauscht wissen wollen.

Verwachsen, aber mit einem einzigen Mund

Ein Raumpfleger findet im Papierkorb einer Redaktion ein zusammengeknülltes und also zum Wegwerfen bestimmtes Blatt Papier. Offensichtlich einen Artikel. Einen viel zu lang geratenen Artikel. Fast alle Sätze sind durchgestrichen. Nur ganz wenige Sätze sind nicht dem Streichen zum Opfer gefallen. Der Raumpfleger nimmt diesen radikal zusammengestrichenen Artikel mit. Er will diesen seiner Tochter als Beispiel zeigen, wie erfahrene Journalistinnen ihre Artikel bearbeiten, ehe diese in Druck gehen. Er will den radikal gekürzten Artikel seiner Tochter geben, die sich bei ihrem Vater stets darüber beklagt, daß ihr Professor sie immer schelte, ihre Artikel würden ihr immer viel zu lang geraten, es gelänge ihr nicht, das Wesentliche herauszuarbeiten, es gelänge ihr nicht, ihre Artikel auf das Entscheidende zu beschränken. Deshalb will der Raumpfleger, dessen Tochter Publizistik studiert, den radikal gekürzten Artikel zeigen, damit sie sieht, wie erfahrene Journalistinnen ihre Artikel so lange bearbeiten, bis nur noch das Entscheidende und das Wesentliche …

Der Raumpfleger streicht das zusammengeknüllte Blatt mit dem radikal gekürzten Artikel glatt, er schreibt die nicht durchgestrichenen Sätze fein säuberlich ab, und da er kein Blatt Papier hat, schreibt er die übriggebliebenen Sätze auf die Seite des 10. Mai 19 in seinen Kalender. Zuerst will er seiner Tochter das Blatt mit dem radikal zusammengestrichenen Artikel zeigen, und dann das Ergebnis, den endgültigen und also auf das Entscheidende und auf das Wesentliche beschränkten Artikel.

Gleich nach der Begrüßung beginnt seine Tochter zu erzählen, wieder einmal, auch heute habe der Professor ihr vorgehalten, ihr Artikel sei wieder viel zu lang, er könne das Wesentliche, das Entscheidende aus ihrem Artikel nicht sofort herauslesen

Der Raumpfleger hört ihr zu, wie immer, aber er nickt nur, gibt ihr nicht das Blatt mit dem radikal gekürzten Artikel, zeigt ihr nicht sein Kalenderblatt mit der von ihm fein säuberlich abgeschriebenen Essenz des auch einem erfahrenen Journalisten in ersten Entwürfen viel zu lang geratenen Artikels:

Die Thesen von Kurzens Tingel-Tangel-Leiter
Strache zum Antifaschismus
Es ist die Ära der Denkwerkstätten. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) richtete einen Thinktank ein. Dafür abgestellt wurde ein Dienstposten, der mit Heinz-Christian Strache besetzt wurde. Die antifaschistische Plattform Stoppt die Rechten hat nun zu Strache recherchiert und einige bemerkenswerte Informationen herausgefunden. Strache weiter, dass die Frage erlaubt sein muss, ob „der neue Faschismus nicht auch wie ein falscher Prophet unter dem Deckmantel des ‚Antifaschismus‘ daherkommen könnte“.

Später, beim Zubereiten des Abendessens wirft der Raumpfleger mit den Kartoffelschalen auch den radikal gekürzten Artikel weg. Das Kalenderblatt mit seiner fein säuberlichen Abschrift freilich wirft er nicht weg, ist auf dem doch auch notiert, wie viele Stunden er an diesem Tag gearbeitet hat. Das muß er sich merken, das braucht er ja noch, für die Abrechnung.

Beim Essen dann fragt der Raumpfleger seine Tochter, die er immer fragt, wenn ihm etwas seltsam, unerklärlich vorkommt, warum denn wer eine Denkstatt zusätzlich dafür brauche, dafür ein Dienstposten geschaffen werde müsse, nur um das ohnehin Eigengesagte noch einmal gesagt zu bekommen, das komme ihm vor, als wären sie verwachsen, mit vielen Händen, mit vielen Beinen, mit vielen Rümpfen, aber mit einem einzigen Mund …

Sungear-Parade at Vienna, Austria

Ach, wie stolz könnten sie doch darauf sein, so etwas wie die Europride vor über achtzig Jahren schon gehabt zu haben, sie müssen sich dafür nicht schämen, sie müssen nichts „zugeben“, als wäre das ein verbrecherischer Akt, eine Parade zu machen, sie könnten sich stolz hinstellen und ehrenreich verkünden, schon ihre Ahninnen, vor allem ihre Ahnen hatten bereits eine Europride, genannt wurde sie damals wohl noch anders, die Welt war einst noch nicht so deutsch …

Das würde ihnen zur Fahnenehre gereichen, freudig offen in einem patriotischen Akt zu feiern, der Tradition ihrer Vorfahren nie den Einlaß verwehrt zu haben, zu der die Aryanpride oder Sungear parade

Sie haben dafür auch viel herzuzeigen, auf das sie stolz sein könnten. Etwa den Köck Franz. Der Franz Köck hat ihre Europride gar hübsch, ohne Scham, ohne Verklemmung ein künstlerisches Postkartendenkmal gesetzt … und die Stockerischen ohne eine Sekunde des Bedenkens und ganz der Lobby ergeben dies vertrieben …

Stattdessen, stattdessen aber wettern sie gegen einen Mann, schreiben von ihm, er selbst hätte „zugegeben“, geradeso, als hätte er ein Verbrechen begangen, ein Verbrechen wird „zugegeben“, aber nichts sonst braucht „zugegeben“ zu werden, für sie ist er Schlimmeres noch, sie werfen ihm vor, er hätte selbst „zugegeben“, zwar nicht ein Verbrechen begangen zu haben, aber er hätte „zugegeben“, er selbst ist ein Verbrechen. Und wohin Menschen nach solcher Gesinnung gehören, deren Existenz allein ihnen schon ein Verbrechen sind, das sollte die Vergangenheit niemals vergessen, wenn sie der Gegenwart gedenkt …

Stattdessen, stattdessen aber wettern sie gegen eine „Lobby“, als wäre „Lobby“ etwas gar recht Schlimmes. Dabei wissen sie selbst recht genau um deren Wichtigkeit. Haben sie doch selbst Lobby über Lobby … wer alle diese noch zählen kann, wird in der Mathematik eine große Karriere machen.

Portrait eines christlichsozialen Putschisten

Im Juli 19 werden es 85 Jahre her sein, daß Anton Rintelen für die kurze Zeit einer Rundfunkansage zum Bundeskanzler in Österreich ausgerufen war. Viel länger dauerte auch der gesamte nationalsozialistische Putsch nicht, noch am selben Tag war klar, das wird nichts mit dem mörderischen nationalsozialistischen Versuch der Machtübernahme in Österreich, und drei Tage später war es mit dem gewaltsamen nationalsozialistischen Umsturzversuch endgültig vorbei. Es sollte dann vier Jahre dauern, daß es den Nationalsozialistinnen mit ihrer barbarischen Gesinnung doch noch gelang, die Macht in Österreich zu übernehmen, die Nationalsozialisten Anton Rintelen aus dem Gefängnis entließen, in dem er lebenslänglich einsitzen sollte.

Das freilich ist in der digitalen Galerie der Österreichischen Galerie Belvedere nicht zu erfahren, wird das Gemälde von Franz Köck angesehen. Zu erfahren ist: „Bundesminister Dr. Anton Rintelen“. Von Franz Köck gemalt ist. „Stilistische Epoche: Moderne vor 1945.“

Freilich ist es nicht die Aufgabe einer Galerie, auch die Geschichte der Gemalten zu erzählen, und das wird auch nicht gefordert.

Deshalb wird es hier erzählt. Aber nicht, weil es interessiert, was Anton Rintelen vor 85 Jahren verbrochen hat, was er, kurz zusammengefaßt, als christlichsozialer Landeshauptmann in der Steiermark, als christlichsozialer Minister für zwielichtige Rollen spielte, daß er durch die mordende Unterstützung der Nationalsozialisten sich zum Bundeskanzler machen wollte, daß er ein Mittäter der mordenden Nationalsozialistinnen war, und während seiner gesamten Laufbahn ein, kurz gesagt, Intrigant war, sein größtes Talent die Intrige war, von ihm eingesetzt nur für sein persönliches Weiterkommen, für seine Gier nach Macht.

Bilder wurden immer schon, gleich wie die Technik war, eingesetzt, und nicht für hehre Ziele, so ist es immer schon wichtig gewesen, zu wissen, wie mit Bildern umzugehen ist, die vorgesetzt werden, um getäuscht zu werden …

Es wird vor allem deshalb erzählt, weil sein Gemälde von Franz Köck, der auch Adolf Hitler, auf den Rintelen für seinen persönlichen Machtaufstieg setzte, vorteilhaft zu malen verstand, in der Belvedere vorbildhaft zeigt, wie sie aussehen, die für eine Gesellschaft tatsächlich Gefährlichen. Es sind nicht jene, wie vor allem nach wie vor in Österreich gemeint wird, die etwa beim Branntweiner, beim Heurigen, im Fußballstadion, auf bestimmte Gesinnungsart zensurierte Websites etwas brüllen, etwas schreiben, mit ausgestrecktem Arm, das nach Anklage nach dem Verbotsgesetz klingt, die tatsächlich Brüllenden sehen aus wie Anton Rintelen, so sehen Nationalsozialistinnen, so sehen Faschisten, mit einem Wort kurz die Rechten aus, so gibt sich die Antidemokratie, wie Anton Rintelen auf dem Gemälde in der Belvedere: ordentlich gekleidet, verantwortungsvoll aufgesetzte Miene, durch und durch vertrauenserweckend, um die Zukunft der Menschen besorgt, klug erscheinend, belesen, ganz und gar in der Wahrheit lebend, das Wort Lüge ihnen gänzlich unbekannt, ihr Leben ganz dem Dienst zum Wohle der Menschen geweiht, so sehen die, um es kurz zu wiederholen, tatsächlichen Zerstörer aus, und das kann nicht oft genug wiederholt werden, wer die tatsächlichen Zerstörerinnen sind, die, wird von diesem Gemälde in der Belvedere alles heruntergekratzt, was oben angeführt ist, also, um es kurz zu wiederholen: ordentliche Kleidung, verantwortungsvolle Miene, vertrauenserweckend, Wahrheit, geweihter Dienst zum Wohle der Menschen, ist zu sehen der Mensch beim Branntweiner, beim Heurigen, im Fußballstadion, beim Hinterlassen von Kommentaren auf Websites …