Soeben erschienen: „Pegida – Was ein Wähler will: NDP, FPÖ und Front National“

Gerade in den identitären Kreisen gibt es ein Kreisen um die Klage, ihre Schriften würden ignoriert werden, für ihre Schriften gelte nicht die Meinungsfreiheit – ein recht erbitterter Klager ist Helge Morgengrauen von der ZZ der FPÖ, den es gar recht erbittert, wie die Schriftsteller und die wenigen Schriftstellerinnen heute ein Dasein in der Dunkelheit fristen müssen, und das nur, weil sie dunkler Zeit lebten und schafften.

Auch heute lebenden Schriftstellern ist diese Klage nicht fremd, etwa Siegfried Eisele, wie bereits gelesen werden konnte.

Es wird ihn wohl auch diesmal, darf gehofft werden, freuen, daß er nicht nur ernstgenommen wird, sondern seine Beiträge auf der Plattform des Unternehmens Facebook sogar zusammengetragen wurden zu einem brandaktuellen Roman, der hier kostenlos heruntergeladen werden kann:

„Pegida – Was ein Wähler will: NDP, FPÖ und Front National“.

Ein Wähler weiß schließlich, wen er wählt, was er will, er weiß auch, weshalb gerade diese drei Parteien … Es hat auch etwas mit Tradition, mit der Vergangenheit zu tun, die nicht für alle finster …Um das nicht im Dunkeln zu lassen, zwei Hinweise noch:

Beim Lesen der FPÖ-ZZ ist es nicht weit zu NPD und Pétain: „Arbeit, Familie, Vaterland“

Front National und Patriotismus

Und wenn morgen, am 2. Februar 2015, der erste Pegida-Marsch in Wien stattfinden wird, mit an der Spitze wohl mit seinem Sprecher und Schreiber der FPÖ-ZZ, werden einige diese eiseleschen Einblicke in die Gedankenwelt eines bekennenden Wählers der FPÖ, der auch NDP und Front National an die Macht gewählt sehen will, und Befürworters von Pegida bereits gelesen haben, und wissen, was davon zu halten ist …

„Ein neuer Eurofaschismus mit Südtirol als symbolischem Startpunkt“ und die Ballpolkarede von He.-Chr. Strache nicht ohne Südtirol

Wie die Umsonst Österreich berichtet, habe He-Chr. Strache in seiner gestrigen Rede in der Hofburg auf dem Heimatsschwindlerball auch über Südtirol gesprochen. Damit nicht vergessen wird, was Südtirol in der identitären Gemein-Schaft für eine Bedeutung hat, ist es doch besonders hervorzuheben:

Straches Brandrede auf dem Akademikerball 2015 in der Hofburg

„Österreich“ berichtet über die Wortpolka des He.-Chr. Strache auf dem gestrigen Ball in der Hofburg.

Im September 2014 wurde in der ZZ der FPÖ darüber deutlich aufgeklärt: „Ein neuer Eurofaschismus mit Südtirol als symbolischem Startpunkt.“ Es sei, berichtet die Umsonst, auf dem gestrigen Ball in der Hofburg das „Deutschlandlied“ gesungen worden. Das darf nicht verwundern, scheint es gesinnungsgemäß doch Österreich gar nicht zu geben, wie die ebenfalls im September 2014 veröffentlichte Frage in der FPÖ-ZZ nahelegt: „Gehört Südtirol zu Italien oder zu Deutschland?“

Das ist doch gesondert festzuhalten. Was zum gestrigen Ball sonst zu sagen ist, wurde bereits gesagt:

Heimatsschwindlerball in der Hofburg – Von der skandalösen Feigheit der Republik Österreich.

Heimatsschwindlerball in der Hofburg – Von der skandalösen Feigheit der Republik Österreich

Ein Polizist, der gestern gefragt wurde, auf welchem Weg jetzt wegen der Absperrungen denn die U-Bahn-Station Karlsplatz doch noch erreicht werden könne, brachte es mit seiner hinzugefügten Erklärung auf den Punkt:

„Das Platzverbot ist wegen dem WKR-Ball.“

Nicht einmal ein Polizist nennt den FPÖ-Ball einen Akademikerball

Und wegen des WKR-Balls kommt es Jahr für Jahr zu einer Steuergeldverschwendung. In diesem Jahr, 2015, wird die Steuergeldverschwendung, die die Republik Österreich zu verantworten hat, mindestens, wie im Vorfeld des gestrigen FPÖ-Balls zu lesen war, mindestens eineinhalb Millionen Euro betragen (für die FPÖ umgerechnet in die alte Währung: mindestens einundzwanzig Millionen Schilling).

Dieser Steuergeldverschwendungsskandal ist ein Skandal der Republik Österreich, sie ist für diesen Steuergeldverschwendungsskandal verantwortlich, denn die FPÖ verzichtet nicht und wird je nicht auf das symbolische Machtzentrum der demokratischen Republik Österreich verzichten. Eine Verantwortung für diesen Steuergeldverschwendungsskandal von der FPÖ einzufordern, ist sinnlos. Der FPÖ ist die Steuergeldverschwendung je egal. Zu sehr liebt es die FPÖ, an den besten Adressen der Stadt Wien aufzutreten und zu tanzen – die FPÖ, die sich stets als Partei der sogenannten kleinen Leute verkaufen will, aber die mit den sogenannten kleinen Leuten nichts gemein hat, bloß deren Wahlstimmen will und deren Steuergeld verschwenden. Die FPÖ wird nicht auf ihren WKR-Ball verzichten, aus Verantwortungsgefühl (das besitzt sie nicht), zu verlockend ist es für die FPÖ, einmal im Jahr mit ihrem WKR-Ball zu demonstrieren, wie mächtig sie sei, die Republik Österreich es nicht wage, ihr die Hofburg zu verweigern.

Es ist eine feige Republik. In Deutschland beispielsweise bringen private Organisationen mehr Mut auf als die Republik Österreich: Für Burschenschaften nicht einmal mehr Privaträume … Soweit will hier gar nicht gegangen werden, und soweit wurde hier auch nie gegangen. Es gibt andere Orte, auch für den WKR-Ball … Entsprechende Vorschläge können hier ebenfalls nachgelesen werden: Auf zur Wartburg – zum WKR-Ball 2013

FPÖ-Ball Hofburg 2015

Wenigstens für einen Puff wird es ein erfreulicher Abend gewesen sein. Mit einer unbezahlbaren Werbung, so mitten im Stau zu stecken. Mit garantierter Geldeinnahme statt Steuergeldverschwendung.

Es ist eine feige Republik. Und die Feigheit in dieser Republik hat viele Namen. Einer dieser Namen ist Heinz Fischer. Es ist eine vielfältige Feigheit, also nicht nur eine in bezug auf den WKR-Ball der FPÖ in der Hofburg, sondern auch, um ein sehr aktuelles Beispiel zu nennen, das Abdullah-Zentrum … Es wird in Zusammenhang mit dem Personenkultzentrum von höchsten Staatsverantwortlichen von einem Neustart gesprochen, wie vor rund einem Jahr Heinz Fischer von einem Neustart des WKR-Balls der FPÖ sprach … Neustart ist in Österreich nur ein anderes Wort für Fortsetzung der Feigheit. Der Seufzerpräsident fährt am 27. Jänner 2015 nach Auschwitz, um tief bewegt zu sein, sich an die Grauen des Faschismus zu erinnern, aber es ist ihm keine Mahnung, daß vor seiner Bürotür jene FPÖ tanzt, deren ZZ erst vor wenigen Wochen klar und unmißverständlich ein „Wiederbeleben des Faschismus“

Diese Feigheit der Republik Österreich ist ein noch größerer Skandal als der Steuergeldverschwendungsskandal, das ist der eigentliche Skandal.

Es ist zu befürchten, diese Feigheit wird nicht aufhören. Es wird also weiter gegen den WKR-Ball der FPÖ in der Hofburg demonstriert werden müssen. Von – auch von Heinz Fischer ist hier nichts mehr zu erwarten. Zu sehr arbeitet er daran, in die Geschichte als weiser Staatsmann eingehen zu wollen. Aber darauf braucht er nicht zu hoffen. In die Geschichte wird er menschgemäß eingehen, aber bloß mit der Anekdote, die Bruno Kreisky zugeschrieben wird, wohin Heinz Fischer geht, wenn …

Damit einst gesagt werden kann, es gab nicht nur Feigheit in dieser österreichischen Republik, wird weiter gegen, aber nicht nur gegen den WKR-Ball der FPÖ in der Hofburg demonstriert werden müssen. Auch dagegen, daß die Republik Österreich die Verantwortung und die Schuld an den Demonstrationen gegen den WKR-Ball der FPÖ in der Hofburg abwälzen will, sich selbst und damit auch die FPÖ mit ihren identitären Heimatsschwindlerinnen weißwaschen will. Ist die Feigheit der Republik Österreich schon ein Skandal, so ist der absolute Skandal, wie leichtfertig demokratische Prinzipien zugunsten eines Heimatsschwindlerballs in der Hofburg aufgegeben werden wollen. Auch dafür gibt es viele Namen in Österreich. Einer dieser Namen ist Ursula Stenzel, wie bereits ausgeführt wurde: „Da Stenzl radikalisiert mi“

PS Wie verantwortungslos die FPÖ ist, wie egal der FPÖ das Verschwenden von Steuergeld ist, wie gierig die FPÖ nach Verschwenden von Steuergeld ist, beweist sie gleich am 2. Februar 2015 wieder mit ihrer Demonstration Pegida … Und das darf behauptet werden, denn schließlich sagt die FPÖ selbst, von He.-Chr. Strache aufwärts, die „wahre Pegida“ zu sein, und schließlich ist der Sprecher der Pegida ein Trommler der FPÖ-ZZ … Wer wir dann in der „Zur Zeit“ darüber berichten? Damit es gesinnungsgemäß recht objektiv ist, vielleicht wieder Georg Immanuel Nagel, der über die „Identitäre IS-Demo“ im September 2014 schrieb, wie harmlos diese den Polizisten …

PPS Ein Besucher des Heimatsschwindlerballs sprach in einem gestrigen Interview irgendwas von der zweihundertjährigen Tradition der Burschenschaften … Eine auf Treu‘ ehrenreiche Tradition – es ist tatsächlich 200 Jahre her, als diese Tradition, mit der 2015 noch dem Steuergeldzahler und der Steuergeldzahlerin auf der Nase herumgetanzt wird, mit einer Bücherverbrennung auf der Wartburg …

Abdullah-Zentrum, Seyyed Mohajerani – Wären die „Satanischen Verse“ nicht geschrieben worden, hätte es auch keinen Mordauftrag gegeben

Seyyed Ata’ollah Mohajerani hat es, als er noch im Iran war und nicht im Direktorium des Abdullah-Zentrums saß, nicht so deutlich formuliert:

„I asked, if the fatwa had never been issued? There was a sharp smile from Mr Mohajerani. ‚If the book had not been written, there would have been no fatwa issued,‘ he said.“

Heute sitzt er, der ehemalige iranische Kulturminister, also im Direktorium des Abdullah-Zentrums in Wien …

Abdullah-Zentrum - Kein Buch - Keine FatwaEs wurden hier schon viele Gründe angeführt, wie nachgelesen werden kann, die gegen ein solches Personenkultzentrum sprechen. Ein Grund, der ebenfalls kein Argument für ein solches Zentrum ist, wurde noch nicht erwähnt.

Das Zentrum wird genannt: „Internationales König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog“ ( „KAICIID“) …

Wird allein von der Zusammensetzung des Direktoriums ausgegangen, muß gesagt werden, dieses Zentrum hat mit Kultur nichts zu tun, aber alles mit Religionen. Wird zusätzlich der aktuelle Abdullah-Bericht des Kurz-Ministeriums berücksichtigt, in dem auch über Arbeitsbereiche, Aktivitäten informiert wird, ist hauptsächlich über Religion zu lesen, Kultur kommt im Grunde bloß als Überschrift vor mit sehr wenigen und äußerst vagen Absichtserklärungen; wenn „Interkulturalität“ im Zentrumsnamen vorkommt, muß es halt auch irgendwie erwähnt werden … Hier wird also Kultur nur in Verbindung mit Religion … und die bestimmende Macht ist die Religion, auch über Kultur …

Abdullah-Zentrum - not possible to cancel the fatwaDas paßt gut zu Österreich. Wenn in Österreich nachgedacht wird, wie Österreich in der Welt besser verkauft werden könnte, als Kunst- und Kulturland, werden auch nicht Kunst- und Kulturschaffende eingeladen, daran an führender Stelle mitzuarbeiten, sondern der leitende Angestellte der römisch-katholischen Kirche. Aus Geldmangel ist nun nichts daraus geworden. Glücklicherweise. Für die Einsicht, daß aus Geldmangel daraus doch nichts wird, Österreich als Kultur- und Kunstland besser zu vermarkten, mußte vorher über fünfhunderttausend Euro verschleudert werden …

Abdullah-Zentrum - Mohajerani

„At one point, a majlis deputy demanded to know if Mr Mohajerani would personally kill Salman Rushdie if he came face-to-face with him. The future minister would not clarify his views on the matter.“ (The Independent, 19. Dezember 1997)

Kurz wird auch noch überlegt, ob nicht doch etwas über Arya Samaj geschrieben werden sollte, ebenfalls im Direktorium des Personenkultzentrums sitzend, über diese national-fundamentalistische – nein, es reicht …

Das Wesentliche ist gesagt. Es ist unhaltbar, daß in einem Zentrum, das in seinem Namen auch „Interkulturalität“ führt, nur Religiöse sitzen …

Und was wirklich dringend benötigt werden würde, das wurde auch schon geschrieben …

Bis nach Auschwitz gehts noch, aber von da an zieht sich der Weg

Glücklicherweise ist es Nestroy erspart geblieben, auch von Auschwitz wissen zu müssen. So konnte er noch von Stockerau schreiben, um über die beschwerliche Reise von Wien nach Amerika zu reden …

Heinz Fischer - Abdullah-Zentrum - Auschwitz

Bundespräsident Heinz Fischer: „Ich persönlich möchte zuerst einmal den Bericht lesen, den der Herr Außenminister verfaßt hat, der ist heute dem Ministerrat vorgelegt worden, zu einer Zeit, wo ich schon in Auschwitz war, ich werde das morgen auf meinem Schreibtisch vorfinden.“

Bis nach Auschwitz gehts noch, aber von da an zieht sich der Weg, von der Vergangenheit in die Gegenwart, könnte die gestrige Reise von Bundespräsident Heinz Fischer beschrieben werden. Über Auschwitz, die Vergangenheit, weiß Heinz Fischer klare und eindeutige Worte zu finden – „unauslöschliche Schande“, über Saudi-Arabien, die Gegenwart, weiß Heinz Fischer dampfend schöne Worte zu finden – „beeindruckende Entwicklung des Landes“, „großer Staatsmann“ …

In der Nacht war Heinz Fischer schon wieder zurück – von Vergangenheit nach Vergangenheit gehts ja rasch … im Studio der Zeit im Bild, um zum Abdullah-Zentrum zu sagen, er möchte, wie der Kardinal, dämpfend wirken

Ach, läge Saudi-Arabien bloß auch in der Vergangenheit, was für klare und eindeutige Worte würde dann sogar Heinz Fischer … Wie viele Teile der heutigen Welt müßten in der Vergangenheit liegen, damit eine klare ablehnende Haltung in der Gegenwart und, viel wichtiger noch, ein eindeutiges Widerhandeln, ein klares Handeln gegen alle unauslöschlichen Schanden…

Aber wird Heinz Fischer gesehen, wird nicht nur das Gesicht des österreichischen Seufzerpräsidenten gesehen, sondern auch die Gesichter von so vielen Staatspräsidenten, von so vielen Regierungsverantwortlichen aus der ganzen Welt, über deren Reisen ebenfalls gesagt werden kann, bis nach Auschwitz gehts noch, aber …

Gedenkveranstaltungen sind gut und wichtig. Aber, im Angesicht der heutigen Welt mit all den nach wie vor und nicht weniger werdenden unauslöschlichen Schanden, sollten all die Regierungsverantwortlichen, deren Handeln kein tatsächliches Handeln ist, nicht einmal ein Bemühen um ein tatsächliches Handeln gegen all die unauslöschlichen Schanden ist, nicht mehr zu Gedenkveranstaltungen eingeladen werden, ihnen also nicht weiter eine Plattform geboten werden, auf der sie sich als das präsentieren können, was sie nicht sind, und vor allem, was sie nicht tun, den Grausamkeiten der Gegenwart tatsächlich Einhalt zu gebieten, ganz im Gegenteil, wird etwa an Barack Obama gedacht, dem der kürzlich verstorbene saudische Terrorkönig ein „aufrichtiger Freund“ war, ein „mutiger Führer“ …

Diesem Mißbrauch von Gedenkveranstaltungen durch höchste Regierungsverantwortliche ist Einhalt zu gebieten. Es kann nicht der Sinn von Gedenkveranstaltungen sein, höchsten Regierungsverantwortlichen Trost zu spenden, sie seien auch gute Menschen. Wenn sie dieser Bestätigung bedürfen, sollen sie sich diese von ihren Familien ausstellen lassen. Es darf mit Sicherheit angenommen werden,  das werden sie in ihren Familien ohnehin zu hören bekommen, wie gut und lieb sie sind – auch die Führer hatten und haben ihre Liebsten, die ihnen bescheinigen, gute … Es kann nicht der Zweck von Gedenkveranstaltungen sein, daß höchste Regierungsverantwortliche die Gelegenheit bekommen, sie als Mittel für ihre Zwecke zu mißbrauchen, und dabei auch noch alle zu ermahnen, aus der Vergangenheit ja zu lernen, einer derart grausamen Vergangenheit ihr Niemals wieder! entgegenschleudern zu können, während sie selbst in der Gegenwart …

Auskunft und Sicherheit – Polizeicasino Rennweg

Rund um die S-Station Rennweg in Wien gibt es derzeit, 17.00 Uhr, eine große Polizeiabsperrung. Während ein Polizist keine Auskünfte erteilt, weshalb, und unter Hinweis auf eine entsprechende Anweisung darauf vertröstet, das könne morgen, vielleicht, in der Zeitung gelesen werden, ist ein anderer Polizist doch dazu bereit, Auskunft zu erteilen, weshalb diese großflächige Absperrung: „Es ist eine Bombe gefunden worden.“

Während der auskunftsunwillige und möglicherweise Befehle akkurat befolgende Polizist  – darauf konkret angesprochen – nichts davon hält, Bürgerinnen und Bürger zu informieren, ist es gut zu wissen, daß es auch andere Polizisten gibt, für die Auskunftspflicht gegenüber Bürgerinnen und Bürgern auch eine wahrzunehmende Pflicht ist.

Ob es aber tatsächlich gut ist, wie in einem Casino, vom Glück abhängig zu sein, eine Auskunft zu bekommen oder nicht, kann nur mit einem Nein beantwortet werden.

Was es mit der Bombe auf sich hat, wo die Bombe gefunden wurde, kann morgen in den Zeitungen, vielleicht, gelesen werden.

PS Es wird wohl ein falscher Alarm gewesen sein. Denn jetzt um 17.30 Uhr des 28. Jänners 2015 gibt es keine Absperrung mehr, keine Polizisten sind mehr zu sehen. Soher kann von dieser Absperrung kein Foto mehr gemacht werden. Zu spät auf die Idee gekommen, ein Bild zu machen. Umsonst der nochmalige Weg zur Schnellbahnstation Rennweg. Und doch wieder nicht ganz umsonst. Jetzt beim Blick in den Rennweg hinunter, fällt auf, wie sonderlich diese Absperrung war. Wenn die Absperrung zur Sicherheit der Menschen gedacht war, kommt jetzt ein Gefühl der Unsicherheit auf. Während sogar in der Ungargasse im Bereich der Station Polizeiabsperrungsbänder geklebt waren, ging der Betrieb in der Station weiter, konnte in den dort befindlichen Geschäften in Ruhe eingekauft werden. Für so einen möglichen zukünftigen Fall unbedingt vormerken, bei einer Polizeiabsperrung unbedingt darauf zu achten, ob nicht trotz der polizeilichen Absperrungsbänder innerhalb des potentiellen Gefahrenbereiches aufhältig, sich in falscher Sicherheit wiegend … Auch in bezug auf die Sicherheit noch einmal der unbehagliche Eindruck, wie in einem Casino, vom Glück abhängig zu sein, ob trotz Polizeiabsperrungsbänder innerhalb oder doch außerhalb der Gefahrenzone …

„Da Stenzl radikalisiert mi“ – akademisierter FPÖ-Ball 2015 in der Hofburg

Nach eines langen und schweren Leiharbeitstages auf dem Weg nach Hause durch die wienerische Nacht wurde vor dem Karl-Marx-Hof ein Spruch aufgeschnappt: „Da Stenzl radikalisiert mi.“

Menschgemäß in diesen Tagen nach den Morden in Paris besonders sensibilisiert, vor allem durch Johanna Mikl-Leitner, die vor den Gefahren des Terrors warnt und gemeinsam mit ihrem Amtskollegen Kurz das ihnen Denkmöglichbeste gegen Radikalisierung unternimmt, ist es selbstverständlich, sofort Erkundigungen einzuholen, wer das sein könnte, der radikalisiert, wer also der Stenzl ist. Aber das Suchen im Internet führt zu keinem Prediger, zu keinem Imam, zu keinem Scheich mit solch einem Namen. Wie auch gesucht wird, das Ergebnis ist stets Ursula Stenzel …

Ursula Stenzel, Bezirksvorsteherin des ersten Bezirks in Wien, der sogenannten Innenstadt …

Akademiker-vulgo-wkr-Ball - Di Stenzel radikalisiert miAllmählich muß begriffen werden, es war ein Hörfehler. Es wurde – im Dialekt doch nicht so bewandert, deshalb in das Standarddeutsche übersetzt – nicht gesagt, der, sondern die Stenzel radikalisiert mich … Das ergibt Sinn. Das paßt kornscharf zu dem, was über die Forderungen von ihr nun gelesen werden kann: Assistenzeinsatz des Bundesheeres, Vermummungsverbot, der gesamte erste Bezirk als Sperrzone und so weiter und so fort.

Am 30. Jänner 2015 möchte also die Bezirksvorsteherin der illustren Gesellschaft für ihren Ball in der Hofburg ein herrschaftliches Ambiente bieten, ihr den gesamten ersten Bezirk als Ballsaal schenken, ungestört vor den Menschen, die noch auf Demonstrationen gehen, die noch etwas davon halten, daß einer gewissen und einschlägig amtsbekannten Gesinnung nicht das symbolische Machtzentrum eines demokratischen Staates überlassen wird, sie möchte den ehrenreichen Bürgerinnen und Bürgern in Uniform und Balltracht einen lustigen Tanzabend mit Säbel bescheren, unbehelligt von „linksextremen Kräften“, wie Ursula Stenzel alle jene nennt, die eine klare Haltung zu diesem Ball in der Hofburg

Vielleicht sind der christschwarzen Bezirksvorsteherin mit freiheitlicher Diktion bei dieser ihrer Forderung nach einem „Assistenzeinsatz des Bundesheeres“ Erinnerungen hochgekommen, an für ihre Partei glorreichere und also bessere Zeiten, wie einfach es damals doch war, den Menschen zu zeigen, wohin sie gehören und wo sie zu bleiben haben, auf keinen Fall in der Innenstadt …

Das ist von Ursula Stenzel menschgemäß nicht als Ausgrenzung dieser Menschen gedacht, es ist bloß eine Zuweisung an den für sie vom Himmel zugewiesenen Platz, und es ist bloß eine Klarstellung, wer in der Innenstadt sich bewegen darf, nämlich jene, die auch gesittet die nobelsten Adressen der Innenstadt für sich zu nehmen wissen … Als Expertin dafür, was demokratiepolitische Selbstmorde sind, ist sie selbstverständlich gegen Ausgrenzung. Deshalb will sie auch am 30. Jänner 2015 für die ehrenreichen Bürger und Bürgerinnen die Grenzen der Hofburg weiten, dieser so treu zur Demokratie aus einer Zeit, als Gesellschaft noch Volksgemeinschaft hieß, stehenden Gemein-Schaft, die der Bezirksvorsteherin eine recht fesche Regierungspartnerin möcht‘ sein … Ob Ursula Stenzel heute noch schwelgend nachsinnt, wenn sie durch ihre Innenstadt tänzelt, wie die Jahre waren, als … was waren das doch für verschwenderisch herrliche Zeiten, als Wolfgang Schüssel, dessen Abgang die Bezirksvorsteherin bedauerte, mit der identitären Gemein-Schaft in einer Regierung … Ganz gegenwärtig sind noch die Leistungen dieser Regierung, an diese muß nicht erinnert werden, denn staunend werden sie heute noch gelesen, aber nicht in den privaten Studierstuben, sondern 

Unterwerfung von Michel Houellebecq – Ein europäischer Universitätsroman

Es gibt in diesem Roman Sätze, die werden noch handschriftlich in ein Notizheft zu übertragen sein. Welche Sätze das sind, das wird nicht verraten, nur so viel, es sind, wie sie mit Bestimmtheit genannt werden, nicht die pornographischen Stellen …

Eine Passage aber muß hier notiert werden, eine, die nicht in das Notizheft kommt, denn sie würde die anderen entwerten, durch ihre Schilderung der gegenwärtigen Situation, in der hyperventiliert wird …

Das sei ein Roman über eine islamistische Machtübernahme, aber durch demokratische Wahlen. Das kann menschgemäß, gerade in Europa, mit seiner Geschichte, nicht beruhigen. Das muß gerade gegenwärtig zur höchsten Aufmerksamkeit, Wachsamkeit, Widerrede führen. Es wird auf die Passagen gestarrt, die vom Islam handeln. Nun, beim ersten Lesen der Unterwerfung drängt sich ein anderes Bild auf. Es ist ein Universitätsroman, der von Schwächen erzählt, von Rückgratlosigkeit, von Verlockungen, von der Hiflosigkeit des Mannes mit seinem Starren auf sein Gehänge, von der generellen Anfälligkeit für das Autoritäre, gerade unter den Gebildeten. Es ist die Vorführung des Menschen, besonders des Mannes, und darauf kann der Mensch, besonders der Mann, nicht stolz sein. Nichts mehr, das er sich hoch anrechnen kann. Erbärmlich, klein und bereit, sich allem zu unterwerfen, was seiner Karriere förderlich erscheint, allen sich anzudienen, die für seine Karriere dienlich sein könnten …

Es ist ein Universitätsroman, der in Frankreich angesiedelt ist, aber ebenso könnte dieser auch – ja – in Österreich spielen. Erst vor ein paar Tagen mußte in einer Veranstaltung in einer österreichischen Kleinstadt das Gejammer angehört werden, es würde für ihre Forschungsarbeiten zu wenig Geld fließen, dabei sei doch gerade ihre Forschungsarbeit zum Thema Rechtsextremismus … die Aussichten auf Karrieren sehr gering …

Unterwerfung - Mischung aus beidemUnd eben erst der Beitrag im österreichischen fernsehen über diesen Roman – Kulturmontag, Martin Traxl: lange schon eine Wegschaltgarantie –, doch heute, wollte doch gesehen werden, wie darüber berichtet wird. Selbstverständlich so vorhersehbar wie nichtssagend. Wenn dieser Roman vor Fertigung dieses Berichts überhaupt gelesen wurde, wurde dieser so gelesen, wie er zu lesen vorgegeben ist … mit dem Starren auf die islamistische Machtübernahme … Das Wort „Identitäre“ kommt in diesem Bericht nicht einmal vor, dabei spielen sie in diesem Roman eine äußerst wichtige Rolle. Von Beginn an. Es dauert sehr, sehr lange bis im Roman das angesprochen wird, was so viele hyperventilieren läßt.

Aber in Österreich über Identitäre zu sprechen, heißt, über die FPÖ sprechen zu müssen, auch in Österreich über Identitäre zu sprechen, heißt, über Organisierte Glauben anders sprechen zu müssen, als gesprochen wird, in Österreich über Identitäre zu sprechen, heißt auch, über Pegida anders sprechen zu müssen, eigentlich über alles, das heißt, politisch vor allem über Sozio-Ökonomie zu reden … mehr als nur zu reden, endlich anders zu wählen, anders zu handeln …

Damit scheinen viele, zu viele zu sehr gefordert zu sein. Vielleicht mischt sich auch schon die Sorge um den Erhalt des erworbenen kleinen eigenen Glücks darin, vielleicht auch schon eine Vorleistung und dadurch Hoffnung auf die doch noch ganz große Karriere … wer kann schließlich heute schon wissen, wer morgen in Österreich regiert … Es ist ja nie ganz verkehrt, beispielsweise bei der Gestaltung von Berichten Meinungsumfragen nicht ganz unberücksichtigt zu lassen. Und es kann auch verstanden werden, was wäre das noch für ein Leben, sich plötzlich das Grillen nicht mehr leisten zu können, oder, zu einer Grillparty in die Hinterhofgartenvilla des Herrn – falls dann nicht auf eine ältere Amtsbezeichnung zurückgegriffen wird – Informationsministers nicht eingeladen zu werden …

Wie leicht mit diesem einen Zitat es schon nachvollziehbar wird:

„[A]ber der ganze Artikel war ein einziger Aufruf an seine früheren traditionalistischen und identitären Freunde. Es sei tragisch, bekundete er leidenschaftlich, dass eine irrationale Feindseligkeit gegenüber dem Islam sie daran hindere, die folgende Gewissheit nicht zu erkennen: Sie seien in den wesentlichen Punkten im völligen Einklang mit den Moslems. Was die Ablehnung von Atheismus und Humanismus angehe, die notwendige Unterwerfung der Frau und die Rückkehr des Patriachats: Ihr Kampf sei in jeder Hinsicht derselbe. Und dieser Kampf, der für den Beginn der neuen Etappe einer organischen Kultur notwendig sei, sei heute nicht mehr im Namen des Christentums zu führen; es sei der Islam, die jüngere, einfachere und wahrhaftigere Schwesternreligion (weshalb sei denn beispielsweise Guénon sonst zum Islam konvertiert […]. Die Homo-Ehe, der Schwangerschaftsabbruch oder die Frauenarbeit seien unmissverständlich und entschieden abzulehnen.

Abgesehen davon waren wir weder Rassisten noch Faschisten – nun ja, im Grunde schon, um ganz ehrlich zu sein, einige Identitäre waren zumindest nicht weit davon entfernt, aber ich auf keinen Fall, niemals. Die Faschismen erschienen mir schon immer als ein gespenstischer, albtraumartiger und falscher Versuch, toten Nationen wieder Leben einzuhauchen[.]“

Das steht in einem Roman, der in Frankreich spielt, und ein Jugendlicher aus Österreich, der statt bei der FPÖ sich zu engagieren, eine weite Reise ohne Aussicht auf Karriere sich antut, sagt, denkt und schreibt über sich sein Portrait als ein identitärer Moslem … Wie hier gelesen werden kann, ist aber Firas Houidi keine Romanfigur, und auch Andreas Laun ist keine Romanfigur, weiter auch die Zur Zeit ist kein erfundenes Magazin von Michel Houellebecq, sondern eines von einem Abgeordneten des österreichischen Parlaments geführtes …

Es bleibt nur zu hoffen, dieser Roman bringt Identitäre nicht dazu, den Moslem in sich zu entdecken, und Moslems nicht dazu, den partei-organisierten Identitären in sich … und beide zusammen nicht dazu, ein Wahlbündnis … Denn dann, dann würde es tatsächlich ganz gefährlich eng in Europa werden, für jene, die weder islamische Identitäre noch identitäre Moslems sind, würde das Europa, wie es noch gekannt wird, nicht mehr erkennen zu sein. Aber noch gibt es Möglichkeiten, diese so viele zum Hyperventilierenden bringende Fiktion nicht Wirklichkeit werden lassen, so wirklich werden zu lassen, wie beispielsweise den Opportunismus der Identitären, die so leicht zwischen Parteien zu wechseln bereit sind, Parteien zu gründen imstande sind, aus persönlicher Gier nach …

PS Die Danksagung am Ende des Buches weist im Grunde schon darauf hin, daß es ein Universitätsroman ist:

„Ich habe an keiner Universität studiert, und alle Informationen über diese Institutionen stammen von […]. Sollten meine Beschreibungen einigermaßen glaubwürdig erscheinen, so habe ich das ausschließlich ihr zu verdanken.“

Es wird also nicht gedankt für Informationen über den Islam, sondern …

PPS Ein Zitat, fällt jetzt gerade noch ein,  aus diesem Roman wurde bereits vor einigen Tagen gebracht, eines über einen im Buch öfters angesprochenen Schriftsteller, der von dem derzeitigen Papst, der auch keine Romanfigur ist, zitiert wird – herzwärmend

Barbara Rosenkranz und Georg Pegida Nagel: „Hauptverursacher des Terrorproblems – Ideologie des Multikulturalismus“

Es sollen – selbstverständlich wird das gewußt – keine Witze mit Namen gemacht werden, aber bei Georg Immanuel Nagel … Jedoch nicht deshalb, weil gemeint wird, er sei eine Witzfigur. Doch bei dem seinem Vornamen Immanuel muß unweigerlich an Kant gedacht werden, und diesen Vornamen hat er sich noch nicht verdient, also jedenfalls mit dem Geschwefel, das er bis jetzt für die Zur Zeit der identitären Gemein-Schaft schrieb – und an Frau Katharina Mittelstaedt von der Qualitätszeitung „Der Standard“ direkt gerichtet: er schrieb nicht, er schreibt, er schreibt für die ZZ des NR Wendelin Mölzer, gesinnungsgemäß auch für den Andreas Mölzer, aber für wen ist ein Ehemaliger noch von Interesse …

Richtwert für zukünftige Wahlen - 250 Stimmen FPÖDer Vorname Pegida scheint nicht nur passend zu sein, weil er zum Sprecher vorgeschickt, sondern auch deshalb, weil er sich die Welt so einfach und schlicht zurechtschreibt, wie die Pegida so einfach und schlicht gegen die Welt, die ihr nicht recht geheuer genug ist, marschiert … Übrigens, am 2. Februar 2015 sollen, wie zu lesen ist, 250 Menschen unter der Flagge Pegida in Wien marschieren. Es scheint bei den Identitären es ein wenig knapp zu sein; so viele waren auch bei der FPÖ-Demonstration in Simmering: Richtwert für zukünftige Wahlen

In der Nummer 4 vom 23. bis 29. Jänner 2015 schreibt Georg Pegida Nagel:

„Der Hauptverursacher des Terrorproblems, die Ideologie des Multikulturalismus, darf auf gar keinen Fall angezweifelt werden, denn das gehört zur sakrosankten Zivilreligion.“

Es gab schon Menschen, die aus Ehrerbietung und als sichtbares Zeichen ihrer Verehrung eines bestimmten Menschen, eben den Namen dieses bewunderten Menschen annahmen. Vielleicht ist Georg Pegida Nagel für derartiges empfänglich und es darf in absehbarer Zeit von einem Georg Barbara Nagel … Es kann aber auch sein, daß NR Barbara Rosenkranz Nagel nachschreibt. In Anbetracht seines Alters aber und wie lange schon die identitäre Gemein-Schaft im Multikulturellen den Untergang ihres Abendlandes sieht, ist das doch mehr als unwahrscheinlich …

In der Nummer 4 vom 23. bis 29. Jänner 2015 schreibt Barbara Rosenkranz:

„Das Ende von Multikultopia. Mit den Menschen aus anderen Kulturen haben wir auch deren Götter ins Land geholt. Hier das Volk, das die Bedrohung der Überfremdung erkennt und dagegen protestiert, weil es die Folgen am eigenen Leib verspürt. So wird der Zeitgeist das Opfer seiner eigenen Ideologie. Es sind die multikulturellen Utopien, von denen unsere Funktionseliten nicht lassen wollen, die uns gefährden. Zu unserer Sicherheit müssen wir sie dazu zwingen.“

Georg … Nagel kann keine Witzfigur sein, wenn seine Ausführungen doch die gedanklich beeinflußte Güte einer NR, die auch Abgeordnete im österreichischen Parlament ist, haben. Die Vorstellung, daß Nagel als ein glücklicher Mensch gedacht werden kann, ist nicht abwegig, denn er hat seine Tant‘ gefunden … Ob darüber seine Eltern glücklich sind? Vielleicht auch nicht, weil sie sich von ihrem Kind eben mehr erhofften, als sie ihm den schönen Vornamen Immanuel gaben.

Ermordeter Zigeuner – Zum Bedenken am Heldenplatz am 30. Jänner 2015

Menschen, die ob des Wortes Zigeuner jetzt gleich politisch korrekt aufheulen wollen, ist eingangs sofort zu entgegnen, es wird mit Absicht das Wort Zigeuner verwendet, weil diese Menschen in Österreich (aber leider nicht nur, sondern in ganz Europa) nach wie vor als Zigeuner gehandelt und widerwärtig behandelt werden. Jenen, die möglicherweise beim Lesen irgendwann politisch korrekt auch bemängeln wollen, es werde nur von dem Zigeuner gesprochen, aber nicht von der Zigeunerin, ist gleich auch zu sagen, es geht hier ausschließlich um das nach wie vor sehr verbreitete Zigeuner, das wohl auch und nicht unwesentlich beiträgt zur unhaltbaren Lage von Frauen und Männern, die pauschal als Zigeuner

FPÖ-Akademikerball 30 Jänner 2015Nun wird also für den 30. Jänner 2015 eine Veranstaltung angekündigt, mit einem Text, in denen Zigeuner nicht vorkommt, obgleich es auch um das Gedenken an die Massenmorde der nationalistischen Totaldiktatur des deutschen reiches geht. In der Ankündigung geht es um Antisemitismus, um Rassismus, aber ein Platz für noch ein Wort wollte nicht mehr gefunden werden: Antiziganismus … Es werden Reden auch angekündigt. Bloß, ein Zigeuner wird keine Rede halten dürfen. Allerdings. Ein Zigeuner wird das machen dürfen, was einem Zigeuner in Österreich gerade noch zugestanden wird, wobei vorausgesetzt wird, es wissen alle um die sogenannte Herkunft des angekündigten Musikers …

Ach, wie edel und politisch korrekt, der Zigeuner darf musizierend „Jetzt Zeichen setzen“ …

Ein Zigeuner wird das also machen dürfen, was einem Zigeuner in Österreich gerade noch zugetraut wird – Musik. Und darin werden am 30. Jänner 2015 die Menschen, die in der Hofburg tanzen werden, und die Menschen, die vor der Hofburg, auf dem Heldenplatz, gegen den identitären Ball auftreten werden, sich einig sein … Musizieren können sie, die Zigeuner … Vielleicht wird sogar in der Hofburg getanzt werden zu …, nein, bestimmt wird dazu getanzt werden, zu dem einen oder anderen Walzer, zu der einen oder anderen Mazurka, zu … Zu später Stunde wird vielleicht eine „volksdeutsche“ Ballbesucherin rufen: Und jetzt die Zigeunerpolka

Ach, wie wunderbar wird das sein, am 30. Jänner 2015, Hofburg und Heldenplatz einig in der Liebe zur Zigeunermusik

Was einem Zigeuner allerdings in Österreich nicht zugestanden wird, ihm übelgenommen wird, ist, wenn er beispielsweise bettelt, sogar dann, wenn er es musizierend macht …

Was einem Zigeuner allerdings in Österreich nicht zugestanden wird, ist ein Gedenken am 30. Jänner 2015 auf dem Heldenplatz, ein Gedenken an die Morde in Oberwart, die vor zwanzig Jahren, am 4. Februar 1995, verübt wurden, aus ebenden Gründen, genauer, Nichtgründen, weshalb am 30. Jänner 2015 auf dem Heldenplatz ein „Zeichen“ gesetzt werden will.

Was bei einem Zigeuner allerdings in Österreich unter sofortiger Zustimmung immer noch gefragt wird (wie in der Collage gelesen werden kann), am 24. Jänner 2015, ob er „auch ein paar Merkmale von einem Menschen“ …

Wie unerträglich das sein wird, am 30. Jänner 2015, identitär besetzte Hofburg und politisch-korrekt besuchter Heldenplatz einig darin, wie schrecklich, oh wie schrecklich und unmenschlich die Vergangenheit war, dieses NS-Regime – komm, Zigeuner, spiel uns dazu auf –, es war so barbarisch, daß wir deiner Gegenwart nicht gewahr, niemals wieder – spiel, Zigeuner – darf das – Zigeuner, tanz dazu – geschehen, hier und jetzt – red‘ nicht, Zigeuner, spiel – Zeichen setzen, gegen das, was passiert war – siehst du, Zigeuner -, Österreich erinnert sich, was vor siebzig Jahren geschah, Österreich vergißt das NS-Regime nicht – warte, Zigeuner, warte -, vielleicht in siebzig Jahren wird sich Österreich – Zigeuner – an dich erinnern, wie du ermordet wurdest, fünfzig Jahre nach Auschwitz – hoffe, Zigeuner, hoffe -, wie es dir erging, siebzig Jahre nach Auschwitz, wie du behandelt wurdest – Zigeuner – siebzig Jahre nach dem Holocaust, weil du ein Zigeuner warst, aber warum mußt du siebzig Jahre später immer noch ein Zigeuner sein, aber schau, wir sind großzügig, auch gegen dich, du wirst sehen, Zigeuner,  in siebzig Jahren, Zigeuner, wirst du, versprochen werden kann es aber noch nicht, auf dem Heldenplatz selbst erzählen dürfen, vielleicht – Zigeuner -, wie es dir in den ersten zwei Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts in Österreich (in Europa) erging, wie es dir überhaupt erging in den siebzig Jahren nach Auschwitz, in Österreich, in Europa, aber bis dahin – spiel, Zigeuner, spiel brav, und hör mit dem Betteln auf, Zigeuner, siehst du nicht, wie du alle zwingst, Verbote erlassen zu müssen, siehst du nicht, Zigeuner, wie du die edelsten und tapfersten Medien, die dem untergangenen NS-Regime tollkühn ihre Stirne bieten, wie du, Zigeuner, diese dazu zwingst, gegen dich  zu stürmen … und vor allem – Zigeuner – integriere dich in Europa, sonst zwingst du alle, dich zurückzuschicken, Zigeuner, dorthin, von wo du gekommen bist, nach Europa, und, Zigeuner, schneide dir endlich die Haare, damit erkannt werden kann, ob du, mußt schon noch – Zigeuner – allen beweisen, ob du überhaupt ein …