Im engen Tal, ohne Ausweiche

Beim Tod von Erhard Busek wurden die Reihen des derzeitigen Personals der ÖVP und die ihrer Bünde abgegangen, und als die Letzte dieses Personals passiert war, war klar, was zu Erhard Busek gesagt werden kann.

Im Angesicht dieser christschwarzen Personalreihen war Erhard Busek wahrlich ein Titan der Intellektualität.

Beim Tod eines Menschen wird gerne gesagt, er hinterlasse eine nicht zu schließende Lücke.

Das wird diesem Personal insbesondere der letzten Jahre zum Tod von Erhard Busek nicht einfallen, zu sagen. So dicht geschlossen sind seit Langem seine Reihen, daß mit dem Tod des letzten intellektuellen Titanen aus der christschwarzen Partei, der in einer Zeit aktiv war, als es für kluge Menschen in dieser Partei doch auch einen führenden Platz gab, es ihr gar nicht auffallen kann, daß nun in ihren Reihen eine Lücke klafft.

Dies jedoch ist nicht wahr. Denn.

Als schmerzlich mußte sie es – und das nicht erst seit Kurzem – empfinden, daß Erhard Busek ihr eine Lücke riß.

Ihr Erhard Busek die Lücke war, die zu schließen ihr nicht und nicht gelang, eine Lücke, die ihr eine Krise war, eine so lange von ihr nicht und nicht zu bewältigende, eine von ihr nicht und nicht zu meisternde Krise.

Nun ist die Krise gemeistert, die Lücke für immer geschlossen. Denn, so steht es geschrieben, den Seligen im Geiste hilft Gevatter Tod auf seinen unergründlichen Wegen seiner unermesslichen Güte.

PS Statt letzter christschwarzer Titan der Intellektualität hätte auch gesagt werden können, Ehrenritter, zu dem wurde er tatsächlich erhoben, oder schlicht demokratisch Präsident, das war Erhard Busek auch, sogar vielfacher Präsident. Eine verzeihliche Titel-Anhänglichkeit in einem titelüberreichen Land wie Österreich.

Er war Gründungsvater und Ehrenpräsident von Vienna Economic Forum, dessen Ziel die regionale wirtschaftliche Kooperation zu fördern, dessen Mitgliedsland u. a. auch die Ukraine ist.

Er war Präsident des EU-Russia Centre, dessen Ziel es ist, engere Beziehungen zwischen der EU und Russland zu fördern, Vorstellungen über die Zukunft der Beziehungen zu entwickeln und sicherzustellen, dass beide Seiten internationale Standards in Bezug auf die Schlüsselelemente einer Zivilgesellschaft wie Demokratie, Menschenrechte und eine unabhängige Justiz einhalten.

Erhard Busek, ein Präsident von vielem und für viele, der sich, will es scheinen, nur knochentrockenen Aufgaben stellte. Aber dem war nicht so. Das Tanzbein fröhlich zu schwingen, darin sah er wohl kein intellektuelles Vergehen, vor allem dann, wenn er, wie für die Veranstalter des Russischen Balls in der Hofburg, daß ihnen zur Ehre gereichte, den Vorsitz des Ehrenkomitees übernahm.

In einem derart engen Tal wie Österreich ist es unvermeidlich, daß menschgemäß alle mit allen auf die eine und vor allem rechte Art aufeinanderstoßen …

Einem Hang aber gab Erhard Busek nicht nach, der Veranstalterin des russischen Balls die Ehre zu geben, zu ihrem Referat in Oberösterreich anzureisen, ihr gar den Ehrengast des Europäischen Forums in Linz zu machen; ein Forum schillernder Persönlichkeiten, wie etwa der auch von einem Präsidenten Angelobte

Die Sonne kann in Österreich nicht so blenden wie Titel und Namen, auch einen Erhard Busek. Nirgendwann sonst strahlen Titel und Namen so blendenreich wie in den Hofburgnächten der Bälle …

Der Name der Veranstalterin des russischen Balls selbst ist recht schlicht und zeugt von der gesellschaftlichen Durchlässigkeit in Österreich.

Es gibt keine richtige Politik mit Falschen

Wir müssen wieder in den Krisenmodus gehen“, sagt Bundeskanzler Karl Nehammer zur aktuellen Lage. Einverstanden, aber dazu gibt es Fragen: In den Krisenmodus gehen mit einer Wirtschaftsministerin, die am laufenden Band haarsträubenden Unsinn verkündet, zuletzt, dass man doch das Swift-Zahlungssystem mit Händisch-Erlagschein-Ausfüllen umgehen könne? Mit einer Landwirtschafts/Tourismus/Rohstoff-Ministerin, die ihre Hauptaufgabe in Querschüssen gegen das Land Wien und in der Sicherung der Skisaison sieht? Mit einer Verteidigungsministerin, deren Heeresreform soeben vom Militärberater des Bundespräsidenten, einem Brigadier, als völlig untauglich bezeichnet wurde? Und das sind nur die auffälligsten Defizitposten in einer Bundesregierung, die auch sonst nicht durch sonderlich brillante Minister und Ministerinnen glänzt. Nehammer selbst bemüht sich um eine relativ sachliche Politik. Er verzichtet auch auf die Mätzchen von Sebastian Kurz. Aber nicht auf manche personelle Hinterlassenschaft von Kurz. Das reicht nicht „in Zeiten wie diesen“, um einen alten Kreisky-Slogan zu zitieren. Wir haben Krieg in Europa, eine drohende Energieknappheit, explodierende Pandemiezahlen und einen entsprechenden Murks in der Corona-Politik. Im Krisenmodus braucht man die besten Leute. (Hans Rauscher, 11.3.2022)

Die Hinterlassenschaft von Kurz ist ohne den in einem demokratischen Land sonst je schon wie selbstverständlich erfolgten Rücktritt von Karl Nehammer auch die Hinterlassenschaft von Nehammer, der wiederum eine Hinterlassenschaft von Kurz ist, der selbst eine Hinterlassenschaft von …

Karl Nehammer trat zurück – als Innenminister.

Als Innenminister trat Nehammer zurück, für einen Innenminister aus dem recht erleuchteten Museumstal.

Sein Rücktritt erfolgte und die Bestellungen erfolgen nach dem in Österreich verinnerlichten Peter-Prinzip: sie werden hinaufgetreten.

Hans Rauscher stellt zwar die richtigen Fragen, aber dem Falschen. Und er, Rauscher, nimmt von dem von ihm befragten Falschen die falsche Annahme auf, er, Rauscher, erklärt sich sogar mit der vom Falschbefragten falschen Annahme einverstanden: „Wir müssen wieder in den Krisenmodus gehen.“

Es gibt Krisen, die zu bewältigen sind, und wie das getan werden kann, dafür gibt es Modi, nicht nur einen Modus …

Im real existierenden Nehammermodus muß, einfach wie kurz gesagt, in keinen Krisenmodus mehr gegangen werden.

Der Krisenmodus ist der Modus Nehammer.

Hans Rauscher bringt Beispiele vom „haarsträubenden Unsinn“ des Personals dieser derzeitigen österreichischen Bundesregierung. Und er, Rauscher, meint, „im Krisenmodus“ würden die „besten Leute“ gebraucht werden. Einverstanden.

Aber für den Modus Nehammer sind es bereits die besten Leute. Für den Nehammermodus können, damit wird auch Hans Rauscher einverstanden sein können, je keine besseren Leute mehr gefunden werden. Und unter diesen Besten als der Beste Nehammer selbst.

Nur im Modus Nehammer kann das Beste aus dem Besten gezogen werden. Um etwa aus dem dutinischen Schlund der Abhängigkeit – wie rasch doch nach Jahrzehnten die Abhängigkeit erkannt – herauszukommen, eiligst in den Schlund der nächsten Abhängigkeit wertefrei sich zu begeben, der ein und derselbe Schlund ist, ewig bereit und gierig darauf, alles zu verschlingen, alles zu zerstören, alles zu vernichten, was, einfach wie kurz gesagt, die Moderne ist. Und mit dabei unbedarft, grünwertevergessen die Ministerin, als wäre sie immer schon eine christschwarze Ministerin gewesen

Hans Rauscher fällt hierzu ein Slogan von einem österreichischen Staatsmann ein, und daß ihm, Rauscher, nur dieser Staatsmann einfallen kann, ist die Bekundung, daß es nach diesem in Österreich keine Männer und Frauen an der sogenannten Staatsspitze mehr gab, nach diesem, Österreich mehr und mehr in den personellen Bankrott schlitterte, der nun im Modus des Hinterlassenen zum totalen Bankrott sich vollendet.

Das Fazit ist, wofür ein etwas anders lautender Satz von einem Philosophen auf Österreich zuzuschneiden ist:

Es gibt keine richtige Politik mit Falschen.

„Er ist zugrunde gegangen, um nichts und wieder nichts.“

On glancing casually at Oblomov a cold, a superficially observant person would have said, “Evidently he is good-natured, but a simpleton;” whereas a person of greater penetration and sympathy than the first would have prolonged his glance, and then gone on his way thoughtfully, and with a smile as though he were pleased with something.

Auch ein kühler, flüchtiger Beobachter würde, wenn er Oblomow im Vorbeigehen angeblickt hätte, gesagt haben: »Das muß ein guter Kerl, eine treue Seele sein!« Ein Mensch mit tieferem Blicke und wärmerem Herzen würde ihm lange ins Gesicht geschaut haben und, in angenehmes Sinnen versunken, mit einem Lächeln auf den Lippen weitergegangen sein.

In Österreich, in diesem Land mit seinen Menschen mit tieferen Blicken und wärmeren Herzen, wäre simpleton wohl anders übersetzt worden, vielleicht, wenn sie es für sich gedacht hätten, mit Trottel, den im Griff zu haben, ein Leichtes ist, wie so oft in der Vergangenheit gedacht wurde, es werde ein Leichtes sein, einen solchen Einfaltspinsel im Griff zu haben, aber im öffentlichen Umgang mit ihm tun sie, die Menschen in Österreich, viele, viele Jahre so, als wäre er „unser Christkindl“, das zur Freude von allen nur Geschenke bringt, Gas, und auch Gesinnung, von der es zwar reichlich schon im Lande gibt, aber von der Österreich nie genug haben kann und vor allem will.

With Oblomov, lying in bed was neither a necessity (as in the case of an invalid or of a man who stands badly in need of sleep ) nor an accident (as in the case of a man who is feeling worn out) nor a gratification (as in the case of a man who is purely lazy). Rather, it represented his normal condition. Whenever he was at home—and almost always he was at home—he would spend his time in lying on his back. Likewise he used but the one room—which was combined to serve both as bedroom, as study, and as reception-room—in which we have just discovered him. True, two other rooms lay at his disposal, but seldom did he look into them save on mornings (which did not comprise by any means every morning) when his old valet happened to be sweeping out the study. The furniture in them stood perennially covered over, and never were the blinds drawn up.

Das Liegen war bei Ilja Iljitsch weder etwas Notwendiges wie bei einem Kranken oder bei jemand, der schlafen will, noch auch etwas Zufälliges wie bei jemand, der müde geworden ist, noch auch etwas Genußreiches wie bei einem Faulpelz; sondern es war dies sein normaler Zustand. Wenn er zu Hause war (und er war fast immer zu Hause), so lag er stets; und zwar lag er beständig in ein und demselben Zimmer, in dem wir ihn gefunden haben, und das ihm als Schlafzimmer, Wohnzimmer und Salon diente. Er hatte noch drei andre Zimmer; aber in diese warf er nur selten einen Blick, höchstens des Morgens, und auch das nicht alle Tage, sondern nur, wenn sein Diener das Wohnzimmer ausfegte, was nicht täglich geschah. In jenen Zimmern steckten die Möbel in Überzügen, und die Rouleaus waren herabgelassen.

Iwan Gontscharow, 189 Jahre nach Blaise Pascal geboren, hat eine Antwort darauf gefunden, wie das Unglück vermieden kann, indem die Menschen einfach ruhig in ihrem Bett bleiben. Damit ist zwar nicht das Unglück für den einzelnen Menschen in seinem Bett abgewendet, aber er kann über die anderen Menschen kein Unglück bringen.

Wladimir Putin, 61 Jahre nach dem Tod von Iwan Gontscharow geboren, richtet das Glück der Anderen, obgleich ein Oblomow, zugrunde. Von Glück soll gar nicht gesprochen werden. Glück, ein Wort, das nur in der Utopie existiert, in der Wirklichkeit des Menschen aber so inexistent und ewig abwesend wie das geschlechtslose Wesen, getauft auf Gott. Obgleich ein Oblomow, zerstört Putin die Existenz von Menschen, vernichtet Putin das Leben von so vielen, vielen Menschen. Sie sollen mit ihm

Did you hear the old beggar’s story?
He came to rack and ruin—though for no apparent reason.

Er ist zugrunde gegangen, um nichts und wieder nichts.

zugrunde gehen. Darin gleicht er einem Österreicher, mit dem er den Willen teilt, mit ihm auch sein eigenes Volk untergehen zu lassen, und die totale Gleichgültigkeit gegen alle Menschen.

Wenn von Oblomow gesprochen wird, ist zu hören, er ist ein Parasit, er schafft es nicht, sein heruntergekommenes, verwahrlostes Landgut in Ordnung zu bringen, er ist mit den Zumutungen der Moderne gänzlich überfordert, und er ist, einfach wie kurz gesagt, träge.

All das trifft, wird an Rußland bei Tag gedacht, auf Wladimir Putin zu.

Aber er, Putin, ist doch, wird eingewendet werden wollen, recht aktiv, tatkräftig, fällt Entscheidungen, und dennoch verkörpert er, Putin, beispielhaft die Trägheit Oblomows.

Es ist die Trägheit Oblomows, von der auch Putin vollkommen erfaßt ist. Von der Trägheit, Politik auf diese uralte, auf diese überholte, auf diese gemeingefährliche, auf diese massenmörderische Weise zu betreiben, die Trägheit, Politik nur als Krieg zu – denken müßte hier als Zeitwort folgen, aber bei einem Christkindl wohl das gänzlich falsche.

So bleibt Putin zwar tief eingemümmelt in seinem Kabinett, aber das Unglück, das Pascal, der in einem Jahr vor 400 Jahren geboren wurde, aus der Welt zu schaffen hoffte, mit seiner Erkenntnis, das Unglück käme daher, daß die Menschen nicht ruhig im Zimmer bleiben, ist auch 360 Jahre nach seinem Tod nicht aus der Welt geschafft, obgleich alle in ihrem gemachten Bett …

„All unser Unglück verdankt sich der Tatsache, dass wir unsere Bäume verlassen haben.“

„Ich habe es oft gesagt: das ganze Unglück der Menschen kommt daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“

Es gab immer die Verlockung, Blaise Pascal zuzustimmen, daß das ganze Unglück der Menschen daher kommt, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.

Ein Verdacht aber bestand stets, der verantwortlich dafür, der Verlockung zu widerstehen, Pascal zuzustimmen. Der Verdacht, daß bereits das Zimmer das ganze Unglück der Menschen ist. Daß das Unglück viel früher auf den Menschen gekommen ist. Das Unglück schuld daran ist, daß der Mensch überhaupt sich Zimmer zur Zuflucht baute.

„All unser Unglück verdankt sich der Tatsache, dass wir unsere Bäume verlassen haben.“

Es bedarf keiner Verlockung, Sylvain Tesson zuzustimmen, daß all das Unglück der Menschen sich der Tatsache verdankt, daß sie ihre Bäume verlassen haben.

Es ist lange her, daß Tesson „Petit traité sur l’immensité du monde“ schrieb und veröffentlichte. „Kurzer Bericht von der Unermesslichkeit der Welt“ enthält aber nicht nur diesen Satz über all das Unglück, daß sich der Tatsache verdankt, die Bäume verlassen zu haben, sondern auch einen Bericht, der an die Gegenwart denken läßt.

„Seit dem Ende der Sowjetunion gibt es in Russland zahlreiche Anwärter für das Einsiedlerleben, die dem Lauf der modernen Welt den Rücken zu kehren, und brechen auf, um verlassene Weiler oder sogar einsame Hütten neu in Besitz zu nehmen, außerhalb der Welt. Die Flucht in die Wälder bedeutet, der modernen Scheußlichkeit die kalte Schulter zu zeigen.“

„Den Russen fällt es nicht sehr schwer, in die Wälder zurückzukehren, haben sie sie doch weitaus später verlassen als die Westeuropäer. In ihrem Blut gibt es Pflanzensaft, und in ihrer gemeinsamen Geschichte die Tradition des Vagabundentums. In bestimmten literarischen Kreisen Russlands wird die (von Tolstoi übernommene) Legende kolportiert, derzufolge Zar Alexander nach seiner Abdankung nicht gestorben sein (so die offizielle Version), sondern seinen Wanderstock genommen haben soll, um inkognito durch Russland zu streifen. Und Nikita Chruschtschow? Tönte er nicht, er wolle, sollte er eines Tages in größter Not sein, gerne wie Goethes Wanderer, das heißt als romantischer Vagabund, leben?“

„Einzuwenden ist, dass die Zurückgezogenen Russlands von der Notwendigkeit und nicht vom romantischen Impuls des Waldgängers getrieben werden. Es ist eher die Aussicht, den täglichen Borschtsch mit ein paar Pfund Bärenspeck aufzubessern, als der Durst nach Transzendentalismus, der sie unter das Blätterdach führt.“

Tesson berichtet auch von einem letzten Waldgänger, den er nach seiner Rückkehr nach Irkutsk traf.

„Haben Sie das immer schon gemacht?
Das Leben in den Wäldern? Wo denken Sie hin? Ich war früher Oberst der Luftwaffe. Ich saß am Steuer von Souchoi-Maschinen. Ich war in Moskau, Berlin, Budapest!
Aber dann?
Dann brach die UdSSR zusammen, durch Gorbatschow auf den Hund gekommen. Und nach diesem Leben hatte ich das Bedürfnis nach Stille und bin hierher gekommen. Seit zwölf Jahren habe ich keinen Fuß mehr in die Stadt gesetzt und werde nie mehr in die Welt zurückkehren.
Und warum werden Sie nie zurückkehren?
Weil es hässlich ist.“

Der Oberst hätte dazu beitragen können, die Welt weniger häßlicher zu machen, oder wenigstens die Illusion zu nähren, die Welt werde weniger häßlich, als sie es bleibend wurde, hätte er, der Oberst, den Oberstleutnant an der Hand genommen, den Oberstleutnant in den tatsächlichen Wald geführt, es wäre der Welt erspart geblieben, das wenigstens, daß der Oberstleutnant auf der Suche nach seiner letzten Eremitage noch tiefer in den Wald flieht, jetzt dabei die Ukraine mit dem Wald verwechselt, wie er zuvor schon so vieles auf die häßlichste Weise verwechselte, im Wald sich immer schon wähnend, seit mehr als zwei Jahrzehnten.

PS Sylvain Tesson hat viele Auszeichnungen bekommen, die höchsten, beispielsweise auch den Prix Goncourt. Und nun hat er eine bekommen, die ihm, auch wenn er es nicht wissend missen wird, noch fehlte, die Entschuldigung. Höchststaatspersönlich überreicht von der österreichischen Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, die sich „ganz offiziell bei allen Geografen“ dafür entschuldigte, den Kontinent Afrika zum „Land Afrika“ herabgestuft zu haben. Somit hat sich die Wirtschaftsministerin aus dem tirolerischen St. Johann auch offiziell bei Sylvian Tesson entschuldigt, der ein Geograph ist.

PPS Das Große hat Margarete Schramböck zum Kleinen gemacht. Wie sie wohl die Größe des müllnerischen Kunschak-Denkmals auf dem KL-Platz einschätzt, ihr das Kleine auch zum Großen erhoben?

Fernsehen der Vergangenheit

In der Fernsehanstalt des Süßwasserkleberabfüllers tritt hin der Sohn, um für Neutralität gegen Rußland zu werben, am 6. März 2022.

In der Fernsehanstalt des Sex-und-Grapsch-Fernsehmachers tritt der Vater hin, um für Verständnis gegen Putin und sein Rußland zu werben, am 7. März 2022.

Der Sohn ist dafür, sich in Österreich gegen Putin neutral zu verhalten, ein Sohn, der wie sein Vater aber sich selbst nicht neutral verhält.

Vater und Sohn, die das Wort des zurzeitigen Präsidenten des österreichischen Parlaments vollauf bestätigen können: „Gesinnungsneutral waren wir nie.“

Der Vater bringt dafür Verständnis auf, daß die, einfach wie kurz gesagt, Werte der westlichen Demokratien Putin und seiner Gesinnungsschaft zuwider sein müssen, sind es doch Werte, gegen die Sohn und Vater selbst ein Bollwerk

Am 27. Jänner 2022 etwa, so verständnisvoll gesinnungsneutral sind Sohn und Vater gegen Dugins Putin, in ihrem Bollwerk der Gesinnungswerte ein Interview mit Putins Dugin, der ehrenreicher

„Univ.-Prof. Dr. Alexander Dugin ist ein russischer Politiker, Politologe, politischer Philosoph und Publizist und lehrte an der renommierten Moskauer Lomorossow-Universität internationale Beziehungen“

nicht vorgestellt werden kann:

„Der russische Politologe Alexander Dugin über Ursachen und Hintergründe des Ukraine-Konflikts, dem Kampf globalistischer Eliten gegen Putins R­ussland und die Rolle der Europäer“

Mit dem Aufmacher dieser bollwerkischen Vaterundsohnausgabe:

„Russland-Ukraine: Schatten der Vergangenheit“

Eines kann ihnen nicht abgesprochen werden, stets selbst die Wahrheit zu sagen, wofür sie stehen, für welche sie aufstehen, auch mit diesem Aufmacher: „Schatten der Vergangenheit“.

„Schatten der Vergangenheit“, die Wahrheit bricht stets durch, die Wahrheit läßt sich nicht, mögen Sohn und Vater sich noch so recht darum bemühen, durch eine ersetzen, verdrängen, zerstören, die ihnen Wahrheit sein will.

Es ist die Freiheit der Wahrheit, in allem zu sein, auch gegen ihren Willen in ihrer Wahrheit enthalten zu sein. Es ist die Freiheit, die Sohn und Vater je nicht meinten, es ist die Freiheit, der der Vater keinen Erfolg je wünschte.

„Schatten der Vergangenheit“: Fernsehen der Gegenwart.

In Österreich das Fernsehen der letztverbliebenen Universalgelehrten. Mit dabei auch diesmal wieder eine Universalgelehrte, die über alles zu sprechen gedrängt, was die Menschen seit Anbeginn und zur Zeit bewegt: Viren, Sprache, Krieg, Demokratie …

Wer in dieser Runde allerdings fehlte, nicht mit einem Servus begrüßt wurde, ist ein Mann, der für das Fernsehen in Österreich wohl ein noch für einen recht, recht rechten Anlaß aufgesparter Universalgelehrter sein dürfte, nämlich der Mann, der vor Kurzem erst Putins Dugin interviewte, was erst hätte dieser beitragen können, mit seinem direkt erfahrenen Wissen aus Inside des dutinischen Kopfes, zur Aufklärung …

Sie würden jetzt, weil sie meinen in diesem Kapitel nichts über die Aussagen erfahren zu haben, gerne noch wissen, fragen wollen, aber was haben diese denn im Fernsehen konkret gesagt, etwa am 6. März, am 7. März zum Beispiel?

Der Inhalt? Nun, der Inhalt: Schatten der Vergangenheit.

Nach Moskau

Und wie sieht das Morgen des unabhängigeren Österreichs aus?

Gewessler, Köstinger, Nehammer reisen dafür nach – Katar, in die Vereinigten Arabischen Emirate,

Seitens des jemenitischen Premierministers Ahmed Obeid bin Daghr hieß es, die Beschlagnahmung von See- und Flughafen auf Sokotra durch das Militär der VAE sei ein „ungerechtfertigter Angriff auf die Souveränität des Jemen”.

Die UN-Resolution zur Verurteilung des russischen Angriffs auf die Ukraine ist im Sicherheitsrat erwartungsgemäß am Veto Russlands gescheitert. China, Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) enthielten sich bei der Abstimmung am Freitagabend in New York.

um „unabhängiger vom russischen Gas …“

Das ist das unabhängigere Morgen von Österreich. Nach Rußland. Und nicht zu vergessen. Der Iran hat ebenfalls enorm viel Gas. Vielleicht ist ohnehin schon daran gedacht, gar schon geplant, daß bald der menschenrechtsbeseelte Bundespräsident – im Iran werden seine herzlichen Glückwünsche unvergessen sein – dorthin aufbricht, um Österreich künftig noch unabhängiger von …

Das wäre doch nur folgegerichtig. Teilen Katar und Iran sich dort ein Gasfeld.

Das Positive für Nehammer, Köstinger und Gewessler wird wohl sein, sie werden dort mit nichts Neuem konfrontiert werden, sie kennen das schon alles von ihrem russischen Lieferanten – sogar das mit den Völkerrechtsverletzungen; sie sind halt doch formvollendete und gute Gastgeberinnen.

Sie meinen, dies bereits gelesen zu haben. In einem anderen Kapitel. Dann meinen Sie es richtig. Im Nachhinein stellt sich ab und an heraus, daß Stellen in einem Kapitel für sich ein eigenes Kapitel beanspruchen. Und diese Stelle der Reise von Gewessler, Köstinger und Nehammer im Kapitel Nehammer hat ordentlich von Putin gelernt ist so eine Stelle, die ein eigenes, eines neues Kapitel und zugleich verbleibend im Alten …

Nehammer hat ordentlich von Putin gelernt

Zumindest, einfach wie kurz gesagt, was die situationselastische Begriffsfindung anbelangt. Für Putin ist sein verbrecherisch befohlener Krieg weder Krieg noch Angriffskrieg, sondern eine „Spezialoperation“, für Nehammer sind flüchtende Menschen aus der Ukraine, so wird er am 2. März 2022 medial zitiert, keine „Flüchtlinge, sondern Europäer, die nachbarschaftlichen Schutz benötigten“.

Zwei Monate zuvor noch, so wird es am 30. Dezember 2021 berichtet, stellt sich Nehammer „gegen den Appell des Papstes“ und „lehnt die zusätzliche Aufnahme von Flüchtlingen ab“.

Nehammer, ein mutiger Mann, etwas anderes ist von einem mit Zirkel und Flex für dieses Amt bestausgerüsteten Mann auch nicht zu erwarten, er stellt sich gegen den Herrscher im Vatikan, er stellt sich gegen den Herrscher im Kreml, gelernt aber wird von …

Und weil es „keine Flüchtlinge sind, sondern Europäer“, ist es selbstverständlich, daß sie sofort auch „freien Zugang zum Arbeitsmarkt“ zu bekommen haben, selbstverständlich nicht zu „0-Euro-Jobs“, und darüber hinaus ohne dabei von ihnen zu verlangen, etwa Deutschkurse, etwa Wertekurse

Die Sorge um die und der Schutz der „klassischen Flüchtlinge“, wie Nehammer sie nennt, sind nicht erachtenswert, sie, die „klassischen Flüchtlinge“, sind unter der Sonne am Meer wie im Paradies

Wer bräuchte, wenn am Meer, diesen im jedem Sommer aufgesuchten Sehnsuchtsort des europäischen Menschen, zu allen Jahreszeiten geblieben werden kann, dann noch Europa?

Der derzeitige österreichische Außenminister ist im Jänner 2022 aus nach seinem dreißigjährigen Aufenthalt am Meer zurückgekehrt, wo er dreißig Jahre „Urlaub von der Geschichte genossen“ … seine jetzige Kameradschaftlichkeit und Unterstützung für die Ukraine fußt wohl auf seinem Verständnis, was es heißt Opfer zu sein, das nun die Ukraine ist, so wie Österreich es seit so langem schon Opfer der „klassischen Flüchtlinge“ — —

Wertekurse müssen „Europäern“ nicht verordnet werden. Es muß auch gar nicht gefragt werden, ob unter den „Europäern“, die nun auch aus der Ukraine etwa nach Österreich kommen werden, das bereit ist, auch Millionen von „Europäern“ aufzunehmen – so viel Platz hat nach den Worten des derzeitigen Innenministers nämlich auch Österreich –, welche sein werden, die Werte importieren werden, die in Österreich nicht geteilt werden.

Nicht der geringste Anlaß zur Sorge.

Es werden Werte sein, die in Österreich herzlich willkommen sind, etwa der Wert der Tierliebe.

Es werden Werte sein, die in Österreich herzlich willkommen sind, etwa der Wert der Freiheit, der auf jeder Gasse im Land vor allem seit rund zwei Jahren so recht tapfer erschallt.

Wenn diese „Europäer“ mit ihren Werten kommen, wird auch nicht von einem Importieren von Werten gesprochen werden können, sondern, Nehammer lehrt Begriffsschöpfung, von einer Wiedervereinigung der Werte

Werte von „Europäern“, auf die Verlaß ist, die für Kontinuität stehen, wofür die Vergangenheit als Zeugin aufgerufen werden kann, als so viele „Europäer“ aus der Ukraine an der Seite für die Gesinnung des Österreichers …

Was wird das für ein Willkommenshallo in Österreich sein, wenn „Europäer“ aus der Ukraine auf „Europäer“ aus Österreich am Bahnhof auf dem Südtirolerplatz aufeinandertreffen, ohne Worte einander ihre Gesinnung versichern werden können, sprechen doch ihre T-Shirts die reine Sprache ihrer Gesinnung.

Nur einem wird es leid tun, nicht dabei sein zu können, bei diesem warmen Willkommenshallo am Südtiroler Platz – –

Putin, wie herzlich umringt wäre er, könnte er dabei sein, auch in einem Gesinnungscodeshirt, und sie werden es wohl auch dauern, aber sich damit trösten, daß er ihren Kampf

Putin – von Putin gelernt?

Nehammer hat doch ordentlich mehr von Kurz gelernt. Kurz benannte „Kriegsflüchtlinge“ in „Wirtschaftsflüchtlinge“ um, und in Nehammer hat Kurz nun seinen Lehrer gefunden, der „Flüchtlinge“ in „Europäer“ …

Auch das Hissen von welcher Flagge hat – es kommt, was soll es bedeuten, ein alter Schlager in den Sinn – Nehammer nicht „in Paris gelernt“, sondern von … denen er es nachtun …

Und wie sieht das Morgen in Österreich aus?

Es wird gereist. Nehammer, Gewessler, Köstinger – wohin? In die „Vereinigten Arabischen Emirate“, nach „Katar“, um „unabhängiger vom russischen Gas …“

Auch dabei ordentlich gelernt. Lehrte doch Kurz schon: „Ich will diese kranke Ideologie nicht in Europa.“

An diesen Lehrsatz halten sich Gewessler, Köstlinger, Nehammer – sie fahren hin …

Das ist das Morgen von Österreich. Und nicht vergessen. Der Iran hat ebenfalls enorm viel Gas. Vielleicht ist ohnehin schon daran gedacht, gar schon geplant, daß bald der menschenrechtsbeseelte Bundespräsident – im Iran werden seine herzlichen Glückwünsche unvergessen sein – dorthin aufbricht, um Österreich künftig noch unabhängiger von … Das wäre doch nur folgegerichtig. Teilen Katar und Iran sich dort ein Gasfeld.

Das Positive für Nehammer, Köstinger und Gewessler wird wohl sein, sie werden dort mit nichts Neuem konfrontiert werden, sie kennen das schon alles von ihrem russischen Lieferanten – sogar das mit den Völkerrechtsverletzungen; die „Vereinigten Arabischen Emirate“ sind halt doch formvollendete und gute Gastgeberinnen:

Seitens des jemenitischen Premierministers Ahmed Obeid bin Daghr hieß es, die Beschlagnahmung von See- und Flughafen auf Sokotra durch das Militär der VAE sei ein „ungerechtfertigter Angriff auf die Souveränität des Jemen”.

Diese Entwicklungen veranlasste die von Saudi-Arabien geführte Kriegskoalition dazu, ihre Militärkampagne im Jemen wieder zu intensivieren. Die VAE unterstützen das weiterhin logistisch, gleichzeitig aber auch weiterhin lokale Klienten, im Süden des Jemen beispielsweise auch separatistische Kräfte wie den Southern Transitional Council (STC) in Aden, aber auch die erwähnte „Riesen”-Brigade (beides eher nicht im Sinne Riadhs). Zudem haben sie bereits 2018 die jemenitischen Sokotra-Inseln (vor Aden) besetzt und einen emiratischen Militärstützpunkt direkt neben dem Hafen errichtet. Überall wehen heute VAE-Flaggen, wie in der Heimat ist überall das Portrait von Kronprinz Mohammed Bin Zayed affichiert, ein Kommunikationsnetz wurde aufgebaut, eine Volkszählung durchgeführt und den Einwohnern Sokotra‘s eine kostenlose Gesundheitsversorgung und eine Arbeitserlaubnis in Abu Dhabi gewährt. Neue Schulen, Straßen und Krankenhäuser und der Seehafen wurden komplett neu aufgebaut. Seitens des jemenitischen Premierministers Ahmed Obeid bin Daghr hieß es, die Beschlagnahmung von See- und Flughafen auf Sokotra durch das Militär der VAE sei ein „ungerechtfertigter Angriff auf die Souveränität des Jemen”. Das Außenministerium der VAE reagierte „überrascht”. „Die Muslimbrüdern verzerren unsere Rolle. Die Militärpräsenz der VAE in allen befreiten jemenitischen Provinzen, einschließlich Sokotra, ist Teil der Bemühungen der Arabischen Koalition, die legitime Regierung in dieser kritischen Phase der jemenitischen Geschichte zu unterstützen.”

Jene, die lügen, lügen stets auf die gleiche Weise

Putin habe, so Heinz Fischer, „ordentlich von Stalin gelernt“.

Wenn Putin Stalin ebenso „einigermaßen genau studiert“ hat, wie Heinz Fischer, der seinen Worten mit dem Hinweis auf sein Studium Gewicht verleiht, wie alle, die vorab die Bedeutung ihrer Stellungnahmen mit dem Betonen ihres genauen Studiums sichern müssen, die Positionen Putins genau studierte, dann wird Putin von Stalin nicht ordentlich gelernt haben.

Ordentlich gelernt hat Wladimir Putin von Adolf Hitler. Wenn die Rede von Adolf Hitler, mit der er am 1. September 1939 seinen befohlenen Überfall auf Polen erklärt, mit der Rede von Wladimir Putin, mit der er am 24. Februar 2022 seinen befohlenen Überfall auf die Ukraine erklärt, verglichen wird, kann festgestellt werden, in der Substanz gleichen die Reden einander; ein Hitler im Februar 2022 hätte sich nicht anders erklären können als ein Putin im September 1939 …

Lernen ist wichtig, auch für Heinz Fischer. Bildung ist für Heinz Fischer ein hohes Gut. Aber Putin muß nicht gelernt haben, gar noch ordentlich. Weder von Stalin noch vom Österreicher.

Es überrascht nicht, daß die Kriegsreden von Putin und Hitler im Kern gleichen. Denn. Jene, die lügen, lügen stets auf die gleiche Weise.

Besonders die Kriegsredenlügen müssen nicht gelernt werden. Sie sind äußerst eingeschränkt auf ganz, ganz wenige immer einsetzbare und ewig wiederkehrende Punkte, die immer je nur angepaßt an die jeweilige Gegenwart vorgebracht zu werden brauchen, um die eigene Gesinnung anderen anzulasten, um sich selbst gegen die eigenen Aggressionen zu verteidigen, um sich selbst als unschuldig darzustellen, um sich selbst als Friedenstaube auffliegen zu lassen, um sich selbst als Opfer des eigenen begonnenen Krieges zu beklagen, um die Opfer der Schuld an der eigenen Invasion zu überführen, um die Leidtragenden, die Geschädigten der eigenen Verbrechen anzuklagen, um sich selbst als Tote des eigenen Mordens zu betrauern.

Das muß nicht gelernt werden, weder von einem Stalin noch von einem Hitler, das ist, um ein Wort von Wolfgang Sobotka zu verwenden, epigenetisch

Heinz Fischer hat die Positionen, um noch ein Wort von Wolfgang Sobotka zu verwenden, wohl gesinnungsneutral „einigermaßen genau studiert“.

Aber „gesinnungsneutral“, nun, das hat Wolfgang Sobotka erst vor kurzem im Club mit Rainer, Salomon und Vettermann festgestellt, „waren wir nie“.

Wie Wladimir Putin, der auch nicht gesinnungsneutral gegen seine Gesinnungsschaften in Österreich, in Italien …

Wie die Gesinnungsschaften in Österreich nie gesinnungsneutral gegen Putin …

Das gar so wichtige Lernen soll noch nicht verlassen werden, die Bildung, das hohe Gut, eine Position, die auch für Wladmir Putin akzeptabel sein wird, für das er eintritt. Gelernt hat Putin ordentlich. Was muß er nicht alles von Kant ordentlich gelernt haben; es muß der Dank für das ordentlich Gelernte von Immanuel Kant sein, wenn Putin ihm sein Haus auf „eigene Kosten“ renoviert …

„Auf eigene Kosten“: Das wird in Österreich nicht gesinnungsneutral verbreitet. Aus einem „präsidialen Sonderfonds“ hat Putin Kant sein Haus … das ist dieser Gesinnung eigen, Steuergeld als das Eigene zum eigenen Verbrauch, Gebrauch, Mißbrauch

Und wie recht ordentlich erst wird Putin von seinem Philosophen gelernt haben, dessen Manifeste er, Putin, wohl gar recht auswendig aufsagen wird können, wenn er in seinem Kreise trauter Tischgespräche

Von einem Philosophen der an den Tischgesprächen selbst beteiligt sein dürfte, gerührt davon, daß sein Führer ihn auswendig …

Von einem Philosophen, der gesinnungsreich zu lehren versteht …

Und wer ordentlich gelernt hat, wie Putin ordentlich studiert hat, lehrt selbst wieder, wie Putin wieder lehrt, wie von ihm auch im Fernstudium gelernt werden kann, fleißig und bequem etwa von Österreich aus …

Putin hat ordentlich gelernt. Er hat gelernt das Wort „Blitzkrieg“:

„Ich könnte in zwei Wochen Kiew einnehmen.“

Das hat „Blitzkrieg“ Putin gelehrt, in zwei Wochen Kiew einnehmen zu können; allerdings sagte er, Putin, dies vor acht Jahren …

„Zwei Wochen“ sind Putin acht Jahre. Der Welt aber sind acht Jahre zwei Wochen der Vorbereitung darauf, Kiew, Ukraine …

Putin hat ordentlich gelernt. Er hat gelernt, und das hat er nicht von Stalin gelernt, daß „Massenmord“ nicht „Massenmord“ zu nennen ist, sondern schlicht und harmlos „Endlösung“, „Sonderbehandlung“ … und das hat ihn, Putin, gelehrt, daß „Krieg“, „Angriffskrieg“ nicht „Krieg“, nicht „Angriffskrieg“, nicht „Invasion“ zu nennen ist, sondern schlicht und harmlos „Spezialoperation“ …

In Österreich wird zwar nicht von Stalin gelernt, aber manche finden es doch „schade, daß nicht einer wie Stalin unser Land regiert, der ein kluger Mann gewesen ist“ … noch einer, der ordentlich …

„Gesinnungsneutral waren wir nie“. Sagt Wolfgang Sobotka.

Auch wenn es wie jetzt mit Zirkel um die Ukraine

Auch mit der Ukraine schlägt in Österreich der Gesinnungsschaft das Herz gesinnungsreich nach „Freiheit“ ihrer Gesinnungskameraderie.

Das sollte gerade jetzt in Österreich nicht vergessen werden, wenn diese Gesinnungsschaft auf der Gasse nach „Svoboda“ schreit, die sie ihre „Freiheit“ meinen und die Woche für Woche in einer österreichischen Fernsehanstalt von einem Mann verbreitet wird, der auch ordentlich …

Den abgesegneten 1945er Vergleich, den besten unter den besten Vergleichen von Wersollesdannsobotkamachen, bringt die Tageszeitung der Martina Salomon nicht

Der beste Vergleich von Wolfgang Sobotka wurde von der Tageszeitung der Martina Salomon nicht in ihrem knappen neuneinhalb Minutenzusammenschnitt der „besten Aussagen von Wolfgang Sobotka“ aufgenommen; es wird ihr der 1933er Vergleich von Wolfgang Sobotka dafür als die total beste Aussage des Wolfgang Sobotka zum verwertbaren Einsatz in der gegenwärtigen Situation des Untersuchungsausschusses über die Machinationen der sobotkaischen Partei …

Hingegen die 45er Aussage des Wolfgang Sobotka, keine die als beste Aussage einzustufen, weder von ihr noch von Doris Vettermann noch von Christian Rainer, dessen unmittelbare Reaktion auf den 45er Vergleich des Wolfgang Sobotka eine Frage nach der Bereitschaft, die auf einen solchen Vergleich kein Mensch stellte, außer er findet einen solchen 1945er Vergleich als einen selbstverständlichen, als einen, der unkommentiert bleiben kann, als einen, der keinen Widerspruch in der Sekunde verlangt, weil dieser möglicherweise seine und das Empfinden von gar recht vielen in diesem Land eben widerspiegelt, endlich ausgesprochen mit der formalen Autorität von dem sogenannten zweiten Mann im Staat, und dadurch ein abgesegneter Vergleich, der sich jeder Bewertung entzieht, ein Vergleich, der außer Konkurrenz läuft, ein Vergleich der über allen Vergleichen, über allen „besten Aussagen“ siegreich schwebt; so kann es verstanden werden, daß der 45er Vergleich des Wolfgang Sobotka von der Tageszeitung der Martina Salomon nicht aufgenommen wurde in ihren Zusammenschnitt der …

Wolfgang Sobotka: Wir müssen eigentlich schauen, daß die Ukrainer in der Ukraine bleiben, und daß sie ihr Land letzten Endes verteidigen und ihre Identität dort auch wahren. Denn wohin kommt sonst Europa? Ich glaube, es ist ein ganz wesentlicher Auftrag, sie zu unterstützen in diese Form. Was wäre gewesen, wenn Österreich, wenn alle nach 1945 geflohen wäre. Das war nicht einfach, das war nicht leicht. Unser Ziel, unser strategisches Ziel muß erstens sein, die Leute dort zu unterstützen, und das zweite muß sein, dort, wenn sie kommen und wenn sie flüchten, natürlich ihnen nicht nur Asyl zu gewähren, sondern sie zu unterstützen. Das ist ja gar keine Frage.

Christian Rainer: Das heißt, die Bereitschaft gibt es?

Wolfgang Sobotka: Und es ist auch klar, daß auch hier, da kann man wieder appellieren, eine breite öffentliche Meinung dafür sein wird, daß man dort den humanitären Verpflichtungen nachkommt.

Martina Salomon: Eine Frage noch zur Ukraine, bevor man diesen Block dann, glaube ich, langsam abschließen müssen. Bedeutet diese Rückkehr des kalten Krieges, in Wahrheit, daß sich jetzt irgendwie abzeichnet, nicht auch, daß es ein Ende des pazifistischen Europas ist und muß das nicht heißen, daß Europa auch aufrüsten muß […]

Doris Vettermann: Ja, machen wir einen Themenwechsel von der Ukraine zur Innenpolitik.

Aufgenommen in den neuneinhalb Zusammenschnitt der „besten Aussagen von Wolfgang Sobotka“ der Tageszeitung der Martina Salomon wurde sein 33er Vergleich, den Christian Rainer in der Sekunde zu kommentieren wußte:

„Der Vergleich war jetzt interessant.“

Und Martina Salomon wußte ebenfalls sofort, wonach eine „beste Aussage“ verlangt …

Martina Salomon: Das heißt, Sie sehen ein Netzwerk hinter diesen vielen Angriffen, das letztlich auf die ÖVP zielt? […] War es vielleicht ein Fehler, ah, diese, diesen U-Ausschuß als Minderheitsrecht zu etablieren? Weil das wird ja natürlich immer bei jeder Regierung natürlich benutzt werden, von der Opposition […]

Am 27. Februar 2022 beantwortet Anton Pelinka die ihm im Hohen Haus, in dem es wohl als Glück empfunden wird, Wolfgang Sobotka nicht als dessen ersten Hausmeister angestellt zu haben, gestellte Frage bezüglich des vom sogenannten zweiten Mann im Staat kurz zuvor geweihten 45er Vergleich rasch und unmißverständlich, wie er wohl auch auf den 45er Vergleich des Wolfgang Sobotka in der Sekunde reagiert hätte, wäre er und nicht Rainer …

Überhaupt nicht recht gebe ich der Äußerung des Präsidenten des Nationalrates. Denn wohin hätten denn die Menschen in Österreich 1945 fliehen sollen? Vor wem denn? Vor den Befreiern, die Österreich die Unabhängigkeit gebracht haben? Das heißt, das ist ein völlig unpassender, eigentlich ein dummer Vergleich, den der Nationalratspräsident hier gezogen hat. Ja, er ist dann draufgekommen, daß er eine Dummheit begangen hat, aber die Dummheit ist geschehen. Und als Präsident des Nationalrates sollte man sich für Dummheiten zwar entschuldigen, aber man sollte sie vor allem gar nicht begehen.

Alexander Sobotka und sein Gesetz seines Untersuchungsausschusses 1933: „Wer soll es dann machen?“ – Die Verfahrensordnung 2014 hat für ihn die Antwort.

Wolfgang Sobotka: Das heißt aber nicht, daß ich, und schauen Sie, es wird nicht möglich sein, daß man einfach vorweg mit permanenten Unterstellungen arbeitet und dann jemanden aus irgendeiner Funktion rauskickt. Mit derselben Argumentation könnte ich die zweite Präsidentin rauskicken und den dritten rauskicken und wer soll es dann machen? Das haben wir schon einmal gehabt, 1933.

Vergleiche mit der Vergangenheit zu bringen, ist nun in Österreich recht en vogue. Auch der Präsident will da mit glänzen, auf der wieselburgischen Höhe der Zeit zu sein, wie etwa Wolfgang Schallenberg.

Christian Rainer fand den „Vergleich jetzt recht interessant“. Und für die Tageszeitung der Martina Salomon gehört dieser Vergleich zu den „besten Aussagen“, die bleibenden Wert haben, in einen Sonderzusammenschnitt dieses Clubgesprächs von knapp neuneinhalb Minuten aufgenommen zu werden.

Im Falle des Präsidenten des österreichischen Parlaments könnte gesagt werden, wer die Gesetze der Gegenwart nicht kennt, flüchtet in die Vergangenheit, zu Vergleichen, die zu nichts taugen, außer noch zur krampfhaften Umkehrung der Rollen, aber die brutale Rolle, die der Präsident der gegenwärtigen Opposition damit zu unterstellen versucht, ist die Original-Rolle seiner Partei oder die, nun auch sehr en vogue, die Identitäts-Rolle seiner Partei.

Christian Rainer hat die Verfahrensordnung des Untersuchungsausschusses angesprochen, insbesondere den Paragraphen 5. Darauf kommt der erste Präsident des gesetzgebenden Parlaments in Österreich mit dem Satz:

„Mit derselben Argumentation könnte ich die zweite Präsidentin rauskicken und den dritten rauskicken und wer soll es dann machen?“

„Wer soll es dann machen?“ Und mit dieser sobotkaischen Frage in der Gegenwart angelangt, beim Wesentlichen, bei den gegenwärtigen Gesetzen, die die sobotkaische Frage eindeutig und unmißverständlich beantworten. Aber es ist wohl eine Überforderung von einem, der 1933 unterwegs ist, es ist schlicht eine zeitliche Unmöglichkeit für einen, der 1933 unterwegs ist, die Gesetze der Zukunft – BGBl. I. Nr. 99/2014 idF BGBl. I Nr. 63/2021 – zu kennen.

(3) Jeder Präsident bestimmt anlässlich der Einsetzung eines Untersuchungsausschusses einen Abgeordneten als Stellvertreter. Dieser darf dem Untersuchungsausschuss nicht als Mitglied angehören. Sofern weder der Präsident, noch der Zweite oder der Dritte Präsident die Vorsitzführung wahrnehmen können, erfolgt diese durch einen Stellvertreter.

„Wer soll es dann machen?“ Ach, wie unschuldig und gar so bescheiden und uneitel kenntnislos der Präsident des gesetzgebenden Parlaments fragen kann, während er recht kenntnisreich mit Vergleichen beschuldigen kann.

Der Paragraph fünf braucht für eine klare und unmißverständliche Antwort darauf nur einen kurzen Satz:

„Sofern weder der Präsident, noch der Zweite oder der Dritte Präsident die Vorsitzführung wahrnehmen können, erfolgt diese durch einen Stellvertreter.“

Und, ach, wie ohnmächtig die Vorsitzführung von dem Präsidenten dargestellt werden kann. Der Paragraph sechs der Verfahrensordnung erzählt über die Macht der Vorsitzführung die wahre Geschichte, die dem Präsidenten wohl nicht zur Gänze vorgetragen wurde, oder von der der Präsident nur Teile sich gemerkt hat, wie ein Kind, das sich von den ihm erzählten Gute-Nacht-Geschichten nur wenig merkt, da es vom ganztäglichen Herumtollen im Haus viel zu müde zum aufmerksamen Zuhören und während langer Passagen der Geschichte schläft, nur ab und zu noch aufschreckt, ein paar Wörter der Geschichte wieder aufschnappt, und die nicht gehörten Teile der Gute-Nacht-Geschichten sich zu ganzen Geschichten erträumt.