noch ein kleines Stimmungsbild an die Wand geworfen werden, wie das in Österreich war, in den fünfziger Jahren, als „Der Freiheitskämpfer“ für seine Anbetung des „unseres Heldenkanzlers“ recht viele, viele Inserate keilen konnte, von vielen, vielen Unternehmen, wie von diesen, und das ist keine vollständige Aufzählung der Firmen, die im „ÖVP-Freiheitskämpfer“ inserierten:
Pölser Zellulose- u. Papierfabrik, Pengg Draht- und Walzwerke, Brüder Wolfbauer Spiritus- und Likörfabrik und Raffinierie, Bauunternehmung F. Spiller & Sohn, F. M. Hämmerle, Papierfabrik Frohnleiten, Mürztaler Holzstoff- und Papier-Fabriks-Aktiengesellschaft, Wiener Spielkarten-Fabrik Ferdinand Piatnik & Söhne, Spezialnähmaschinen Heinrich Schuster, Gesellschaft für Holzimprägnierung und Holzverwertung m. b. H., Hübner & Mayer Maschinen- und Armaturenfabrik Gesellschaft m. b. H., Genossenschaftsmolkerei Oberwart, Krankenhaus u. Konvent der Barmherzigen Brüder Eisenstadt Burgenland, Phil. Knoch Klagenfurt Leder- und Riemenfabrik, Ebenseer Solvay-Werke, Allg. öffentliches Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit an der Glan, Unterkärntner Molkerei in Klagenfurt, Sanatorium der Kreuzschwestern ‚Maria Hilf‘ Klagenfurt, Chorherrenstift Vorau, Gösser Spezial-Bräu, Schleppe Märzen-Bier, Schärdinger Oberösterreichischer Molkereiverband, Kammer der gewerblichen Wirtschaft für Wien, Sektion Handel am Stalinplatz 11
Und es wollte dann geschrieben werden, so war das damals, vor 69 Jahren, aus ganz Österreich wollten Unternehmungen dabei sein, durch ihre Inserate die Reklame für Engelbert Dollfuß finanzieren, die Sozialdemokratie als die Schuldige an allem in Österreich … aber dann —
Es wurde gedacht, diesen Verein, diesen „Verband“, wie er sich selbst nennt, also die „ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich“ wird es seit Jahrzehnten nicht mehr geben, damit auch seit Jahrzehnten nicht mehr dessen „Vereinszeitung Der Freiheitskämpfer – Organ der Kämpfer für Österreich“ … aber dann —
Es gibt diesen „Verband“ noch, es gibt den „Freiheitskämpfer“ noch, und das gar recht modern – also auch im Internet …
Die ÖVP Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich ist eine der vom Gesetzgeber im § 17 des Opferfürsorgegesetzes BGBI. 183/1947 (OFG) mit der Vertretung der Interessen der Opfer des Nationalsozialismus betrauten Organisationen.
Ach, was sich doch alles verändert hat, zu der Zeit vor 69 Jahren.
„Der Freiheitskämpfer“ ohne so viele, viele Firmen, die inserieren, ihn finanzieren, keine Finanzierung durch Inserate —
Wie „Der Freiheitskämpfer“ sich wohl nun finanziert?
Und was hat sich sonst noch verändert, in diesen 69 Jahren?
Leider musste der vorgesehene Redner, Bezirksvorsteher MMag. Markus Figl knapp vor Beginn der Veranstaltung wegen Corona Fällen in seiner Familie kurzfristig absagen, sodass ich als Wiener Obmann die Gedenkworte übernahm. Aus von uns nicht nachzuvollziehbaren Gründen war am Grab auch ein Team des ORF im Namen der Sendung „Menschen & Mächte“ anwesend, welches mich im Anschluss zu einem Interview bat. Ich erfuhr, dass am 5. Oktober 2022 ein Bericht in der genannten Sendung auch dem Thema Dollfuß gewidmet sein soll. Vorher gab es bereits Kontakte mit der Enkelin des Ermordeten, Frau Dr. Claudia Tancsits. Zunächst würdigte ich Dr. Dollfuß als erstes politisches Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Im Anschluss daran, nach Segnung des Grabes durch Pater Albin Scheuch, würdigten wir ausführlich die Widerstandsleistungen der drei Wehrmachtsoffiziere Biedermann, Huth und Raschke.
Die Rede von Dr. Norbert Kastelic wird die Knochen von Dollfuß nicht sonderlich motiviert haben, sich sonntäglich zu formieren, ihnen wird sein Gesagtes wohl kameradschaftlich zu bekannt sein, seine Rede ihnen nichts Neues enthalten haben, vielleicht haben sie sich sogar davor gefürchtet, er könnte seine Rede vom 24. Juli 2021 zur Gänze noch einmal im Juli 2022 … sie wären vielleicht darauf gespannt gewesen, was Figl … aber Corona, auch die Knochen von Dollfuß Corona-Opfer — Sie werden nun nach dieser seligen Fügung durch die Vorsehung vielleicht auch „Wiedergutmachung“ in Niederösterreich beantragen. Und sagen Sie jetzt nicht, das wäre unmöglich, daß tief vergrabene Knochen „Wiedergutmachung“ beantragen können; wenn bedacht wird, was in Österreich und nicht nur in Niederösterreich möglich ist, dann ist dies auch möglich, nicht nur in Niederösterreich, sondern in Österreich insgesamt
Im Juli 2020 werden die Knochen von Dollfuß alleingeblieben sein müssen, jedenfalls hat „Der Freiheitskämpfer“ von keiner Rede zu berichten, nur
Die mittlerweile traditionell gemeinsam mit der ÖVP Innere Stadt abgehaltene Gedenkmesse in der Michaelerkirche mit anschließendem Philipphofgedenken bei der Albertina war eine der letzten Gedenkveranstaltungen, ehe aufgrund der Corona-Krise alle Termine bis auf weiteres abgesagt werden mussten. Dieses Jahr gedachten wir am 9. März der gewaltsamen Annexion Österreichs an jenem 12. März 1938. Neben vielen Kameradinnen und Kameraden konnten wir seitens der ÖVP Innere Stadt Bezirksvorsteher Mag. Mag. Markus Figl und Klubobmann Sebastian Gimbel sowie seitens des ÖVP-Nationalratsklubs Abg.z.NR Dr. Gudrun Kugler begrüßen. Außerdem den Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer, Dr. Gerald Netzl. Nach der Heilige Messe legte Bundesobmann Dr. Gerhard Kastelic gemeinsam mit Markus Figl bei einem kurzen Gedenken beim „Dachauer-Kreuz“ in der Kapelle der Kirche einen Kranz nieder.
Wenn nun Karl Nehammer zugehört wird, etwa in der „Pressestunde“ am Sonntag, 26. März ’23, etwa Johanna Mikl-Leitner im „Mittagsjournal“ am Samstag, 25. März ’23, erschreckt es nicht, die Stimme des Geistes Fünfziger Jahre zu hören, zu vertraut ist diese Stimme, als daß sie noch erschrecken könnte, ein wenig verwundert der Geist noch bei Stimme ist, nach all dem Geplärre, etwa woran die Sozialdemokratie alles schuld …
Es könnte nun zitiert werden, wie die Parteiwerten die Schuld der SPÖ erkennen, in diesem März ’23. Die Stimme des Geistes Fünfziger Jahre krächzt zwar, ist aber immer noch laut genug, um gehört zu werden, so laut ist er, daß er nicht überhört werden kann, so schreiend ist er, weil er zitiert werden will, sein Schuldlehrwissen über die Sozialdemokratie weitergegeben haben will, an die Heutigen seiner —
Mit letzten Worten eines Gebetes um den Frieden für seine über alles geliebte Heimat schließt Engelbert Dollfuß für immer die Augen. Das erste Opfer deutscher Aggression in Österreich ist gefallen. Die Kugeln einer deutschen Pistole haben das Herz eines Mannes ausgelöscht, der nur seine Heimat kannte und auch dem Deutschtum zu dienen glaubte. Dollfuß hatte das höchste Opfer gebracht, das man von einem Menschen und Staatsmann verlangen kann, das Leben! Und während an der westlichen Grenze unseres Vaterlandes bereits die Häscher Hitlers lauerten, um dem Lande die Freiheit zu rauben, trauerte das ganze österreichische Volk um diesen edelsten Sohn seiner Heimat.
Dr. Dollfuß war ein niederösterreichisches Bauernkind und ist es in seinem Herzen stets geblieben. Der niederösterreichische, nicht frömmelnde, sondern tief und wahrhaft gläubige Sohn der Kirche, der an das wunderbare Geheimnis des Waltens einer bestimmenden Vorsehung glaubt, gleichzeitig aber auch im innersten die Tiefe der Mitwirkung bis zur Aufopferung an der Erfüllung einer Sendung erfaßt hat. Und so hat Dr. Dollfuß nicht nur um politische Unabhängigkeit und Freiheit unseres österreichischen Vaterlandes gekämpft, so hat Dr. Dollfuß nicht nur Schutzwälle aufgetürmt, um den wirtschaftlichen Bestand seines Heimatlandes in jeder Richtung zu sichern, sondern er hat auch um die Seele des österreichischen Volkes gekämpft! Er formte den österreichischen Menschen als Einzelwesen der österreichischen Nation! Mehr als 1000 Jahre Geschichte des österreichischen Imperiums erwachten in der Wiederzurückführung der österreichischen Verfassung auf die Grundsätze des christlichen Staates. Die österreichische Seele, die jahrelang fremdartigen Einflüssen ausgesetzt war, hat Engelbert Dollfuß davon befreit und österreichisches Staatsbewußtsein geweckt. Im Geist des Hl. Leopold wollte er ein neues Österreich schaffen. Was der Priester, Dr. Seipel, vorausahnte, wollte Engelbert Dollfuß, der Kämpfer, wahrmachen. Für Glaube und Vaterland, für soziale Tat und echte Demokratie –„
das war das Kampfprogramm Engelbert Dollfuß‘. Dafür trat er ein mit der ihm eigenen Energie und Konsequenz! In diesen Grundsätzen kannte er keine Kompromisse, keinerlei Konzessionen! Wenn es die Grundsätze ging, war Dollfuß unerbittlicher Kämpfer! Er scheute keine Not und Gefahr — ein unerschrockener Bekenner seiner Heimat wurde er zum Inbegriff des Freiheitskampfes seines Volkes, zum Freiheitskämpfer, der sich würdig seinen Vorfahren in Österreichs tausendjähriger Geschichte anreiht! Leistung, Kampf, Opfer und Sieg — das war der Lebenslauf des Heldenkanzlers.
Dollfuß war Fahne, Idee und Programm einer neuen Gesellschaftsordnung. Nicht allein für Österreich, sondern für die Welt. Er zeigte, von „Quadragesimo anno“ unterstützt, den Ausweg zwischen Kapitalismus und Kommunismus, den dritten Weg. So lebt, 20 Jahre nach seinem Tode, Engelbert Dollfuß noch unter uns! Man möge heute in gewissen Kreisen spötteln, in andern zu feig sein, sich seiner Ideen zu bedienen, die Zukunft wird auch Engelbert Dollfuß Recht geben, genau so wie sein nationaler Abwehrkampf seine geschichtliche Bestätigung in der Entwicklung nach seinem Tode erfahren hat. Für uns ist der 20. Todestag Dollfuß‘ nicht nur ein Tag des Gedenkens, sondern noch mehr Aufruf und Appell zu neuem Einsatz, zum Kampf für eine Gesellschaftsordnung, die das Gestern überwindet und über Kapitalismus und Marxismus hinweg zur lichten Höhe des christlichen […]
„Heldenkanzler“ … „Aus einem alten niederösterreichischen Bauerngeschlecht, über 300 Jahre bereits ist der Stammbaum seiner Familie in direkter Linie in Niederösterreich …“ Auch das aus „Der Freiheitskämpfer Nr. 7/8, Juli/August 1954“ der „ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten, Kuratorium und Landesverband Wien“. Leinkauf schreibt am 16. Juli 1954 an seine
Liebe Kameradin , lieber Kamerad !
Die ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten hält anlässlich des 20. Todestages unseres unvergesslichen Heldenkanzlers Dr. Engelberg Dollfuss am Samstag, den 24. Juli 1954 um 16.30 Uhr am Hietzinger Friedhof eine Gedenkstunde ab. Die Gedenkrede hält Herr Landesparteiobmann Nationalrat Fritz POLCAR. Am Sonntag, den 25. Juli 1954 wird um 10.00 Uhr in der Votikkirche zu Wien einer feierliche Gedächtnismesse zelebriert.
Und wenn beim „Heldenkanzler“ so recht viel Niederösterreich vorkommt, kann es doch nicht ausbleiben, etwas aus Niederösterreich zu zitieren, das an das Heute gemahnt, nicht so sehr um der Schuldzuschreibungen willen, sind diese doch nach Altgelerntem zu bekannt, sondern, um vielleicht beim Zitieren das Zahlenrätsel und das Begriffsrätsel doch noch lösen zu können.
Landeshauptfrau in Niederösterreich, 25. März ’23:Eine Koalition mit der FPÖ eingehen müssen. Sie wissen, daß ich unmittelbar nach der Landtagswahl auf drittplatzierte Partei zugegangen bin, nämlich auf die SPÖ, das heißt, meine Präferenz war von der ersten Minute an ganz klar. Aber aufgrund der Blockade und der Kompromißlosigkeit der SPÖ ist es zu keiner Zusammenarbeit gekommen und so waren in der Situation, auf die FPÖ zuzugehen, um eine Zusammenarbeit zu ermöglichen, weil wir eine tragfähige Regierung brauchen. Fakt ist, daß die Volkspartei Niederösterreich nicht mehr die absolute Mehrheit hat und somit einen Partner braucht.
Moderatorin: Aber die SPÖ war doch zu weiteren Verhandlungen mit Ihnen bereit, Sie wollten diese Verhandlungen nicht.
Landeshauptfrau: Wir haben sechs Wochen mit der SPÖ verhandelt und Sie wissen, daß es hier fünf konkrete Forderungen seitens der SPÖ gab. Bei diesen fünf Forderungen hätte es vier gegeben, wo wir zu Kompromissen gefunden hätten, aber der fünfte Punkt war für uns ein No-Go, denn 440 Millionen für eine Jobgarantie für Langzeitarbeitslose […]
Bundeskanzler, 26. März ’23: Ich glaub‘, man muß auch hier wieder ein Stück weit den Blick weiten. Zum einen ist es historisch so, daß Koalitionen mit Freiheitlichen […] In Niederösterreich ist es schon ein spezieller Fall. […] Es ist schon interessant, daß Johanna Mikl-Leitner genau den Weg versucht hat, dieses Arbeitsübereinkommen ist ja keine Koalition […] Und hat eben den Dritten für die Gespräche gewinnen wollen, das war die SPÖ Niederösterreich, die hat sich ja sehr rasch einem Verhandlungsergebnis entzogen, dann muß man eben handeln, um Stabilität […]
Moderator: Darf ich trotzdem kurz einhaken. Aber angeblich geht es um 40 Millionen Euro, die die SPÖ für Langzeitarbeitslose verlangt hätte, und das wurde abgelehnt in der letzten Runde, wenn es stimmt. Dafür gibt es jetzt 30 Millionen für Corona-Hilfen für Menschen, die gestraft worden sind. Also so ein dramatischer Unterschied zwischen diesen beiden Summen ist nicht […] Aber war das wirklich so, daß die SPÖ da komplett weg war, man hört da ganz was anders.
Bundeskanzler: Also, ich finde, es ist immer, es steht uns allen gut an, dann immer alles aufzuzählen, was tatsächlich passiert ist. Es gab einen Forderungskatalog der Sozialdemokraten in Niederösterreich, der nicht 40 Millionen, sondern Milliarden gekostet hätte.
Weder das Zahlenrätsel noch das Begriffsrätsel kann, das muß eingestanden werden, durch das Zitieren doch noch gelöst werden. Die 440 Millionen der innovativen Landeshauptfrau im Mittagsjournal sind in der Pressestunde 40 Millionen und dann sind es, wie der niederösterreichische Kanzler sagt, überhaupt Milliarden … Was für den niederösterreichischen Kanzler keine Koalition, ist für die niederösterreichische Landeshauptfrau eine Koalition —
Das Einzige, das die ÖVP nicht als Rätsel aufgibt, das Einzige, das die ÖVP klar beantwortet, ist die Schuldfrage, und in dieser Schuldzuweisung sind sich in der ÖVP vom niederösterreichischen Kanzler bis zur niederösterreichischen Landeshauptfrau einig, sprechen sie alle mit einer Zunge. Schuld sind die Sozialdemokraten, schuld sind die Sozialdemokratinnen, schuld ist die SPÖ, wie seit …
Wolfgang Sobotka: „Ich bin mit Oskar Deutsch in vielem einverstanden, insbesondere was sein Porajmos-Zentrum betrifft, weil Wien wirklich keines hat und das mehr wie notwendig ist.“
Der Herr Präsident aber will kein solches Zentrum, schlimmer, es kommt dem Herrn Präsidenten gar nicht in den Sinn, ein Porajmos–, er will nur, damit ist er einverstanden, ein Shoah-Zentrum, und dieses sein Shoah-Zentrum aber will er nicht auf dem KL-Platz, sondern, das könne sich der Herr Präsident vorstellen, auf dem Morzinplatz, wo, wie er falsch sagt, das „Gestapo-Zentrum stand“.
Der Herr Präsident ist, so einfach wie kurz gedacht, für ein „Zentrum“, wo schon ein „Zentrum“ war – Zentrum zu Zentrum.
Wir haben im Parlament eine Ausstellung, im Zentrum der Bibliothek, wo wir uns mit diesem Thema des Antijudaismus, das ist ja eine Geschichte durch zweitausend Jahre, und Antisemitismus auseinandersetzen. Es geht darum zu erklären und auch zu dokumentieren, und da sind auch die Aussagen von Lueger, Bürgermeister Lueger, immer wieder enthalten, aber auch viele andere. Ich glaube, ich bin mit Oskar Deutsch in vielem einverstanden, insbesondere was sein Shoah-Zentrum betrifft. Weil Wien wirklich keines hat und das mehr wie notwendig ist. Aber es ist, glaube ich, kein Weg, daß wir einfach die Geschichte streichen. Es ist wesentlich, daß wir dieses Denkmal konnotieren, da gibt es auch Vorschläge dazu, daß man das ganz klar […] Ich halte nichts, von der cancel culture, das ist kein Weg, damit Geschichtsklitterung zu betreiben. […] Auf der anderen Seite hat Lueger auch für diese Stadt viel getan, das heißt für die Entwicklung Wiens, des modernen Wiens […] eine sehr ambivalente Haltung, aber an seiner antisemitischen Haltung gibt’s nicht zu rütteln und ist zutiefst, auch aus unserem Standpunkt her, abzulehnen.
An wen hat der Herr Präsident wohl gedacht, als er sagte, es seien Aussagen auch von vielen anderen … wenn er bald darauf das Zeitwort „streichen“ verwendet, daß es kein Weg sei, die Geschichte zu „streichen“, darf vermutet werden, es könnte ihm der „österreichische Streicher“ eingefallen sein, vielleicht auch nicht, aber der „österreichische Streicher“ wird ihn ungewollt zum Streichen …
Der Herr Präsident spricht von der „ambivalenten Haltung“ nicht des „österreichischen Streichers“, sondern seines Herrn Bürgermeisters Lueger. Von dem „ambivalenten Herrn“, also von dem „ambivalenten österreichischen Streicher“, und der Herr Präsident wird das ein Wochenende zuvor wohl gelesen haben, schreibt die Tageszeitung des österreichischen Qualitätsstandards am 13. März 2023.
ÖVP-Ikone, aber auch Antisemit: Der ambivalente Herr Kunschak
Vor 70 Jahren starb der christlich-soziale Politiker Leopold Kunschak. Der vom Staat Hochgeehrte setzte sich vehement für den Erhalt der Demokratie ein – aber blieb unbelehrbarer Antisemit
Kunschak befeuerte den Personenkult um seinen antisemitischen Ziehvater Lueger mit der Errichtung des Denkmals zu Ehren des Bürgermeisters auf dem gleichnamigen Platz. Bei dessen Einweihung 1926 hielt Kunschak die feierliche Ansprache. „Erbe des Luegergeistes!“, wurde er später in einer Festschrift tituliert: „Kein Wort könnte Leopold Kunschak besser kennzeichnen.“
Wir Christlichsoziale von Wien und von ganz Oesterreich werden ihm folgen und wenn er uns das Erbe Lueger auslegt und neu vor Augen stellt, dann werden wir wissen, wir handeln im Geiste des großen Mannes, der im Denkmal auf dich, lieber Kunschak und auf uns alle herabsieht. Stimmen Sie ein mit mir in den Ruf: „Kunschak der Erbe des Luegergeistes, er lebe hoch! hoch! hoch! (Begeisterte Hochrufe.)
Ein Wochenende später, am 19. März, sagt der Herr Präsident auch dies, als er zum Simon-Wiesenthal-Preis befragt wird:
Er bringt Menschen oder Gruppen, Organisationen vor den Vorhang, die aus ihrem inneren Antrieb, den Antisemitismus bekämpfen, egal wo er auftritt. Das ist eine zutiefst bewundernswerte Haltung und ist für das Parlament ganz wichtig, da wir wissen, daß Antisemitismus antidemokratisch ist. Und da reicht es nicht nur mit dem Gesetz dagegen zu arbeiten, mit Aufklärung dagegen zu arbeiten. Da brauchen wir viele Leute, die aus der Mitte der Gesellschaft, weil auch dort der Antisemitismus verankert ist, dagegen aufstehen.
Konnte also Herr Kunschak, wie die Tageszeitung des österreichischen Qualitätsstandards schreibt, „sich vehement für den Erhalt der Demokratie“ — „Als ‚Staatsrat‘ unterstützte er die ‚durch seinen Märtyrertod geheiligten Ziele‘ von Dollfuß“ –, einsetzen, wenn, wie der Herr Präsident sagt, „Antisemitismus antidemokratisch“ —
Und von welcher Demokratie wird überhaupt gesprochen, wenn von Demokratie gesprochen wird? Von jener Demokratie, von der auch Nationalsozialistinnen sprachen, mit der sich Nationalsozialisten prüsteten: „Bei uns herrscht die wahre Demokratie.“? Von der des Mannes Demokratie zwischen 1934 und 1938 in Österreich?
Ist es nicht geradezu beschämend, daß man es heute nur wagt, die Erinnerung an Dollfuß durch Grabbesuche zu pflegen, aber darüber hinaus nicht den Mut besitzt, auch die Idee, die dem autoritären Regime vorschwebte, zu studieren und manchens wieder zu bekennen. War sie reaktionär oder faschistisch? Keines von beiden, eine sehr reale zukunftsträchtige Idee, die zutiefst soziale und demokratische Elemente in sich birgt.
„Zutiefst“ – ein Wort, das von Herrn Präsidenten in diesem kurzen Interview nicht nur einmal verwendet wird — „zutiefst soziale und demokratische Elemente“ …
„Zutiefst demokratische Elemente …“, Das ist zitiert aus
“Der Freiheitskämpfer – Organ der Kämpfer für Österreichs Freiheit“, Nr. 7/8, Juli/August 1954. Eigentümer, Herausgeber und Verleger: „ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und „Bund österreichischer Freiheitskämpfer“. Redaktion und verantwortlich: Franz Kittel. Alle Wien I., Falkestraße 3
Was er, der Herr Präsident, an diesem Sonntag gewollt sagt, in dem Interview, das vielleicht deshalb „vorab aufgezeichnet“ wurde, weil diese Sendung zur Sonntagsbratenzeit ausgestrahlt wird und der Herr Präsident vielleicht nach dem vormittäglichen Kirchhauptgang ermüdet zu hungrig für einen Interviewgang, was er, der Herr Präsident, an diesem Sonntag gewollt nachsichtig sagt, ist dies:
Das ist das Wesen der Demokratie, wenn sich Parteien in einem Parlament mit einem Arbeitseinkommen übereinkommen einigen, für die nötigen Themenstellungen eine gemeinsame Linie zu finden, dann ist es im Demokratischen das Finden eines Kompromisses, daß das den einen weniger Freude macht, das andere ablehnen, das ist natürlich und das ist auch hier im Parlamentarismus das Wesen, Opposition und Regierungsparteien gibt, und das Haltungen immer wieder auf dem Prüfstand stehen, ist gar keine Frage. Ich denke aber, es liegt nicht am Nationalratspräsidenten, da zu kritisieren, das ist eine Haltung, die in Niederösterreich zu klären ist.
Oskar Deutsch hat sich auch sehr klar dazu geäußert, zur ÖVP-FPÖ-Koalition in Niederösterreich, die am Freitag präsentiert wurde. Er sagt, die Koaliton sei ein Dammbruch. Und er sagt auch, daß unter den führenden Vertretern der FPÖ Niederösterreich Personen sind, die den Hitlergruß zeigen, die Nationalsozialisten huldigen, eine Registrierungspflicht für Juden und Jüdinnen einführen wollen, Menschenrechte in Frage stellen, Rassismus, Homophobie verbreiten, und zuletzt Udo Landbauer, Hilfe an Erdbebenopfer in der Türkei verweigert. Das ist eine sehr harte Kritik. Stimmen Sie da ein in diese Kritik von Oskar Deutsch?
In der Politik gibt es einen Punkt, an dem alle Überzeugungen scheitern, alle guten Absichten Schiffbruch erleiden. Es spielt demnach keine Rolle, ob man […] es spielt keine Rolle, ob man ein Verfechter der Menschenrechte war, ob einem das Schicksal […] am Herzen lag, es spielt keine Rolle, ob man […] ob man diesem oder jenem gemeinnützigen Verein […]
Wir sind die Dinge, die wir besitzen. Und die große Tatsache des Besitzens reißt uns weit, sehr weit mit. Bis zu jenem Punkt, an dem man die Worte von […] ein zweites Mal hören muss, um ihre Gewalt zu ermessen[.]
Und war die österreichische Armee in Mantua nicht mit Mann und Maus untergegangen?
in Ausführungen zu „Festungen“
Plötzlich verwirrt, blättert er fiebrig immer rascher durch das Buch und kann nur feststellen, dass seine Festung, seine kuriose Erfindung, nicht nur gegen ein oder zwei der von Jomini aufgeführten Bedingungen verstößt, sondern gegen alle!
„Meiner Meinung nach“ – schreibt Jomini – „ist die wahre und wichtigste Bestimmung einer Festung immer […]
Scheiße noch mal! Was erzählt dieser Jomini da bloß, will der mich verarschen, der spinnt doch! „Eben weil die Festungen lediglich dazu bestimmt […] als Stützpunkt zu dienen[.]“
„Une sortie honorable“
ist eine zutiefst beunruhigende menschliche Komödie, die ständig aufs Neue aufgeführt zu werden scheint.“
Wie sich unsere glorreichen Schlachten in Aktiengesellschaften verwandeln
ist in „Une sortie honorable“ der Titel eines Kapitels,
das auch für die seit über einem Jahr ununterbrochene Wiederaufführung des Schlachtens für „unsere Werte“, auf die sich, darin vereint, alle Seiten berufen, geschrieben scheint, es müßten in diesem Kapitel, um es deutlich zu machen, nur die Namen der Aktiengesellschaften, nur die Namen der Vorstände, der Aufsichtsräte gewechselt, nur die Produkte, mit denen sie handeln, gewechselt werden —
Wir haben über die eigenen vier Wände gesprochen, über die Lebensmittelversorgungssicherheit, sich selbst etwas Gutes zu tun, indem man Kunst und Kultur genießt, aber am Anfang von all dem steht, daß man es sich auch leisten kann, es zu tun.
Und da ist schon die nächste Frage. Wie wird sich das ausgehen mit der Arbeitswelt 2030. Ich kann mich erinnern, als wir uns mit diesen Fragen schon Jahre davor auseinandergesetzt haben, da war das Thema Digitalisierung und Arbeitswelt 4.0 Thema in ganz vielen Sitzungen und Besprechungen, was das denn bedeuten wird für die Menschen, was bedeutet das für die Wirtschaft auf der einen Seite, was bedeutet es für die Arbeitsplätze, und auch da war die Angst größer, daß Arbeitsplätze verlorengehen, als daß neue Möglichkeiten geschaffen werden. Die Wahrheit ist, händeringend suchen heute Unternehmerinnen und Unternehmer nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, und die Digitalisierung schreitet konstant voran. Sie hat uns sogar gute Dienste erwiesen, wo es vielleicht noch Berührungsängste gab, gerade wenn wir an die Pandemie denken.
„Wenn wir an die Pandemie denken, ich kann mich erinnern“ … wie das ist, mit Kunst und Kultur, in Österreich, als „Verantwortliche“, von denen und also von sich selbst der Zurzeitige spricht, genau danach „trachten, das zu tun, das für den Geist “ —
Aber die Europäische Union, weil wir auch schon über Außenpolitik sprechen, die hat tatsächlich viel zu tun. Sie hat sich nämlich aus meiner Sicht wieder ein Stück weit zurückzubesinnen, auf das, was sie auszeichnet und groß macht. Ich mag kein zentralistisches Europa. Ich mag ein Europa der Nationen.
Wie wären sie in Osterhofen, wie wären sie in Ried klatschend aufgesprungen, wäre das oben Zitierte genauso gesagt worden, aber es wurde im Obergeschoß in der Stadt gesagt, und der, der es gesagt hat, hat das Land der Stadt gleichberechtigt —
Aber der Zurzeitige blickt nicht nach vorne, schreibt nicht Geschichte nach vorne, er schreibt, was auch immer, Geschichte schreibt er nicht, er redet, einfach wie kurz gesagt, nach, er redet nach, er redet nach, was andere lange, lange, lange vor ihm schrieben und sagten, was andere immer noch und weiter und weiter schreiben und sagen, und er redet nach, ebenso ungenau, wie sie es ihm ungenau vorschreiben und vorsagen, er „mag ein Europa der Nationen“, er „mag kein zentralistisches Europa“. Sie und er ihnen hinten nach meinen die Europäische Union, sagen aber Europa. Jedoch, das gesamte Europa ist nicht die Europäische Union, die Europäische Union ist nicht das gesamte Europa, in dem neben den Staaten in der Europäischen Union es Staaten gibt, die nicht in der Europäischen Union sind, es somit ein nicht-zentralistischesEuropa der Nationen gibt, das auf dem europäischen Kontinent u. a. die Türkei, Rußland einschließt; er ihnen nach mag also das Europa der Nationen außerhalb der Europäischen Union, die bis auf eine zentralistische vieles sein mag, soher ist er an diesem Tag im Obergeschoß einmal genau, mit seinem Blick auf Europa mit Staaten in der Europäischen Union und Nationen außerhalb der Europäischen Union, wenn er in Österreich von Außenpolitik —
Einmal sagen diese aus dieser Gesinnungsschaft „Vaterländer“, ein anderes Mal sagen sie „Nationen.“ Vor bald elf Jahren sagte, wie die Tageszeitung „Kurier“ am 8. Juni 2012 zitiert, beispielsweise Marine Le Pen
„Ja, ganz richtig. Ich wünsche den Zusammenbruch der Europäischen Union, um das Europa der Nationen zu ermöglichen.“
Im Sommer 2021 unterzeichneten die Vorsitzenden des rechtspopulistischen Rassemblement National (RN) Marine Le Pen, der italienischen Lega Matteo Salvini, der ungarischen Fidesz Viktor Orbán, des spanischen Vox Santiago Abascal, der polnischen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) Jarosław Kaczyński, der Fratelli d‘Italia Georgia Meloni eine und zehn weiterer Parteien gemeinsam folgende Erklärung zur Zukunft Europas:
Déclaration sur l’avenir de l’Europe
Dans le débat sur l’avenir de l’Europe qui a récemment commencé, la voix des partis attachés à la liberté des nations et les traditions des peuples européens ne doit pas manquer.
Und diese Stimme der Parteien, die der Freiheit der Nationen und den Traditionen der europäischen Völker verbunden seien, dürften nicht fehlen.
1999 wurde die politisch sehr disparate Technische Fraktion der Unabhängigen Abgeordneten gegründet, deren Mitglied unter anderem Jean Marie Le Pen war. Sie bestand unter anderen aus den italienischen Nationalkonservativen, der Liste Emma Bonino, der Lega Nord, der neofaschistischen Fiamma Tricolore, dem FN und dem Vlaams Blok. Die Fraktion hatte 18 Abgeordnete (2,88 Prozent). Sie wurde 2001 gemäß Artikel 29 der Geschäftsordnung des Europäischen Parlaments wegen fehlender politischer Zugehörigkeit aufgelöst. Die Fraktion Union für das Europa der Nationen (UEN), die von 1999 bis 2009 bestand, versammelte ebenfalls radikal-rechtspopulistische Parteien unter anderem aus Dänemark, Italien und Polen. Sie hatte 31 Abgeordnete (4,95 Prozent). Bei den Europawahlen 2004 stellte die Fraktion 27 Abgeordnete (3,69 Prozent). 2007 gab es erneut einen Versuch einer rechtsextremen Fraktion, die Stimme im Parlament zu erheben. Die Fraktion Identität, Tradition, Souveränität bestand jedoch nur kurz. Sie war ein Zusammenschluss aus der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), dem FN, Vlaams Belang und Großrumänenpartei. Sie setzten sich zum Ziel, den Vertrag über eine Verfassung für Europa zu bekämpfen und die weitere Verflechtung europäischer Institutionen zu verhindern. Der Fraktion ging es – ähnlich, wie es Jahre später in der Erklärung 2021 formuliert wurde – um die Erhaltung und Stärkung der Nationalstaaten im Sinne eines Staatenbundes. Durch den Austritt von fünf Abgeordneten der Großrumänenpartei verlor die Fraktion den Fraktionsstatus, da sie unter das Mindestquorum für die Bildung einer Fraktion fiel.
Klima ist global und nicht national. Das führt mich dazu, daß wir in dieser Strategie genauso darüber nachdenken müssen, wie wir neue Möglichkeiten finden, unser Wissen zu exportieren. Wenn Sie auf den afrikanischen Kontinent, wenn Sie nach Asien schauen, werden Sie viele Länder finden, die mit mittlerweile einem wichtigen, nämlich in Österreich wieder dazu gewordenen Rohstoff, nämlich dem recycelten Kunststoff, achtlos umgehen, wie viel davon in der Natur liegt, wie viel davon in den Weltmeeren schwimmt, all das, dem kann man aber begegnen, durch eine Bewußtseinsänderung in der Bevölkerung, aber vor allem auch durch Recyclingindustrie, die man in diesen Staaten aufbauen kann und muß, und daß auch dort neue Zukunftsperspektiven für die Menschen gibt. Und genauso gedacht geht es darum, wenn es um Hochwasserschutz geht, Naturkatastrophen vorzubeugen.
Ihr zurzeitiger Bundeskanzler will „Möglichkeiten finden, unser Wissen zu exportieren“ — nach Afrika. Ihr zurzeitiger Bundeskanzler will dem achtlosen Umgang mit recycelten österreichischen Kunststoff begegnen, durch eine Bewußtseinsänderung der Bevölkerung – auf dem afrikanischen Kontinent —
Auf riederische, auf osterhoferische Februarreden in … sollte gar nicht reagiert werden, gar mit Argumenten, gar mit Berichtigungen, das sollte die Regel sein, nachdem aber die Februarrede im März gehalten ist, darf von dieser Regel eine Ausnahme gemacht werden.
Das kleine zentralafrikanische Land ist auf dem Kontinent führend hinsichtlich Abfallvermeidung und Recycling. Seit 2008 gilt dort ein Totalverbot für Polyethylen-Plastiktüten. Und 2016 war Ruanda federführend, gemeinsam mit Südafrika und Nigeria, die Afrikanische Allianz zur Kreislaufwirtschaft (ACEA) zu gründen.
Im August 2017 verabschiedete Kenia ein Gesetz, das den Gebrauch, die Herstellung und den Import von Einweg-Plastiktragetüten rigoros verbietet. Obwohl dies nicht das erste Verbot ist – ähnliche Versuche wurden schon 2007 und 2013 unternommen – ist es mit Bußgeldern von bis zu 40.000 $ doch das bei weitem am strengsten durchgesetzte.
Sie hätten ihn nicht heftig beklatscht, hätte er dies oben Zitierte gesagt. Sie hätten aber ihm heftig applaudiert und er selbst, der zurzeitige österreichische Bundeskanzler hätte wohl eifrig mitapplaudiert und sich selbst beklatscht, hätte er das unten Zitierte gesagt, daß schon ab 2020
Im Ministerrat wurde das Verbot von Plastiksackerl in Österreich ab 2020 beschlossen. Insgesamt fallen jährlich zwischen 5.000 bis 7.000 Tonnen Kunststofftragetaschen unterschiedlicher Dicke in Österreich an. Diese landen oft in Flüssen, sind Teil der Verschmutzung von Flächen und Räumen (Littering) und stellen besonders Städte und Gemeinden sowie die Landwirtschaft und Umwelt vor immer größere Herausforderungen. Alleine in Österreich werden pro Tag über 100 Kilogramm Plastik über die Donau abtransportiert. Die Bundesregierung sagt dem umweltschädlichen und verschwenderischen Plastikverbrauch nun den Kampf an und leitet einen vollkommenen Systemwechsel in Österreich ein. Geplant ist ein Maßnahmenpaket, das unter anderem das Verbot von nicht-abbaubaren Plastiksackerln enthält. Das Verbot trat mit 1. Jänner 2020 in Kraft.
Ihr zurzeitiger Bundeskanzler Österreichs meinte vielleicht gar nicht — sagt er doch selbst gar recht oft, er werde immer wieder mißverstanden — „Wissen“, sondern Gewissen … darüber nachdenken müssen, wie wir neue Möglichkeiten finden, unser Gewissen zu exportieren. Das ergäbe dann doch noch so etwas wie einen Sinn. Jedoch, dann wäre es nicht mehr eine Februarrede im riederischen, im osterhoferischen Obergeschoß, sondern eine Bundeskanzlerrede in der Hauptstadt, von der es aber, von der Stadt, ihrem Zurzeitigen schon zu viel — „gibt es Stadt und Land gleichberechtigt, oder nur mehr Stadt“ …
Wenn einer von seiner Reise erzählt, kann was berichtet werden. Wie von der etwa, die Karl Nehammer erzählt, von seiner Siebenlangenreise. Sein Ziel Zur Zukunft
Und was kann das für eine Zukunft sein, deren Erzählung ’30 zu Ende ist?
Zukunftserzählungen werden groß inszeniert, das Kommende, das zu hören sein wird, wird mit Pathos vorgestellt, die Erzählenden werden mit Pathos vorgestellt, die mit Erzählenden Reisenden werden mit größter Ehrerbietung begrüßt, so auch an diesem letzten Freitag …
[…] Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung im Dienst und außer Dienst […]
[…] sehr geehrter Herr Präsident des Nationalrates […]
Und was kann mit ihnen das für eine Zukunft sein, deren „Handlauf“, wie Moderatorin Ina Sabitzer die gleich zuhörende Reiseerzählung nennt, nur bis ’30 reicht, an einem „Handlauf“ in die „Zukunft“ … an einem „Handlauf“, der erst bei der Stufe 23 beginnt, an einem „Handlauf“ für nur sieben Stufen, und ab der Stufe 30 wieder ohne „Handlauf“ … welche Baubehörde würde beispielsweise wohl eine Kellerstiege mit einem Handlauf erst von Stufe 23 über bloß sieben Stufen und also nur bis zur Stufe 30, wenn die Kellerstiege weit, weit mehr als 30 Stufen insgesamt hat, genehmigen?
Neben ihm, und was kann das auch mit ihr für eine Zukunft sein, eine Frau, die eben auf dem kurzen Weg zur Koalition mit einer landbauerischen Partei …
Mit diesem Blick in die ersten Reihe hätte dieser Raum auch schon wieder verlassen werden können, ohne die Reiseerzählung Am Handlauf die Zukunft gehört zu haben, aber Handlauf wurde dann doch gehört, und je länger zugehört wurde, desto mehr drängte sich die Frage auf, weshalb wurde die Erzählung nicht schon einen Monat früher gegeben. Wovon noch zu erzählen sein wird.
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