Ein allessagender Moment der Wahrheit auf www.sebastian-kurz.at

Sebastian Kurz ist ein Mann der Wahrheit. Und seine Wahrheit zeigt er jedem Menschen, der seine Website aufruft: gleich zu Beginn ganz offen für einen kurzen Moment sehen Sie in die Tiefe der Wahrheit von Sebastian Kurz:

sebastian-kurz-at

Wenn Sie also seine Website aufrufen, sehen Sie das obige Bild nicht ganz genauso. Es fehlt der türkise Rahmen, der hinzugefügt wurde, damit es Sie nicht gar so erschreckt, in seiner ganzen Schwärze.

Was nach diesem kurzen Moment der Wahrheit kommt, ist die Bestätigung dieses Bildes, das Spiegelbild seiner Ansagen, etwa zur Entlastung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, wie er also seine „neue gerechtigkeit“ von seinen Parteiahnen eingesogen hat und nun ausatmet.

Gerade zu diesen seinen Ansagen zu Steuern und Abgaben hätte wieder etwas hinzugefügt werden können, etwas ganz Aktuelles. Datumsmäßig aktuell, nicht nach der Weltanschauung der kurz’schen Partei. Es hätte etwas geschrieben werden können, wie Alleinerzieherinnen entlastet werden sollen,  mit einem „Kinderbonus“. Der „Kinderbonus“, so schwarz wie kurz, soll an den Vater, also an den Mann ausbezahlt werden, und der Mann soll diesen an die Mutter, also an die Frau weitergeben, so wie es einmal war, als Papi Mami ein Haushaltsgeld gab, damit sie einkauft, was ihm schmeckt. Das Moderne daran? Papi und Mami sind getrennt, und Mami muß nicht mehr für ihn einkaufen. Aber wer weiß, vielleicht gibt Papi noch was drauf, und dann kann Mami auch wieder für ihn einkaufen und es ihm gleich zustellen. Zustelldienste sind doch etwas Modernes. Die soll sich doch jeder Mann leisten können, wenn er sich schon sonst nichts leisten kann, von seinem Lohn, nicht einmal Steuern. Genug. Schon zu viel darüber. Sonst müßte noch geschrieben werden, daß Zehntausende von Frauen nichts von diesem „Kinderbonus“ hätten, nicht einmal dann, wenn Papi wirklich diesen weitergeben würde. Genug.

Es ist ja doch nur wieder ein Spiegelbild …

Jetzt sind Sie genügend vorbereitet, um sich nicht mehr zu erschrecken. Wie es tatsächlich aussieht, in seiner ganzen Schwärze: dann klicken Sie auf www.liste-sebastian-kurz-die-neue-volkspartei at … Sie werden diese Website gar nicht anklicken müssen, Sie können sich die ganze Schwärze bestimmt auch so schon vorstellen.

PS Und was ein Mensch ausatmet, das ist bekannt, u.a. CO2.

Was die Nationalratswahl 15.10.17 Österreich bringen wird: erste identitäre Regierungspartei in Europa

Mannhheimer - Werbung für Identitäre 05-09-2017

Es ist Gesinnungsdienst, daß Michael Mannheimer direkt unter seinem überschwenglichen Lob für eine identitäre Aktion für die identitäre Parlamentspartei wirbt.

Für wen sollte er sonst werben?

Was für eine Aktion er „super“ findet? Eine mit dem Wort „Genozid“. Was kann dazu gesagt werden? Nichts. Die Antwort kann auf eine solche Aktion und generell nur sein, die bereits gegeben wurde: Identitäres Kein-Denken

Wer Michael Mannheimer ist?

Es reicht, was zu ihm bereits berichtet wurde:

Vizebürgermeister Hannes Stiehl teilt Michael-„Linke-sind-die-heutigen-Nazis“-Mannheimer

Im Gesinnungsfall ist die FPÖ für Michael und nicht Max Mannheimer

Gesinnung und Kein-Denken ist klebriger als BlutFür wen sollte er sonst werben? Gesinnungskameraderie läßt ihm keine andere Wahl. Gesinnung und Kein-Denken ist klebriger als Blut.

Für was sollte er sonst werben, als für identitäre Sprüche, der eine so falsch wie der andere …

Wer die identitäre Parlamentspartei ist?

Sie kennen diese, genau, recht genau. Sie wählen diese vielleicht sogar, und wenn Sie diese am 15. Oktober 2017 wieder wählen, dann helfen Sie, kurz gesagt, mit, das Ansehen Österreichs in der Welt noch mehr zu steigern, aus einer identitären Parlamentspartei die erste identitäre Regierungspartei in Europa zu machen.

Nicht ganz. Beim Machen werden Sie nicht mehr dabei sein. Beim Machen stehen Sie wieder draußen vor der Tür. Aus der identitären Parlamentspartei eine identitäre Regierungspartie zu machen, das werden andere besorgen, die diese Partei mit Bestimmtheit noch besser als Sie kennen, noch mehr als Sie über diese Partei wissen, aber, kurz gesagt, das ist ihnen egal, mit einer identitären FPÖ gemeinsam auf der Bank …

Und was schreibt Mannheimer Michael unter seine Beworbenen? „Es gibt nicht nur Deutsche, die …“ – ein Banner und ein Video, das ist „handeln“ …

NS Vielleicht eines ist doch zu wiederholen. Identitäre Partei ist keine Zuschreibung, es ist die Eigenbeschreibung aus dieser Partei selber … Auch das Gerede von einem „Wiederbeleben des Faschismus“ ist keine Annahme, es ist das Gekritzel aus einem für diese Partei äußerst wichtigem Magazin, wie Sie nachlesen können:

Wo sonst soll ein Gemeinderat einer identitären Partei Wache stehen als bei den Identitären?

Können Sie wirklich wollen, daß mit Ihrer Wahlstimme diese identitäre Parlamentspartei zur identitären Regierungspartei gemacht wird? Die Frage geht auch kürzer, ganz kurz: Hübner schon wieder?

Als vor 334 Jahren FPÖ unzensuriert am 15. Oktober ganz früh siegesgewiß aufsteht …

Kaum stehen in Österreich Nationalratswahlen an, wie auch in diesem Jahr, kann die FPÖ unzensuriert nicht anders, als aufmerksam zu machen auf … wie auch anders? 

Und welche Antwort ist darauf zu geben? Die schon einmal gegeben wurde, anläßlich der letzten Nationalratswahl: 

Die Höhle teilen sich Freiheitliche, Innozenz XI., die kleine Prinzenschlampe Eugen …

Stets also dasselbe Gemoser. Und manche nehmen es  gar zu wörtlich, Gemoser verbreiten zu müssen, weil sie Moser heißen …

… ist ihr den ganzen Sonntag über bereits komisch zumute, und am Abend, als sie müde wieder ins Bett kriecht, versteht sie die Welt gar nicht mehr, sie schaut immer wieder auf ihr Kalenderblatt, auf das sie für diesen Tag rot geschrieben hat: Nationalratswahl. Aber wohin sie auch an diesem Sonntag lief, niemand wußte etwas von einer Wahl, nirgendwo ein Wahllokal. Schließlich schläft sie über ihr Gemoser ein, in der Gewißheit, um einen Sieg betrogen worden zu sein. Die Frage, wer sie denn betrogen habe, quält sie aber noch viele Stunden, läßt sie immer wieder erwachen, bis sie endlich die Antwort findet, endlich für sich weiß, wer die Betrügerin ist, die Diebin, die ihr die Wahl, ihren Sieg gestohlen hat. Es ist die Zeit.

Als vor 334 Jahren FPÖ unzensuriert lebte

 

Vom Senkungswillen des Sebastian Kurz

Nun läuft Sebastian Kurz durch das Land und erzählt allen, die Menschen würden sich nichts aufbauen können, trotz harter Arbeit. Deshalb wolle er, kurz gesagt, die Abgabenquote von 43 % auf 40 % senken.

Drei Prozent weniger an Abgaben, ja, damit kann, will Kurz wohl vermitteln, der Mensch sich mit harter Arbeit etwas aufbauen, sich etwas leisten, etwas schaffen.

Drei Prozent weniger, ja, größer ward ein Senkungswille noch nie gewesen.

Rechnen Sie einmal, was drei Prozent bei Ihrem Gehalt ausmachen würden, wie viele Scheine mehr Sie durch drei Prozent weniger in Ihrer Brieftasche haben würden.

Sie hätten trotz drei Prozent weniger keinen einzigen Geldschein mehr in Ihrer Tasche?

Wie das?

Es verspricht doch Sebastian Kurz eine Abgabensenkung, damit Sie sich etwas aufbauen können.

Sie müssen sich verrechnet haben.

Nein, Sie haben sich nicht verrechnet?

Wie ist dies dann zu erklären?

Ja, es ist doch eine sehr akademische Diskussion über die Abgabenquote. Mit der Abgabenquote läßt es sich vortrefflich theoretisieren. Nur Sebastian Kurz führt keine akademische Diskussion, er theoretisiert nicht. Ganz im Gegenteil. Er tut so, als würde er ganz wirklich an die Abgabenquote herangehen, er tut so, als wäre die Abgabenquote von 43 % eine praktische und keine theoretische Größe, als müßten tatsächlich alle Menschen 43 % von ihrem Lohn abliefern. Und er, Kurz, will ihnen beistehen, damit sich die Menschen etwas aufbauen können, indem er die Abgaben auf 40 % senken will: ganz ehrlich, ganz wirklich.

Aber wie sieht es praktisch, konkret und wirklich um die Abgabenquote für wahlberechtigte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen aus?

Sie haben es für sich ausgerechnet. Drei Prozent weniger bringen Ihnen keinen Cent mehr in die Brieftasche. Das ist dann nur so zu erklären. Dann gehören Sie zu den vielen, vielen Menschen in Österreich, die so viel verdienen, daß Ihnen nicht dreiundvierzig Prozent von Ihrem Bruttolohn abgezogen werden können.

Vielleicht gehören Sie zu den Menschen in Österreich – Sie glücklicher Mensch –, die monatlich einen Bruttolohn von 3.026,00 Euro für harte Vollzeitarbeit beziehen, dann kommen Sie nach dem Brutto-Netto-Rechner des österreichischen Finanzministeriums auf eine Abgabenquote von rund 33 Prozent. Sie wird Sebastian Kurz also nicht meinen, mit seiner Sorge um die Menschen, die sich nichts aufbauen können, trotz harter Arbeit. Sie können sich also in Österreich gut aufgehoben fühlen, Sie haben jetzt schon eine um rund zehn Prozent niedrigere Abgabenquote. Aber neiden Sie den 86,78 % Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nicht deren noch niedrigere Abgabenquote, weil Sie weniger verdienen als Sie und sich dadurch noch mehr aufbauen, leisten, schaffen können als Sie.

Weshalb hier mit 3.026,00 Euro Bruttolohn gerechnet wird. Nun, nach der Austria Statistik beträgt das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen 42.364,00 Euro für Vollzeitarbeit, allerdings von Männern, Frauen verdienen weniger, die Glücklichen, sie können sich durch ihre dadurch noch niedrigere Abgabenquote noch mehr aufbauen, noch mehr schaffen.

Übrigens und nur nebenbei: wenn Sie wissen möchten, wo Sie mit Ihrem Gehalt auf der Gehaltspyramide in Österreich genau stehen, dafür gibt es ein Berechnungsprogramm.

Was für ein Mann des Durchblicks doch Sebastian Kurz ist. Präzise hat er erkannt, woran es in Österreich hängt, daß Menschen sich trotz harter Arbeit nichts mehr leisten, aufbauen, schaffen können. Es ist die Abgabenquote, über die vortrefflich theoretisiert werden kann, also nicht die konkrete … Wäre diese nicht, ach, was könnten sich alle mit harter Arbeit leisten, aufbauen, schaffen. Denn sonst wäre alles vorzüglich, um sich etwas leisten, aufbauen, schaffen zu können – kurz aufgezählt: seit Jahrzehnten sinken die Baukosten für Eigenheime kontinuierlich um drei Prozent, werden Jahr für Jahr Eigentumswohnungen um drei Prozent billiger, die Mieten für Wohnungen sind schon auf ein Niveau gesunken, daß von Minusmieten gesprochen werden muß, also die Vermieterinnen den Mietern … Und erst die Löhne, oh die Löhne, seit Jahrzehnten wöchentlich um drei Prozent gestiegen, ja, wahrlich, Arbeitgeberinnen sind heutzutage, so hoch sind die Löhne bereits, Mäzene zu nennen.

Maximalbruttolohn für alle Arbeitnehmerinnen bringt allen eine Abgabenquote von 20 Prozent - Da bleibt ordentlich was für den Aufbau wie ihn Sebastian Kurz versteht

Und weil das alles in Österreich so hervorragend ist, bloß bis auf die Abgabenquote, kann es, kurz gesagt, nur eines geben, nach der kurz’schen Sicht jedenfalls, damit Menschen von ihrer harten Arbeit sich etwas leisten, aufbauen, schaffen können, der Maximalbruttolohn für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer darf nicht höher sein als 1.500,00 Euro. Denn. Mit einem Bruttolohn in dieser Höhe ist eine Abgabenquote von rund zwanzig Prozent bereits Wirklichkeit. Oh, und was können sich all jene, die diesen Maximalbruttolohn bereits beziehen, alles leisten, aufbauen, schaffen – ganz schön viel, ordentlich unvorstellbar!

Seit dem letzten Jahr bleibt Ihnen dennoch weniger in der Brieftasche? Wenn Sie sich etwas leisten möchten, wird Ihnen seit dem letzten Jahr immer drei Prozent mehr aus Ihrer Brieftasche … ah, Sie meinen durch die Erhöhung der Umsatzsteuer um drei Prozent von zehn auf dreizehn Prozent durch den Finanzminister aus der kurz’schen Partei …

Nun, seien Sie ohne Sorge, auch bei der Umsatzsteuer will Sebastian Kurz etwas tun, also eine Senkung herbeiführen, aber nicht bei der gesamten Umsatzsteuer, nur bei der Umsatzsteuer für Beherbergung, wie bei der Abgabenquote von 43 % auf 40 %, damit alle Menschen im Land sich etwas leisten, schaffen, aufbauen können …

Sebastian Kurz läuft jetzt vor der Nationalratswahl durch das Land und erzählt allen, er würde die Abgabenquote senken wollen, und wie er es erzählt, klingt es eben danach, als wolle er die Abgabenquote für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer senken, damit sie mit harter Arbeit sich endlich etwas leisten, aufbauen, schaffen können. Von den anderen Werten, aus denen sich die Abgabenquote zusammensetzt, spricht er nicht, aber die betreffen wohl viel zu wenige Wahlberechtigte, die ihm nicht seinen Aufbau schaffen können, wenngleich sie davon ausgehen können, sie, die wenigen, seien tatsächlich unausgesprochen als Nutznießende gemeint, wenn er, kurz gesagt, Senkungen bei der Abgabenquote verspricht … Da geht es um Werte, die Sie vom Hörensagen kennen werden: Kapital, Gewinne, Vermögen …

Generell kann gesagt werden, Sebastian Kurz will überall eine Senkung auf sein Niveau.

Übrigens, Niveau, da fällt unweigerlich sofort ein Mann ein, mit dem er, Kurz, nicht abgeneigt ist, auf einer gemeinsamen Regierungsbank … ein Mann, der auch für alle Menschen steuerlich etwas …

 

Sebastian Kurz - Löhne und Abgabenquote.png

PS Wie es theoretisch um das Senken der Abgabenquote bestellt ist, dazu eine Modellrechnung, die im „Kurier“ gelesen werden konnte:

Und so sieht die Rechnung aus: Als Inflationsrate wird zwei Prozent pro Jahr angenommen, als Realwachstum 1,5 Prozent. Das nominelle Wachstum läge also bei 3,5 Prozent pro Jahr. Somit würde Österreichs Wirtschaftsleistung von derzeit 350 Milliarden Euro auf 415 Milliarden Euro in fünf Jahren zulegen. Die Steuern und Abgaben würden im selben Zeitraum von 151 Milliarden Euro auf 166 Milliarden Euro steigen. Womit die Steuer- und Abgabenquote bei 40,1 Prozent des BIP läge. Und das, obwohl die öffentlichen Ausgaben um etwas mehr als zehn Prozent höher liegen könnten als heute.

Agenda Austria-Chef Franz Schellhorn sagt, die Regierung müsste die Ausgabenbremse nicht einmal in allen Ressorts gleichermaßen anziehen, sie könnte in einem Ressort mehr sparen – etwa bei den von Kurz zitierten Subventionen – und an anderer Stelle, etwa bei der Gesundheit, mehr als die Inflationsrate ausgeben. Schellhorn: „Das ist eine politische Entscheidung.“

Die größten Kostentreiber bei den Bundesausgaben werden laut Schellhorn in den kommenden Jahren die Pensionen sein, vor allem die der Beamten, sowie die Ausgaben für den Arbeitsmarkt (für Arbeitslose, Schulungen etc.)

So also könnte nach einem Beispiel theoretisch die Senkung der Abgabenquote um drei Prozent erreicht werden. Eine Spielerei. In einem Spiel kann viel angenommen werden, etwa, die Inflationsrate zwei Prozent, das Realwachstum eineinhalb Prozent … Wesentlich aber in diesem Theoriespiel: Steuern und Abgaben würden um 15 Milliarden Euro steigen, die Wirtschaftsleistung um 65 Milliarden Euro. Und zu diesem Spiel kann, wie stets, ein alter Schlager gesummt werden: „Wenn ich mir was wünschen dürfte“ …

Wer wird diese angenommenen Steigerungen aber praktisch erbringen? Wer wird für die Entlastung, von der Sebastian Kurz spricht, praktisch sorgen? Da bekommt seine Ansage, „der Löwenanteil der Entlastung solle den Arbeitnehmern zugutekommen“, eine neue Bedeutung, das heißt, eine alte Bedeutung. Die Arbeitnehmerinnen werden es praktisch sein. Sie werden die Wirtschaftsleistung praktisch zu erbringen haben. Sie werden durch Steuern und Abgaben die Einnahmen des Staates praktisch zu erhöhen haben, auf „Sozialleistungen“, die für Sebastian Kurz ohnehin „fehlgeleitete“ sind, praktisch zu verzichten haben.

Von einem konkreten genannten Zeitpunkt, wann die theoretische Abgabenquote von drei Prozent weniger erreicht werden soll, ist von Sebastian Kurz nichts bekannt. Ein vermittelter Eindruck aber ist, das werde sofort, wenn er – Wähler und Wählerinnnen, behüte! – … Dem obigen Modellrechnungsspiel ist ein Zeitraum von fünf Jahren, also in fünf Jahren könnte die Abgabenquote theoretisch eine um drei Prozent gesenkte sein … praktisch aber werden es sofort alle spüren, und das wird kein angenehmes, wohliges Spüren sein, sollte nach dem 15. Oktober 2017 tatsächlich, kurz gesagt, ÖVP und FPÖ auf der Regierungsbank … und das alles wofür? Für eine Zahl auf dem Papier, für eine Zahl, die nicht einmal auf dem Papier etwas hergibt – drei Prozent weniger …

Warum Günther Lassi für Österreich ein recht passender Spitzenkandidat in Österreich gewesen ist

Vom Ausland her wird, so wie das Ausland Österreich kennt, die Aufregung um Günther Lassi wohl gar nicht verstanden werden.

Vom Ausland her könnte zu seiner Kandidatur vielleicht gesagt werden, Günther Lassi ist in Österreich und für Österreich doch ein recht passender Spitzenkandidat. Mit seiner Verbreitung der „Protokolle der Weisen von Zion“ ist er ein für Österreich doch recht authentischer Kandidat. Denn. Ist es in Österreich nicht so, daß so etwas nicht schadet, es einfach dazu gehört? In irgendeiner Form. Die ÖVP verehrt ihren Leopold Kunschak, die FPÖ agiert mit ihrem Franz Dinghofer, die SPÖ hat ihren Karl Renner, und die FLÖ (eine freiheitliche Ablegerpartei) hat nun mit Barbara Rosenkranz eine Spitzenkandidatin …

Vom Ausland her könnte auch die Meinung vertreten werden, ist es in Österreich nicht gerade erste Bedingung, etwas …, a bissal, a wengerl bei an Weinderl zu filosofieren, wer … in diesem Land, in dem eine ehemalige Herrscherin mit ihrem Antisemitismus und mit ihrem Antiziganismus dreihundert Jahre später noch als Heilige verehrt wird, vor der vom Bundespräsidenten abwärts sich alle noch weiter tief verbeugen?

Vom Ausland her könnte gefragt werden, weshalb sollte G!lt mit diesem Spitzenkandidaten „stolpern“, wie es in der Tageszeitung der Republik Österreich geschrieben wird? Ist nicht bereits jetzt für viele in diesem Land ausgemacht, daß die identitäre Parlamentspartei in die nächste österreichische Bundesregierung einziehen muß? Sind nach Meinungsumfragen nicht eine Mehrheit der Menschen in Österreich dafür, daß die FPÖ in einer Koalition mit ÖVP oder SPÖ Österreich regieren sollen? Eine Partei also, die für das bekannt ist, wofür die oben genannte Herrscherin heute noch …

Vom Ausland her könnte gefragt werden, weshalb ausgerechnet die Tageszeitung der Republik Österreich will, daß G!lt über ihren Spitzenkandidaten stolpert, diese Zeitung mit ihrer recht besonderen Auffassung von einem Cordon sanitaire und ihren recht besonderen Männern, die für sie schreiben

Wie gelesen werden kann, ist Lassis Homepage mittlerweile nicht mehr online. Vom Ausland her wird darüber wohl kein Jubel aufkommen. Denn. Auf einer anderen Homepage, die nach wie vor online ist, war erst in diesem Jahr von den „Protokollen der Weisen von Zion“ zustimmend … Ja, wenn Lassi bereits als Minister gehandelt worden wäre, wäre seine Homepage nach wie vor …

Vom Ausland her wird es jetzt wohl größtes Erstaunen geben, daß sich ein Spitzenkandidat deshalb „unwiderruflich zurückzieht“, also in Österreich sich ein Spitzenkandidat, wie heute, 30. August 2017 gelesen werden kann, unwiderruflich zurückzieht … in Österreich, in dem sich vielleicht jemand mal für kurze Zeit zurückzieht, aber nur deshalb, um wiederzukommen, mit dem Wissen, beim Wiederkommen mit der größtmöglichen Schonung rechnen zu können.

Bei Günther Lassi also hat es gereicht, einmal die „Protokolle der Weisen von Zion“ … wie der Meldung von seinem Rückzug zu entnehmen ist, soll es dazu auch eine weiteres Dokument auf seiner Homepage gegeben haben: in dem das Pamphlet scharf kritisiertWas sonst noch alles in Österreich verbreitet wird, nicht nur einmal, nicht nur von einer Person, jedoch ohne dabei auch die Kritik an diesen Pamphleten mitzuverbreiten, präsentiert Österreich … In Österreich mag nun der Fall eines Spitzenkandidaten zur eigenen Beruhigung bejubelt werden, vom Ausland her wird dieser als das gesehen werden, was er ist, ein Kandidat, wenn auch ein chancenloser Konkurrent wurde zu Fall gebracht, in diesem Österreich auf dem Rückweg zur Dreiparteiendemokratie mit diesen Parteien mit ihren verehrten Ahnen …

Vom Ausland her könnte die Ansicht vertreten werden, jetzt erst wären seine Chancen als Spitzenkandidat in Österreich gestiegen, jetzt erst wäre er ein chancenreicher Konkurrent … und bei seinem voreiligen Rückzug hat Günther Lassi das nicht berücksichtigt, was Wählerinnen und Wähler in Österreich nach wie vor bereit sind, zu belohnen …

Österreich - Land der Weisen

 

Mit einem Kanzler Sebastian Kurz Weltspitze in Kunst- und Kulturlosigkeit

Nun will Sebastian Kurz also die erst im letzten Jahr von seiner Partei erhöhte Umsatzsteuer für Beherbergung wieder reduzieren. (Das zeugt eindrucksvoll von der Fähigkeit der kurz’schen Partei, so richtig langfristig, gar weit in die Zukunft hinein zu denken, zu planen …)

Eine Rücknahme der ebenfalls erst im letzten Jahr von seiner Partei erhöhten Umsatzsteuer im kulturellen Bereich, eine Rücknahme der ebenfalls erst im letzten Jahr von seiner Partei und also auch von ihm erhöhten Umsatzsteuer für „Künstler“ fällt Sebastian Kurz nicht ein.

Wie auch?

Es darf mit Recht gefragt werden, ob Sebastian Kurz die Wörter Kunst und Kultur überhaupt geläufig sind.

Denn.

Zu Kunst und Kultur ist von Sebastian Kurz nichts bekannt. Bis auf die Präsentation der Großbauerin, die für ihn, Kurz, stehe für …

Zur Kultur gehört auch die Rede. Und wenn die gar vielen Aussagen von Sebastian Kurz an der Kultur der Rede gemessen werden, begreift Sebastian Kurz von Kultur die Kulturlosigkeit. Und bei der Kunst in jedweder Form gibt es von Sebastian Kurz nichts, mit dem eine Messung möglich wäre.

Es ist für dieses Land auch bezeichnend, daß Kunst und Kultur keine Themen sind, zu denen es mediale Fragen an Kandidaten und Kandidatinnen der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 gibt. Sebastian Kurz nicht danach zu fragen, nun, bei ihm mag dafür christliche Nächstenliebe ausschlaggebend sein, nach dem Bibelwort: Schonet aber die mit Überforderung Beladenen …

Es richten sich bereits viele, viel zu viele darauf ein, es ergeben sich bereits viele, viel zu viele schicksalshörig einer Vergangenheit, die in der Wahlreklame Zukunft genannt wird, daß Sebastian Kurz der nächste Bundeskanzler … kann ein Land aber wie Österreich, das gar so stolz darauf sein möchte, ein Kunst- und Kulturland zu sein – für den Tourismus gewiß ein hergerichtetes ist, im Verkehr mit Fremden gewiß keines – sich tatsächlich einen Bundeskanzler leisten, dem Kunst und Kultur gar nichts sagen, nichts bedeuten, dem Kunst und Kultur so unverständlich sind wie wohl den meisten Menschen die schwarzen Löcher im Universum, sein gesamtes Universum der Kunst und Kultur Finsternis …

Was für Senkungen neben der Umsatzsteuer fallen Sebastian Kurz noch ein? Es sind die Förderungen. Welche Förderungen zu senken es sein werden, auch sein werden, dazu bedarf es keiner Phantasie. Einem Menschen wie Kurz, dem zu Kunst und Kultur nichts einfällt, kann nur eines sofort einfallen, im Bereich von Kunst und Kultur die Förderungen …

Hierzu paßt auch das von der kurz’schen Partei ebenfalls erst im letzten Jahr mitbeschlossene Auslaufen der Bildungsfreibeträge, der Entfall der Bildungsprämie …

Vor langer Zeit wurde gerne die Formulierung für Unentdecktes verwendet: es gäbe weiße Flecken auf der Landkarte. Im Fall der kurz’schen Partei könnte nach dem 15. Oktober 2017 eine neue Formulierung sich durchsetzen: Dank der kurz’schen Partei ist Österreich heute ein schwarzer Fleck auf der Landkarte, was Kunst, Kultur, Bildung … so ein schwarzer Fleck, wie das kurz’sche Programm bereits jetzt ist. Und wie schwarz die kurz’sche Schwärze ist, Sie sich davon eine Vorstellung machen können, wie schwarz die Zukunft in Österreich werden – ein Blick genügt: Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei …

Und wenn Sie einen Blick auf die kurz’sche Finsternis werfen, denken Sie dabei unbedingt auch daran, wie noch schwärzer es werden könnte, mit seiner identitären Partnerin in der Regierung, mit dieser Parlamentspartei mit ihrem recht ausgeprägten … das muß gar nicht weiter, nicht wieder groß ausgeführt werden, eine Zeile von Josef Weinheber bringt es auf den Punkt, seine Bestellung in einem Kaffeehaus …

PS Wie seltsam doch Künstlerinnen und Künstler sind. Sie dienen sich auch jenen an, denen sie vollkommen egal sind, wollen sie nach wie vor Knechte und Mägde der Macht sein und sogar von jenen, von denen sie sich dafür in günstige Position bringend meinen, sie werden die Macht erlangen, und sei es auch nur eine klitzekleine Macht in einem klitzekleinen Staat. Wie Jiny Lan, die Sebastian Kurz malt, mit dem Parlament als Hintergrund; zutreffender allerdings als Hintergrund wäre der unweit vom Parlament gelegene Volksgartentempel, vor dem eine Figur von Josef Müllner steht zur Kenntlichkeit der geistigen Verfaßtheit in diesem Land damals wie heute …

Jiny Lan malt Sebastian Kurz mit falschem Hintergrund

Unzensuriert findet „Kurzfilm“ bei Bunker 88 und verlinkt sogleich zu Bunker 88

„PS Facebook blockiert mittlerweile das Video, sodaß es hier seit Samstag Vormittag nicht mehr zu sehen ist. Wer direkt auf Facebook geht, findet zuvor die Warnung „Dieses Video zeigt möglicherweise drastische Gewalt oder Blutvergießen“. Nachdem das Schwein weder misshandelt noch geschlachtet wird, kann es sich dabei nur um eine Art Vor-Zensur handeln. Wir haben den Kurzfilm wieder gefunden – ohne Horror-Warnung.“

Nachdem die Copysite der identitären Parlamentspartei sich auch noch ein Postskriptum angetan hat, um ihren Kommentar gar so lustig weiter zu ergänzen, freilich nicht ohne Klage über eine „Art Vor-Zensur“, darf hier ein Nachsatz zu

Politikstube mit Unzensuriert, Frühwald, Ruhdorfer und vom Schwein der krachledernen Lustigkeit

geschrieben werden, aus einem einzigen Grund, weil es doch interessant ist, gerade vor der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017, wie die FPÖ unzensuriert verzweifelt den „Kurzfilm“ sucht, endlich findet, und zwar auf Bunker 88 und sogleich, wie in der Collage gelesen werden kann, zu Bunker 88 verlinkt, um allen einen Zugang zu diesem „Kurzfilm“ zu ermöglichen der von Bunker 88 hochgeladen wurde.

Um was für eine Art Kanal sich bei Bunker 88 handeln könnte, nun, das sich vorstellen zu können, ist nicht schwer. Nicht nur das Wort Bunker läßt es bereits erahnen, vor allem die Zahl 88 – die Kombination Bunker und 88 ist schreiend.

Für eine Site der identitären Parlamentspartei wird ein Kanal, der 88 in seinem Namen führt, wohl gleich heimatliches Vertrauen vermittelt haben, und sollte wer meinen, das sei eine Chiffre für … ah, dafür gibt es ebenfalls heimatliche Erfahrung, wie dem entgegengetreten … FPÖ-NR Gerhard Deimek ist kein Standard-Versager mit Tochter, die auf 88 tippt.

Es wollte doch nachgesehen werden, was Bunker 88 gesinnungsgemäß sonst für Videos noch verbreitet. Aber beim Anklicken von Bunker 88 erscheint die Meldung: „Dieser Kanal ist in deinem Land nicht verfügbar.“ Es handelt sich dabei nicht um Zensur, sondern um einen „kostenpflichtigen Kanal“. Es wird verstanden werden, daß ein Name wie Bunker 88 kein Anreiz ist, Geld auszugeben, um zu letztendlich doch nichts anderes herauszufinden, was für eine Art Kanal das ist, die bereits sein Name – Bunker 88 – eindeutig verrät.

Unzensuriert verlinkt also zu Bunker 88 ganz Warnung …

Unzensuriert verlinkt zu Bunker 88

 

Politikstube mit Unzensuriert, Frühwald, Ruhdorfer und vom Schwein der krachledernen Lustigkeit

Unzensuriert und das Schwein.jpg

Es ist kein Kapitel wert, was die Copysite der identitären Parlamentspartei als Kommentar …

Ein Mangel – Mängel sind nichts Unbekanntes bei solchen Sites, ist doch dafür verantwortlich, etwas darüber zu notieren.

Es fehlt die Angabe, woher es Unzensuriert hat. Nun, verbreitet wird es von „Politikstube“, aufgenommen von einem Johannes Sutinger. Was für eine Website „Politikstube“ ist? Im Grunde eine überflüssige Frage. Die Antwort ist offensichtlich. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, suchen Sie zum Beispiel nach „Politikstube“ und „Netzplanet“ …

Gerade vor der bevorstehenden Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 ist es besonders erfahrenswert, in welch eine recht prominenten Gemeinschaft sich die Copysite der identitären Parlamentspartei befindet beim Verbreiten von solchen Lustigkeiten unter Beifügung von so recht heiteren Kommentaren.

Wie in der Collage gelesen werden kann, sind es ebenso recht ehrreichen Sites wie „Bunker88“ – Redaktion: Peter Frühwald. Wer mehr über Peter Frühwald erfahren will, der suche etwa auch nach „Sonnenstaat“ … im Grunde reicht es bereits, seine „Kriegserklärung“ zu lesen …

Auch ein Horst Ruhdorfer läßt es sich nicht nehmen, es auch sofort auf seiner Site auf der Plattform des Unternehmens Facebook zu verbreiten.

Und „Journalistenwatch“ darf nicht unerwähnt bleiben, besonders deshalb, weil diese Site allein mit der Überschrift

„Schwein vertreiben Muslime beim Halal-Picknick – Blaupause?“

eindrucksvoll belegen, daß an dieser Site tatsächlich die besten Männer des österreichischen Journalismus mittun … ihre Namen müssen nicht noch einmal genannt werden. Wen es interessiert, findet diese mit einem Klick

Unzensuriert - das Schwein - der Sonnenstaat.jpg

 

 

Martin Engelberg, Kurzens Kandidat tritt für die Beschneidung ein. Wird er auch ein Garant für keinen „Neonazi“ in der Regierung sein?

Nun hat Martin Engelberg die „ehrenvolle Einladung erreicht“, für Sebastian Kurz zu kandidieren. Eine „Chance“, die er sich nicht entgehen lassen möchte.

Er möchte also einem „Spitzenpolitiker“ dienen, der „gewillt und imstande ist, große Veränderungen in dieser Richtung in unserem Land herbeizuführen“. Und wer kann das besser einschätzen als Martin Engelberg? Der selbst ein großer Mann mit einem „großen Interesse für Politik“ der Veränderungen ist, wie sein Eintreten für die Beschneidung auf so zukunftsweise eindringliche Art —

Das perfide sektiererische Einmahnen von Demokratie.

Noch etwas zeichnet Martin Engelberg uneingeschränkt aus, eine „ehrenvolle Einladung“ zu erhalten. Er spricht, wie es so schön heißt, Klartext. Nicht nur in bezug auf „HC Strache und sein Team“, die er „nicht an die Macht“ lassen will, sondern auch in bezug auf die „Ultraorthodoxen“, wie in dem oben verlinkten Kapitel nachgelesen werden kann …

Es ist zwar eine Weile her, daß Martin Engelberg sein „Nein“ gegen eine FPÖ an der Macht unmißverständlich geschrieben hat. Aber sein „Nein“ wird er nun nicht in ein Ja verändern, ist doch eine Veränderung der FPÖ seitdem nicht bekannt …

Wer sich also vor einer kurzschwarz-blauen Regierung bis jetzt fürchtete, gar davor warnte, kann beruhigt werden. Denn mit Martin Engelberg ist nun ein Mann an der Seite von Kurz, der doch ein großer Garant sein muß, daß es zu keiner Regierungsbeteiligung der FPÖ … eine „ehrenvolle Einladung“ kann einen so aufrechten Mann nicht dazu bewegen, sich, wie es seit einiger Zeit in diesem Land so schön heißt, „situationselastisch“ …

Ein Mann, der im Fall der Beschneidung sofort erkannte, worum es auch ging, nämlich um „Antisemitismus“, wird wohl in der Causa „Hübner schon wieder“ für sich sofort sein „Nein“ zur FPÖ an der Macht erneuert haben, mehr noch, es möglicherweise unerschrocken seinem Einlader als Bedingung für seine Kandidatur …

Generell abschließend gesagt, kann es für einen Mann wie Martin Engelberg keine andere „ehrenvolle Einladung“ geben, als die von der kurz’schen ÖVP; ist sie doch eine Partei, die unmißverständlich für Tradition steht mit ihrem Nein zum „Antisemitismus“, dessen Garantie sie Jahr für Jahr mit ihrer Ikone Leopold Kunschak unmißverständlich erneuert.

Darüber hinaus. Bekräftigen nicht gerade die jungen Menschen in der ÖVP diese Garantie? Es kann tatsächlich nur eine „ehrenvolle Einladung“ genannt werden, unter ihnen …

Martin Engelberg - Kurzens Kandidat

Wie verführerisch schön das Plattschäbige zu klingeln vermag

2014 legte die schöne Platte Christopher Clark auf; er hatte es sich verdient, Schönredner zur Feste Salzburg gewesen zu sein. Und es war auf ihn Verlaß. Er spielte die Melodei, die in diesem Land … Christopher Clark in Salzburg – Eine typische österreichische Besetzung.

2016 legte die schöne Platte Konrad Paul Liessmann auf; er hatte es sich verdient, Schönredner zur Feste Salzburg gewesen zu sein. Und es war auf ihn Verlaß. Er spielte die Melodei, die in diesem Land … Konrad Paul Liessmann gibt heute in Salzburg eine Eröffnungsarie aus seiner Philosophieoper.

2017 legt die schöne Platte Ferdinand von Schirach auf; er hat es sich verdient, Schönredner zur Feste Salzburg zu sein. Und es ist auf ihn Verlaß. Er spielt die Melodei, die in diesem Land …

Liessmann spielte seine Platte noch bis zu – zwar nur ein oder zwei Töne, aber immerhin – Adorno, während Schirach aus dem zwanzigsten Jahrhundert gerade noch Zweig anstimmt, wohl aber nur, um noch besser seine Welt von gestern zu beschwören, um ganz im achtzehnten Jahrhundert zu wandeln, und dabei Rousseau zu unterstellen, er habe sich geirrt, und Voltaire hervorzuheben. Aber wer hebt heutzutage nicht Voltaire hervor …

Es ist die alte Platte, die Platte gegen die Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen. Und es wird Schirach gefallen, vor diesem Publikum zu singen. Über den Daumen sitzt wohl die gesamte österreichische Staatsspitze im Publikum. Es sind nicht mehr Könige und Kaiser, aber, Voltaire war ja auch nicht Schirach.

Und was bringt Schirach vor? Es geht ihm dabei auch um die Äußerungen der Bürger und Bürgerinnen im Internet, in dem das „Schrille, Bösartige, Vulgäre“ noch zu überwiegen scheint; eine Zeitungsleserin, die selbst nicht im Internet unterwegs ist, wird das wie Schirach beurteilen. Denn. Das ist die vorherrschende Berichterstattung. Und es sollte gefragt werden, weshalb das „Schrille, Bösartige, Vulgäre“ in der Medienberichterstattung überwiegt. Es wird wohl auch etwas mit den Machtverhältnissen zu tun haben. Es wird nicht ungelegen kommen, den Bürgerinnen und Bürgern das „Schrille, Bösartige, Vulgäre“ zum Vorwurf machen zu können.

Oh, wie anders hingegen ist Schirach, der weder schrill noch bösartig noch vulgär vor der versammelten Landesmacht der gesamten Landesmacht Worte des Einspruches gegen die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger diktieren darf, die der Landesmacht gar dienlich sein werden in ihrer Bemühung gegen mehr Beteiligung, in ihren Versuchen für mehr Überwachung der Bürgerinnen und Bürger. Es ist eine sehr alte Platte, die Schirach auflegt, und in eine seine sehr alte Platte sind eben Staubwörter mit eingepresst, wie „Volk“, „Volkszorn“ …

Oh, wie anders hingegen als das gar so leicht verführbare und aufzustichelnde „Volk“ ist Schirach, vor allem ist er ganz und gar differenziert in seiner Welt der Menschbeurteilung.

So fragt Schirach besorgt, mit dem Verweis auf „unsere Geschichte“: „Was tun, wenn die Demokraten einen Tyrannen wählen?“ Aber wer hat ihn gewählt? Den „Tyrannen“, der 1932 noch kein „Tyrann“ war. Nur ein Kandidat. Und Schirach meint, wen sonst, Adolf Hitler. Aber die NSDAP verlor die Wahl 1932, die NSDAP und der von Schirach schon zum „Tyrannen“ gemachte Kandidat mußten Verluste hinnehmen, sie verloren über vier Prozent. Und wie war es in der Wahl 1933? Die NSDAP legte zu, aber immer noch weit entfernt von einer absoluten Mehrheit. Wie also wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler? Durch den Entscheid der Wähler und Wählerinnen? Oder am braunen Tisch? Wer könnte das genauer wissen als ein Schirach.

Es wird mehr und mehr verständlich, daß Schirach die Veröffentlichung seiner Festrede für die Macht untersagt. Denn. Ohne seine angenehme Stimme, ohne die weihevolle Intonierung seiner Rede, also bloß gelesen, offenbarte seine Rede nur eines: Plattheit. Und die Verwunderung, wie kann Plattes vorgetragen bloß so schön klingen. Und. Es könnte sich auf den Verkauf … Ja, wer dem „Volk“ etwas verkaufen will, und seien es Bücher, tut gut daran, dem „Volk“ zu verschweigen, was vom „Volke“ gehalten wird, wenn untereinander im Festsaale von ihm zur Macht gesprochen wird.

Und das mit der Werbung weiß Schirach ganz genau. Es wird von allen nur der eine Kaffee getrunken, den ein Schauspieler in der Werbung trinkt, und alle fahren unbequeme Autos mit offenem Dach, weil die Werbung allen nicht nur Freiheit, sondern auch das hierfür notwendige Geld durch den Bildschirm auf den geerbten und seit Jahrzehnten wackeligen Couchtisch wirft… und alle verwenden nur die eine Salbe, die eine Schauspielerin, und wenn er jetzt sagt, zu seinem Machtpublikum, es solle sich einen Mann mit Hut vorstellen, dann könne das Publikum, sagt Schirach, gar nicht anders, als seinen Mann mit Hut im Kopfe … wie schön, daß das Publikum jetzt wenigstens etwas … über den Bildschirm funktioniert es allerdings nicht, die schirasch’sche Suggestion – kein Mann mit Hut im Kopf, sondern nur die Würdigung der Rede des Mannes ohne … Eilig aber verläßt Schirach wieder die Werbung und also die Gegenwart, aus der er keinen Menschen der Philosophie zu kennen scheint zu mögen, um souverän und brillant weiter im achtzehnten Jahrhundert …

Schirach führt Rousseau an, der meinte, „der Volkswille würde stets die richtige Entscheidung treffen“. Und Schirach kommt zum polemischen und brillanten Schluß, „nach Rousseau können Trump, Putin, Erdogan oder der Brexit gar nicht falsch sein, weil sich die Menschen so entschieden haben.“ Haben sich die Menschen tatsächlich so entschieden? Etwa im Fall von Trump nicht. Nicht die Mehrheit der Menschen wählte Trump. Das Wahlsystem, das Wahlrecht machte Trump zum Präsidenten. Ist es nicht notwendiger und angebrachter, als „Volksentscheide“ zu denunzieren, über die Systeme nachzudenken, über die Gesetze? Über das, was nach den Wahlen passiert, ohne Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger? Ist nicht gerade der „Brexit“ auch ein Beleg dafür, wie notwendig es ist, die rechtlichen Bedingungen weiterzuentwickeln, darüber vor allem nachzudenken? Von Schirach ist dafür wohl nicht zu haben, seiner Herkunft verpflichtet, ist es wohl seine edelste Aufgabe, den Dünkel …

Es darf, da Schirach auch Länder als Beispiele anführt, das hier auch gemacht werden. Haben nicht die Bürger und Bürgerinnen gerade in Österreich eindrucksvoll im letzten Jahr bewiesen

Die Menschen sind klüger, als Belehrer und Belehrerinnen sie haben wollen.

und damit Schirach widerlegt, als sie nicht Norbert Hofer wählten, sondern Alexander van der Bellen zum Bundespräsidenten wählten? Alexander van der Bellen sitzt vor Ferdinand von Schirach, und was sieht Schirach? Weder Österreich noch die Schweiz, die in vielem angeführt werden könnte, um Schirach endgültig …

Oh, Schirach hingegen sieht die Türkei. Und es kommen ihm als Beispiel für den „Volkszorn“ die „zerstochenen Orangen“ als Protest gegen die Niederlande in den Sinn. War es das „türkische Volk“? Es waren Mitglieder der Jugendorganisation der AKP. Aber für Schirach ein Beleg für den „Volkszorn“.

Und gehören all die Menschen, die weltweit sich dafür einsetzen, die auf die Straße gehen, für Demokratie, für all die von Schirach beschworenen Rechte nicht zum „Volk“, woher kommen diese? Sind es Außerirdische, die in der Türkei, in Polen, in den Vereinigten Staaten, in Frankreich, in Deutschland, in Ägypten, in Tunesien, in Venezuela und in so vielen weiteren Ländern … und schlußendlich Schirach selbst, wohin gehört er selbst und woher kommt er selbst? Ist er keiner aus dem „Volk“, gegen deren Beteiligung er anredet? Er ist im Grunde einer von den Schäbigen aus dem „Volk“, die der Macht stets gefallen und der Macht nach dem Munde reden, die der Macht zuarbeiten, nicht uneigennützig freilich, das kleine Quotenlebensglück mit Fernsehen und Wochenende und Bücherregal …

Oh, Schirach verdiente es, mit Königen und Kaisern zu verkehren. Wie schade für ihn, daß es weder in Deutschland noch in Österreich noch Kaiser und Könige gibt. Denn. Schirach hat das höchste des höchsten Publikums verdient.

Allein schon für seine brillante Ausführung über die „Regeln der Natur“, nach denen der „Schwächere“ getötet wird. Und er, Schirach, feiert den Fortschritt des Menschen, der nicht nach den „Regeln der Natur“ den „Schwächeren“ tötet.

Was für ein brillanter Naturbeobachter Schirach doch ist. Jeden Tag kann, wer in der Natur unterwegs, beobachten, wie beispielsweise das Eichhörnchen die schwächere Nuß tötet, um sie für den Winter als Vorrat … oder wie die Löwin aus lauter Ärger darüber, daß der Herd immer noch nicht geliefert wurde, um Essen zubereiten zu können, die schwächere Antilope tötet und diese ungefressen einfach liegenläßt, der Haifisch kleine und also schwächere Fische tötet, und das nur, weil der Supermarkt schon geschlossen, der Hai nichts mehr für das Abendessen einkaufen kann, der Vogel tötet den schwächeren Wurm nur, um die Wartezeit schneller vorübergehen zu lassen, bis endlich das Korn auf seinem Feld reif ist, er es einbringen kann, um das für ihn so nahrhafte und vor allem lebensnotwendige Brot …

Und was für eine Erkenntnis – aufgespart von Schirach für das letzte Rededrittel –, daß es stimme, „wir werden nicht immer von Weisen regiert“. Nicht immer, das heißt, aber doch die meiste Zeit. Wie beruhigend. Zu seinen „Weisen“ fällt die von Schirach angesprochene „Schwarmintelligenz“ ein; er zählt auf, welche es noch gibt, die „Schwarmdummheit“, die … von einem Phänomen im Zusammenhang mit dem Schwarm erzählt er nicht, von dem Phänomen, das Vorgänge, Abläufe verstehen lassen kann:

Blobs Erdoğan, Trump and all the others. Secret cripples and amputated fishes. From populism and the SM-Swarm.

Oh, ohne ein Wort zum eigenen Werk, das geht nicht. Und so erzählt Schirach zum Schluß noch etwas über sein Stück „Terror“, weshalb er das doch, obwohl er gegen „Volksentscheide“ … Er brachte damit Quote, Fernsehquote, mit seinem „Terror“.

Trump, Erdoğan, Putin, Schirach, Assad May

Und was für ein Stück. Es läßt auf das Abendmahl verzichten. Es ist das Abendmahl. Schirach erzählt, er habe erlebt, wie Menschen nicht zum Essen gingen, sondern nach seinem „Terror“ blieben. Und siehe, wo ich, Schirach, bin, da wird Verfassung lebendig. Und die Menschen, erzählt Schirach seine frohe Botschaft weiter, sprachen über ihren Staat und und … zu Beginn seiner Rede sprach er noch von den Menschen, die, so er, sagen, daß sei ihr Staat, sie wüßten es besser, was für sie richtig und gut wäre; den Menschen im Anfang seines Wörterei rechnete er dies nicht hoch an, ganz im Gegenteil, ja, das werden wohl sture Menschen sein, denen die seine Terrorspeise nicht und nicht schmecken will. Nur wer das schirasch’sche Wort hört, wird in der Verfassung lebendig, auf eine gesunde Art.

Im Angesicht der gesamten Landesmacht, zu der Schirach gefällig spricht, wird Verfassung oft und oft lebendig. Denn sie muß zu oft verteidigt werden, gegen das Publikum der Schönredner zur Feste Salzburg, wie aktuell etwa gegen, kurz und brandstetterisch gesagt, die geplanten massiven Überwachungs- und Bespitzelungsgesetze. Was wird Schirach nach seiner Rede in Salzburg erleben. Das Publikum wird nicht bleiben, sondern mit ihm zum Essen eilen und schmatzend Zustimmung zu seiner …

Damit also hat er sich tatsächlich eine Einladung in die Feste Salzburg verdient; nicht nur einen Schönredner, sondern auch einen Quotenredner in diesem Jahr zu haben, darauf können die Salzburger Festspiele wahrlich stolz, fast so stolz wie auf den Jedermann, der Karl Kraus aus der Kirche vertrieb …

Und was für ein hellsichtiger Blick auf Literatur und Kunst. „Noch nie konnte Literatur, Musik oder Kunst den Volkswillen aufhalten.“ Literatur, Musik oder Kunst war wohl zu sehr damit beschäftigt, den „Volkswillen“ zu befeuern. Nein, den „Volkswillen“ erst zu erschaffen, der für Schirach der dunkle, abscheuliche … gerade mit Österreich hätte Schirach das anschaulichste Beispiel dafür abliefern können, wie auch heute noch mit ebendieser Literatur, Musik vor allem die identitäre Parlamentspartei diesen „Volkswillen“ wieder … Davon erzählt Schirach nicht. Dafür. Voltaire habe eine Geschichte geschrieben, und das sei es, was „Schriftsteller immer tun sollten“, eine Geschichte erzählen. Geschichten würden „uns anrühren“. Nicht die Philosophie. Und sie erzählen wie er Geschichten, die anrühren, den „Volkswillen schaffen; von rekonstruieren will gar nicht erst gesprochen werden, ist es doch ein Begriff, der im achtzehnten Jahrhundert, kurz und schlicht gesagt, es soll niemand überfordert werden …

Empfand sich das „Volk“ stets schon grimmig „ohne Raum“

Der freiheitlichen ZZ ist eine Wiederlesung von Hans Grimm, einem der Lieblinge Adolf Hitlers, schon eine recht werte Empfehlung

oder brachte nicht erst Grimm den Gram darüber, vor lauter Raum ohne Raum zu sein, diese Idee in das „Volk“? Lud nicht erst er, also Grimm zum Beispiel, das „Volk“ dazu ein, ohne Amputation an Phantomschmerzen zu leiden?

2015 legte die schöne Platte Rüdiger Safranski auf. Er trug Verse aus dem Rosenkavalier von Richard Strauss vor, unterbrochen durch irgendwelche Ausführungen über die Zeit. Die Marschallin hat es ihm wohl angetan. Vielleicht war Strauss eine Verlegenheitslösung, weil „Das Migrationsproblem“ noch nicht erschienen war. Ein Buch, das Safranski verschenkte, weil es ein „sehr sehr gutes Buch“ ist. Oder er hätte aus „Finis Germania“ vorgelesen, das er zwar kritisch sieht, aber doch in der Tradition der „Nachtgedanken“ von Heine bis … und brillanten Stellen. 2015 aber auch noch nicht auf dem Markt. Erschienen in Verlagen … Aber das kann ja noch nachgeholt werden; vielleicht schon im nächsten Jahr — —

2018 wird wer die schöne Altplatte auflegen? Vielleicht Götz Kubitschek? Im letzten Jahr hat er es bereits bis in den Vorort von Braunau geschafft. Weshalb nicht schon 2018 in die Feste Salzburg? 2018 wird es in Österreich eine neue Regierung geben, nicht legitimiert durch eine absolute Mehrheit in der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017, also eine Koalition, aber am Tisch, von dem nicht gewußt wird, welche Farbe er hat, ohne grünen Bezug.

Salzburger Festreden - Clark - Liessmann - Safranski - Schirach