Albertinamarschplatz – Von den so richtig charmant katholischen Männern Deifels

Bevor ihr Mann stirbt, sagt er zum gemeinsamen Sohn: „Wenn ich sterbe, gib die Mama frei für einen Orden.“

Das ist ein Satz, wie ein Psalm, dargebracht gar modern auf der Website der Erzdiözese Wien, kein Vers aus längst vergangenen Zeiten, sondern verfaßt im Heute. Ein Satz, der etwa einem Hans Rauscher je die Möglichkeit nimmt im Angesicht des katholischen Allahs, „Wortklauberei“ mit „Chancengleichheit von Frau und Mann“ und „Gleichheit“ von Mann und Frau zu betreiben.

Als der Mann stirbt, erzählt die Frau allahergeben glücklich, beauftragt der Mann als Vater einen Mann als Sohn, die Frau freizugeben, wie vielleicht vor Jahrhunderten ein Südstaatenplantagenbesitzer im Angesicht seines Todes mit Güte gen Himmel auffahren wollte, und deshalb seinem Sohne befahl, er solle nach seinem Ableben die Sklavinnen freilassen.

Übrigens, die Deifel heißt mit Vornamen Katharina, und sie sprach am 17. Juni 2017 auf dem Albertinaplatz, ist also eine Familienmarschrednerin …

Ihr Mann, kann ebenfalls auf der Website des Herrn gelesen werden, sei „so richtig charmant katholisch gewesen“ … ein Bild von ihrem Mann gibt es nicht dazu, aber es gibt so viele „so richtig charmant katholische“ Männer, zum Beispiel jenen Mann, der meint, es gäbe einen „Weltkrieg gegen der Ehe“ … mit ihm könnte die Deifel im nächsten Jahr auf dem Albertinaplatz gemeinsam auftreten, erfüllt er doch alle Bedingungen, ein ehrwürdiger Marschredner werden zu dürfen, aber diesem Mann Allahs ist bereits die ganze Welt Albertinamarschplatz …

Marsch für die Familie - Von den so richtig charmant katholischen Männern.jpg

 

Dem Haus des Herrn Schönborn ist Katharina Deifel, Marschrednerin der Familie, eine gute Schwester

Katharina Deifel im Haus des Herrn - Marsch für die Familie 17-06-2017

Was gestern gesprochen wurde, ist nicht zu erwähnen. Es wurde das gesprochen, was Jahr für Jahr gesprochen. Wie es zu erwarten war:

Kurz etwas zum Religiongsgesetzesterror, ein weiteres Mal

Es kommen vielleicht auch deshalb so wenige zu diesem „Marsch für die Familie“, weil es allen klar ist, was hier gesprochen wird, wird jedes Jahr gleich gesprochen, und das ist seit Jahren eben bekannt, es genügt also, es einmal zu hören, um es für ein ganzes Leben zu wissen; diese in diesen Reden transportierten Inhalte sind darüber hinaus seit Jahrhunderten unveränderte und nicht weiterentwickelte Inhalte.

Der „Marsch für die Familie“ ist dabei auch immer ein Etikettenschwindel, Jahr für Jahr. Es wird stets damit geworben, es gehe um die Familie, und dann ist stets viel über Zuwanderung zu hören, über sogenannte ausländische Menschen, über andere, genauer, den Marschiererinnen und Marschierern fremde Organisierte Glauben. Und das alles wird ist ihnen nicht, um es milde auszudrücken, positiv gesprochen. Ganz im Gegenteil.

Nun könnten Sie fragen, weshalb dann überhaupt die Beschäftigung mit dem „Marsch der Familie“, wenn es doch nur die kleinste Gruppe ist, die je auf der Gasse sich versammelt, das zwar Jahr für Jahr, aber eben doch die kleinste Gruppe, ohne Zulauf über die Jahre, und vielleicht waren es gestern sogar weniger als 2016.

Es sind die Rednerinnen und Redner, die nicht unerheblich sind, sie sind unerheblich ob ihrer verbreiteten Inhalte, aber sie nicht unerheblich ob ihrer Verbindungen, ihrer, wie es nun gar modern heißt, Netzwerke, auch nicht unerheblich ob ihrer Funktionen.

Es soll mit dem Arzt begonnen werden, der seinen wichtigen Stuhl bald räumen wird müssen, nämlich seinen im österreichischen Parlament: es sprach gestern wie vorgestern wie vorvorgestern Marcus Franz. Er wird wohl auch 2018 wieder sprechen,

Dr. Marcus Franz, Volksvertreter: „Sie sind nicht das Volk.“

aber dann wird er nur noch beworben werden können mit: der ehemalige Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat …

Dann sprach gestern Katharina Deifel, eine römisch-katholische Schwester, die, so Christian Zeitz in seiner Ankündigung, für die Ausbildung von Religionslehrern und Religionslehrerinnen zuständig gewesen sei und auch einer katholischen Gruppe angehöre, die für militärische Verteidigung der Freiheit eintrete … Deifel werde von der Erzdiözese auf ihrer Website im besten Lichte dargestellt, und ganz modern, die Erzdiözese Wien verbreitet von ihr auf der Plattform des Unternehmens Youtube ein Interviewvideo … Hans Rauscher wird aber keine Glosse schreiben können, Christoph Schönborn verurteile das von Deifel Verbreitete, Schönborn distanziere sich von Deifel …

Und dann Ján Čarnogurský. Den ehemaligen Ministerpräsidenten der Slowakei kündigt Christian Zeitz an, eben noch beim Requiem für Alois Mock in der Stephanskirche und jetzt beim „Marsch für die Familie“ … Für ihn, Zeitz, sei Ján Čarnogurský ein „Thomas Morus unserer Zeit“ … Christian Zeit meint das gesinnungsgemäß positiv, aber:

Warum die Gesellschaft keinen „neuen Thomas Morus“ als Lehrer braucht

Franz - Ley Deifel - Marsch 17-06-2017

Ob Michael Ley ebenfalls gestern gesprochen hat, wird nicht gewußt, aber es wird den Marschierern und Marschiererinnen wohl eine Ehre gewesen sein, daß er gestern mit dabei war. Ist er doch ein Mann, der auch in das österreichische Parlament geladen wird. Und sollte er gestern gesprochen haben, was würde er schon gesprochen haben können, als das, was von ihm ohnehin recht bekannt ist, und Werbung für die eigenen Bücher könnte wohl auch dabei gewesen sein:

Parlamentsdinghoferreferent Michael Ley: „Im Grunde verhalten wir uns wie umgedrehte Nationalsozialisten“

Michael Ley im österreichischen Parlament: „Kein Bier für Nazis“

„Wehret den Anfängen“ – Ganz und gar erfüllt von der Wiener Zeitung

Markus Ripfl --national-sozial - Marsch für die Familie 17-06-2017

Und dann soll es gestern irgendwelche Turbulenzen um Markus Ripfl gegeben haben, wie „Marsch für die Familie“ berichtet. Es überrascht nicht, daß Ripfl zu diesem „Marsch“ … gesinnungsgemäß kommt auch kein anderer in Frage:

„Völkeraustausch“ oder Markus Ripfl von der Hofer-FPÖ hat kein Licht zum Lesen von einem Bedeutungswörterbuch

Auf der Plattform des Unternehmens Facebook hat Markus Ripfl eine Beschreibung abgegeben, wenn es eine Selbstbeschreibung ist, kann zu dieser gesagt werden. Es ist wahr, er ist „jung“. Was bei diesen Inhalten, zu denen er gestern hinmarschierte, „revolutionär“ sein soll, erschließt sich nicht. Es bleibt neben „jung“, wofür er nichts kann, nur übrig: „national-sozial“ …

Das wird Ihnen jetzt wohl ein wenig verständlicher gemacht haben, weshalb der „Marsch der Familie“ nicht zu ignorieren ist, obgleich er inhaltlich gänzlich zu ignorieren ist. Es ist kein Marsch für die Familie, aber die Familie marschiert, und die hier marschieren, das sind nicht die sogenannten schwarzen Schafe der österreichischen Familie, sie haben Einfluß, sie werden gehört, von nicht wenigen, die tatsächlich Einfluß haben, die gewählt werden, die nicht wenige in der nächsten Regierung sehen wollen …

Marsch für die Familie - Albertinaplatz - Parlament - Erzdiösese Wien - 17.06-2017.jpg

Andreas Laun ist einmal zu danken für seine Psalter und Gleichnisse der Erheiterung

Es ist zwar dazu nichts mehr zu schreiben, was Hans Rauscher im Halbdunkel Österreichs vor kurzem schrieb, aber es scheint doch angebracht, etwas noch hinzufügen.

Wurde in Österreich je verlangt, die Aussagen von dem Prediger Andreas Laun zu verurteilen, sich von ihm zu distanzieren, von den Mitgliedern seines Organisierten Glauben? Hat sich etwa der leitende Angestellte dieser Organisation in Österreich je von ihm distanziert, ihn verurteilt?

Andreas Laun fällt ein, weil die Copysite der identitären Parlamentspartei am 15. Juni 2017 ein Interview mit ihm veröffentlichte. Seine Aussagen, nun, eben seine Aussagen, ohne Wert für die geringste Aufregung. Sein Aberwitz eben. Er redet eben den Aberwitz seines Korans nach, beeinflußt eben von seinem biblischen Märchenbuch, und das wird er wohl bleiben bis über das Ende seiner Berufstage hinaus.

Aber heute, am 17. Juni 2017, am Tag der „Regenbogenparade“, soll es um das Heitere gehen, und gibt es einen besseren Psalmisten im Halbdunkel Österreichs, der für eine ausgelassene Stimmung, für Heiterkeit und Lustigkeit sorgen kann, als ebendieser bärtige Prediger oder, mit Hans Rauscher zu sprechen, dieser „geistliche und geistige Führer von“ fünf Millionen Christen und Christinnen?

Wahrlich, schwerlich.

Auf die Frage, ob seine Aussage, Homosexuelle seien „gestörte Männer und Frauen“, mißverstanden worden sei, antwortet der Prediger des dreifaltigen Aberwitzes:

„Ein wenig schon, weil es natürlich nicht meine Absicht ist und war, jemand zu beleidigen. Aber ich erlaube mir anzumerken: Mir scheint, die Betroffenen reagieren etwas zu empfindlich, zumal wenn man bedenkt, dass viele Menschen mit solchen Neigungen das selbst auch so sehen, darunter leiden und aussteigen wollen. Auch rein biologisch gesehen, gibt es Argumente, die man nüchtern auf die Waagschale legen sollte.“

Ob denn die „Menschen heutzutage verweichlicht“ seien, weiß der „geistliche und geistige Führer“ eines genau:

„Ja! Zum Menschsein gehört es, auch Schwierigkeiten durchzutragen. Im Christentum heißt das: Nimm Dein Kreuz an!“

Es ist, muß zugegeben werden, kein heiterer Gedanke, gibt es in seinem Organisierten Glauben Variationen von „Nimm Dein Kreuz an!“, wenn etwa Pfarrer und Priester in für sie besonderen Stunden im Dunkeln Mädchen und vor allem Buben die „Schwierigkeiten“ des Lebens nahebringen – nimm das Kreuz in Dich auf?

Die Frage nach der „klassischen Familie in all dem Geschlechterwirrwarr“ ist für den bärtigen Prediger für immer beantwortet:

„Gott hat den Menschen als Mann und Frau und für die Liebe geschaffen. Das ändert sich nicht und ist, gelebt, Quelle größten Glücks auf Erden.“

Aus dieser „Quelle des größten Glücks auf Erden“ trinkt nur der Mensch, ohne sich zu vergiften, der ohne „klassische Familie“ ist.

Und mit dem Trinken der letzte und schönste Psalm des Bärtigen noch. Auf die Frage nach der Gefahr durch „Frühsexualisierung“, wohlgemerkt, es wird von „Frühsexualisierung“ gesprochen und nicht von „sexueller Aufklärung“, weiß der Fraulose und soher auch ohne „klassische Familie“ Seiende sein hohes Wissen anschaulich mit einem Gleichnis zu verkünden, ja, Jesus Christus ist ohne Zweifel sein erster und einziger Lehrer:

„Die Gefahr ist, dass die Kinder nicht lernen, was es heißt, zu lieben und der Sex in ihrem Leben einen falschen Stellenwert erhält und nicht das wird, was er sein sollte: Körpersprache der Liebe. Man erzieht auch nicht Alkoholiker, damit sie später lernen, ein Glas Wein zu genießen.“

Bei aller Heiterkeit, die launsche Gleichnisse hervorrufen, könnte dennoch das Grübeln einsetzen. Etwa darüber, weshalb verweigern sich Prediger seiner Organisation der Liebe von Mann und Frau, wenn doch diese „Quelle“ das „größte Glück auf Erden“ … halten sie doch nichts von der Liebe, oder haben sie eine andere Quelle noch größeren Glücks gefunden, ganz irdisch?

Und wer jetzt noch nicht genug hat von Heiterkeitsknödeln, die im Hals steckenbleiben, es gibt weitere Kapitel, wie in der Collage Kreuz der Heiterkeit gesehen werden kann, zu denen Sie hier mit einem Klick …

Es muß an diesem Tag der „Regenbogenparade“ und des „Marsches für die Familie“ einmal, und damit soll geendet werden, Andreas Laun gedankt werden, gedankt für die vielen heiteren Sekunden, und das über Jahre, wie oft konnte herzhaft gelacht werden. Die ersten Lacher rief er vor etlichen Jahren hervor, mit seinem Spruch: „Gott straft aus Liebe.“

Was für eine Bürde, aus Liebe strafen zu müssen. Vielleicht ist Gott einer Selbsthilfegruppe inzwischen beigetreten, in der er sich mit seinen Kameraden austauschen kann, wie schmerzlich es ist, Frau und Kind strafen, schlagen zu müssen, das sind Schmerzen, die sie ihren Frauen und Kindern, weil sie so lieben, niemals im Leben wünschen, erfahren zu müssen. Ob Männer der „klassischen Familien“ in solch eine Gruppe je …, na ja, warum nicht, wenn die Bedingung erfüllt ist, Andreas Laun moderiere sie …

Andreas Laun - Heiterkeitsauslösender Prediger

Kurz etwas zum Religiongsgesetzesterror, ein weiteres Mal

Marsch für die Famiilie Albertinaplatz - Drag queen auf seinem TruckEin kurzer „Marsch für die Familie“ wird es werden, morgen, am 17. Juni 2017, so kurz wie im letzten Jahr … Ja, sie marschieren auch in diesem Jahr, und es ist bereits jetzt klar, es wird werden, wie es im letzten Jahr war. Es sind wieder Männer angekündigt, die auch im letzten Jahr … so kann darauf verzichtet werden, abzuwarten, was morgen dort gesagt werden wird, es kann auf das im letzten verwiesen werden, mit diesen Informationen ist ausreichend dafür gesorgt, über den Familienmarsch für immer informiert zu sein.

Was aber nicht ganz ohne Interesse sein dürfte ist, wer in diesen glaubensgetriebenen Kreisen Ansehen …

Sebastian Kurz, der Stimmung, vielleicht sogar Leidenschaft in diesen auslöst, wie Mag. Christian Zeitz am 13. Juni 2017 schreibt, auf der Seite von Andreas Unterberger:

„Die Kurz-Reaktion hat in leidgeplagten konservativen Kreisen und Foren Freudenstimmung, ja geradezu Euphorie aufkommen lassen. Viele warten darauf, dass der Schmerz über die wertepolitischen Fehlleistungen der ehemaligen großen christdemokratischen Partei nachlassen möge.“

Und sie können in ihrem Juchee verstanden werden, Sebastian Kurz kann Euphorie auslösen, allein schon durch sein schriftliches Programm, derart, das kann bestätigt werden, daß jedem Menschen dabei richtiggehend schwarzschwindelig …

Übrigens, Zeitz ist wieder eine der Angekündigten. Wenn er nicht gerade auf dem Albertinaplatz ist, kann er auch mit derselben geistigen Klarheit erlebt werden, zum Beispiel auf:

Gates of Vienna: „Concentration Camp Austria“.

Und für die Ehrengenugtuung ist, morgen wie gestern, angekündigt:

NR Dr. Marcus Franz die „satisfaktionfähige Ebene“ für den „Marsch der Familie“.

Gestern, im letzten Jahr, als Information zum kurzen „Marsch der Familie“ hätte auch das Jahr 2014 ausgereicht, wie gelesen werden kann:

Polizeibegleitschutzmarsch für die Austragung eines Folders mit „nationalsozialistischem Inhalt“ der ganzen Familie.

Dabei gesinnungsgemäß ist morgen wie gestern auch der vom Magazin der identitären Parlamentspartei, ein Mann, der allein schon eine recht gute Vorstellung gibt, wie es in der hochgehaltenen Religionstraditionsfamilie zugeht …

Morgen wie gestern wird wieder eine Attraktion geboten. Denn. Auch der hoferische „Gesinnungsfreund“ ist wieder mit dabei, ein Mann, dem sein Name nach dem ersten Menschen, so steht es jedenfalls in seinem Märchenbuch geschrieben, Verpflichtung ist, die ihm treuwillig zu erfüllen eine Ehre ist.

Damit es für Sie doch einen Informationswert hat, soll über den Terror gesprochen werden. Freilich nicht von der Warte aus, wie nun seit langer Zeit schon breitest über den Terror gesprochen und geschrieben wird, in Österreich, in diesem terrorfreien Land, in diesem terrorfreien Staat, kurz wie schlecht gesagt: in diesem terrorreinen Österreich.

Es wurde, wie Ihnen bekannt sein wird, eben positiv bewertet, daß Prediger – ob die Predigerinnen auch unterschrieben haben, wurde nicht recherchiert, nach den Berichten der österreichischen Medien waren es, so der vermittelte Eindruck, nur die Prediger, nur die Männer – sich in Österreich von einem Terror distanziert haben, in Österreich einen Terror verurteilt haben, den es im Halbdunkel Österreichs, wo sich etwa Hans Rauscher sicher zu bewegen versteht, ohne das Licht einschalten zu müssen, gar nicht gibt, keine Verletzten, keine Ermordeten durch diesen zu beklagen sind.

Es soll vom Terror durch Verhinderung von Gesetzen gesprochen werden. Und hier bietet sich die Ehe an, das verhinderte Recht, das homosexuellen Menschen verweigerte Recht, ebenfalls die Ehe eingehen zu dürfen. Ob die Verhinderung auch etwas damit zu tun, daß seit 1938 das Eherecht nach wie vor verkündet ist von der „Reichsregierung im Lande Österreich und im übrigen Reichsgebiet“?

Es bietet sich deshalb an, weil morgen die „Regenbogenparade“ gefahren wird. Auf der „Regenbogenparade“ wird Sebastian Kurz keine „Euphorie“ auslösen; er hat eben erst, wie bei Christian Zeit zu lesen, der „Ehe für gleichgeschlechtliche Paare“ eine Absage erteilt, einer Verhinderung, einer Verweigerung das Wort gesprochen, er, Kurz, so Zeitz, sehe keinen „aktuellen Handlungsbedarf“.

Wie sehr verweigertes Recht Menschen als Terror empfinden müssen, das werden die Menschen beantworten können, die unter dem verweigerten Recht leiden, die um das verweigerte Recht kämpfen. Terror durch bewußte und absichtliche Handlungslosigkeit. Aber diese Handlungslosigkeit ist für die Menschen, die davon betroffen sind, nicht harmlos. Denn. Diese Handlungslosigkeit geht oft und eigentlich immer einher mit scheinbaren Argumenten, die aber nichts anderes sind als Verletzungen, Herabsetzungen, Deklassierung, Zurückstufung dieser Menschen auf die Ebene von Bürgerinnen und Bürgern dritter Klasse. Und Sebastian Kurz wird nun – ob von ihm gewollt oder nicht, das kann nur er beantworten – zur Ikone dieser Marschkreise, zur Drag queen  (manche Texte, ein plötzlicher Gedanke, müssen laut gelesen werden, damit sie sich ganz erschließen〉 …

Die Forderungen aber jener Menschen, die morgen wie gestern ihren kurzen Marsch um den Albertinaplatz abhalten werden, gehen über die kurzsche Handlungslosigkeit hinaus, wie in der Collage noch einmal festgehalten ist, sie sind religionsgetrieben, und es kann soher gesagt werden, sie marschieren für Religionsgesetzesterror, morgen wie gestern, für einen Terror also, der alle treffen soll, vor dem es für keinen einzigen Menschen die Möglichkeit gibt, sich zu schützen, für alle keine Chance gibt, diesem Religionsgesetzesterror zu entgehen, ganz im Gegensatz zu dem Extremismus und Terror, vor dem breitest nach Schutz gefleht wird, während es in Österreich … muß das noch einmal wiederholt werden? Ja, den es in Österreich nicht gibt. Was es in Österreich dagegen gibt, sind diese Marschkreise, und es gibt diesen handlungslosen Sebastian Kurz, den die Meinungsumfragen als zukünftigen Kanzler einzureden versuchen, und dann bleibt abschließend die Frage, wer wird wen beeinflussen? Die Handlungslosigkeit von Sebastian Kurz gibt im Grunde schon die Antwort, wer wen beeinflußt, es sind die Euphoriker und Euphorikerinnen. Aber das ist keine große Leistung von ihnen. Das ist leicht. Denn. Sebastian Kurz spricht selbst so oft von den sogenannten christlichen Sachen, etwa von der „christlichen Solidarität“, ihm einfach an einem funktionierenden Immunsystem …

Hans Rauscher tritt in das Halbdunkel des Geistes ein

Halbdunkel Österreich

Genauer.

Hans Rauscher ist nie aus dem Halbdunkel Österreichs herausgetreten.

Wofür er am 14. Juni 2017 wieder einmal in der Qualitätszeitung österreichischen Zuschnitts  … in seinem Halbdunkel ist er wahrlich ein Experte für so vieles, wie allenthalben mit der größten … aber er muß sich mehr und mehr anstrengen, denn Alexander Föderl-Schmid rittert mit ihm um den ehrenwerten Titel Weltexpertin …

Es geht um Extremismus, um Imame, um eine Deklaration der Verurteilung von extremistischen Gewaltakten. Und Hans Rauscher meint, er sei der Lehrer vielleicht in einer Bibelschule, falls diese so modern ist, um eine schriftliche Beurteilung abzugeben.

Hierzu ist vorab grundsätzlich zu sagen, es ist eine Anmaßung, von Muslimen und Musliminnen in Österreich zu verlangen, sie müssen das, was irgendwo auf der Welt passiert, verurteilen, sich davon distanzieren, und es ist im terrorfreien Österreich nicht nur eine Anmaßung, sondern bereits eine Perversion, es von ihnen zu verlangen.

Wer verlangt je in Österreich von Christen, sie haben zu verurteilen, sie haben sich zu distanzieren, wenn irgendwo auf der Welt Mord und Terror im Namen des christlichen Gottes …

Wer verlangt je von Christinnen, sie haben sich zu verurteilen, anzuprangern, zu geißeln, sie haben sich zu distanzieren, wenn irgendwo auf der Welt der Organisierte Glauben der römisch-katholischen Kirche für Gesetze stürmt, die die Freiheit des Einzelnen beschneiden sollen, Ungleichheit rechtlich festschreiben will, Gesetze verhindern will, die zum Wohl des Einzelnen verabschiedet werden sollen …

Wer verlangt von Christen, sie haben zu verurteilen, sie haben sich zu distanzieren, wenn höchste Vertreter – und das sind nur Männer – dieser Kirche die Rücknahme von Gesetzen fordern, die ihrem Märchenbuch widersprechen …

Wer verlangt von Christinnen, sich zu distanzieren, zu verurteilen, wenn der „Führer“ der katholischen Kirche etwa Gender Mainstreaming mit Nationalsozialismus …

Kurz gesagt, wer zwingt je Gläubige in eine Glaubenssippenhaftung, wie es im Fall der Menschen ist, für die eben der Koran ihr erstes Märchenbuch ist und beispielsweise nicht die Bibel …

Wer verlangt in Österreich etwa den frommen Antiziganismus der Habsburg zu verurteilen, sich von ihnen zu distanzieren. Im Gegenteil. Gerade in diesem Jahr ist zu erleben, wie vor allem Maria Theresia Habsburg bejubelt wird.

Hans Rauscher im Halbdunkel Österreichs

Und nun zu Hans Rauscher, der mit seiner im Halbdunkel Österreichs nicht so leicht auszumachen ist.

Er nennt, am 14. Juni 2017, die Imame „geistliche und geistige Führer der rund 700.000 Muslime“ in Österreich. Hans Rauscher weiß sehr wohl um die Bedeutung des Wortes „Führer“ in Österreich. Umso schlimmer ist es, daß er es verwendet. Würde er je die Priester und Pfarrer als „Führer“ der rund fünf Millionen Christen und Christinnen bezeichnen? Nein. Damit denunziert er 700.000 Muslime und Musliminnen als willenlose Masse, die ihren „Führern“ gehorchen, tun, was ihre „Führer“ verlangen. Damit diffamiert er diese Menschen als stehendes Heer, das auf Befehl marschiert, das auf Befehl für Frieden ist, wenn ihre „Führer“ im „Halbdunkel“ sie dazu in Bewegung setzen … „Halbdunkel“ allein bereits ein Wort der Verdächtigung, ein Wort der Kriminalisierung, ein Wort, um Furcht und Angst zu verbreiten.

Er, Rauscher, meint, Imame würden, und das rechnet er ihnen nicht positiv an, die Botschaft implizit senden, „nicht nur Muslime“ würden „Anschläge verüben“ … Das ist sein geschultes Ohr im Halbdunkel  Österreichs. Denn. Sind diese „impliziten Botschaften“ in Österreich nicht recht bekannt, wenn es um Nationalsozialismus und Rechtsextremismus geht? In Österreich, wo Verurteilung und Distanzierung von Nationalsozialismus und Rechtsextremismus stets einhergeht mit der Verurteilung und Distanzierung von jedwedem Extremismus, Verurteilung und Distanzierung von recht bestimmten Kreisen nur zu bekommen ist als Verurteilung und Distanzierung von Nationalsozialismus und Kommunismus – damit ist sofort gewußt wird, was verurteilt und was nicht verurteilt wird …

Hans Rauscher bemängelt an der Erklärung der Imame, daß von „Chancengleichheit von Mann und Frau“ und nicht von „Gleichheit“ die Rede sei … Und das rechnet ihnen Rauscher nicht positiv an. „Chancengleichheit von Männern und Frauen“ ist den „Führern“ der identitären Parlamentspartei Programm, nicht die „Gleichhheit“. Und das ist die Partei, die, nach Meinungsumfragen, so viele in Österreich in einer Regierung sehen wollen, die Partei, um die jetzt so viele werben, sie als Regierungspartnerin zu bekommen. Und bei Hans Rauscher selbst haben die Frauen nicht einmal die Chance schriftlich vorzukommen; er schreibt etwa „700.000 Muslime“ … Nur wenn er die Erklärung der Imame zitiert, kommt er nicht umhin, „Muslimin“ zu schreiben. Würde die „Muslimin“ in der Erklärung der Imame nicht vorkommen, Hans Rauscher wäre es nicht eingefallen, daß es auch Musliminnen gibt. Und noch etwas. Es gibt auch Immaninnen. Wo gibt es Pfarrerinnen, Priesterinnen? In der katholischen Kirche haben sie nicht einmal die Chance, das zu werden. Trotz des Gleichbehandlungsgesetzes in Österreich. In diesem Fall würde Hans Rauscher keine „Wortklauberei“ betreiben wollen. Er könnte auch keine Wortklauberei betreiben. Denn. Im Fall der römisch-katholischen Kirche gibt es weder Chancengleichheit noch Gleichheit für die Frau, somit die Unmöglichkeit einer Wortklauberei zwischen Chancengleichheit und Gleichheit von Mann und Frau.

Im Halbdunkel Österreichs ist das wohl positiv zu bewerten, daß Hans Rauscher in seinem Halbdunkel „Chancengleichheit“ und „Gleichheit“ wenigstens buchstabieren kann.

Um zu einem Ende zu kommen.

In diesem Halbdunkel Österreichs kann geglaubt werden, es werde ein Spaziergang am 15. Juni 2017 über den Rochusmarkt gemacht, und befindet sich unversehens in der Zeit der Habsburger – vor der Kirche eine Kapelle in der Uniform der … und dann der Eingang zum Amtshaus: versperrt durch einen Altar … vor diesem Amtshaus mit dem Brunnen zum Gedenken an den frommen Antisemiten …

Österreich - Halbdunkel - Rauscher.jpg

Schließlich leben neben Martin Luther und den M. T. Habsburgs Menschen

„Schließlich leben neben den Roma Menschen.“

Diese zitierte Äußerung ist keine aus der sogenannten Nazi-Zeit, ist keine von einem sogenannten bildungsfernen Menschen, ist keine von einem mit Mindestsicherung in einem Gemeindebau lebenden Menschen, es ist eine Äußerung aus dem Juni 2017, getätigt von der „frühe­ren Regierungs­spre­che­rin der Nea Dimokratia, der Jour­na­lis­tin, Heraus­gebe­rin und Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ten“ …

Wieder einmal, Juni 2017, „Pogromstimmung“ gegen Roma und Sinti, diesmal Griechenland, diesmal Athen …

„Schließlich leben neben den Roma Menschen“ … Das ist der Geist in Europa auch noch 2017, der Geist, der zugleich jedwede Gelegenheit nutzt zum pathetischen „Nie wieder“, wenn es um den Nationalsozialismus, um den Faschismus geht.

Was für eine ungeheuerliche Aussage das ist, kann mit einer Gegenprobe leicht untermauert werden. Es könnte irgendein Beispiel genommen werden, aber 2017 bietet sich Österreich an, in dem Maria Theresia Habsburg bejubelt wird, als lebte sie, und vor allem als regierte sie. Die Habsburg mit ihrem frommen Antiziganismus. Was gäbe es für einen Aufschrei, schriebe wer: Schließlich leben neben der Maria Theresia Habsburg Menschen.

Nicht minder wohl der Aufschrei, schriebe wer: Schließlich leben neben Martin Luther Menschen. Mit Luther kann auf Österreich als Beispiel verzichtet werden, wie überhaupt mit Luther auf ein Beispielland verzichtet werden kann.

Und in was für einem Europa Roma und Sinti nach wie vor leben müssen, im Jahr 2017, und ein Ende ist nicht abzusehen, kann mit einer weiteren Gegenprobe leicht, und es soll beim Beispiel Österreich geblieben werden, zu verdeutlichen. Niemand in Österreich käme auf die Idee, wenn etwa ein Niederösterreicher ein Kind aus Wien entführt, einen Pogrom gegen alle Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher …

Europa 2017 für Roma und Sinti kein Europa 2017

 

Alle Religionen sind Kunst

Jesus Christus Mischwesen

Es ist doch erheiternd zu lesen, daß die identitäre Parlamentsparteiwegen eines Kunstprojektmischwesens an Kardinal Christoph Schönborn sich schriftlich wendet, an den Vertreter einer Organisation also, somit ausgerechnet an den höchsten Vertreter einer Kunstorganisation in diesem kleinen Land, das stets Staunen hervorruft, wie in einem derart kleinen Land all das Kunstzeug der schönbornschen Organisation Platz finden kann, Werner Neubauer mit einem offenen Brief einen Kunstfabrikangestellten um Meinung anfleht, deren erste Anbetungsmarke ja ein Mischwesen ist.

Und was ist Jesus Christus anderes als ein Mischwesen: ein Teil Mensch, ein Teil Gott. Es ist eine Mischkulanz, die nur nach einer Nacht der größten Ausschweifung unter Verteilung ganzer Jahresdrogenernten gebraut werden konnte, die zu inszenieren etwa ein Hermann Nitsch mit seinem Puppenschloßorgienmysterientheater nicht einmal träumen kann. Denn. Mischwesen Jesus Christus ist zusätzlich auch noch ein Teil von Gott, der oder die oder das oder geschlechtslos ein Mischwesen aus dem Mischwesen Jesus Christus und einer Taube, die auf den Namen „Heiliger Geist“ hören soll, wobei äußerst fraglich ist, ob sie, die Taube, auf ihren Namen auch wirklich hört.

Und Jesus Christus ist nicht anders gezeugt worden, als es nun Maja Smrekar mit ihrem Mischwesen aus Hund und Mensch versucht. Mit einem Unterschied freilich, als das Mischwesen Jesus Christus gezeugt wurde, war es eine bloße schriftliche Zeugung. Denn. Damals gab es noch nicht die technischen Möglichkeiten einer unbefleckten Empfängnis, die heute Maja Smrekar zur Verfügung stehen, um eine unbefleckte Empfängnis wirklich wahrwerden zu lassen.

Es ist vielleicht nicht von ungefähr, daß es gerade eine Frau ist, die wieder ein Mischwesen gebären will, mit dem Vornamen Maja: die „Hehre“, die „Höhere“. Wird nicht so ihre Kollegin Maria angebetet, vor der zu viele Ehrfurcht haben, und sie, Maria, deshalb nicht beim Kosenamen Maja angekniet wird.

Ja, das Kunstprojekt von Maja Smrekar erinnert wieder einmal daran:

Alle Religionen sind Kunst.

Alle Religionen sind bloße Kunst. Denn. Es ist in jedweder Religion alles vorhanden, was Kunst definiert, Kunst ausmacht, kurz und schlecht gesagt, nur für die Kunstrichtung Religionen aufgezählt: es ist Phantasie dabei, es ist Märchen dabei, es ist der Luxus, der für das nackte Leben nicht gebraucht wird, dabei, es ist Ausschweifung dabei, es sind Halluzinationen dabei, es ist Wirklichkeitsfremdes dabei, es ist Wahn dabei, es ist Begierde dabei, es ist Lust dabei, es ist Krankhaftes dabei, es sind Versteigungen dabei, es sind Irrtümer dabei,  es sind psychische Mängel dabei, und so weiter und so fort.

Alle Religionen sind Kunst, wobei die Kunstsparte Religionen wohl die schwärzeste, die negativste Kunstsparte ist, aber auch die je erfolgreichste Kunstrichtung, die je einflußreichste und damit die je schrecklichste, die je tödlichste Kunst ist, die je alles vernichtende Kunst ist, die der Mensch je ersann und ausübte.

Und als Einschub, weil einer aus der FPÖ und bezeichnenderweise jener mit dem Namen Rosenkranz klagte:

„Wenn es um Mohammed und den Islam geht, trauen sich die Künstler eh nicht mehr“,

kann besonders ihm gesagt, Mohammed war ein schwacher, armer und phantasieloser Künstler, bei dem es nicht einmal dazu reichte, eine solche Mischkulanz an Mischwesen zu ersinnen, dabei hätte er nur die mit Rosenkränzen in den Händen angebetete Mischkulanz abkupfern müssen, aber die Einfalt seines Herzens, das ihm Kunstgeist war, verwehrte ihm den Aufstieg zum großen Künstler …

Und was der Kunstsparte Religionen grundsätzlich ist und diese unverwechselbar macht, ist die Heilserwartung. Maja Smrekar ist eine Vertreterin der Kunstrichtung Religionen. Denn. Auch sie erwartet sich von ihrem Mischwesen im Grunde das, was besonders das Mischwesen ihrer Kollegin seit zweitausend Jahren nicht und nicht erfüllt und auch je nicht mehr erfüllen wird, in bezug auf die Heilserwartung an ein Mischwesen hat das Mischwesen Jesus Christus nicht einmal das zusammengebracht und wird es auch nicht mehr zusammenbringen, was ein Mensch in einer halben Minute unter dem Nagel seines kleinsten Fingers an Schmutz sammeln kann.

Und das wird Maria Smrekar nicht unbekannt sein, die Heilserwartungsenttäuschung des Mischwesensprototyps. Und dennoch ist sie voller Zuversicht, ausgerechnet ihr Mischwesen werde … betet mit ihrer Kunst den Rosenkranz der Heilserfüllung:

„ARTE_mis ist das vierte Projekt der Reihe, bei dem eine Eizelle der Künstlerin eine somatische Zelle ihres Hundes in sich aufgenommen hat. Ergebnis ist eine hybride Zelle, der ein dystopisches Szenario innewohnt, die gleichzeitig aber eine neue Species schaffen könnte, deren Überlebenschancen auf dem Planeten Erde besser sind als unsere – nicht zuletzt deswegen, weil dieses Mischwesen seine Umwelt humaner behandeln würde als wir das tun.“

Alle Religionen sind Kunst. Und was bei einer Aufzählung gerade zur Kunstrichtung Religionen nicht fehlen darf, ist die Fälschung. Über die hat erst vor kurzem Kunstkritiker Schönborn geschrieben, als er eine fromme Rezension des Grabtuches von dem Mischwesen …

Schafe wählen nicht ihr Schlachthaus und kollaborieren nicht mit ihren …

Kuss der Verlierer - FPÖ - Front national

Es wurde in

Glücklichen Wahlzeiten entgegen

vergessen anzuführen, es wird bald soweit sein, über den Front National zu schreiben: eine Partei der Verliererinnen, nun, ist der erste Wahlgang in Frankreich durchgeführt, und es kann, noch erfreulicher, es nicht in der Zukunftsform schreiben zu müssen, sondern bereits in der Gegenwart schreiben zu können, am 12. Juni 2017: Front national ebenfalls bloß eine Partei der Verlierer – parti des perdants …

Denn. Der Front national hat nichts gewonnen. Der Front national ist daher, gemessen auch an seinem eigenen Anspruch, ein absoluter Verlierer …

Die nationale Front – so kurz wie ungenau gesagt – bröckelt. In Europa. Von Österreich aus gesehen, kann gesagt, wer sich von der FPÖ küssen läßt, verliert …

Es gingen am gestrigen Sonntag so wenige wie noch nie zur Wahl in Frankreich. Als hätten die Menschen in Frankreich den Streikaufruf von Octave Mirbeau mit über einhundert Jahren Verspätung etwas abgewinnen können … Und mit Blick auf die nationalistischen Partien scheinen Wähler und Wählerinnen in Europa zu begreifen, sie wollen nicht mehr freiwillig ihr Schlachthaus wählen. Am 15. Oktober 2017 werden die Menschen in Österreich zeigen können, ob sie das ebenfalls begreifen, daß sie imstande sind, das zu tun, was nicht einmal Schafe tun. Schafe wählen nämlich, wie Mirbeau so eindrücklich ausführt, je nicht freiwillig ihren Gang ins Schlachthaus und ihr Gang ins Schlachthaus ist je nicht freiwillig. Ja, die armen verleumdeten Schafe wählen nicht ihr Schlachthaus, und noch etwas tun die armen Schafe nicht, Schafe kollaborieren nicht mit ihren …

… aber wer Österreich kennt, weiß, in Österreich wird es kommen, wie es in diesem Land nur kommen kann, es wird wieder verlieren, es verliert beim Ballspielen, was kein Malheur ist, aber es verliert auch in der Politik, und das ist eine Katastrophe.

Am 15. Oktober 2017 wird wieder geschrieben werden können, Österreich verliert ein weiteres Mal gegen Frankreich …

Alexander Van der Bellen – Einübung in die Entcourage respektive Postcourage

Alexander van der Bellen - Entcourage - Amtscourage

Es wird mit Blick auf die Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 in Österreich nur noch darauf gezählt werden können, daß die Wählerinnen und Wähler die Courage besitzen, den österreichischen Weg endlich zu verlassen, den nun auch Alexander Van der Bellen beschreitet mit seiner Einübung in die Entcourage.

Eine mündliche Prüfung in Entcourage hat er wohl diese Woche im Akademietheater abgelegt, wie mediale Berichte über seine Aussagen nahelegen.

Schwer hätte er sich damit getan, die FPÖ als „rechte Partei“ zu bezeichnen, vom Ausland aus gesehen möge das so sein, aber in Österreich werde mit solchen Zuschreibungen vorsichtiger umgegangen – vorsichtiger in Österreich heißt: rückgratloser …

Er, Alexander Van der Bellen, führte zugunsten der FPÖ an, sie sei weit davon entfernt, eine „kriegshetzerische Partei“ zu sein … Um vor sich selbst rechtfertigen zu können, für den Fall, eine identitäre Parlamentspartei als Regierungspartei …, ja, da muß mit dem Rechtfertigen schon früh begonnen werden, eine solche Partei schönzureden, mit dem Weithergeholtesten, das je nur zu finden ist.

Hätte er aber statt von Krieg von „Bürgerkrieg“, statt von Hetze von „Herbeireden“ gesprochen, dann hätte er nicht mehr vom guten Weg …

Die „rote Linie“, wird berichtet, sei für Alexander Van der Bellen die „Europapolitik der potentiellen Regierungsparteien“, er sehe die FPÖ diesbezüglich auf „gutem Wege“ … Das Gewissen von Alexander Van der Bellen wird wohl schon jauchzen, es ihm so leicht zu machen, ein gutes Gewissen bleiben zu können, durch das Reduzieren der „roten Linie“ auf eine einzige Sach‘. Und auch die FPÖ wird es ihm leicht machen. Denn ein Europa will auch die FPÖ, aber ein Europa, von dem geglaubt wurde, das sei überwunden, das wolle niemand mehr. Und sonst? Auf was für einem guten Wege die FPÖ ist, der Beispiele gibt es viele … hat nicht eben He.-Chr. Strache ein starkes Grönlandzeichen etwa für Klimaschutz …

Das Bekenntnis schlechthin zur Entcourage hat Alexander Van der Bellen unzweifelhaft mit seiner Aussage, wie sie berichtet wird, abgelegt, mit seiner Unterschrift bestätige ein Bundespräsident lediglich, daß Gesetze verfassungsmäßig zustande kämen … ja, wenn die Gesetzgebungsverfahren ordentlich eingehalten werden, dann kann alles beschlossen werden, wer will dann noch nach den Gesetzesinhalten fragen. Konkret ging es diesmal um das sogenannte Integrationspaket, das er mittlerweile unterschrieben hat, von dem er, van der Bellen, „glaube“, es sei „nicht verfassungswidrig“ … wie schön es sein muß, zu glauben, enthebt es der leidigen Arbeit der Prüfung, erspart Zeit für das Wichtige, Sudoku zu lösen … Und am Wirtshaustisch kann dann immer noch gemeinschaftlich geraunt werden, schicksalsergeben, es sei „kein gutes Gesetz“, aber die da oben, was kann schon gegen die da oben … hier unten käme aber kein Mensch auf die Idee, ein solches Gesetz …

Und, wird berichtet, für Alexander Van der Bellen sei die Hofburg „schon was Spezielles – Hofburg pur – das atmet Maria Theresia“ … nicht nur die Hofburg, wird an den frommen Antiziganismus der Habsburg Maria mit ihrem Sohne gedacht – das ganze Land atmet …

Es will jetzt gar nicht nachgesehen werden, ob er inzwischen gar auch schon Ehrenritter geworden sei …

Die Hofburg riecht aber auch nach Burschenschaft … Alexander van der Bellen ist schon lange unterwegs, Klassensprecher der Entcourage zu werden. Es gibt die Courage, es gibt die besondere Zivilcourage, und es gibt, wie es der Bundespräsident nun lehrt, auch die für das Amt aufgegebene Courage, die Entcourage, die zu seinen Ehren und aus höchstem Respekt vor ihm in seiner nunmehrigen Funktion auch Postzivilcourage oder kurz Postcourage … um keinen Personenkult zu bedienen, den er selbst wohl ebenfalls ablehnt, wurde davon abgegangen, es kurz und knapp Bellencourage zu nennen …

Kurz war gedacht, das Wort Amtscourage zu verwenden, aber das hieße ja, Courage im Amt …

Bleibt nur noch die Frage, wann und wo wird er, van der Bellen, seine Reifeprüfung im Fach Entcourage respektive Postcourage ablegen … im Haus der Heimat, dann eingeladen von der Zeit auf österreichische Traditionsart?

In der Hofburg aber soll es nicht sein, aber das können nur noch die Wähler und Wählerinnen, die auch von anderen mit dem Schönherrichten der FPÖ umgarnt werden, ihm ersparen, damit er nicht eines Tages im endgültigen Ruhestand jammern wird müssen, es sei ihm gar nichts erspart geblieben …

Glücklichen Zeiten entgegen

FPÖ - Glücklichen Wahlzeiten entgegen

Mit der FPÖ guten Wahlzeiten entgegen. Das kann ohne Übertreibung geschrieben werden. Es muß dabei auch nicht auf die Hoffnung gesetzt werden. Denn. Das hat auch die Wahl in dieser Woche in Großbritannien bestätigt. Wer mit der FPÖ verkehrt, wer von der FPÖ bewundert wird: verliert.

1,8 Prozent für UKIP, kein Sitz mehr im Parlament. Eine Partei der Verlierer und Verliererinnen – party of losers.

Marine Le Pen wurde nicht Präsidentin. Front national und sie: Verlierer und Verliererin – party of losers.

Kein berauschendes Wahlergebnis für Gert Wilders. Ein Verlierer – loser.

Und nun waren im Juni 2017 der Spitzenkandidat und die Spitzenkandidatin der AfD in Wien bei Hofer und Strache … wird an die Niederlande, an Frankreich, an Großbritannien gedacht, ein gutes Zeichen für die Wahl in Deutschland, und es wird nach der Wahl in Deutschland geschrieben werden können: party of losers.

Auf diese Art betrachtet, ist die FPÖ durchaus ein Glücksschwammerl, auch wenn nicht wenige bei dieser Partei an einen anderen Pilz in erster Linie denken mögen, ein Glücksschwammerl zwar nicht für die Parteien, mit denen die FPÖ verkehrt und die von der FPÖ bewundert werden, aber das Glück dieser Parteien ist wahrlich kein Anliegen und schon gar nicht eine Herzensangelegenheit …

Beinahe vergessen. Die FPÖ ist für ihre eigenen Kandidatinnen und Kandidaten auch ein Glücksschwammerl: Norbert Gottwald Hofer ist nicht Präsident geworden. Ein Verlierer. Und gemessen an seinen eigenen Ansprüchen ein absoluter Verlierer – loser.

Wenn es so weitergeht, dann wird nach dem 15. Oktober 2017 auch für Österreich eine Collage erstellt werden können: Sitzverteilung im Parlament: FPÖ, identitäre Partei: Null … und geschrieben werden können: Partie der Verlierer und Verliererinnen –party of losers.

Jedoch, bei Österreich bestätigt sich die Befürchtung zuerst. In Österreich wird nicht viel vom eigenen Glück gehalten. Das Lieblingsgericht in Österreich ist doch mehr der Pechpilz …