Es ist das Zugerichtetsein, es ist die Zurüstung, das Wesen, es ist das Verweste dieser Partei und der sie Anführenden, daß sie für einen Augenblick erglänzt und dann von neuem die Nacht,
Diese Frage stellt sich unweigerlich, an diesem Sonntag, dem 28. Jänner 2024, an dem wird berichtet,
[d]ie Bundespolizei hat den österreichischen Rechtsextremisten laut einem Bericht zur Fahndung ausgeschrieben. Zudem prüfe die Stadt Potsdam eine formale Einreisesperre.
Von daher ist Österreich bereits unerschütterliche Festung, im Abwehren seiner Wirklichkeit, recht besonders voll ausgebaut seit dem letzten Untergang von jenen, denen
Wann ein Mann alt ist, ist an seinen Lebensjahren festzumachen, aber auch, wie es an den Männern der Ley-Nachrufe wieder einmal feststellbar ist, so manchen von ihnen wird nach ihren Lebensjahren nicht nachgesagt werden können, sie seien alt, und sind es doch … Zur Unterscheidung, zur Abgrenzung ist es vielleicht angebracht, dafür eine klare Schreibweise zu wählen. Von alten Männern zu schreiben, wenn sie nach Lebensjahren tatsächlich alt sind, von Alten Männern zu schreiben, wenn sie unabhängig von ihrem Alter alt sind. Und da es unter den Alten Männern doch auch Frauen gibt, ist es, einfach wie kurz gesagt, angebracht, von Alten Menschen zu sprechen.
In dieser Versammlung der Nachrufe auf Michael Ley von Alten Menschen tummeln sich, wie nicht anders zu erwarten,
Michael Scharfmüller, dem Michael Ley sein tiefes Denken anvertraute, wie im Nachruf zu lesen ist:
[…] Elmar Forster vom Blog „Unser Mitteleuropa“ anrief und mir die traurige Botschaft übermittelte, dass Michael Ley nicht mehr unter uns ist. Eigentlich sollte ich – wie auch Stefan Ullrich, der Gründer von „deusvult.info“ – ein Kapitel zu seinem neuen Buch […] Zu viel Negatives musste er auch im Rahmen seiner Aufklärungsarbeit erleben. Bei einer Podiumsdiskussion zusammen mit dem damaligen österreichischen Vizekanzler Heinz-Christian Strache, dem Publizisten Henryk M. Broder und der Islamkritikerin Laila Mirzo am 13.2.2019 in Wien anlässlich seiner Buchveröffentlichung […] Die AfD schätzte sein Wissen und holte ihn immer wieder als Experten, beispielsweise zum Menschenrechtsausschuss des Bundestages am 6. Juni 2019, in dem er eindrucksvoll […] Zu der Präsentation seines Buches „Reconquista“ luden ihn die AfD-Bundestagsabgeordneten Petr Bystron und Volker Münz am 30.1.2020 in den Fraktionssaal der AfD im Berliner Bundestag ein. […] Zuletzt sah ich Michael bei der AfD-Veranstaltung „Das Staatsverständnis des Islam“ am 25.7.2021 in Unterschleißheim. Dort stellte er seine neueste Publikation „Der Islamische Totalitarismus“ vor, in der er auch wichtige Texte von Udo Ulfkotte, dem Salzburger Weihbischof Andreas Laun und der Publizistin Elisabeth Sabaditsch-Wolff veröffentlichte. Michael […]
Ein Buch haben Ley und ich zusammen verantwortet: Den Sammelband Nationalmasochismus, erschienen 2018, der außer unseren eigenen Beiträgen Texte von Caroline Sommerfeld, Siegfried Gerlich, Michael Klonovsky, Tilman Nagel, Andreas Unterberger und Michael Mannheimer […] Im Zentrum stand einer von Leys zentralen Gedanken: Daß der heutige “Nationalmasochismus” der Deutschen, also ihre lustvolle Selbstabschaffung und Selbsterniedrigung, eine Art psychopathologische Umkehrung der exzessiven nationalistischen Überhöhung vergangener Zeiten sei, eine These, die auf ähnliche Weise bereits Armin Mohler vertreten hatte. Nach diesem Muster deutete Ley in seinem Buch Hitlers Kinder (2018) auch die “Generation der Achtundsechziger”. […] Damit hatten wir eine solide gemeinsame Grundlage. Ich rechne Michael Ley hoch an, daß er als einer der ersten intellektuellen “Überläufer” aus dem Mainstream Kontakte zur Identitären Bewegung und ihrem Umfeld geknüpft hat, namentlich zu Martin Sellner und Alexander Markovics (der damals noch in diesem Rahmen aktiv war), und dies nie verleugnet oder sich “distanziert” hat, obwohl ihm diese “Nähe zu Rechtsextremen” natürlich immer wieder angekreidet wurde und zu seinem Verstoß aus den Salons des erlaubten Denkens beigetragen hat. […] Für Ley war Westeuropa bereits verloren. “Sieh dir doch Frankreich an”, sagte er einmal abwinkend zu mir. “Wie soll es denn möglich sein, diese Millionen wieder zurückzuschicken, wo sie herkommen? Das kann doch nur in einem riesigen Blutbad enden!” Wenn er noch irgendeine Hoffnung hatte, dann allenfalls, daß der weniger multikulturalisierte, mittlere und östliche Teil Europas (in etwa dem Raum der österreichisch-ungarischen Monarchie entsprechende) Kern einer “neuen europäischen Föderation” werden könnte, eine Art letztes Refugium oder letzte Bastion des alten Europa.
Jetzt, da Michael Ley gestorben ist, er nie mehr in einem Kapitel auftreten wird, stellt sich die Frage, ob nicht so viele, die mit ihm das Establishment der „Aufklärungsarbeit“ für ihre „Aufklärungsbewegung“ bildeten, die ebenfalls in so vielen, viel zu vielen Kapiteln auftraten, mit ihm verabschiedet werden, und mögen sie an Lebensjahren so alt werden wie Hiob, der, wie es im Buch der Märchen heißt, nach 140 Jahren satt an Lebensjahren starb, sie nie mehr in einem Kapitel auftreten zu lassen, etwa
Udo Ulfkotte, dessen Tod mit 57 Jahren in 2017 eine gesinnungsgemäß zensurierte Website nicht wahrhaben wollte und vielleicht weiter wartet, auf ein neues Buch von ihm,
Auch Medien haben es der FPÖ oft zu leicht gemacht. So wurden etwa Begriffe, die die Freiheitlichen zuvor von Extremisten wie den Identitären übernommen hatten, auch in vielen Zeitungen unkommentiert verbreitet. Etwa der „große Bevölkerungsaustausch“, „Asyltourismus“ oder zuletzt der völlig neu konnotierte Begriff der „Remigration“.
Vielleicht hat beispielsweise ein Martin Sellner in dieser Zeit sein Studium absolviert, als Lehrbücher reichten ihm dafür wohl die Plakate der Partei, deren „Begriffe“ so viele übernehmen, ein Studium, das ausreichte, um in der Hofburg zu tanzen.
„elitären Reich“, das noch nicht errichtet ist, aber der Traum, oh Traum …
Davon abgesehen, gingen viele Medien auch selten auf die seit Jahren bekannten FPÖ-Verbindungen zur rechtsradikalen Szene ein. Statt sich demokratiepolitisch oder menschenrechtlich problematische Inhalte im blauen Parteiprogramm anzusehen, bauten viele Medien mit am Image Heinz-Christian Straches und schließlich Herbert Kickls.
Und nun, am 16. Jänner 2024, die Bestätigung des Freispruchs. Ein Freispruch als Geburtstagsgeschenk, das Alexander Van der Bellen dieser Gesinnungsschaft machte, durch seine Ermächtigung zur Strafverfolgung, der ihnen Tröten zum Triumphgeblase.
Die Recherche zur Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft brachte den Namen hervor, den Namen von Michael Ley, der einmal „Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts für Politik, Religion und Anthropologie der Ludwig Boltzmann Gesellschaft in Innsbruck“ war, bis zur Auflösung des Instituts im Jahr 2005.
Was aus ihm, Michael Ley, seit damals wurde, was für einen Weg er einschlug, auf seinem Gang zum alten Mann, nun, da er tot ist, er, Ley, sein Leben selbst beendete, er, Ley, sich für den Selbstmord entschied, kann es anhand seines Beispieles gesagt werden, Männer, die alt werden, gehen Wege, von denen sie selbst in ihren jungen Jahren je nicht gedacht hätten, sie würden diesen Weg einmal nehmen, die es verneint hätten, hätte ihnen je wer gesagt, sie würden auf solchen Abwegen enden, vor dieser Vorstellung, auf derartigen Abwegen zu landen, hätte es sie, in ihren jungen Jahren, gegraust.
Am 23. Oktober 2023 hat Michael Ley sich dafür entschieden, sein Leben zu beenden, mit 68 …
Und wenn eine Figur stirbt, die in vielen, zu vielen Kapiteln aufgetreten ist, darf innegehalten werden, dürfen ihre Stationen, von denen erzählt wurde, in Erinnerung gerufen werden, vor allem wegen der Figuren, die ihn zu diesen Stationen begleiteten, die es ihm ermöglichten, auf diesen Stationen sich zu verbreiten.
alte Männer haben nicht aufgehört, recht gut von ihm zu sprechen, nach seinem Tod, wie es sich und auch gesinnungsgemäß gehört, und was über ihn, den toten Michael Ley, geschrieben wurde, soll nicht verschwiegen werden, soll in einem noch zu schreibenden Kapitel erzählt werden, vor allem von dem Weg, wohin dieser führt, nun ohne Michael Ley …
Das Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung hat in Kooperation mit dem Institut für Geschichte der Universität Graz konkrete Themenfelder und Forschungslücken zur Geschichte der Südweststeiermark im NS-Regime erhoben und präsentiert nun erste Ergebnisse dieser Arbeit. Mit dem Entschluss der Region Südweststeiermark, das Erinnern bzw. Gedenken an die eigene Geschichte während der NS-Zeit mehr in den Fokus zu nehmen, wird ein wichtiger und gleichzeitig herausfordernder Schritt gesetzt. Während sich die öffentliche Gedenkkultur zur NS-Zeit in Österreich stark auf das KZ-System Mauthausen sowie die Ballungszentren mit ehemals großen jüdischen Gemeinden konzentriert, kommt es viel seltener zu einer entsprechenden Auseinandersetzung auf lokaler oder regionaler Ebene in ländlich geprägten Raum. Als Ergebnis der Pilotstudie wird nun erstmals eine Themenkarte mit 19 ausgewählten Erinnerungsorten zu NS-Geschichte der Südweststeiermark der Öffentlichkeit präsentiert. Die Karte umfasst zum Beispiel das KZ-Subkommando Schloss Lannach, das KZ-Außenlager Aflenz, den Kloepferbrunnen in Eibiswald […]
Während also das Ludwig-Boltzmann-Institut mit seiner Presseaussendung am 16. Jänner 2024 seinen mit „April 2023“ datierten Abschlussbericht vorlegt, ist Hans Kloepfer auf den Grazer Schloßberg zurückgekehrt, also die Büste von ihm, mit einer Zusatztafel, die in Zusammenarbeit …
Die Leiterin des LBI für Kriegsfolgenforschung, Univ.-Prof.in Dr.in Barbara Stelzl-Marx, unterstreicht die Bedeutung dieses Projekts: „Diese Themenkarte ist ein wichtiger Wegweiser durch die NS-Vergangenheit in der Südweststeiermark, die als Region von Widerstand und Verfolgung, aber auch von Kollaboration und Anpassung geprägt war. Sie dient zur Orientierung und Verortung von NS-Erinnerungsorten, die vielfach auf den ersten Blick unsichtbar sind.“ NR Bürgermeister Joachim Schnabel, Vorsitzender der Region Südweststeiermark, betont: „Neben einem umfangreichen Überblick über den Forschungsstand wurden weitere mögliche Vermittlungsmaßnahmen ausgearbeitet. So sind beispielsweise Vorträge und Diskussionsabende in der Region geplant, Projekte mit Schulen oder eine Medienkooperation zum Thema.“ Die stellvertretende Vorsitzende der Region, Labg. Mag. Bernadette Kerschler verweist darauf, dass „die professionelle Aufarbeitung der NS-Zeit ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt für unsere Region ist. Nur wer sich mit der Vergangenheit auseinandersetzt, kann Verantwortung für die Zukunft tragen
„Nur wer sich mit der Vergangenheit auseinandersetzt, kann Verantwortung“ in die Zukunft verschieben, Gegenwart ohne Verantwortung genießen.
Das Ludwig-Boltzmann-Institut schließt eine „Lücke“, indem es auf seine „Faltkarte“ schreibt:
Der Arzt und Schriftsteller Dr. Hans Kloepfer war seit 1. Mai 1938 Mitglied der NSDAP mit der Nummer 6.109.231. Für die „Volksabstimmung“ am 10. April 1938 verfasste er propagandistische, auf die Landbevölkerung abzielende Wahlaufrufe. Bei seinem Begräbnis 1944 ließen Adolf Hitler und Joseph Goebbels auf seinem Grab Kränze niederlegen.
Hans Kloepfer ist, wird am 23. September 2023 von einer Tageszeitung berichtet, zurück am Grazer Schloßberg, seine Büste, um genau zu sein, und für eine parlamentarische Partei war und bleibt er nie weg, leidet mit ihm, wenn sie lesen muß,
Kloepfer wird in seiner Heimatregion nach wie vor als Menschenfreund und Mundartdichter verehrt, von vielen aber aufgrund seiner deutschnationalen Einstellung und Sympathie für das Nazi-Regime verachtet.
Ist in dieser Tageszeitung am 23. September 2023 ebenfalls zu lesen, es dauere dieser parlamentarischen Partei entschieden zu lange, das kann verstanden werden,
Judith Goetz schreibt in der Ausgabe 13./14. Jänner 2024 der Tageszeitung „Der Standard“:
Ein rechtsextremer Plan in Deutschland zur Vertreibung von Menschen rückt den Begriff der „Remigration“ wieder ins Zentrum der Debatte. Seinen Ursprung hatte er in der NS-Exilforschung. Das ist eine typische Praktik der Identitären Bewegung.
Womit Judith Goetz der „Identitären Bewegung“ doch so etwas wie ein Können zugesteht, wenn sie schreibt:
Kaum bekannt ist jedoch, dass der Begriff ursprünglich aus der NS-Exilforschung stammt und erst von den Identitären erfolgreich umgedeutet wurde.
Sie verweist zwar darf,
[v]on den Identitären durch seine stetige Wiederholung popularisiert, ist der Begriff inzwischen in der politischen Debatte angekommen und wird von zahlreichen Politikerinnen und Politikern der extremen Rechten, so beispielsweise auch von den FPÖ-Politikern Herbert Kickl oder Christian Hafenecker, verwendet.
Wo wir das letzte Jahr aufgehört haben, nämlich mit dem Themenschwerpunkt Remigration. Und den Themenschwerpunkt werden wir vollgas weiterführen.
„Ein rechtsextremer Plan in Deutschland“, schreibt Judith Goetz, nun, wenn es denn „Plan“ genannt sein soll, dann muß es doch zumindest heißen: „ein rechtsextremer Plan“ in Österreich, „ein rechtsextremer Plan“ aus Österreich für Deutschland, „ein rechtsextremer Plan“ wieder aus Österreich“ … Es gefällt, daß es „Plan“ genannt wird, weil es doch heißt: „Ja, mach nur einen Plan! Sei nur ein großes Licht! Und mach dann noch ’nen zweiten Plan Gehn tun sie beide nicht.“
Es könnte dieser „Plan inzwischen, da „Remigration Geburtenoffensive“ doch sperrig klingt, nach einem Vers des kleinen Gebirgsschmiedejägers „Kinder statt Inder“ …
Was der identitäre außerparlamentarische Gefolgsmann in Potsdam von sich gegeben hat, davon kann Judith Goetz nichts berichten, das ist verstehbar, war es doch ein „geheimes Treffen in Potsdam“, es wird wohl ein langer Vortrag gewesen sein, für das Einsammeln von Spenden ist doch mal auch so etwas wie zu arbeiten … Eine Kurz-Fassung davon, was unter dem „Plan Remigration“ zu verstehen sei, war am 10. Jänner 2024 in der Nachrichtensendung um 22 Uhr zu hören des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Österreichs, in die Sendung geladen war der kleine Gebirgsjäger, der über „maßgeschneiderte Gesetze“, nein, das sagte der identitäre außerparlamentarische Gefolgsmann, dem zum gesinnungsgemäßen Dank eine Hofburgballnacht … der
Friedhöfe werden von nicht wenigen Menschen besucht, nicht wegen der Toten, sondern weil sie eine Vorliebe für Grabinschriften haben; sie schlendern durch die Reihen, stets auf der Suche nach originellen, nach lustigen, nach makaberen Sprüchen, verweilen ab und an bei so mancher Inschrift lange, die ihnen besonders erscheint. Auf die Namen auf den Grabsteinen achten sie dabei wenig, vielleicht noch auf das Geburts- und Sterbedatum, um auszurechnen, wie alt so ein Mensch geworden ist, dem seine sogenannten Hinterbliebenen einen gar seltenen Spruch auf den Grabstein schreiben ließen …
Dabei sind auch die Namen der Toten es wert, beachtet zu werden, weil sie mehr erzählen, als nur, daß ein Mensch mit diesem Namen hier begraben liegt, es sind allenthalben Namen, die unabhängig von den Begrabenen und über die Begrabenen hinaus auf die Geschichte verweisen, Namen die an Geschichte eines Landes erinnern, mit der die Begrabenen gleichen Namens nichts …
Auf dem Friedhof Annabichl in Klagenfurt gibt es ein Grab, das in diesem Sinn ein besonderes Grab ist. Denn. Es lädt nicht nur mit seiner Inschrift
„Zlupetzky“ ist auch so ein Name auf diesem Grabstein —
Zlupetzky, zu diesem Namen fällt sofort ein:
Anton Zlupetzky (* 19. Jänner 1899 in Wien; † 2. September 1987 in Linz)[1][2] war ein österreichischer Unternehmer und Nationalsozialist, dessen Firma im nationalsozialistischen Deutschen Reich ab 1942 das Gas Zyklon B in das KZ Gusen, das Zwillingslager des KZ Mauthausen, lieferte. Für die Beteiligung am Mord von mehr als 150 Menschen im KZ Gusen wurde er 1947 während der Dachauer Prozesse zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Am 21. Dezember 1949, sieben Monate vor Ablauf der angesetzten Strafe, wurde Slupetzky aus der Haft entlassen.[3] Nach seiner Entlassung wurden gegen Slupetzky weitere Strafverfahren geführt. Das Volksgericht Linz und später das Landesgericht Linz beantragten 1950 die Fortsetzung der Erhebungen bezüglich der schon in Dachau verfolgten Tatbestände, da die genauen Umstände seiner Beteiligung (u. a. Vorsatz) beim Prozess in Dachau ungeklärt blieben. Weiters umfassten die gerichtlichen Untersuchungen die Misshandlung von Zwangsarbeitern in der Entlausungsanlage Linz. Beide Verfahren wurden jedoch eingestellt. Der älteste Sohn von Anton Slupetzky, der ehemalige Linzer HJ-Führer Komm.-Rat Erich Slupetzky war von 1978 bis 1983 Bundesobmann des ÖTB und FPÖ-Politiker.
Und dann gibt es auf diesem Grabstein noch einen Namen, einen Namen von solch einer Seltenheit, Besonderheit — „Marbod“, der dazu verleitet, herausfinden zu wollen, was und wer war der Begrabene mit dem Namen „Marbod Bayer“. Kein Hinweis, und das steigert das Interesse noch, auch auf eine verwandschaftliche Zugehörigkeit zu Rainer, zu Zlupetzky … Ein Name, der die Grenzen des Internets aufzeigt. Denn. Zu diesem Namen sind nur fünf Einträge zu finden, und die verweisen alle fünf auf die Website „Ancestry“, und auf dieser ist nur zu lesen:
Marbod Bayer – Sterbedatum 1994 – Friedhof Annabichl Zentralfriedhof – Ort der Bestattung oder Kremation Annabichl, Klagenfurt am Wörthersee Stadt (Klagenfurt), Carinthia (Kärnten) (Kärnten), Austria (Österreich) Hat Biografie? N
„Hat Biografie? N“ … Das „N“ für „No“, für „Nein“? Was muß das für ein Leben gewesen sein, so ganz ohne Biographie? Ein Wünschenswertes, gestorben zu sein, ohne geboren worden zu sein; jedenfalls hat das Internet über dieses Leben nichts zu berichten, außer Sterbedatum und Bestattungsort … Und wer nur nach dem Namen „Marbod“ allein sucht, landet beim „König der Markomannen in Böhmen, gelangte zur Herrschaft um 10 vor Chr., wurde gestürzt 19 nach Chr., starb in Ravenna 41 nach Chr. Neben Armin ist M. die hervorragendste Gestalt unter den Germanen jener entscheidenden Tage“ … und landet bei der Gedenkstätte „Walhalla“ in Regensburg, in der auch Marbod mit einer Gedenktafel geehrt …
Die Walhalla ist Eigentum des Freistaats Bayern. Jeder Deutsche und jede deutsche Interessengruppe kann eine zu ehrende Persönlichkeit aus der germanischen Sprachfamilie frühestens 20 Jahre nach deren Tod vorschlagen und trägt dann gegebenenfalls die Kosten für die Anfertigung und Aufstellung der Büste. Über die Neuaufnahmen entscheidet der Bayerische Ministerrat.
Beim Lesen der Namen der Wallhalla-Geehrten der Gedanke, ob die alle, würden sie noch leben, damit einverstanden wären, an einen Platz vereint gestellt zu sein, ob sie zugestimmt hätten, etwa ein Richard Strauss neben einer Sophie Scholl …
Was der biographielose Marbod Bayer sprach, wenn er sprechen konnte? Was Heinrich von Kleist Marbod sprechen ließ, in der „Hermannsschlacht“, nun, das ruft Marbod auch in Erinnerung:
Heil, ruf ich, Hermann, dir, dem Retter von Germanien! Und wenn es meine Stimme hört: Heil seinem würdgen Oberherrn und König! Das Vaterland muß einen Herrscher haben, Und weil die Krone sonst, zur Zeit der grauen Väter, Bei deinem Stamme rühmlich war: Auf deine Scheitel falle sie zurück!
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