Aussichtslosigkeit

Am 28. August 19 … also vor rund einer Woche ist zu lesen, die von Jörg Haider Alleingelassenen stellen sich als „Allianz der Patrioten“ der Nationalratswahl am 29. September …

Am 3. September 19 … also nicht einmal eine Woche später ist zu lesen von Ausschlüssen – Kandidatur „aussichtslos“ …

„Patrioten“ eben, wie es sie in vielen Ländern gibt.

Und die von Jörg Haider, der selbst ein „wahrer Patriot“ war, Alleingelassenen sind bloß ihrer Beispielhaftigkeit für Patriotinnen zu erwähnen, sie machen beispielhaft deutlich, was es tatsächlich heißt, patriotische Parteien zu wählen. Ein jeder Mensch, der wahlberechtigt ist, sollte die Ehrlichkeit aufbringen, statt eine patriotische Partei anzukreuzen, auf den Stimmzettel zu schreiben:

„Ich wähle die Aussichtslosigkeit!“

Sie verschwenden damit Ihren Stimmzettel nur genau in dem Maße, in dem Sie eine patriotische Partei wählen.

Den Bericht über die Bekanntgabe der Kandidatur vor einer madigen Woche ziert ein Bild, auf dem die „Patrioten“ zu sehen sind, die auf einem Anhänger mit dem Transparent „Wir laufen für Österreich“ sitzen. Gibt es noch ein deutlicheres Bild für alle Patriotinnen? Patrioten behaupten, sie laufen, aber in Wahrheit können Patrioten nur sitzen.

NS Beinahe könnte für Patriotinnen Mitgefühl aufgebracht werden, ob ihrer Blindheit. Und sie müssen blind sein, auch die von der „Allianz der Patrioten“. Wie anders ist es zu erklären, daß sie einen Mann, auch einen Patrioten, als ihren „Spitzenkandidaten“ gewinnen wollten, der bereits für Patriotinnen von patriotischen Parteien wirbt, deren Bündnis die „Allianz von Patrioten“ nicht angehört.

Wer reiste noch nach

Wer reiste noch nach Deutschland oder nach Österreich, wenn das Erste, das bei der Ankunft in Wien oder in Berlin zu sehen zu bekommen ist, ein Staatsporträt von Adolf Hitler wäre.

Wohl niemand, bis auf seine bis zum heutigen Tage Anhänglichen, gesinnungsgemäß.

Wer aber will, ob aus Österreich oder aus Deutschland, nicht nach China reisen. China unbedingt einmal besuchen, es sehen, sein und ihr Geld in China ausgeben; Tourist und Touristin einer Diktatur sein. Freilich, niemand sagt, er oder sie reist in eine Diktatur, alle sagen, sie fahren nach China. In was für ein China aber? Es ist das China, das am 1. Oktober 1949, also vor siebzig Jahren, von dem Kommunisten Mao Zedong zur Volksrepublik China ausgerufen wurde.

Seit 1945, also seit vierundsiebzig Jahren, will in Österreich oder in Deutschland, kein Mensch ein Bild von Adolf Hitler weder je besessen noch je besitzen wollen. Bis auf seine bis zum heutigen Tage Anhänglichen, gesinnungsgemäß.

Am „Tor des Himmlischen Friedens“ proklamiert der kommunistische Führer vor siebzig Jahren die Volksrepublik China, vor dreißig Jahren schlagen die ihm Nachfolgenden zu, auch auf diesem Platz, vor dreißig Jahren schlägt die kommunistische Partei wieder nieder, auch auf diesem Platz, und diesen Platz beherrscht nach wie vor ein Bildnis als Staatsporträt von …

Wer reiste heute noch nach China, in dieses China, prangte über dem Tor des Himmlischen Friedens ein Staatsportrait von Adolf Hitler? In dieses China, in dem die kommunistische Partie regiert, statt verboten zu sein, wie ihr „zweiiger Zwilling“ … Wohl niemand, bis auf die ihr bis zum heutigen Tage Anhänglichen, gesinnungsgemäß.

„Und außerdem besteht zwischen dem Halbsozialismus der deutschen Faschisten und dem Halbfaschismus der russischen Kommunisten derselbe dumpfe Sippenhass wie zwischen dem Imperialismus der Romanows und dem der Hohenzollern und der Habsburger. Auf beiden Seiten: die gleiche, stark nationale Basis und vor allem dieselbe Tendenz zur Evangelisierung der Welt. Was zum Kampf führt.“

Geschrieben von Drieu la Rochelle im Jänner 1934, zitiert von Robert Calasso, der unmittelbar daran feststellt:

„Stimmt alles, nur dass die beiden kaiserlichen Dynastien weniger Leichen produzierten als der ‚Halbsozialismus‘ der Nazis und der sowjetische ‚Halbfaschismus‘.“

Daß die „beiden kaiserlichen Dynastien weniger Leichen produzierten“, diese Aussage von Calasso, der ihnen wohl schmeicheln möchte, ist mit großer Skepsis zu lesen. Denn. Im Gegensatz zum Nationalsozialismus mit seinen zwölf Jahren Regentschaft und zum Kommunismus mit seinen paar Jahrzehnten Regentschaft umfaßt ihr absoluter Machtzeitraum Jahrhunderte. Hat Callaso denn alle ihre „Leichen“ aus allen Jahrhunderten ihres totalitären Herrschens vollständig gezählt und zu einer Gesamtsumme …

Allein ihren Untergang krönten die Romanows, die Hohenzoller und die Habsburger noch mit einer Blutorgie: mit dem Krieg von 1914 bis 1918. Abermillionen von Ermordeten auf ihre aus ihren warmen Prunkbetten verschickten Befehle hin allein in vier Jahren.

Dennoch soll dieser Beschreibung der Ideologien Faschismus und Kommunismus – jedoch nicht der Zählung und vor allem nicht der abzulehnenden Aufrechnung von „Leichen“ – gefolgt und also für einen Moment unhinterfragt gelassen und hinzugesetzt werden: Das „Halbe“ trifft aber nur auf die Gesinnung Faschismus, Kommunismus zu. Wobei weder deutsch-österreichischer Faschismus noch sowjetischer Kommunismus noch chinesischer Kommunismus sich mit „Halbem“ allerdings begnügen, ist beim Morden. Halbmassenmorde entspricht nicht ihren Gesinnungen.

„Patrioten“

Um das Kapitel endlich zu beenden, seinen Schluß kurz zu machen, bleibt bloß ein Jahr noch zu nennen.

1835

1835 veröffentlicht Nikolai Gogol seine „Petersburger Novellen“. In den Aufzeichnungen der Patriotinnen

„Wozu überhaupt wählen.“

Andrea Maiwald: „In den Umfragen hat sich zuletzt trotz Ibiza nicht sehr viel bewegt. Vor allem Platz eins steht längst fest. Das hören wir praktisch seit Wochen. Da könnte man sich doch fragen: Wozu überhaupt wählen.“

Günter Ogris: Na ja. Die Leute wählen natürlich, weil sie eine gewisse Richtung in der Politik […]“

Was für eine Frage … „Wozu überhaupt wählen.“

Wenn mit dieser Frage, die freundlichste Annahme, gemeint ist, diese Frage könnten sich Wählerinnen und Wähler stellen, die Interviewerin dabei also in die Rolle einer Wählerin geschlüpft ist. Nun ja. Wenn sich diese Frage alle Wahlberechtigten – und nicht nur die, darf doch angenommen werden (bei diesem sehr hohen Prozentsatz an nicht wahlberechtigten Menschen in Österreich kann das nicht so einfach als eine Selbstverständlichkeit angenommen werden), in Österreich wahlberechtigte Interviewerin – stellen und sich dann alle dafür entscheiden, nicht zu wählen, dann gibt es auch keinen feststehenden „Platz eins“ mehr.

Die schwammige Formulierung der Interviewerin gibt aber durchaus die Annahme für eine weitere Variante her, was sie damit meint: „Wozu überhaupt wählen.“ Es gibt ohnehin die Meinungsumfragen. Wozu dann überhaupt noch eine Wahl durchführen. Nach den Meinungsumfragen ist es ja ohnehin längst entschieden, wer auf „Platz eins fest steht“.

Was für ein Gedanke. Wahlen durch Meinungsumfragen zu ersetzen.

Was für ein Gedanke. Wenn „Platz eins“ ohnehin feststehe – wozu überhaupt Wahlen? In Wahlen geht es doch nur um den Platz eins, nur darum, wer führt, nur deshalb gibt es Wahlen. Nur der „Platz eins“ muß in Wahlen festgestellt werden, alles hinter „Platz eins“ ist ohne Belang. Und wenn der Platz eins, nach den Meinungsumfragen, fest… dann bleibt nur eines noch, sich fügen, auf das Wählen zu verzichten. In das Schicksal sich fügen. Gottergeben, genauer, der Göttin der Gegenwart: der Meinungsumfrage sich ergeben? Ist das ein typischer österreichischer Zugang, den die Interviewerin stellvertretend für den österreichischen Menschen damit zum Ausdruck bringt?

Oder, noch eine Variante, ist das eine Wahlhilfe der Interviewerin für den Mann trotz Ibiza mit seiner Partei, dem die Meinungsumfragen den „Platz eins“ zuschreiben?

Abseits der Möglichkeiten, was die Interviewerin mit ihrem „Wozu-überhaupt-Wählen“ meint, kann auch schlicht auf eine Deutung verzichtet und kurz gesagt werden, es scheint mehr und mehr die Qualität der Antworten der zum Interview eingeladenen Personen auf die Qualität der Fragen der Interviewenden abzufärben, vor allem dann, wenn zu viele dieser Personen derartiger Antwortqualität …

Gerade in Österreich gibt es darüber hinaus noch weitere Einflüsse, denen sich auch Journalisten und Journalistinnen dieses Radiosenders scheinbar nicht mehr ganz entziehen können. In diesem Jahr erschreckte am Morgen ein einziges Wort, gehört von einer Journalistin dieses Senders: „Richtig?“. Von ihr in einem Interview unmittelbar an eine von ihr gemachten Feststellung angehängt. Diese Interviewführung mit dem an seine Zusammenfassungen unmittelbar angehängten „Richtig?“ ist sonst nur von einem Mann mit Medienbesitz in Österreich bekannt, wird nur von diesem exzessiv … wenn dieser Mann – das war der Schrecken am Morgen beim Hören von „Richtig?“, dieser Mann lehrt bereits Journalismus – zur führenden Schule des Journalismus wird, dann kann tatsächlich gefragt werden, wozu überhaupt aufdrehen, aufschlagen – in Österreich …

Frau Paula in der Josefstadt

Helmut Qualtinger lehnte es ab, die „Frau Paula“ zu geben. Wenn Männer sonst schon alles spielen, so sollte doch eine Frau wenigstens von einer Frau gespielt werden. Und. Als Idealbesetzung der „Frau Paula“ stellte er sich Christiane Hörbiger vor – gespielt in der Josefstadt.

Weltweite Verbreitung – Der größte Teil der Bevölkerung bekennt sich schon zum Glauben Mohammeds

Im vorherigen Kapitel wurde bereits ein Auszug des Berichts des untadeligen Mediums veröffentlicht. Es könnte durchaus von Interesse sein, in welchem Zusammenhang es gebracht wird, daß der größte Teil der Bevölkerung sich schon zum Glauben Mohammeds bekennt, und vor allem, wer es sich zur heiligen Aufgabe machte, den mohammedanischen Glauben weltweit zu verbreiten.

„Auch alle diese hohen Herrn, die Väter, die sich wie Aale winden und zum Hofe streben, welche sagen, sie seien Patrioten, und dies und jenes; diese Patrioten wollen nur staatliche Ländereien in Pacht bekommen! Sie sind imstande, Vater und Mutter und selbst Gott zu verkaufen, diese ehrgeizigen Christus-Verkäufer! Es ist nichts als Ehrgeiz, und der Ehrgeiz kommt daher,
weil sich unter der Zunge ein kleines Bläschen befindet und in diesem Bläschen ein kleines Würmchen, so groß wie ein Stecknadelkopf, sitzt, und dieses alles macht ein gewisser Barbier, der in der Gorochowaja wohnt. Ich kann mich auf seinen Namen
nicht besinnen; es ist aber als sicher bekannt, daß er in Gemeinschaft mit einer Hebamme den mohammedanischen Glauben über die ganze Welt verbreiten will; man sagt ja, daß sich in Frankreich schon der größte Teil der Bevölkerung zum
Glauben Mohammeds bekennt.

Der größte Teil der Bevölkerung in Frankreich bekennt sich schon zum Glauben Mohammeds

Sankt Petersburg. Aufzeichnungen: Es ist aber als sicher bekannt, daß er den mohammedanischen Glauben über die ganze Welt verbreiten will; man sagt ja, daß sich in Frankreich schon der größte Teil der Bevölkerung zum Glauben Mohammeds bekennt.

Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dann ist es die eben veröffentlichte Mitteilung dieses Mediums, das niemals noch der Verbreitung von „Fake News“ überführt wurde. Ganz im Gegenteil. Alle erstellten Expertisen bescheinigen diesem Medium einhellig, der weltweit einzig verbliebene mediale Wächter der Wahrheit zu sein.

Generell in Europa, insbesondere aber in Frankreich, in Deutschland, in Österreich, in Italien sind nun die patriotischen Parteien, die vor der Weltübernahme durch den Glauben Mohammeds eisern warnten und unverrückbar weiter warnen, in einem völlig neuen Licht zu sehen. Fehlte bisher Parteien – wie AfD, FPÖ, Lega, Rassemblement National – der letzte entscheidende Beweis, wie weit die Verbreitung des mohammedanischen Glaubens in der Welt, besonders in Deutschland, in Österreich, in Italien, in Frankreich bereits gediehen ist, hat ihnen nun die einzig verbliebene „Bastion der Wahrheit“, wie dieses Medium international zurecht einmütig bezeichnet wird, den letzten und entscheidenden Beweis in ihre vertrauensvollen Hände gelegt.

Auf der Scholle ihres „Patriotismus“ alle Grenzen von ihnen gesinnungsgemäß überschritten

„Sie zitierte eine Spiegel-Meldung, der zufolge der Brandenburger AfD-Spitzenkandidat, Andreas Kalbitz, 2007 an einem Neonazi-Aufmarsch in Athen teilgenommen hat, und schrieb dazu: ‚Nur für den Fall, dass irgendwer irgendwann wieder von nichts gewusst haben will.‘ Laut Spiegel wohnte Kalbitz mit 13 anderen Rechtsextremen, darunter der damalige NPD-Chef Udo Voigt, im selben Hotel. Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf ein Dokument aus der deutschen Botschaft in Athen. Daraus geht hervor, dass von der Gruppe auf dem Hotelbalkon eine Hakenkreuzfahne gehisst wurde.“

Sie werden fragen, was hat das mit Österreich zu tun? Es hat viel mit Österreich zu tun, mit diesem Paradeland des Je-nichts-gewußt-Haben“ —

Um mit Andreas Kalbitz zu beginnen. Mit diesem Mann nur beispielhaft zwei Männer, die in Österreich für ihre Auftritte mit ihrem Gedankengut nicht auf feuchte Keller angewiesen sind, die nicht Unterstandslose zu sich etwa in die unterirdischen Kanäle von Wien eingeladen werden.

Der eine ist Götz Kubitschek.

Der zweite ist Philip Stein.

„Bei einem Vortrag im neurechten Institut für Staatspolitik von Götz Kubitschek propagierte Kalbitz laut Stern ‚eine Art nationalen Sozialismus‘.[14] Bei einer Rede auf einer AfD-Demonstration im Mai 2018 bedankte sich Kalbitz unter anderem bei der rassistischen Gruppierung Pegida und der neurechten Vereinigung Ein Prozent für unser Land von Götz Kubitschek und Philip Stein[33] und beklagte, dass die AfD ausgegrenzt und geächtet werde, obwohl sie „die letzte evolutionäre Chance für unser Land“ sei.[34]

Das „Institut für Staatspolitik“ mag in Österreich kaum bekannt sein, dafür aber recht bei jenen, die vor kurzem in Österreich ihre Regierungsstühle selber räumen mußten.

Hat die „wahre Pegida“, die, so ein für kurz gewesenes österreichisches Regierungsmitglied, in Österreich beheimatet ist, den Dank von Andreas Kalbitz an die „Pegida“ auch als Dank an sie empfunden?

Und sollten Sie selbst darüber hinaus sich über Andreas Kalbitz informieren, werden Sie nach kurzer Zeit bereits auf den „Witiko-Bund“ stoßen. Und mit diesem Bund auf eine weitere Organisation, und sogleich wieder befinden Sie sich in Österreich, aus dem beispielsweise ein Mann Mitglied dieser Gesellschaft war, dessen Familie in Österreich ein paar Jahrhunderte regierte …

Aber nicht nur Kubitschek und Stein fallen aus dem Umfeld von Kalbitz ein, die in Österreich …

Gauland …

Höcke

Weidel …

Meuthen …

Auch Plakate wollen halt ihre Treue zum Bündnis dieser Parteien bezeugen, es sich als ihre Ehre anrechnen lassen …

Bei dermaßen viel Austausch wollen auch Plakate einander ähnlich sein. Wie zurückhaltend beinahe die Partei in Deutschland: „Der Osten steht auf!“ Wie fordernd, befehlend die Partei in Österreich: „Steh auf –“

Gemeinsam stehen diese Parteien auf der Scholle, die sie Patriotismus rufen …

Und auf dieser Scholle, die ihnen grenzenlos ist, wandern sie gesinnungsgemäß von Norden nach Süden, und auch von Süden und Osten nach dem Norden, laden einander ein

… halten füreinander Vorträge …

…. unterstützen einander …

lernen voneinander, wobei die Lernende mehr die Partei aus dem Norden, die Lehrende die Partei aus dem Land, das zum Teil im Süden, zum Teil im Osten …

„Neonazi-Aufmarsch“. Athen. Griechenland. Wem kann, Hand aufs Herz, da nicht gleich Österreich einfallen, im besonderen ein Magazin, mit diesem aber nicht der Umvolkungsvater, sondern der parlamentarische Bildungssprechersohn, ganz konkret die Verteidigung einer „Neonazi-Partei“ mit dem lyrischen Namen „Morgenröte“, wie in diesem Kapitel gelesen werden kann.

Das nur kurz nebenher. Wenn Sie das Kapitel über die Morgenröte lesen, werden Sie von diesen quer über den Kontinent verteilten Parteien und Gruppierungen eine Gemeinsamkeit feststellen, die diese abseits vom Politischen teilen: ihr recht beeindruckendes Ehrlichkeitsregister —

Es wurde gedacht, dieses Kapitel wird schneller geschrieben sein, nur kurz etwas zu Andreas Kalbitz und dann etwas noch zum erwähnten zweiten Mann, also zu Udo Voigt.

Und Udo Voigt muß ein ganz, ganz recht schlimmer Mann sein, wird doch dieser mit seiner Partei von der gesinnungsgemäß zensurierten Website herangezogen, um der SPÖ und Franz Schnabl, wie hier gelesen werden kann, einen Vorwurf …

Jetzt aber wirklich, kurz nur noch.

Andreas Kalbitz ist ein Vertreter aus jener Partei, auf die im Jahr 18 zu stoßen ein junger Mann „sich sichtlich freute“. Zu dieser Zeit war für den jungen Mann die Welt nicht nur um sieben Uhr in Ordnung, sondern den ganzen Tag; er war Kanzler. Nein. Für den jungen Mann ist die Welt nach wie vor in Ordnung, auch in der Nacht, für sich ist er Kanzler …

Klimakrise Wolfgang Sobotka

„Nationalratspräsident Sobotka trifft“, wird berichtet, Fridays-For-Future Aktivisten zum Gespräch und redet – natürlich – über die Klimakrise.“

Es ist Wahlkampf. Und dem ist es geschuldet, daß er mit den jungen Menschen redet, statt ihnen die so einfache wie kurze Botschaft seines Herrn zu verkünden: „Wir hatten die Klimakrise!“

*

Ach, wie edel von des Herrn „Präsidenten“ den jungen Menschen nicht die philosophische Kritik an der prominentesten Vertreterin der jungen Menschen für Klimaschutz vorzuhalten – jedenfalls berichtet sein Kurier davon nicht –, stattdessen sie großväterlich zu beruhigen.

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„Wir werden nicht aussterben.“ Das sagt Wolfgang Sobotka den jungen Menschen. Damit spricht Sobotka wahr. Denn. Die Menschen werden nicht aussterben, die Menschen werden sich ausmorden.

Ausgestorben sind etwa die Dinosaurier. Das aber ist lange her. Die Zeiten sind vorüber, als Lebewesen ausgestorben sind, bedingt durch natürliche Zeitenläufte. An deren Stelle ist getreten die Ausmordung, die Ausrottung von Lebewesen durch den Menschen. Für seine Ausrottung hat der Mensch nur für ihn freundliche und gewissensberuhigende Begriffe gefunden, beispielsweise den von der „Überfischung“, die nichts anderes ist als Ausrottung, Ausmordung.

Ausgestorben. Dieses Wort drängt wie von selbst noch einen Aspekt auf, der die Politik direkt betrifft. Bei all den gesellschaftlichen Entwicklungen und also Fortschritten verwundert es doch immer wieder, daß sich Menschen von einem Schlage, auch von einem Schlage eines Wolfgang Sobotka in der Politik nicht nur halten können, sondern ihnen immer noch hohe und höchste Ämter übertragen werden, während sie in Wahrheit doch mit ihrem Gehabe längst schon … in ihrem Fall trifft ein Wort mit „über“ zu: sie sind Überlebende eines Systems, das im Grunde lange schon ausgestorben – –

*

„Klima“, ein Wort, das in vielen Bereichen verwendet wird, etwa auch im Politischen. Es wird beispielsweise von einem „Gesellschaftsklima“ gesprochen. Auch das Klima der Gesellschaft ist in der Krise. Ein Mitverursacher der gesellschaftspolitischen Klimakrise durchaus auch ein Wolfgang Sobotka – was für Seltsames eine Klimakrise an den Tag zu verbringen mag, gar das Absonderliche, einem Boten des Herrn eine derartige Bedeutung beizumessen …

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„Das wird nix“

„Um die Politiker davon zu überzeugen, soll ein Klimaforscher von Fridays for Future einen Vortrag vor allen Parlamentariern halten darf.  ‚Schaut’s‘ sagt der Nationalratspräsident. ‚Ihr wollt‘s für diese Veranstaltung alle Parlamentarier aber das wird nix. Selbst, wenn ich als Präsident einlade -‚ […]“

Bis zu diesem Bericht wurde gedacht, es hieße richtig: „soll […] halten dürfen“ … Es mag nach den Sprachregeln dies nach wie vor korrekt sein, aber der Kurier des Herrn wird hiermit vielleicht eine tiefere Wahrheit zum Ausdruck gebracht haben wollen – sich „Parlamentarier halten darf“ … und das wäre abseits der Regeln durchaus stimmig.

„Parlamentier halten“: das paßt zum vor kurzem erst veröffentlichten Plakat der türkisgetupften schwarzen Partei: sich „Parlamentarier zu halten“, aber nicht sie entscheiden lassen, im Sinne des Herrn und seines Boten hat nicht das Parlament zu entscheiden, sondern es „entscheidet“ …

Was könnte der „Präsident“ alles zustande bringen, auch für junge Menschen, wenn sie einen Verlag hätten, aber sie haben keinen Verlag, und vor allem keinen derart recht hoch staatsausgezeichneten …

Und noch mehr könnte der „Präsident“ wohl zustande bringen, auch für junge Menschen, nennten sie sich bloß anders als „Fridays-For-Future“ … Zukunft, das ist doch so identitätslos. Wie recht rege würde der „Präsident“ werden können, würden sich die jungen Menschen beispielsweise „Mondays for Identitarian“ – –

PS Die Tageszeitung „Kurier“, die über dieses Treffen zwischen den jungen Menschen und dem „Präsidenten“ des „Das wird nix“ am 30. August 19 berichtet, weiß, wie der Herr es berichtet haben zu wünscht: „Die selbst ernannten jungen Gutmenschen verlieren deshalb keine Zeit.“ Was sind das doch für Ungezogene, ernennen sich selbst zu etwas, gar zu Gutmenschen … diese Ungeführten ohne Demut und ohne Geduld, ohne Legitimation, diese Frechen, die nicht warten, bis sie ernannt und gesegnet …

Wahrlich eine Tageszeitung, deren gesegneter Auftrag es ist, Kurierin einen ausgeglichenen Berichterstattung, mehr als das noch zu sein: salomonisch zu urteilen …

Nur ein Badengegangener mehr

„Ein Innenminister von diesem Schlage ist einer schon mehr als zu viel.“ In Europa insgesamt, in der Europäischen Union im besonderen.

Dieses Kapitel erfährt nun eine Fortsetzung, durch das diesem noch gefehlte glückliche Ende. Wie wahr das doch ist, es sind die Figuren eines Romans, auch dieses, die den Fortgang eines Romans bestimmen, in diesem Fall die Figur des Innenministers, der sich selbst mit einem Tritt aus dem Roman stößt.

Das hat, die dunkle Seite soll nicht verschwiegen werden, aber den Nachteil, es entläßt den Menschen als bloßes Schreibwerkzeug der Figuren aus seiner Verantwortung, läßt ihn beispielsweise darin sich sonnen, kein Grobian wie jener österreichischer Schriftsteller zu sein, der seine Figur mit einem Fußtritt aus seinem Roman schmeißt.

Das glückliche Ende eines weiteren Innenministers soll jetzt jedoch nicht durch Zweifel getrübt werden, dieses Kapitel soll einzig durch das glückliche Ende dieses Innenministers strahlen, nur ein Hoffnungskapitel ganz und gar sein.

Sein Ende als Innenminister hat der Innenminister selbst mutwillig betrieben. Im Grunde keine Überraschung. Menschen, vor allem Männer, von solchen Parteien können nichts anderes, als alles in die Luft zu sprengen, kennen nichts anderes als den Untergang.

Nun ist dieser Innenminister nichts weiter, als ein Badengegangener mehr. Wie lange war diese nun von diesem Innenminister im August 19 zu Fall gebrachte Regierung im Amt? Ein Jahr und vierundsiebzig Tage – vierzehn Monate und ein paar Zerquetschte.

Zum Sieger in diesem Wettkampf um den schnellsten Untergang ist aber jener Badengegangene zu küren, der das Ziel des glücklichen Regierungsendes bereits im Mai 19 erreichte. Seine Leistung soll dabei nicht verschwiegen werden. Er gewann gegen den Innenminister um Längen. In Zeiteinheiten heißt das: die von ihm zu Fall gebrachte Regierung war ein Jahr und einhunderteinundsechzig Tage im Amt – siebzehn Monate und ein paar Zerquetschte.

Dem siegreich Badengegangenen mit knapp drei Längen (2,90 Monaten in der Zeiteinheit dieses Wettkampfes) Vorsprung gereicht es zur Ehre, und darauf kann er stolz sein, ein fairer Schwimmer zu sein, noch auf den letzten Metern, das glückliche Ziel, das zugleich stets ein glückliches Ende ist, schon vor Augen, vergaß er nicht auf seinen Mitschwimmer, feuerte diesen auch noch an, geradeso, als hätte er mit dem nun innerministerischen Badengegangen gemeinsam ins Ziel einlaufen, gemeinsam ins Ende einschwimmen …

Solch ein Wettkampf hat, das soll abschließend nicht unerzählt bleiben, auch seine berührend traurigen Momente. So auch dieser Wettkampf. Der rührendste Moment in diesem Wettkampf wahr wohl, als eine ältliche Dame, der Innenminister war bereits auf seinen letzten Metern vor dem Ende oder dem Ziel, vom Beckenrand aus ihren Favoriten anfeuerte, indem sie ihrem Favoriten immerzu mit einem lauten „Triumphiere“ ermunterte, das Letzte aus sich herauszuholen, dabei war ihr Favorit da längst schon nicht mehr …