Gesinnungsgemäß bildungsbürgerlich

„So ergibt auch das für die FPÖ untypisch bildungsbürgerliche Hölderlin-Zitat auf der Denktafel Sinn:“

Das ist in der Qualitätstageszeitung österreichischen Zuschnitts zu lesen, am 28. August 2019.

Beinahe wollte eine andere Kapitelüberschrift geschrieben werden. Das wäre dann eine in kurzer Form gewesen, die zum Ausdruck gebracht hätte, etwas von bildungsbürgerlichem Standesdünkel, was nicht sein darf, kann nicht sein, eine bildungsbürgerliche FPÖ, Bildungsbürgerliches kann einer Partei wie der FPÖ nur unbeabsichtigt, sozusagen aus Versehen passieren, einen Hölderlin kann doch eine FPÖ nie und nimmer kennen und so weiter und so fort.

Aber so bildungsbürgerlich wie Drehli Robnik ist die FPÖ allemal. Um mit Hölderlin als erstem Beispiel zu beginnen.

Hölderlin, geliebt von dem Mann, der bis vor kurzem noch Innenminister in Österreich war.

Die Weihe zum Bildungsbürgerlichen erfährt nach wie vor ein jeder Mensch, der Goethe zu zitieren weiß. Wie der Mann, der bis vor kurzem Vizekanzler in Österreich war.

Wie bildungsbürgerlich dann erst ein Mann, der nicht nur Goethe kennt, sondern auch beispielsweise eine Brieffreundin von ihm. Bis kurzem noch ein Minister in Österreich, zur Zeit die Nummer eins auf der Liste identitären Parlamentspartei …

Schiller selbstverständlich auch. Ein für die FPÖ gesinnungstypisch ebenfalls bildungsbürgerlich zu gebrauchender Dichter.

Im Olymp des Bildungsbürgerlichen angelangt wohl jene Menschen, die Hebbel noch …

Und zum „Volke“ geht die FPÖ ganz und gar bildungsbürgerlich mit dem Dichter …

Ganz und gar bildungsbürgerlich typisch wird dazu die Musik von einem Komponisten genossen, der gesinnungsgemäß die Töne zu setzen weiß.

Die identitäre Parlamentspartei ist so traditionsbewußt bildungsbürgerlich, wie es auch eine präidentitäre Partei schon einmal war, um einmal noch auf Hölderlin als Beispiel zu kommen. Das kann in dem Kapitel „Latrine auf der Mölker Bastei“, mit dem der Betrachtungsrundgang um das Denkmal seinen Abschluß fand, gelesen werden.

In diesem Kapitel kommt, um das abschließend kurz noch zu erwähnen, auch ein Gedicht mit Bezug auf Hölderlin vor, von einem Dichter, dem die FPÖ wohl seine Zuzählung zum Bildungsbürgerlichen verweigerte.

Factical Correctness statt Political Correctness

„Es herrscht absolute Meinungsfreiheit: Jeder darf denken, sagen und posten, was er will. Oder doch nicht? Permanentes Moralisieren von links hat die Gesprächskultur schwer beschädigt, findet Rosemarie Schwaiger. Der Kampf für eine tolerante Welt wird mit maximaler Intoleranz geführt.“

Dieser Artikel im Nachrichtenmagazin „Profil“ in seiner Ausgabe vom 25. August 2019 eignet sich hervorragend dafür, ohne aber deshalb gleich eine Fürrede für „Political Correctness“ zu sein, vor allem Medien zuzurufen: Factical Correctness tut not.

Es mag sich durchaus ein treffender Begriff finden lassen, aber zum Zwecke der Verdeutlichung eignet die von Political Correctness (Politische Korrektheit) abgeleitete Factical Correctness (mit Faktenkorrektheit übersetzbar) allemal.

Rosemarie Schwaiger liefert einen Artikel, der für eine Diskussion über die sogenannte Political Correctness untauglich ist, weil die von ihr angeführten Beispiele, die ihre Argumentation (treffender wohl ihr „Moralisieren“) stützen sollen, Faktenkorrektheit vermissen lassen.

Schwaiger führt als Beispiel an: die Debatte um das „Binnen-I“ und die Unterzeichnung eines „offenen Briefs, der sich gegen den ‚Wildwuchs‘ beim Gendern aussprach und eine ‚Rückkehr zur sprachlichen Normalität‘ forderte.“ Zusammenfassend hierzu schreibt Schwaiger: „In der Folge erschienen Medienberichte, die einige Initiatoren des offenen Briefs in die Nähe von sehr rechtem Gedankengut rückten. Diffamierung der Kritiker ist keine unübliche Strafe für abweichlerisches Verhalten.“

Korrekt daran ist, daß Rosemarie Schwaiger nicht von Initiatorinnen schreibt. Wer waren die „Initiatoren“?

Heinz Mayer bestätigt die Notwendigkeit der Binnen-I-Schreibung – Teil 6 der Komödie in Fortsetzung

Das ist nur ein Kapitel aus der Posse mit zehn Aufzügen, die zum Brief der Achthundert geschrieben wurde, die hier im Gesamten abgerufen werden kann, und ein vollständiges Bild über die „Initiatoren“ ergeben, von deren Arbeitsweise, die im Sinne von Fakten kaum korrekt …

Nicht besser bestellt ist es um ein weiteres von Rosemarie Schwaiger angeführtes Beispiel. Sie schreibt:

„Der unbedingte Einsatz für Toleranz kann einen Menschen offenbar ziemlich intolerant machen. Eine besondere Posse lieferte die steirische SPÖ bei der diesjährigen Feier zum 1. Mai: Die zur Beschallung des Grazer Hauptplatzes engagierte Band hatte einen Song von Andreas Gabalier angestimmt; dem Vernehmen nach soll es sich um das Opus ‚Hulapalu‘ gehandelt haben. Weil Gabalier die Bundeshymne grundsätzlich ohne die ‚großen Töchter‘ singt und auch sonst dem gesellschaftlichen Fortschritt im Weg steht, missfiel das Liedgut der anwesenden SPÖ-Prominenz. Landesrätin Doris Kampus enterte die Bühne und erwirkte eine sofortige Änderung des Repertoires. Bei allem Verständnis für unterschiedliche persönliche Vorlieben: Das ist nicht mehr Politik, sondern Voodoo. Es war Glück für die SPÖ, dass die Gegenseite noch schräger drauf ist. Gabalier revanchierte sich, indem er die Verbannung seiner Werke als ‚Faschismus in reinster Form‘ bezeichnete. Harald Schmidt hätte an dieser Auseinandersetzung sicher seine Freude gehabt.“

Nun. Wie war das tatsächlich? Auch dazu gibt es ein Kapitel:

Ein Wurlitzer ist kein Künstler, eine Jukebox keine Künstlerin …

Auch dieses Beispiel von Rosemarie Schwaiger zeichnet sich nicht durch Faktenkorrektheit aus. Aber mit diesem Beispiel kann sie, wie gelesen werden kann, immerhin mit dem Mann, der sich zwar korrekt zu seiner Person, aber nicht zu Fakten verhält, um das Amt der Bundeskanzlerin rittern.

Und weil ein Name eines Gesangskameraden auf „Voodoo“ sich reimt, kann nicht vermieden werden, auf noch ein Kapitel hinzuweisen, das einiges von diesem Sänger erzählt, von dem Schwaiger meint, er würde „dem gesellschaftlichen Fortschritt“… aber wie kann einer, der keine Meinung hat, je „im Weg“ stehen?

Für ihr Argumentieren bemüht Rosemarie Schwaiger auch die USA als Beispiel, freilich ohne damit …

„In den USA agiert die Rede- und Denkpolizei noch deutlich restriktiver als in Europa – und gewählt haben die Bürger bekanntlich den Grobian Donald Trump.“

Wer diesen schwaigerischen Satz liest, soll wohl beabsichtigterweise lesen, die „Bürger“ hätten Donald Trump zum Präsidenten gewählt. Freilich gaben nicht wenige Menschen dem „Grobian“ ihre Wahlstimme, aber zum Präsidenten wurde der „Grobian“ nicht von den Bürgerinnen gewählt, das amerikanische Wahlrecht erst machte den „Grobian“ zum Präsidenten. Nur mit den Stimmen der Bürger und Bürgerinnen allein wäre er geblieben, kurz gesagt, was er war und trotz seines jetzigen Amtes im Grunde weiter ist. Das Wahlrecht erst ermöglichte es dem „Grobian“, daß er trotz Minderheit an Stimmen …

Und dann ihr Beispiel mit dem Buch von Susanne Wiesinger. Gerade auch der mediale Trubel um diese Lehrerin zeigt die Notwendigkeit eindringlich auf, Faktenkorrektheit einzumahnen.

Rosemarie Schwaiger scheint den Worten eines Lehrers zu viel Gewicht zu geben, geradeso, als wäre er ein Philosoph, und für sie wird er es wohl sein, berufen dazu, ihr Moralisieren, das ein Argumentieren sein soll, zu legitimieren, wenn sie ihn derart gewichtig zitiert.

Diesen Lehrer zitiert, der vielleicht in Alleen gedankenschwer wandert, wenn die Blätter treiben …

„Der Philosoph […] beobachtet die Umtriebe schon lange mit professionellem Unbehagen. Vor ein paar Monaten widmete er sich in einem Essay für die Zeitschrift ‚Addendum‘ der Frage, warum die linke Weltdeutung in gewissen Milieus so erfolgreich ist, während die Linke als politische Bewegung in vielen Ländern kaum noch eine Rolle spielt. Seine Theorie: Der linke Mainstream liefere nun das, was Karl Marx als ‚Überbauphänomen‘ bezeichnet hatte. Für [ihn] kommt der Linken heute dieselbe Bedeutung zu wie der katholischen Kirche im Mittelalter. ‚Sie befindet darüber, wer gut, wer böse und wer des Teufels ist. Und auch die Lust an inquisitorischen Verfahren, öffentlichen Denunziationen und an medienwirksamen Exkommunikationen teilt die Linke mit ihren ungeliebten Vorfahren.‘ Laut [ihm] ist der Preis für die kulturelle Hegemonie hoch: ‚Aus einer sozialen und politischen Bewegung (…) wurde eine Kampagnenkultur, die ihre Triumphe in Genderdebatten, Identitätsdiskursen, der Apologie des Kopftuchs sowie antifaschistischen, antirassistischen und antikolonialistischen Empörungsritualen fand.'“

Ihr zitierter Lehrer weiß recht um die Philosophie, und wer so recht um die Philosophie weiß, der erkennt Philosophie schon von weitem, und kann diese nur unterschreiben, wie den oben angesprochenen philosophischen Brief, der „von führenden Philosophen“ …

Ein russisches Sprichwort sagt: „Ein Fischer sieht den anderen von weitem.“ Für Österreich abgewandelt: „Ein Philosoph erkennt einen Philosophen von weitem“. So kann menschgemäß der eine Philosoph seinen Essay nur bei einem anderem Philosophen veröffentlichen, der herausgebende Philosoph nur einen ihm gleichgestellten Philosophen veröffentlichen.

Weniger Faktenkorrektheit, um es abschließend kurz zusammenzufassen, sind auf zweieinhalb Seiten nicht mehr unterzukriegen. Als Kapitelüberschrift hätte soher durchaus gewählt werden können: Der vergebliche Kampf der Rosemarie Schwaiger um Factical Correctness.

Weiterhin österreichischer Spielplan

„wie waren wir doch froh und glücklich, wie sie kanzler geworden sind. das ganze land hat sich irgendwie zum positiven verändert. es war eine so gute, gute aufbruchstimmung. und, äh, wir waren entsetzt, wie frau rendi-wagner, wie die, das mißtrauensantrag gestellt hat. vollkommen verblödet. ich weiß nicht, da muß der haß und der neid so groß sein, daß man so etwas macht. sie hat damit die ganze republik in frage gestellt bzw. in schlechte zeiten geführt. ich hoffe so von herzen, sebastian kurz, daß sie triumphal zurückkommen werden. wir wären alle so froh, stolz und glücklich, wenn sie wieder unser kleines geliebtes österreich, mein heimatland, wieder in ihre hände nehmen würden, und wir werden wieder zurückkommen. ganz sicher. alles, alles gute für sie, und bleiben sie gesund.“

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Das Mißtrauensantrag – vollkommen verblödet.“

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„Der Neid“ – Dem Neid ist, das ist bekannt, nicht die rote Farbe zugeordnet, sondern die türkise und die blaue Farbe, und in der Vermischung der beiden Farben wird es, wie ebenfalls lange schon bekannt, zum Leiden.

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„Sie hat damit die ganze Republik in Frage gestellt.“ – Der Mißtrauensantrag stellte nicht die Republik in Frage, sondern die ÖVP als Regierungspartei. Die Gleichsetzung einer Partei mit der Republik ist je kein Wesenskern einer demokratischen Republik, sondern ist erstes Merkmal jedweder Diktatur.

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„In schlechte Zeiten geführt.“ – Führen also muß sein. Wer allerdings geführt hat, in „schlechte Zeiten“, das wird Christiane Hörbiger vielleicht von ihren Eltern nicht erzählt worden sein.

Vielleicht hat sie besonders von ihrer Mutter nur erfahren: „Wie waren wir doch froh und glücklich, wie sie Kanzler geworden sind. Das ganze Land hat sich irgendwie zum Positiven verändert. Es war eine so gute, gute Aufbruchstimmung.“

Das Antragen der Christiane Hörbiger an die tiefschwarze türkise Partei weist sie als mißratene Tochter aus. Mißraten heißt in ihrem Fall, sie ist zu sehr nach ihrer Mutter geraten. Das könnte beinahe als etwas Positives gesehen werden, als eine Art Bemühen um Gleichberechtigung von Frau und Mann durch die türkis getupfte schwarze Partei, sind es doch in der blauen Partei vor allem die Söhne, die mißraten sind, weil sie zu sehr nach ihren Vätern geraten sind.

Auch ihre Mutter hat gefilmte Botschaften verbreitet, für eine Partei, die sich selbst als der ganze Staat sah und verstand und vor allem so agierte. Der Mutter wurden die Botschaften vorgeschrieben. Die Mutter lernte die ihr vorgeschriebenen Botschaften brav auswendig und trug sie dann ergeben inbrünstig vor.

Es heißt nun aus dieser tieftürkisen Partei, es sei der Tochter die Botschaft nicht vorgeschrieben worden. Vielleicht ist das wahr, daß die Tochter die Botschaft sich selbst geschrieben hat. Ist das dann die türkis getupfte schwarze Veränderung seit vorgeschriebenen Botschaften für die Mutter, daß die Tochter ihr eigener Gerhard Menzel ist?

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„In schlechte Zeiten geführt.“ – Wohin, um auch davon noch kurz zu sprechen, die türkisfreie schwarze Partei das Land „führte“, als sie sich als Partei eins fand mit dem Staat, da war die Tochter noch ein paar Jahre vor ihrer Geburt.

Wie bekannt ist, wurde dem Attila und der Paula die Tochter in dem Jahr geboren, das nicht wenige in Österreich heute noch so kurz zusammenfassen würden: „Das ganze Land hat sich irgendwie zum Positiven verändert. Es war eine so gute, gute Aufbruchstimmung.“

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„Wie waren wir doch froh und glücklich, wie Sie Kanzler geworden sind.“ – Die ihr vorgeschriebene oder von ihr als Gerhard Menzel sich selbst geschriebene Botschaft läuft unter dem Titel „Wir für Kurz“ – und Kurz für Salvini

In wessen Namen spricht Christiane Hörbiger das „Wir“? Als welches „Wir“ darf das „Wir“ der Tochter verstanden werden, das der „Volksgemeinschaft“?

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„Triumphal zurückkommen werden. Wir wären alle so froh, stolz und glücklich, wenn Sie wieder unser kleines geliebtes Österreich, mein Heimatland, wieder in Ihre Hände nehmen würden, und wir werden wieder zurückkommen.“ – Von wo? Von der Insel?

Und wären seine Hände tatsächlich so groß, daß er ein ganzes Land in seine Hände nehmen könnte, mit solch großen Händen hätte er im Prater Karriere … Wie gut, daß die Zeiten vorüber sind, als Menschen mit einem solch gestalteten Körper ihr Dasein als Freaks auf Jahrmärkten … Nun, kurz gesagt, es wird gewußt, er hat nicht so große Hände, sein Körper jedenfalls ist nicht mißraten. Selbstverständlich hat Hörbiger das im übertragenen Sinn gemeint. Aber auch im übertragenen Sinn stellt sich noch immer und vordringlich die grundsätzliche Frage: Was kann ein Mensch, dessen Hände stets gefaltet sind, mit seinen immer gefalteten Händen, als wären die Hände, Kurzens Hände, zusammengewachsen, je noch in die Hände nehmen?

*

Die ihr vorgeschriebene oder von ihr sich selbst geschriebene Botschaft eine Botschaft, die für beide Parteien, so verwechselbar sind diese zwei Parteien in den Farben des Neides inzwischen geworden, passend … aber wer weiß, vielleicht trägt die Tochter diese Botschaft bald schon für die zweite Partei vor. Ist doch von ihr bekannt, für wie viele Kandidaten sie in ihrem Leben vor Wahlen schon Fürrede gehalten hat, nicht nur für schwarze …

In Zeiten der Gleichberechtigung fehlt noch ein Stück über eine weibliche „Karl“. Ach, lebten bloß noch Carl Merz und Helmut Qualtinger!

„Wir wären alle so froh, stolz und glücklich, wenn Sie wieder“ ein Stück nach einem lebenden Vorbilde auf die Bühne brächten. Welchen Titel sie wohl dem Stück über einen weiblichen Karl geben würden?

Vielleicht ebenso einfach wie kurz: Frau Paula.

Noch in Jahrzehnten würden dann Menschen von dem Triumph des Helmut Qualtinger sprechen und alle bedauern, die Helmut Qualtinger nicht als Frau Paula im Burgtheater erlebten …

*

Die bequem für zwei zurzeitige Parteien passende Botschaft der Frau Paula müßte allerdings nur ein wenig für die zweite Partei zum inbrünstigen Vortrage angepaßt werden, um dann unter dem möglichen Titel „Triumphale Rückkehr auf unsere Insel“ ein zweites Mal in derselben Kulisse veröffentlicht zu werden, und zwar in etwa so:

Wie waren wir doch froh und glücklich, wie Ihr Regierung geworden seid. Das ganze Land hat sich irgendwie zum Positiven verändert. Es war eine so gute, gute Aufbruchsstimmung. Und wir waren entsetzt, daß so ein Video veröffentlicht werden durfte, vollkommen unzensuriert. Ich weiß nicht, da muß der Haß und der Neid so groß sein, daß man so etwas macht. Sie haben damit die ganze Republik in Frage gestellt bzw. in schlechte Zeiten geführt. Ich hoffe so von Herzen, Norbert Hofer, so ehrenrecht von Herzen, Herbert Kickl, daß Sie triumphal zurückkommen werden. Wir wären alle so froh, stolz und glücklich, wenn Sie wieder unser kleines geliebtes Reich, mein Heimatland, wieder in Ihre Hände nehmen würden, und wir werden wieder zurückkommen. Ganz sicher. Alles, alles Gute für Sie, und bleiben Sie gesund und auch, kurz wie Sie sind.

„Wer am meisten brüllt, sind die Österreicher“

»6. – 11. September 1937. Noch klarer wird es am nächsten Tag. ›Das riesige Stadion ist schwach beleuchtet von Scheinwerfern, welche die massigen, unbewegten Bataillons der braun gekleideten SA gerade noch erkennen lassen.‹ Mittendurch ein Korridor vom Eingang des Stadions zur Tribüne des Führers. Der um Punkt acht erscheint. Rauschender Beifall, ›wer am meisten brüllt, sind die Österreicher‹. Zahllose Scheinwerfer gehen mit einem Schlag an, gen Himmel gerichtet. ›Tausend blaue Säulen umgeben ihn jetzt wie ein geheimnisvoller Käfig.‹«

„Wer am meisten brüllt, sind die Österreicher.“ 1937. Nürnberg.

Roberto Calasso zitiert Brasillach in seinem Buch „Das unnennbare Heute“ im Kapitel – „Wiener Gasgesellschaft“ …

Robert Brasillach, ein französischer Schriftsteller, der mit dem Reich kollaborierte, 1945 hingerichtet wurde.

Vor zweiundachtzig Jahren brüllten also die Österreicher am meisten, in Nürnberg, sie brüllten Adolf Hitler nicht nieder, das Brüllen war ihr Jubel für ihren Führer. Vor achtzig Jahren verkaufte die Wiener Gasgesellschaft jüdischen Menschen kein Gas mehr und vor einhundertzwölf Jahren wehte im Oberösterreichischen bereits die Hakenkreuzfahne …

Und was ist Brasillach geworden? Nun, dem kann wieder begegnet werden. In diesem Heute, einem Heute, das in Österreich ein recht benennbares Heute ist …

Vielleicht hat sich ein Innenminister, der seinen Stuhl nicht freiwillig räumte, sogar ein Buch von ihm mitgenommen, Gelegenheiten dafür wohl mehr als eine, etwa die auf dem Kongreß …

Hatte doch der einst montagsgemachte und kurz danach seinen Stuhl zu räumende Innenminister die Ehre, Referent zu sein, wie der Verleger von Brasillach …

Mit dem Verleger also die Ehre geteilt, auf einem Kongreß zu sprechen, mit einem Verleger, dem „Südtirol ein symbolischer Startpunkt für einen Eurofaschismus“ … mit einem Verleger die Ehre geteilt, gemeinsam einen Kongreß zu bespielen, der beseelt vom „Wiederbeleben des Faschismus“

Mit einem Verleger die Kongreßehre geteilt, der im Gegensatz zum zurzeitigen Obmann dieser Partei in Trauer ob des verlorenen Innenministerstuhls antwortet, aber dem nicht widerspricht: „Jeder Erfolg der FPÖ bringt uns dem Ziel näher: den Faschismus wiederbeleben.“

Übrigens, das nur kurz nebenher: Der zurzeitige Obmann wollte einst auch Innenminister werden … Ach, was wollte dieser nicht schon alles werden, auch Schutzherr von … geworden ist er schließlich, aber auch das nicht gewiß, ein Bauchredner oder eine Bauchrednerpuppe …

„Wie viele Intellektuelle seiner Generation zeigte sich Brasillach jedoch zunehmend von der dynamischen und vitalen Inszenierung des Faschismus beeindruckt.“

Das ist auf des Verlegers Seite zu lesen, kein Satz aber, der vor über achtzig Jahren geschrieben wurde, sondern im benennbaren Heute …

Brasillach beeindruckt in diesem gesinnungsgemäß benennbaren Heute auch eine so „normale Partei“ in Frankreich, wie die hoferische eine „normale Partei“ ist …

Kurz sich zu halten, das immer wieder sich vorsagen. Sonst noch eine Ausweitung dieses Kapitels, etwa auf Höcke – nein, dann müßte auch noch von dem jungen Mann erzählt werden, der seinen Stuhl nicht und nicht selber räumen wollte …

Daher. Um rasch zu einem kurzen Schluß zu kommen, nur noch festhalten: die Patriotismusformel der hoferischen Partei ist auch von Frankreich her recht gut ableitbar …

Wiener Gas

»7. Juni 1939. Im Postskriptum eines Briefes an Margarete Steffin schreibt Benjamin: ›PS Karl Kraus ist denn doch zu früh gestorben. Hören Sie: die Wiener Gasgesellschaft hat die Belieferung der Juden mit Gas eingestellt. Der Gasverbrauch der jüdischen Bevölkerung brachte für die Gasgesellschaft Verluste mit sich, da gerade die größten Konsumenten ihre Rechnungen nicht beglichen. Die Juden benutzten das Gas vorzugsweise zum Zweck des Selbstmords.‹«

Vor achtzig Jahren war das. In einem Land, das durch seinen Staatsnamen Österreich nach Auschwitz so leicht machte, zu behaupten, in dieser blutfinsteren Zeit nicht existiert zu haben. Dabei strafte bereits der Staatsname diese Behauptung Lügen. Denn in diesem ist von Österreich der wesentliche Teil erhalten geblieben: Reich

Deutschland hat nach Auschwitz seinen Namen geändert, hat Reich aus seinem Namen getilgt.

Österreich kehrte nach Auschwitz zu seinem Namen mit Reich zurück. Und ginge es nach einer epiidentitären Partei würde sein Name heute noch deutsches reich

Das ist keine Spekulation. Es braucht nur das Parteiprogramm dieser Partei gelesen und die Folgerungen aus diesem weitergedacht zu werden, in dem von „deutscher Kulturgemeinschaft“, „bei Ortsnamen grundsätzlich deutsche Namen“ … Federführer des Programms dieser postidentitären Partei ein Mann, dem die Vorsehung Hoffnung flüstert, wieder an einem Montag nach dem 29. September 2019 angelobt zu werden, seinen Stuhl wenigstens für kurz wiederum in einer Regierung …

Im Reich vor einhundertzwölf Jahren bereits das Hissen der Hakenkreuzfahne, wie der oben zitierte Briefauszug ebenfalls in „Das unnennbare Heute“ von Roberto Calasso zu lesen ist.

„FPÖ-Chef Hofer: ‚Wir sind eine normale Partei‘, ‚Historikerkommission: Bericht verzögert sich deutlich‘, weil noch die Bewertung durch den „Kulturverein österreichischer Roma“ fehlt

Noch vage äußerte sich Hofer zum lang erwarteten Bericht der Historikerkommission, in dem die braunen Flecken der FPÖ-Vergangenheit aufgearbeitet werden sollten: „Es wird am 5. August einen Termin geben, wo das, was vom Bericht da ist, auch vorgestellt wird“, so Hofer. Der vollständige Bericht werde aber erst später vorliegen – wenn auch vor der Wahl: „Ich hoffe, das geht sich aus.“ Grund dafür, dass der Gesamtbericht später folgen werde, sei, dass ihn die Freiheitlichen vom „Kulturverein österreichischer Roma“ bewerten lassen“ wollen. Wie es Mitte Juli aus Parteikreisen hieß, verliefen derartige Bemühungen bei israelischen Wissenschaftern bis dato erfolglos.

Norbert Hofer sagt, seine Partei sei eine „normale Partei“. Wie das entscheiden? Wer ist wer von wem? Ist nun Norbert Hofer die Bauchrednerpuppe von May, oder ist Karl May die Bauchrednerpuppe von Hofer? Mit der Lizenz zur freien Wortwahl bei gesinnungsgemäß gleichem Inhalt. May sagt, seine Partei sei eine „Partei wie nahezu jede andere auch“ …

Eine Antwort kann wenigstens gewiß gegeben werden.

Dieses Kapitel ist eine Tastaturpuppe von einem Kapitel: der Inhalt unverändert bei etwas anderer Wortwahl.

Kurz ist die Zeit bemessen, die von einem Interview. Der Obmann konnte soher nicht ausführen, weshalb seine Partei eine normale Partei sei. Das darf hier nachgereicht werden. Seine Partei ist eine normale Partei, weil:

Jede normale Partei läßt im Beisein ihrer Spitzen beispielsweise Angela Merkel so profund analysieren, beurteilen als „Schwerstverbrecherin“.

Jede normale Partei wird von einer Spitze angeführt, die sich in einem ganz recht einig ist, darin, der „Faschismus“ komme wieder: als „Antifaschismus“.

Jede normale Partei sagt von sich, die „wahre Pegida“ zu sein.

Jede normale Partei bezeichnet sich selbst als „identitäre Partei“.

Jeder normalen Partei ist ein Dokumentationszentrum eine „Denunziationsplattform“.

Jeder normalen Partei sprießt der Patriotismus edelweiß kornblumig.

Jeder normalen Partei Odal Zeichen höchster Kunst ist.

Jede normale Partei empfiehlt denselben Literaturkanon.

Jede normale Partei darauf neidisch ist, nicht das zu haben, was die FPÖ hat, nämlich ein Bündnis mit einem Innenminister an dessen Spitze.

Jede normale Partei druckt ebenfalls so reichlich Codes des kommenden „Antifaschismus.“

Jede normale Partei hat ebenfalls eine Gefolgschaft der recht hohen Schreibkunst mit einer Vorliebe für recht besondere Aufenthaltsorte, für alle, deren Gesinnung nicht nur normal, sondern gänzlich normal ist, eine Sonderbehandlung.

Jede normale Partei hat ebensolche Sprachwiederschöpfer, deren Wörter über die Ozeane in alle Welt getragen.

Jede normale Partei zieht mit ihren Burschen und Mädchen hinaus, hoch über der Stadt die „gold’ne Fahne der Arbeiter“ zu besingen.

Jede normale Partei stellt eine Brandschaft, das „Feuer zu beschützen und zu schüren“.

Nahezu jeder Bündnisinnenminister einer normalen Partei stellt die Portschy-Frage.

Bei einer dieser normalen Parteien, die normal wie die FPÖ sind, muß der Neid auch recht besonders ausgeprägt sein. Vielleicht liegt es an ihrer Farbe. Einerlei. Jedenfalls versucht sie massiv, normal wie die FPÖ zu sein. Da eine Unterstützung für einen Innenminister. Dort „Vertreter zu treffen“ von … mit Freude sichtlich.

NS Das sagt die FPÖ nicht, sie würde den Bericht noch durch den „Kulturverein österreichischer Roma“ bewerten lassen wollen, und deshalb die deutliche Verzögerung …

Wenn eine Bewertung von diesen Menschen, dann würde die FPÖ die recht normale Expertise von einem „Spezialjuristen“ einholen, und zur Absicherung von einem für sie ebenso normalen Bündnisinnenminister …

Kornblume und Hakenkreuz

In dem Sommergespräch am vorletzten Montag im August 19 wurde vieles nicht angesprochen, vieles nicht vorgebracht, und das wird dem Obmann der identitären Parlamentspartei recht angenehm und hilfreich gewesen sein.

Angesprochen wurde aber die „direkte Demokratie“.

Der Obmann mit seiner Anstecknadel, die keine Werbung für die „direkte Demokratie“, mit seiner Anstecknadel am Revers, die für überhaupt keine Demokratie Werbung ist, sondern nur Zeichen für eine vordemokratische oder eine nachdemokratische Gemeinschaft ist, muß sich winden und winden, um sich irgendwie herauszureden, darum herumzureden, warum das vor Wahlen Versprochene kurz nach Wahlen schon rasch Gebrochenes … Das muß wohl auch zum Wesenskern dieser Partei prominent gezählt werden:

Norbert Hofer-FPÖ: „Meine Partei … kläglich gescheitert. Was vor der Wahl versprochen … nicht eingehalten.“

Weil es in diesem Kapitel auch um ein Buch geht, das der Obmann der identitären Regierungspartei verfaßte, darf, ehe auf die „direkte Demokratie“ direkt zu sprechen gekommen wird, gleich noch ein Buch erwähnt werden, in einem weiteren Kapitel, dessen Inhalt der identitären Obmann für „insgesamt in Ordnung“ – der Inhalt eines als „rechtsextremistisch“ eingestuften …

Nun aber zu einem wirklich wesentlichen Buch, geschrieben freilich nicht in Österreich, zu „Das unnennbare Heute“ von Roberto Calasso.

Calasso schreibt:

„Erwähnt man den formalen Charakter der Demokratie, zeigen sich viele ungeduldig und erwidern rasch, dass die Demokratie niemals demokratisch genug sei und dass eine wahre Demokratie substanziell sein müsse und dass sie es eines Tages vielleicht sein werde und dass es dann eine ganz andere Demokratie sein würde … An diesem Punkt kann man sicher sein: Hier spricht ein Feind der Demokratie.“

Norbert Hofer spricht … nun er spricht davon, die Menschen seien nicht so dumm, wirbt also für eine „direkte Demokratie“, und zu sehen dabei ist seine Anstecknadel, die …

Callaso schreibt:

„Dann lebt die Schimäre der direkten Demokratie wieder auf. Ihre Grundlage ist der Hass auf die Vermittlung, der leicht zum Hass auf das Denken an sich wird, das unlösbar mit der Vermittlung zusammenhängt.“

Wenn ein Mensch, sagt Hofer in dem Sommergespräch, klug genug sei, einen „Politiker zu wählen oder nicht zu wählen“, dann sei er auch … Callaso lebt in Italien. Ein Land als gutes Beispiel für die Klugheit, die für Hofer die höchste sein muß, die vorstellbar ist, diese Klugheit, eine mit seiner Partei verbündete Legapartie mit derart vielen Stimmen, mit derart vielen Vorzugsstimmen …

Hakenkreuz. Auch dieses kommt vor bei Callaso.

„An einem anderen Weihnachtstag, sechsundzwanzig Jahre zuvor, hatte Lanz von Liebenfels auf Burg Werfenstein zum ersten Mal eine Fahne mit dem Hakenkreuz gehisst […]“

Das war 1907. Die Burg Werfenstein, eine in Österreich. Vor 112 Jahren in Österreich bereits die Hakenkreuzfahne aufgezogen. Im Oberösterreichischen. Dazu fällt sogleich eine andere Ruine ein, über Jahrzehnte nach Auschwitz nicht geschafft, in Österreich, ein Hakenkreuz zu entfernen. Im Kärntnerischen.

Vor 112 Jahren. Lanz von Liebenfels. Guido von List

Damals hatten, kurz gesagt, Spendende andere Namen als jene, die auf der Insel … ums Geld einsammeln, um das Horten von Kapital für … auch damals ging es, kurz gesagt, darum, und sonst, heute, irgend etwas anders seit damals?

Und, was auch schon recht lange geht, ebenfalls recht weit über einhundert Jahre, ist die Sache mit der Kornblume, mit der hoferischen Kornblume, die Umtriebe gegen …

Namen haben sich geändert. Ja, und manchmal ändern sich nicht einmal die Namen. Immer wieder kommen Menschen, vor allem Männer, mit demselben Namen vor, tragen diesen als Gesinnungsbanner … etwa diesen Namen, der seit mehr als zweihundert Jahren immer wieder recht … dessen Gesinnung durch die Zeiten unterschiedliche Begriffe zugeordnet; dem Letzten eines solchen Namens wird attestiert, ein „Rechtsextremistischer“ zu sein, in einem Buch, freilich in einem Buch, das ebenfalls nicht in Österreich geschrieben wurde, wie in diesem Kapitel gelesen werden …

Archiv ist Hofer mit Partei

Es kam, wie es kommen mußte. Tobias Pötzelsberger fragt Norbert Hofer nach dem sogenannten Bericht der sogenannten Historikerkommission der immer noch FPÖ genannten Partei … Am vorletzten Montag im August 19.

Pötzelsberger bringt die Kritik wieder, es stehe in diesem Bericht wenig zu Burschenschaften. Burschenschaften würden ihre Archive nicht öffnen wollen und so weiter.

Pötzelsberger: „Bei der Sie selber dabei sind, könnten Sie da nicht sagen, Leute, öffnet Euer Archiv.“
Hofer: „Gerne, aber das wird für Sie nicht sehr spannend sein, was da drinnen steht.“

Damit hat Norbert Hofer vollkommen recht. Es ist nicht spannend, weil das Archiv ohnehin offen ist, also bekannt ist, was nicht noch einmal in einem Bericht zu stehen bräuchte. Das Archiv ist Norbert Hofer und seine Partei, und als solches offen mehr als genug.

Kellerpuppe aus der hoferischen Ramschbude wird mit burschenschaftlicher Fürrede eingeschaltet ausgeschickt

Hofer-FPÖ: Auf den Knecht hinhauen, damit der Herr ihn schützen kann

Burschenschafter in Deutschland als Staatssekretär entlassen, in Österreich im Parlament geehrt

Kommerse: Von Schiller zu Fest, Hofburg 18

„Ehre und Treue doch – Gesinnungstyrannei nicht zu leugnen“

Im Gedenkjahr 2018 eine ÖVP-FPÖ-Regierung: Schaften, geht voran!

Es würde, sagt Hofer zu Pötzelsberger, nicht spannend sein, was bei seiner eigenen Verbindung – „Ehre, Freiheit, Vaterland“ …

Es ist tatsächlich nicht spannend, stets das Auswendiggelernte aufgesagt zu hören zu bekommen, also dieses etwa, es bliebe immer unerwähnt, daß Hitler die Burschenschaften …

Norbert Hofer – Kaum eine Woche im Amt und …

NR Christian Hafenecker antwortet lachend.

Norbert Hofer und seine Partei sind das einzige Archiv, wenn es um Burschenschaften geht, das von Interesse ist, denn er und seine Partei kandidieren in Wahlen, nicht die sogenannten Burschenschaften, nicht die sogenannten Mädelschaften und nicht die sogenannten Landsmannschaften …

Es kommt die Rede zwischen Pötzelsberger und Hofer auch auf die sogenannten Identitären. Und Hofer, der zurzeitige Obmann einer identitären Parlamentspartei will mit den sogenannten Identitären außerhalb des österreichischen Parlaments nichts zu tun haben. Das ist auch nicht spannend, aber lustig.

Zur Sprache zwischen Pötzelsberger und Hofer kommt nicht „Pegida“. Nach der „Pegida“ wird Hofer, deren „Anliegen er für berechtigt“ hält, nicht gefragt, der zurzeitige Obmann der „wahren Pegida“ wird also nicht gefragt, was seine Partei als „wahre Pegida“ von der „Pegida“ …

Mord und kein Entsetzen von jenen in Österreich, die die „wahre Pegida“ wählen, die mit der „wahren Pegida“ koalieren

Angesprochen wird auch nicht der recht besondere Patriotismus der von Hofer geführten Partei …

Die hoferischen Antworten wären auch nicht spannend gewesen, wohl lustig, wie er sich winden würde, ach, auf die Dauer verliert auch das Sich-Winden das Lustige.

Fad inzwischen auch seine Werbung für einen Orden mit seinem Anstecker … Fad, aber mit einer Änderung, nun ist der Ansteckverteiler ein Kandidat von Hofer und seiner Partei für die Nationalratswahl am 29. September 19, ist der Ansteckverteiler die 8 auf der Liste der identitären Parlamentspartei von Norbert Hofer.

Im Gasthaus Rose, Pinkefeld

Er war nicht zu überhören. So laut regte er sich auf. Der Rentner mit seinem Rollator. Am gegenüberliegenden großen Tisch, am Stammtisch. Im Gasthaus Rose in Pinkefeld, nahe der ungarischen Grenze oder schon im Ungarischen. Seit es keine Grenzen mehr gibt, ist das nicht mehr so eindeutig festzumachen. Je lauter der Rentner wurde, desto heftiger stieß er dabei seinen Rollator gegen die Wand. Wieder und wieder. An ein Weiterlesen der Arbeit

„Tobias Portschy – Ein Leben für die völkischdeutschnationale Idee.
Sozialisation und Reintegration eines ewig Gestrigen“

ist nicht zu denken. Mehr und mehr richtet sich die Aufmerksamkeit darauf, wie lange hält der Rollator das noch durch, wann bricht seine Achse. Sein lauter Monolog mit den stets wiederkehrenden Wendungen spiralenartig hochgeschraubt zu Unerträglichkeiten hätte keine Sekunde von der Lektüre abhalten können. Wann bricht seine Achse? Dies ist die spannende Frage. Das läßt die Arbeit vollkommen vergessen, den Vorsatz brechen, die Diplomarbeit noch an diesem Tag zur Gänze zu lesen. Unentwegt und in immer kürzeren Abständen schleudert der Rentner seinen Rollator gegen die Mauer. Die Achse kann das nicht mehr lange aushalten. Soweit der Rentner zu verstehen ist, scheint er eben von einer Inselreise zurückgekommen zu sein. Erstaunlich, die Achse hält, noch. Bei seiner Rückkehr mußte er zu seinem Ärger erfahren, daß es den Bericht nun in handlicher Form gibt, leicht wie ein einziges Blatt Papier. Es gelungen ist, mehr als eintausend Seiten ohne die geringsten Abstriche auf eine einzige Seite zu bringen. Offensichtlich hat er bei der Anschaffung dieses Rollators keine Kosten gescheut, ein wirkliches Qualitätsprodukt. Immerzu gegen die Mauer. Die Achse hält. Das ist die Klage, sein Monolog. Diese Seite nicht schon vor seinem Antritt der Inselreise bekommen zu haben. Er mußte noch eintausend Seiten mitschleppen. Einen fetten, dicken Ziegel. Das machte ihm zu schaffen. Er ist nicht mehr der Stärkste. Die Achse hingegen, sie hält, noch.

Ach, wie leicht ein Mensch sich doch ablenken läßt. Sogar davon, ob eine Achse bricht, eine Achse nicht bricht. Von einem Rollator. Soll der Rentner doch schreien und seinen Rollator gegen die Wand schleudern, bis die Achse bricht. Was für ein Geschrei um eine Seite, um eine Seite, nicht einmal diese Seite hätte geschrieben werden müssen, denn, alles was auf dieser Seite steht, ist ohnehin bekannt, hätte nicht noch einmal auf eine Seite geschrieben werden müssen. Tausend Seiten wie eine Seite, eine Seite wie tausend Seiten.

Zurück zur Arbeit, zurück zu Portschy. Wegen dieser Arbeit, wegen Portschy nach Pinkefeld gefahren, im Gasthaus Rose sich einquartiert. Aber. Kaum das Weiterlesen der Arbeit aufgenommen, läßt der Name Rebhandl sofort wieder abschweifen, das Lesen einstellen. In der Arbeit über Portschy: Friedrich Rebhandl. Zu ihm fällt sogleich Reinhard Rebhandl ein. Der eine der Vater, der andere der Sohn.

Menschgemäß dazu auch diese Partei, die nahezu wie jede andere Partei auch ist. Weil es auch in anderen Parteien nahezu so ist wie in dieser Partei, es also ebenso viele mißratene Kinder gibt, wie in dieser Partei der Mölzers, der Gudenusse, der Haiders

Es sind mißratene Kinder, weil sie vollkommen nach ihren Vätern und Müttern, Großmüttern und Großvätern geraten sind.

Nicht zu wundern ist, daß in der Diplomarbeit auch der Eckartbote angesprochen wird. Für den Eckart schreibt auch der Karl May der Geschichtsschreibung Bücher, der meint, diese Partei sei nahezu wie jede andere Partei auch. Ja, nur ein Karl May kann zu solch einer tiefen Wahrheit vorstoßen. Nahezu aus jeder anderen Partei auch verteidigen Kandidatinnen“ ihre „rechtsextremen Kandidaten“, wie Marlene Svazek, auch eine Kandidatin im Jahr 19 für die Nationalratswahl in Österreich … An ein Weiterlesen der Diplomarbeit ist ein weiteres Mal nicht zu denken. Diesmal nicht wegen des Rentners mit seinem gegen die Mauer schleudernden Rollators, sondern aus Erinnerung an das Jahr 19. Was war das doch für ein Lachjahr, das Jahr 19, nicht zuletzt ob der Aussagen von Karl May.

Ausgereicht: tausendseitiger Bericht in der Dicke eines einseitig beschriebenen Blattes

Es muß in dem Bericht die Geschichte der FPÖ doch ganz anders dargestellt sein, als sie dem FBI bekannt und darstellungswert, entgeltlich einschaltungswert ist.

„Mit Herbert Kickl stellte die FPÖ erstmals seit 1945 den Innenminister in einer Bundesregierung.“

Das erinnert augenblicklich an:

„Der Jubel ist allgemein, umso mehr, als uns das größte Ereignis seit ’45 (Gestotter) der letzten Wahl ins Haus geschneit hat. Die Hälfte der Bevölkerung hat bewußt einen freiheitlichen Kandidaten gewählt. Er ist heute nicht hier, unseren Gruß natürlich auch an Norbert Hofer übermitteln, der dieses wirkliche Ereignis zustande gebracht hat.“

So freudig war es im Mai 16 Johann Herzog zumute, als er bei 45 anknüpfte, wie nun im August 19 das FBI in seiner entgeltlichen Einschaltung auf der gesinnungsgemäß zensurierten Website bei 45 anknüpft, dabei soll es doch gar kein Geknüpfe mit dieser Zeit geben, allein schon deshalb, weil 45 es keine FPÖ gab, aber …

NS Zu dem eben erst roh vorgestellten Bericht sind doch einige Anmerkungen noch erlaubt. Der Kommissionsleiter, der sich nun endgültig mit dem Titel Karl May der Geschichtsschreibung zur Freude eines treuherzigen Lesers schmücken darf, meint, die FPÖ sei eine Partei wie nahezu jede andere auch. Das ist doch einmal recht wahr gesprochen.

Kurz ist die Zeit bemessen, die einer Pressekonferenz. Der Kommissionsleiter konnte soher nicht ausführen, weshalb die anderen Partei nahezu auch wie die FPÖ sind. Das darf hier nachgereicht werden. Die anderen Parteien sind also nahezu auch wie die FPÖ, weil:

Nahezu jede andere Partei läßt im Beisein ihrer Spitzen beispielsweise Angela Merkel so profund analysieren, beurteilen als „Schwerstverbrecherin“.

Nahezu jede andere Partei wird von einer Spitze angeführt, die sich in einem ganz recht einig ist, darin, der „Faschismus“ komme wieder: als „Antifaschismus“.

Nahezu jede andere Partei sagt von sich, die „wahre Pegida“ zu sein.

Nahezu jede andere Partei bezeichnet sich selbst als „identitäre Partei“.

Nahezu jeder anderen Partei ist ein Dokumentationszentrum eine „Denunziationsplattform“.

Nahezu jeder anderen Partei sprießt der Patriotismus edelweiß kornblumig.

Nahezu jeder anderen Partei Odal Zeichen höchster Kunst ist.

Nahezu jede andere Partei empfiehlt denselben Literaturkanon.

Nahezu jede andere Partei darauf neidisch ist, nicht das zu haben, was die FPÖ hat, nämlich ein Bündnis mit einem Innenminister an dessen Spitze.

Nahezu jede andere Partei druckt ebenfalls so reichlich Codes des kommenden „Antifaschismus.“

Nahezu jede andere Partei hat ebenfalls eine Gefolgschaft der recht hohen Schreibkunst mit einer Vorliebe für recht besondere Aufenthaltsorte, für alle, deren Gesinnung nicht nahezu, sondern gänzlich anders ist, eine Sonderbehandlung.

Nahezu jede andere Partei hat ebensolche Sprachwiederschöpfer, deren Wörter über die Ozeane in alle Welt getragen.

Nahezu jede andere Partei zieht mit ihren Burschen und Mädchen hinaus, hoch über der Stadt die „gold’ne Fahne der Arbeiter“ zu besingen.

Nahezu jede andere Partei stellt eine Brandschaft, das „Feuer zu beschützen und zu schüren“.

Nahezu jeder Bündnisinnenminister der anderen Partei stellt die Portschy-Frage.

Bei einer dieser anderen Parteien, die nahezu wie die FPÖ sind, muß der Neid auch recht besonders ausgeprägt sein. Vielleicht liegt es an ihrer Farbe. Einerlei. Jedenfalls versucht sie massiv, nahezu wie die FPÖ zu sein. Da eine Unterstützung für einen Innenminister. Dort „Vertreter zu treffen“ von … mit Freude sichtlich.