James Baldwin, Schriftsteller, aber ohne Nobelpreis

„Ich vermute, einer der Gründe, warum Menschen so hartnäckig an ihrem Hass festhalten, ist, weil sie spüren: wenn der Hass einmal verschwunden ist, werden sie gezwungen sein, sich mit Schmerz zu beschäftigen“, sagt der Literaturnobelpreisträger James Baldwin. Das gilt für Hassprediger, aber das gilt umgekehrt auch für uns alle in anderer Form.

Martin Schenk, 9. September 2022, Wenn das Urvertrauen angeknackst ist – Virus, Krieg, Flucht, Klima: Der Sozialpsychologe Klaus Ottomeyer untersucht unseren Umgang mit Bedrohungen. Die Presse

„Ich vermute, einer der Gründe, warum Menschen so hartnäckig an ihrem Hass festhalten, ist, weil sie spüren: wenn der Hass einmal verschwunden ist, werden sie gezwungen sein, sich mit Schmerz zu beschäftigen“, bemerkt Literaturnobelpreisträger James Baldwin. Wir alle haben mit Verletzungen in unserem Leben zu kämpfen. Von Kindheit an.

Martin Schenk, 17. November 2020, Augustin

„Ich vermute, einer der Gründe, warum Menschen so hartnäckig an ihrem Hass festhalten, ist, weil sie spüren: wenn der Hass einmal verschwunden ist, werden sie gezwungen sein, sich mit Schmerz zu beschäftigen“, sagt der Literaturnobelpreisträger James Baldwin. Das gilt für Hassprediger, aber das gilt umgekehrt auch für uns alle in anderer Form.

Martin Schenk, 4. Juni 2021, MO, SOS-Mitmensch

Wir alle haben mit Verletzungen in unserem Leben zu kämpfen. Von Kindheit an. Verletzungen können durch Hass weitergetragen werden, wodurch sie noch mehr Schaden verursachen. Sie können unterdrückt werden und so den Fluss des Lebens zum Stillstand bringen. Oder sie können angenommen werden und so für die Herausforderungen des Lebens frei machen. „Ich vermute, einer der Gründe, warum Menschen so hartnäckig an ihrem Hass festhalten, ist, weil sie spüren: Wenn der Hass einmal verschwunden ist, werden sie gezwungen sein, sich mit Schmerz zu beschäftigen“, bemerkt […] James Baldwin.

Ö1, Gedanken für den Tag, 26. Jänner 2023. Martin Schenk über Hass und Schmerz, beschäftigt sich mit dem, „Was Kindern jetzt gut tut“

Es hat dann doch drei Wochen gedauert, bis auf der Website des Radiosenders Ö1 es richtiggestellt wurde, bis zum 16. Februar 2023, daß nicht James Baldwin Literaturnobelpreisträger ist, sondern Elias Canetti, und es auch Martin Schenk großzügig kommentierte: jetzt werde genommen und gegeben

Fortan werde, so durfte vermutet werden, Martin Schenk den Literaturnobelpreis nicht mehr an James Baldwin vergeben, aber schon in der ersten Ausgabe des Gemeindebriefes für die Monate Februar und März 2023 vergibt Martin Schenk den Literaturnobelpreis wieder an James Baldwin, ohne diesmal jedoch den Literaturnobelpreis einem anderen Menschen zu nehmen, die Großzügigkeit setzte sich durch …

„Ich vermute, einer der Gründe, warum Menschen so hartnäckig an ihrem Hass festhalten, ist, weil sie spüren: wenn der Hass einmal verschwunden ist, werden sie gezwungen sein, sich mit Schmerz zu beschäftigen“, bemerkt Literaturnobelpreisträger James Baldwin. Wir alle haben mit Verletzungen in unserem Leben zu kämpfen. Von Kindheit an.

Martin, Schenk, 1. Ausgabe Februar und März 2023, Gemeindebrief der evangelischen Pfarrgemeinde A. B. Purkersdorf, Evangelisch im Wienerwald

Es muß diese Aussage von James Baldwin einen dermaßen starken Eindruck auf Martin Schenk machen, daß er es über Jahre immer wieder zitiert, ganz gleich worüber er, Martin Schenk, spricht, schreibt, er findet zu dieser Aussage immer ein Thema, eine Krise, eine Problematik, daß ihm ermöglicht, die Aussage von James Baldwin zu zitieren … Verletzungen, Schmerz, Haßpredigt, Kindheit, Besprechung eines Buches über Virus, Krieg, Flucht, Klima

Er, Martin Schenk, wird wohl auch in Zukunft weitere Themen finden, um diese Aussage von James Baldwin wieder zitieren zu können, dann aber endlich ohne seine Vergabe des Literaturnobelpreises an James Baldwin, nun, da er ihm, Baldwin, selbst den Literaturnobelpreis genommen …

Wie schnell hätte gesagt werden können, Martin Schenk verbreitete bis zum 16. Februar 2023 damit über Jahre und über den Gemeindebrief auch weiter fake news

Aber es sind keine fake news, es sind, was fake news wohl stets sind: self fake news … aus dem durchaus auch nicht selten hehren Wunsch heraus, die Wirklichkeit möge die eigene vorgestellte Wirklichkeit sein, auch die Wirklichkeit der Vergangenheit möge die eigene vorgestellte Wirklichkeit der Vergangenheit sein, die eigene vorgestellte Wirklichkeit möge die vergangene, die gegenwärtige, die zukünftige Wirklichkeit sein, aber bereits die Wirklichkeit der Vergangenheit war keine, die James Baldwin zu einen Literaturnobelpreisträger …

Betrüblich daran, nein, bezeichnend für die Qualität der Medien in Österreich, die als Qualitätsmedien in Österreich gelten, ist, daß durch all die Jahre offensichtlich kein Mensch Martin Schenk darauf aufmerksam machte, daß James Baldwin kein Literaturnobelpreisträger ist, daß es ein Hochbildungsradiosender wie Ö1 ihn nicht im Moment der Ausstrahlung berichtigte, daß eine Hochbildungstageszeitung wie „Die Presse“ es mit diesem Fehler veröffentlichte …

Und wie steht es um die Aussage von James Baldwin, die für Martin Schenk derart beeindruckend zu sein scheint, daß ihm die Vorstellung gewiß, ein Schriftsteller von solch einer gewichtigen Aussage kann nur mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden sein?

Er, Martin Schenk, bringt diese Aussage also auch, wenn er etwa von „Hassprediger[n]“ schreibt. Aber reden die Predigerinnen gleich welcher Religion nicht stets die Liebe? Freilich, menschgemäß reden die Prediger stets von der religiösen Liebe, wie ihre Organisationshandbücher sie lehren: die religiöse Liebe, der Haß —

Was aber, wenn Menschen nicht hartnäckig an ihrem Haß festhalten, sondern sie ständig gezwungen sind, sich mit ihrem Schmerz zu beschäftigen? Und diese hartnäckige Beschäftigung mit ihrem Schmerz die Ungeheuer gebiert, die Martin Schenk mit James Baldwin Haß nennt.

Die hartnäckige Beschäftigung mit dem eigenen Schmerz muß zu einem Handeln führen, das einen Ausweg aus dem eigenen Schmerz ermöglicht. Was für eine Art des Handelns das ist, was für einen Ausweg Menschen finden, die sich hartnäckig mit ihrem Schmerz beschäftigen, nun, das beschreibt Martin Schenk mit James Baldwin … Die hartnäckige Beschäftigung mit dem eigenen Schmerz gebiert keine bessere Welt, die hartnäckige Beschäftigung mit dem eigenen Schmerz betoniert Wirklichkeit, wie sie ist.

RSO wird als RS 0 fortgeführt

Viele machten und mußten sich in den letzten Tagen Sorgen machen, Zehntausende unterschrieben sogar eine Petition für den Erhalt des RSO. Wie nun zu vernehmen ist, es wird mit RS0 fortgefahren, die Zukunft gesichert, auch dadurch, die Marke auf einen dynamischeren Namen zu ändern: RS 0 — und es wird dafür viel Geld in die Hand genommen, mehr Geld denn je, waren es für RSO bisher neun Millionen im Jahr, so sollen es nun für RS 0 zwanzig Millionen … allein für eine ganz der Moderne verschriebenen Veranstaltung zwei Millionen …

Menschgemäß muß der ORF und mit ihm sein Generaldirektor auch für dieses Kulturbekenntnis, für diese massive Förderung der Kunst, für diese ihre Liebe zu neuen Tönen herbste und also ungerechtfertigtste Kritik einstecken.

So schreibt etwa eine Tageszeitung zu diesem ganzjährigen Grand Prix der Moderne:

Den ORF kostet dieser Unsinn mehr als 2 Millionen Euro – mehr als eine Million Euro an Produktions-Kosten für die RS-0-Übertragungen (alle Proben, Vor- und Nachberichte) an insgesamt drei Tagen – Immer zeitgleich und parallel mit Servus TV. Und rund eine weitere Million an anteiligen Rechtekosten für diesen RS-0-Grand Prix. Der Irrsinn daran: Der ORF zeigt genau dasselbe Bild wie Servus TV bei den Übertragungen und sehr ähnliche Interviews und Backstage-Berichte davor und danach. Heißt: Die Gebühren-Zahlenden sehen den RS-0-Grand Prix von Österreich zeitgleich (!) in ihrem Kabel- und Sat-Angebot zweimal – einmal GRATIS auf Servus TV, und einmal um 2 Millionen Gebühren-Geld am ORF. Insgesamt kostet der gesamte RS-0-Wahnsinn den ORF im kommenden Jahr angeblich mehr als 20 Millionen Euro (rund 15 Millionen an Rechte-Kosten und angeblich an die fünf Millionen an „versteckten“ Produktions-Kosten) – ein völlig unnötig verschwendetes Gebühren-Geld, weil sonst nämlich Servus TV die Rechte an allen RS-0-Übertragungen gekauft hätte und der ORF sich 20 Millionen Euro ersparen hätte können.

Es sollen zu dieser zukunftsweisenden Entscheidung, die der ersten Formel des Erfolgs verpflichtet ist, die Fortführung unter dem Branding RS 0 zu garantieren, bereits viele von der sogenannten Verantwortungsspitze des Landes, die schon zu harten strafrechtlichen Maßnahmen greifen wollten, äußerst positiv gemeldet haben, es sei dieser, wie allen voran auch der sie Anführende sich ausdrückte, fortgesetzten unverantwortlichen Werbung für das Gib-Gummi-zum-auf-der-Straße-Kleben oder, wie es einst einer der ersten Formel Verpflichtete selbst für einen Moment bereits hellsichtig erkannte, für das Warum-soll-ich-wie-ein-Trottel-mit-den-anderen-im Kreis-Gummi-kleben

Prova d’Austria

Eine Tuba erbläst noch keinen Winter, und ein Präsident noch keinen Herbst, das ihm anzulasten wohl ungerecht wäre, und ihm auch noch zu viel Einfluß bescheinigte, daß seine Probe des geblasenen Blechs Auftakt gewesen wäre, die im Grunde doch nur eine der vielen Proben für das, was nun auch in seiner Probe der Generaldirektor aus dem österreichischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu machen ihm vorgegeben gewillt ist: einen noch österreichischeren …

Eine einschneidende Probe des Noch-Österreichischeren gab in der tiefsten Coronazeit, einfach wie kurz gesagt, die Bundesregierung, als sie ebenso planlos aber ganz ihrer Identität hörig wie nun der vor allem von einer der Regierungsparteien installierte Generaldirektor den

Traum der idealen österreichischen Identität: Der fressend, saufend und betend kulturlos und kunstbarbarisch schifahrende Mensch

Geblasenes Blech

Als Alexander Van der Bellen in seiner heurigen Neujahrsansprache in seiner umfassenden Aufzählung der Menschen in diesem Land, die Aufgaben erfüllen, die Aufgaben der Künstler für „unseren Erfolg als Gemeinschaft“ nicht erwähnte, er für die Künstlerinnen keine Aufgaben in diesem Land sah, die diese erfüllen, um „unseren Erfolg als Gemeinschaft“ zu ermöglichen, wurde gedacht, ein Präsident allein vertreibt noch keinen Sommer, und wenn für ihn als einzelnen die Kaunertalisierung Erfolg war, so soll es ihm …

Kaum zwei Monate später aber spricht der Generaldirektor des österreichischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks, dieser, der Rundfunk, solle österreichischer werden —

Österreichischer

Das ist so eine der Ankündigungen, die gemeinhin wohl gezählt zur Kategorie der gefährlichen, der gemeingefährlichen, der gemeinschaftsgefährdenden …

Was kommen wird, wenn diese Ankündigungen umgesetzt sein werden, der Präsident hatte im letzten September bei seinem Einzug ins Kaunertal eine Probe gegeben, wird das, wenn der ORF noch österreichischer sein wird, das Vorgesetzte sein: Geblasenes Blech

Es geht nicht nur um das Orchester, es geht etwa auch um das Klassikportal, und der Breitensport soll auf ORF 1 … das wird den Präsidenten mit seinen sportlichen Vergleichen freuen, dem das Land ohnehin schon eine Sportnation … und ist nicht Sport der Kultur höchste Kultur, zu der ein Land wie Österreich …

Das wäre wirklich eine Kulturschande für eine Nation, die sich auf Kultur beruft, als wäre die ihr zweiter Vorname: Kulturnation! Und wollen ein Orchester einfach wegrationalisieren, das auch neue Musik spielt und außerdem einen weiblichen Chef hat. Ausradieren die blöden Instrumente.

Wir wissen besser, welche Instrumente wir brauchen, das ist ihr Leitspruch. Unsere Instrumente stimmen! Und was stimmt, entscheiden wir. Wir haben das Instrument der Korruption, das Instrument der Vetternwirtschaft (da gibt es keine weibliche Form), das Instrument der fetten Sparprogramme und das Instrument des Schlaucherltums und noch ein paar andre misstönende Geräte, aus denen nie was rauskommt.

Wir hören nichts, doch wir wissen, wir wollen was andres hören! Das RSO darf nicht weggestrichen werden, die Aufgabe der Streicher ist eine andre, und zwar: gehört zu werden!

Elfriede Jelinek, 22. Februar 2023

Kloepfer

Wie lieb ein Buch in die Kamera gehalten wird, ach, ein harmloses Buch, nur ein Bändchen Gedichte, mit einem gar so friedlichen wie sinnigen Titel: „Joahrlauf“, von Hans Kloepfer, aus dem Verlag, für den auch der Präsident schon mal lieb ein Buch in die Kamera hält, wohl auch ein ganz und gar harmloses Buch, das kein reines Bändchen mit Gedichten, das der Soldateska zur Verpflegung in den Tornister gesteckt werden kann, wie die Bändchen des Hans Kloepfer in die Rucksäcke der Soldateska gesteckt werden konnten, die sie wohl nähren sollten, wenn zum Stillen des Hungers kein Brot mehr, die der Soldateska eingepackt als Speck, sie zu kräftigen zum Weiterkämpfen —

Ein weitere Fotographie zeigt die Schautafel „Die Stimme Hans Kloepfers“… Vielleicht erinnerte sich die Soldateska , wenn sie in den Pausen zwischen Gemordetwerden und Morden sich satt las, an seine Stimme, und fühlte sich von ihm direkt angesprochen, alle „Buabn“ persönlich einzeln von ihm mit Hoffnung und Zuversicht gefüttert: „Wanns d‘ hoamkimmst, mei Bua“ —

Heimgekommen sind sie, aber nicht zu ihm, in seine warme steiermärkische Stubn, in der auf dem Tisch nicht Gedichtbändchen zum Verzehr, zum Stillen des Hungers und des Durstes, sondern Brot, Speck, Wurst, Eier und Schilcher

Heimgekommen sind sie, die Buabn, aber nicht mit dem Zug, auch nicht in Särgen, sie wurden einfach liegengelassen, auf irgendeiner Erde, einfach dort zurückgelassen, wo sie heimkamen und fortan ihnen ihre Heimat, die einzige Heimat als ihre Belohnung, die ihnen von der Heimat, von der sie ausmarschierten, je zugedacht, je zugebilligt —

Aber um Hans Kloepfer soll es nicht mehr gehen, zu viel schon zu ihm geschrieben, nicht um der Vergangenheit will, sondern einzig, weil von ihm in der Gegenwart nicht gelassen werden will, wieder und wieder für ihn sich Menschen betätigen, ihnen seine Heimaterdgesinnung weiter Nahrung sein will, obgleich die Speisekammern voll sind mit Brot, Speck, Wurst, Eier, Schilcher, kein Mensch hungern, dursten, frieren, ohne Sarg, ohne Urne heimkommen muß

Auf dem so lieb auf die unschuldigste Weise in die Kamera gehaltenen Gedichtbändchen ist zu lesen: „Hans Kloepfer Joahrlauf Gedichte in steirischer Mundart Mit Holzschnitten von […]“

Von diesem Schnitzer, der auch ein Meister aus Österreich ist, ist noch zu erzählen, ebenfalls einzig der Gegenwart wegen, von diesem Holzmeister, dem die Erziehung auch recht, recht wichtig war, wie ein von ihm bereits vorgestellter Holzschnitt —

Er hat einen Namen. Bevor aber sein Name in einem Kapitel doch zu nennen sein wird, soll von ihm ein weiterer Holzschnitt gezeigt werden, den er mit einem Spruch versah, als wäre dieser von ihm selbst —

Wer sein Volk liebt, beweist es einzig durch die Opfer, die er für dieses zu bringen bereit ist.

oder von ihm dem Tirolerischen in den Mund gelegt, der auch heute noch für nicht wenige ein Idol so recht, recht nach deren Heimaterdgesinnungsgeschmacke

„pennale Studenten- und Absolventenverbindung Hans Kloepfer zu Voitsberg/Köflach – ein wesentlicher ideologischer Wegbereiter des Nationalsozialismus in der Weststeiermark“

Das

Nicht teilen wir die politische Einstellung von Dr. Hans Kloepfer in der Zeit nach 1938!

ist am 20. Februar 2023 auf der Website der „pennalen Studenten- und Absolventenverbindung Hans Kloepfer zu Voitsberg/Köflach“ zu lesen, nicht zu lesen ist auf ihrer Website der zweite Teil der Überschrift: „ein wesentlicher ideologischer Wegbereiter des Nationalsozialismus in der Weststeiermark“ …

Sie, die Verbindung, bekennt sich also, da sie das nicht ausschließt, zur kloepferisch-ideologischen Wegbereitung des Nationalsozialismus

Ihre Mitglieder bekennen sich zur Pflege des deutschen Volkstums in Brauch, Wort und Lied und stehen zur Mensur.

Das ist von der Verbindung in einen Satz gebracht, den Hans Kloepfer ohne Einschränkung mit ihr, der Verbindung, zu jeder Zeit teilte, lebte, der für sie noch lebendig, er noch und er würde ihren Satz heute ebenso wie sie formulieren, vielleicht sogar ihr zur Ehre unverändert übernehmen, diesen an die Zeit angepaßten Satz, also nicht mehr so direkt ausgesprochen wie einst, als es, auch von ihm, noch so direkt:

Ein einziges, freies, glückliches und ewiges Deutschland, ein Deutschland, das alle umfaßt, die desselben Blutes und derselben Sprache sind.

Hans Kloepfer war, wie Sigfried Uiberreither in seiner Grabrede auf Hans Kloepfer, dabei wohl mit Stolz auf die aus Berlin oder aus der Wolfsschanze geschickten Ehrenkränze blickend, ein „Kämpfer der Verbotszeit“

Wenn sie „die politische Einstellung von Dr. Hans Kloepfer in der Zeit nach 1938 nicht teilen“, teilen sie dann mit ihm,

teilt die Verbindung dann mit ihm, „Kämpfer der Verbotszeit“ zu sein? Es gab in Österreich bis zum 13. März 1938 die Verbotszeit für die kloepferische Ideologie, wie es die Verbotszeit ab dem 8. Mai 1945 für die kloepferische Ideologie wieder gibt.

Das Kämpfen will geübt sein, und wie kann das Kämpfen recht geübt werden, im Fechtkampf, auf den die Mitglieder auch dieser Verbindung stehen. Und nach solch einem Kampfe darf eine Belohnung nicht fehlen, und was sind die rechten Belohnungen nach solch einem brav gefochtenen Kampfe, auch als pädagogischen Ansporn, weiter brav — die „Akademikerbälle“

Und zum Vorglühen, ehe es auf den Ball geht, eine Schnurre über den Heimatdichter, mit dem geteilt wird und nicht geteilt wird, vom streifzüglerischen Kulturwissenschafter in einer Tageszeitung, von solch einem bleibenden Wert wie die kloepferschen Gedichte, aufbewahrt von dieser Verbindung auf ihrer Website mit ihrem Postkasten Hans Kloepfer …

Wie in Eibiswald, so in Köflach – Wissen, was ist

Was in Eibiswald, im Geburtsort von Hans Kloepfer, an „Wissen was war“ zu erfahren ist, wurde in „Oft vergessen“ erzählt. Nun soll noch erzählt werden, was in Köflach, im Sterbeort von Hans Kloepfer, zu erfahren ist, gemäß dem offensichtlichen Leitspruch des Museums Köflach: „Wissen war war“ …

Wie in Eibiswald, so in Köflach.

Damit ist zusammengefaßt, was im Geburtsort und im Sterbeort an „Wissen was war“ zu erfahren ist – eine besenrein gemachte Heimat der Vergangenheit.

Von Interesse aber an „Wissen war war“ ist das Wissen, was ist. Und wer die Website der Gemeinde Köflach durchsucht, am 18. Februar 2023, erfährt einiges darüber, was ist, oder sollte gesagt werden, was nicht ist …

Auf der Website der Gemeinde Köflach werden „keine Ergebnisse gefunden“ zum „Nationalsozialismus“, zu „Kloepfer“ werden Ergebnisse angezeigt, aber alle haben nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun, genauso, wie Hans Kloepfer …

Es gibt auf der Website der Gemeinde Köflach eine Seite der „Geschichte der Gemeinde Köflach“, die einen Einblick gibt, wie das „Wissen was war“ ist —

1936 Gründung des Arbeiter Sportklubs Köflach. 1939 Stadterhebung 1944 Am 27. Juni 1944 stirbt der Dichterarzt Hans Kloepfer. 1945 Bombenangriffe durch amerikanische Flugzeuge fordern insgesamt neun Todesopfer. 1946 Beginn der Instandsetzung der stark beschädigten Straßen. Gründung der Sing- und Spielgruppe durch Karl Romich. 1947 Gründung der „Gemeinnützigen Siedlungsgenossenschaft der Arbeiter und Angestellten“. Rege Wohnbautätigkeit. 1949 Als erstes Industrieunternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Gradenberger Formen- und Maschinenfabrik gegründet.

Das muß für die Gemeinde Köflach bitter gewesen sein, die

Stadterhebungsfeier konnte jedoch nicht stattfinden, weil am 1. September 1939 der Krieg mit Polen und damit der Zweite Weltkrieg ausbrach.

Es brach der Krieg mit Polen aus. Damals wie heute, ein Krieg bricht einfach aus, zwei Staaten beschließen einvernehmlich, gegeneinander Krieg zu führen, damals der einvernehmliche Krieg zwischen einem Österreicher, der sich Deutschland nannte, und Polen, heute der einvernehmliche Krieg zwischen Putin, der sich Rußland nennt, und der Ukraine, einfach die in gemeinsamer Verhandlung getroffene Entscheidung von zwei Staaten für einen Krieg, und nicht die einsame Entscheidung eines Staates, einen anderen Staat, der keinen Krieg will, zu überfallen, überrennen, erobern, vernichten zu wollen …

Ebenso bitter für die Gemeinde Köflach muß es 1944 gewesen, ihren Dichterarzt zu verlieren. Was für ein armes Begräbnis mußte das gewesen sein, der Österreicher konnte nicht selbst kommen, nur einen Kranz schicken. Und so bitter ging es für die Gemeinde Köflach weiter, 1945 mit den Bombenangriffen durch amerikanische Flugzeuge, neun Todesopfer

Frohen Mutes aber ging es in der Gemeinde Köflach schon 1946 daran, die stark beschädigten Straßen instandzusetzen, es wird die Arbeit leicht von der Hand gegangen sein, unter Begleitung der Sing- und Spielgruppe, gegründet von Karl Romich

Karl Romich wurde am 26. Juni 1911 in Köflach geboren. Er besuchte die Volksschule und die Bürgerschule. Danach absolvierte er eine Lehrerbildungsanstalt. Im Anschluss daran, arbeitete er als Lehrer. Sein Beitritt zum NSLB erfolgte im Oktober 1936. Am 1. Mai 1938 wurde Romich mit der Mitgliedsnummer 6.109.357 in die NSDAP-Ortsgruppe Köflach aufgenommen. In der Kreisleitung war er Leiter des Kulturamtes, welches Teil des Kreispropagandaamtes war. 1941 beantragte Romich die Ausstellung einer anderen Mitgliedsnummer, da er laut eigener Angabe schon 1933 der NSDAP beigetreten war. Da es für diese Behauptung keine Belege gab, wurde der Antrag abgewiesen.

Eine Richtigstellung

Es passierte am 26. Jänner 2023. Was mußte seitdem nicht alles spekuliert werden. Ob es ein Irrtum, ein Fehler oder doch abgründiger … Nun ist es gewiß. Es war bloß ein Irrtum, bloß ein Fehler.

Der Fehler wurde behoben. Richtiggestellt am 16. Februar 2023.

Es muß nicht weiter spekuliert werden. Eines doch, vielleicht. Ob die Richtigstellung mit ein wenig Widerwillen vorgenommen wurde? Aber nein, kein Zeichen eines Widerwillens, es passierte dabei bloß ein weiterer Fehler, ein geringer Fehler, bloß ein Tippfehler, daß auch der zweite Buchstabe großgeschrieben: „LIteraturnobelpreisträger“. Allerdings, ein schöner Tippfehler. So wurde einst „GOtt“ geschrieben, mit zwei großen Buchstaben am Anfang. Ein Tippfehler, der nicht zu verbessern ist. Die Gemeinde Canettis wird es freuen.

Es wird nicht gewußt, das muß eingestanden werden, wie lange diese Sendung, in der wohl weiter der Fehler enthalten ist, der Podcast dieser Sendung abrufbar bleibt, es stellt sich aber doch die Frage, ob nicht auch die Sendung, der Podcast neu aufgenommen werden müßte, die Sendung mit dem bereinigten Fehler noch einmal ausgestrahlt werden müßte, um den Fehler, der nun im Beitragstext auf der Website des Radiosenders berichtigt wurde, nicht auf diese Weise weiter seine Verbreitung …

Aber das soll nicht mehr kümmern. Es fand doch so schon einen guten Schluß der Spekulation. Immerhin, es kann schon nach drei Wochen das letzte hierzu je zu schreibende Kapitel mit dem Satz enden, den am 16. Februar 2023 der Verfasser und Sprecher der Gedanken für den Tag

Jetzt wird genommen und gegeben. Die Preise tragen und die Schriften stellen wieder richtig.

Ein Fehler, der Unwille zur Richtigstellung

Würde es nicht nach wie vor vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbreitet werden, wie es heute noch, am 15. Februar 2023, auf der Website seines Hochbildungsradiosenders zu lesen ist, daß Elias Canetti kein Literaturnobelpreisträger, sondern nur ein Schriftsteller, dafür James Baldwin Literaturnobelpreisträger, Elias Canetti also sein Literaturnobelpreis genommen, James Baldwin der Literaturnobelpreis gegeben, der diesen je nicht bekam, es wäre zu dem, was bereits hierzu geschrieben wurde, nichts mehr hinzuzufügen.

Aber seit drei Wochen beharren die Macher des Hochbildungsradiosenders auf ihre Verbreitung des Falschen, seit drei Wochen sehen die Macherinnen des österreichischen Hochbildungsradiosenders keine Notwendigkeit der Richtigstellung.

Was sie nicht dazu bewegt, es endlich richtigzustellen, können Gründe sein, über die bereits spekuliert wurde, und da sie nicht dazu zu bewegen sind, es richtig zu stellen, laden sie ein, weiter darüber zu spekulieren. Vielleicht wollen sie jenen, die so begierig darauf aus sind, „Panik“ zu verbreiten, noch eine „Anekdote“ willfährig liefern, die diese dann wieder als Beweis hysterisch verkaufen können, wie sehr inzwischen „Cancel Culture“ —

Wenn „Cancel Culture“ genannt wird, muß sofort dazu das Buch „Cancel Culture Transfer: Wie eine moralische Panik die Welt erfasst“ von Adrian Daub genannt werden, zur Klarstellung, was es mit „Cancel Culture“ auf sich hat: Nichts Neues. Recht sehr Altes, bloß Aufgewärmtes umetikettiert —

Und bevor ein Mensch, der mit größter Wahrscheinlichkeit ein vor lauter Erregung weiß im Gesicht nicht mehr sehr jung seiender Mann sein wird, es als seinen schlagenden Beweis bastelt, um vor „Cancel Culture“ zu warnen, anzuprangern, wie weit es mit der Meinungsfreiheit gekommen ist, wobei er menschgemäß alles seine Argumentation Störende, seine Argumentation null und nichtig Machende weglassen wird, verschweigen wird, daß es nur eine und noch dazu kleine Anekdote ist, soll hier schon klargestellt sein, es ist nicht einmal eine Anekdote, es ist bloß ein Fehler und der Unwille, einen Fehler einzugestehen und vor allem zu berichtigen, aber auch ein solch unberichtigter weiter verbreiteter Fehler kann vor allem solch nicht mehr jungen, weiß angelaufenen Männern …

Dabei, was wäre heute, auch am 15. Februar 2023, alles zu schreiben, wird nur ein Blick auf die Schlagzeilen dieses Tages

„Oft vergessen“

[3] Hans Kloepfer, Eibiswald, Graz 1933. Auch Hans Kloepfer hielt hier seine Dichterlesungen. Während einer seiner Lesungen im August 1928 war der Saal bis zum Bersten voll mit Gästen aus der ganzen Steiermark. Als „größter Sohn der Gemeinde Eibiswald“, dem im Markt auch ein Museum gewidmet ist, gilt Dr. Hans Kloepfer. 1867 als Sohn eines aus Schwaben eingewanderten Wundarztes in Eibiswald geboren, war er zwar Werksarzt in Köflach, wo er 1944 starb, blieb Eibiswald aber eng verbunden. Als Dichter der Weststeirer und Chronist des Marktes ist er unvergessen. Mit ihm ging die „Dynastie” der Stelzer, die auch Hans Kloepfer gewürdigt hat, zu Ende. In der Folgezeit verkaufte Klöpfer, der Vater des berühmten Dichters Hans Kloepfer, einige Grundstücke, unter anderen auch an den Schlosser Pabstmann. 1867 kam in diesem Hause der Dichter und Arzt Dr.Hans Kloepfer auf die Welt. Herrn Klöpfers Ordination lag im Osttrakt des Erdgeschoßes. Der überwiegende Teil seiner Patienten rekrutierte sich aus Arbeitern des Stahlwerkes und der Kohlengruben in der heutigen Gemeinde Pitschgau, bzw. deren Familienangehörigen. 1958 erwarb der Eibiswalder Kultur- und Wirtschaftsförderungsverein das Haus, nachdem schon vier Jahre vorher RR.Othmar Kreuzwirth begonnen hatte, das Erdgeschoß zum Kloepfer- und Heimatmuseum” umzugestalten. Das in seinen Grundmauern barocke Haus, gewichtig am Ortsanfang gelegen, ist das Geburtshaus des steirischen Dichters und Arzt Dr. Hans Kloepfer. In diesem Haus findet man Eibiswalds Universalmuseum en miniature: lokale Frühgeschcihten, bäuerliches Leben und Arbeiten in der Südsteiermark, Koralpenglas und Stahlproduktion werden ausgestellt; ein Raum ist dem aus Eibiswald gebürtigen Dichterarzt Dr. Hans Kloepfer (1867-1944) gewidmet. Über sein dichterisches Werk und seine Arbeit als Volkskundler und Heimatforscher – letztere oft vergessen – informiert eine Sammlung sachlich und kenntnisreich.

Das ist es auch schon, was auf der Website der Marktgemeinde Eibiswald zu Hans Kloepfer, dem Kämpfer der Verbotszeit, zu finden ist, am 14. Februar ’23. Ein Heimatforscher war der Nationalsozialist also auch, bei dessen Lesung der Saal bis zum Bersten voll mit Gästen aus der ganzen Steiermark, ein Heimatforscher war er also auch, der größte Sohn der Gemeinde Eibiswald, ein berühmter Dichter war er, dem im Kloepfer- und Heimatmuseum ein Raum gewidmet ist, ein Dichterarzt war er, Volkskundler und Heimatforscher war er, worauf oft vergessen — Ganz aber kann auf der Website der Marktgemeinde Eibiswald auf die Nazis doch nicht vergessen werden, auch wenn es sich so liest, als wäre es zum besten geben am Wirtshaustisch

Und auch darauf wird nicht vergessen zu berichten, was zu vergraben war, um es aufzubewahren, um, wenn die Russen, die Titos wieder fort, die Zeit wieder ist, wie sie vor ihnen war, dergleichen hervorzuholen, die Auszeichnungen als Legitimation, die Hitlerbüsten als Zeichen der ewigen Treue, zur Erziehung der Kinder …

Haus Nr.157  Gendarmeriewohnhaus

Im Jahre 1943 errichtet, war es von Anfang an für die verheirateten Gendarmeriebeamten und deren Familien bestimmt. Hier wohnte auch Johann Prater, der von Mai 1945 bis 1946 Bezirksgendarmeriekommandant gewesen war. Von ihm erfuhren wir auch so manche interessante Begebenheit: „Bei Kriegsende 1945 hat wahrscheinlich jeder meiner Kollegen etwas im Gemüsegarten hinter dem Haus vergraben. Auszeichnungen, Hitlerbüsten und dergleichen durften nicht von den Russen oder „Titos” gefunden werden. Auch ich vergrub etwas, nämlich meine Tagebücher.”