Glück auf, für die Stichwahl

Alexander Van der Bellen hat es nun, 2. September 2022, geschafft, die notwendigen Unterstützungserklärungen zu bekommen, um als Bewerber um das Amt der Bundespräsidentin, die nur ein Mann sein darf, am 9. Oktober 2022 in Österreich antreten zu dürfen. Es wird eine reine Männerwahl, im 21. Jahrhundert in Österreich. Es wird keine Bewerberin gewählt werden können. Des Mannes Österreichtraum erfüllt: die einhundertprozentige Quote —

Alexander Van der Bellen bekannte auch vor Kurzem, es brauche nur ihn, den Bundespräsidenten, es brauche also keine sie, keine Bundespräsidentin

Und bei seinem gestrigen Herzeigen auf der Straße

nahm der 78-jährige Volkswirt nicht beim Innenministerium, sondern vor seinem Amtssitz am Ballhausplatz vor. „Das Leben ist zu kurz, um schieche Bilder zu machen“, begründete er die Ortswahl vor Journalisten, denn bei der Wahlbehörde gebe es zurzeit eine Baustelle.

bekannte er „erneut,

dass er sich keinen TV-Diskussionen mit seinen Gegnern stellen werde. „Nein, ich stoße mich schon am Wort Politduell“, sagte er auf eine entsprechende Frage.

Was für ein wunderbar lernfähiger Bewerber. Vor seiner letzen Wahl stellte er sich TV-Diskussionen, die auch damals schon massenhaft Duelle genannt wurden, für ihn aber kein Anstoß waren. Brav duellierte er sich. Sechs Jahre seine Lernzeit, dieses Wort anstößig zu finden.

Es ist auch nicht notwendig, daß er noch einmal in TV-Diskussionen geht, um mit seinen Bewerbern – es werden, ach, gute alte, alte Zeit des 21. Jahrhunderts, diesmal ausschließlich Männer sein – sich auszutauschen, zu erzählen, zu beteuern, wie er, Alexander Van der Bellen, in den nächsten … die Wählenden brauchen für ihre Stimmentscheidung bloß die sechs Jahre seiner letzten Amtszeit in Erinnerung zu rufen, um zu wissen, was sie von ihm zu erwarten haben werden, er braucht nichts mehr zu versprechen, sie werden sich je nicht zu wundern brauchen, was alles nicht geht —

Alle Kirchen sind Propaganda

Welche Stadt, welche Ansiedlung in den Bergen, welches Dorf unten in den Tälern auch immer im Sommer besucht wird, Urlaubende auferlegen sich die erste Urlaubspflicht, gläubig oder nicht, Kirchen zu besuchen, muß, in einem Café auf dem Platz vor dem Dom in S. beim Anblick der Massenurlaubsprozessionen in den Dom, gedacht werden. Sie gehen in die Kirchen hinein, nicht um dem Domherrn zu besuchen, zu huldigen, sondern, so ist es massenhaft zu hören, die Kunst in den Domen zu bestaunen, die Kunst in den Kirchen, die unbedingt, so ist es massenhaft zu hören, zu besichtigen ist.

Aber die Kunst in den Kirchen ist die Kunst, von der Eric Arthur Blair schrieb, die Propaganda ist. Allerdings sagte er dies über alle Kunst. Alle Kunst sei, so Blair, Propaganda.

Er hätte es einschränkend formulieren müssen, vielleicht so:

Die Kunst in den Kirchen ist Propaganda, weil alle Kirchen Propaganda sind.

Und was ist das für eine Propagandakunst in den Kirchen. Es ist eine einfältige Kunst, eine auf wenige Motive absolut beschränkte Reklamekunst. In jedweder Kirche stets dasselbe. Es sind immer die nach dem angeblich vom Domherrn verfaßten Werbeleitkatalog angefertigten und anzufertigenden Propagandawerke. Von so vielen Künstlerinnen. Als wäre alle Kunst in den Kirchen von einer einzigen Künstlerin, die auf wenige durch den Werbeleitkatalog absolut vorgegebenen und absolut einzuhaltenden Motive, die wohl auch domherrngefällig ebenso fixiert und einfallslos und dankbar, sich nicht selbst Motive —

Es sind, was in Kirchen vorzufinden ist, nichts weiter als Verfielfältigungen eines Sujets, wie die Serien etwa von Suppendosen, Coca-Flaschen eines Andy Warhol, bloß mit dem einen Unterschied, daß es Wiederholungen von Hunderten, von Tausenden Warhols —

Kirchen bestehen aus nichts anderem als aus Gleichartigem, deren Herstellungsgrund einzig Propaganda ist. Und für diese Propagandakonservendosen werden gerade in den Urlaubswochen Kirchen über Kirchen besucht, für diese Propagandakonservendosen wird darüber hinaus auch Eintritt bezahlt, um die Kathedralen der Propaganda betreten zu dürfen, werden lange, lange Wartezeiten in Kauf genommen, um beispielsweise den Dom in S. betreten zu dürfen. Und Frauen lassen sich verordnen, ihre nackte Schultern zu bedecken. Wenn sie selbst keine Textilie bei sich haben, um ihre Schultern zu bedecken, bekommen sie im kirchlichen Gebäude selbst ein ideologisch nicht abbaubares Wegwerftuch aufgedrängt, mit dem sie sich ihre Schultern bedecken müssen, während im Propagandadom ihnen dann präsentiert werden: aufreizende nackte Frauenpopos, die Domherren erotisierende Putten, also nackte Kindergestalten

Sie, die Urlaubenden, schlendern dann etwa auf einem Domfußboden, in den eingelassen sind Darstellungen von Massakern, Tötungen, auch etwa das Ermorden von einem Kleinkind, das der Mutter entrissen wird, die, so ist sie dargestellt, darüber entzückt zu sein scheint, als wäre das höchste Mutterglück, wenn ihr Kind ermordet wird, da auch ein Kind nach diesem Werbeleitkatalog schuldig ist, auch wenn sonst, außerhalb von diesen martialischen und pornographischen Gebäuden lange schon die Ansicht sich durchgesetzt hat, Kinder sind unschuldig

Im Café vor dem Dom in S. beim Betrachten der willig stundenlang wartenden Urlaubenden mit dem abgezählten Eintrittsgeld in der einen Hand und dem Smartphone in der anderen Hand kommt das Reichstagsgelände in Nürnberg in den Sinn. Und damit die Vorstellung, wie es wäre, wenn es für den Besuch des Reichstagsgeländes in Nürnberg wie etwa im Dom von S. Bekleidungsvorschriften gäbe, nicht nur gesinnungsentsprechende Bekleidungsvorschriften für Frauen, sondern auch für Männer, die beim Besuch des Reichstagsgeländes beispielsweise SS-Uniformen anzuziehen hätten, die Besuche des Reichstagsgeländes so wie die Besuche der Kirchen ohne jedwede Aufklärung, ohne jedwede Information über die massenhaften Verbrechen passierten, die Besuchenden des Reichstagsgeländes einzig wie in den Kirchen der Propaganda allein ausgesetzt —

Auf dem ehemaligen Reichstagsgelände in Nürnberg des untergangenen massenpropagandistischen Terrorregimes der Massenmorde und der Massenverbrechen jedoch gibt es ein Dokumentationszentrum, für dessen Besuch zwar Eintritt zu zahlen ist, aber keine Bekleidungsvorschriften, keine Propaganda, dafür aber umfassende Aufklärung und Informationen über …

Österreichweit

Darya Dugina (29) war ebenso wie ihr weltweit bekannter Vater Alexander Dugin (60) politische Analystin. Sie äußerte sich immer wieder kritisch zu den Sanktionen des Westens gegen ihr Land. Putins engster Berater, Alexander Dugin musste mitansehen, wie seine Tochter Darya im Feuerball einer Autobombe starb

Richard Schmitt ist Chefredakteur der „web eXXpress Medien Holding GmbH“, ein bekannter —

Diesmal aber die Analyse von Rene Rabeder, die politische. Am 22. August 2022.

Darja Dugina wird bis zur ersten Stunde nach ihrer Ermordung im Gegensatz zu ihrem Vater keine österreichweit bekannte Analystin gewesen sein.

Noch mehr bekannt als Alexander Dugin und absolut bekannt im Gegensatz zu Darja Dugina ist in Österreich Richard Schmitt als —

Wie Richard Schmitt und Rene Rabeder ist der Vater bloß ein „politischer Analyst“, war die Tochter bloß „politische Analystin“ — Das also, wofür der Vater steht, wofür die Tochter stand, ist bloße „politische Analyse“, analysiert eXXpress, ebenso profund wie der Vater — der, wie ein anderes österreichisches Medium des höchsten Standards analysiert, „erfolgreichste Freelancer“ —, analysiert, wie die Tochter analysierte.

Ist es dann nicht die erste Pflicht, die Nähe eines in Österreich weltweit bekannten Analysten zu suchen? Ist es dann nicht die höchste Pflicht, etwa eine Partei mit derartigen Menschen profundesten Analysefähigkeiten in ihrer Reihe zu einer Regierungspartei zu erheben, wie es in Österreich, ganz seines traditionellen Selbstverständnisses als Vorhut der politischen Entwicklung, geradezu avantgardistisch in geschichtlicher Zeitmessung erst vor Kurzem geschah?

Seiner Order „Töten, töten, töten“ wurde Alexander Dugin, dem Kameraden identitärer Gesinnung in Österreich, erfolgreich Gehorsam geleistet: seine Tochter Darja Alexandrowna Dugina ermordet

„Ich glaube, man muss töten, töten und töten. Ich sage das als Professor.“

Es ist Aleksandr Dugin eine brutale, eine schwarz-pädagogische Lektion erteilt worden. Nämlich, was es für jeden einzelnen Menschen konkret heißt, zum Morden aufzurufen.

Er sieht sich als Vorkämpfer, Wegbereiter: „Ich machte einen Schritt nach vorn, und mir folgte die Armee.“

Seine Tochter wurde ermordet.

Seine Aussagen nach der Ermordung seiner Tochter, Darja Alexandrowna Dugina, lassen nicht erkennen, er hätte, nun als unmittelbar betroffener Vater seiner Mordgelüste, daraus gelernt.

Lernunfähig, wie seine österreichischen Kameraden, lernunwillig, wie seine österreichischen Kameradinnen, spricht er weiter von „Front“, also vom Morden, spricht er weiter davon, „zu kämpfen“, also vom massenhaften Morden —

„Sie starb für das Volk, für Russland, an der Front. Die Front – sie ist hier“, sagte der ultranationalistische Intellektuelle zu Beginn der Zeremonie. Später fügte er hinzu: „In ihrer Kindheit waren fast die ersten Worte, die wir ihr beibrachten, natürlich „Russland“, „unser Staat“, „unser Volk“, „unser Imperium“.“ Der Vater der Getöteten, Alexander Dugin, rief unterdessen die Russen auf, im Sinne seiner rechtsnationalistischen und imperialistischen Ideologie zu kämpfen.

„Unsere Herzen dürstet es nicht einfach nach Rache oder Vergeltung. Das wäre zu klein, nicht russisch“, ließ Dugin über seinen Vertrauten, den Oligarchen Konstantin Malofejew, auf Telegram ausrichten. „Wir brauchen nur unseren Sieg. Auf dessen Altar hat meine Tochter ihr mädchenhaftes Leben gelegt. Also siegt bitte!“

Die Anteilnahme eines Papstes ist dem mordlüsternen Vater wohl zusätzlich willkommener Ansporn, weiter —

Die ukrainische Regierung ist von Papst Franziskus enttäuscht. Der Papst habe „seit dem Beginn der groß angelegten Invasion der Russischen Föderation in der Ukraine den konkreten Opfern des Krieges, darunter 376 ukrainischen Kindern, die durch die Hand der russischen Besatzer starben, nie besondere Aufmerksamkeit geschenkt“, sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba gegenüber europäischen Medien. Das Fass zum Überlaufen brachte aber offenbar eine Äußerung von Franziskus zum Tod der regimetreuen russischen Journalistin Darja Dugina, einer Tochter des nationalistischen Ideologen Alexander Dugin. Ohne ihren Namen zu nennen, hatte Franziskus bei der Generalaudienz am Mittwoch gesagt: „Ich denke an eine arme Frau, die in Moskau durch eine Bombe unter dem Sitz ihres Autos in die Luft flog. Die Unschuldigen bezahlen für den Krieg.“

Die „aktive Hasspredigerin“, deren „Religion der Hass“, so beschreibt Viktor Jerofejew die vom Papst zur „Unschuldigen“ gesalbte Tochter —

So „unschuldig“ wie der Vater die Tochter, bloße Patriotin und bloßer Patriot. Und das Patriotische eine globalisierte Pflicht, der in jedem Land auf seine eigenbrauchtümliche Weise nachgekommen wird, so auch in Österreich —

Einem Kandidaten – es ist damit tatsächlich ein Mann und auch ein zweiter Mann gemeint, der Wahl am 9. Oktober 2022 in Österreich wird es wohl sehr freuen, daß in der Tageszeitung des österreichischen Medienstandards der mordlüsterne Vater nicht mit der Partei des in Österreich angelobten Innenministers in Verbindung gebracht wird, sondern mit dem nicht in Österreich angelobten Innenminister,

Stattdessen wurde Dugin seit Russlands Annexion der Krim 2014, nach der er zum „Töten, Töten, Töten“ von Ukrainern aufrief […] von Europas Rechten hofiert. Er soll auch mit Italiens ehemaligem Innenminister […]

der auch nur für kurz Innenminister – ja, es sind besondere Köpfe, die den Standard des österreichischen Journalismus und der österreichischen Politik, deren einziges Programm Parteipolitik —

Die längst überfällige Auflösung

Am 24. August 1949 tritt der sogenannte Nordatlantikvertrag in Kraft.

Die vertragschließenden Staaten bestätigen ihren Glauben an die Ziele und Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen und ihren Wunsch, mit allen Völkern und mit allen Regierungen in Frieden zu leben. Sie sind entschlossen, die Freiheit, das gemeinsame Kulturerbe ihrer Völker, gegründet auf die Prinzipien der Demokratie, auf die Freiheit des einzelnen und die Grundsätze des Rechts, sicherzustellen. Sie sind bestrebt, die Stabilität und Wohlfahrt im nordatlantischen Gebiet zu fördern. Sie sind entschlossen, ihre Bemühungen um eine gemeinsame Verteidigung und um die Erhaltung von Frieden und Sicherheit zu vereinigen. Daher sind sie übereingekommen, diesen Nordatlantikpakt zu schließen.

Diesen Vertrag mit der oben zitierten Präambel unterschrieb auch eine Diktatur. Portugal. So verstieß die Nato bereits bei ihrer Gründung ihre „Prinzipien der Demokratie, […] die Freiheit des einzelnen und die Grundsätze des Rechts“. So beseelt von den „Prinzipien der Demokratie“ konnte es nicht ausbleiben, daß aus einem Mitgliedsland eine Diktatur wurde. Griechenland. Von 1967 bis 1974. Und weil es eine Militärdiktatur war, konnte ein Militärbündnis wie die Nato nicht gegen eine Militärdiktatur sein, die im Verständnis eines Militärbündnisses ja eine Demokratie — Griechenland trat 1974 selbst für eine Weile aus der Nato aus, aber nach dem Zusammenbruch, nach dem Ende der rechtsextremistischen und nationalistischen Militärdiktatur …

Artikel 6. Als ein bewaffneter Angriff auf einen oder mehrere der vertragschließenden Staaten im Sinne des Artikels 5 gilt ein bewaffneter Angriff auf das Gebiet irgendeines dieser Staaten in Europa oder Nordamerika, auf die algerischen Departements Frankreichs, auf die Besatzungen, die irgendein Vertragsstaat in Europa unterhält, auf die der Gebietshoheit eines Vertragsstaates unterliegenden Inseln im nordatlantischen Gebiet nördlich des Wendekreises des Krebses oder auf die Schiffe und Flugzeuge irgendeines Vertragsstaates innerhalb dieses Gebietes.

Erst nach der erkämpften Unabhängigkeit Algeriens wurde 1963 aus dem Artikel 6 „auf die algerischen Departements Frankreichs“ gestrichen. So war die Nato von ihrer Gründung an, auch ein Bewahrungsbündnis von brutalstem Kolonialismus. Der französische Kolonialismus in Algerien war einer der rohesten. Nur vier Jahre nach dem „Massaker von Sétif“ schließen sich Staaten zusammen, auch dafür, gegenseitigen Beistand zu leisten zur Verteidigung des Kolonialismus.

Es war am 8. Mai 1945 als Menschen in Sétif für „Gleichheit, Unabhängigkeit“ demonstrierten, am gleichen Tag also, an dem in Europa Menschen ihre wiedererlangte Unabhängigkeit, das Ende des Krieges, die Niederschlagung einer Diktatur feierten.

Es folgte durch den französischen Staat die äußerst blutige Niederschlagung des Rechts auf Unabhängigkeit der Menschen in Algerien mit Tausenden von Toten, die Demütigung von Menschen durch die französische Armee:

L’armée organise des cérémonies de soumission où tous les hommes doivent se prosterner devant le drapeau français et répéter en choeur : « Nous sommes des chiens et Ferhat Abbas est un chien ». Certains, après ces cérémonies, étaient embarqués et assassinés. [4]

Männer mußten sich also vor der französischen Flagge niederwerfen und im Chor wiederholen: „Wir sind Hunde […]“ und danach wurden auch welche von ihnen ermordet. Von 1954 bis 1962 dann der „Algerienkrieg“. Vom Nato-Gründungsmitglied Frankreich mit äußerster Brutalität geführt. Eine achtjährige Barbarei dafür, Menschen ihre Freiheit, ihre Unabhängigkeit, ihre Rechte zu verweigern, die Prinzipien also, die auch Frankreich mit seiner Unterzeichnung des Nato-Vertrags … Und was tat die Nato in diesen acht Jahren, was taten die Mitgliedstaaten der Nato in diesen acht Jahren für die „Erhaltung des Friedens und der Sicherheit“, zu der sie sich vertraglich verpflichteten — Sie, die Nato, ließ Frankreich gewähren, sie, die Mitgliedsstaaten der Nato ließen Frankreich gewähren, wohl in der Hoffnung, Frankreich werde in Algerien einen barbarischen Sieg erringen, damit den Kolonialismus für alle bewahren.

Für die „Erhaltung des Friedens und der Sicherheit“ wurde also 1949 die Nato gegründet. Wie viele Kriege folgten darauf? Sogenannte „Stellvertreterkriege“, von Korea bis —

Die Nato, ein Bündnis für nichts. Gegründet nur für die Eindämmung des Einflusses von der Sowjetunion und des Kommunismus. „Containment-Politik“ und „Roll-Back-Politik“ sind die damit einhergehenden Begriffe, die Präambel zu diesem Vertrag die Maske. Es ging einzig um die Ausbreitung des Kapitalismus und die Aufrechterhaltung des Kolonialismus, um das Zurückdrängen von Kommunismus

Die Nato war die Henne, und das Ei der Warschauer Pakt, der mit dem 14. Mai 1955 in Kraft trat. Könnte gesagt werden, um die Frage zu klären, ob zuerst das Ei und dann die Henne oder zuerst die Henne und dann das Ei. In der zeitlichen Abfolge der Gründungen könnte das so gesagt werden. Aber. Es sind zwei Eier. Zuerst wurde das Ei Nato und dann das Ei Warschauer Pakt gelegt – wenn auch in einem zeitlichen Abstand von sechs Jahren gelegt, sind es doch Zwillingseier, verwechselbar in ihren Vertragsausschmückungen.

Die Vertragschließenden Seiten haben beschlossen, Unter erneuter Bekundung ihres Strebens nach Schaffung eines auf der Teilnahme aller europäischen Staaten, unabhängig von ihrer gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung, beruhenden Systems der kollektiven Sicherheit in Europa, das es ermöglichen würde, ihre Anstrengungen im Interesse der Sicherung des Friedens in Europa zu vereinigen, Unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Lage, die in Europa durch die Ratifizierung der Pariser Verträge entstanden ist, welche die Bildung neuer militärischer Gruppierungen in Gestalt der „Westeuropäischen Union“ unter Teilnahme eines remilitarisierten Westdeutschlands und dessen Einbeziehung in den Nordatlantikblock vorsehen, wodurch sich die Gefahr eines neuen Krieges erhöht und eine Bedrohung der nationalen Sicherheit der friedliebenden Staaten entsteht, In der Überzeugung, daß unter diesen Bedingungen die friedliebenden Staaten Europas zur Gewährleistung ihrer Sicherheit und im Interesse der Aufrechterhaltung des Friedens in Europa notwendige Maßnahmen ergreifen müssen, Geleitet von den Zielen und Grundsätzen der Satzung der Organisation der Vereinten Nationen […]

Der „Warschauer Pakt“ löste sich 1991 auf. Die Nato aber nicht. Obgleich es für die Nato sogar ein vertragliches Ablaufdatum gibt, eine Haltbarkeitsangabe von zwanzig Jahren, das heißt, 1969 hätte das Ei Nato schon entsorgt werden können. Das Ablaufdatum für das Ei Nato also um mehr als fünf Jahrzehnte überschritten. Und immer noch will es nicht entsorgt werden. Sogar im Gegenteil, es wollen nun noch weitere Staaten das stinkende Ei … was für einen Gestank abgelaufene Eier und erst recht so lange schon abgelaufene Eier verursachen, ist jedem Menschen nur zu gut bekannt, der es einmal verabsäumt hat, diese aus seiner Wohnung —

Was alles in diesen dreiundsiebzig Jahren, seit dem Legen des ersten Eis, was alles in diesen siebenundsechzig Jahren, seit dem Legen des zweiten Eis, erreicht hätte werden können, nach den „Prinzipien“, mit denen die zwei Zwillingsvertragseier so lieblich bemalt wurden, wären die an das Militär verschwendeten, den Menschen entwendeten Ressourcen anders, also sinnvoll, also friedensfördernd, also demokratieförderd, also verständigungsfördernd, also begegnungsfördernd, also erdenschutzfördernd verwendet worden, all die Billionen … das muß nicht wiederholt werden, aber darauf ist immer wieder hinzuweisen, auf diese Kapitalverbrechen —

„Z“

Der Buchstabe „Z“ ist in den letzten Monaten zum berüchtigsten Buchstaben aufgestiegen. Zu einem Buchstaben von der Schwere eines Buches, so deutungsreich wie beispielsweise die Bibel; so viele fühlen sich berufen, „Z“ zu interpretieren. Als was wird „Z“ nicht schon alles gedeutet, auch das „Hakenkreuz“ etwa wollen nicht wenige im „Z“ bereits erkennen.

Das „Hakenkreuz“, das sonst, etwa in Österreich, nicht erkannt wird, wenn es tatsächlich ein Hakenkreuz ist.

Und in Deutschland beispielsweise soll es nicht beim Deuten allein bleiben, es werden Handlungen gefordert, also das strafrechtliche Verfolgen von Menschen, die den Buchstaben „Z“ zeigen, die Plakate, Wände mit dem Buchstaben „Z“ beschmieren, „Z“ auf Plattformen telegrammieren, mit dem „Z“ auf Transparenten und Shirts auf die Straße zum Demonstrieren gehen, gar ein gesetzliches Verbot gefordert.

Jedes verbotene Symbol hat, einfach wie kurz gesagt, zumeist nicht nur eine Bedeutung, die durch eine Reflexverbotsgesetzgebung mit verboten werden, und so rasch ein Symbol verboten ist, so rasch ist ein neues Symbol von jenen gefunden, die jedwedes Symbol, jedweden Buchstaben, jedwedes Zeichen für ihre abgründige Gesinnung zu mißbrauchen gewillt sind —

„Z“ hat, auch „Z“ hat mannigfache harmlose Bedeutungen, findet mannigfache harmlose Verwendung. Ein berühmtes „Z“ ist dreiundfünfzig Jahre alt. Ein „Z“ als Titel eines Films. Eines Films über die Aufklärung des Mordes an einem Politiker, der kurz vor seiner Ermordung eine Rede hält für Abrüstung, gegen den Krieg, gegen die Nato, auf die in einem weiteren Kapitel einzugehen sein wird, der eine Rede hält für ein friedliches Miteinander.

Ein „Z“ als Symbol, das besagt: „Er lebt“. „Er“, der Wille“, „lebt, der Wille zur Ablehnung jedweder Diktaturen, der Wille für den Einsatz für Demokratie. Dieses über fünfzig Jahre alte „Z“ soll Verbreitung finden, vor allem in Rußland, dieses „Z“ soll das putinsche „Z“ übermalen, ersetzen, auslöschen.

„Für die Helden von heute“ – Hurra!“

Ein Putin-Verehrer, eine Putin-Anhängerin wird die nun seit einigen Wochen laufende Fernsehwerbung des Unternehmens „Mediamarkt“ nicht mehr mit Falco in Verbindung bringen, sondern mit dem russischen Militär, die mit einem dreifachen „Hurra!“ auf seines Führers einfaches „Hurra!“ antworten, wie beispielsweise am 9. Mai 2022 anläßlich der Parade zum „Tag des Sieges“, und sich daran wohl erfreuen, fern von Moskau von „Helden“ und Hurra!“ —

Selbstverständlich hat diese seine Fernsehreklame nichts mit einer Werbung für den Krieg zu tun. Es ist bloße Werbung, aus den Untiefen der letzten Jahrhunderte. Eine Aktion dieses Unternehmens dazu lief bis zum 22. Mai 2022 unter dem Slogan „klick klick Hurra!“. Das ist keine Putin-Parole, aber auch keine Parole zum einundzwanzigsten Jahrhundert passend.

Mit dem Militär, mit Kaiser und Reich jedoch hat es zu tun, mit dem neunzehnten Jahrhundert – „Hipp, hipp, hurra!“ … „Der Kaisermarsch“, Text und Musik von Georg Kunoth, 1892. Und gar einfallsreich wurde es schon kurz darauf einmal umgedichtet auf „Ball-Heil-Hurra! Borussia!“. Das war 1934.

Helden von Heute

Kunden, Mitarbeiter & Produkte – unsere Helden!

„Wir haben den Fuß am Gas, die Mode fest im Griff, uns entgeht kein letzter Schrei, unser Outfit hat den letzten Schliff, …“ – so singt Falco in seinem Song aus dem Jahr 1998. Auch heute fangen diese Zeilen den aktuellen Zeitgeist perfekt ein und beschreiben genau, wofür unsere trendbewussten Kunden stehen. MediaMarkt: Der Platz für die Helden von Heute!

„Kunden, Mitarbeiter & Produkte“ sind also des Unternehmens Mediamarkt „Helden“ – Geräte sind Menschen, Menschen sind Geräte, und alle Geräte sind männlich. So fängt das Unternehmen Mediamarkt „den aktuellen Zeitgeist perfekt ein“, mit einem „Song“ aus dem letzten Jahrhundert:

„Wir haben den Fuß am Gas …“

… und das Raumklima im Nobel-Hobel fest im Griff mit ’nem Tannenduftbaum

Orbáns Division

Lieber Viktor!

Das ist für Österreich nicht nur ein Bekenntnis zur Freundschaft, sondern es ist auch ein Bekenntnis zu den guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern.

So am 28. Juli ´22 Karl Nehammer zu Viktor Orbán. Dann spricht der österreichische christgrünschwarze Bundeskanzler gleich über Nationalsozialismus, Rassismus und gar Antisemitismus, was er mit dem ungarischen Ministerpräsidenten alles in Freundschaft, Offenheit und Klarheit aufgelöst

Unmittelbar nach Auflösung in aller Freundschaft, Offenheit und Klarheit von Nationalsozialismus, Rassismus und gar Antisemitismus, im unmittelbaren Anschluß daran spricht der österreichische Bundeskanzler von den für Österreich ganz wichtigen geostrategischen Partnern:

Ungarn ist für uns ein ganz wichtiger geostrategischer Partner, wenn es um die Frage der Sicherheit geht. Ungarn grenzt unmittelbar an die Ukraine an. Es wird in der Ukraine Krieg geführt. Ungarn war sehr rasch eines der Länder, das auch massiv belastet war, gleich durch die ersten Fluchtbewegungen, genauso wie unser Nachbarland die Slowakei oder auch Polen. Österreich hat von Vornherein darauf geachtet, daß wir in guter Zusammenarbeit hier zueinander stehen und einander helfen. Ich darf das als österreichischer Bundeskanzler sagen, ich bin sehr beeindruckt von der Solidarität und Hilfsbereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher. Wir haben mittlerweile mehr als 80 Tausend Ukrainerinnen und Ukrainer und ihre Kinder aufgenommen, sie versorgt und auch dafür gesorgt, daß die Kinder am Schulunterricht teilhaben können. Das ist nur deshalb möglich, weil die Menschen in Österreich und die Zivilgesellschaft zusammengeholfen haben.

Was aber dazukommt, Ungarn für uns ein noch wichtigerer Partner in dieser Frage ist, Österreich ist, so wie Ungarn auch, massiv von einer Welle irregulärer Migration betroffen. Mit dem Unterschied, daß die Welle in Ungarn aufschlägt, aber sich dann weiter ausstreckt, zum Teil eben auch in Österreich dann zum Erliegen kommt, was heißt, daß wir mittlerweile 31 Tausend Asylanträge haben, und wir sind nur bei der Hälfte des Jahres. Das heißt, 80 Tausend Ukrainerinnen und Ukrainer, 31 Tausend Asylanträge von Menschen aus Afghanistan, Syrien, Irak, Pakistan, Indien, Bangladesh. Das sind die Herausforderungen, mit denen Österreich tatsächlich jetzt, neben der Energiekrise, neben der Inflation, neben der Teuerung, neben der Pandemie, auch zu kämpfen hat.

In so einer Zeit braucht es Partnerschaft und auch Freundschaft, wenn es darum geht, diese Probleme zu lösen. Wir kooperieren schon seit längerem in polizeilichen Fragen. Das Innenministerium führt mit dem ungarischen Innenministerium, sprich mit der Polizei, gemeinsame Streifen durch an der österreichisch-ungarischen Grenze, genauso aber auch sind 50 Polizistinnen und Polizisten eingesetzt an der ungarischen-serbischen Grenze, um hier die ungarische Polizei zu unterstützen.

Aber wir beide sehen und wissen und spüren, daß das nicht genug ist. Und auch da brauchen wir gemeinsam einen weiteren wichtigen geostrategischen Partner, und das ist Serbien. Deswegen nehme ich den Vorschlag des ungarischen Premierministers sehr gerne an, daß wir gemeinsam eine Konferenz machen, zwischen Ungarn, Serbien und Österreich, um genau diese Frage, nämlich der Eindämmung der irregulären Migration, beginnend schon am Westbalkan über Serbien, Montenegro, Nordmazedonien, all diese Fluchtrouten identifizierend, daß wir hier Lösungen finden, um den Druck vor allem auch schon zu beginnen von der ungarischen Grenze wegzunehmen, aber natürlich auch von der serbischen Grenze.

Große Herausforderungen, aber mit der Entschlossenheit, der Klarheit und der Ehrlichkeit zueinander bin ich zuversichtlich, daß Österreich und Ungarn gemeinsam diese Herausforderungen gut bewältigen werden.

Viktor Orbán dividiert für seine „Schlacht“ auseinander, was nach seiner Gesinnung nicht zusammengehört, und stellt dafür seine Division auf. Eine Aufnahme der „Armee von George Soros“ wird von ihm gesinnungsgemäß abgelehnt, denn, die „Sorrosschen Truppen“ sind zu bekämpfen.

Wer aber zu seiner Division zugehörig, läßt Rekommandeur Orbán als Oberbefehlshaberstratege der Eindämmung der gesamten „Überflutung“ seinen Deichkommandeur, befohlen zur Eindämmung der „Wellen“, rapportieren. Deichkommandeur Nehammer sieht und weiß und spürt, wie er immer, schaut er in die Augen der Schlachtmeister, viel und tief spürt, moderne Zeiten fordern moderne Wörter. Deshalb spricht er in seinem Rapport an seinen Rekommandeur nicht von „Kameraden“, sondern von „Partnern“. Und er ist dabei seiner Sprachbodenheimat tief verhaftet, er spricht also nicht von „Playern“, wie sein Vorvorgänger.

Er nennt die „ganz wichtigen Partner“, unmittelbar im Anschluß an seine Ausführung von Verantwortung in bezug auf Rassismus und gar Antisemitismus, zuerst, wie es sich für einen Rapportierenden geziemt, Ungarn, und dann Serbien

Ungarn – Serbien – Österreich werden, so der rapportierende Deichkommandeur, „Lösungen finden“, „Herausforderungen gut bewältigen“.

Das kann Deichkommandeur „zuversichtlich“ sein lassen, hat doch in diesem Juli `22 Serbien mit seinem schwarzgewandeten Innenminister eindrücklich wieder einmal bewiesen, wie „Lösungen“ auszusehen haben, wie zu „bewältigen“ ist —

„Die Bilder der serbischen Polizeieinsätze vom 14. Juli im Grenzgebiet zu Ungarn wecken Erinnerungen an schreckliche Zeiten und Geschehnisse“, heißt es in einer Stellungnahme der Wiener NGO „SOS Balkanroute“ zu verstörenden Fotos, die das serbische Innenministerium aussandte. „Hunderte Männer mussten – wie auf den Fotos zu sehen ist – auf Befehl die Arme über den Kopf halten, gebeugt gehen und schlussendlich vor dem serbischen Innenminister Aleksandar Vulin, der den Einsatz in einer schwarzen Uniform begleitete, auch noch knien“, werden die verstörenden Szenen an der Grenze zwischen Serbien und Ungarn beschrieben.

„Serbien ist kein Parkplatz für Abschaum aus Asien“. Diese höchst umstrittene Aussage tätigte anlässlich der Polizeiaktion Innenminister Aleksandar Vulin vor versammelten Medienleuten. Serbien werde nicht zulassen, dass seine Lebensweise durch Kriminelle gefährdet werde, die mit dem Leid und der Armut von Menschen Geschäfte machten, ließ er wissen. 

„Mit solchen rassistischen Aussagen rechtfertigt also Innenminister Vulin das skandalöse Vorgehen seiner Einheiten. Dabei ist Vulin, der erst Anfang Juni von seinem Amtskollegen Gerhard Karner in Wien empfangen wurde, am Balkan als extremer Nationalist, Verfechter eines ‚Groß-Serbien‘ und auch für das notorische Leugnen des Völkermords in Srebrenica 1995 bekannt“, kritisiert „SOS Balkanroute“ die Aussage Vulins, aber auch den österreichischen Innenminister scharf. „Karner und Vulin haben gemeinsam im Juni eine Pressekonferenz in Wien abgehalten und ihre ‚enge Zusammenarbeit‘ im Kampf gegen ‚illegale Migration‘ hervorgehoben.

Nowadays, Austria and Hungary are two countries recombined by one language

Die Rede von Viktor Orbán vom 23. Juli ´22 gibt auch darüber tiefe Einblicke, weshalb „wir immer gern kommen“, weshalb „ein Ungar sich in Wien immer zuhause fühlt“, wie er in seiner „Erklärung nach dem Treffen mit dem österreichischen Bundeskanzler“ am 28. Juli ´22 Karl Nehammer schmeichelt.

Beide Reden sind auf der ungarischen Regierungsseite gleichrangig auf ein und derselben Seite zur Lektüre und zur Weiterverbreitung zur Verfügung gestellt, und es sind keine Wetten darauf abzuschließen, welche von den beiden Reden massive Verbreitung finden wird; es wird die vom 23. Juli 22 sein, aufgrund ihrer Klarheit, Offenheit und Nichtverklauselierung

Es ist die Sprache, die heutzutage Österreich und Ungarn wieder verbindet, zwei Länder zwar, aber vereint durch eine Sprache. So ist es allzu verständlich, daß Orbáns immer gern kommen, sich in Wien immer zuhause fühlen, sie müssen nichts übersetzen, sie können darauf vertrauen, ohne Übersetzung verstanden zu werden, wie sie auch darauf vertrauen können, ohne Übersetzung zu verstehen,

wenn sie beispielsweise von Oswald Spengler und seinem „Untergang des Abendlandes“ reden,

wenn sie von „Bevölkerungsaustausch“ reden,

wenn sie von „Überflutung“ reden,

Es sind die Zeiten der Überflutung Europas mit Migrantenmassen endgül­tig vorbei, wir brauchen keine neuen Wege der Migration! Das brauchen wir nicht! Wir brauchen mehr Schutz für unsere Bürger! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

beispielsweise im österreichischen Parlament, dann verstehen sie jedes Wort,

wenn sie „Das Heerlager der Heiligen“ nicht mehr zum Lesen empfehlen müssen, weil es hier in Wien, Österreich längst schon empfohlen, gelesen, sie sich so recht gleich gesinnungsreich darüber austauschen können,

wenn sie von jenen reden, „die in der Lage sind, sich selbst biologisch zu erhalten“, sie wissen, daß sie nicht nur ohne Übersetzung verstanden, sondern

„Die Geschichte habe gezeigt, daß nur diejenigen Nationen überleben können, die sich biologisch selbst erhalten können.“ „Was diejenigen anlangt, die faul und ungewaschen in der Hängematte des Sozialstaates dösen, so betont Orbán, er werde von der bisherigen Beschäftigungspolitikk nicht abrücken.“

auch zitiert werden,

wenn sie von „Sorrosschen Truppen“ reden,

wenn sie von der „Armee des George Soros“ reden,

wenn sie von „Gender“ reden,

wenn sie von „Migration“ reden,

wenn sie von der „großen historischen Schlacht, die wir ausfechten, Demografie, Migration, Gender“ reden,

wenn sie von „Visegráder“ reden,

wenn sie ebenso voller Vertrauen von Donald Trump reden,

wenn sie vom „armen Salvini“ reden,

darum wissen sie, weshalb sie sich immer zuhause fühlen, in Wien, Österreich —

Nicht aber die Sprache allein verbindet sie, sondern insgesamt das „bildungsbürgerliche“ Milieu, in dem etwa die Literatur generell einen recht, recht großen Platz einnimmt. Sie können zitieren und lernen von beispielsweise Hölderlin, den auch Orbáns, das darf mit Gewißheit angenommen werden, zitieren können, diesmal aber hat ein Orbán seine Liebe zur Literatur mit Ferenc Molnár in Baile Tusnad (Tusnádfürdő) gestanden, von ihm gelernt zu haben.

Ich öffne eine Klammer, um auch über die europäischen Werte sprechen zu können. Da ist z.B. der neueste Vorschlag der Kommission der Europäischen Union, der sagt, jeder müsse obligatorisch seinen Gasverbrauch um 15% senken. Ich sehe nicht, wie sie das erzwingen wollen, obwohl es dafür ein deutsches Know-how von früher gibt, so meine ich das, und hinzu kommt noch, wenn auch dies zu keinem Ergebnis führen sollte und jemand nicht genug Gas hat, dann nimmt man es von denen weg, die es haben. Also die Europäische Kommission handelt nicht so, dass sie die Deutschen auffordern würden, ihre letzten zwei-drei noch arbeitenden Atomkraftwerke nicht zu schließen, da diese billige Energie produzieren würden, sondern lässt zu, dass diese geschlossen werden, und wenn die Energie ausgeht, werden sie von uns, die sie haben, weil wir sie angespeichert haben, werden sie von uns das Gas mit irgendeiner Methode wegnehmen. Ungarisch nennt man das „Einstand“ (im Ung. ‘das Eigentum des Schwächeren durch drohenden Auftritt wegnehmen‘), wie wir das aus dem Roman „Die Jungen von der Paulstraße“ von Ferenc Molnár gelernt haben, darauf können wir uns vorbereiten.

So sehr ist Wien Budapest und Budapest Wien, daß auf „Die Jungen von der Paulstraße von Ferenc Molnár“ in Österreich einem Orbán sofort mit dem Bewunderungsausruf „Liliom!“ —

Ferenc Molnár, so heimisch in Wien, daß sein, als wäre er aus Wien gebürtig, Name eingeheimischt: Franz Molnar. Liliom, in Budapest ein Rekommandeur im Stadtwäldchen, Liliom, in Wien ein Ausrufer, ein Anpreiser im Wiener Prater. Liliom, eine Paraderolle für jeden Schauspieler in Österreich, der sich – wenn sonst nur berühmt für seinen Bubengrußspruch – zu den Großen zählen will, vom Burgtheater bis zu den Salzburger …

Jeder hat schon einmal eine Schießbude im Stadtwäldchen [Wiener Prater] gesehen. Erinnern Sie sich daran, wie kindisch, wie komisch alle Figuren dargestellt sind? Arme, schlechte Schildermaler malen diese Figuren so, wie sie sich das Leben vorstellen. Ich wollte das Stück auch in solcher Weise schreiben. Mit den Gedanken eines armen Schaukelgesellen im Stadtwäldchen, mit seiner Phantasie und seiner Ungehobeltheit.

Die gemalten Schilder, die ihm aufgefallen sind, haben also Ferenc Molnár darauf gebracht, wie es einem Programmheft des Burgtheaters zu entnehmen ist, ein „Stück auch in solcher Weise schreiben“ zu wollen. Seit damals, als es die „armen, schlechten Schildermaler“ zuhauf noch gab, hat sich doch eines geändert, die „Figuren“ malen sich jetzt selber, aber wie „kindisch, komisch alle Figuren“ sich darstellen, das wird so wie damals nicht, das will so damals nicht —

Viktor Orbán erklärt Karl Nehammer das „Gemischtrassige“: „immer nach einem kulturellen Konzept zu interpretieren“

Auf der Staatswebsite Ungarns sind, ist am 31. Juli 2022 zu lesen, die Reden Viktor Orbáns in zeitlicher Reihenfolge auf ein und derselben Seite aufgeführt, zuerst die Rede über das „Gemischtrassige“ und über „ein deutsches Gas-Know-how von früher“, darauf die Rede, mit der Viktor Orbán dem österreichischen Bundeskanzler öffentlich erklärt, das „immer nach einem kulturellen Konzept zu interpretieren“

Ehe aber Viktor Orbán Karl Nehammer das „Interpretieren“ erklären kann, ist noch auf einem roten Teppich beim Abhören militärischer Blasmusik zu marschieren. Das aber ist schnell erledigt. Denn es ist ein recht kurzer Weg vom Deserteursdenkmal bis zum Bundeskanzleramtstor.

In „aller Freundschaft, Offenheit und Klarheit“ wird nach diesem kurzen Marsch Karl Nehammer erklärt, er, Viktor Orbán, gehe „immer nach einem kulturellen Konzept“ vor.

So wissend, was denn ein „kulturelles Konzept“ sei, steht am 28. Juli ´22 Karl Nehammer neben Viktor Orbán, daß er, der ungarische Ministerpräsident, sein „kulturelles Konzept“ nicht erläutern muß, zumal er in seiner Rede, auch in seiner Rede vom 23. Juli ´22 in aller „Freundschaft, Offenheit und Klarheit“ auf sein „kulturelles Konzept“ ausführlich eingeht, er am 28. Juli annehmen darf, Karl Nehammer kenne sein „kulturelles Konzept“.

[Der Rede in Tusnádfürdő (Baile Tusnad) scheint Viktor Orbán wohl wegen ihrer Klarheit seines „kulturellen Konzepts“ den größten Wert beizumessen, ist doch auf der ungarischen Staatswebsite diese mit einem Bild von seinem Auftritt gekrönt, während ein Foto aus Wien mit dem ihn doch erst in allem zu unterrichtenden österreichischen Bundeskanzler als nicht der Rede wert –]

Sollte das „kulturelle Konzept“ dem österreichischen Bundeskanzler doch nicht umfassend geläufig sein, so hat Karl Nehammer die Gelegenheit, so transparent ist die ungarische Regierung des Viktor Orbán, das „kulturelle Konzept“ nachzulesen, wie es Viktor Orbán in seiner Rede vom 23. Juli wieder einmal deutlich vorgestellt, und so hilfsbereit ist die ungarische Regierung, es ist leicht zu finden, gleich auf derselben Seite unter der „Erklärung von Viktor Orbán nach seinem Treffen mit dem österreichischen Bundeskanzler Karl Nehammer“