„Wehrmann in Eisen“, Josef Müllner und das tourismusgerecht zugerichtete Wien

Josef Müllner Bildhauer - Tourismusgerecht betafeltVom Wiener Karl-Lueger-Platz bis zum Wiener Rathaus ist es nicht weit, ein wenige Minuten dauernder Spaziergang. Um zu erfahren, ob es beim „Wehrmann in Eisen“ mehr über Josef Müllner zu lesen gibt, als beim

Lueger-Denkmal von Josef Müllner mit der Tafel auf Karl-Art von Oliver Rathkolb

… nein, mehr nicht, noch weniger, gar nichts. Kernstock wird auf der Zusatztafel erwähnt, Josef Müllner, der den „Wehrmann“ schuf, nicht. Als hätte den „Wehrmann“ niemand geschaffen, als wäre er vom Himmel herabgestiegen, zu lindern die Not der „Witwen und Waisen“ …

Müllner und Kernstock, 1915. Gemeinsam an der Arbeit.

Von Ottokar Kernstock kann nicht gesagt werden, daß er ein Nazi der Nazidiktatur wurde. Er starb bereits 1928. Trotz seines viel zu frühen Todes ist er auch heute noch ein rechter Liebling. Was – wird es in nicht wenigen Köpfen heute noch spuken und dauern –

Zum Nationalfeiertag 2016 deklamiert identitärer Parlamentarier Ottokar Kernstock

Idealtypische Bundeshymne für das österreichische Pflichtwaldheim – Verse von Ottokar Kernstock

Was herauskommt, wenn über Bundeshymne und Identität g’redt wird: Kernstockhymnenidentität

Im Teutschgärtlein von „Zur Zeit“

für ein Wiener Adolf-Hitler-Sängerknabe wäre er doch geworden, wenn er nicht Jahre zu früh gestorben – mit der hellsten christlichen Messenstimme, zu hören vom steiermärkischen Wien über die Buchenwälder von Narvik zurück hinunter in den berlinerschen Bunker im tiefsten Abgrund …

Josef Müllner hingegen lebte lange, bis 1968, ein Held des Durchkommens, nun, das muß verstanden werden, eine Tourismusstadt wie Wien muß eine nazireine Stadt sein. Die Werke von Josef Müllner im sogenannten öffentlichen Raum in Wien sollen ja äußerst beliebte Fotomotive der Touristinnen und Touristen sein; wie Kurt Scholz vor zehn Jahren in der Tageszeitung „Die Presse“ schrieb, als er sich freute über die zum „Wehrmann in Eisen“ endlich angebrachte erklärende Zusatztafel …

Beim Lueger-Denkmal die korrekte Benennung von einem korrekten und professoralen Historiker, wer also das Denkmal geschaffen hat, mit Daten der Geburt und des Todes, wie eine Weihe, alles in Ordnung, ein harmloser und also nicht zu hinterfragender Künstler. Beim „Wehrmann“ der Name eines katholischen Dichters, der aber Jahre vor dem Naziregime, aber nicht der Name des Bildhauers, der den „Wehrmann“ schuf und während der Nazidiktatur … das könnte doch Touristen und Touristinnen abschrecken, müllnerische Werke weiterhin zu fotografieren, oder sie gar erinnern, daß Wien eine, die Nazidiktaturhauptstadt … und wenn sich das auch noch herumspräche, wer weiß, wie viele dann noch kämen, wenn ihnen dazu auch noch die Gegenwart dieses Landes einfiele … Mit ihm, Müllner, steht auch Franz Schubert auf dem Spiel, mit dem er durch seinen Forellenbrunnen … was, wenn plötzlich Menschen einfiele, Wiener Klassik nicht  mehr hören zu wollen, nicht mehr in den Musikverein gehen zu wollen, wie Vladimir Jankélévitch sie nicht mehr hören konnte, als er erfuhr, daß Schubert gespielt wurde, in den Konzentrationslagern …

Josef Müllner brachte es nicht nur zu Auszeichnungen in den zwei Republiken des Landes Österreich und in der Nazidiktatur, er war bereits in der Habsburgerei recht fleißig, schuf zu den kernstockschen Worten:

„Gut und Blut fürs Vaterland/Der Wehrmann Wiens gemahnt an die Zeit/ da unerschöpflich wie des Krieges Leid/ die Liebe war und die Barmherzigkeit“

den „Wehrmann“, für ein wahrlich hehres Ziel: Spenden durch das Nageln einzutreiben zur „Fürsorge für die Waisen gefallener Helden“.

Wenn die „Helden“ gefallen sind, was waren dann die, die nicht gefallen sind, beispielsweise die Habsburgischen? Tüchtige Geschäftsleute, könnte gesagt werden, sie fangen etwas an, aber die Zeche zahlen die Gefallenen selbst,

Straßennamen einzig aus heutiger Sicht gerechtfertigt: Franz-Joseph-Habsburg-Ring – Menschheitsmassenverbrecher, Oskar-Potiorek-Gasse – Menschheitsmassenverbrecher

wenn den Gefallenen etwas daran liegt, daß ihre Kinder nicht verhungern. Den Hunger gab es trotzdem, auch wenn ein Nachfolger von Kernstock im Priesterock einmal meinte, es hätte im letzten Jahrhundert eine Hungersnot nur in dem Land gegeben, in dem Stalingrad …

Josef Müllner Bildhauer

ORF-Show: „Grüß Gott! Grüß Gott! Grüß Gott! Grüß Gott! Grüß Go…!“

Ulla Kramar-Schmid, zu den Zusehern und Zuseherinnen: „Grüß Gott!“

Ulla Kramar-Schmid, zu Christoph Schönborn: „Grüß Gott!“

Christoph Schönborn, zu Ulla Kramar-Schmid: „Grüß Gott!“

Ulla Kramar-Schmid, zu Hubert Patterer: „Grüß Gott!“

Hubert Patterer, Christoph Schönborn anblickend, zu beiden: „Grüß Gott!“

Das war der Beginn der Pressestunde am Sonntag, 9. April 2017.

Ein fünfmalig gekreistes „Grüß Gott“ für einen dreifältigen Gott, erschienen in der Gestalt von …

Und dann. Nun ja. Die Stunde der kritischen und unabhängigen Berichterstattung im Sinn des Herrn.

ORF in den Schönborn geladen zur Pressestunde

Wieder einmal. Und auch wieder einmal Hubert Patterer von der „Kleinen Zeitung“. Das ist aber kein Wunder, wie die christlichen Wunder generell keine Wunder sind, sondern faustdicke Lügen, Phantastereien, durch mannigfaltige Wirkstoffe hervorgerufene Halluzinationen, und niemals zweckfrei. Alle Mittel sind einer solchen Organisation heilig. Also auch die Pressestunde ein Mittel für kirchenpolitische Zwecke …

Ein Gott darf sich eben aussuchen, wer ihn interviewt. Und ein Gott sucht sich selbstverständlich nur wen aus, der sein Angestellter ist. Es muß ein Mensch schon dreifältig einfältig sein, darin keine Show respektive Messe eines objektiven und unabhängigen Interviews zu sehen. Denn. Wem gehört die „Kleine Zeitung“. Der Styria Media Group. Und wem gehört die Styria Media Group?

„98,3 Prozent der Styria sind im Besitz der Katholischen Medien Verein Privatstiftung (früher: Katholischer Preßverein der Diözese Graz-Seckau), 1,7 Prozent im Besitz des Katholischen Medien Vereins, der ebenfalls im Einflussbereich der Diözese steht. Die zweite Medienbeteiligung hält die Kirche am Niederösterreichischen Pressehaus (u. a. „NÖN“). Eigentümer sind das Bistum St. Pölten (54 Prozent), der Pressverein der Diözese St. Pölten (26 Prozent) und die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien (20 Prozent).“

Sonntags um 11 ist für Gott die Show noch in Ordnung … Im österreichischen Rundfunk.

Und sonst? Nun ja.

Kolossal, wie ein leitender Angestellter einer Organisation, die österreichische Gesetze nicht einhält,

Schönbornstandard oder die unerträgliche Propaganda der gewollten Gesetzesunwissenheit

Duzdar zu Österreich: „Frauenrechte stehen über der Religion“.

sich mokiert über das Zustandekommen eines Gesetzes; in diesem Fall der „Rentenleistung für misshandelte Heimkinder“. Es stellt sich doch ein wenig anders dar, wie der Parlamentskorrespondenz vom 6. April 2017 entnommen werden kann. Aber ist es ein Wunder, daß es in der Show anders … nein.

Kolossal, wie der leitende Angestellte wieder für die religiösen Zeichen im öffentlichen Raum …

Die Angst des Kardinals vor dem „Burkaverbot“

und auch kolossal, was dem leitenden Angestellten das Kreuz für ein Zeichen ist, nämlich eines für „Gerechtigkeit“ …

Wie wirkt das Kreuz?

Und was sonst noch? Ach, ja, die dreifaltige Lobpreisung bei Ausführung eines Kunststückes: an einem Tisch zu sitzen und gleichzeitig bäuchlings vor dem Chef des Chefs …

Das Übliche war es halt wieder. Auch kein Wunder. Von einem, der von einem Buch lebt, kann nicht erwartet werden, etwas anderes zu bringen, als eben dieses Buch hergibt, und dieses Buch gibt halt nicht mehr her. Und von einem Angestellten eines Unternehmens mit diesem Firmengründungsbuch kann nicht erwartet werden, daß er Fragen stellt, auf die es in diesem Buch keine Antworten gibt.

„Ich habe das auch überhaupt nicht despektierlich gemeint“. Ja, Ulla Kramar-Schmid weiß sich zu benehmen, sie kennt die Etikette, wie einem Gott gegenüber aufzutreten ist, es darf kurz nach Reformen in seiner Organisation gefragt werden, selbstverständlich „nicht despektierlich“, kritisch schon gar nicht.

„Ich habe das überhaupt nicht despektierlich gemeint.“

Eine bessere und genauere Zusammenfassung der Pressestunde respektive Show respektive Messe gibt es nicht; eine hervorragende Leistung des österreichischen Rundfunks.

Wie war der Schluß der Show?

Ulla Kramar-Schmid, zu den Zusehern und Zuseherinnen: „Auf Wiedersehen!“

Also kein, wieder einmal kein „Auf Wiederschauen, Gott!“ Schon gar nicht ein fünfmaliges „Auf Wiederschauen, Gott!“.

Dieser Gruß ist aber dringend einzuführen, kurz und prägnant: „Wiederschaun Gott!“ Nicht als Wunsch nach einem Wiedersehen gemeint, sondern das „Und auf Wiederschaun!“, wie es im Dialekt so schön heißt, als endgültige Verabschiedung. Pressestunde - die Grüß-Gott-Show des ORF.jpg

Das Lueger-Denkmal von Josef Müllner mit der Tafel auf Karl-Art von Oliver Rathkolb

karl luegerr monument - josef müllner - vienna.jpg

Wie gesehen und gelesen werden kann, wurde zum Karl-Lueger-Denkmal eine dreiseitige Informationstafel aufgestellt: in deutscher und englischer Sprache.

Um Auskunft zu geben, über den Antisemitismus und das Nationale von Karl Lueger. Der Text ist von dem Historiker Oliver Rathkolb … das darf angenommen werden, sein Name steht unter dem erklärenden Text, wie es üblich ist, um den Autor oder die Autorin anzuführen.

Oliver Rathkolb Lueger Denkmal Josef Müllner.jpg

Das scheint eine sehr österreichische Lösung zu sein, die Oliver Rathkolb gefunden hat. Wenn es Aufregungen gibt, und es gab um das Lueger-Denkmal Aufregungen, etwas tun … glücklich ist, wer zugibt, was nicht mehr zu verbergen ist … glücklicher noch ist, wer zugeben und verbergen kann.

Diese Informationstafel scheint genau danach zu funktionieren. Es wurde etwas getan, also der Antisemitismus und das Nationale von Lueger zugegeben und hingeschrieben, zugleich verborgen, wie es um die Geschichte bestellt ist von dem Mann, der das Denkmal errichtete. Herr Karl war recht fleißig, viele Söhne und Töchter, Enkelsöhne, Enkeltöchter … oh, schönere Namen als Karl wurden ihnen gegeben …

Nun. Es könnte von den anderen Arbeiten des Josef Müllner gesprochen werden, von dem Siegfriedskopf, von dem Jüngling beim Theseus-Tempel, von der Scherzo-Gruppe im Modenapark, von … auch von seiner Adolf-Hitler-Büste, jedoch die gibt es ja nicht mehr, in Wien, also öffentlich aufgestellt, aber in vielen, viel zu vielen Köpfen wird diese nach wie vor einen Ehrenplatz … seine Arbeiten wurden bereits erwähnt, nebenher …

Entschädigung Hitler-Geburtshaus-Enteignung nach dem Eisenbahn-Entschädigungsgesetz

Auf die dritte Seite der rathkolbschen Informationstafel kann noch viel geschrieben werden. Denn bislang steht auf dieser lediglich, in deutscher und englischer Sprache, daß das Lueger-Denkmal nicht betreten werden darf, es verboten ist, das Lueger-Denkmal zu betreten.

Josef Müllner Bildhauer

Auf dieser Seite könnten die Auszeichnungen von Josef Müllner angeführt werden, von 1926 bis 1949 – was für ein österreichisches Sittenbild, was für eine Wendigkeit des Herrn Karl: ausgezeichnet und beschäftigt,

Josef Müllner - Karl Lueger

auszuzeichnen und beschäftigen in der ersten österreichischen Republik, auszuzeichnen und beschäftigen, ausgezeichnet und beschäftigt vom deutschen reich, und gleich wieder in der zweiten österreichischen Republik … aber Oliver Rathkolb kann darüber noch viel mehr sagen, als einer, der mit Geschichte professionell …

Josef Müller Karl Lueger Burschenschaft Nationalsozialismus

Mythos Algorithmus

„Nicht erst Donald Trump zeigt, dass digitale Medien nicht per se demokratisch sind; die Gefahren der digitalen Wende wurden durch diesen Irrglauben lang genug verniedlicht. Mit Facebook, Google oder anderen Social-Media-Giganten kann man keine Allianzen schließen; man kann sie nur bekämpfen oder sich ihnen unterwerfen.  Ich bezweifle die von TV-Moderator Armin Wolf aufgestellte These, sie ließen sich ‚mit Journalismus unterwandern‘. Einerseits ist Journalismus das Gegenteil von Social Media: Er besteht aus erprobten Verfahren, die idealerweise wechselseitige Kontrolle und Reflexion des zu Veröffentlichenden garantieren. Fünftens: statt Allianzen mit Facebook braucht es die politische Forderung, dass digitale Plattformen öffentlich-rechtlich sein müssen. Mit transparenten Algorithmen! Die Kommunikation aller mit allen dient der öffentlichen Grundversorgung. Sie ist nichts, was sich für privaten Profit eignet. Wo sind hier die Initiativen des ORF?“ 

Das sprach Armin Thurnher anläßlich der Verleihung eines Preises für sein Gesamtwerk am 22. März 2017 …

Ein Sonntag ist wohl der ideale Tag, darauf zurückzukommen.

Erster Satz von Armin Thurnher, daß „digitale Medien nicht per se demokratisch“ seien …

Donald Trump zwitschert. Armin Wolf zwitschert. Florian Klenk zwitschert. Vielleicht zwitschert auch Armin Thurnher. Christian Kern zwitschert. Robert Misik zwitschert. Marcus Franz zwitschert. Es ist ein Gezwitschere von … bis …

Demokratischer kann es nicht mehr zugehen.

Nur jene, die ihre Inhalte nicht in einer Totalität verbreitet finden, wie sie es für ihre Inhalte als berechtigt und naturgegeben ansehen, verwechseln menschgemäß das Produkt Plattform mit den mittels Produkt Plattform verbreiteten Inhalten.

Zweiter Satz von dem Nichtschließen von „Allianzen“, von dem „Bekämpfen“ und dem „Unterwerfen“ …

Es müssen mit „Facebook, Google und anderen Social-Media-Giganten“ keine „Allianzen“ geschlossen werden. Wer schließt mit seiner Waschmaschinenmarke oder ihrer Automarke eine „Allianz“? Niemand. Bügeleisenunternehmen stellen Bügeleisen her, die von Menschen gekauft und genutzt werden. Nichts anderes machen „Facebook, Google und andere Social-Media-Giganten“: sie stellen Produkte her, sie stellen das Produkt Plattform her, das von Menschen nicht einmal gekauft, sondern nur genutzt zu werden braucht. Wie schäbig von den Menschen, es nicht ausschließlich für thurnhersche Inhalte zu nutzen. Ist es nicht der Masse Sinn und Existenz, der Lenker und Lenkerinnen Wort zu verkünden?

Bekämpfen, wen? Es sind die Menschen, die diese Plattformen nutzen. Armin Thurnher schlägt also vor, auch die Leser und Leserinnen seines Täubchen Falter zu bekämpfen, denn auch diese pflastern reichlich die Plattformen. Nein, die will er nicht bekämpfen. Denn. Die schreiben auf den Plattformen, wie er, ach so demokratisch, ach so lieb, ach so frei von Haß, und sie verbreiten auf diesen Plattformen brav das in seinem Täubchen Geschriebene.

Unterwerfen, wen? Es will kein Bild dazu einfallen, wie ein Mensch sich einem Produkt,  etwa einem Pürierstab unterwerfen kann. Die Plattformen sind so etwas wie gigantische Pürierstäbe, auf den Plattformen wird alles zu einem Megabrei püriert, die Zutaten für diesen Brei liefern die sogenannten klassischen Medien, also auch sein Falter, zumindest in Österreich, vor allem in Wien, besonders wohl für den Neubaubrei.

Dritter Satz von der These des Armin Wolf …

Kein anderes Produkt, also kein Bügeleisen, kein Auto, keine Waschmaschine, kein Pürierstab ist so von „Journalismus unterwandert“. Welches Medium nutzt nicht extensiv diese Plattformen. Ist nicht Armin Wolf ein exemplarischer Unterwanderungsmeisternachrichtensprecher? Und sein Falter? Na ja, ein Täubchen der Unterwanderung.

Vierter Satz: „Journalismus“ sei das „Gegenteil von Social Media“ …

Journalismus ist nicht das Gegenteil von „Social Media“, sondern die Grundlage von „Social Media“. Und das ist die große Verwechslung. Es wird irrtümlich angenommen, es hat etwas mit Medien zu tun, weil wie in den sogenannten klassischen Medien eben Schrift zum Einsatz kommt. Die Plattformen wären leer, gäbe es nicht den Journalismus. Nein, nicht ganz. Dann gäbe es nur die Bildchen vom pürierten Sonntagseintopf, mit ein paar Zeilen dazu, ach wie gut der Pürierstab wieder funktioniert habe und wie gut der Mansch, die Smoothies wieder mundeten.

Woran dachte er, Thurnher, bei der Aufzählung der Vorteile des Journalismus: „erprobte Verfahren, idealerweise wechselseitige Kontrolle und Reflexion? An die erprobten Verfahren, wechselseitige Kontrollen und Reflexionen bei Preiszuerkennungen?

Fünfter Satz, siebenter und achter Satz von der „politischen Forderung, statt Allianzen mit Facebook brauche es digitale Plattformen, die öffentlich-rechtlich … von der öffentlichen Grundversorgung … vom privaten Profit und den Initiativen …“

Kann es eine größere Grundversorgung noch geben, als etwa durch das Unternehmen Facebook, das das Produkt Plattform herstellt und zur Verfügung stellt, die von Milliarden von Menschen genutzt wird? Dafür müßte Österreich ein Weltreich sein. Eine öffentlich-rechtliche Grundversorgung ist national gedacht. Weshalb gibt es nicht ein österreichisches Unternehmen, die dermaßen erfolgreich das Produkt Plattform herzustellen und zu verkaufen weiß? Das auch einem Armin Thurnher gefiele und genehm wäre. Es reichte halt bloß zur Grundversorgung in Neubau, und müßte wohl bald zum Insolvenzgericht. Weshalb ist sein Täubchen nicht öffentlich-rechtlich? Weshalb eignet sich der Journalismus vom Falter für privaten Profit, oder macht sein Täubchen keinen Profit für seine Stiftungen?

Sechster Satz von den „transparenten Algorithmen“ …

Der Algorithmus mausert sich zum Mythos der ach, so modernen Zeit. Es heißt etwa, das Unternehmen Google liefere ausgewählte und also bestimmte Suchergebnisse. Informationen werden nach bestimmten Algorithmen gefiltert, Suchende werden einseitig und tendenziös … Nun. Gehen Sie einmal in ein Computergeschäft, wählen Sie nach dem Zufallsprinzip einen eingeschalteten Computer aus. Sie werden kein anderes Suchergebnis erhalten, als Sie auf ihrem Heim- oder Arbeitsplatzcomputer erhalten haben.

Oder. Achten Sie auf der Plattform des Unternehmens Facebook, was Ihnen empfohlen wird, welche Informationen Sie erhalten. Es sind auf irgendeine Art und auf unterschiedliche Weise jene Menschen involviert, mit denen Sie eine „Freundschaft eingegangen“ sind … eine Freundschaft eingegangen sind, ist in den allermeisten Fällen zu hoch gegriffen, genauer: mit den Sie eine „Freundschaft“ geklickt haben.

Abschließend bleibt nur eines, das gesagt werden kann.

Schrieben alle, beispielsweise auf der Plattform des Unternehmens Facebook oder des Unternehmens Twitter wie Armin Thurnher oder Armin Wolf, dann wäre alles gut, und Facebook wäre der gelobte Kontinent, Twitter das versprochene Land, und Armin Thurnher schritte voran und verkündete: Folget mir in das gelobte Land, wahrlich, ich hole Euch ab, kommet heraus, ich bringe Euch heim auf den versprochenen Kontinent in das gelobte Land! Dem gegeben ward vom Propheten Karl-Friedrich der heilige Name Nordkorea.

Auf in das gelobte Land - Twitter

Sebastian Kurz als alter Christenmann am Spielschreibtisch

Syrien - Das Spielfeld von Sebastian KurzJean Ziegler meint aktuell zur Sprache von Sebastian Kurz: „Amtsdeutsch“. Zu „Amtsdeutsch“ fällt menschgemäß sofort „Schreibtisch“ und „Täter“ ein. Sebastian Kurz ist, das darf daraus geschlossen werden, kein „Schreibtischtäter“. Assad ist ein Schreibtischtäter. Assad sitzt im feinen Tuch an seinem Schreibtisch, und erteilt mörderische Befehle des Verbrechens, Befehle des Barbarischen. Putin ist ein Schreibtischtäter.

Sebastian Kurz sitzt bloß an seinem Schreibtisch, und spielt. Spielt auf einem Spielfeld, das nicht von ihm errichtet worden ist, er wird gespielt auf der Position, auf die er hingestellt wird.

Am Montag dieser Woche sagte Sebastian Kurz, und „Sputnik“ brachte das groß: „Alle Player einbeziehen. Assad muß sich an Syrien-Verhandlungen beteiligen.“ Am selben Tag, das brachte der russische „Sputnik“ nicht, daß der deutsche

„Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) warnte die USA davor, die Syrien-Frage vollkommen dem Kampf gegen die Dschihadistenmiliz IS unterzuordnen und forderte, den ‚Diktator‘ Assad für seine Verbrechen zu bestrafen. Gabriel: Assad darf nicht unbehelligt bleiben. „Nur eines darf nicht passieren: Dass sozusagen ein Diktator, der fürchterliche Verbrechen begangen hat in der Region, auf Dauer unbehelligt bleibt.“

Während also Sebastian Kurz spielen möchte, auch mit Assad, ist am gleichen Tag auch zu hören:

„Nötig sei ‚ein politischer Übergang, der dieses Begriffs würdig ist‘, sagte Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault. ‚Frankreich stellt sich nicht einen Moment vor, dass dieses Syrien durch Assad geführt werden könnte.‘ Dieser trage Verantwortung ‚für mehr als 300.000 Tote, die Gefangenen, die Gefolterten, ein zerstörtes Land‘.

Es ist noch nicht so lange her, daß es für Sebastian Kurz eine Unterrichtsstunde gab, gehalten von Sigmar Gabriel, aber Sebastian Kurz gehört wohl zu jenen männlichen Schülern, die …

Für diese Außenminister war das am Montag wieder einmal klar, sie mußten nicht erst am darauffolgenden Dienstag vom mörderischen Giftgasanschlag hören, um deutlich zu sagen, Assad ist kein „Player“. Und nach diesem barbarischen Einsatz von Giftgas ist es für viele klar, das kann nur eindeutig und unmißverständlich bezeichnet werden, als das, was es ist: Verbrechen. Kriegsverbrechen. Im Gegensatz dazu Sebastian Kurz, im Interview mit Wolfgang Fellner am 7. April 2017: „Amtsdeutsch“. Er, Kurz, redete davon, daß es richtig sei, wenn alle gegen den IS-Terror, also, das heißt übersetzt, auch mit Assad, und es müsse jetzt untersucht werden, wer für den Giftgas …, damit die Verantwortlichen …

„Player“,

Remember nothing – Sebastian Kurz and his merits

Als Türken hätten Assad und Putin in Sebastian Kurz den schärfsten Gegner

Es sind keine schlechten Menschen, zu denen Sebastian Kurz fährt, denn sie haben Werte

Kurz Grasser oder Franz …

Sebastian Kurz zwischen Saudi-Arabien und Australien der Kerker von Raif Badawi – Ein Amtszeitresümee

ein Lieblingswort von Sebastian Kurz. Auf welchem Spielfeld aber spielt Sebastian Kurz? Das ist kein harmloser Boden, kein grüner Rasen, sondern ein im Verbrechensfall von Assad mit Ermordeten …

Sebastian Kurz und sein Player

Und der „Player“ von Sebastian Kurz sprach nun vom „vollständigen Sieg … wenn wir den Krieg nicht gewinnen, verschwindet Syrien von der Landkarte.“ Müßte das ihn, Kurz, nicht an etwas erinnern? Was für „Player“ das sind, die so reden?

Der geschichtevergessene Sebastian Kurz, Donald Trump oder Adolf Hitler hielt nie Wahlkampfreden

Unabhängig davon, welcher Ideologie sie frönen. Für Kurz dürfte Geschichte etwas sein, das am Sonntag in der Kirchenbank zur Hostie verabreicht wird, als rotgefärbtes Weihwasser, um diesen vertrockneten Laib der Einfalt je noch schlucken zu können, ohne gleich zu ersticken. Es fehlt wohl auch hier mehr als nur eine Unterrichtsstunde, um ihn zu lehren, Geschichte kann und muß Handlungsanleitung für die Gegenwart sein.

Jean Ziegler sagt aktuell auch:

„Kurz‘ Existenz und Weltsicht hätten nichts von ‚Jugend.'“ 

Es kann nur zugestimmt werden, eine Zustimmung, die bereits …

Noch kein Außenminister war bei Amtsantritt bereits derart entjungt

„Zwanzigköpfige Bettlergruppe“ gewerkschaftlich organisiert

Floridsdorf, Österreich. Aus der überall Aufliegenden, der Österreich vertraut und die Österreich teuer ist, war vor einigen Tagen zu erfahren, daß es am Franz-Jonas-Platz eine „Bettlerszene“ gibt.

Sehr erstaunt darüber, obwohl täglich auf dem Franz-Jonas-Platz unterwegs, nie etwas von der „zwanzigköpfigen Bettlergruppe“ mitbekommen zu haben, ist der Umherliegenden, der nicht nur Österreich, sondern die hochkarätigsten politischen Verantwortlichen in Floridsdorf vertrauen, wieder einmal zu danken, wie sehr sie den Menschen die Augen öffnet, um zu sehen, was sie sonst nicht sehen.

Dermaßen von der breitteuer Daliegenden die Augen geöffnet und von ihr angespornt, selbst aktiv zu werden, selbst herauszufinden, weshalb die „zwanzigköpfige Bettlergruppe“ noch nie gesehen wurde, war die Sache rasch aufgeklärt.

Die „Bettlergruppe“ ist gewerkschaftlich organisiert. Es wird, so wurde es erklärt, strikt auf die Einhaltung der Arbeitszeit geachtet. Sie werden, wurde erklärt, immer vor Dienstbeginn und immer nach Dienstschluß am Franz-Jonas-Platz unterwegs sein. Das wird der Grund sein, weshalb Ihnen die „zwanzigköpfige Bettlergruppe“ noch nie aufgefallen ist. Und zur Mittagszeit, wenn Sie am Franz-Jonas-Platz Ihr Jausenbrot essen, hält die „zwanzigköpfige Bettlergruppe“ eben auch gerade ihre vorgeschriebene und in die Arbeitszeit inkludierte Mittagspause ein. Genauso wie Sie, Sie verbringen Ihre Pause ja auch nicht am Arbeitsplatz. Dem zarten Hinweis, aber die Mittagspause nicht in die Arbeitszeit eingerechnet zu haben, folgt die Feststellung: Sie werden wohl kein Gewerkschaftsmitglied sein.

Und der Mann mit dem Rucksack, von dem die so oft achtlos Irgendwohingeworfene berichtet, wie in der Collage gelesen werden kann, könnte der Mann sein, der in seinem Rucksack eine mobile Stempeluhr, mit der dokumentiert werden kann, daß Arbeitszeit und Mittagspause auch wirklich strikt eingehalten werden, mit sich führt.

Die Frage, ob alle Bettler und Bettlerinnen gewerkschaftlich organisiert sind, ihre Arbeitszeiten kollektivvertraglich geregelt sind, oder nur die von Floridsdorf, konnte nicht beantwortet werden. Zu hoffen wäre es, etwa für jene in Erdberg, an die gerade gedacht werden muß. Im Bericht über diese war von keinem Mann mit Rucksack die Rede; aber es war ja auch kein Bericht von der Teuerhingelegten, wenngleich von der Qualität her ihr ebenbürtig.

Floridsdorf - Österreich Bettler sind gewerkschaftlich organisiert

Warum Thomas Bernhard in seiner Sterbeminute schon zum Klassiker wurde, Octave Mirbeau aber sofort mit seinem Tod für Jahrzehnte in den Giftschrank kam

Thomas Bernhard - ein österreichischer KlassikerEs soll nicht ungerecht gegen Thomas Bernhard gesprochen werden. Es war immer ein Spaß. Es war immer eine Gaude, eine Hetz. Als er lebte. Seine Interviews im Fernsehen. Wer zählte diese nicht zu den Sternstunden des Fernsehens. Freilich, im Fernsehen …

Seit er, Bernhard, nicht mehr lebt, ist es vorbei mit dem Spaß, ist es vorbei mit der Gaude, mit der Hetz. Freilich, was geblieben gibt, was bleibt, ist die Schimpferei, das recht konservative und alles wie es je war stützende und verteidigende Granteln von seinen Zeitgenossen und Zeitgenossinnen, die heute ins Facebook zur Wirtin Unzensurierta gehen, wenn es sie zu ihrem Stammtisch treibt, sie ihren Harmdrang zum Ausspeien nicht mehr zurückhalten … Was es noch gibt, ist sein Werk, das verblaßt, schal und kenntlich in seinem Konservatismus, in seiner Abschreibe und in seiner Nachschreibe. Es langweilt, ganz ohne Fernsehbegleitung. Nicht alle noch, vor allem für die ehrenwerte Lodentrachtjagdgesellschaft auf dem österreichischen Lande ist sein Werk kurzweilig und seine Wiederholungen so passend zu ihren Leben in ihren Wiederholungen, mit dem sie sich auch ein wenig rebellisch empfinden dürfen, freilich österreichisch rebellisch. Eine Rebellion, die sich darin erschöpft, am Sonntag in der Kirchenbank während der Predigt bemerkbar zu flüstern, und dies schon als Revolte gegen den Herrn Pfarrer …

So wird es verständlich, weshalb Thomas Bernhard, kaum daß er tot war, zum Klassiker wurde, freilich zum österreichischen Klassiker. Zugleich wird verständlich, weshalb Octave Mirbeau, kaum daß er tot war, für Jahrzehnte in den Giftschrank gesperrt wurde.

Im Octave Mirbeau ist der gesamte Thomas Bernhard, aber, wie traurig, wie wenig Octave Mirbeau im gesamten Thomas Bernhard ist.

Octave Mirbeau schaffte es punktgenau, daß sein Todestag genau auf seinen Geburtstag fiel. Thomas Bernhard nicht, er verfehlte diesen um drei Tage. Vielleicht wollte Thomas Bernhard den gleichen Todestag wie sein geliebter und unlesbarer Großvater. Auch das schaffte er nicht, er verfehlte diesen um einen Tag.

Und was alles Octave Mirbeau noch schaffte, lange vor Thomas Bernhard, und was Thomas Bernhard nachschaffte, freilich nur in der konservativsten Weise … die Übertreibung, die Beschimpfungen von Städten und Ländern und so weiter.

Octave Mirbeau, der „rote Millionär“, Thomas Bernhard, der Landwirt aus dem Oberösterreichischen … auch das macht verständlich, weshalb Thomas Bernhard sofort ein Klassiker werden konnte, eben ein österreichischer Landwirteklassiker.

Octave Mirbeau war auch ein äußerst erfolgreicher Bühnenschriftsteller. Und wird an Thomas Bernhard als Bühnenschriftsteller gedacht, befällt doch der Verdacht, es muß an seinen Stücken liegen, daß ein Schauspieler des deutschen reiches diese dermaßen hervorragend zu spielen verstand, sich so außerordentlich wohl fühlte in den bernhardschen Figuren. Es will nicht ungerecht gegen Bernhard Minetti gesprochen werden. Wer amüsierte sich nicht köstlich bei seinen bernhardschen Spielereien. Noch heute wird gerne das eine oder andere Stück mit Minetti hervorgeholt, um ihn sprechen zu hören. Freilich auf die bernhardschen Worte wird dabei nicht mehr gehört.

Octave Mirbeau war ein Autofahrer. Thomas Bernhard war ein Autofahrer. In einem Charron war Mirbeau unterwegs, in einem „tannengrünen Mercedes“ Thomas Bernhard. Das macht auch verständlich, weshalb er, kaum daß er tot war, zum österreichischen Klassiker erhoben wurde. Wer verdiente in diesem konservativen Land mehr, zum Klassiker gemacht zu werden, als einer aus der konservativsten Tiefe des Landes: der Landwirt mit seinem grünen, also mit seinem Trachtenlodenmercedes. Wer das Werk von Octave Mirbeau kennt, wird es verstehen, daß die Entscheidung, wenn je eine notwendig war, längst gefällt wurde: niemals in einen Trachtenlodenmercedes einzusteigen, aber immer in den Charron mit dem Kennzeichen 628-E 8. Dazu fällt ein. Thomas Bernhard sprach davon, er sei ein Geschichtenzertrümmerer. Das paßt zu einem Nebenerwerbslandwirten: das Kleinhäuslerische.

Wie verdreckt für Thomas Bernhard die Toiletten von Wien doch waren, für Octave Mirbeau waren die Toiletten des ganzen und ungleich größeren Landes verdreckt. Bernhard wußte über Wien nichts anderes zu sagen, als Mirbeau über Frankreich sagte. Und das ist ein Verdienst von ihm, Bernhard, auch mit ihm sagen zu können, wie töricht es von Menschen ist, auf nationale Unterschiede zu pochen, stolz darauf zu sein, wie besonders und einzigartig ihre Nationen doch wären, während über ihre Heimaten stets nur dasselbe gesagt werden kann, verdreckte Toiletten in der einen Nation, verdreckte Toiletten in der anderen Nation.

Das Kleinhäuslerische. War Thomas Bernhard gemein zu dem kleinen Tonsetzer aus dem kleinen Maria Saal, so war Octave Mirbeau zum großen Balzac aus dem großen Paris  … Freilich, es kann nicht Bernhard angelastet werden, daß er sein Mütchen gefahrlos an einem sozialistischen Höhensonnenkönig … die Zeit der Monarchien war vorbei, und es ist nicht das Verdienst von Mirbeau, daß er eine mehrjährige Gefängnisstrafe riskierte, weil er über einen Kaiser …

Octave Mirbeau zerstörte groß, also gleich den Roman.

Nur wer in Österreich geboren ist, in Österreich aufgewachsen ist, die Fernsehgaude mit Thomas Bernhard miterlebt hat, wird töricht ausrufen können, beim Lesen des ersten Satzes von „Diese verdammte Hand“: Das ist Bernhard. Nein. Das ist Mirbeau. Nur in Österreich kann zu Mirbeau Bernhard einfallen, den Österreich als Klassiker braucht, um zu bleiben, was es ist, ein Land des Konservatismus bis hin zu noch Schlimmeren. Aber Österreich bräuchte einen Mirbeau. Wenn an die Malerei in Österreich gedacht wird, kommt es zwangsläufig, österreichischen Malerinnen und Malern zu empfehlen, „Diese verdammte Hand“ zu lesen. Es ist keine Empfehlung, daß sie sich ebenfalls die Hand abhacken. Das wäre eine zu große Geste, eine, die den Großen vorbehalten ist, etwa einem Vincent van Gogh, der wohl Modell war für den Maler in diesem Buch, und von dem Mirbeau zwei Bilder kaufte, als … zwei Bilder, die heute zu den teuersten … und dann gibt es von Thomas Bernhard einen Roman mit einem Maler, für den, also den Roman, Modell war … die Landwirte in Österreich werden den bernhardschen Titel wissen … Es ist also keine Empfehlung, die Hand …, aber schlicht und ruhig auf…

Antiromaismus und Antisemitismus

„Jüdischer Zögling von muslimischen Mitschülern terrorisiert“ …

… ist  auf der Website der identitären Parlamentspartei zu lesen, ach, zu welcher Parteinahme ist sie doch fähig, kopierwert ihr sogar das Schicksal eines einzelnen Menschen, und wie wäre es zu hoffen, zeigte sie dieses Mitgefühl auch einmal für Menschen, die der Ethnie Roma und Sinti … aber für diese Menschen hat sie nur … es bewahrheitet sich bloß stets der Spruch: „Die Hoffnung enttäuscht zuerst.“

Antiromaismus - Gheorgheni GyergyószentmiklosNiklasmarkt

Die Website kopiert von klassischen Medien, wie bereits öfters zu schreiben war, viel, aber eben ausgewählt, und ein Bericht über „pogromartige Ausschreitungen gegen Angehörige der Roma-Minderheit“ ist eben einer, der nicht zur …

„- am Freitagabend wurden in Gyergyószentmiklós an fünf verschiedenen Orten Roma-Familien in ihren Häusern von mehreren Gruppen Angreifer attackiert und aus ihren Häusern gezerrt
– mehrere Häuser brannten bis auf die Grundmauern ab, es gibt mehrere Verletzte, ausschließlich unter den Angehörigen der Roma“

Die Parteinahme für den jüdischen Schüler darf aber nicht gelesen werden als eine für den jüdischen Schüler, sondern in erster Linie eine gegen … denn er sei von, wie sie schreibt, „moslemisch-gläubigen Mitschülern aus arabischem und türkischem Umfeld  nicht nur gemobbt, sondern auch körperlich angegriffen und gequält“ worden. Es ist also mehr der Suche nach Verbündeten, wie in

Europa der Nacht

zu lesen, geschuldet.

Unzensuriert - Schreibstaffel - JudenUnd die Schreibstaffel der Website der identitären Parlamentspartei versteht augenblicklich, was sie in ihren Kommentaren zu diesem Kommentar über den jüdischen Schüler zu schreiben hat, zum Beispiel Franz Dinghofer:

„Der kann sich bei den jüdischen Lobbys bedanken, welche uns den Multikulti-Totalitarismus samt Masseneinwanderung verordnen um die europäischen Völker zu vernichten !!!!“

Oder JCStennis:

Völlig korrekt. „Kann man alles nachlesen in den ‚Protokollen der Weisen von Zion‘ (Siegelsachbuchbestsellerliste Nr. 1, New York Times-Empfehlung, Ostküstenpreis 1. Klasse). Dort steht es geschrieben – die Juden wollen das Universum auslöschen: sie haben nämlich bei Lloyds auf das Ende des Universums im Jahr 2017 gewettet und wollen die Wette auf keine Fall verlieren. Und für alle, die es noch nicht wissen: die Juden glauben nicht an die Wiederkehr des Messias, sondern an die Wiederkehr der Singularität ;-)“

„Genau, eigentlich haben ja die Juden den Holocaust selber organisiert, damit sie dann ewig von allen Geld dafür verlangen können.“

Es bewahrheitet sich doch bloß: „Der Feind meines Feindes bleibt mein Feind.“

Es muß nicht noch einmal wiederholt werden, was in anderen Kapiteln bereits dazu zu lesen ist, die mit den Begriffen „Antiromaismus“ und „Antiziganismus“ verschlagwortet werden können … ebenso einige Kapitel mit dem Begriff „Antisemitismus“ …

„El Paraiso Verde“ – Vom Positiven des Erwin Annau und der identitären Parlamentspartei

El Paraíso Verde - Welcome 

Die aktuellen Schlagzeilen über gar friedliche Begebenheiten in Paraguay rufen Dr. Erwin Annau in Erinnerung und sein Werben für „El Paraiso Verde“.

Und weil alles gar so paradiesisch ist, alles gar so grün ist, wie es von Erwin Annau beworben, wird, wurde gedacht, das muß doch hervorgehoben werden, das muß noch mit weiteren erleuchtenden Argumenten gestützt werden; deshalb zu diesen gar so positiven Aufzählungen des Erwin Annau noch weitere ebenso positive Punkte, wie in der Collage zu lesen ist.

Paraguay - El Paraiso Verde - Erwin Annau.jpgWie in der Collage gelesen werden kann, sind der annauschen Vorteile so viele, daß gar nicht gewußt wird, welche können hier aufgezählt werden; es sind doch alles so wunderbare Vorteile. Deshalb nur einige exemplarisch erhellt:

„Großer Vorteil: Wenn in Europa einmal die Grenzen dicht sind, sind die Grenzen in allen anderen Ländern der Erde auch dicht. In diesem Fall können Sie in Paraguay offiziell an allen Flüchtlingsschlangen vorbei spazieren und als ‚Einwohner‘ durch die Passkontrolle in ihre neue Heimat kommen.“

„Paraguay bietet eine vergleichsweise geringe Steuerbelastung (10% Einkommensteuer, 10% Körperschaftssteuer, 10% Umsatzsteuer). Diese Steuerbelastung ist für alle erträglich und fair. Sie kann durch unser Steuer-Expertenteam unter Anwendung internationaler Steuergesetze unter Umständen noch reduziert werden. Genaueres dazu im individuellen Beratungsgespräch.“

„In unserer unabhängigen Gemeinschaft machen wir im Rahmen des Vernunftrechts unsere Regeln selbst.“

Ist das nicht wunderbar, am Aufbau einer Parallelgesellschaft mitwirken zu können, da es doch in Österreich keine gibt …

„Der am Grundstück befindliche Urwald darf nicht abgeholzt werden.“

Das ist eine ganze Menge Urwald, der nicht …

„Das konstante Wirtschaftswachstum Paraguays (ca. 5 % p. a.) und die junge Bevölkerung (70 % unter 35 Jahre alt), sowie der freie Kapitalverkehr, Gewinntransfer und das Investitionsschutzabkommen mit Deutschland ermöglichen Ihnen, sich binnen kurzer Zeit eine neue Existenz ohne Steuer-, Bürokratie- und Regulierungswahnsinn aufzubauen.“

Sind nicht allein diese Beispiele aus dem heilversprechenden Werben gar positive? Wer könnte etwas Negatives dazu schreiben. Erwin Annau hätte bei so viel Positivem gar nicht anführen müssen:

„Falls jemand daher etwas Negatives über uns sagt, ersuchen Sie die Person diese Negativinformation SCHRIFTLICH niederzulegen und zu unterschreiben (mit Datum). Wir unterschreiben auch jedes Wort, das wir sagen. Senden Sie uns dann diese Information an unser Kontaktbüro (siehe Impressum). Wir werden dazu Stellung nehmen und wenn nötig entsprechende zivilrechtliche und strafrechtliche Schritte unternehmen.“

Denn. Wer könnte je etwas Negatives noch …

Paraguay – gelobtes Land, auch für, fällt soeben ein, Menschen aus der identitären Parlamentspartei …

Heilsverkünder, nein, mehr als ein Verkünder, Heilsbringer Annau fiel zum ersten Mal auf, das darf nicht verschwiegen werden, als er für die Website der identitären Parlamentspartei gar positiv…

Erwin Annau, Trump, „Reichsbürger“ und Hofer-FPÖ unzensuriert

Es gehört zusammen, was zusammengehört: das Positive und das Positive. Wie das annausche Positive der Auswanderung nach Paraguay, so positiv das hoferische Programm für die Menschen in Österreich …

 

Europa der Nacht

Eilmeldung!

Nach noch nicht gesicherten Informationen ist es gestern Abend (31.3.17) in der rumänischen Stadt Gheorgheni (Gyergyószentmiklos/Niklasmarkt) zu einem Pogrom gegen Angehörige der örtlichen jüdischen Bevölkerung gekommen.

Eine Gruppe von ethnischen Ungarn hat eine Hütte, die von mehreren Juden bewohnt wird, angezündet. Es ist die Rede von mehr als 150 Personen, vor dem brennenden Haus müssen Fotos nach zu urteilen mehrere hundert Menschen versammelt gewesen sein. Es gibt direkt vom Geschehen bisher keine Fotos oder Aufnahmen, was auch daran liegt, dass die Presse daran gehindert wurde. Die Gruppe zog weiterhin zu anderen in Gheorgheni und den umliegenden Gemeinden lebenden jüdischen Familien in der Stadt, bedrohten sie und verwüsteten oder zerstörten teilweise weitere Hütten. An dem Eintritt in die größte lokale Siedlung wurden sie von Sondereinsatzkräften gehindert.

Die Menschen der betroffenen Gegend konnten die gesamte Nacht nicht schlafen, leben seitdem in Angst und werden von der Polizei bewacht.

In einer geschlossenen Facebookgruppe der Stadt mit einer Userzahl von ca. 5.500 Usern kommentierten währenddessen einzelne Nutzer „Ich spende Benzin“, „Sie sollen alle brennen“ oder „Jetzt gibt’s wieder J[…]braten“. In den Kommentarspalten sozialer Netzwerke äußern sich Menschen rassistisch wie folgt: 

„Der J[…] ist einer wie der Z[…] oder der Moslem. Sie können ungehindert alles tun, weil sie immer mit Rassismus ankommen.“

Nur wenige Kilometer entfernt findet jeden Sommer die Veranstaltung „EMI Tábor“ der rechtsextremen Jobbik-Partei aus Ungarn statt, die über ein umfangreiches Netzwerk in der Gegend verfügt.

Die EU muss ihre Bürger_innen schützen! Gegen die Diskriminierung von Juden und für eine gleichberechtigte Teilhabe aller! Straftäter_innen konsequent verfolgen!“

Das ist der Bericht von Ecoleusti vom 1. April 2017. Der oben zitierte Bericht wurde zur Gänze wortgetreu übernommen.  Nur eines wurde verändert. Es geht nicht um Juden, sondern um Roma. Es wird von Ecoleusti also nicht von einem „antisemitischen“, sondern von einem „antiromaistischen“ Pogrom berichtet, wie gelesen werden kann.

Sie werden sich fragen. Was soll das? Nun. Dabei sollten Sie sich tatsächlich fragen, weshalb müssen Roma und Sinti zu jüdischen Menschen umgeschrieben werden, um darauf aufmerksam zu machen, ein weiteres Mal darauf aufmerksam zu machen, wie es diesen Menschen in Europa geht.

Die Antworten darauf sind denkbar einfach.

1

Es gibt zum Glück heutzutage eine hohe Sensibilität in Europa gegen Antisemitismus. Auch wenn es diesen leider nach wie vor auch noch gibt, gibt es zugleich eine starke und sofortige Bereitschaft, Antisemitismus breit entgegenzutreten, diesen breit zu verurteilen, diesen breit abzulehnen. Kennen Sie zugleich diese breite Ablehnung und breite Verurteilung von Antiromaismus in Europa?

2

Es ist kein Tabu mehr, bei sogenannten historischen Persönlichkeiten darauf hinzuweisen, sie wären antisemitische gewesen. Hingegen keine breite Erwähnung bei denselben sogenannten historischen Persönlichkeiten, die sich in Wort und Erlässen barbarisch gegen Roma und Sinti verhielten. Exemplarisch für dieses Schweigen über die Vergehen sogenannter historischer Persönlichkeiten können genannt werden:

die kaiserliche Ahnherrin der Integration in Österreich,

die zum Weltkulturerbe ernannten luderischen Schriften.

3

Es wird zum Glück heutzutage bereits breit empfunden, Antisemitismus ist unverzeihlich. Hingegen darf ein Mensch mit Nachsicht und Großzügigkeit der Gebildeten rechnen, der über Roma und Sinti … Exemplarisch kann ein Ethnologe hierfür genannt werden, gerühmt für seine Feldforschungen …

4

Es kann im Grunde die Argumentation abgekürzt werden, wenn Sie hier einfach die Kapitel aufrufen, wie über Menschen, die dieser Ethnie zugerechnet werden, heutzutage noch breit geschrieben und breit geredet wird, und dabei so selbstverständlich für sie eine Bezeichnung verwendet wird, die hier nicht noch einmal verwendet werden will.

5

Auch wenn es heutzutage nicht nur eine breite Ablehnung des Antisemitismus gibt, sondern wie selbstverständlich vom „jüdisch-christlichen Abendland gesprochen wird, darf keiner Illusion erlegen werden. Denn. Diese Integration des Jüdischen kann mehr der Suche nach Verbündeten geschuldet sein, als einer wahren Ablehnung des Antisemitismus. Verbündete gegen den nun auserwählten „Feind“, dem der Name Islam gegeben wurde.  Das in einem Kapitel bereits angesprochen wurde. Aber das kann sehr schnell wieder umschlagen, wie nicht nur jener Mann es vor 500 Jahren bereits bewies, der jüdische Menschen als Verbündete haben wollte, und diesen dann wünschte, als sie nicht taten wie er wollte, es solle ihnen ergehen wie den …

Auch in Österreich, durch das Mirbeau allerdings nicht fuhr … wie, muß gesagt werden, schade! … was hätte er dann nicht alles über Österreich zu sagen gewußt, stattdessen gibt es bloß das Lahmkonservative eines Thomas Bernhard …

6

Sie werden fragen. Was hat das mit Österreich zu tun, was in Rumänien passiert? Nun. In dem oben zitierten Bericht von Ecoleusti findet, wie nicht anders zu erwarten, eine Partei Erwähnung, die für eine österreichische Parlamentspartei keine ist, die sie als eine mit negativen Anschauungen empfindet …

Es sind auch vor allem diese Menschen gemeint, wenn es um bettelnde Menschen geht, und wie selbstverständlich über alle Parteigrenzen hinweg die Forderungen und auch rechtlichen Umsetzungen von Verboten …

7

Es ist notwendig zu erinnern, was „Pogrom“ heißt. Es mag vielen schon harmlos klingen. Es heißt „Verwüstung“, „Zerstörung“. Und in dieser heutzutage vorstellungsarmen Zeit ist es wohl mehr denn je, wieder, notwendig zu erinnern, was „Verwüstung“, „Zerstörung“ heißt. Octave Mirbeau schildert eine solche Zerstörung, die als Beispiel für dieses Barbarische zitiert werden soll. Es geht hierbei um Pogrome gegen jüdische Menschen. Damit Sie eine Vorstellung bekommen, wie Menschen, die heutzutage, im Jahr 2017, unter Pogromen zu leiden haben, wurde die Erzählung entsprechend adaptiert:

Eines Abends erteilte der Gouverneur den romaischen Läden die Genehmigung, bis zehn Uhr geöffnet zu bleiben. Das ganze Viertel brach in Freude aus. Man hatte die Auslagen noch sorgfältiger bestückt und sich für Beleuchtung in Unkosten gestürzt, um die Kunden anzulocken… Plötzlich um viertel nach neun, brach eine Horde in die kleine Gasse ein, in der sich sein Laden befand, und eine Salve von Geschossen zertrümmerte sämtliche Scheiben. Sein jüngster Sohn war ihm, Blut erbrechend, in die Arme gesunken, und noch während er mit dem Leichnam beladen war, hatte der Vater gesehen, wie ein Besoffener dem älteren Sohn zwei Finger in die Augen bohrte, Und da sei er in Ohnmacht gefallen. Als er wieder zu sich kam, war ihm der Bart ausgerissen, ein Ohr mit einem Säbelhieb abgeschlagen, aber was besonders schmerzte, war sein Kinn … Es war stockfinster in dem Laden, er strauchelte über leblose Körper, und er unterbrach sein Schreien nur, um nach den sich entfernenden Schüssen zu horchen, nach dem Stöhnen, das von der Gasse, von den Dielen, vom Innern der Mauern, von unter der Erde zu kommen schien. Im Schein einer Talgfunzel konnte er feststellen, daß nicht ein einziges Kleidungsstück mehr in den Auslagen verblieben war. Die Plünderer hatten alles zertrümmert, alles mitgenommen … Auf den Stufen zum Kontor, hinten im Laden, lag zwischen leeren Schubladen, zerschlagenen Schubladen, zertrampelten und blutverschmierten Gegenständen seine Frau, die ihm zunächst nur bewußtlos schien. „Ich hab ihre Röcke wieder herabgezogen!“, fügte er ganz leise hinzu … Und er schloß die Augen. Und noch leiser: „Sie waren hochgeschoben! A Frau von mehr als fünfzig Jahr! …“ Dann erkannte er, daß sie tot war, erwürgt, mit offenen Augen. Es kam Leben in ihn. Sein Atem wurde unerträglich. Mir fiel auf, daß er fast ohne Zorn und wie ohne Schmerz redete … Vielleicht hatte er nicht mehr die Kraft, etwas davon auszudrücken! … Ich spürte, daß es meine Augen waren, die sich mit Tränen füllten … „Das war noch nicht genug … Sie haben die Leichen mitgenommen … sie wollten die Leichen nich‘ wieder ausrücken, alle hatten sie sie, egal, ob Tote oder Verwundete, bei Nacht, ma‘ weiß nich‘ wo, verscharrt .. . Sie haben Roma massakriert und sie haben geplündert sieben Tage … Wir konnten uns nicht widersetzen … Wie denn auch? Und sie haben uns geohrfeigt … und sie haben uns in’nen Bauch getreten … und sie haben auch noch auf uns gespuckt … Wozu nur? Ach! … Wozu? …“ Feuerbrünste brauchen aus, die man nicht gelöscht hat … Der größte Teil des Viertels wurde zerstört … Einer seiner Kinder starb noch im Spital an einem Tritt mit dem Stiefelabsatz, der ihm den Schädel gespalten hatte … Und während sie vorher neun gewesen waren und mehr oder weniger glücklich in ihrem Elend, verließen sie, aller Habe beraubt, in Trauer auf ewig, zu fünft diese fluchbeladene Stadt … Ich lauschte der Erzählung des Elends, des Unrechts, der Entbehrungen und langen Wanderungen von Stadt zu Stadt, von Städten, die für Roma verboten waren, zu Dörfern, von wo man sie mit Steinwürfen, mit Sensenhieben verjagte … Er wußte nicht mehr, wovon oder wie sie in jenen furchtbaren Zeiten gelebt hatten  …

Der schreckliche Bericht geht noch weiter. Aber, es versagen die Finger, Sogar die Finger versagen. Sie verweigern, im Angesicht der Gegenwart, zu schreiben, was längst der Vergangenheit angehören sollte, in diesem Europa, und nicht nur in Europa, was vor über einhundertzehn Jahren Octave Mirbeau als Bericht eines Menschen wiedergab, der unter Pogromen zu leiden hatte. Und über einhundertzehn Jahre später, in Europa, ist „Pogrom“ immer noch nicht ein Begriff, der nur noch mit unmenschlichen Handlungen weit zurück in der Vergangenheit erklärt werden könnte, weil es eben keine mehr gibt, diese endlich überwunden sind.

Europa der Nacht.jpg

8

Sie werden vielleicht sagen, darüber wird in den sogenannten sozialen Medien ja doch ausführlich … in den sogenannten sozialen Medien gibt es eine Fürsprache, Berichte, wenn es gegen Roma und Sinti … Auch das, mehr als enttäuschend, ernüchternd. Heute, am 2. April 2017, eine Suchprobe auf der Plattform des Unternehmens Twitter. Das Ergebnis sehen Sie in der Collage: „Seltsamerweise wurde nichts für deine Suchanfrage gefunden.“ Nichts für „antiromaistische pogrome“. Nichts für „antiziganistische pogrome“.  Sie können die Gegenprobe machen. Sie werden aber Suchergebnisse bekommen, auch auf Twitter, zu „antisemitische pogrome“.

Antiromaistischer Pogrom - Twitter