Heilt Jesus

Herbert Achternbusch ist gestorben. Im zweiten Coronawinter.

Das wäre wohl etwas für ihn, Achternbusch, zum heiteren Kommentieren, wie nun von allen über ihn zu seinem Tod geschrieben wird, von den Medien des sogenannten Schunds bis hin zur Presse des sogenannten Qualitätsjournalismus:

Herbert Achternbusch kam als unehelicher Sohn einer Sportlehrerin und eines Zahntechnikers in München zur Welt und wuchs im Bayerischen Wald auf.

„Unehelicher Sohn“ — Es fehlt der Witz, es fehlt der Humor des Herbert Achternbusch, um eine solche, auch noch im Jahr 2022 verwendete Formulierung „unehelicher Sohn“ …

Was für unterschiedliche Bildungswege doch begangen werden können, der Sohn eines Zahntechnikers fand den Weg aus dem Wald heraus, ein Zahntechniker findet nur den Weg in den Wald tief hinein, findet im tiefen Wald nicht den den Sohn aus dem Wald herausführenden Weg, er vergeht sich trotz der vielen von ihm geschossenen Farbmarkierungen, die ihn nur tiefer noch in den Wald hineinführen, im Wald, er verfängt sich im Gestrüpp und kommt nicht mehr …

Ob der Sohn eines Zahntechnikers sudetendeutscher Herkunft einst den Witz und den Humor eines Herbert Achternbusch als Sohn eines Zahntechnikers haben wird, nun, vielleicht, aber doch eher nicht, wenn vor allem bedacht wird, was aus Kindern gerade in Österreich wird, die Väter haben, wie die mölzerischen, die gudenussen

Er wird wohl eher das tun, was Kinder vor allem in Österreich tun, den Vaterle verklären, und vielleicht auch gehen in die … Und wenn, dann wohl auch unfreiwillig für Witz und Humor sorgen, wie sein Vaterle, der beim Beruf „Zahntechniker“ sofort einfällt, gerade noch und nur in Österreich noch einfällt, ein Zahntechniker, der nicht darauf warten wollte, bis sein Sohn ein Schriftsteller wird, sondern der selbst schon auch schreiben will, und damit, wie stets, auch damit unfreiwillig für das Aberwitzigste gut ist.

Nicht nur diese Ambition läßt beim Zahntechniker an den Zahntechniker sudetendeutscher Herkunft denken, sondern auch sein Einstehen für die Freiheit der Kunst, wie er diese im Burgtheater, auch im Burgtheater etwa vertrat.

Und mit der Freiheit der Kunst beim Wesentlichen endlich angelangt. In diesem Jahr ’22 die vierzigste Wiederkehr, in diesem Jahr ’22 die Feier 40 Jahre Freiheit der Kunst in Österreich. Vor vierzig Jahren, im Jahr ’82, wurde in das österreichische Staatsgrundgesetz, das zentraler Bestandteil des österreichischen Verfassungsrechts, dem Schönheit und Eleganz beschieden wird, ist, geschrieben, am 12. Mai ’82 in das österreichische Staatsgrundgesetz geschrieben:

Das künstlerische Schaffen, die Vermittlung von Kunst sowie deren Lehre sind frei.

Nicht nur der Zahntechniker und seine Parteikameraderie halten sich an das österreichische Staatsgrundgesetz, nicht nur diesen ist die österreichische Verfaßtheit gesinnungsgemäße erste und einzige Richtschnur, sondern auch österreichischen Gerichten, die bereits nach etwa einem Jahr der staatsgrundgesetzlichen Festschreibung der Freiheit der Kunst den Film „Das Gespenst“ von Herbert Achternbusch die Freiheit zuerkannte, die ein solches Werk für sie in Österreich je nur haben kann – Einziehungsverfahren des Landesgerichtes für Strafsachen Graz zum AZ 3 b E Vr 4.128/83eine Freiheit, die am 19. Dezember ’85 der österreichische Oberste Gerichtshof eindrücklich bestätigt …

Tonfilm ‚Das Gespenst‘ von Herbert A*** hat durch die Darstellung des vom Kreuz herabgestiegenen Christus, der im Bett der Oberin eines Klosters gefunden wird, dadurch, daß er sich betrunken und torkelnd, rülpsend in der Klosterschenke bewegt, für Polizisten durch München geht und um Scheiße bettelt, Angst hat, seine Glaubwürdigkeit zu verlieren und dann wieder ans Kreuz muß, diese Schmerzen aber nicht tragen will, sich nicht an die von ihm eingesetzte Eucharistie erinnern kann und will und sich darüber auch abschätzig äußert und die Oberin sexuelle Beziehungen zu ihm preisgibt und (durch) weitere herabwürdigende Äußerungen über Christus Gegenstände der Verehrung der im Inland bestehenden christlichen Kirchen und deren Glaubenslehre herabgewürdigt und verspottet, wobei das Medienwerk geeignet war, berechtigtes Ärgernis zu erregen.

Daraus folgt, daß die Beschwerde den punktuell bekämpften, aber nicht isoliert deut- und auslegbaren Begründungspassagen einen den übrigen Urteilstext vernachlässigenden Sinn beilegt, der den Entscheidungsgründen, insgesamt gesehen, nicht gerecht wird. Die Beschwerdeführerin geht also nicht vom richtig verstandenen Inhalt der Urteilsgründe aus, die – ihren Einlassungen zuwider – unmißverständlich darauf hinauslaufen, es sei nicht bloß § 188 StGB besonders krass verletzt, sodern auch gegen andere Grundrechte verstoßen worden. Auf dem Boden dieser Rechtsauffassung der beiden Gerichte argumentiert nach dem schon einleitend Gesagten aber auch die Generalprokuratur, deren Meinung sich in der Beschwerdeschrift – zusammengefaßt – folgendermaßen ausgedrückt findet:

„Die Strafbestimmungen zur Sicherung des religiösen Friedens (§ 188 f StGB) dienen der Erfüllung einer mittelbaren staatlichen Verpflichtung, die Glaubens- und Gewissensfreiheit (Art 14 StGG) gegebenenfalls auch mit Mitteln des Strafrechts zu schützen (Dokumentation, 184 f), und entsprechen einem im Freiheitsbegriff inkludierten Mißbrauchsverbot bei der Grundrechtswahrnehmung (Ermacora, Handbuch der Grundfreiheiten und Menschenrechte, 366). Wenn mit der Verbreitung eines als Kunstwerk angesehenen Films in mehrfacher und nachhaltiger Weise das Tatbild einer Herabwürdigung religiöser Lehren nach § 188 StGB verwirklicht wird, liegt eine Überschreitung jener Grenze der Kunstfreiheit vor, die sich aus dem im Grundrechtskatalog geschützten Wertsystem (s hiezu Neisser …) ergibt: Der für die Kunst geschaffene Freiheitsraum soll nämlich keineswegs den für die Ausübung des Grundrechtes der Glaubens- und Gewissensfreiheit durch andere vorgegebenen Bereich verkürzen. Eine solche Auswirkung wäre aber nach den (Urteils‑)Feststellungen über den Inhalt des Films ‚Das Gespenst‘ mit dessen Veröffentlichung verbunden, welche keinen zulässigen Gebrauch der Kunstfreiheit mehr, sondern als Verstoß gegen das auch diesem Freiheitsrecht innewohnende Mißbrauchsverbot einen jenseits seiner Schranken liegenden rechtswidrigen Exzeß darstellen würde. Aus diesen Erwägungen kann für die Verbreitung des in Rede stehenden Werkes nicht das Recht der Freiheit der Kunst in Anspruch genommen werden.“

„Herbert A***“, als wäre es von – nein, …

Allenthalben wird jetzt in der Berichterstattung über den Tod von Herbert Achternbusch auch erwähnt, daß sein Film „Das Gespenst“ nach wie vor – es wird das Jahr 2022 geschrieben – in Österreich veboten sei. Was für ein passendes Geschenk zum 40. Geburtstag der Freiheit der Kunst in Österreich.

Einen unrunden Geburtstag feiert in diesem Jahr ’22 der in der Entscheidung des Obersten Gerichtshof in Österreich mehrmals genannte Paragraph 188, nämlich seinen 47. Geburtstag, um genau zu sein, am 1. Jänner ’75 wurde dieser Paragraph in die österreichische Welt geworfen, als Wunschkind österreichischer Moderne.

Es wird nicht verwundern, daß dieser Paragraph nun in seinem 48. Lebensjahr bereits in mehreren Kapiteln auftrat, den Lesenden eine zur Übergenüge schon bekannte Figur ist … Hätte Herbert Achternbusch die österreichische Figur 188 für den Titel seines Films „Heilt Hitler“ herangezogen, dann hätte er seinen Film gemäß der Ziffernfolge vielleicht betitelt: „Adolf Hitler, heilt“

Wie vor bald vierzig Jahren christliche Massen gegen „Das Gespenst“ auf die Straße gingen, gehen heute christliche Massen auf die Straße mit „Jesus Blut heilt“ … Es ist unendlich schade, daß es keinen neuen Film von Herbert Achternbusch mehr geben wird. Vielleicht hätte er im Angesicht dieser Demonstrationen sich zu einem neuen Film entschlossen, mit dem Titel: Heilt Jesus

Vielleicht hätte er im Angesicht dieser Demonstrationen seinen nächsten Film einfach wie kurz Herbert genannt. Herbert, nicht weil es sein Vorname ist, sondern Herbert wie der Heldenplatzwiederredner, der unfreiwillig die Hauptfigur des Witzes gibt und doch nur eine Figur unter den Figuren des Aberwitzes ist, unter den Herberts, die „bis zum letzten Atemzug“ unfreiwillig komisch sind, unter den Herberten, die die Reden der Herberte mit einem Dreifaltigkeit unser einbeten …

Seit vierzig Jahren soll in Österreich das Gespenst der Freiheit der Kunst geistern, wie allenthalben mehr oder weniger glaubhaft berichtet wird, ohne aber einen letztgültigen Beweis seiner Existenz bis heute. Hingegen ist bewiesen die Existenz des Dreifaltigkeitsspukgespensts in Österreich: es spuckt und spuckt und spuckt und … einen seiner Schlatze taufte das Dreifaltigkeitsspukgespenst voller Stolz auf den Namen 188, diesen weißbräunlichen Lungentaler bekam auch Herbert A*** mitten in sein Gesicht gespuckt.

Und seit bald vier Jahrzehnten verklebt dieser Schleim die Augen der Menschen völlig, so daß ihnen unmöglich gemacht, „Das Gespenst“ sich anzusehen; „Das Gespenst“ von Herbert Achternbusch nämlich, das ein Beweis dafür wäre, daß das Gespenst der Freiheit der Kunst, sogar in Österreich, kein Gespenst …

Es ist eines der Mysterien der Glauben, mehr, es ist das Marienwunder in Österreich, mit schlatzblinden Augen doch sehen zu können: die gekreuzten Holzbretter.

Aber wehe, wenn es gewagt wird, die zwei Bretter von der Wand gar nehmen zu wollen, die Bretter gar nicht an die Wand nageln zu wollen, da beginnt augenblicklich das Dreifaltigkeitsspukgespenst ganz real zu wüten, zornwirklich durch die Münder seiner Ministrantinnen, Monstranzenträgerinnen, Altardiener zu spucken:

Die Bretter müssen bleiben. Schlagt die Bretter an die Wand …

Das Dreifaltigkeitsspukgespenst ist, genau besehen, eines mit vier Köpfen und eine ganze Familie für sich, eine Vierfaltigkeitsspukgespenstfamilie: Vater, Sohn, Mutter, Vogel innig einander zugetan zum gegenseitigen Erkennen auf mannigfache Art – eine Spukgespenstfamilie, deren Verwicklungen im Körperlichen jene einer ebenso christlichen Familie in Österreich bei weitem übertreffen

Herbert Kickl in Deutschland

Der Herbert Kickl in Deutschland war nicht für kurz Innenminister.

Der Herbert Kickl in Deutschland war für einen Mann im hohen Rentenalter keine und schon gar nicht eine große Belastung.

Kein Mann im höchsten Rentenalter mußte dem Herbert Kickl in Deutschland je danken.

Der Herbert Kickl in Deutschland sieht auch nicht wie Herbert Kickl in Österreich aus, er zeigt in Deutschland ein recht viel jüngeres Gesicht, als in Österreich, vielleicht deshalb, weil er in Deutschland nicht staatsmännisch auftreten muß. Was aber den Herbert Kickl in Deutschland, den Unbekannten von der Straße, als Herbert Kickl in Österreich identifiziert, ist das, was Herbert Kickl in Deutschland mit jungem Gesicht und Herbert Kickl in Österreich mit altem Gesicht sagt.

Ich sage Euch, wenn die KZs stehen, wo Ungeimpfte dann ihre Zangsimpfung bekommen, und ich komme da hin und sage, das ist ja ein KZ hier. Nein, das ist ja, das ist ja Verharmlosung, Holocaust-Verharmlosung, was Sie hier sagen. So wird das sein. So hat es angefangen. Genauso hat es angefangen. Sie spielen das gerade runter. Das hat nicht mit Konzentrationslagern angefangen. Es hat genauso begonnen. Ja, und wer sagt denn, daß wir nicht auch bald millionenfach ermordet werden. Och. Es ist ja grad voll im Gange.

Herbert Kickl in Deutschland, Punkt 12, 14. Jänner 2022 und Herbert Kickl in Österreich, ZIB 2, 28. Dezember 2021. Zwei Gesichter des einen und selben Geists …

Daß dieses totalitäre Regime, daß der Nationalsozialismus ja nicht mit einem Weltkrieg begonnen hat und nicht mit irgendwelchen Vernichtungslagern. Sondern er hat damit begonnen, daß man Menschen systematisch ausgegrenzt hat. Er hat damit begonnen, daß man z. B. Kinder, weil sie jüdischer Abstammung gewesen sind, nicht in die Schule gelassen hat.

Herbert Kickl ist für diesen Samstag, 15. Jänner 2022, als Redner angesagt, es heißt, auf dem Heldenplatz soll er sich wieder als Redner betätigen … ein authentischer oder der identitäre Ort für seine Wieder-Reden wäre wohl mehr vor dem Denkmal seiner Gesinnungskameraderie

Spannend belanglos an diesem Samstag, 15. Jänner 2022, wird das eine sein, mit welchem Gesicht Herbert Kickl hintreten wird, vor das Mikrophon, mit dem jungen oder mit dem alten Gesicht. Ob mit jungem oder mit altem Gesicht, der Geist wird ein und derselbe alte sein, in Österreich wie in Deutschland auch, mit einem Unterschied nur … in Deutschland ist der alte Geist auf der Straße, in Österreich ist der alte Geist im Parlament mit dem für kurz gewesenen Innenminister und den Seinigen, in Deutschland bleibt der alte Geist ohne Dank, in Österreich dankt dem alten Geist der Mann unter den Männern und Frauen im höchsten Rentenalter …

Österreich, Opferreich

Wenn wer eine Reise tut, dann kann was erzählt werden, und erst recht, wenn Alexander Schallenberg eine Reise tut, dann gibt es was zu erzählen.

Diesmal was von seiner Reise in den Libanon.

Schallenberg zollte dem Mittelmeerland Anerkennung für die Aufnahme von mehr als einer Million syrischer Flüchtlinge. Österreich helfe hier mit humanitärer Hilfe, der Frage nach einer Aufnahme von Flüchtlingen nach Österreich erteilte er aber erneut eine Absage. “Langfristiges Ziel ist es, dass die Menschen in ihre Heimat zurückkehren, das ist auch das, was sie wollen.” Er spreche als Vertreter eines Landes, dass im Jahr 2015 “sehr stark Opfer der sogenannten Flüchtlingskrise war”. Zwar seien die Zahlen nicht vergleichbar, aber Österreich habe mehr als 120.000 Menschen aufnehmen müssen und wolle diese integrieren, was Jahre dauern werde.

Oh, Schallenberg, oh Österreich, immer Opfer, ewiges Opferreich …

Opferreich habe mehr als einhundertzwanzigtausend Menschen, so Schallenberg, aufnehmen müssen. Er reist nicht nur in Staaten, sondern auch in das Zahlenland, und wie die gemachten Eindrücke in bereisten Ländern in der Erinnerung durcheinanderkommen können, sich vermischen können, verwechselt werden können, falsch zugeordnet werden können, so können auch die vielen, vielen bestaunten Zahlen … das auch nicht verwundert, Einheimische des Zahlenlands sind die aus seiner Partei, wie spätestens seit dem Mann reichlich bekannt ist, der es nun noch einmal versuchen will, im Zahlenland heimisch zu werden, ohnehin nicht.

Von welcher Zahl spricht Alexander Schallenberg, wenn er die Zahl 120.000 nennt? Meint er die Zahl 120.000, die im September 2015 vom EU-Parlament als Quote beschlossen wurde?

Die EU-Abgeordneten billigten den Gesetzesvorschlag der EU-Kommission ohne weitere Änderungen. Das heißt, dass die EU-Parlamentarier auf einem verbindlichen Verteilungsschlüssel beharrten, während unter den EU-Staaten zahlreiche Osteuropäer allenfalls freiwillige Zusagen akzeptieren wollen. Die legislative Entschließung wurde mit einer breiten Mehrheit von 372 Ja-Stimmen gegenüber 124 Nein-Stimmen und 54 Enthaltungen angenommen.

Österreich soll zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen

Den größten Anteil übernimmt Deutschland laut dem vom EU-Parlament gebilligten Plan mit 31.443 Flüchtlingen. Österreich soll zusätzlich 3.640 Flüchtlinge aufnehmen. Von insgesamt 120.000 Asylbewerbern kommen 54.000 aus Ungarn, 50.400 aus Griechenland und 15.600 aus Italien.

Oder. Meint er mit der Zahl 120.000 allein das Jahr 2015, in dem Opferreich …? 2015 gab es 85.798 Asyl-Erstanträge, also weit weniger als die von ihm genannte Zahl von 120.000 …

Von dem Wollen der Integration kann bei Anträgen bei weitem nicht gesprochen werden, es sind bloß Anträge, die einer Entscheidung harren, ob die Menschen im Opferreich aufgenommen werden oder nicht, ob ihre Anträge je für sie positiv entschieden werden. Vielleicht wird das Alexander Schallenberg noch eines Tages aufklären, welche Zahl ihm tatsächlich in den Schopf kam, als er die Zahl 120.000 nannte, ob ihm die Erinnerung einen Streich spielte, einen gefälligen Streich, mit dem die Fortschreibung der Opfergeschichte Österreichs um einiges leichter von der Hand …

Wer aber auf diesen Tag der Aufklärung nicht warten will, bereits ahnt, daß dieser Tag der Aufklärung niemals kommen wird, kann die entsprechenden Statistiken aufrufen, um sich selbst über die schallenbergsche Zahl aufzuklären …

Und noch was kann von seiner Reise erzählt werden:

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) hat bei einem Treffen mit seinem libanesischen Amtskollegen Abdullah Bou Habib am Mittwoch in Beirut Libanons Regierung eindringlich zu Reformen aufgefordert. Er bewundere das libanesische Volk für seine Resilienz in der tiefen Krise, “die Elite muss nun beweisen, dass sie dieses Volk verdient”. “Es schmerzt zu sehen, in welcher politischen, sozialen und wirtschaftlichen Abwärtsspirale sich dieses Land befindet. Es schmerzt, dass viele Personen offensichtlich das Vertrauen in die Institutionen verloren haben und die Koffer packen und das Land verlassen”, sagte Schallenberg bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. Österreich stehe an der Seite des Libanons, die Verantwortung liege aber bei der politischen und wirtschaftlichen Elite des Landes. “Nur sie hat es in der Hand, sich am Schopf aus dem Sumpf zu ziehen und das Klientel-Denken zu beenden”, so der Außenminister.

Oh, Schallenberg, auch wenn es Antonio Guterres nachgesprochen ist, ist es kein kluger Gedanke …

I urge the Lebanese leaders to deserve their people and I urge the international community to correspond to the generosity of the Lebanese people.

… denn auch das Nachsprechen ist ein Akt des Denkens, der dem Nachsprechen vorausgeht, jenen zumindest, die des … Es ist kein kluger, es ist gar kein Gedanke, aber ein demokratiepolitischer Offenbarungseid; auch das verwundert nicht, bei seiner Partei, deren Geist in einer Keusche

Für 2022 aber schon sind Wahlen geplant. Dann wird in diesem Land nach bester demokratischer Art entschieden werden, bei wem tatsächlich die Verantwortung liegt, wer es tatsächlich in der Hand hat, den Schopf nicht aus dem Sumpf zu ziehen, sondern den Schöpfen des Sumpfs ihre Sümpfe trockenzulegen, die Klientelpolitik zu beenden …

„Halbafrikaner“: Rasse-Erkenntnisse

Stammrechtssatz Benachteiligungen des Asylwerbers in seinem Heimatland auf Grund seiner Rasse (hier: Halbafrikaner, Staatsangehöriger der früheren SFRJ) können nur dann als gegen ihn gerichtete Verfolgungshandlungen gewertet werden, wenn sie seine Lebensgrundlage massiv bedrohen oder sonst aus objektiver Sicht betrachtet einen weiteren Verbleib in seinem Heimatland unerträglich erscheinen lassen. Die Beeinträchtigungen sind im Asylantrag bzw in der Berufung näher darzulegen. European Case Law Identifier (ECLI) ECLI:AT:VWGH:1994:1994190161.X01 Im RIS seit 20.11.2000 Dokumentnummer JWR_1994190161_19940310X01 41/02 Passrecht Fremdenrecht 49/01 Flüchtlinge Norm AsylG 1991 §1; AsylG 1991 §3; FlKonv Art1 AbschnA Z2;

Wie die Bundesverfassung in Österreich Rasse besitzt, die – ihr von einem Mann attestiert, durch ihre „Schönheit und Eleganz“ sich zeigt, so zeugt auch ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs in Österreich von Rasse …

„Halbafrikaner“, „Staatsangehöriger der früheren SFRJ“. Mit dieser Abkürzung werden wohl manche nichts mehr anzufangen wissen, vor allem die Nachgeborenen. Diese stand bis vor dreißig Jahren für „Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien“, deren „Staatsangehöriger“ ein „Halbafrikaner“, so nach einem Erkenntnis, das Rasse hat, des österreichischen Verwaltungsgerichtshofes.

Dies ist zwar eine Weile her, daß der Verwaltungsgerichtshof in Österreich zu einem solchen Rasse-Erkenntnis kam, aber in einem Land mit dieser Geschichte von seinen männlichen Österreichern kann dies nur Unbehagen auslösen, in diesem Staat, der nach dieser Geschichte einen Mann mit einer höchsten Staatsauszeichnung ehrte, der mit seinen Kommentaren, die ihm wohl tiefe Erkenntnisse waren und für ihn wohl auch Rasse hatten, Grundlage für die Selektion von Menschen in halb-, viertel- und gar achtel…

Erst im vorletzten Jahr, im ersten Corona-Jahr, sprachen sich einige dafür aus, einem solchen Mann die Auszeichnung endlich abzuerkennen, Jahrzehnte später, Jahrzehnte zu spät, und würde es zu einer Aberkennung kommen, wäre diese für nicht wenige in diesem Land eine viel zu frühe, eine um Jahrzehnte, um ein Jahrtausend zu frühe Aberkennung.

Ohne „Rasse“ aber kommen die Erkenntnisse, die Beschlüsse des Verwaltungsgerichtshofs, des Verfassungsgerichtshofs in Österreich weiter nicht aus, und das ist keine ganze Weile her, sondern gerade einmal drei Monate, wie gelesen werden kann – Oktober 2021. Sie wären wohl, würden sie gefragt werden, nicht für die Aberkennung einer der höchsten Staatsauszeichnungen Österreichs, die dem oben erwähnten Mann nach Auschwitz vom österreichischen Staat verliehen wurde. Denn. Von dieser seiner und nicht nur von seiner Gesinnung zehren sie bis zur Gegenwart herauf, reichern an ihre Begründungen, ihre Rechtssätze, ihre Stammrechtssätze …

Neunzigtausendeinhundertundachtundneunzig Mal der Begriff „Rasse“ im österreichischen Recht, in der Rechtssprechung Österreichs. Abertausende Male „Rasse“ allein in Verbindung mit dem Asylgesetz, mit dem Fremdenrecht

Kann es, bei diesem angetretenen Erbe Österreichs, je noch verwundern, wie es um dem Umgang mit Menschen bestellt ist, die nach Österreich kommen, denen das Kommen nach Österreich verweigert, die aus Österreich verfrachtet nach

Lachhaftes auf einem Haus in St. Lorenzen im Lesachtal: „In diesem Haus schiss Kaiser Franz Joseph nie – Ehre Freiheit Vaterland“

Auf einer Seitenaußenmauer eines Hauses in Sankt Lorenzen im Lesachtal ist zu lesen: „In diesem Haus schiss Kaiser Franz Joseph nie“. Und auf der Frontaußenmauer desselben Hauses in St. Lorenzen im Lesachtal ist zu lesen: „Ehre Freiheit Vaterland“.

Der Spruch über den in diesem Haus nie scheißenden und also nie einen Dreckhaufen in diesem Haus hinterlassenden Habsburg ist wohl als heiterer Spruch zu lesen. So richtig zum Lachen darf dann wohl auch der Spruch „Ehre Freiheit Vateland“ verstanden werden.

Direkt unter „Ehre Freiheit Vaterland“ hängt eine altvatrische Küchenuhr; besser kann der Spruch „Ehre Freiheit Vaterland“ nicht kenntlicht gemacht werden, als das, was dieser Spruch ist: Lachhaft.

Lachhaft ist der Spruch von „Ehre Freiheit Vaterland“; es ist aber kein Spruch zur Erheiterung …

„Ehre Freiheit Vaterland“ ist bloß ein Spruch zum Auslachen.

Es gibt menschgemäß in Österreich noch weiter nicht wenige, für die der Spruch „Ehre Freiheit Vaterland“ heilig ist, den sie mit gläubigem Ernst deklamieren, und es gibt in Österreich weiter nicht wenige, die Menschen dieses Gesinnungsauslachspruchs „Ehre Freiheit Vaterland“ in die Regierungen holten und in diesem wiederholungsreichen Österreich weiter holen werden.

Es ist nicht ausgeschlossen, daß in den Nächten im Dezember und im Jänner des zweiten Corona-Winters, als die Serien liefen, auch in diesem Haus in Sankt Lorenzen im Lesachtal mit den Lachsprüchen die eine oder andere oder alle Folgen angesehen wurden …

So also hat „Kaiser Franz Joseph“ doch auch noch in diesem Haus geschissen, 105 Jahre nach seinem Tod seinen Dreckhaufen auch in diesem Haus hinterlassen, nicht er selbst menschgemäß, sein Serienpersonal als treue Untergebene scheidet nun für ihn stellvertretend seine Dreckhaufen aus …

„Das beste Aufklärungsmittel …“

Die Impfung sei die „Hauptwaffe“ gegen das Virus, „hier ist nicht Gewaltfreiheit angesagt“, betonte Generalmajor Rudolf Striedinger, Leiter der GECKO-Kommission, der einmal mehr im Tarnanzug auftrat. Viel martialischer geht es nicht mehr.

Schreibt an diesem 7. Jänner ’21 Doris Vettermann in der Tageszeitung „Neue Kronen Zeitung“, Rudolf Striedinger zitierend.

Hier sei also, so Rudolf Striedinger, nicht Gewaltfreiheit angesagt.

Es ist also, nach Striedinger, Gewalt …

Gewalt, wie?

Wird das Heer unter der Leitung von Striedinger im Geckoanzug, hochgerüstet mit Sturmgewehren, mit Schneeschaufeln, ins Feld ziehen, das Virus unter Sperrfeuer aus dem Land jagen, das Virus hinter die österreichischen Grenzen schaufeln?

Gewalt, gegen?

Karl Nehammer komplettierte gestern bei der Verkündung der neuen Corona-Maßnahmen das kriegerische Bild.

Das entscheidende, weil das zusammenfassende Wort der christschwarzgrünen Verkündigung in diesem Satz von Doris Vettermann: „Gestern“.

Und vorgestern, so gestrig nämlich ist deren Ansage, die sie für angesagt halten, sind sie vielleicht in einer Stube im Niederösterreichischen zusammengehockt, in der sie ihren in dieser Keusche residierenden Geist befragen, dessen Antwort stets auf alles —

PS Ob der dem Kurz- und dem Kurzkurzkanzler Nachfolgende seine Masken nun von der „Schwäbischen Jungfrau“ von Türkis auf Schwarz umfärben lässt oder sich von ihr nun neue und also altschwarze Masken schneidern läßt, darüber nachzudenken, ist so ergiebig, wie die Strategie des Uniformierten im Geckoanzug zur Lösung eines medizinischen Problems, die von ihm vorgestern ausgegeben wurde, Impfen, so der Geckoanzugträger am vorgestrigen Tag, sei die Hauptwaffe, die strategische Waffe gegen das Virus, eine zweite Waffe seien die Medikamente und die Aufklärung sei das Testen …

PPS Das Impfen sei die Waffe, so er am vorgestrigen Tage, nicht der Impfstoff ist also die Waffe, nicht die zur Verabreichung des Impfstoffes benötigte Spritze ist also die Waffe, sondern das Impfen selbst ist die Waffe, das ist wie das Schießen ohne Gewehr und ohne Munition — Luftschießen

Eine nacherzählte Pointe ist keine Pointe, nur die im Original vorgebrachte Pointe garantiert Lacher:

Impfen ist die Hauptwaffe, die strategische Waffe gegen das Virus. Und ich verwende absichtlich die Diktion Waffe, weil hier ist nicht Gewaltfreiheit angesagt. Das Virus fragt uns auch nicht, ob es kommen darf oder nicht. Das ist Gewalt. Gegen unsere Gesundheit. Daher müssen wir. Je besser wir aufgestellt sind, desto besser ist es. Die Impfung als die Hauptwaffe gegen das Virus bezeichnen. Eine zweite Waffe sind die Medikamente. Je treffsicherer wir diese Medikamente verwenden, desto besser schützen wir jene, die einen gefährlicheren Krankheitsverlauf vor sich haben könnten. Deswegen wird es darauf ankommen, wenn wir soviel Medikamente im Land haben, daß das außerhalb der Krankenanstalten verwendet werden kann, daß wir auf hohe Treffsicherheit zusteuern. Nicht einfach jeder, der positiv getestet ist, soll ein Medikament bekommen. Nein. Erst dann, wenn die Symptome kräftig kommen, aber vielleicht noch nicht eine Hospitalisierung notwendig ist. Das ist ein relativ schwieriger Prozeß, und da werden auch die Logistikexperten des Militärs entsprechend mitwirken, daß wir hier die richtige Entscheidung treffen.

Das beste Aufklärungsmittel, das wir haben, ist das Testen.

[…]

Abschließend möchte ich mit einer Fragestellung, Schrägstrich einem Appell enden. […] Die Hauptwaffe dagegen ist die Impfung. Und zwar so, wie es Katharina Raich gesagt hat, egal in welchem Zustand, je besser, desto besser. Eine zweite Waffe ist das Aufklärungsmittel des Testens. Jawohl!

[…]

Und wenn es dann darum geht, daß ab der nächsten Woche verschärfte Kontrollen stattfinden sollen. Ob auch die Eintrittsregeln in Gastronomie, im Handel entsprechend überprüft werden. So ersuche ich Sie, einen Beitrag dazuzuleisten, und zwar in der Form, daß Sie die Überprüfung erwarten. Gehen Sie in ein Geschäft und zeigen Sie von sich aus ihren grünen Paß beispielsweise her. Tun Sie das! Erwarten Sie von dem, wo sie hingehen, daß Sie überprüft werden. Es hat ja keinen Sinn zu sagen, okay, ich bin eh sicher. Nein. Wir wollen tatsächlich auch diejenigen, die hier zur Überprüfung herangehalten werden, dazu motivieren, das auch tatsächlich zu tun. Damit möchte ich meine Ausführungen beschließen.

Dankeschön.

„Sissi“ – Diese Sendung ist nicht geeignet. Das Video ist im Sinne des Historienschutzes deshalb nicht verfügbar.

Es wird seit Tagen kolportiert, diese Verserierung – von einer Verfilmung zu schreiben, wäre eine Verfehlung – bemühe sich um eine „zeitgemäßere“, um eine „historisch unterfüttertere“ … was?

Vielleicht ist diese Ausstrahlung die „Ungemütlichkeit“, von der der Kurzkurzkanzler sprach, als er meinte, Weihnachten 2021 werde für ungeimpfte Menschen ungemütlich werden … Ungemütliche Fernsehabende, wie milde der Kurzkurzkanzler gegen ungeimpfte Menschen vorgehen wollte, muß nun gedacht werden, nach der Ausstrahlung der ersten drei Folgen. Denn. Tatsächlich sind es Bestrafungstage auf der Fernsehstreckbank. Es fällt hierzu auch der Kurzkanzler ein, der eine Sisi lobte, freilich nicht die aus der Serie, aber das Milieu ist das gleiche Milieu, nämlich das des Herrschens …

Wenn diese Serie „gemäßer“ und „unterfütterter“ ist, dann ist diese eine marischkagemäßere und eine marischkaisch unterfüttertere … was in dieser Serie an Geschichte enthalten ist, kann mit einem Wort gesagt werden: Nichts. Es wird von der Darstellerin der Marischka-Sisi kolportiert, sie hätte viel Recherche betrieben. Es fragt sich nur, wo wurde recherchiert, welche Quellen wurden … gerade jetzt, im zweiten Coronawinter, kann festgestellt werden, ist der Rechercheeifer so weit verbreitet wie noch nie … Es sind keine Verschwörungen, denen die Marischkasisimachenden erliegen.

Sie frönen nur der Demenz, die in Österreich keine Krankheit ist, sondern österreichische Gesundheit schlechthin: der Geschichtsdemenz. Morbus Alzheimer hieße in Österreich, wäre eine österreichische Ärztin Namensgeberin gewesen, wohl Sanitas von Alzheim.

Was an dieser Serie aufmerkenswert ist, ist der Versuch der politischen Korrektheit, freilich ein sehr eigenwilliger. Die Marischkasisimachenden leiden bei diesem an einer Schizopolitkorrektheit.

Opening dieser Serie ist, in Bayern masturbiert Elisabeth Amalie Eugenie von Wittelsbach – verschämter dargestellt als in einer Franz-Antel-Sexklamotte. Wohl deshalb, weil es doch eine Minderjährige ist, die onaniert.

Eine Minderjährige zeigen die Marischkasisimachenden beim Wichsen, die Darstellerin der wichsenden Minderjährigen, das ist politisch korrekt, ist volljährig, weit älter als zwanzig Jahre. Politisch korrekt verhält sich in der Hochzeitsnacht Franz Josef Habsburg. Er verzichtet auf den Hochzeitsnachtfick, weil, so spricht er in der dritten Folge, sie, die Minderjährige, doch zu jung sei, um von ihm, so politisch korrekt ist er, für die ihn Machenden, um von ihm gefickt zu werden. Ein katholisch junger Mann begeht nach gültiger Verehelichung in der Hochzeitsnacht also die Sünde, seinen ehelichen Pflichten nicht nachzukommen, weil sie eine Minderjährige zwar reif genug für das Wichsen, aber zu jung, um ihre eheliche Pflicht …

Als ob sich je wer aus der Familie Inzucht je darum geschert hätte, was korrekt und was nicht korrekt, es wurden Kinder verheiratet, es wurde gefickt, was das Reich hält, mit Vorliebe untereinander, miteinander, je familiärer, desto …

Über 20 Generationen hinweg analysierten die Wissenschaftler den Stammbaum. Der durchschnittliche Inzuchtgrad der Habsburger liegt bei .093. Das bedeutet: Neun Prozent der mütterlichen und väterlichen Gene stimmen überein, weil die Eltern gleiche Vorfahren hatten. Zum Vergleich: Bei der Ehe zweier Cousins liegt der Wert bei .0625. Dann ließen sie Mund- und Kieferchirurgen die erhaltenen Porträts analysieren und auf die degenerativen Merkmale untersuchen. Je stärker das Habsburgergesicht – hervortretender Unterkiefer und eingesunkenes Mittelgesicht – ausgeprägt waren, umso höher war auch der Inzuchtwert. Er besaß einen Inzuchtwert von .25 – das entspricht den Kindern von Brüdern und Schwestern. Die Habsburger selbst taten nichts, um dem Verfall ihrer Blutlinie zu stoppen. Das ist erstaunlich. Denn auch ohne Kenntnis der modernen Genetik war der Zusammenhang von Inzucht und Erbkrankheiten bekannt. Die Habsburger wählten jedoch stets Macht vor Gesundheit. Ihr beherrschender Einfluss über Europa basierte darauf, dass die Zweige der Familie, die die verschiedenen Gebiete beherrschten, durch Ehen immer wieder miteinander verknüpft wurden. Hätte man diese Praxis unterlassen und andere geheiratet, hätten die Fremdehen den Zusammenhalt der Familie geschwächt. Vor allem sollte verhindert werden, dass die Heirat von Frauen, Herrschaftsgebiete über die Erbfolge in die Hand anderer Familien gebracht hätte.

Es ist nicht nur marischkagemäß, es ist nicht nur marischkaisch unterfütterterer Kitsch, es ist auch eine Verklärung in Fortsetzungen, eine serielle Verharmlosung einer Familie, die …

Der Hinweis des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders in Österreich ist daher berechtigt: „Diese Sendung ist für Kinder und Jugendliche nicht geeignet. Das Video ist im Sinne des Jugendschutzes deshalb nur von 20.00 bis 6.00 Uhr verfügbar.“

Nur, der ORF-Hinweis ist nicht weit genug gefaßt, der ORF-Hinweis ist nicht genau genug formuliert. Der Hinweis müßte daher genaugenommen lauten:

Diese Sendung ist nicht geeignet. Das Video ist im Sinne des Historienschutzes deshalb nicht verfügbar.

Chäta türkis

Die „Ära Sebastian Kurz“, von Barbara Coudenhove-Kalergi so genannt, war, wenn diese Zeit überhaupt irgendwie benannt werden kann, eine Chäta türkis

In der Chäta türkis. wurde recht viel, vor allem von ihm selbst, davon gesprochen, Österreich wieder an die Spitze führen zu wollen.

Dazu hat, einfach wie kurz gesagt, es hinten und vorne nicht gereicht.

Es hat nicht einmal dazu gereicht, daß er, Sebastian Kurz, sich selbst auf den ersten Platz hieven konnte, es reichte für ihn gerade einmal, unter die fünf zu kommen, gleich auf mit Ghani, Erdoğan, Al-Assad. Es gewann Lukashenko, die Spitze, von der er, Sebastian Kurz, stets träumte, errang Alexsandr Lukashenko. Er wird nun vielleicht damit hadern, daß nicht bereits alles im „Ibiza-Ausschuss“ … er wird möglicherweise, da er die Spitze, den ersten Platz verfehlte, gegenüber Karoline Edtstadler eine andere Sicht der „Dinge“ als sie …

Der Ibiza-Ausschuss habe gezeigt, „das Dinge, die in der Öffentlichkeit nichts zu suchen hätten, an diese gespielt wurden“.

Wäre nur alles rechtzeitig vor dem Finale … es hätte sogar Österreich für die Spitze wahrscheinlich mehr als gereicht, wäre das auch schon öffentlich gewesen:

[…] Hure der Reichen […]

Damit hätte er Lukashenko ausgebremst, ihn überholt, sich an die Spitze gesetzt, uneinholbar … Nein. Das hätte nicht dazu gereicht, daß er persönlich sich an die Spitze katapultieren hätte noch können. Er war nicht der Empfänger, als „Hure der Reichen“ wurde er nicht bestimmt.

Jedoch, Österreich als Land hätte damit 2021 die Korruptionsweltspitze einnehmen können, und er, Sebastian Kurz, hätte in jedem Bewerbungsgespräch stolz darauf verweisen können, in diesem Team gewesen zu sein, das Österreich endlich an eine Spitze …

Von überfälligen Pensionierungen und vom österreichischen Standard der Geschichtsdemenz

Aber etwas Positives hat das ganze Schlamassel doch gebracht: Die FPÖ ist endlich für alle sichtbar als das offenbar geworden, das sie ist: eine extreme rechtspopulistische Gruppierung, die es so bald nicht mehr in eine Bundesregierung schaffen wird. Das war bekanntlich nicht immer so. Nicht nur in der Ära Sebastian Kurz regierten die Freiheitlichen mit, schon unter Bruno Kreisky gab es kurzzeitig eine blaue Regierungsbeteiligung. Und auch dazwischen war immer wieder für die großen Volksparteien ÖVP und SPÖ die Versuchung da, es mit dem dritten Lager, das auch einen Teil des liberalen Bürgertums vertrat, zu versuchen. Damit ist es vorerst vorbei. Seit Herbert Kickl Parteichef ist, kann es sich keine im Parlament vertretene demokratische Partei mehr leisten, auch nur daran zu denken, diesen Mann zum Vizekanzler zu machen und gemeinsam mit diesem und den Seinen eines Tages eine Regierung zu bilden.

Auch dieser Absatz vom 23. Dezember 2021, schon allein, legt mehr als nahe, daß es für Barbara Coudenhove-Kalergi hoch an der Zeit ist, in Rente zu gehen. Oder, auch, aber eine ebenso dringende Möglichkeit, die Tageszeitung österreichischen Qualitätszuschnitts, leistet sich eine Angestellte, die das Geschreibe der Barbara Coudenhove-Kalergi korrigiert, ehe Ihres in Druck geht.

Ein Absatz der Fehler, oder es ist doch abgründiger, schlicht wie kurz: österreichische Geschichtsdemenz.

Es gab keine „blaue Regierungsbeteiligung unter Bruno Kreisky“, nicht einmal „kurzzeitig“. Was es gab, war eine „Minderheitsregierung unter Bruno Kreisky“ vom April 1970 bis Oktober 1971, geduldet durch die FPÖ, die sich ihre Duldung teuer abkaufen ließ, durch eine sie bevorzugende Wahlrechtsreform. Erst unter Sinowatz gab es eine „blaue Regierungsbeteiligung“, ab 1983 mit Norbert Steger als Vizekanzler, der sich im Rentenalter nicht mehr erinnert, wie liberal er war als Vizekanzler, in einer Regierung, die Franz Vranitzky 1986 sofort beendete, als Jörg Haider die FPÖ übernahm, dessen treuergebener Untergebener auch schon Herbert Kickl irgendwann bald darauf wurde …

Und auch dazwischen, so Coudenhove-Kalergi, sei von ÖVP und SPÖ die Versuchung groß gewesen, also vor der „Ära Sebastian Kurz“, mit der FPÖ es zu versuchen. Es war nicht nur eine Versuchung, sondern es wurde tatsächlich mit der FPÖ regiert. Das verschweigt Barbara Coudenhove-Kalergi. Oder es fällt ihr, einfach wie kurz gesagt, der Name Wolfgang Schüssel nicht und nicht oder nicht mehr ein. Oder es ist doch abgründiger. Es ist dabei sehr verwegen, von einer „Ära Sebastian Kurz“ zu sprechen.

Was diese Zeit mit Sebastian Kurz war, wird eines Tages vielleicht einfach wie kurz so genannt werden: „Chäta“ …

So bald, schreibt Coudenhove-Kalergi, werde die identitäre Parlamentspartei es nicht wieder in eine Bundesregierung schaffen. Es ist äußerst kurz her, und sie wäre wieder in einer Regierung gesessen, erst im Oktober 2021 wurde versucht, und dies nicht nur von ÖVP und SPÖ, sondern auch von NEOS und den Grünen, eine Regierung für den Fall der Fälle zu konstruieren, an der auch die FPÖ beteiligt …

Ein Mann, ebenfalls hoch im Rentenalter, hat erst im Oktober 2021 genau diesem Herbert K. gedankt, der ihm nun, im Dezember 2021, eine „große Belastung“ war, in dem Amt, zu dem er, der Mann im Rentenalter, ihn angelobte, ihm, dem Mann im hohen Rentenalter, erst zu „großen Belastung“ ward, durch seine Angelobung, der sich dann aber letztlich doch würdig erwies, den Dank des Mannes im hohen Rentenalter zu empfangen.

Verfassung Österreich – 90.198 Mal „Rasse“

Neunzigtausendeinhundertachtundneunzig Mal wird „Rasse“ ausgeworfen, wenn nach „Rasse“ im Rechtsinformationssystem des Bundes der Republik Österreich auf bka.gv.at gesucht wird, am 23. Dezember 2021

Neunzigtausendeinhundertachtundneunzig Mal ist also „Rasse“ in das österreichische Recht und in die österreichische Rechtsprechung geschrieben; so wird es bei dieser Menge nur verständlich, daß auch die derzeitige Bundesregierung nicht in ihr Regierungsprogramm aufgenommen hat, „Rasse“ aus der Bundesverfassung zu streichen.

Ein Regierungsprogramm hat freilich eine gänzlich andere Verantwortungsqualität als ein Koalitionsvertrag. In einen Koalitionsvertrag hätten diese zwei Parteien oder diese, wenn das Resttürkise als eigene Partei angezählt wird, drei Parteien womöglich die Streichung des Begriffs „Rasse“ geschrieben, wie es die neue Bundesregierung in Deutschland tat.

„Rasse“ kommt in dermaßen vielen Gesetzen in Österreich vor, auf Gemeindeebene, auf Landesebene, auf Bundesebene, in Erkenntnissen des Verwaltungsgerichtshofes, in Kundmachungen, daß es hier den Platz sprengte, alle aufzuzählen – Verfassung, Tierzuchtverordnung, Verordnung zur Durchführung Pflanzenschutzmaßnahmen, Schweinerassen-Verordnung, Haltung und Zucht von Bienen, Landes-Verwaltungsabgaben-Verordnung, Antidiskrimierungs-Richtlinie und so weiter und so weiter und so fort.

Was von „Rasse“ zu halten ist, was „Rasse“ bedeutet, wem „Rasse“ zugeordnet ist, wer Menschen nach „Rassen“ selektiert, ist dem österreichischen Gesetz nicht fremd, ist der österreichischen Rechtssprechung nicht unbekannt, darüber gibt das Versorgungsrecht unmißverständlich Auskunft:

Ausführungen zur Frage der Versorgungsberechtigung bei Zugehörigkeit zum Rasse- und Siedlungshauptamt der SS; Ergänzungsbedürftigkeit wegen möglicher Abstellung oder Abkommandierung an Waffen-SS. Norm: KOVG, Index: Versorgungsrecht, Verwaltungsgerichtshof.

„Rasse“ allein aus der Verfassung zu streichen, das stellte die derzeitige Regierung wohl vor eine unlösbare Aufgabe, hätte es doch für das gesamte Recht und für die gesamte Rechtssprechung in Österreich Folgen.

Hingegen muß die ihr gestellte Aufgabe, eine medizinische Aufgabe zu lösen, von der derzeitigen Bundesregierung geradezu als eine Beleidigung empfunden werden, sie derart zu unterfordern …