Wie wirkt das Kreuz?

In der Umsonst stellt am 17. Februar 2017 der leitende Angestellte des Organisierten Glaubens der römisch-katholischen Kirche die Frage: „Wie wirkt das Kreuz?“

Darauf gibt es eine einzige Antwort, mit der seine Frage umfassend und erschöpfend beantwortet ist:

Nicht so, wie er es versucht zu verkaufen.

Daß er es positiv versucht darzustellen, kann nachvollzogen werden. Jedes Faktotum bietet auf Märkten seine Ware schreierisch feil, und es ist ergötzlich, zuzuhören und zuzuschauen, wie das  Wiesenmarktverkaufsvolk seine Ware in den höchsten Tönen lobt, beispielsweise ihre Küchenmesser mit den nie stumpfwerdenden Klingen …

Esuren-und-psalme-ein-kreuzs ist erheiternd, wie er mit der Klinge fuchtelnd sich heißer schreit, seine Stimme überschlägt:

„Wozu steht ein Kreuz im Gerichtssaal?
Was soll das Kreuz in der Schule?
Wozu das Kreuz im Spital?“

„Dass Gott Gerechtigkeit und nicht Parteilichkeit erwartet.“
„Das Kreuz soll etwas verändern, die Welt gerechter machen.“

Vergessen hat er diesmal auf die Frage nach dem Warum des Kreuzes auf den Gipfeln … Vielleicht doch nicht vergessen, möglicherweise wollte er für sich selbst ein wenig Abwechslung. Denn. Immer die gleichen Sprüche aufsagen, ist auf die Dauer doch eintönig, macht das Stumpfe noch stumpfer …

„Wie wirkt das Kreuz?“ Das Kreuz hat gewirkt, aber nicht wie es dieser Marktfahrer mit der fuchtelnden Klinge schreierisch versucht darzustellen. Das Kreuz erinnert, daß die Welt seit über eintausendsechshundertdreißig Jahren nicht gerechter geworden ist, das Kreuz erinnert daran, daß es als Logo dieses Organisierten Glaubens, der die unumschränkte Macht für Jahrhunderte hatte, die Welt gerechter zu machen, mindestens seit der Zeit, als diese Organisation vor 1637 Jahren Staatsreligion im römischen Reich wurde, nichts dazu beigetragen hat, die Welt gerechter zu machen.

Ganz im Gegenteil.

Das Kreuz trug weltweit viel zur Zunahme der Ungerechtigkeit bei, schuf sein eigenes Regime der Ungerechtigkeiten.

Die Welt war und ist voller Kreuze, die Welt ist nach wie vor voller Ungerechtigkeiten.

Und die Ungerechtigkeiten nehmen nicht ab, sondern zu und zu und zu …

In einem aber spricht der Marktfahrer wahr, die „Diskussion“ über „religiöse Zeichen im öffentlichen Raum“, über „Kopftuch“, „Burka“ und „Kreuz“, ist tatsächlich eine „Sackgasse“, weil eine Diskussion, deren Grundlage Schnurren sind, zu nichts führt.

Schnurren können zur Erheiterung erzählt werden, aber niemals Grundlage für eine ernsthafte Diskussion sein. Es kann nur Wahnsinn genannt werden, wenn Menschen Schnurren als Kleidungsvorschrift befolgen, und es kann nur Wahnsinn genannt werden, wenn auf Kleidungsvorschriftsschnurren mit Gesetzen reagiert wird, um das Tragen von bestimmten Tüchern zu verbieten. Dabei ist es nicht einmal gewährleistet, daß in den Schnurren tatsächlich festgehalten ist, es seien von Frauen Tücher auf diese eine bestimmte Art …

Soher ist der Kapiteltitel, weil zutreffender, zu ändern:

Ein ewiges Kreuz mit den Schnurren

Was für eine Schnurre, etwa die Sure 24, 31:

„Und sprich zu den gläubigen Frauen, daß sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen und daß sie ihre Reize nicht zur Schau tragen sollen, bis auf das, was davon sichtbar sein muß, und daß sie ihre Tücher über ihre Busen ziehen sollen und ihre Reize vor niemandem enthüllen als vor ihren Gatten, oder ihren Vätern, oder den Vätern ihrer Gatten, oder ihren Söhnen, oder den Söhnen ihrer Gatten, oder ihren Brüdern, oder den Söhnen ihrer Brüder, oder den Söhnen ihrer Schwestern, oder ihren Frauen, oder denen, die ihre Rechte besitzt, oder solchen von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb haben, und den Kindern, die von der Blöße der Frauen nichts wissen. Und sie sollen ihre Füße nicht zusammenschlagen, so daß bekannt wird, was sie von ihrem Zierat verbergen. Und bekehret euch zu Allah insgesamt, o ihr Gläubigen, auf daß ihr erfolgreich seiet.“

Es gibt auch andere Übersetzungen, in denen deutlicher davon gesprochen wird, wer mit der Formulierung „die ihre Rechte besitzt“ gemeint ist: in einer sind es „Sklavinnen“, in einer anderen „Leibeigene“ … Ist das nicht insgesamt eine exemplarische Schnurre? Ist das nicht eine Schnurre: „von männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb haben“?

Und was wird die nächste mörderische Bande, die auf die IS-Mordbande folgen wird so sicher wie das Amen, herauslesen, allein aus dieser surigen Schnurre oder schnurrigen Sure? Die Pflicht zum Inzest? Christliche Menschen haben das ja vorgelebt, beispielsweise Johannes …

Es kann nur Wahnsinn genannt werden, die nach wie vor unentwegten Forderungen nach Exegese von Suren, von Versen aus diesen uralten Büchern, ob diese nun Koran oder Bibel oder wie auch immer genannt …

Es gibt für diese Verse, Psalmen ein Wort, mit dem die Exegese vollständig auf ewig niedergeschrieben ist: Schnurre.

Es kann nur Wahnsinn genannt werden, daß es hierbei kein Weiterkommen gibt, Diskussionen, deren Grundlage Schnurren sind, nicht endlich für immer von allen Seiten beendet werden, wie lange schon rennen alle mit Sacktüchern über den Augen gegen die Feuermauern am Ende der Gassen, sehr lange schon, länger als zehn Jahre, vor über zehn Jahren hat etwa Umberto Eco … daran ist ein weiteres Mal zu erinnern,  da leider …

Remember nothing – Sebastian Kurz and his merits

Mit der Frage vom Marktfahrer, wie das Kreuz wirke, wurde begonnen. Mit einer Frage nach der Wirkung soll das Kapitel geschlossen werden. Wie hätte es sich auf den Verlauf der Geschichte der letzten 131 Jahre ausgewirkt, wenn Richard Krafft-Ebing für die von ihm beschriebenen und die für ihn seienden sexuellen Abweichungen – Sadismus und Masochismus – als Namensgeber nicht Schriftsteller genommen hätte, sondern „Kreuz“, wenn er also für Sadismus und Masochismus einen einzigen Begriff genommen hätte, Sadismus und Masochismus nur mit „Kreuz“ kategorisiert …

Kunst- und Kulturschaffende kämpfen um Heumarkterbe

Selbstverständlich nicht: um das Heumarkterbe. Die Kunst- und Kulturschaffenden haben das Große im Auge. Sie kämpfen um das Weltkulturerbe. Sie fürchten, Wien könnte diesen Status verlieren, wenn am Heumarkt ein Haus 66 m in die Höhe  gebaut wird. Der Südturm der Stephanskirche ist 136,4 m hoch, der nicht einmal fertiggestellte Nordturm 68 m, somit zwei Meter höher als das geplante Haus am Heumarkt.

Darum also bangen die Kunst- und Kulturschaffenden, daß  ein geplantes Haus und, wenn es tatsächlich gebaut wird, ein zur Gänze fertiggestelltes Haus gegen das Weltkulturerbe-Regime verstoßen …

Was für eine Vorstellung von Weltkulturerbe. Was für ein Diktat, daß ein Furunkel nach einem Supergau mit einem Turm von 136,4 m und einem nicht einmal fertiggestellten Turm von 68 m einzig in die Höhe ragen dürfen. In diesem Furunkel, in dem Menschen zu sado-masochistischen Erzählungen zu knien haben … das verleitet zu formulieren, und so müssen halt auch die Häuser in mittelbarer und unmittelbarer Umgebung vor diesem Supergaufurunkel auf Knien …

Das ist nicht Weltkultur. Das ist Heumarkt. Die Spreu das Erbe.

(Wenn gerade Kunstschaffende die Sorge um das Weltkulturerbe antreibt, kann geahnt werden, es hat auch etwas mit der Sorge um die eigene Unsterblichkeit als Künstlerin und als Künstler zu tun – notieren, das irgendwann näher ausführen, vielleicht, nein, genügt: die Unsterblichkeit ist tot.)

Die Kunst- und Kulturschaffenden führen weiter an, es werden am Heumarkt, so die Bezeichnung im Aufruf von Gerhard Ruiss, ein „Luxuswohnturm“ errichtet.

Ja, damit kann mobilisiert werden. Und es kann verstanden werden, gegen einen „Luxuswohnturm“ zu sein.

Im Grunde haben die Kunst- und Kulturschaffenden nur Überschriften, die gefallen könnten, wäre das Inhaltliche dazu nicht so dünn, wie es sonst bloß von einer Partei monopolartig in diesem Land gekannt wird. Und es überrascht nicht, daß genau diese Partei auch recht dagegen ist.

heumarkt-und-heumarkt

Wenn der Aufruf von diesen Kunst- und Kulturschaffenden verglichen wird mit dem Prospekt „Heumarkt Neu“ muß gesagt werden, das Inhaltliche ist nicht nur dünn, sondern schlichtweg falsch. So heißt es im Aufruf etwa:

„Für wen wird hier gebaut? Für die Wienerinnen und Wiener jedenfalls nicht. Und auch nicht für Touristinnen und Touristen. Wien dient nur als Kulisse für Luxuslebensgefühle, die hier ausgelebt werden sollen, der Bau ist ein Angebot für den grenzenlosen Reichtum, der auf der Suche nach Luxuswohnraum durch die Weltinnenstädte zieht. Er greift nicht nur massiv in die unmittelbare Bau- und Platzumgebung der dort bestehenden Objekte und Flächen ein, er verändert auch das Erscheinungsbild der Wiener Innenstadt gravierend.“

Forderungen werden aufgestellt, im Aufruf:

„Der öffentliche Raum und die öffentlichen Einrichtungen am und um das Gelände des Wiener Eislaufvereins müssen frei zugänglich und für die Allgemeinheit nutzbar bleiben.“

Skepsis ist stets angebracht. Projektvorstellungen sind kritisch zu beurteilen. Es soll aber nicht gleich alles als Lüge abgetan werden. Die Verantwortlichen für diese Projektvorstellung am Heumarkt sind in die Pflicht zu nehmen und werden die Konsequenzen zu ziehen haben, sollte es nicht so kommen, wie von ihnen versprochen. Und nach dieser Beschreibung ist diese Forderung mehr als erfüllt, so daß gefragt werden muß, wie kann behauptet werden, es käme nicht den Wienern und Wienerinnen zugute, wie kann gefordert werden, der öffentliche Raum müsse frei zugänglich und für die Allgemeinheit nutzbar bleiben.

Das vorgestellte Nutzungskonzept des öffentliches Raumes – mit konsumfreien Zonen, mit Proberäumen für Kunst-Kultur-Ateliers, Turnsaal für umliegende Schulen und Vereine, ein Lebensraum für alle, Musik, Sport, Entspannung und so weiter und so fort – ist eines, gegen das nicht protestiert werden kann. Es ist auch festgeschrieben als „garantierte Verpflichtungen der Projektentwickler“.

Zu ebener Erde sieht es also sehr gut aus. Anders freilich ist es bestellt ab dem ersten Stock. Das Hotelgebäude und das Wohngebäude sehen zwar gezeichnet nicht unhübsch aus, aber sie lassen bereits erkennen, es werden fade, biedere Blöcke sein, wenn sie tatsächlich gebaut und fertiggestellt sein sollten. Wenigstens wird das eine Gebäude mit 66 m ein fertiggestelltes Gebäude sein, im Gegensatz zu den 68 m des Supergaufurunkels …

Sehr überzeugend sind die Einwände nicht. Überschriften, würdig einer Parteizentrale, aber nicht Kunst- und Kulturschaffenden, zu denen abschließend ein paar allgemeine Anmerkungen …

Es verwundert gar nicht mehr, daß in diesem Land eine Partei mit bloßen und trachtigen Überschriften derart erfolgreich sein kann, wenn verfolgt wird, wie sich in diesem Land auch Kunst- und Kulturschaffende präsentieren, wofür, richtiger, wogegen sie sich einsetzen, als trügen sie auch schon im Geiste die Krachlederne … Und der Heumarkt ist hierfür nur ein Beispiel, ein weiteres für deren seltsamen Gang in die …

„Rettet die Karlskirche“

… stets dabei, ob er im Auto von einem zum anderen Anger … jedenfalls, als Künstler  wahrlich einer der hellsten Köpfe in diesem Land …

Und es gibt ein weiteres Beispiel, das erst vor kurzem bekannt wurde, zugetragen im Literaturbetrieb …

Schreib‘ Deitsch!

Mit Blick auf diese Kunst- und Kulturschaffenden ist es womöglich ein unberechtigter Vorwurf an die derzeitige Regierung, daß für sie Kunst und Kultur kein Thema mehr ist, sie sich damit keine Arbeit mehr antun will, andererseits ist es ein Fehler, von diesen Kunst- und Kulturschaffenden auf alle zu schließen …

Abriß eines Gebäudes im Resselpark zur Schaffung eines Begegnungsgrünraumes

resselpark-ohne-karlskirche

Wie von alters her wird darum gekämpft, die Kirche im Dorfe hat das größte Gebäude auf dem Anger zu sein, es muß weiter zwischen diesem Gebäude und den anderen Gebäuden einen Respektabstand geben.

Nun, im wienerischen Resselpark, ist das ein besonderer Kampf. Es geht dabei um zwei Versicherungshäuser. Um das Gebäude der einen Versicherung, die lange schon ausgedient hat. Von der seit langem gewußt wird, ihre Polizze ist das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt ist. Trotzdem gibt es noch immer viele Menschen, die sich dafür einsetzen, sie soll weiter den Platzhirschen geben.

Und es geht um das Gebäude einer zweiten Versicherung, für deren Gründung keine sado-masochistische Erzählung erfunden werden mußte.

Der Einsatz für das Gebäude der einen Versicherung gegen das Gebäude der anderen Versicherung wird nicht verstanden.

Weshalb sollte das Gebäude der einen Versicherung nicht ganz an das Gebäude der Kreuz- Versicherung herangebaut werden? Es würde die Parallele zwischen den Versicherungen nur verdeutlichen. Zwischen der Schein-Versicherung und den Polizzen-Versicherungen. Sie sind einander zum Verwechseln ähnlich. Für viele Jahrhunderte wurde geglaubt, das Leben versichern zu können, durch Erwerb einer Versicherungspolizze, die von der einen Versicherung nach wie vor Taufschein genannt wird. Aber der Taufschein bietet keinen Schutz. Und das wird seit langem auch schon begriffen. So greifen seit langem viele Menschen zur Absicherung zu Versicherungspolizzen. Und besonders vorsichtige zu beiden Scheinen. Was beiden Versicherungen gemein ist, ist die Exkommunikation. Wer jahrzehntelang gewissenhaft Prämien beispielsweise für die Haushaltsversicherung gezahlt hat, den Obolus entrichtete, und plötzlich ohne Haushaltsversicherung dasteht, von der Versicherung exkommuniziert, nur weil der Versicherung in einem Jahr die Gutmachung von drei, vier kleineren Schäden eine zu große Bürde erschien, wird das verstehen, wie sehr die Versicherungen einander gleichen, deren Hauptpsalm wohl lautet: Der Herr nimmt, und der Herr nimmt.

Soher wäre es nur billig und recht, wenn das Gebäude der einen Versicherung nicht nur am Gebäude der anderen Versicherung „klebte“, sondern die beiden Häuser ineinander übergingen, so daß beim Wechsel von einer Versicherung zur anderen Versicherung das Gebäude gar nicht verlassen werden muß. Das wäre auch wettermäßig ein nicht zu verachtender Vorteil. Bei Regen beispielsweise. Aber auch bei großer Hitze … Synergieeffekte durch Einbau und Betrieb einer einzigen Klimaanlage für beide …

Jene, die sich für „Rettet die Karlskirche“ einsetzen, bringen vor:

„Dieser Zubau würde regelrecht an der Karlskirche ‚kleben‘: Der Abstand beträgt nur rund drei Meter. Das hätte zur Folge, dass die Karlskirche quasi einen weiteren – unschönen – Seitenturm bekäme. Auf der anderen Seite (Argentinierstrasse) [sic] beträgt der Abstand zwischen Kirche und dem nächsten Gebäude mehr als das dreifache, wodurch die Karlskirche bisher optisch freistehend erscheint.“

Wie in der Collage gesehen werden kann, war in früheren Zeiten das „Kleben“ … Wenn schon dermaßen am Historischen geklebt wird, ist das Ankleben aus weltkulturerblicher Sicht ein Muß … Von alters her, wie zu Beginn geschrieben wurde, ist also nicht richtig, von der Gegenwart her wird auf ein Alters-her gepocht, das es so nicht gab.

Es wird von einem „städtebaulichen Furunkel“ – schlecht gewählt, ein Furunkel, heißt es, trete ohne Ursache auf, anderseits gut gewählt, Ursache für ein Furunkel, heißt es, sei eine Selbstinfektion … ob das als „Furunkel“ noch bezeichnet werden kann, was beispielsweise auf dem der zweite Anger – vielleicht, aber ein Furunkel nach einem Supergau …Rettet die Karlskirche - Furunkel.jpg

Und es wird auch vom „grünen Platz“ gesprochen. Sehr grün ist das Plätzchen ja nicht. Um es tatsächlich zu einem grünen Platz zu machen, müßte ein Gebäude abgerissen werden. Der Karlskirchenstil konnte lange genug geschaut werden. Der Abriß dieses Gebäudes eine zukunftsweisende Tat. Um dann diesen unverbauten Raum als Grünfläche zu nutzen, nicht aber mit Ziersträuchern und Zierbäumen, sondern mit Obstbäumen, mit Gemüsebeeten, als einen Begegnungsgrünraum, in dem Menschen miteinander etwas tun, miteinander reden, nicht stumm auf ihren Knien sado-masochistischen Erzählungen lauschen und sich selber zu Kreuze schlagen.

Und zugleich könnten die anderen Gebäude, deren Umbauten geplant sind … um in der Gegenwart endlich anzukommen, auch in Wien, neu geplant werden, um eine neue Architektur zu schaffen. Das ist auch ein Grund, weshalb für den Abriß nur das Gebäude der Schein-Versicherung … denn es ist sein Umbau nicht geplant. Um endlich in der Gegenwart anzukommen, auch in Österreich, in dem immer mehr das Ticket in die Vergangenheit, die es so nie gab, lösen, und darunter sind bereits viele, die modern … Um in die der Vergangenheit entgegengesetzte Richtung zu fahren, ist es aber menschgemäß notwendig, damit endlich aufzuhören, auch damit, am alten Stein zu kleben. Wie es einst nicht war. Denn, wäre das so gewesen, sähe der Resselpark mit seinen zusammengeklebten Häusern heute noch so aus, wie in längst vergangenen Zeiten …

Als an der Karlskirche ein Gebäude klebte.jpg

Unterschiede zwischen Deutschland Österreich, die nicht für Österreich sprechen

Das ist schlecht. Gut ist, Österreich ist kein Vorbild für Deutschland mehr.

Auch wenn es pauschal klingen mag.

So führen zu Pauschalierungen doch allenthalben handfeste Beispiele.

Beispiel vom Tag: Björn Höcke und die AfD. Wie aktuell gelesen werden kann, hat die AfD mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit ein Parteiausschlußverfahren gegen Björn Höcke beschlossen. In Deutschland ist ein solches Vorgehen sogar in einer Partei wie der AfD möglich, womit aber nichts Positives über diese Partei geschrieben ist, sondern bloß zur neuerlichen Kenntlichmachung der Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland dient, die nicht für Österreich sprechen.

Hingegen in Österreich. Es stimmt zwar, daß Susanne Winter etwa nicht mehr in der identitären Parlamentspartei ist, aber sie ist nach wie vor im österreichischen Parlament. Und das regt nicht auf, ist, wie es heißt, gegessen …  wie könnte das genannt werden? Vielleicht in Anlehnung an einen Spruch, der noch hypogut in Erinnerung sein müßte, könnte das genannt werden:

state of the austrian state

Was in Österreich alles bereits gegessen ist und fortwährend als gegessen ist … alles scheint verdaubar zu sein, tatsächlich aber ist nichts verdaulich und dann auf dem sogenannten natürlichen Wege ausscheidbar, das Gegessene bringt die Bauchdecke zum Explodieren und, nein, das muß nicht beschrieben werden, es ist vorstellbar, wie es durch die aufgerissene Bauchdecke schießt und nicht nur auf den Gesichtern der Menschen in diesem Land haften bleibt …

Susanne Winter fällt ein, weil vor ein paar Tagen sie vom Umsonstfernsehsender der Umsonst eingeladen war in eine Runde , um über Donald Trump … dazu gleich wieder Deutschland ein, wie dort …

Burschenschafter in Deutschland als Staatssekretär entlassen, in Österreich im Parlament geehrt

Zurück zum Beispiel des Tages. Zwei-Drittel-Mehrheit sogar in der AfD für ein Ausschlußverfahren … Björn Höcke ist in Österreich kein Unbekannter, jedenfalls der identitären Parlamentspartei:

Alphabet of Enlightenment, H-H: Haverbeck, Höcke, Hofer, Holocaust

In Österreich hingegen, nun ja, schaffen es nicht einmal Funktionäre und Mandatarinnen von anderen Parteien, nein, das muß genauer gesagt sein, von SPÖ und ÖVP eine … wenn etwa an den aktuellen Plan der Presseförderung,

Österreich heute: Krone der Kultur

wenn an den Justizminister, wenn an den geplanten Kriterienkatalog der SPÖ gedacht wird, mit dem es wohl so hingebogen werden soll, mit einer FPÖ doch in eine Bundesregierung … Diesen Kriterienkatalog soll Peter Kaiser … wenn an die aktuelle Debatte und dem Kompromiß bei der Kärntner Landesverfassung

Kärntner Landesverfassung: „Fürsorge“ ist in Deutsch zu vollziehen

gedacht wird, braucht es kein Vorstellungsvermögen mehr, was für Kriterien …

Deutschland hat mit Blut und Geld dafür bezahlt, einmal auf einen Österreicher hereingefallen zu sein, aber in Österreich scheint immer noch nicht genug verschwendet worden zu sein. Es kann das Stück „Der Verschwender“, will es scheinen, nur in Österreich und nirgends sonst geschrieben worden sein. Von seinem Kammerdiener Wolf, den er für einen braven Mann hält, schamlos ausgenutzt … in Österreich die ewige Wiederkehr des wölfischen Kammerdieners und die ewige Wiederkehr Österreichs, sich von den wölfischen Kammerdienern schamlos ausnutzen zu lassen, im festen und unerschütterlichen Glauben, diese seien brave Männer …

Wer verschwendet, hat keine Zeit zum Lernen, ist das Verschwendete kein Lehrgeld.

Und es gibt noch weitere handfeste Beispiele, die hier in weiteren Kapiteln gelesen werden können, und wer sich ein wenig umsieht, wird anderswo weitere Beispiele finden, dafür daß Österreich für Deutschland kein Vorbild mehr ist, dafür, wie groß die Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich geworden sind, und die nicht für Österreich sprechen.

Der Germanin gefällt: „Hofer-FPÖ unzensuriert vollzieht virtuellen Anschluss an Deutschland“

Europäisches Forum Linz – Österreich darf Deutschland werden

Rechtsextremismus, FPÖ unzensuriert und der Unterschied zwischen Deutschland und Österreich

Studienzentrum Weikersheim – Was in Deutschland hoch umstritten, in Österreich für das Parlament recht

Abschließend noch, wie wurde von dieser österreichischen Systemgesinnung, die sich fern des Systems verkaufen will, vor einem Alexander van der Bellen gewarnt, ihn zum Bundespräsidenten zu wählen. Nun ist er Bundespräsident. Wie brav fügt er sich ein, die erste Reise nach Mariazell, seine Äußerungen zum Akademikerball mit seiner märchenhaften oder vertrackten Erklärung, der Ball würde ja nicht in seinem Trakt

Staatsräume für Burschenschaften in Wien – In München für Burschenschaften nicht einmal mehr Privaträume

state-of-the-austrian-state

Österreich heute: Krone der Kultur

Wenn es tatsächlich so kommt, wie über den Plan von Thomas Drozda berichtet wird, werden es alle verstehen, dass die zwei

Österreich heute – Krone der Kultur 

zwar umsonst, aber weiter nicht gratis sind, etwas kosten – Ihr Geld …

Nennt Thomas Drozda seinen Plan für die Umsonst in Verehrung seines Vorsitzenden ebenfalls „Plan A“? Wie bei Kunst und Kultur. Oder ist dieser zu seiner Eigenprofilierung und zur Unterscheidung als „plan a“ archiviert?

Aber dieser plan a wird gewiß ebenfalls, sofern er so umgesetzt wird, seine Würdigung erfahren, verehrt werden. Und was ist die größte Wertschätzung? Die größte Wertschätzung ist, wenn für etwas neue Namen gefunden werden. Es ist vorstellbar, daß  „Presseförderung“ bald schon umgetauft werden wird auf „Hassförderung“ oder, in einer Zeit der Personalisierung, schlicht: „eine Drozda“ …

Presseförderung - Thomas Drozda.jpg

„Wie profil in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, kommen Gratis-Medien wie ‚Österreich‘ und ‚Heute‘ künftig in den Genuss von Presseförderung. ‚Österreich‘ soll bis zu 400.000 Euro, ‚Heute‘ bis zu 300.000 Euro erhalten, ist aus Verhandlungskreisen zu hören. ‚Es gibt ordentliche Journalisten bei allen Medien‘, sagt Medien-Minister Thomas Drozda. ‚Warum diese Jobs weniger förderungswürdig sind als andere, möchte ich nicht argumentieren.‘ Der Fördertopf soll insgesamt von 8 Millionen auf 17 Millionen wachsen. Alle Medien bekommen mehr. Bei einer Million ist ein Deckel eingezogen, den alle großen Tageszeitungen erreichen werden. Um auch online-Redaktionen wie ’nzz.at‘ einzubeziehen, stellt die Förderung künftig auf Arbeitsplätze ab. Wochenmedien werden ab drei, Tagesmedien ab sechs Redakteuren gefördert. Voraussetzung ist eine ‚universelle Berichterstattung‘ auch über Kultur oder Ausland. Auch sehr rechte (oder linke) Medien wie unzensuriert.at oder ‚Wochenblick‘ könnten ansuchen. Wer dem Presserat beitritt, ein Redakteursstatut beschließt oder für Kommentare Klarnamen einführt, kann sich einen Extra-Bonus holen.“

Ein Plan wie für die Unzensuriert der identitären Parlamentspartei zugeschnitten. Sie wird viele Extra-Boni lukrieren können. Bis jetzt etwa sind ihre Kommentare nicht nur ohne Klarnamen, sondern überhaupt ohne Namen, außer bei den Gastkommentaren. Und Gastkommentare schreiben beispielsweise so ordentlich verurteilte Menschen wie etwa Georg Zakrajsek. Unzensuriert wird für Extra-Boni recht erfinderisch sein …

So erfinderisch wie in ihrer Kopiererstattung. Denn Berichterstattung kann es nicht genannt werden. Vielleicht kann irgendwer die Zeit sich nehmen, und Thomas Drozda langsam und genau den Unterschied erklären zwischen „Medium“ und „Kopie“. Er ist ja noch nicht sehr lange „Medienminister“, um den Unterschied zwischen medium und copysite zu wissen. Die Unzensuriert ist in erster Linie eine Copysite. Das muß nicht ein weiteres Mal ausgeführt werden.

Und vielleicht in einer zweiten Sitzung ihm auch, ebenfalls langsam und genau, erklären, weshalb Unzensuriert mehr wie beispielsweise das Unternehmen Facebook zu behandeln ist, bei dem er, wie es scheint, doch schon einiges begriffen hat, so wie sein Kollege Justizminister …

Thomas Drozda und He.-Chr. Strache sind sich, was „Facebook & Co.“ betrifft, einig

Was haben Brandstetter und Strache gemein? Strenge Augen für Facebook.

Das Buhlen mit immer größeren Brautgeschenken um die identitäre Parlamentspartei voll im Gange …

Was bei diesem Plan von Thomas Drozda doch überrascht ist, daß ein Kriterium eine „Berichterstattung“ auch über „Kultur“ – über „Kultur“, die für diese Regierung, der Thomas Drozda angehört, nach ihrem sogenannten Arbeitsprogramm 1718 selbst gar kein Thema mehr ist …

„Plan A für Kunst und Kultur, wenn ein nächster Termin dazu ansteht.“

Und auch aus dem „Ausland“ soll etwas dabei sein. Es gibt ab und an von der Unzensuriert Kommentare zum Ausland, die nicht Kopierkommentare sind, sondern eigenständig erstellte; was dabei herauskommt, ein Beispiel:

Antwort aus Berlin zu FPÖ unzensuriert: „Blanker Blödsinn“

Welche Kopierkommentare es sonst von der Unzensuriert zum Ausland gibt? Nun, recht bestimmte, recht einseitige, recht in eine für sie recht gemeinte Richtung gehende, oder mit einem Wort: unifarbene. Vielleicht meint Thomas Drozda auch „unifarbene“, aber herausgekommen ist „universelle …“ Alle Bereiche umfassend, allseitig, vielseitig, nun das ist ein Vorwurf, der Unzensuriert nicht gemacht werden kann. Davon kann Unzensuriert so freigesprochen werden, wie Unzensuriert freigesprochen werden kann, ein Medium zu sein. Möglicherweise aber denkt Thomas Drozda, ein Kopiergerät ist schon eine Zeitung, weil mit diesem ja eine Zeitungsseite kopiert werden kann.

Und was wird das für einen Extra-Bonus für die Unzensuriert mit ihrer unifarbenen Kopiererstattung über Kultur und Ausland, wenn von Thomas Drozda als Kriterium noch, untertänig vorgeschlagen, aufgenommen werden möchte, Einladung von Menschen aus dem Ausland, die über Kultur sprechen:

FPÖ unzensuriert: Mit Lobgesang auf Götz Kubitschek gegen „Entartung“

 

Kärntner Landesverfassung: „Fürsorge“ ist in Deutsch zu vollziehen

Nun gibt es, wie zu lesen ist, die Einigung auf eine neue Formulierung, die Josef Friedrich Perkonig in seinem Bollwerkgrab strammstehen lassen wird, für den ja aber nicht als einzigen die deutsche Sprache in Kärnten die „einzige rechtmäßige“ …

„Artikel 5: ‚Die deutsche Sprache ist die Landessprache sowie Sprache der Gesetzgebung und – unbeschadet der der Minderheit bundesgesetzlich eingeräumten Rechte – die Sprache der Vollziehung des Landes Kärnten.’“

Bestätigt soll aber mit dieser neuen Landesverfassung in Kärnten

„Artikel 7c: ‚Das Land Kärnten bekennt sich gemäß Artikel 8 Abs. 2 der Bundesverfassung zu seiner gewachsenen sprachlichen und kulturellen Vielfalt, wie sie in Kärnten in der slowenischen Volksgruppe zum Ausdruck kommt. Sprache und Kultur, Traditionen und kulturelles Erbe sind zu achten, zu sichern und zu fördern. Die Fürsorge des Landes gilt allen Landsleuten gleichermaßen.’“ 

auch werden, was stets vermutet wurde, der Kärntner und die Kärntnerin sind Fürsorgefälle.

„Die Fürsorge des Landes gilt allen Landsleuten gleichermaßen.“

Als welche Fürsorgefälle das Land Kärnten alle Landsleute hinkünftig führen wird – ach, Christl, laß mal, das ist ein weites Feld. Zu viele Arten der Fürsorge, wird beispielsweise die Bundesverfassung von Österreich zur Klärung herangezogen, kämen in Frage, in der „Fürsorge“ ebenfalls vorkommt, aber nicht allgemein, sondern sehr konkret.

Nach der österreichischen Bundesverfassung könnte gesagt werden, das Land Kärnten sieht den Kärntner und die Kärntnerin als „Kriegsgräber“ oder als „Säuglinge“ oder als eingeschränkt mündige „Jugendliche“  oder als „Kranke“ und als „Unfälle“. In anderen Zusammenhängen kommt die „Fürsorge“ in der Bundesverfassung nicht vor.

Vielleicht ist der Kärntner und die Kärntnerin für das Land Kärnten eine Mischung aus diesen allen Fürsorgefällen.

Abgesehen davon, wofür „Fürsorge“ in der Bundesverfassung verankert ist, gibt es für „Fürsorge“ Definitionen,

„Fürsorge (von mhd. vür-sorge, entlehnt aus dem lat. prōcūrātĭo zu lat. prō-cūrāre ‚für etw. Sorge tragen; pflegen; verwalten‘) bezeichnet die Sorge für andere Personen. Daraus abgeleitet bezeichnet Fürsorge die Sorge, auf die Menschen unter bestimmten Umständen ein Recht haben, und bezeichnet ebenfalls das aus der Ethik der Barmherzig bzw. der Almosenpraxis erwachsene System der Fürsorge, Obsorge, Sozialhilfe oder Sozialen Sicherheit.

System der Fürsorge, Obsorge oder Sozialhilfe. Sozialfürsorge. Wurde oft gleichbedeutend mit Armenfürsorge bzw. Armenpflege benutzt.“

die dem Land Kärnten ein recht gutes Zeugnis ausstellen, allen Landsleuten gleichermaßen Fürsorge angedeihen lassen zu wollen.

Schon heute beim Anzünden des Grablichts ist die Entscheidung gefallen, unbedingt in Kärnten einwandern zu wollen. Offen ist bloß noch, als wer oder was in Kärnten eingewandert will, als Säugling, als Unfall – sehr verlockend ist, gleich morgen in Kärnten einwandern zu wollen als Kriegsgrab.

Oder vielleicht doch als Bettlerin in Kärnten … Denn. Die Fürsorge wird nun in der Landesverfassung verankert, aber die totale Fürsorge ist in Kärnten lange schon gelebte Praxis, für einen Bettler ist Kärnten das Paradies der Paradiese: vor Jahren bereits wurde in Kärnten die gesetzliche Erlaubnis erteilt, nicht zu betteln.

karntner-landesverfassung-fursorgefalle

Year of integration

Year of integration kann übersetzt werden mit Integrationsjahr. Aber auch, und das scheint stimmiger bei Berücksichtigung, wie darüber breit gesprochen wird, mit Einordnungsjahr. Und diese Übersetzung erinnert sogleich an Zeiten, in denen Abkürzungen wie FAD, SAD, RAD hoch in Mode waren; allerdings ging es damals nicht um „Flüchtlinge“, „Asylwerber“.

integrationsjahr-arbeitsdienstWenn aber die mit dem Einordnungsjahr ins Visier genommenen Menschen für einen Moment außer Acht gelassen werden, dann kommen die Arbeitsdienste, die vor Jahrzehnten in Europa, also auch in Österreich,  Zuspruch fanden, gesetzlich geregelt waren, schnell in den Sinn, etwa beim Lesen des Plans der rot-schwarzen österreichischen Regierung:

„Integrationsvertrag Dieser verpflichtet zu Deutschkursen, Wertekursen und zu Arbeit. Bei Verstößen kann die Mindestsicherung gestrichen werden. Derzeit sind 15.000 Leute in Wertekursen. 2017 sollen 35.000 neue Deutschkurs-Plätze geschaffen werden.

Integrationsjahr Es gilt für anerkannte Flüchtlinge und Asylwerber „mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit“. Deutsch-, Wertekurse und gemeinnützige Tätigkeit sind verpflichtend. Die Organisation läuft über das Arbeitsmarktservice, gemeinnützige Arbeiten sollen über Zivildienstträgerorganisationen abgewickelt werden. Eine Entlohnung ist nicht vorgesehen. Die gemeinnützigen Tätigkeiten sind durch die Mindestsicherung abgedeckt. De facto handelt es sich also um 0-Euro-Jobs.“

Es ist alles dabei, was von den Arbeitsdiensten gekannt wird. Etwa die Sache mit der Bezahlung. Was heute „Wertekurse“ genannt wird, wurde damals „Erziehung“ genannt. Bis hin zur militärischen Anbindung, wenngleich nun indirekt, aber ohne das Militär gäbe es keine „Zivildienstträgerorganisationen“. Und auch die Gemeinden sollen bei der sogenannten gemeinnützigen Arbeit wieder eine Rolle spielen, das Arbeitsamt, die Bauhöfe. Es würde zu weit führen, das hier ausführlich zu behandeln. Aber es ist leicht, sich kundig zu machen. Für Eilige – Wikipedia: Einträge zum Freiwilligen Arbeitsdienst (FAD〉, zum Staatlichen Arbeitsdienst (SAD〉, zum Reichsarbeitsdienst (RAD〉. Wer ein Buch zur Hand nehmen möchte, könnte beispielsweise „Erziehung durch Arbeit – Arbeitslagerbewegung und freiwilliger Arbeitsdienst 1920-1935“ von Peter Dudek aufschlagen und selbst die Parallelen herausarbeiten. Wie sehr an den nun Regierenden rund einhundert Jahre vorübergegangen sind, ohne zu anderen Entwürfen greifen zu können, zu wollen, als wären einhundert Jahre ohne neue Erkenntnisse vergangen.

Sad and rad … no passing fad.

Es erinnert, das muß klar sein, nicht an den Arbeitsdienst eines bestimmten Staates oder einer bestimmten weltanschaulichen Orientierung. Das wäre auch töricht, war dieser doch politisch von rechts bis links … Wenngleich zum Heute eine weitere Parallele durchaus darin gesehen werden könnte, daß es damals in bezug auf den Arbeitsdienst Zugeständnisse gab an gewisse Parteien – besonders in einem Staat …

Und besonders erinnert ein junger Mann in Österreich an die Zeiten der Arbeitsdienste, der von einer Disziplinargesellschaft wie einst träumt und andere vielleicht schon dabei sind, neue Lieder zu schreiben – für eines könnte vielleicht die erste Zeile schon geschrieben sein:

Wir ziehen in Fußfesseln zur Arbeit hin.

Tafeln können Ihre Wahrnehmung beeinträchtigen, nicht nur die von Christian Benger

Kärnten - Tafeln können Ihre Wahrnehmung beeinträchtigen.jpg

Die Warnhinweise zu Medikamenten sind nützlich, auch wenn sie viel zu selten aufmerksam gelesen, noch seltener beachtet und kaum beherzigt werden. Vielleicht hätten bei den Tafeln im Kärntner Landhaus angebrachte Warnhinweise, daß also das Lesen und vor allem das oftmalige Lesen die Wahrnehmung beeinträchtigt und am Ende sogar zur völligen Erblindung führt, auf Christian Benger eine positive …

Es darf, um sich eine Spekulation zu erlauben, daran gezweifelt werden. Das ständige berufliche Vorbeimüssen an diesen Tafeln … um negative Wirkungen zu vermeiden, ist es wohl immer noch am besten, etwas nicht mehr anzubieten, oder endlich zu entfernen, wie eben die Tafeln im Kärntner Landhaus. Über die schädliche Wirkung dieser Tafelmedikation gibt es bereits viele Kapitel, so daß es nicht ein weiteres Mal ausführlich zu erzählen ist.

Eisenstadt und Klagenfurt – Ein Vergleich zu Lasten Kärntens

Gerade in Kärnten, nicht nur in Klagenfurt, auch in Villach, um noch eine Stadt zu nennen, ist die Tafelmedikation – genug, es können die Kapitel dazu gelesen werden. Der Einfluß des Geschriebenen darf allerdings auch nicht überbewertet werden. Aber einem einzigen Haus gilt in Österreich die Sorge, das in einem derart kleinen Land auch geographisch nicht weit weg von Kärnten steht.

Als Bernhard C. Bünker über den Geist des Kärntner Anzuges schrieb, war Christian Benger in einem Alter, das von größter Neugier gekennzeichnet ist, und er wird das von Bünker über den braunen Anzug Geschriebene vielleicht ebenfalls gelesen haben. Und wenn noch einmal spekuliert werden darf, daß er das las,

Bernhard C. Bünker und die vierzigste Wiederkehr der Tracht

so muß festgestellt werden, es hatte auf ihn keinen Einfluß. Benger trägt, wie es scheint, recht gern den Anzug.

Das Geschriebene kann nur in einem entsprechenden Umfeld Einfluß nehmen. Das kärntnerische Umfeld ist keines, auf dem ein Text von Bernhard C. Bünker zur Wirkung heranreifen kann, bis zum heutige Tage, wie nun auch Christian Benger bestätigen will.

Worum es aktuell geht? Es geht um die Landesverfassung in Kärnten. Es geht um das Slowenische und das Deutsche. Nun ist zu hören, es soll nach einer Kompromißformulierung, nachdem sich Trachtler Benger gegen die geplante Formulierung vehement zur Wehr setzt, gesucht werden. Eine wird bereits verbreitet:

„Die Fürsorge des Landes und der Gemeinden gilt den deutsch- und slowenischsprachigen Landsleuten gleichermaßen, besonders ersteren.“

Das also wäre ein vorauseilender Kompromiß, weil die vorgesehene Formulierung

„Die Fürsorge des Landes und der Gemeinden gilt den deutsch- und slowenischsprachigen Landsleuten gleichermaßen.“

Benger nicht in seine Trachtentasche hineinbekommen will.

Der Kompromiß , sollte die Formulierung tatsächlich etwa nach dieser getauscht werden, wird einen Menschen in Kärnten besonders recht gefallen, einen Menschen, der zwar schon lange tot ist, aber der Geist, für den er eintrat und stritt, weiter die Grenzen Kärntens eng schreibt. Denn. Dieser Mann schrieb einst:

„Mein Vater konnte slowenisch reden und singen, wie alle Menschen seiner Generation im Rosentale, er sprach gleich ihnen mit Vorliebe slowenisch, er dachte wahrscheinlich auch darin, noch beschied sich die deutsche Sprache mit dem Range eben einer zweiten, nicht aber der einzigen rechtmäßigen. Mein Vater heiratete eine Bauerntochter aus der deutschen Gegend … und so wurde deutsch meine Muttersprache, das Slowenische habe ich erst auf der Gasse gelernt.“

Es kann abschließend nur ein weiteres Mal geschrieben werden:

Für eine „neue Zeit“ sind in Kärnten u.v.a.m. Tafeln auch abzumontieren

Das ist längst nicht mehr und war eigentlich nie nur auf Kärnten zu beziehen, wie etwa die jüngste Geschichte um den Staatspreis es wieder zu deutlich machte, bei der es auch um das Slowenische und das Deutsche ging. An der waren aber keine Trachtler und Trachtlerinnen beteiligt, sondern …

großer österreichischer staatspreis für literatur

Remember nothing – Sebastian Kurz and his merits

„Amnesty berichtet von Tausenden Toten bei Massenhinrichtungen“. In Syrien, durch das syrische Regime, dessen Führer Bashar al-Assad ist. Das sind die grausamen Schlagzeilen in der zweiten Februar-Woche des Jahres 2017.

„Ein syrischer Überläufer legt Beweise für systematische Morde in den Gefängnissen des Assad-Regimes vor.“ Das konnte bereits im Jänner 2014 gelesen werden.

„Ein gemeinsames Vorgehen gegen die Extremistenmiliz habe im Moment Priorität, sagte Kurz. ‚Das wird nicht ohne Mächte wie den Iran und Russland gelingen, und insofern braucht es hier einen pragmatischen Schulterschluss und auch eine Einbindung Assads im Kampf gegen den IS-Terror.'“ Das sagte Sebastian Kurz im September 2015.

„SaudiArabien ist wesentl. Player in d Region. Dialog zum Kampf gegen IS, d Syrienkrise, aber auch zur Menschenrechtssituation notwendig!“ Sebastian Kurz am 27. November 2015.

Putin sei einer, mit dem Sebastian Kurz wolle. Dezember 2016.

„Russland lockert Strafen für häusliche Gewalt.“ Vladimir Putin habe ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet. Februar 2017.

„Die Aufregungskultur bringt uns nicht weiter.“ Das sagte Sebastian Kurz im Jänner 2017.

„Sozialleistungen für diejenigen stark zu kürzen, die die Werteschulungen nicht besuchen wollen oder nicht bereit sind, die gemeinnützige Arbeit zu leisten.“ Ö1, Morgenjournal, 7. Februar 2017. Sebastian Kurz.

„Die Vollverschleierung soll keinen Platz im öffentlichen Raum in Österreich haben. Und religiöse Symbole natürlich in einem religionsfreundlichen Staat schon.“ Auch Sebastian Kurz. Ö1, Morgenjournal, 7. Februar 2017.

„Wir haben die Verpflichtung aus dem Gedenken heraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen.“ 20. Jänner 2017. Sebastian Kurz.

sebastian-kurz-we-remember-nothing

Was kann aus dieser obigen zu erinnernden und nur beispielhaften Auflistung abgelesen werden,  die zeigt, mit wem Sebastian Kurz, wen er vorzieht, auf wen Sebastian Kurz … Es kann aus dieser der Wertekanon von Sebastian Kurz, der allen Werte vorhält, destilliert werden. So weit, so schlecht, oder wie dem Heute angepasst auch gesagt werden könnte: so kurz, so sobotka. Kurz und sobotka gesagt: Eine Werteschulung besuchen zu müssen, in der Sebastian Kurz Werte lehrt, kann nur verweigert werden.

Wie in der Collage gelesen werden kann, spricht Sebastian Kurz gerne über das Gedenken, über die aus diesem hervorgehende Verpflichtung, über die aus diesem zu ziehenden Konsequenzen. Das von ihm dazu verwendete Stacheldrahtbildchen erzählt mit Blick darauf, mit wem er will, daß er den Eingang zur Geschichte für sich vollends zugemauert hat … die Konsequenzen, die er zieht, lehrt die Geschichte nicht.

Wer selbst, so wie Sebastian Kurz, mit Geschichte kommt, hält der Geschichte selbst die Wange hin. Ist es bereits um die sogenannte Zeitgeschichte dermaßen sobotka bestellt, so sobotka erst um die gesamte Geschichte, wie es gerade exemplarisch das gewollte Verbot der Verschleierung aufzeigt. Diese „Aufregungskultur“, von der nicht nur Sebastian Kurz infiziert ist, an der, mögen sie sich politisch links, politisch rechts verstehen, so viele in diesem Land akut erkrankt sind, „bringt uns nicht weiter“.

Diese kurzsche Kultur für den Tag oder digital day crop bringt nichts weiter.

„Verschiedene Formen von Rassismus“ heißt ein Kapitel in „Pape Satàn“ von Umberto Eco, und in diesem schreibt er unter der Überschrift „Wer hat das Verschleiern befohlen“:

Über den Schleier ist schon alles und das Gegenteil von allem gesagt worden. Die Position von Romano Prodi kommt mir sehr vernünftig vor: Versteht man unter Schleier jene Art von Kopftuch, bei der das Gesicht unbedeckt bleibt, dann mag ihn tragen, wer will (zumal hier ein unbefangen ästhetisches Urteil erlaubt ist, das Gesicht veredelt und alle Frauen wie Madonnen von Antonello da Messina aussehen lässt). Anders liegt der Fall, wenn die Verschleierung so weit geht, dass sie die Identifizierung verhindert, denn das ist gesetzlich verboten. Natürlich könnte dieses Verbot Anlass zu weiteren Diskussionen geben, denn eigentlich müsste man dann auch die Karnevalsmasken verbieten (und wer sich an Kubricks Clockwork Orange erinnert, weiß, dass man mit einer lustigen Maske grässliche Verbrechen begehen kann). Aber sagen wir ruhig, das sind marginale Probleme.

Wenn von Zeichen die Rede ist, wann immer etwas in einer gewissen Hinsicht oder Funktion anstelle von etwas anderem steht, dann ist der islamische Schleier ein semiotisches Phänomen – wie die Uniformen, deren primäre Funktion ja auch nicht der Schutz des Körpers vor Wetterunbilden ist, oder die Kopfbedeckungen der Nonnen (die ebenfalls oft sehr anmutig sind). Deswegen löst der Schleier so viele Diskussionen aus, während wir niemals über die Tücher diskutiert haben, die sich unsere Bäuerinnen früher um den Kopf banden, denn die hatten keinerlei symbolischen Wert.

Der Schleier wird kritisiert, weil man meint, dass er getragen wird, um eine Identität zu bezeugen. Aber es ist nicht verboten, eine Identität oder Zugehörigkeit zu bekunden, und man tut das, indem man ein Parteiabzeichen trägt, eine Kapuzinerkutte oder ein pinkfarbenes Langhemd und einen Kahlschädel. Interessant ist allenfalls die Frage, ob muslimische Frauen den Schleier tragen müssen, weil der Koran es befiehlt. Gerade ist das Buch Islam von Gabriele Mandel Khân erschienen, dem Generalvikar für Italien der sufischen Bruderschaft Jerrahi Halveti, das mit eine optimale Einführung in die Geschichte, Theologie, Sitten und Gebräuche der islamischen Welt zu scheint. Darin steht, dass der Schleier, der Gesicht und Haare bedeckt, schon in vorislamischer Zeit üblich gewesen sei, oft aus klimatischen Gründen, aber nicht in der immer dafür zitierten Sure 24 des Koran vorgeschrieben werde, die lediglich dazu auffordere, den Busen zu bedecken.

Da ich fürchtete, dass Mandels Übersetzung vielleicht ein bisschen zu modernistisch-gemäßigt ausgefallen sein könnte, habe ich im Internet nach einer offiziell von islamischen Behörden autorisierten Koran-Übersetzung gesucht und die der Union Islamischer Gemeinden und Organisationen in Italien gefunden. Dort heißt es in Sure 24, 31: „Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren und ihre Reize nicht zur Schau tragen sollen, bis auf das, was davon außen sichtbar sein muss, und dass sie ihre Tücher über[] ihren Busen ziehen sollen und ihre Reize vor niemandem enthüllen als vor ihren Gatten oder ihren Vätern oder den Vätern ihrer Gatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer Gatten oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder den Söhnen ihrer Schwestern“ und so weiter bis zu „den Kindern, die von der Blöße der Frauen nichts wissen“. Um sicherzugehen, habe ich schließlich noch die klassische Koran-Übersetzung des großen Iranisten Alessandro Bausani konsultiert, und auch dort fand ich, mit geringen lexikalischen Abweichungen, die Vorschrift „und sollen ihren Busen mit einem Schleier bedecken“.

Für einen wie mich, der kein Arabisch kann, sind drei Zeugnisse so verschiedener Herkunft genug. Der Koran fordert schlicht und einfach zur Schamhaftigkeit auf, und wäre er heute im Westen geschrieben worden, würde er auch dazu auffordern, den Nabel zu bedecken, denn im Westen wird heute auch der Bauchtanz auf offener Straße praktiziert.

Wer also war es, der die Frauen aufgefordert hat, sich zu verschleiern? Mandel enthüllt mit einer gewissen Genugtuung, dass es der Apostel Paulus war (im 1. Korintherbrief, aber Paulus begrenzte diese Pflicht auf Frauen, die predigen und prophezeien. Doch siehe da, immer noch lange vor dem Koran schrieb Tertullian (der zwar ein Sympathisant der Montanistenbewegung, aber trotzdem weiter ein Christ war in seiner Schrift De cultu feminarum („Vom Putz der Frauen“): „Ihr sollt einzig und allein euren Ehemännern gefallen. Und ihr werdet ihnen umso mehr gefallen, je weniger ihr euch bemüht, anderen zu gefallen. Seid unbesorgt, ihr Gebenedeiten, keine Ehefrau gilt in den Augen ihres Mannes als häßlich. […] Jeder Ehemann hält auf Sittsamkeit, aber Schönheit verlangt er nicht, wenn er ein christlicher Ehemann ist. […] Dies sage ich nicht, um euch ein gänzlich wildes und tierisches Aussehen zu empfehlen, auch will ich euch nicht von der Nützlichkeit des Schmutzes und der Unsauberkeit überzeugen, sondern nur von der richtigen Art und Weise, in der ihr euren Körper pflegen sollt. […] Denn Gott ist es, gegen den diejenigen sündigen, die sich ihre Haut mit Salben einreiben, ihre Wangen mit Schminke entstellen und ihre Augenbrauen durch Schwärze verlängern. […] Gott will, dass ihr verschleiert sein sollt, vermutlich damit man die Köpfe mancher Damen nicht sieht.“

Voilà, dies ist der Grund, warum in der ganzen Geschichte der Malerei sowohl die Madonna als auch die frommen Frauen verschleiert sind wie ebenso viele Musliminnen.

16. November 2006

Gott Paulus und der Busen. Saftelnd volkstümlich steht es im Dekret von Hofer, was Frauen bedecket wird, wenn sie es nicht selbst tun: „Brust und Armfleisch“. Das aber nur nebenher.

Worum es tatsächlich geht, ist aber: wenn ein Schriftsteller wie beispielsweise Umberto Eco sich die Mühe machen kann, und das schon vor über einem Jahrzehnt, etwas gesamtgeschichtlich zu betrachten, sich zu informieren, wie viel größer muß erst die Verpflichtung von Menschen sein, die in Regierungen sitzen, die Gesetze verabschieden, alles einer gesamtgeschichtlichen Betrachtung zu unterziehen, sich umfassend zu informieren, und nicht mit dem Tagesmuskelreflex zu regieren, Gesetze zu erlassen, denn schließlich gelten ihre Gesetze, die vom Gehalt her oft nicht einmal Tageswert besitzen, nicht nur für einen Tag.

Es kann verstanden werden, sagte nun wer, das langweilt, es sei im Grunde eine Wiederholung des Kapitel Cabinet: Strangers at Our Door, das von der Frage handelt, ob es denn zu viel verlangt wäre von der österreichischen Regierung auf der Höhe des heutigen Wissens …

Konstruktiver und zielführender Umgang mit Postings

„Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr gleich seid wie die übertünchten Gräber, welche auswendig hübsch scheinen, aber inwendig sind sie voller Totengebeine und alles Unflats! Also auch ihr: von außen scheint ihr den Menschen fromm, aber inwendig seid ihr voller Heuchelei und Untugend.“ – Matthäus, Kapitel 23

Wann Norbert Hofer immer nie „entsetzt“ ist

Wann das ist? Wann Norbert Hofer immer nie „entsetzt“ ist: Dafür gibt es in der identitären Parlamentspartei einen eigenen Chronometer, mit dem die Zeit dafür abgelesen werden kann, einen eigenen Kalender, in dem die Tage dafür eingetragen werden können. Uhr und Kalender, nach der die identitäre Parlamentspartei lebt, haben ein und denselben Namen: Unzensuriert.

Norbert Hofer ist unzensuriert „entsetzt“, wenn es um ein Posting gegen ihn geht, wie aktuell auf der Seite von Bundeskanzler Christian Kern auf der Plattform des Unternehmens Facebook. Wie in der Collage gelesen werden kann.

Norbert Gerwald Hofer stellt sein Entsetzen nach der Unzensuriert.jpg

Wie reagiert Norbert Hofer selbst, wenn er direkt von sträflichsten Verleumdungen informiert wird? Gar nicht. Genauer. Er reagiert. Er reagiert gesinnungsgemäß. Er antwortet nicht, er handelt nicht, er läßt es geschehen, über Monate, wie die wohl untergriffigste Verleumdung vom nun amtierenden Bundespräsidenten es beispielhaft zeigt:

Europäisches Forum Linz – Ein paar Fragen, Alexander Surowiec, zum Mitnehmen zum morgigen Kongress zur Überreichung an Kickl für Hofer

Fragen an Norbert Hofer, den Dritte-Chance-Geschenk-Kandidaten

Es soll nicht verschwiegen werden, es wurde dann doch gelöscht, nach über vier Monaten:

Siegesichere Hofer-FPÖ: Statt Verleumdung legt Verleumder schon eine „Liste“ an

Wie in der Collage gelesen werden kann, hat Christian Kern eine mögliche zielführendere Reaktion auf derartige Postings gefunden, als zum Bezirksgericht zu laufen, als so ein Posting stillschweigend zu löschen. Nämlich zu antworten, darauf hinzuweisen, es werde auf eine faire und konstruktive Diskussion großen Wert gelegt, auch darauf, nicht zu beleidigen. Und wie die Antwort des Posters zeigt, hat dieser Umgang gewirkt; der Poster wolle sich nun nach den Seitenregeln verhalten.

Unfreiwillig hat der Mann, der Farben sich erheben lassen will, zu diesem positiven Beispiel geführt. Und das macht nebenher auch wieder einmal deutlich, wer ein Politiker ist, wer ein bloßer Bezirksgerichtslaufender ist.

Konstruktiver Umgang mit Postings versus gesinnungsgemäßes Blockieren von Norbert Hofer.jpg

Und wie verhält sich der Bezirksgerichtslaufende Norbert Hofer selbst? Er blockiert beispielsweise Menschen auf der Plattform des Unternehmens Twitter, dessen Meinungen er gesinnungsgemäß nicht goutiert, nicht aushält, die ihm direkt informieren, er gefordert wäre, zu handeln, aber gesinnungsgemäß nicht gewillt ist zu handeln oder nicht handeln kann. Ob der Auslöser die direkte Information über die untergriffigste Verleumdung war, daß  er nur eines noch konnte, nämlich zu blockieren, kann nicht beantwortet werden, ist nicht mehr eindeutig im Nachhinein feststellbar. Da die Lächerlichkeit des Blockierens eben erst Thema war, wegen eines Menschen, von dem nicht erwartet wurde, er würde blockieren, kann auf dieses Kapitel verwiesen werden, weil das hoferische Blockieren ebenfalls angesprochen ist, und dieser Verweis auf dieses Kapitel zugleich zeigt, es geht hier in keiner Weise um eine Verteidigung des Bundeskanzlers:

Regierungsprogramm 1718 im Kulturland Österreich

Darin fällt auch ein Name, nämlich Georg Zakrajsek. Ein Mann, der eben erst wegen Verhetzung verurteilt wurde. Ein Mann, der auch von Norbert Hofer schon einmal eingeladen wurde. Wie könnte eine Schlagzeile darüber lauten?

Mit Entsetzen lädt Norbert Hofer zum sportlichen Gespräche ein

Radikalisierte Greise des Establishments schreiben nach Hilfe

Ein Kandidat empfängt einen bereits ausgeschiedenen Waffenrassystenkandidaten

Schießen ist ein schöner Sport – An wen erinnert Waffenrassyst Zakrajsek bloß so?

„Bestien“

Was denkt wohl Norbert Hofer, wenn er Menschen … denkt Norbert Hofer für sich, „entsetzt“ müsse gesagt werden, was zu sagen ist, und, so wahr Gott helfe, selbst werde er dem Bezirksgericht anzeigen, was er über Menschen sagt, beispielsweise: „Bestien“ …

„Damit sich dieses Land, damit sich diese Farben wieder erheben können“

War Norbert Hofer am 3. Februar 2017 „entsetzt“? Während seiner Rede in der Hofburg, die nachgelesen und nachgehört werden kann: https://www.vice.com/alps/article/damit-sich-die-farben-schwarz-rot-gold-wieder-erheben-konnen-norbert-hofers-akademikerball-rede

„Farben“ sollen „sich wieder erheben können“, also die Farben, die er an diesem Abend auf seiner Brust … Wie beruhigend, das traute sich nicht einmal Jesus Christus zu, Farben zum Erheben zu bringen, er sagte nicht zu Farben: Stehet auf und gehet … er sagte es zu Lahmen. Und er sagte viel über die Pharisäer, wie es Matthäus Jahrzehnte später schrieb, im Kapitel 23 heißt es weiter:

„Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Becher und Schüsseln auswendig reinlich haltet, inwendig aber ist’s voll Raubes und Fraßes!“

Der Mann, der sich nun an die Seitenregeln halten will, war übereifrig, seine Hinzufügung über das „braune Dreckschwein erster Güte“ war unangebracht, sein Posting mit dem Wort „Pharisäer“ hätte er beenden müssen, mit diesem wohl auch heute noch in vielen Messen gepredigten Wort aus den Erzählungen über Jesus Christus, dessen Gott dem Hofer einer sein soll, der ihm so wahr 

„Damit sich diese Farben wieder erheben können“ … Bei dieser hoferischen Ballrede ist auch sofort zu denken an: heute Südtirol und morgen …

„Hofer interviewt Strache“ – Und ewig murmelt Südtirol

„Wohin gehört Südtirol?“ Zu Chemtrails.

Südtirol: Der FPÖ eine Herzensangelegenheit – SH distanziert sich von Akademikerball

Zielführender Umgang mit Postings

Das Entscheidende an dieser Angelegenheit ist aber nicht der mit einem Bibelwort versehene Bezirksgerichtslaufende, sondern ein zielführender Umgang mit Postings. Die Gerichte werden nichts zur Eindämmung von ungeheuerlichen Postings beitragen, wie hier in vielen Kapiteln bereits geschrieben wurde. Aber dieses aktuelle Beispiel von einem Mann, der hinkünftig seine „Kinderstube“ nicht vergessen will, scheint doch ein guter Ansatz zu sein, wie damit umgegangen werden könnte. Deshalb soll abschließend wiederholt werden, was oben bereits geschrieben wurde:

Wie in der Collage gelesen werden kann, hat Christian Kern eine mögliche zielführendere Reaktion auf derartige Postings gefunden, als zum Bezirksgericht zu laufen, als so ein Posting stillschweigend zu löschen. Nämlich zu antworten, darauf hinzuweisen, es werde auf eine faire und konstruktive Diskussion großen Wert gelegt, auch darauf, nicht zu beleidigen. Und wie die Antwort des Posters zeigt, hat dieser Umgang gewirkt; der Poster wolle sich nun nach den Seitenregeln verhalten.

Allerdings ist ein Zusatz durchaus förderlich, wie allenthalben aus eigener Erfahrung mit derartigen Postings, von denen, wie es scheint, niemand mehr unbelästigt bleibt, berichtet werden kann. Es haben Menschen mit diesem zusätzlichen Hinweis tatsächlich von selber ihre Postings gelöscht.

Überdenken Sie, was Sie geschrieben haben. Sie werden dann nur zum Schluß kommen können, es selbst zu löschen. Sollten Sie Ihr Posting dennoch nicht selbst löschen, werden Sie es vielleicht doch eines Tages verstehen können, daß das Löschen für Sie übernommen werden muß, in spätestens drei oder vier Tagen.