Selbstverständlich wird der derzeitige Bundeskanzler in Österreich zu Recht sagen können, er habe keinen Journalisten verhaften lassen, er habe die rüde Verhaftung des Journalisten durch die Polizei gar nicht gesehen, er sei zu diesem Zeitpunkt schon innerhalb des Gebäudes gewesen, an diesem Freitag, 21. Mai ’21.
Es gibt davon Videos. Aus diesen Videos wurden ein paar Fotos gezogen, die auch zeigen, daß das rüde Vorgehen der Polizei gegen den Journalisten nicht erst begann, als der derzeitige Bundeskanzler bereits innerhalb des Gebäudes, dessen Eingang den eines Bunkes erinnert, verschwunden war, sondern bereits davor, also unter den Augen des derzeitigen Bundeskanzlers, im direkten Blickfeld des derzeitigen Bundeskanzlers.
Er, der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich, könnte zu Recht auch darauf verweisen, was für ein „hohes Gut“ ihm die „Pressefreiheit“ sei, und das öffentlich, also nicht nur in einer Zwieschrift mit …
Als Beweis könnte er beispielsweise aus September ’18 vorlegen, wie sehr er sich vorsätzlich zur „Pressefreiheit“ bekennt:
Die #Verhaftung der österreichischen Journalisten […] bewegt viele. Nicht nur in Ö, sondern auch weltweit ist die #Pressefreiheit ein hohes Gut. Wir fordern daher eine schnelle Aufklärung […]
Der zurzeitige Bundeskanzler schreibt auf der Plattform des Unternehmens Twitter nicht von einem Journalisten, der in Österreich verhaftet wurde, sondern von der Verhaftung eines österreichischen Journalisten in der Türkei. Tiefblickend dabei sein Rechtschreibfehler, er schreibt von „Verhaftung der österreichischen Journalisten“ … Ja, mit Einzahl und Mehrzahl hat der zurzeitige Bundeskanzler seine rechte Not, wie bekannt ist.
Was für ein erneuertes Bekenntnis zur „Pressefreiheit, am 3. Mai ’21, vom zurzeitigen Bundeskanzler in Österreich:
„Für uns ist klar, Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten ist in jeder Form inakzeptabel und zu verurteilen.“
Wie am 21. Mai 2021 sein Bekenntnis bestätigt wurde, was inakzeptabel und zu verurteilen ist, darf dennoch unter den Augen türkis getupften christschwarzen Personals geschehen …
Also: wir leben, – Gott sei Dank – in einer rechtsstaatlichen, liberalen Demokratie, die von einer starken Verfassung geschützt ist. Was bedeutet das? Niemand wird Sie verhaften, wenn Sie beim Essen die Füße auf den Tisch legen. Aber tun Sie es lieber nicht.
„Aber tun Sie es lieber nicht“, also Ihre Arbeit als österreichische Journalisten, als österreichische Journalistinnen könnten Sie verhaften werden, wenn Sie Ihrer journalistischen Arbeit unter den Augen des zurzeitigen Bundeskanzlers nachgehen …
Wie sagte der Mann, der für kurz gebende Vizekanzler, in dem Inselvideo, er wolle in Österreich eine Medienlandschaft nach dem orbánschen Vorbild …
Es soll mit einem Rat geschlossen werden, der vielleicht brauchbar ist: Wenn Sie Ihrer journalistischen Arbeit unbehelligt, unverhaftet nachgehen wollen, gehen Sie zu Terminen der türkis getupften christschwarzen Partei und besonders zu Terminen des zurzeitigen Bundeskanzlers nur in türkisen Socken, die schützen Sie mehr als ein Presseausweis …
Von ihm wurde seinerzeit erzählt, ohne es je bestätigt zu bekommen, er hätte sich, wenn notwendig, auch mehrmals an einem Tag umgezogen, um vor jedes Publikum je in der Kleidung hinzutreten, von der er meinte, am besten allein schon durch seine auf das jeweilige Publikum ausgerichtete Kleidung punkten zu können.
Zu dieser Kleidungswechselmanie aus Gefallsucht kommt ein Spruch in den Sinn, der einmal gelesen wurde, vielleicht in einem Buch, vielleicht auf einer Wand …
Meine Mutter ist extrem traurig und besorgt. Sie sagt, sie hätte sich für mich etwas anderes gewünscht als die Politik und diesen Umgang.
Es bewahrheitet sich wieder einmal die Volksweisheit, eine Mutter weiß halt doch am besten, was ihrem Kinde zuzutrauen ist, eine Mutter weiß doch am besten um die Talente, die Fähigkeiten, die Möglichkeiten ihres Kindes.
Wie eben auch diese Mutter, die für ihr Kind sich „etwas anderes als die Politik gewünscht hätte“, weil sie eben um die Talente, die Möglichkeiten, Fähigkeiten ihres Kindes zu genau Bescheid weiß.
Politik gehört nicht zu den Talenten, Möglichkeiten und Fähigkeiten ihres Kindes.
Sie könnte auch andere Wünsche für ihr Kind gehabt haben. Mütter haben für ihre Kinder nicht nur einen Plan, wodurch sie sich deutlich unterscheiden von der Parteipolitik, die nur einen Plan hat, einen einzigen und keinen zweiten Plan: Parteipolitik. Vielleicht hätte sie sich gewünscht, ihr Kind als Solo-Fistelstimme in einem Kirchenchor …
Wovor Mütter sich am meisten fürchten, heißt es, ihr Kind könnte in „schlechte Gesellschaft“ geraten. Darüber wird sie wohl immer noch „extrem traurig“ sein, wie konnte ihr Kind nur in dieses Umfeld …
Mütter, heißt es, sind sehr selbstkritisch, hinterfragen ständig, was haben sie in der Erziehung ihres Kindes … Vielleicht ist diese Mutter traurig darüber, ihrem Kind nie den Unterschied zwischen Einzahl und Mehrzahl richtig vermittelt haben zu können, und besorgt darüber, daß ihr Kind das nicht mehr erlernen wird.
Andreas Hanger zitiert meines Wissens nach Aussagen von Frau Krisper im U-Ausschuss, insofern ist das kein Anpatzen. Außer Frau Krisper geniert sich für ihre eigenen Aussagen, was vielleicht der Fall sein könnte. Sie hat ja in Richtung der Verfahrensrichterin gemeint, „die geht mir am Oasch!“. – Kurz sagt wirklich „Oasch“. – Darüber hinaus könnte ich Ihnen noch einige andere Formulierungen aufzählen, die ich für höchst problematisch finde.
In dieser Zeitung war vor bald einem Jahr zu lesen, daß Stephanie Krisper tatsächlich gesagt haben soll: „Die gehn mir am Oasch.“ Also mehr als eine Person würden ihr … und nicht nur eine Person, wie das parteipolitisch von Kurz „geht“ …
Vielleicht fragt sich die Mutter auch, ob sie für die Gesundheit ihres Kindes wirklich alles getan habe, ob sie es nicht versabsäumt habe, mit ihm öfters oder überhaupt zum Ohrenarzt gegangen zu sein.
Wie schön, gerade an einem Sonntag im Mai ’21, einen derart gehaltvollen Beitrag über Mütter und ihre Kinder lesen zu dürfen, das war wie ein zweiter Muttertag unmittelbar nach dem ersten Muttertagssonntag in diesem Mai, dieses Gespräch zwischen einem der Mutter liebevoll zugetanenen Familienkind und einer Journalistin, die nicht verriet, was ihre Mutter sich für sie …
Der Mann, der Sebastian Kurz nicht Bücher, sondern Fotos zeigt, gehört zum von Sebastian Kurz recht bevorzugten Umfeld, dem Sebastian Kurz die Stange mit Fahne hält.
So wie der für kurz Vizekanzler gebende Mann ein recht besonderes Umfeld hatte, hat auch der Mann, der Sebastian Kurz mit dem Büldln schaun wohl eine große Freude bereitete, ein besonders Umfeld, in dem sich auch ein Sebastian Kurz recht wohl zu fühlen scheint, wie sichtlich beim Büldln schaun, das nicht verwundert, verbindet sie doch einiges, den väterlichen Büldlzeiger mit dem Büldlschauer – was der eine, wird auch der …
Mit dem Justizsystem seines Landes liegt Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu im Clinch, seitdem er […] angeklagt wurde. Breitseiten schießt er regelmäßig gegen Staatsanwälte und Richter, aber nun hat er ganz oben angesetzt: bei der Neubesetzung des Justizministeriums. Doch damit hat er offenkundig überzogen.
So werden es nun in Österreich wohl viele, wenn sie es denn im Gedächtnis behalten werden wollen oder können, im Gedächtnis behalten, daß es ein islamistischer Anschlag auf „Christchurch“ war, und es wird nun allen klar sein, daß es tatsächlich nur ein islamistischer Anschlag auf eine „Christchurch“ gewesen sein konnte, denn wer sonst würde auf eine „Christenkirche“ einen Anschlag verüben, als eben ein religiös motivierter Mensch …
Jedenfalls all jene, die die Berichte über den kurzischen Beitrag im „Christchurch Call lasen, etwa im „Kurier“, in der „Presse“, im „ORF“, in der „Tiroler Tageszeitung“, in den „Oberösterreichischen Nachrichten“ …
Von der „Umvolkung“ wird der Mörder vielleicht schon früher erfahren haben, ist von ihm doch bekannt, daß er recht oft in einschlägig bekannte virtuelle Gesinnungswelten reiste, um sein Manifest the great replacement je schreiben zu können.
Herr Kurz – es geht das Gerücht um, es solle sich um fake news handeln, daß er Bundeskanzler ist – bemüht ebenfalls die „Solidarität“, stellt sich als „wir“ an die „Seite Israels“, und „verurteilt auf das Schärfste“.
Falsche Seite, falsche Verurteilung.
Und warum ist das eine falsche Solidarität, die falsche Seite, die falsche Verurteilung?
Der „Guardian“ beispielsweise bringt es, als wäre er Außenminister und zugleich Bundeskanzler, in einem Absatz auf den Punkt:
„Deeskalation muss die oberste Priorität haben, um das Leben von Zivilisten zu schützen, die sowohl von der israelischen Regierung als auch von den militanten Palästinensern mit so rücksichtsloser und tödlicher Missachtung behandelt werden. Die internationale Gemeinschaft muss ihr Gewicht in die Waagschale werfen. Donald Trump hatte Benjamin Netanjahu ständig aufgestachelt. Jetzt gibt es eine Regierung in Washington, die diese Probleme ernsthaft angehen kann. Sie hat die militanten Angriffe zu Recht verurteilt. Aber sie muss den israelischen Behörden gegenüber ähnlich deutlich sein, nicht nur wegen deren militärischer Reaktion, sondern auch wegen der Maßnahmen, die vorhersehbar zu diesem jüngsten Ausbruch von Gewalt geführt haben.“
Florian Wenninger bezieht sich dabei nicht auf diese Rede vor ungefähr zweitausendfünfhundert Personen, die dreiundzwanzig Jahre nach der Mobrede, die Wenninger als Denkmal verewigt wissen möchte, gehalten wurde, im Juli 1918, in der Volkshalle des Wiener Rathauses, im Rahmen einer „christlichsozialen Kundgebung gegen die feindlichen Wühlereien in Österreich“.
Der Inhalt dieser Rede ist bekannt, am 11. Juli 1918 berichtet die „Reichspost“ ausführlich über die christlichsoziale Veranstaltung in der Volkshalle des Neuen Rathauses.
In der Volkshalle des Wiener Rathauses. Vom Christlichsozialen Arbeiterverein veranstaltet, fand heute abend in der Volkshalle des Neuen Rathauses eine von ungefähr 2500 Personen besuchte Versammlung statt, die sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung der christlichsozialen Arbeiterschaft gegen die feindlichen Wühlereien in Oesterreich gestaltete. Nach Eröffnung der Versammlung durch GR. Preyer ergriff LA. Kunschak, begeistert begrüßt, das Wort. Er erörterte vorerst die Verkommenheit der englischen Politik, die den Krieg angezettelt und Staat um Staat in den Weltbrand hineingezogen hat,
und die Mittel, die England gegen Rußland angewendet habe, wolle es nun auch gegen Oesterreich ins Treffen führen: England habe, fuhr LA. Kunschak fort, mit feiner Witterung erkannt, daß es uns durch Hunger nicht werde bezwingen können. Es habe daher einen anderen Weg gesucht, um die Widerstandsfähigkeit des Volkes zu untergraben. Augenblicklich ist es am Werk, unser Volk durch Ausstreuung abscheulicher und dummer Gerüchte über das Kaiserhaus irrezuleiten. Redner griff aus der Fülle der Giftmischereien das Wort heraus, das ins Volk geschleudert wurde: „Die Kaiserin eine Italienerin.“ Das ist eine Versündigung gegen die primitivsten menschlichen Gefühle. Die Kaiserin ist ein Menschenkind wie wir und sie hat als Mutter ebensolche Pflichten gegen ihre Kinder wie jede andere Mutter und sicherlich nicht geringere als die letzte Bettlerin gegen ihr Kind! Im Gegenteil, die Pflichten der Kaiserin als Mutter gegen ihre Kinder sind größer als die jeder anderen Mutter, denn sie hat den unter ihrem Herzen getragen, der dereinst bestimmt sein soll, die Krone Oesterreichs zu tragen. Wie sollte sie da anders fühlen können als als Oesterreicherin. (Beifall.) Und sie ist eine Oesterreicherin und die beste Oesterreicherin! (Stürmischer Beifall.)
Die „Kaiserin“, für die Menschen Material waren, von der der Nationalratspräsident spricht, war für ihn eine Österreicherin, obgleich sie in Italien geboren, ihre Eltern … Eine gute Einstellung, die heutzutage gänzlich vergessen ist, wird doch in Österreich geborenen Menschen abgesprochen, Österreicher zu sein, weil deren Mütter aus einem anderen Land, abgesprochen, Österreicherinnen zu sein, weil deren Väter, weil gar deren Großeltern aus einem anderen Land vor langer, langer Zeit nach Österreich gekommen sind.
Redner kam dann noch auf die letzte Ausstandsbewegung zu sprechen, die er als Ausfluß fremder Wühlarbeit bezeichnete, und fuhr dann fort: Solche Bewegung findet, wir sie heute sehen, finden freilich dort einen aufnahmefähigen Boden, wo die Stimmung der Bevölkerung entweder verbittert oder mit schwerer Sorge überlastet ist. Die beste Abwehr gegen die Wühlarbeit Englands in jeder Hinsicht wären geordnete Verhältnisse im Innern des Reiches. Diese aber haben wir nicht, am allerwenigsten auf jenem Gebiete, wo wir sie am allermeisten benötigten, auf dem der Ernährung. (Lebhafte Zustimmung.) Redner kommt, häufig von erregten Zwischenrufen und lautem Beifall unterbrochen, auf die teure und falsche Erntestatistik sowie auf einen Antrag gegen die Wildfütterung mit Heu zu sprechen und erzählt, daß weder die Herrschaft Wittgenstein noch auch die Gutsverwaltung Rothschilds in Gaming Heu abgeliefert haben, sondern damit ihre Hirsche fütterten, und daß den dadurch entstehenden Fehlbetrag die Bauern dieser Bezirke über ihre abzuliefernde Menge hinaus aufzubringen hatten. (Stürmische Pfuirufe.)
Die Folge dieser Wirtschaft war natürlich, daß der Wildstand durchgehalten hat, der Rinderstand aber zugrunde gegangen ist und daß wir kein Fleisch, keine Milch und reine Butter mehr haben. Die erste Voraussetzung des Ernährungsdienstes, das Vertrauen der Erzeuger und Verbraucher ist geschwunden. Der Erzeuger kann kein Vertrauen mehr haben. Der niederösterreichische Bauer hat in diesem Jahre Gewaltiges geleistet, er hat über die vorgeschriebene Menge hinaus geliefert, er hat allein ein Viertel des ganzen österreichischen Getreides abgegeben. (Hört! Hört!)
Und als die Regierung vor Wochen auch noch die Vorräte der Selbstversorger in Anspruch nahm, waren in wenigen Tagen 900 Waggons Getreide aufgebracht. Zurückbekommen haben sie aber von dem Geliehenen nichts und heute verweigern vielfach die landwirtschaftlichen Arbeiter die Arbeit, weil ihnen der Bauer nicht mehr genug zu essen geben kann. Ebensowenig Vertrauen können die Verbraucher haben, denen man im Herbst die schönsten Versprechungen gemacht und die man im Sommer verhungern läßt. Durch diese Handlungen hat unser Ernährungsamt gewiß unbewußt, aber nichtsdestoweniger in ausgiebigster Weise Hilfsdienste für die angeblichen Wühlereien geleistet. (Stürmischer Beif.)
Ein weiterer Helfershelfer ist das Judentum. (Lebhafte Zustimmung.) Ein jüdischer Journalist hat selbst vor 14 Tagen in einer jüdischen Zeitung das Wort vom Juden als dem gebornen Frondeur geprägt. Und im Laufe der Ausstandsbewegungen ist von der „Arbeiter-Zeitung“ gesagt worden, daß sich in den Versammlungen sehr viele junge Leute, Jünglinge aus dem Osten, recht unliebsam und frech bemerkbar machten. Was die „Arbeiter-Zeitung“ damit gemeint hat, ist klar. „Juden“ durfte sie nicht schreiben, so hieß es „Jünglinge aus dem Osten“. (Heiterkeit.) Wenn aber die „Arbeiter-Zeitung“ selbst das feststellt, können wir uns vorstellen, was diese Juden alles getrieben haben müssen.
Redner führt sodann einige Beispiele für die wohlwollende Nachsicht an, deren sich diese Elemente zu erfreuen haben. Die Verordnung der Statthalterei, die Wucherer und Schleichhändler öffentlich durch Anschlag zu brandmarken, ist nicht lange gehandhabt worden. Denn man las fast nur Namen wie Weichselblüh, Silberbaum usw. Selten ist noch je ein Statthaltereierlaß so klanglos verschwunden wie dieser. Auch hier haben sich die Juden als Frondeure gegen die Lebensmöglichkeit der arbeitenden Bevölkerung erwiesen. Wie es zahme Löwen gibt, gibt es zweifellos auch anständige Juden, aber der zahme Löwe spricht nicht gegen den Satz, daß der Löwe ein Raubtier ist. Während die christlichen Wucherer meist erwischt und dann sicher auch eingesperrt werden, entschlüpfen die jüdischen meist der irdischen Gerechtigkeit. Bei der Erinnerung an den Kranz-Prozeß und an den Fall Leinweber, der als Bestochener bestraft wurde, während die jüdischen Bestecher noch heute ungeschoren herumlaufen, bricht die ganze Versammlung in erregte Entrüstungsrufe aus, die eine Zeitlang jedes Wort unverständlich machen.
Der Redner erwähnt sodann die einzig dastehende Bevorzugung der jüdischen „Rohö“, welche die zwei eierreichsten Bezirke Polens zugewiesen erhielt und über so viel Eier verfügt, daß sie viele dem Verderben überantworten kann. Auf dem Rudolfsheimer Markt standen drei Kisten Eier, die der „Rohö“ übrig geblieben waren, und als diese geöffnet wurden, krochen Hunderttausende von Maden herum und die wenigen noch nicht verfaulten Eier verbreiteten einen solchen Gestank, daß sie auch für den menschlichen Genuß als ungeeignet bezeichnet werden mußten. Trotz allem hat Oesterreichs Volk gegen all die Not standgehalten mit einer Geduld, die nur dem festen, tiefeingewurzelten Patriotismus entspringen kann. Dieses Bewußtsein verleiht uns die Zuversicht, das alte Wort mit Stolz und Ueberzeugung auszusprechen: Oesterreich wird ewig steh‘n! Ein Oesterreich, das solche Lasten trägt, das einen solchen Druck erträgt, dessen Bevölkerung nicht zusammenbricht unter der Fülle der Opfer, die ihr auferlegt werden, sondern in ihrem Glauben an diesem Staate festhält, dieses Oesterreich ist nicht umzubringen, trotz aller Wühlereien Englands, trotz aller unbewußten und bewußten Helfershelfer im eigenen Lande! (Minutenlanger Beifall und nicht endenwollende „Hoch Kunschak!“-Rufe folgten den Ausführungen des Redners.)
„Rohö“: Abkürzung für Reichsorganisation der Hausfrauen Österreichs, gegründet 1910, aufgelöst 1938. Eine der Gründerinnen war Fanny Freund-Markus, gestorben 1942, KL Theresienstadt.
GR. Preyer schloß hierauf die Versammlung mit einem dreimaligen Hoch auf das Kaiserpaar, in das die Versammelten begeistert einstimmten. Nach der Absingung der Volkshymne entfernten sich die Massen in größter Ruhe.
Kundgebung, die als Protest gegen die Einreise polnischer Juden organisiert worden war, gemeint, daß er immer Antisemit gewesen sei und es auch weiterhin bleibe. Unter dem Beifall Tausender Demonstranten fügte er hinzu, daß weder einheimische noch fremde Juden in Österreich etwas zu suchen hätten.
Der damalige Bundeskanzler Leopold Figl versuchte die Irritation, die diese Äußerung im Ausland hervorgerufen hatte, zu besänftigen, indem er meinte, daß Kunschak kein Antisemit aus rassischen, sondern lediglich aus ökonomischen Gründen sei.
[Evelyn Adunka, Antisemitismus in der Zweiten Republik. Ein Überblick anhand einiger ausgewählter Beispiele, in: Heinz P. Wassermann (Hg.), Antisemitismus in Österreich nach 1945 (= Schriften des Centrums für Jüdische Studien 3), Innsbruck 2002, 12-65, hier 13.]
Es mag die Erinnerung mangelhaft sein, aber „Anständigkeit“ war vor 35 Jahren nicht ein Hauptwort in der Debatte, ob Kurt Waldheim Bundespräsident werden sollte oder nicht.
Beim erstmaligen Sehen der Dokumentation „Waldheims Walzer“ gestern, 10. Mai 2021, löste „Anständigkeit“ die „Pflicht“ als Hauptwort ab.
Die Dokumentation wurde im Fernsehen gezeigt, wohl aus dem Anlaß, daß es 35 Jahre her ist, daß Kurt Waldheim zum österreichischen Bundespräsidenten …
Wie verinnerlicht muß doch Kurt Waldheim die himmlerische Anständigkeit gehabt haben, um so unbefangen, so ohne Falsch davon sprechen zu können, anständig gewesen zu sein.
Was diese erstmalig gesehene Dokumentation wieder in Erinnerung brachte, daß Kurt Waldheim vor 35 Jahren immer sofort die deutschen Toten aufzählte, in der Sekunde gegenrechnete, wenn er auf die Ermordungen, beispielsweise im damaligen Jugoslawien, durch deutsche Wehrmacht angesprochen wurde. Als hätten die von der deutschen Wehrmacht ermordeten Menschen Deutschland überfallen, als hätten die deutschen Soldaten auf deutschem Boden in ihrem Recht auf Verteidigung ihr Leben hingeben müssen, als wären sie ebenso unschuldig, ebenso anständig gewesen, wie die von ihnen überfallenen und zu Tode gebrachten Menschen. Als hätten die von der deutschen Wehrmacht in ihren Ländern ausgeraubten Menschen kein Recht auf Verteidigung, nur die Pflicht, sich der deutschen Wehrmacht zu ergeben, nur die Pflicht, ihre Länder in ein hitlerisches Deutschland zu verwandeln, mit anständigen Lagern, mit anständigen Baracken, mit anständiger Arbeit, mit anständig rauchenden Schloten …
Nach den Vorstellungen der Kommission soll der gesamte Lueger-Platz zu einem „Ort der Reflexion“ umgestaltet werden. So müsse der „Dr.-Karl-Lueger-Platz“ umbenannt werden, die Statue auf der Spitze des Denkmals solle ihren Ehrencharakter verlieren und vom Denkmal entfernt werden.
Wenninger: Wir könnten hier auch ein Denkmal für die antisemitischen Randale errichten, die im Anschluss an eine Lueger-Veranstaltung im Dezember 1895 stattfanden. Nach dieser Rede im Prater zog ein Mob an 2.000 Personen durch die Leopoldstadt und griff Menschen an, die für Juden gehalten wurden.
Florian Wenninger, der sich „überwiegend mit Zeitgeschichte beschäftigt“, ist im Beitrag auf „Wikipedia“ über ihn zu lesen, schlägt vor, in der Zeitgeschichte zu bleiben, also in 1895 …
Das Vorarlberger Tagblatt hingegen hatte bereits für die Ausgabe vom 12. März ganze Arbeit geleistet: Das Hakenkreuz ziert die Titelage; der Aufmacher lautet „Der Sieg des Nationalsozialismus in Österreich“; als Zwischentitel wird die Parole „Ein Volk, ein Reich, ein Führer!“ skandiert, auf Seite 3 ist das Loblied von Ottokar Kernstock auf Das Hakenkreuz abgedruckt. Und man berichtet über eine „unglaubliche Provokation in Wien“: dass Demonstranten die Hakenkreuzwimpel von einem Kraftwagen herunterrissen und „im Straßenschmutz zertraten“.
Oder, eine weitere Möglichkeit, den Kopf von Karl Lueger durch den Kopf von Leopold Kunschak zu ersetzen. Zur Verdeutlichung der Kontinuität luegerischer Denke, die nicht mit dem 8. Mai 1945 endete. Aber auch als Zeichen, mit der Zeitgeschichte in Österreich wenigstens im Jahr 1945 angekommen zu sein. Und als ein Zeichen der Hoffnung, eines Tages, auch in Österreich, Gegenwart in die Zeitgeschichte …
Die gestrige Sendung von Jan Böhmermann ist nur dann als eine Satire einzustufen, wenn die Sendung über ein Land gewesen wäre, das es gar nicht gibt, aber dieses Land gibt es, und es heißt Österreich.
In Deutschland kann die gestrige Sendung über die Zustände in Österreich nach wie vor als Satire gesehen werden, aber in Österreich diese gestrige Sendung als Satire zu sehen, ist unmöglich. Denn es ist, einfach wie kurz gesagt, die österreichische Wirklichkeit, in der gestrigen Sendung von Jan Böhmermann kurz zusammenfaßt …
Erschreckend daran ist, wie diese Wirklichkeit hingenommen wird, in Österreich, wie zu beneiden hingegen sind die Menschen in Deutschland, die solche Zustände als bloße Satire nun genießen können, gemütlich vor den Fernsehapparaten, während in Österreich die Menschen in einer Satire leben, dabei in der selbstgewählten Unwissenheit, nicht in eine Satire hineingezogen zu sein.
Satire ist aber für Österreich zu hoch gegriffen, und das dürfte auch Jan Böhmermann wissen, dessen gestrige Sendung wie ein Comic ablief. In ihrer selbstgewählten Unwissenheit, daß ihr Land kein Comicland ist, leben die Menschen in Österreich mehr und mehr in einem Comic, vor allem seit diese Figur zum ersten Mal zum Bu…
Übrigens, hätte Jan Böhmermann die Frage gestellt, weshalb Sebastian Kurz an Gernot Blümel festhält, wäre das eine klassische satirische Frage,
Entziehe mich nun wieder der Böhmermann-Debatte mit der Frage, weshalb @sebastiankurz an @Gernot_Bluemel festhält? Unabhängig von Vorgängen und Vorwürfen überzeugt der Finanzminister einfach fachlich und inhaltlich nicht, um es zurückhaltend zu formulieren
aber diese Frage stellt an diesem 8. Mai 2021 Claus Pándi, weshalb also Sebastian Kurz an Gernot Blümel festhält, ebenso hätte er, Pándi, fragen können, warum die symbiotischen Zwilingsbrüder mit denselben Träumen aneinander festhalten, Fix an Foxi oder Foxi an Fix …
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