Was ist seit dem die Veränderung?

Einfach wie kurz ist die Frage, die beim Lesen der Geschichte der Zerrissenheit in Zeiten des Umbruchs der christlichsozialen Partei in Wien sich einstellt:

Was ist seit dem die Veränderung?

Die Geschichte der christlichsozialen Partei zwischen 1910 und 1934 schrieb Dr. Markus Benesch, der seine Karriere in der „Jungen ÖVP“ begann, von der „Jungen ÖVP“ in das „Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung“ als Kabinettschef des Bundesministers Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann.

Einfach wie kurz kann die Frage auch so gestellt werden:

Ist die Veränderung eine Zurückänderung?

Ist die Veränderung, von der der ehemalige Obmann der „JPV“ heute noch spricht, eine Rückänderung in die Zeit ab 1910 bis …

Einfach wie kurz kann die Frage auch so gestellt werden:

Ist die Dissertation von Markus Benesch dafür die Anleitung?

Also die Anleitung für die Rückänderung, die, großzügig gesehen, soher durchaus als eine Veränderung gesehen werden könnte, auch wenn nicht gesagt werden kann, was dabei die Veränderung ist, wenn nur zu etwas zurückgekehrt wird, das es schon einmal gab. Die von Markus Benesch geschriebene Geschichte der christlichsozialen Partei ab 1910 als eine vom ehemaligen Obmann der „Jungen ÖVP“ verwendete Bedienungsanleitung für ab 2017 bis …

Die Dissertation von Markus Benesch aus 2010 hatte noch den Titel: „Die Geschichte der Wiener christlichsozialen Partei zwischen dem Ende der Monarchie und dem Beginn des Ständestaates“. Dann als Buch veröffentlicht in 2013 mit dem Titel: „Die Wiener Christlichsoziale Partei 1910–1934: Eine Geschichte der Zerrissenheit in Zeiten des Umbruchs“. Es wäre vielleicht nicht uninteressant zu vergleichen, wie sehr Buch und Dissertation voneinander sich unterscheiden, ob es einen Menschen veranlaßte zu sagen, den Unterschied möchte er Klavier spielen können. Die verschiedenen Titel lassen bereits die Vermutung zu, die Dissertation die eines Historikers, das Buch das eines ÖVP-Bezirksrates, wie es auch als Resümee in mancher Rezension des Buches …

Deshalb soll hier das Buch außen vor gelassen, nur die Dissertation herangezogen sein, um einiger Beispiele aus dieser zu erzählen, wie sie vom ehemaligen Obmann als Bedienungsanleitung

Es sind sehr teure Wahlkämpfe zu führen.

Kunschak ergänzte den Bericht um einige Ausführungen über die Arbeiten und die Finanzierung des geplanten Lueger Denkmals. Auf Grund dieses Berichtes sah sich der Meidlinger Gemeinderat Josef Müller gleich zu Beginn des Parteitages veranlasst, eine wilde Attacke gegen Kunschak und andere Bezirksparteien – allen voran die Bezirksgruppe – Wieden zu reiten. „Von den guten Bezirken, ich erinnere da an Meidling, wird gar nichts erwähnt, darüber geht man zur Tagesordnung über. Aber weil wir 30 oder 40 Millionen beim Lueger Denkmal ausgegeben haben […]

Protokoll des Parteitages der Wiener Christlichsozialen Partei vom 13. und 14. 3. 1926, Archiv der Wiener Christlichsozialen Partei, Karton Nr. 109, S. 5

Ein sehr teurer Wahlkampf muß bereits jener von 1927 gewesen sein. Für diesen kam das 1926 fertiggestellte Karl-Lueger-Denkmal zum Einsatz, für das die christlichsoziale Partei „30 oder 40 Millionen ausgegeben“ hat, wie dem Protokoll des Parteitages vom März 1926 zu entnehmen ist.

Ein sehr teures Denkmal, und wofür? Nur, um ein Wahlkampfgoody zu haben. So reichlich dürften die Spenden nicht geflossen sein, die der von Leopold Kunschak angeführte Verein sammelte, jedenfalls viel zu wenig, wie es scheint, um das Denkmal errichten zu können, wenn seine Partei für das Denkmal selbst „30 oder 40 Millionen“ … Einerlei. Das belegt auch vom Finanziellen her, das Lueger-Denkmal ist nichts weiter als ein Parteidenkmal, eine Wahlkampffigur.

Das hätte es finanziell also auch billiger geben können, Karl Lueger als Wahlkampffigur, beispielsweise aus Pappmaché, mit dem Vorteil aufgrund des viel geringeren Gewichts der leichten Lagerung und leichten Hervorholung aus einem Magazin für Wahlkämpfe.

Karl Lueger, der Übervater der Christlichsozialen Partei, wurde in der Wiener Wahlpropaganda stark eingesetzt. In diesem Zusammenhang wurde eine eigene Wahlzeitschrift die „Wahrheit“ herausgegeben. Die Ausgabe vom 9. April zierte eine große Zeichnung an deren Spitze fast überdimensional auf einer Statue Lueger thronte. Flankiert wurde seine Statue von zwei Kopfportraits von Leopold Kunschak und Ignaz Seipel. Betitelt wurde diese Zeichnung mit den Worten: „In diesem Zeichen werden wir siegen“.

Dieses christlichsoziale Parteimal auch, kann durchaus gesagt werden, eine Anleitung für eine zweite Partei in Österreich, in dem Sinne, Parteidenkmäler zu errichten.

Was ist seit dem die Veränderung?

Das Wort „Bashing“ kam wohl noch nicht zum Einsatz, aber „Wien-Bashing“ wurde auch damals praktiziert, als erfolgsversprechendes christlichsoziales Rezept …

„Seit 13 Jahren“, stand dazu in einem CSP-Wahlaufruf in der Reichspost zu lesen, „regieren die Sozialdemokraten im Wiener Rathaus. Ihre Tätigkeit war eine Kette sozialistischer Experimente, die das Leben der einst so blühenden und glücklichen Luegerstadt an den Rand des Grabes gebracht haben…die Steuerpolitik wird von Hass und Demagogie diktiert, die Wohnbaupolitik löst die Wohnungsfürsorge nur für Parteifunktionäre …, das Schulwesen verwahrlost, das Verkehrswesen verödet, und der Zustand der Straßen ist ein Skandal. …“807 . Seipel, zu dem Zeitpunkt physisch verbraucht und krank, konnte in diesem Wahlkampf nicht als Redner oder Zugfigur eingesetzt werden. An seine Stelle trat der Kurzzeitkanzler Vaugoin. Vaugoin tourte durch die Wiener Bezirke und war alleine im April Hauptredner auf über 50 Großveranstaltungen. Überall machte er klar, dass eine Koalition mit den Sozialdemokraten für ihn nicht in Frage kam. In einer Wählerversammlung am 13 April 1932 in Erdberg erklärte er dazu: „Wenn heute noch jemand von den Möglichkeiten einer Koalition mit den Sozialdemokraten daherredet dann sage ich: Kein aufrechter Wiener und kein aufrechter Christlichsozialer kann dieses Wort in den Mund nehmen. So wie es keine Vereinigung von Feuer und Wasser geben kann, so wenig kann es eine Vereinigung von Christlichsozialen und Sozialdemokraten geben“808. Auch in diesem Wahlkampf wurde von Seiten der Christlichsozialen Partei Karl Lueger als altes Zugpferd bemüht. „Christlichsoziale Wiener, schart euch einig und geschlossen um die Fahne Luegers, des großen Volksbürgermeisters, der allein die Größe Wiens und das Glück seiner Bewohner begründet hat. Schart euch um die Fahne Luegers – helft sein Erbe lebendig zu machen, zu neuem Heil für unsere Stadt und eure Familien.“809

Was hat sich seit dem verändert?“ Verändert in dieser Partei, auf deren Parteitag vor bald einhundert Jahren, nämlich 1924, Leopold Kunschak dies sprach:

Der zweite Tag des Parteitages begann mit der Rede des Parteivorsitzenden. Insbesonders der erste Teil der Rede war von ihm emotional gestaltet. Dies lag sicherlich auch an dem Themenschwerpunkt, der von ihm gesetzt worden war, nämlich der Glöckel ́ sche Bildungs- und Schulpolitik, gegen die er heftig polemisierte. Er sprach in diesem Zusammenhang von anarchischen Zuständen an Wiens Schulen und einer allgemeinen Vernachlässigung der Bildungsaufgaben421 und verwies dabei auf die von der Wiener Stadtregierung forcierte Zurückdrängung der christlichen Elemente im Unterricht (vor allem das Morgengebet, aber auch das Aufhängen von christlichen Symbolen). Gleichzeitig vermied er es jedoch an dieser Stelle seiner Rede eine inhaltliche Totalopposition zum Ausdruck zu bringen und bekräftigte das grundsätzliche Bekenntnis seiner Partei sich an einer Reform des Wiener Schulwesens aktiv zu beteiligen. Der von Glöckel vorangetriebene Ausbau des Aufklärungsunterrichts in den Schulen scheint ihn auch als Person wirklich in Rage gebracht zu haben. Mit Bezug auf die verwendeten Materialien meinte er dazu: „Ich darf jetzt hier kurz noch auf eine zweite Erscheinung hinweisen. Das ist das Umsichgreifen einer Literatur, die als das Niedrigste bezeichnen werden muss … es auch unter den Literaten Schmutzfinken gibt und dass es unter den Literaten auch Leute gibt, die den Saustall mit dem Studierzimmer verwechseln …“422 Dann erklärte auch noch dazu: „Was uns mit Besorgnis erfüllen muss, ist der Umstand, dass solches Gelichter über den Rahmen des Bordells und der Herrenabende hinaus sich Geltung zu verschaffen vermag. Und was uns mit Entrüstung erfüllen muss ist, dass die Behörden selbst dann, wenn sie … auf die Gefahren einer solchen Literatur aufmerksam gemacht werden, nicht gegen die Schweineliteraten, sondern gegen die Jugend auftreten … Wir sehen also in Wien, wie sich hier auf dem Gebiete des Sittenlebens der Bewohner unserer Stadt…ein Unglück …erweist!“423

Die türkis getupfte christschwarze Partei auch, was die Bildungspolitik betrifft, in den Schlapfen des Leopold Kunschak, wie allein schon ihr und nicht einziger Kampf für das Aufhängen christlicher Symbole etwa …

Was Lehrerpostenbesetzungen betraf gab der Wiener Landesvorsitzende unumwunden zu von Zeit zu Zeit mit der SDAP und Glöckel Kompromisse schließen zu müssen. „Und dann müssen wir uns halt hinsetzen und miteinander beraten, wie wir möglichst viel herausbringen und dann muss zunächst mein Freund Rummelhardt anfangen rechtzeitig zu packeln und von langer Hand her mit dem Glöckel, mit dem Speiser zu reden. Und während der Verhandlungen sollen wir den Herrn Glöckel im Stadtschulrate abohrfeigen und im Gemeinderate den Herrn Speiser? Halten Sie das für möglich, ich glaube das geht nicht!“427

„Zu packeln“, um „möglichst viel herausbringen“ … Auch das hat sich nicht verändert, seit damals. Das „Packeln“ nicht beschränkt allein auf „Lehrerpostenbesetzungen“ …

Etwas hat sich doch verändert. Während Leopold Kunschak noch meinte, er glaube, das geht nicht, „Herrn Glöckel im Stadtschulrate abohrfeigen und im Gemeinderate den Herrn Speiser“, ist für einen Nationalratspräsidenten-Nachfolger von ihm eine vorstellbare Lösung, einer Frau eine aufzulegen, zumal diese doch selbst danach …

Übrigens, Otto Glöckel war u.v.a.m. bereits dafür, die Gesamtschule einzuführen. Glöckel war eben kein christlichsozialer Parteipolitiker … Markus Benesch gibt in seiner Dissertation zwar an, daß Otto Glöckel bis 1934 Stadtschulratspräsident war, aber er verrät nicht mehr, was ihm 1934 geschah; Otto Glöckel wurde 1934 im christlichsozialen Anhaltelager Wöllersdorf inhaftiert … und verstarb im Jahr darauf.

Auch nur nebenher: 1897 verlor Otto Glöckel, der sich gegen die „Diskriminierung von sozialdemokratischen Junglehrern“ einsetzte, wegen seiner Weltanschauung seine Arbeit; er wurde von Karl Lueger aus dem Schuldienst entlassen …

Was sind seit dem die Veränderungen?

Denken Sie dabei auch an die Medienarbeit. Wie Sie zurzeit praktiziert wird. Das Damalige, einfach wie kurz gesagt, als Anleitung:

Beim Thema Medienarbeit wurde erneut deutlich wie gespannt das Verhältnis der Christlichsozialen Partei zu den freien Printmedien war. Die Bezirkspartei Alsergrund ging dabei am Weitesten und forderte in einem eigens eingebrachten Antrag eine Revision des 523 Protokoll Parteitag 1926, erster Tag, S.48 524 Protokoll Parteitag 1926, erster Tag, S.54 525 Protokoll Parteitag 1926, erster Tag, S.54 225 Pressegesetzes durch die die Konfiszierung von Medien vereinfacht werden sollte. […] „Wir haben Blätter, die uns wertvolle, außerordentlich dankenswerte Dienste leisten, die aber bei jeder Gelegenheit bereit sind zuzugeben, dass sie keine Parteiblätter sind … Was eine grosse Partei braucht sind ist eine Presse, die nichts anderes kennt und tut, als die Ziele der Partei zu verfolgen.

Es ließen sich – wer die Muße dafür hat, möge dies tun – wohl noch weitere Beispiele aus der Geschichte der christlichsozialen Partei, wie sie Markus Benesch in seiner Dissertation niederlegte, ziehen, für die Beantwortung der zentralen Frage, was sind seit dem über den Wechsel der Farbe hinaus Veränderungen …

„Freiheit, die ich meine“

Selbstverständlich wird der derzeitige Bundeskanzler in Österreich zu Recht sagen können, er habe keinen Journalisten verhaften lassen, er habe die rüde Verhaftung des Journalisten durch die Polizei gar nicht gesehen, er sei zu diesem Zeitpunkt schon innerhalb des Gebäudes gewesen, an diesem Freitag, 21. Mai ’21.

Passiert aber ist tatsächlich die Verhaftung eines Journalisten, das tatsächlich äußerst rüde Vorgehen gegen einen Journalisten durch die Polizei aufgrund eines öffentlichen Auftritts des derzeitigen Bundeskanzlers in Salzburg, auch ein Landeshauptmann war dabei.

Es gibt davon Videos. Aus diesen Videos wurden ein paar Fotos gezogen, die auch zeigen, daß das rüde Vorgehen der Polizei gegen den Journalisten nicht erst begann, als der derzeitige Bundeskanzler bereits innerhalb des Gebäudes, dessen Eingang den eines Bunkes erinnert, verschwunden war, sondern bereits davor, also unter den Augen des derzeitigen Bundeskanzlers, im direkten Blickfeld des derzeitigen Bundeskanzlers.

Als gelernter Österreicher wird der zurzeitige Bundeskanzler zu Recht sagen können, er habe das gar nicht gesehen, er sei nicht involviert gewesen, es sei für ihn eine korrekte, anständige Tätigkeit, wie für viele vor ihm auch, gewesen, in die Öffentlichkeit zu treten, und wie einer aus seiner Partei vor ihm könnte er ebenfalls sagen: „Wir waren anständig.“

Er, der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich, könnte zu Recht auch darauf verweisen, was für ein „hohes Gut“ ihm die „Pressefreiheit“ sei, und das öffentlich, also nicht nur in einer Zwieschrift mit …

Als Beweis könnte er beispielsweise aus September ’18 vorlegen, wie sehr er sich vorsätzlich zur „Pressefreiheit“ bekennt:

Die #Verhaftung der österreichischen Journalisten […] bewegt viele. Nicht nur in Ö, sondern auch weltweit ist die #Pressefreiheit ein hohes Gut. Wir fordern daher eine schnelle Aufklärung […]

Der zurzeitige Bundeskanzler schreibt auf der Plattform des Unternehmens Twitter nicht von einem Journalisten, der in Österreich verhaftet wurde, sondern von der Verhaftung eines österreichischen Journalisten in der Türkei. Tiefblickend dabei sein Rechtschreibfehler, er schreibt von „Verhaftung der österreichischen Journalisten“ … Ja, mit Einzahl und Mehrzahl hat der zurzeitige Bundeskanzler seine rechte Not, wie bekannt ist.

Was für ein erneuertes Bekenntnis zur „Pressefreiheit, am 3. Mai ’21, vom zurzeitigen Bundeskanzler in Österreich:

„Für uns ist klar, Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten ist in jeder Form inakzeptabel und zu verurteilen.“

Wie am 21. Mai 2021 sein Bekenntnis bestätigt wurde, was inakzeptabel und zu verurteilen ist, darf dennoch unter den Augen türkis getupften christschwarzen Personals geschehen …

Welche „Pressefreiheit“ der zurzeitige Bundeskanzler wohl meint, meint er sie so, wie einst ein Mann, mit dem ihn nicht nur die Liebe zur Verkleidung verbindet, „Freiheit“-die-Seine?

Wie schön am selben Tag der Bundespräsident in Österreich wieder einmal gesprochen hat, er hat sich lange Zeit genommen, aber es braucht eben seine Zeit, um Reden zu schreiben, die als historische Reden eingehen …

Er fragt u.a. in dieser seiner Mai-Rede,

Also: wir leben, – Gott sei Dank – in einer rechtsstaatlichen, liberalen Demokratie, die von einer starken Verfassung geschützt ist. Was bedeutet das? Niemand wird Sie verhaften, wenn Sie beim Essen die Füße auf den Tisch legen. Aber tun Sie es lieber nicht.

was es bedeute, in einer rechtsstaatlichen liberalen Demokratie, die von einer starken Verfassung geschützt ist, zu leben … Dazu kann nur der Wunsch geäußert werden, die starke Verfassung möge auch genügend Zeit zum Schützen haben, und nicht auch abgelenkt sein durch andere Sorgen, wie etwa der zurzeitige Bundeskanzler …

Wie wahr doch der Herr Bundespräsident spricht, „niemand wird Sie verhaften, wenn Sie beim Essen die Füße …“ oder, darf hinzugefügt werden, in türkisen Socken im Parlament herumschlürfen, als wären Sie im eigenen Hobbykeller

„Aber tun Sie es lieber nicht“, also Ihre Arbeit als österreichische Journalisten, als österreichische Journalistinnen könnten Sie verhaften werden, wenn Sie Ihrer journalistischen Arbeit unter den Augen des zurzeitigen Bundeskanzlers nachgehen …

Wie sagte der Mann, der für kurz gebende Vizekanzler, in dem Inselvideo, er wolle in Österreich eine Medienlandschaft nach dem orbánschen Vorbild …

Es soll mit einem Rat geschlossen werden, der vielleicht brauchbar ist: Wenn Sie Ihrer journalistischen Arbeit unbehelligt, unverhaftet nachgehen wollen, gehen Sie zu Terminen der türkis getupften christschwarzen Partei und besonders zu Terminen des zurzeitigen Bundeskanzlers nur in türkisen Socken, die schützen Sie mehr als ein Presseausweis …

„Wechsle nur deine Kleider, deine Sprache verwechselt keiner.“

Von ihm wurde seinerzeit erzählt, ohne es je bestätigt zu bekommen, er hätte sich, wenn notwendig, auch mehrmals an einem Tag umgezogen, um vor jedes Publikum je in der Kleidung hinzutreten, von der er meinte, am besten allein schon durch seine auf das jeweilige Publikum ausgerichtete Kleidung punkten zu können.

Das nur kurz nebenher gesagt: Von Woody Allen gibt es einen Film über einen Mann, der sich stets in das verwandelt, mit dem er meint, bei seinen Gegenüber am besten anzukommen, zu punkten.

Nun ist es bestätigt, daß er sich am Tag nicht nur einmal anzieht, auch mit seiner Kleidung sich ganz nach dem Publikum richtet, vor das er je hintritt.

Wie der gestrige Tag, 19. Mai ’21, es bestätigte, eine andere Kleidung zuerst für das Schweizerhaus als danach für die Staatsoper. Zum anschaulichen Vergleich als Bestätigung, daß es nicht üblich ist, sich mehrmals am Tage umzuziehen, um dem jeweiligen Publikum zu gefallen: Seine Begleiterin im Schweizerhaus wie in der Staatsoper in derselben Kleidung …

In der Schweizerhauskleidung rief er den „Tag der Freude“ aus, was er in der Staatsoperkleidung ausrief, nun, das wurde nicht gehört, es genügte zu sehen, daß er etwas anderes anhatte, als zuvor im Schweizerhaus desselben Tages.

Ob der 19. Mai ’21 nun auch jedes Jahr gefeiert werden wird, als „Tag der Freude“? Von ihm ist das durchaus erwartbar. Woran aber kann er sich an diesem Tag erfreuen? Daß er davon befreit wurde, was er selbst … Dann aber ist es höchstens wieder ein Tag der Selbstbühnenbefreudung, von denen es aber allein in den letzten Monaten schon mehr als genug …

Bis zum 19. Mai 2021 wurde angenommen, es könne in Österreich im Mai nur einen einzigen „Tag der Freude“ geben, aber mit dem Nacheiferer gibt es in Österreich nun vieles im Mai, das es davor nur einmal gab …

Zu dieser Kleidungswechselmanie aus Gefallsucht kommt ein Spruch in den Sinn, der einmal gelesen wurde, vielleicht in einem Buch, vielleicht auf einer Wand …

„Wechsle nur deine Kleider, deine Sprache verwechselt keiner.“

Eine Mutter weiß halt doch am besten um Talente, Möglichkeiten und Fähigkeiten ihres Kindes, was ihm zugetraut werden kann

Meine Mutter ist extrem traurig und besorgt. Sie sagt, sie hätte sich für mich etwas anderes gewünscht als die Politik und diesen Umgang.

Es bewahrheitet sich wieder einmal die Volksweisheit, eine Mutter weiß halt doch am besten, was ihrem Kinde zuzutrauen ist, eine Mutter weiß doch am besten um die Talente, die Fähigkeiten, die Möglichkeiten ihres Kindes.

Wie eben auch diese Mutter, die für ihr Kind sich „etwas anderes als die Politik gewünscht hätte“, weil sie eben um die Talente, die Möglichkeiten, Fähigkeiten ihres Kindes zu genau Bescheid weiß.

Politik gehört nicht zu den Talenten, Möglichkeiten und Fähigkeiten ihres Kindes.

Was sie sich wohl für ihr Kind gewünscht hätte?

Parteipolitik?

Wenn das ihr Wunsch für ihr Kind war, ist er ihr in Erfüllung gegangen. Denn. Parteipolitik ist von Politik so weit entfernt, wie Stillstand von Veränderung.

Sie könnte auch andere Wünsche für ihr Kind gehabt haben. Mütter haben für ihre Kinder nicht nur einen Plan, wodurch sie sich deutlich unterscheiden von der Parteipolitik, die nur einen Plan hat, einen einzigen und keinen zweiten Plan: Parteipolitik. Vielleicht hätte sie sich gewünscht, ihr Kind als Solo-Fistelstimme in einem Kirchenchor …

Wovor Mütter sich am meisten fürchten, heißt es, ihr Kind könnte in „schlechte Gesellschaft“ geraten. Darüber wird sie wohl immer noch „extrem traurig“ sein, wie konnte ihr Kind nur in dieses Umfeld

Und die Sorgen einer Mutter hören nie auf, wie alt ihr Kind auch je sein mag, die Sorgen einer Mutter enden nie. Und auch diese Mutter muß wohl weiter besorgt sein, darüber, welchen Umgang ihr Kind pflegt, jetzt etwa mit dem angeklagten Mann, dem es die Stange mit Fahne hält.

Mütter, heißt es, sind sehr selbstkritisch, hinterfragen ständig, was haben sie in der Erziehung ihres Kindes … Vielleicht ist diese Mutter traurig darüber, ihrem Kind nie den Unterschied zwischen Einzahl und Mehrzahl richtig vermittelt haben zu können, und besorgt darüber, daß ihr Kind das nicht mehr erlernen wird.

Andreas Hanger zitiert meines Wissens nach Aussagen von Frau Krisper im U-Ausschuss, insofern ist das kein Anpatzen. Außer Frau Krisper geniert sich für ihre eigenen Aussagen, was vielleicht der Fall sein könnte. Sie hat ja in Richtung der Verfahrensrichterin gemeint, „die geht mir am Oasch!“. – Kurz sagt wirklich „Oasch“. – Darüber hinaus könnte ich Ihnen noch einige andere Formulierungen aufzählen, die ich für höchst problematisch finde.

In dieser Zeitung war vor bald einem Jahr zu lesen, daß Stephanie Krisper tatsächlich gesagt haben soll: „Die gehn mir am Oasch.“ Also mehr als eine Person würden ihr … und nicht nur eine Person, wie das parteipolitisch von Kurz „geht“ …

Vielleicht fragt sich die Mutter auch, ob sie für die Gesundheit ihres Kindes wirklich alles getan habe, ob sie es nicht versabsäumt habe, mit ihm öfters oder überhaupt zum Ohrenarzt gegangen zu sein.

Wie schön, gerade an einem Sonntag im Mai ’21, einen derart gehaltvollen Beitrag über Mütter und ihre Kinder lesen zu dürfen, das war wie ein zweiter Muttertag unmittelbar nach dem ersten Muttertagssonntag in diesem Mai, dieses Gespräch zwischen einem der Mutter liebevoll zugetanenen Familienkind und einer Journalistin, die nicht verriet, was ihre Mutter sich für sie …

Ja, Österreich, ist ein recht schönes Land, mit seinem Mai der zwei Muttertage, mit seinem Mai, der alle zwei Jahre zum Märchenmai ausgerufen wird, seit 2017 … eine noch junge, wenn dieses Wort dafür bereits verwendet werden darf, Tradition, vielleicht darf aber erst von einer Tradition gesprochen werden, wenn auch der Mai 2023 ein Märchenmai …

Büldln schaun

Es wird verstanden werden, wenn dieses Foto zum authentischesten Foto des Sebastian Kurz dereinst …

Denn ein authentischeres Foto des öffentlichen Sebastian Kurz wird in der verbleibenden Zeit nicht zu knipsen sein.

Sebastian Kurz steht mit einem Mann vor einem Bücherregal. Und diesem Mann ist klar, was einem Sebastian Kurz, wird mit ihm, Kurz, vor einem Bücherregal gestanden, nur gezeigt werden kann. Bücher sind es nicht, es sind Fotos.

Er wäre wohl mit ihm, Kurz, gar nicht vor das Bücherregal getreten, wären keine Fotos im Bücherregal zum Herzeigen gestanden.

Es ist dem Mann wohl nicht erst in der Sekunde vor dem Bücherregal klar geworden, zu welcher Type Sebastian Kurz zu zählen ist, nämlich zur Büldln-schaun-Type, die heutzutage beispielsweise besonders in den öffentlichen Verkehrsmitteln massenhaft beim Büldln schaun nicht in Büchern zu beobachten ist, sondern beim Wischn der Büldln auf dem Touchscreen ihres Smartphones.

Der Mann, der Sebastian Kurz nicht Bücher, sondern Fotos zeigt, gehört zum von Sebastian Kurz recht bevorzugten Umfeld, dem Sebastian Kurz die Stange mit Fahne hält.

So wie der für kurz Vizekanzler gebende Mann ein recht besonderes Umfeld hatte, hat auch der Mann, der Sebastian Kurz mit dem Büldln schaun wohl eine große Freude bereitete, ein besonders Umfeld, in dem sich auch ein Sebastian Kurz recht wohl zu fühlen scheint, wie sichtlich beim Büldln schaun, das nicht verwundert, verbindet sie doch einiges, den väterlichen Büldlzeiger mit dem Büldlschauer – was der eine, wird auch der …

Mit dem Justizsystem seines Landes liegt Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu im Clinch, seitdem er […] angeklagt wurde. Breitseiten schießt er regelmäßig gegen Staatsanwälte und Richter, aber nun hat er ganz oben angesetzt: bei der Neubesetzung des Justizministeriums. Doch damit hat er offenkundig überzogen.

Austria call

So werden es nun in Österreich wohl viele, wenn sie es denn im Gedächtnis behalten werden wollen oder können, im Gedächtnis behalten, daß es ein islamistischer Anschlag auf „Christchurch“ war, und es wird nun allen klar sein, daß es tatsächlich nur ein islamistischer Anschlag auf eine „Christchurch“ gewesen sein konnte, denn wer sonst würde auf eine „Christenkirche“ einen Anschlag verüben, als eben ein religiös motivierter Mensch …

Jedenfalls all jene, die die Berichte über den kurzischen Beitrag im „Christchurch Call lasen, etwa im „Kurier“, in der „Presse“, im „ORF“, in der „Tiroler Tageszeitung“, in den „Oberösterreichischen Nachrichten“ …

Es war keine „Christenkirche“.

Es waren zwei Moscheen.

Und der Mörder war kein islamistischer Terrorist, der religiös motiviert tötete, sondern ein identitär bewegter Mann, der kurz vor seinem mörderischen Anschlag wohl als letzte Motivation einen austria call brauchte.

Sein austria call: eine Bildungsreise durch Österreich, von der im Kapitel Wer eine Bildungsreise tut, hat etwas zu schießen erzählt wurde.

So recht reich in Österreich endgebildet verließ er wieder Österreich, um dann mit seiner Waffe 51 Menschen zu ermorden und 50 Menschen zu verletzen. Auch seine Waffe profitierte wohl von seiner Bildungreise nach Österreich, nun erst wird es ihm möglich gewesen sein, sie mit einer Odal-Rune zu schmücken.

Von der „Umvolkung“ wird der Mörder vielleicht schon früher erfahren haben, ist von ihm doch bekannt, daß er recht oft in einschlägig bekannte virtuelle Gesinnungswelten reiste, um sein Manifest the great replacement je schreiben zu können.

Die Geschichte von der langen Wanderung, deren Ausgangspunkt die „Umvolkung“ und deren Endpunkt „der große Austausch“, wurde bereits in einem Kapitel erzählt.

Der identitär motivierte Mörder weiß aber auch, wie eben alle Männer und Frauen, denen, einfach wie kurz gesagt, Ehre und Treue nicht nur Wörter sind, was sich gehört, wem beispielsweise eine Spende gebührt. Aber auch der identitär bewegte Mann in Österreich weiß sich zu benehmen, Spendenden ist stets freundlich zu begegnen. Und wer weiß um höfliche Umgangsformen besser Bescheid als Menschen in Österreich, die es vorwiegend auf den Bällen lernen, in der Hofburg und anderswo …

Es sollen, so jedenfalls ein Gerücht, Menschen, die jetzt oft auf der Straße unter der Parole „Kurz muss weg“ marschieren, begeistert erzählen, wie höflich, wie vornehm der identitär bewegte Spendenempfänger sich verhält, wenn er mit ihnen ist, als wäre er so gewöhnlich, so einfach wie sie, und auch wenn er nicht in seiner Abendtracht mit ihnen auf der Straße ist, so ist es ihnen doch, als trüge er diese und als tanzte er in der Hofburg.

PS Beim „Christchurch Call“ soll es um „elimination of terrorist & violent extremist content online“ gehen. Auch hierbei nichts als eine Spurenverwischung, wenn allein an das viele Geld gedacht wird, daß auf die Plattformen geschaufelt wird, die für Hetze, Haß, Radikalisierungen genutzt werden, nicht nur Geld, also Steuergeld aus Österreich

Einfach wie kurz: Flagge für den Gesinnungskumpanen

Herr Schallenberg – es geht das Gerücht um, es solle sich um fake news handeln, daß er Außenminister ist – bemüht wieder einmal die „Solidarität“, diesmal zur Rechtfertigung des Hissens der israelischen Flagge als Dachschmuck.

Falsche Solidarität.

Herr Kurz – es geht das Gerücht um, es solle sich um fake news handeln, daß er Bundeskanzler ist – bemüht ebenfalls die „Solidarität“, stellt sich als „wir“ an die „Seite Israels“, und „verurteilt auf das Schärfste“.

Falsche Seite, falsche Verurteilung.

Und warum ist das eine falsche Solidarität, die falsche Seite, die falsche Verurteilung?

Der „Guardian“ beispielsweise bringt es, als wäre er Außenminister und zugleich Bundeskanzler, in einem Absatz auf den Punkt:

„Deeskalation muss die oberste Priorität haben, um das Leben von Zivilisten zu schützen, die sowohl von der israelischen Regierung als auch von den militanten Palästinensern mit so rücksichtsloser und tödlicher Missachtung behandelt werden. Die internationale Gemeinschaft muss ihr Gewicht in die Waagschale werfen. Donald Trump hatte Benjamin Netanjahu ständig aufgestachelt. Jetzt gibt es eine Regierung in Washington, die diese Probleme ernsthaft angehen kann. Sie hat die militanten Angriffe zu Recht verurteilt. Aber sie muss den israelischen Behörden gegenüber ähnlich deutlich sein, nicht nur wegen deren militärischer Reaktion, sondern auch wegen der Maßnahmen, die vorhersehbar zu diesem jüngsten Ausbruch von Gewalt geführt haben.“

Es ist schon auch rechte Solidarität, es ist schon auch die rechte Seite, von der aus Herr Kurz verurteilt, wenn er die Flagge raushängen läßt, damit sie dort oben im Winde weht, nicht für Israel, sondern für seinen in vielerlei Hinsicht zu nennenden Gesinnungskumpanen

Christlichsoziale Massenkundgebung in der Volkshalle des Wiener Rathauses

Florian Wenninger schlägt vor, auf dem KL-Platz ein Denkmal gegen den antisemitischen Mob zu errichten, und dazu erinnert er an den Mob von ungefähr zweitausend Personen, die einer Rede lauschten und …

Florian Wenninger bezieht sich dabei nicht auf diese Rede vor ungefähr zweitausendfünfhundert Personen, die dreiundzwanzig Jahre nach der Mobrede, die Wenninger als Denkmal verewigt wissen möchte, gehalten wurde, im Juli 1918, in der Volkshalle des Wiener Rathauses, im Rahmen einer „christlichsozialen Kundgebung gegen die feindlichen Wühlereien in Österreich“.

Der Inhalt dieser Rede ist bekannt, am 11. Juli 1918 berichtet die „Reichspost“ ausführlich über die christlichsoziale Veranstaltung in der Volkshalle des Neuen Rathauses.

Diesen Bericht in seiner Gesamtheit wiederzugeben, einhundertdrei Jahre danach an die Rede in der Volkshalle des Wiener Rathauses zu erinnern, ist durchaus gerechtfertigt, erinnert doch diese Rede sehr an die Gegenwart, beispielsweise wie der Redner, der spätere Nationalratspräsident, mit der Wahrheit umgeht. Heutzutage würde dazu gesagt werden, der Nationalratspräsident verbreite „Fake News“. Und auch, was seit einhundertdrei Jahren sich hartnäckig hält, was heutzutage weiter Hetze genannt wird, wohin diese damalige Hetze führte, die den Nationalratspräsidenten nach dem Untergang des deutschen reiches nicht veranlaßte, seinen Antisemitismus aufzugeben. Und wie alle „Fake News“ hat auch die nationalratspräsidentische Rede Heiteres zu bieten, und das Heitere ist gerade in sogenannten Krisen, einfach wie kurz gesagt, in der damaligen wie in der heutigen notwendig und willkommen.

Massenkundgebung christlichsozialer Arbeiter

In der Volkshalle des Wiener Rathauses.  Vom Christlichsozialen Arbeiterverein veranstaltet, fand heute abend in der Volkshalle des Neuen Rathauses eine von ungefähr 2500 Personen besuchte Versammlung statt, die sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung der christlichsozialen Arbeiterschaft gegen die feindlichen Wühlereien in Oesterreich gestaltete. Nach Eröffnung der Versammlung durch GR. Preyer ergriff LA. Kunschak, begeistert begrüßt, das Wort. Er erörterte vorerst die Verkommenheit der englischen Politik, die den Krieg angezettelt und Staat um Staat in den Weltbrand hineingezogen hat,

England war es also, und nicht die Nachtigall … Auch in noch einhundert Jahren späteren Reden kann die Nachtigall ihres Freispruchs sicher sein

und die Mittel, die England gegen Rußland angewendet habe, wolle es nun auch gegen Oesterreich ins Treffen führen: England habe, fuhr LA. Kunschak fort, mit feiner Witterung erkannt, daß es uns durch Hunger nicht werde bezwingen können. Es habe daher einen anderen Weg gesucht, um die Widerstandsfähigkeit des Volkes zu untergraben. Augenblicklich ist es am Werk, unser Volk durch Ausstreuung abscheulicher und dummer Gerüchte über das Kaiserhaus irrezuleiten. Redner griff aus der Fülle der Giftmischereien das Wort heraus, das ins Volk geschleudert wurde: „Die Kaiserin eine Italienerin.“ Das ist eine Versündigung gegen die primitivsten menschlichen Gefühle. Die Kaiserin ist ein Menschenkind wie wir und sie hat als Mutter ebensolche Pflichten gegen ihre Kinder wie jede andere Mutter und sicherlich nicht geringere als die letzte Bettlerin gegen ihr Kind! Im Gegenteil, die Pflichten der Kaiserin als Mutter gegen ihre Kinder sind größer als die jeder anderen Mutter, denn sie hat den unter ihrem Herzen getragen, der dereinst bestimmt sein soll, die Krone Oesterreichs zu tragen. Wie sollte sie da anders fühlen können als als Oesterreicherin. (Beifall.) Und sie ist eine Oesterreicherin und die beste Oesterreicherin! (Stürmischer Beifall.)

Die „Kaiserin“, für die Menschen Material waren, von der der Nationalratspräsident spricht, war für ihn eine Österreicherin, obgleich sie in Italien geboren, ihre Eltern … Eine gute Einstellung, die heutzutage gänzlich vergessen ist, wird doch in Österreich geborenen Menschen abgesprochen, Österreicher zu sein, weil deren Mütter aus einem anderen Land, abgesprochen, Österreicherinnen zu sein, weil deren Väter, weil gar deren Großeltern aus einem anderen Land vor langer, langer Zeit nach Österreich gekommen sind.

Heutzutage wäre die „Kaiserin“ aus Österreich abgeschoben worden.

Redner kam dann noch auf die letzte Ausstandsbewegung zu sprechen, die er als Ausfluß fremder Wühlarbeit bezeichnete, und fuhr dann fort: Solche Bewegung findet, wir sie heute sehen, finden freilich dort einen aufnahmefähigen Boden, wo die Stimmung der Bevölkerung entweder verbittert oder mit schwerer Sorge überlastet ist. Die beste Abwehr gegen die Wühlarbeit Englands in jeder Hinsicht wären geordnete Verhältnisse im Innern des Reiches. Diese aber haben wir nicht, am allerwenigsten auf jenem Gebiete, wo wir sie am allermeisten benötigten, auf dem der Ernährung. (Lebhafte Zustimmung.) Redner kommt, häufig von erregten Zwischenrufen und lautem Beifall unterbrochen, auf die teure und falsche Erntestatistik sowie auf einen Antrag gegen die Wildfütterung mit Heu zu sprechen und erzählt, daß weder die Herrschaft Wittgenstein noch auch die Gutsverwaltung Rothschilds in Gaming Heu abgeliefert haben, sondern damit ihre Hirsche fütterten, und daß den dadurch entstehenden Fehlbetrag die Bauern dieser Bezirke über ihre abzuliefernde Menge hinaus aufzubringen hatten. (Stürmische Pfuirufe.)

„Rothschilds“ … Die Veränderung seit damals?

Ein Name ist hinzugekommen, den der Nationalratspräsident vor einhundertdrei Jahren noch nicht kennen konnte, aber hätte er auch diesen Namen schon gekannt, es wäre ihm wohl ebenfalls eine recht besondere Geschichte zu ihm eingefallen.

Die Folge dieser Wirtschaft war natürlich, daß der Wildstand durchgehalten hat, der Rinderstand aber zugrunde gegangen ist und daß wir kein Fleisch, keine Milch und reine Butter mehr haben. Die erste Voraussetzung des Ernährungsdienstes, das Vertrauen der Erzeuger und Verbraucher ist geschwunden. Der Erzeuger kann kein Vertrauen mehr haben. Der niederösterreichische Bauer hat in diesem Jahre Gewaltiges geleistet, er hat über die vorgeschriebene Menge hinaus geliefert, er hat allein ein Viertel des ganzen österreichischen Getreides abgegeben. (Hört! Hört!)

Der nationalratspräsidentische Redner beklagt, „daß wir kein Fleisch, keine Milch und reine Butter mehr haben“, und was ist mit den Kartoffeln, die er Menschen ein anderes Mal zu essen empfahl, wenn sie kein Fleisch …

Und als die Regierung vor Wochen auch noch die Vorräte der Selbstversorger in Anspruch nahm, waren in wenigen Tagen 900 Waggons Getreide aufgebracht. Zurückbekommen haben sie aber von dem Geliehenen nichts und heute verweigern vielfach die landwirtschaftlichen Arbeiter die Arbeit, weil ihnen der Bauer nicht mehr genug zu essen geben kann. Ebensowenig Vertrauen können die Verbraucher haben, denen man im Herbst die schönsten Versprechungen gemacht und die man im Sommer verhungern läßt. Durch diese Handlungen hat unser Ernährungsamt gewiß unbewußt, aber nichtsdestoweniger in ausgiebigster Weise Hilfsdienste für die angeblichen Wühlereien geleistet. (Stürmischer Beif.)

Ein weiterer Helfershelfer ist das Judentum. (Lebhafte Zustimmung.) Ein jüdischer Journalist hat selbst vor 14 Tagen in einer jüdischen Zeitung das Wort vom Juden als dem gebornen Frondeur geprägt. Und im Laufe der Ausstandsbewegungen ist von der „Arbeiter-Zeitung“ gesagt worden, daß sich in den Versammlungen sehr viele junge Leute, Jünglinge aus dem Osten, recht unliebsam und frech bemerkbar machten. Was die „Arbeiter-Zeitung“ damit gemeint hat, ist klar. „Juden“ durfte sie nicht schreiben, so hieß es „Jünglinge aus dem Osten“. (Heiterkeit.) Wenn aber die „Arbeiter-Zeitung“ selbst das feststellt, können wir uns vorstellen, was diese Juden alles getrieben haben müssen.

Welchen „jüdischen Journalisten“ der Nationalratspräsident meinte, werden von den um die zweitausendfünfhundert Anwesenden in der Volkshalle wohl recht viele auf Anhieb gewußt haben – Anton Kuh, der 1938 Österreich verlassen mußte, 1941 in New York starb.

Redner führt sodann einige Beispiele für die wohlwollende Nachsicht an, deren sich diese Elemente zu erfreuen haben. Die Verordnung der Statthalterei, die Wucherer und Schleichhändler öffentlich durch Anschlag zu brandmarken, ist nicht lange gehandhabt worden. Denn man las fast nur Namen wie Weichselblüh, Silberbaum usw. Selten ist noch je ein Statthaltereierlaß so klanglos verschwunden wie dieser. Auch hier haben sich die Juden als Frondeure gegen die Lebensmöglichkeit der arbeitenden Bevölkerung erwiesen. Wie es zahme Löwen gibt, gibt es zweifellos auch anständige Juden, aber der zahme Löwe spricht nicht gegen den Satz, daß der Löwe ein Raubtier ist. Während die christlichen Wucherer meist erwischt und dann sicher auch eingesperrt werden, entschlüpfen die jüdischen meist der irdischen Gerechtigkeit. Bei der Erinnerung an den Kranz-Prozeß und an den Fall Leinweber, der als Bestochener bestraft wurde, während die jüdischen Bestecher noch heute ungeschoren herumlaufen, bricht die ganze Versammlung in erregte Entrüstungsrufe aus, die eine Zeitlang jedes Wort unverständlich machen.

Der Redner erwähnt sodann die einzig dastehende Bevorzugung der jüdischen „Rohö“, welche die zwei eierreichsten Bezirke Polens zugewiesen erhielt und über so viel Eier verfügt, daß sie viele dem Verderben überantworten kann. Auf dem Rudolfsheimer Markt standen drei Kisten Eier, die der „Rohö“ übrig geblieben waren, und als diese geöffnet wurden, krochen Hunderttausende von Maden herum und die wenigen noch nicht verfaulten Eier verbreiteten einen solchen Gestank, daß sie auch für den menschlichen Genuß als ungeeignet bezeichnet werden mußten. Trotz allem hat Oesterreichs Volk gegen all die Not standgehalten mit einer Geduld, die nur dem festen, tiefeingewurzelten Patriotismus entspringen kann. Dieses Bewußtsein verleiht uns die Zuversicht, das alte Wort mit Stolz und Ueberzeugung auszusprechen: Oesterreich wird ewig steh‘n! Ein Oesterreich, das solche Lasten trägt, das einen solchen Druck erträgt, dessen Bevölkerung nicht zusammenbricht unter der Fülle der Opfer, die ihr auferlegt werden, sondern in ihrem Glauben an diesem Staate festhält, dieses Oesterreich ist nicht umzubringen, trotz aller Wühlereien Englands, trotz aller unbewußten und bewußten Helfershelfer im eigenen Lande! (Minutenlanger Beifall und nicht endenwollende „Hoch Kunschak!“-Rufe folgten den Ausführungen des Redners.)

„Rohö“: Abkürzung für Reichsorganisation der Hausfrauen Österreichs, gegründet 1910, aufgelöst 1938. Eine der Gründerinnen war Fanny Freund-Markus, gestorben 1942, KL Theresienstadt.

GR. Preyer schloß hierauf die Versammlung  mit einem dreimaligen Hoch auf das Kaiserpaar, in das die Versammelten begeistert einstimmten. Nach der Absingung der Volkshymne entfernten sich die Massen in größter Ruhe.

Siebenundzwanzig Jahre später wurde dieser Redner für acht Jahre Nationalratspräsident, und als ein Nationalratspräsident in der Zeit ab 1945, als die ganze Welt umfassend vom Holocaust erfuhr, bekennt sich dieser Redner dazu, immer Antisemit gewesen zu sein und Antisemit bleibe. Und wo sagt das dieser Redner, der sich als Redner treu blieb? Auf einer

Kundgebung, die als Protest gegen die Einreise polnischer Juden organisiert worden war, gemeint, daß er immer Antisemit gewesen sei und es auch weiterhin bleibe. Unter dem Beifall Tausender Demonstranten fügte er hinzu, daß weder einheimische noch fremde Juden in Österreich etwas zu suchen hätten.

Der damalige Bundeskanzler Leopold Figl versuchte die Irritation, die diese Äußerung im Ausland hervorgerufen hatte, zu besänftigen, indem er meinte, daß Kunschak kein Antisemit aus rassischen, sondern lediglich aus ökonomischen Gründen sei.

[Evelyn Adunka, Antisemitismus in der Zweiten Republik. Ein Überblick anhand einiger ausgewählter Beispiele, in: Heinz P. Wassermann (Hg.), Antisemitismus in Österreich nach 1945 (= Schriften des Centrums für Jüdische Studien 3), Innsbruck 2002, 12-65, hier 13.]

Es scheint in Österreich bequemer und förderlicher zu sein, bei der möglichen Umgestaltung des KL-Denkmals auf dem KL-Platz ganz beim Karl Lueger zu bleiben, beim Mob im 19. Jahrhundert zu bleiben, bei einem Karl Lueger, der 1910 in Wien verstarb, um es, vielleicht auch dafür zu nutzen, Karl Lueger, hätte er nur lange genug gelebt, stellvertretend für Österreich eine Lernfähigkeit zu bescheinigen, könnte mit einer kleinen Spekulation gesagt werden, aus der Geschichte gelernt zu haben, er hätte wohl seinen Rassismus im allgemeinen und seinen Antisemitismus im besonderen be…

Waldheims verinnerlichter Anständiger

Vor 35 Jahren wurde „Pflicht“ das Hauptwort in der Auseinandersetzung, weil Kurt Waldheim davon sprach, er hätte nur seine Pflicht wie auch

Es mag die Erinnerung mangelhaft sein, aber „Anständigkeit“ war vor 35 Jahren nicht ein Hauptwort in der Debatte, ob Kurt Waldheim Bundespräsident werden sollte oder nicht.

Beim erstmaligen Sehen der Dokumentation „Waldheims Walzer“ gestern, 10. Mai 2021, löste „Anständigkeit“ die „Pflicht“ als Hauptwort ab.

Die Dokumentation wurde im Fernsehen gezeigt, wohl aus dem Anlaß, daß es 35 Jahre her ist, daß Kurt Waldheim zum österreichischen Bundespräsidenten …

Wie oft wohl Kurt Waldheim in seinem Wahlkampf, in seinen Reden, in seinen Interviews von der „Anständigkeit“ gesprochen haben mag? So oft oder gar öfters als Heinrich Himmler von der „Anständigkeit“ sprach?

Allein in dieser Dokumentation ist Kurt Waldheim zu hören mit Variationen der Anständigkeit. Es geht dabei immer um seine Wehrmachtsvergangenheit.

„Ganz korrekte, anständige Tätigkeit.“

„Ich war ein anständiger Soldat.“

„Sie werden nichts finden, wir waren anständig.“

Wie verinnerlicht muß doch Kurt Waldheim die himmlerische Anständigkeit gehabt haben, um so unbefangen, so ohne Falsch davon sprechen zu können, anständig gewesen zu sein.

Es war eine ganz korrekte, anständige Tätigkeit, etwa in Kommeno

Was diese erstmalig gesehene Dokumentation wieder in Erinnerung brachte, daß Kurt Waldheim vor 35 Jahren immer sofort die deutschen Toten aufzählte, in der Sekunde gegenrechnete, wenn er auf die Ermordungen, beispielsweise im damaligen Jugoslawien, durch deutsche Wehrmacht angesprochen wurde. Als hätten die von der deutschen Wehrmacht ermordeten Menschen Deutschland überfallen, als hätten die deutschen Soldaten auf deutschem Boden in ihrem Recht auf Verteidigung ihr Leben hingeben müssen, als wären sie ebenso unschuldig, ebenso anständig gewesen, wie die von ihnen überfallenen und zu Tode gebrachten Menschen. Als hätten die von der deutschen Wehrmacht in ihren Ländern ausgeraubten Menschen kein Recht auf Verteidigung, nur die Pflicht, sich der deutschen Wehrmacht zu ergeben, nur die Pflicht, ihre Länder in ein hitlerisches Deutschland zu verwandeln, mit anständigen Lagern, mit anständigen Baracken, mit anständiger Arbeit, mit anständig rauchenden Schloten …

In einem Ausschnitt der Dokumentation, aufgenommen wohl irgendwann im Mai vor 35 Jahren, steigt Kurt Waldheim aus dem Auto und kaum ist er aus dem Wagen ausgestiegen, hebt er sofort seine rechte Hand zum Gruß, und zu diesem seinem Gruß fällt unweigerlich die Frage eines Schreibers der ZZ ein, ob sich dieser im Alltag überhaupt vermeiden ließe — also in Österreich …

Und werden Köpfe auch getauscht, bleibt doch im einen wie im anderen derselbe Geist

Kurz ist es her, daß eine Tageszeitung in Österreich wieder einmal, diesmal unter dem Titel „Das Lueger-Denkmal wackelt weiter“, berichtete, dieses christschwarze Propagandadenkmal auf dem KL-Platz solle nun doch einmal umgestaltet werden …

Nach den Vorstellungen der Kommission soll der gesamte Lueger-Platz zu einem „Ort der Reflexion“ umgestaltet werden. So müsse der „Dr.-Karl-Lueger-Platz“ umbenannt werden, die Statue auf der Spitze des Denkmals solle ihren Ehrencharakter verlieren und vom Denkmal entfernt werden.

Daß der Kommission wieder Oliver Rathkolb angehörte, ist verständlich und nachvollziehbar. Oliver Rathkolb hat sich wohl allein schon durch seine Zusatztafel, die bis zum heutigen Tage im Respektabstand zum Parteipolitdenkmal steht, dafür empfohlen.

Wenninger: Wir könnten hier auch ein Denkmal für die antisemitischen Randale errichten, die im Anschluss an eine Lueger-Veranstaltung im Dezember 1895 stattfanden. Nach dieser Rede im Prater zog ein Mob an 2.000 Personen durch die Leopoldstadt und griff Menschen an, die für Juden gehalten wurden.

Florian Wenninger, der sich „überwiegend mit Zeitgeschichte beschäftigt“, ist im Beitrag auf „Wikipedia“ über ihn zu lesen, schlägt vor, in der Zeitgeschichte zu bleiben, also in 1895 …

Das ist in Österreich der Zeitgeschichte sehr viel, noch mehr Zeitgeschichte, und Florian Wenninger hätte vorgeschlagen, „wir könnten hier auch ein Denkmal für die antisemitischen Randale errichten, als ein Mob“ auf der Gänseweide Juden und Jüdinnen verbrannte, vor 600 Jahren; das Urteil zu Verbrennung von 233 Menschen wurde am 12. März verkündet; 537 Jahre später, an einem 12. März, machte der Bundespräsident den Nationalsozialisten Arthur Seyß-Inquart zum Bundeskanzler …

Das Vorarlberger Tagblatt hingegen hatte bereits für die Ausgabe vom 12. März ganze Arbeit geleistet: Das Hakenkreuz ziert die Titelage; der Aufmacher lautet „Der Sieg des Nationalsozialismus in Österreich“; als Zwischentitel wird die Parole „Ein Volk, ein Reich, ein Führer!“ skandiert, auf Seite 3 ist das Loblied von Ottokar Kernstock auf Das Hakenkreuz abgedruckt. Und man berichtet über eine „unglaubliche Provokation in Wien“: dass Demonstranten die Hakenkreuzwimpel von einem Kraftwagen herunterrissen und „im Straßenschmutz zertraten“.

Das konnte in einem Artikel einer Tageszeitung unter der Schlagzeile „Der Tag, an dem Österreich verschwand“ zum 12. März gelesen werden … ein Werk von Kernstock und Müllner heute noch, 106 Jahre später, ein beliebtes Motiv zur Erinnerung an Besuche in Wien

Josef Müllner, zu dem Oliver Rathkolb nichts einfiel, jedenfalls für seine Zusatztafel auf dem KL-Platz.

Oliver Rathkolb fiel für seine Zusatztafel auch nichts zur Entstehungsgeschichte des Denkmals auf dem KL-Platz ein …

Zu dieser hätte ihm fiel einfallen können. Wer beispielsweise sich für dieses Denkmal stark machte, etwa der spätere Nationalratspräsident — der Nationalratspräsident als Mob oder der Mob als Nationalratspräsident …

Nachdem die Arbeiten schon begonnen haben für ein Denkmal mit allen Namen, an einem anderen Platz in der Stadt, wurde wieder einmal die Gelegenheit verabsäumt, hier auf dem KL-Platz ein Mahnmal mit allen Namen der durch Shoah und Porajmos Ermordeten zu etablieren, also auf dem Platz, wo das Parteipolitdenkmal für Karl Lueger steht, der nicht nur für jüdische Menschen ein recht mitfühlendes christliches Herz … Diese Gelegenheit ist vertan.

Was aber die Umbennung des Platzes betrifft, ist es noch nicht zu spät. Den Karl-Lueger-Platz umzubennen in „KL-Platz“. Seine Initialen genügten, um zu verdeutlichen, wohin sein Denken führte, seine Initialen wurden zur Abkürzung für gegen Menschen errichtete …

Nachdem es das Denkmal mit allen Namen der in der Shoah Ermordeten auf einem anderen Platz in Wien geben wird, ist ein gemeinsames Mahnmal mit allen Namen der in Shoah und Porajmos Ermordeten nicht mehr möglich …

Aber immer noch möglich und mehr denn je endlich notwendig, auf dem KL-Platz ein Mahnmal mit allen Namen der im Porajmos Ermordeten zu errichten.

Und die müllnerische KL-Werbefigur, ermöglicht durch den nationalratspräsidentischen Geldaufsteller, an die Eigentümerin, also an die christschwarze Partei, einfach wie kurz kommentarlos zurückzusenden, die sie dann aufstellen kann, wo es ihr so recht beliebt, vielleicht neben dem Bildnis von Dollfuß …

Oder, eine weitere Möglichkeit, den Kopf von Karl Lueger durch den Kopf von Leopold Kunschak zu ersetzen. Zur Verdeutlichung der Kontinuität luegerischer Denke, die nicht mit dem 8. Mai 1945 endete. Aber auch als Zeichen, mit der Zeitgeschichte in Österreich wenigstens im Jahr 1945 angekommen zu sein. Und als ein Zeichen der Hoffnung, eines Tages, auch in Österreich, Gegenwart in die Zeitgeschichte …