Velwechserungsklamotte

Nun hat Eva Blimlinger in einem Interview mit „Standart“ über „Strukturdebatten“ und „Kulturbaustellen“ gesprochen, veröffentlicht am 16. Dezember 2021 …

Der Begriff wird weiter verwendet werden, das ist mir schon klar, aber mir ging es auch darum, ein bissel aufmerksam zu machen, woher Begriffe kommen und wie sie sich sozusagen entwickelten. Er wird weiter verwendet werden, ich habe auch kein Problem damit, daß er weiter verwendet wird, aber man soll wissen, was der Kontext ist.

Es hat Eva Blimlinger nicht über den Begriff „Antiziganismus“ gesprochen, der in Österreich ohnehin nicht verwendet wird, der im „Regierungsprogramm“ dieser türkis ausgewaschenen christschwarzgrünen Regierung auch nicht verwendet wird.

Sie, die eine, wie es in diesem Interview genannt wird, der maßgeblichen Mitverhandlerinnen dieses „Regierungsprogramms“ war, hat auch nicht über den Begriff „Rasse“ gesprochen, der im Regierungsprogramm vorkommt, als Bestandteil von Wörtern, die mit dem Inhaltlichen des Begriffs „Rasse“ nicht zu tun haben.

Sie hat also kein Problem damit, daß Begriffe weiter verwendet, nicht verwendet

Wenn du nicht weiter weißt, dann hol dir die Kunst. Ja. Also die Kunst soll etwas reparieren, kontextualisieren, wiewohl ich diesen Begriff nicht ausstehen kann. Man könnte ja einfach auch Historiker bitten, das zu kontextualisieren. Ich war damals in der Jury, 2009, und ich habe die Idee, das Denkmal zu neigen oder schief zu stellen, eigentlich wunderbar gefunden. Ist natürlich eine Kostenfrage. Aber die sollte dann letztlich nicht entscheidend sein, wie das umgesetzt wird. Ich fürchte, es wird ein künstlerischer Wettbewerb sein, ja, und dann, entweder ist er schon so ausgeschwemmt, eh nur Vorschläge kommen, die umsetzbar sind, dann wird es aber keinen Aufschrei geben, oder es ist wirklich ein offener künstlerischer Wettbewerb. Wenn dann ein Vorschlag kommt, wird man sagen, den kann man leider nicht umsetzen. Es ist bissel a Farce. Wenn es eine bessere Idee, jederzeit gerne. Die bessere war sicher, ihn zu neigen, aber man kann ihn ja neigen und davor ein Herzl-Denkmal, natürlich kein figuratives, […] aber so, daß der Lueger immer im Schatten steht.

Mit einem Historiker wurde es probiert, seine Zusatztafel, nun, eine Kontextualisierung österreichlich: eine Karlisierung …

Eine Farce, ein Debakel, ein Dilemma ist es, schon seit Kunschak sich aufgemacht hat, Geld für dieses Demonstrationsdenkmal aufzustellen und Müllner zu meißeln ….

Das Denkmal schief zu stellen, das Denkmal zu neigen, mit Theodor Herzl davor, eine Idee, die sich Eva Blimlinger hoch anrechnen wird, aber es ist schief gedacht, realpolitischen Gegebenheiten freundlich zugeneigt gedacht … wem dies von der Schiefdenkenden, der Neigungsdenkenden wohl gefallen haben dürfte, Theodor Herzl dem Lueger beizugesellen, nun, für diese müßte sie ihre Idee nicht weiter … aber es gibt wohl so etwas wie eine Treue, und darüber hinaus, wer weiß, wie die nun Diktierenden es aufnehmen würden, kämen andere Ideen, die nicht österreichlich …

Wahrscheinlich werden manche mir das nicht verziehen haben, die meisten aber schon. Mit der Andrea [Mayer] habe ich sehr viel zu tun, weil wir uns in vielen Dingen besprechen, wie wir es anlegen, grad in der ganzen Frage der Corona-Hilfen und des Aufsperrens. Wir haben einen regelmäßigen Austausch. Ich würde sagen, wir haben ein wunderbares Verhältnis. Wir kennen uns ja, da wir beide schon lange in dem Betrieb tätig sind, auch schon lange. Wir kennen uns noch, wie sie im Bereich der Wissenschaft war, beim Wissenschaftsministerium. Wir kennen uns lange, wir können gut miteinander, es lauft wunderbar. Mit Werner Kogler habe ich zu tun, aber weniger in diesen Kunst- und Kulturagenden, weil […]

Eva Blimlinger wurde gefragt, ob ihr verziehen worden sei, daß sie einer Parteikollegin in den Rücken gefallen sei. Ihre Parteikollegin mußte gehen, mußte fallen, damit der Minister für Kunst und Kultur weiter auffallen kann, als Minister für Nichtkunst und Nichtkultur, während sie, Blimlinger, mit ihm in Kunst- und Kulturagenden weniger – aber wie auch?

Ich kann mir das tatsächlich vorstellen. Was nicht heißt, zusperren, daß dort nichts mehr passiert. Als Raum muß es sozusagen bleiben und für die Kunst und Kultur bleiben. Die Frage ist nur, komme ich mit einem klassischen Theater, also mit einem Aufführungstheater, wo ich Stück um Stück spiel, Repertoire, wie auch immer […] Ich bin ja keine Theaterfrau, ja, aber ich denke, es wär doch eine Superherausforderung, ob ma in einem Theater nicht gänzlich etwas anderes machen kann. […] Was ich mir wahnsinnig wünschen würde, ist, daß man vielleicht, einer der Intendanten, Intendantinnen, angesichts der Pandemie hie und da ein Lustspiel spielt. […] Was gibt es für Alternativen zum Theater, zum klassischen bürgerlichen Theater, das ist es ja. Also zur Aufführung, wo das Publikum um 19.30 Uhr oder 19.00 Uhr, je nachdem wie lange das Stück halt dauert, hingeht und der Vorhang geht auf und dann geht er wieder zu.

Was für eine außergewöhnliche Idee einer Denkerin der Neigungsgruppe, und so recht traditionsreich, Lustspiele in Zeiten der Schwere, um den Menschen das Vergessen ihres gemarterten Alltags zu schenken … aber diese Lustspiele, diese Velwechserungsklamotten, Intendantinnen kommen schon lange dem blimlingerschen Wunsche nach, werden aufgeführt, etwa: Sunday riders in Vienna, without horses …

Und was für eine Befreiung, endlich keinen Schiller mehr, keinen Goethe mehr, keinen Raimund mehr, keinen Nestroy mehr, keinen Beckett mehr, keine Jelinek mehr, keinen Tschechow mehr, keinen Ibsen mehr, keinen Schnitzler mehr, keinen Krenek, keinen Bernhard mehr, keinen Jarry, keinen Ionesco mehr, keinen Jandl, keinen Handke mehr, keine … und keinen mehr und keine … vor allem keinen Shakespeare mehr, der bloß von der Gegenwart erzählt, was der Vergangenheit in der Gegenwart fernen

Es gehe, sagt Eva Blimlinger in diesem Abschnitt zu Musik, Museen und Theater, darum, was die Bevölkerung will. Das kann weder pauschal noch letztgültig beantwortet werden. Aber was diese Regierung will, im Angesicht der Pandemie konnte ein Eindruck davon gewonnen werden … die Schipisten werden dafür auf Dauer nicht ausreichen, es werden weitere Räume dafür gebraucht werden, wie passend wären dafür doch die vielen Theaterräume als Ganzjahralmadventpunschhütten für den fressend, saufend und betend kulturlos und kunstbarbarisch schifahrend gewollten Menschen …

Ein Regierungsprogramm österreichischer Traditionskunst: Null Faschismus. Null Austrofaschismus. Null Ständestaat.

Auch dieser Innenminister aus dem Tal ebenfalls seit einem Montag angelobter Innenminister wird dem Ruf leicht gefolgt sein, vor alle hinzutreten, und zu bekennen, er trete mit freudigem Herzen und reinem Denken einer Regierung bei, deren Regierungsprogramm ein Regierungsprogramm der Zukunft sei.

Denn. Es ist ein Regierungsprogramm von Männern und Frauen, die mit der Vergangenheit abgeschlossen haben, die nicht nach unten in die Vergangenheit, sondern nach oben in die Zukunft schauen. Nichts bringt dies besser und deutlicher zum Ausdruck, als der in diesem fehlende Verweis auf den Faschismus, der unerwähnte Austrofaschismus, der ausgelassene Ständestaat …

So wird auch dieser Innenminister seine Arbeit frohen Gemutes auf dem Grunde der Zukunft, der auch ihm das Regierungsprogramm ein trittfester Boden sein wird, reinen Gewissens tun können, unbelastet von der Vergangenheit fernen.

Der Innenminister wird sich nicht herumschlagen müssen mit einem Faschismus, den es im Österreich der Herzlichkeiten ohnehin nie gab, nur verschwörerisch herbeigeredet von jenen, denen nun sein zum Hauptinnenminister oder zum Innenbundesministerkanzler aufgestiegener menschenrechtlich in Alternativen Denkender an den Kopf warf das sie vernichtetende Wort vom Austromarxismus.

Das offenbar für ihn zu Kleingedruckte im Regierungsprogramm hat der ebenfalls montagsangelobte Innenminister möglicherweise nicht erlesen, das doch von der Vergangenheit handelt, ein-, zwei- oder sogar dreimal im Jahr ausrücken zu müssen, zum Gedenken an den Nationalsozialismus.

Möglicherweise hat er, der ebenfalls an einem Montag gewordene Innenminister, dies nicht überlesen, sondern er wußte sofort, zukunftsreich wie er ist, wie dieses Gedenken hinkünftig von ihm historisch gerichtet zu gestalten sein wird, mit Einladungen ins Museumstal …

Rasse der Verfassung Österreichs: Schönheit und Eleganz

Was in Deutschland schlicht „Koalitionsvertrag“ genannt wird, heißt in Österreich „Regierungsprogramm“, und das zu Recht.

Denn. Das Regierungsprogramm ist mehr als nur eine Vereinbarung des Besten aus zwei Welten, es ist das Regierungsprogramm der neuen Welt

„Wir wollen den Begriff ‚Rasse‘ in der Bundesverfassung ersetzen.“

Allein dieser Satz beweist, daß dies das Programm einer Regierung der neuen Welt für eine neue Welt

67 Versorgungsrecht. Ausführung zur Frage der Versorgungsberechtigung bei Zugehörigkeit zum Rasse- und Siedlungshauptamt der SS; Ergänzungsbedürftigkeit wegen möglicher Abstellung oder Abkommandierung an Waffen-SS. Im RIS seit 22.05.2001. Dokumentennummer JWR_1963000691_19640320X01. Verwaltungsgerichtshof (VwGH).

Mit dieser Blut-und-Boden-Geschichte Österreichs wäre es vor Jahrzehnten bereits mehr als angemessen und vor allem notwendig gewesen, „Rasse“ aus der Bundesverfassung zu streichen. Jedoch. Es mußten Jahrzehnte vergehen, bis zum Eintritt der Partei Die Grünen – Die Grüne Alternative in die österreichische Bundesregierung im Jahr ’20, daß in einem österreichischen Regierungsprogramm klar und konkret festgeschrieben ward, den Begriff „Rasse“ in der Bundesverfassung zu …

Nun aber endlich heißt es unmißverständlich und konkret, wortwörtlich zitiert:

Wir wollen den Gleichbehandlungsartikel des Grundgesetzes (Artikel 3 Absatz 3 GG) um ein Verbot der Diskriminierung wegen sexueller Identität ergänzen und den Begriff „Rasse“ im Grundgesetz ersetzen.

Den Artikel 3 gibt es, auch in Österreich, nicht aber im Grundgesetz, sondern in einem, das in Österreich mit Wiederbetätigung zu tun hat; es ist also doch kein Satz aus dem Regierungsprogramm der christgrünschwarzen Regierung in Österreich, sondern aus dem schlicht genannten Koalitionsvertrag der Parteien in Deutschland

In Deutschland also soll der Begriff „Rasse“ aus dem Grundgesetz heraus, in Österreich bleibt der Begriff „Rasse“ in der Bundesverfassung; es ist ja auch ein zu elegantes Wort, wohl wert, daß es in einem schönen Werk …

Von der Eleganz und der Schönheit des Wortes „Rasse“ muß auch die christgrünschwarze Regierung überzeugt. Auch davon zeugt das ihr Regierungsprogramm. Und das ist nachvollziehbar. Nur mit einem schönen Wort lassen sich derart viele elegante Wörter bilden. Die christgrünschwarze Regierung hat viele von diesen gefunden und in ihr Regierungsprogramm geschrieben; wie „Trassen“, „Zweinutzungsrassen“ … Die Suchfunktion zeigt auch „Stellungsstraße“, „Straßenverkehr“, „Straßenbau“ an, aber dies ist wohl dem geschuldet, daß die Suchfunktion meint, eine liechtensteinsche oder eine schweizerische Suchfunktion zu sein, oder die Suchfunktion ihre Orientierung verloren hat, überall sucht, auch in Ländern, wo sie nicht suchen soll, soher auch Ergebnisse anzeigt aus Ländern, in denen die korrekte Schreibweise „Strassenverkehr“, „Strassenbau“, „Stellungsstrasse“ …

Weniger schön und weniger elegant scheint der christgrünenschwarzen Regierung „Roma“ zu sein, hierfür fand sie für ihr Regierungsprogramm nur zwei Wörter, in denen „roma“ enthalten ist ...

Karl Heinz Grünsteidl, ein Idealist ist nicht mehr

Freilich blieb Karl Heinz Grünsteidl bis zuletzt die Antwort schuldig, was für ein wie geleiteter Idealist er ist, er, der zu antworten wußte, mit „fehlgeleitetem Idealismus“ …

Nun, da er, der Idealist mit dem nicht fehlgeleiteten Idealismus nicht mehr ist, kann bloß in aller Wahrheit — wie es sich an der Bahre eines Menschen eben stets geziemt, ehrlich und aufrichtig zu sprechen — festgehalten werden, es wurde nie auf seine Antwort gewartet, denn die Antwort, was ein nicht fehlgeleiteter Idealismus ist, gibt seine Partei täglich.

Und wenn an diesem Samstag, dem 11. Dezember ’21, sein Freund, wie berichtet wird, auf der Straße wieder unterwegs sein wird, um seinen nicht fehlgeleiteten Idealismus zu demonstrieren, ist es nur eine weitere Antwort dieser Partei, was für eine Idealistin sie ist, freilich eine Antwort als Fleißaufgabe, da sie es längst überreich beantwortet hat, was für eine Idealistin sie

Karl Heinz Grünsteidl war nicht nur ein professioneller und höchst loyaler Mitarbeiter, der die FPÖ durch viele Höhen und Tiefen an vorderster Front begleitet hat. Karl Heinz war mir auch persönlich ein wahrer Freund, wie man nur wenige im Leben findet. Ich bin ihm unendlich dankbar für seine jahrzehntelange aufopferungsvolle Tätigkeit und für all das, was ich von ihm beruflich und in menschlicher Hinsicht in vielen Stunden des persönlichen Miteinanders lernen durfte. Er war ein großartiger Charakter, voller Herzlichkeit und Tiefgang.

Nur einer, der selbst ein Mann des Tiefgangs ist, kann einen Mann des Tiefgangs erkennen … Nun, an diesem Samstag, wird der Verwaiste allein an vorderster Front — nein, es wird ihm Trost zuteil werden, von jenen, die kommen werden, zu ihm auf den Front, so heißt der Platz, von dem die Wollzeile weggeht, Männer und Frauen, ebenso überreich an nicht fehlgeleitetem Idealismus, Herzlichkeit und Tiefgang, wie er selbst und sein nun in die große Armee des Idealismus abberufener Freund

„Die österreichischen Sinti und Roma sind selbstverständlicher Teil unserer vielfältigen Gesellschaft.“

Das steht im Koalitionsvertrag – augenblicklich wissen Sie, es handelt sich dabei nicht um einen Koalitionsvertrag Österreichs. Dieser von der inzwischen türkis ausgewaschenen christschwarzen Partei und der Partei Die Grünen – Die grüne Alternative Koalitionsvertrag wird einfach wie kurz staatsmännisch Regierungsprogramm genannt …

„Roma“ kommt aber im grünschwarzen Regierungsprogramm vor, prominent platziert im Wort „Landstromanschlüsse“, für „Sinti“ jedoch wurde kein Wort gefunden, um es ebenfalls derart prominent platzieren zu können, würde es einen Fachbegriff beispielsweise im mehrmals angesprochenen Bahnwesen, in der Luftfahrt geben, in dem „sinti“ enthalten ist, es wäre nicht gezögert wurden, diesen Fachbegriff zu verwenden, um „Sinti“ ebenso so prominent sichtbar wie „Roma“ in einem Begriff zu platzieren.

Nicht so prominent, dafür aber ist für leseschwache Menschen in diesem christschwarzgrünen Regierungsprogramm auf Anhieb „Südtirol“ …

Es ist die gemeinsame Verantwortung Österreichs und Italiens, die eigenständige Entwicklung zu garantieren und in enger Abstimmung mit den Vertreterinnen und Vertreter der deutsch- und ladinischsprachen Volksgruppen in Südtirol die Autonomie weiterzuentwickeln.

Mit und ohne identitäre Regierungsprogrammbeteiligung, ohne Südtirol könnte es nie Regierungsprogramm in Österreich genannt werden.

Österreich wird auch in Zukunft an der Seite Südtirols stehen und weiterhin seine Schutzfunktion wahrnehmen, 50 Jahre nach der Verabschiedung des Südtirol-Paketes, welches die Grundlage für die moderne Autonomie der Region gelegt hat, ist Südtirol heute ein internationales Vorzeigemodell für den gelungenen Weg vom auch mit Gewalt ausgetragenen Konflikt hin zum Gespräch und ehrlichen […]

Das ist doch ein Regierungsprogramm zu nennen: einem internationalen Vorzeigemodell moderner Autonomie die Autonomie weiterzuentwickeln Ganz gleich, ob die identitäre Parlamentspartei mit auf der Programmbank oder nicht, es wird immer österreichlich, also recht allgemein, wenn es konkret werden könnte: auch mit Gewalt ausgetragenen Konflikt – als wär’s ein Programm von identitären Mannen und Frauen …

Es soll nicht gesagt werden können, es werden die Unterschiede zwischen den Regierungsprogrammen von der christschwarzidentitären Regierung und der christschwarzgrünen Regierung nicht gesehen. Allein die Titel der Programme, was für ein Unterschied: „Zusammen. Für unser Österreich. Regierungsprogramm 2017-2022“ und „Aus Verantwortung für Österreich. Regierungsprogramm 2020-2024“ …

Beiden österreichischen Regierungen ist „Antiziganismus“ fremd. Dafür kennt die christschwarzgrüne Regierung ein Wort mehr als die christschwarzidentitäre Regierung, nämlich Antizionismus … Und den Antisemitismus weit öfter zu erwähnen als die christschwarzidentitäre Regierung weiß die christschwarzgrüne Regierung auch, dafür ist beiden gemein, weder „Sinti“ noch „Roma“ zu kennen, nicht einmal als Teil eines Begriffs aus dem Verkehrswesen …

Es ist, das muß eingestanden werden, ein tief durchdachtes christschwarzgrünes Regierungsprogramm, in dem festgehalten ist, was weiterzuentwickeln ist, was nicht weiterzuentwickeln ist, fern von Österreich.

Was nicht weiterzuentwickeln ist, in Österreich nicht weiterzuentwickeln ist, das ist der Antiziganismus. Denn dieser entwickelt sich in Österreich ohne Regierungsprogramm, der Antiziganismus entwickelt sich in Österreich führungslos weiter und weiter, auch der Antiziganismus in Österreich ein internationales Vorzeigemodell, auf das die christgrünschwarze Regierung als dessen Schutzmacht mit zu ihrer Ehre gereichendem Stolz verweisen kann, wie eigenständig führerinnenlos der österreichische Mensch Antiziganismus weiterzuentwickeln …

Das steht in keinem Koalitionsvertrag: „Die österreichischen Sinti und Roma sind selbstverständlicher Teil unserer vielfältigen Gesellschaft.“ Aber es gibt einen Koalitionsvertrag, nicht in Österreich, in dem festgehalten ist:

[…] die deutschen Sinti und Roma […] sind selbstverständlicher Teil unserer vielfältigen Gesellschaft.

Das steht im Koalitionsvertrag der Parteien, die nun in Deutschland die Regierung bilden, in Deutschland, aus dem nicht der haupt-und-letztverantwortliche Massenmörder gebürtig, in Deutschland, das nicht das Portschyland

Ehrenbürger, christschwarzer Ehrenobmann Kunschak und sein Müllner-Denkmal für einen Ehrenbürger auf dem Karl-Lueger-Platz

Am letzten Montag wurde nicht nur ein Dollfuß-Museum-Mann angelobt, auch der österreichische Rundfunk tat sich mit einer ebenso besonderen Leistung hervor, einen Bericht über das Lueger und ein Interview mit Veronika Kaup-Hasler zum Lueger zu senden, ohne die Lueger-Denkmal-Schaffenden, deren Geschichte und deren Wirken in Österreich auch nach 1945 ungebrochen …

Die Lueger-Schaffenden wurden von der Stadträtin für Kultur und Wissenschaft im Interview ebenfalls nicht erwähnt, auch ihr ging es einzig um Lueger. Sie verzichtete wenigstens darauf, die Leistungen von Karl Lueger für Wien seinem Antisemitismus gegenüberzustellen, aber die Verrechnung seiner Leistungen mit seinem Antisemitismus passierte ohnehin unmittelbar zuvor im Bericht, in dem Lueger u. v. a. m. dafür gelobt wurde, er habe Wien modernisiertVor bald einhundert Jahren aber wurden bereits seine Leistungen realistischer beurteilt, und das Lueger war Menschen damals schon ein Debakel …

Karl Lueger wurde 1900 zum Ehrenbürger der Stadt Wien. Er wird es wohl noch sein, seit 121 Jahren …

Leopold Kunschak, der Lueger-Schaffende wurde 1946 zum Ehrenbürger der Stadt Wien, wurde der „Streicher von Österreich“, ein extremer Antisemit, zum ersten Ehrenbürger nach Auschwitz ernannt. Er wird es wohl noch sein, seit 75 Jahren …

Eine Ehrenbürgerinnenschaft ist nicht nur eine für die Ausgezeichneten passive persönliche Ehre, mit ihr sind auch aktive Nachsicht für die Ausgezeichneten und Entschuldigungen für die Ausgezeichneten verbunden, wie die von dem ersten Bundeskanzler in Österreich nach der Shoah für Leopold Kunschak …

Als am 17. April 1945 im Wiener Schottenstift die ÖVP gegründet wurde, war Kunschak für ein paar Monate ihr erster Parteiobmann (abgelöst durch Leopold Figl; Kunschak wurde Ehrenobmann). Im selben Jahr war Kunschak erneut Mitglied des Wiener Gemeinderates und bis 1946 Vizebürgermeister der Bundeshauptstadt. Von 1945 bis 1953 war er zudem Präsident des österreichischen Nationalrates und Gründungsmitglied des ÖAAB (Österreichischer Arbeiter- und Angestelltenbund). Im Jahr 1945 berichtete das Schweizer „Israelitische Wochenblatt“ von einer Kundgebung in Wien, die gegen die Einreise von polnischen Juden (KZ-Überlebende) stattfand. Das Blatt zitierte eine Rede des Parlamentspräsidenten und Ehrenobmannes der ÖVP Kunschak, in der er verkündet hatte, er sei immer Antisemit gewesen und werde dies auch weiterhin bleiben. Außerdem hätten in Österreich weder einheimische noch fremde Juden etwas zu suchen. Auch die New Yorker Zeitung „Aufbau“ berichtete von dieser antisemitischen Versammlung und nannte Kunschak 1946 den „Streicher von Österreich“.

Das ist nicht in einem in Österreich erschienenen Buch von einem österreichischen Historiker zu lesen, sondern in einem in Deutschland veröffentlichten Buch von einem deutschen Historiker: Handbuch des Antisemitismus, Band 8, herausgegeben von Wolfgang Benz.

Leopold Kunschak erlernte in Wien das Handwerk des Sattlers. Da sein Vater früh verstorben war, musste seine Mutter ihn und seine Geschwister alleine aufziehen. Sein Bruder Paul erschoss am 11. Februar 1913 den sozialdemokratischen Politiker Franz Schuhmeier. Im Jahr 1892 gründete Leopold Kunschak den christlichsozialen Arbeiterverein und war bis 1934 dessen Vorsitzender. Ab 1904 war er Mitglied des Wiener Gemeinderates und nach dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie von 1919 bis 1920 Mitglied der konstitutierenden Nationalversammlung. Ab 1920 war er Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat. 1919 legte Kunschak einen Gesetzesentwurf vor, der Juden von der „deutschen Mehrheit“ vollständig separieren sollte, und bezeichnete Juden als „Seuche unserer Zeit“. Anfang 1936 propagierte Kunschak eine leicht abgeänderte Version, die frappant an die 1935 erlassenen „Nürnberger Rassegesetze“ erinnerte. Im April 1920 kam es zu antisemitischen Ausschreitungen an der Universität Wien, im Zuge derer auch die jüdische Mensa verwüstet wurde. Zudem gab es gewaltsame Übergriffe gegen jüdische Studierende. Kunschak verteidigte die Ausschreitungen und bezeichnete Juden als „Eiterbeule am Körper unseres Volkslebens“. Die „Ostjuden“ verglich er mit Heuschrecken, die das Land überfallen würden. Falls Juden nicht freiwillig auswandern würden, so verlangte Kunschak, sollten sie in Konzentrationslagern interniert werden.

Als es galt, die österreichische Unabhängigkeitserklärung zu verfassen, war Kunschak mit dabei, am 27. April 1945 – wer wäre auch recht geeigneter gewesen, an der Legende Österreichs mitzuschreiben als er, in der Blaimschein …

Von diesem Lueger-Schafffenden war, wie kann es auch in Österreich anders sein, an diesem Montag österreichischer Kultur nicht die Rede, geredet hat, wer auch sonst, ein österreichischer Historiker, der sich mit seiner Zusatztafel zum Lueger österreichisch verschwieg, was zu einem weiteren Lueger-Schaffenden zu sagen, zu schreiben ist.

Zu diesem Bildhauer, sollte er es noch nicht sein, wäre ein erster Anwärter auf eine Ehrenmitgliedschaft der wienerischen Touristik, nur noch dies. Es hätte, wenn es dazu noch gekommen wäre, durch sein Mitwirken noch weitere Denkmäler in Wien gegeben, mit denen sich nun eine Stadträtin wohl auch noch zu befassen hätte. Diese Denkmäler wären wohl auch so schön oder noch schönerer wie das Lueger geworden, das eine vielleicht mit einem Buch, aus dem eine Großsängerin der Klassik ihr Wissen …

Das Bundesdenkmalamt kam in diesem montäglichen Bericht auch zu Wort, und wer Österreich kennt, kann sich heute schon vorstellen, welche Debatten es in ein paar Jahrzehnten in Wien geben wird, wenn es um ein Denkmal gehen wird, das erst vor kurzem in Wien errichtet wurde, und auch das Bundesdenkmalamt bei diesem wieder ein gewichtiges … Was dieses erst kürzlich errichtete Denkmal mit dem Lueger eint, ist, beide sind Parteipolitdenkmäler

Das einst schon sehr teure Lueger wird auch jetzt wieder wohl viel Geld verschlingen, für seine sogenannte Kontexualisierung

Kunschak verteidigte seinerzeit innerparteilich die 30 bis 40 Millionen, die das Lueger – aber, einfach wie kurz gesagt, Wahlkämpfe damals wie heute kosten halt …

Was es damals nicht gab, sind virtuelle Massenkundgebungen wie heute, aber dafür gab es gesinnungsgemäß beispielsweise das Wiener Rathaus für diese mit Festreden von etwa einem Leopold Kunschak geadelten Massenkundgebungen der Hetze, des Antisemitismus, der Halbwahrheiten, dem unbedingten Schwur zur habsburgischen Familie …

Die sich erfüllenden Wünsche des Alexander Van der Bellen im dafür Mustervorzeigeland —

„Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in dieser wichtigen und herausfordernden Position. Wir hoffen, dass es Ihnen gelingt, die Hoffnungen und Sehnsüchte […] nach Frieden zu verwirklichen, […] insbesondere Spannungen zu deeskalieren und die Region zu stabilisieren, sowie gute wirtschaftliche Bedingungen und die Grundrechte der Freiheit zu gewährleisten.“

Dies sind die Wünsche des österreichischen Bundespräsidenten, der nicht nur wünschen, sondern sich auch recht herzlich bedanken kann, aber nicht zur montäglichen Angelobung an diesem 6. Dezember 2021, sondern seine Wünsche an den Präsidenten in Iran, der bis dahin bereits berühmt in der Welt als „Schlächter von Teheran“ …

Und was für Erfolge zeitigen seine Wünsche? Es sind deren so viele, daß diese hier gar nicht aufgezählt werden können. So wurde entschieden, in einer Collage all die Erfolge allein schon in diesem letzten Halbjahr 2021 nur mittels Überschriften zu listen. Beeindruckend, wie die Wünsche des Alexander Van der Bellen, einfach wie kurz gesagt, so rasch in Erfüllung gehen: Spannungen zu deeskalieren, zu stabilisieren, gute wirtschaftliche Bedingungen und die Grundrechte der Freiheit zu gewährleisten.

Nur die Wünsche eines Mannes, der um den Wert von Gedenkveranstaltungen weiß, der das Gedenken derart verinnerlicht hat, sind stark genug, um Wirklichkeit zu werden.

Und von noch einem Mann, der sogleich mit dem Mann aus Teheran telefonierte oder, wie es modern vielleicht schon gesagt wird, chattete, der eines nun nicht mehr machen wird können, nach Teheran zu reisen, der Einladung nachzukommen, für die er sich doch artig bedankte, um gemeinsam, einfach wie kurz gesagt, in einer Heerschau die Erfolge …

Die Analysen des Mannes, also des österreichischen Präsidenten, sind wie seine Wünsche von beeindruckender Tiefe, von einer Stärke, die die Wirklichkeit erschüttern läßt. Wie etwa diese vom 4. Oktober 2021, mit der darauf verweist, Antisemitismus, Auschwitz seien nicht vom Himmel gefallen. Im Land von seinem Beglückwünschten wird seine Analyse fortwährend bestätigt, zum Beispiel, daß Auschwitz nicht vom Himmel gefallen sei, weil es, so in dem Land seines Beglückwünschten, es gar nicht gegeben

Der österreichische Bundespräsident ist ein Mann der Wünsche und des Dankes. Wann er immer er danken kann, dankt er, so auch beispielsweise am 28. Mai 2021, mehr oder weniger kurz vor seinen Wünschen an den Mann in Teheran:

„Alles Gute zum 60. Geburtstag, #AmnestyInternational! Organisationen wie @amnesty kämpfen jeden Tag dafür, dass #Menschenrechte für alle gelten. Eine starke zivilgesellschaftliche Stimme ist wichtig, damit die Rechte aller gesichert sind. Auch das Team von @AmnestyAustria arbeitet jeden Tag für ein #Österreich der #Menschenrechte: Ein Österreich, in dem alle Menschen friedlich und respektvoll miteinander leben. Frei die Meinung sagen können, morgens aufstehen und sein können, wer man sein will. (vdb)“

Vielleicht wurde seine Analyse überlesen, vielleicht aber auch, daß er diese seine Analyse noch nicht geschrieben hat, eine Analyse davon, wessen Stimmen derart schwach sind, wer es, weil vielleicht zu sehr mit dem stillen Gedenken vollauf ausgelastet, verabsäumt, jeden Tag dafür zu kämpfen, daß Menschenrechte für alle gelten in einem friedlichen und respektvollen Miteinander, daß es solche Organisationen bedarf, es wichtig ist, daß es starke zivilgesellschaftliche Stimmen gibt, damit die Rechte aller gesichert sind.

Und am Ende. Am Ende bleibt bloß Zuversicht. So die Angelobung an diesem 6. Dezember ’21 durch den österreichischen Bundespräsidenten denn ein Zeichen ist, ist doch der Angelobungstag wieder ein MontagMontag, der Höchstleistungstag des derzeitigen Bundespräsidenten …

Nichts als den Namen hatte

Ich habe @sebastiankurz in e. Telefonat herzlich für seine Tätigkeit als Bundeskanzler d. Republik Österreich sowie als Außenminister & Staatssekretär gedankt. Bedankt habe ich mich auch f.d. gute & vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ich wünsche ihm alles Gute für die Zukunft! (vdb)

Das schreibt an diesem 2. Dezember 2021 Alexander Van der Bellen, von dem gemunkelt wird, er würde im kommenden Jahr wieder der Wahl sich stellen wollen, um weitere sechs Jahre in der Hofburg – das ist auch der Wunsch, ihn in der Hofburg weiter zu haben, von einem Mann, der beispielhaft dafür steht, daß, sollte Alexander Van der Bellen tatsächlich in 2022 noch einmal der Wahl sich stellen, die Menschen mit ihrer Wahl bestätigen, die Zeiten sind vorbei, als das Wünschen noch geholfen hat.

Es wird jetzt, kaum, daß er das Überfällige getan hat, viel davon gesprochen, geschrieben, spekuliert, was werde von Sebastian Kurz bleiben, aus seiner ohnehin seit langem schon türkis ausgebleichten christschwarzen Partei, die nun dabei ist, die türkisen Flecken aus ihrem Schwarz endgültig herauszuwaschen, ist zu hören, er habe sie, was Wahlen angehe, in lichte Höhen geführt. Die ÖVP ist nun wieder bei dem madigen Stimmenanteil von 2017 angelangt – 2021 wie 2017, vom Kalender her sind zwar vier Jahre vergangen, aber es ist, als wäre nicht einmal ein Jahr vergangen: 2017 bis 2017 hat Sebastian Kurz die ÖVP geführt.

Was für die ÖVP selbst also bleibt, nichts. Was für die Menschen in Österreich von dieser kurzen Zeit 2017 bis 2017 bleibt, nichts. Doch, etwas, Arbeit. Das Zerstörte wieder aufzubauen, das bis auf die Grundmauern abgetragene Vertrauen wieder, die zum Einsturz gebrachte Wahrheit wieder, die ausgebrannten Werte wieder und so weiter und so fort. Das bleibt von dieser kurzen Zeit 2017 bis 2017: ein wirklicher Wiederaufbau, von dem fälschlicherweise in dieser Zeit oft gesprochen wurde, in einem gänzlich unpassenden Zusammenhang, bei dem kein Wiederaufbau vonnöten, sondern ein sorgsamer Umgang, eine Politik der Lösungen

Kaum, daß er das Überfällige getan hat, fehlt es nicht an Versuchen, ihm eine historische, eine ewige Größe zuzuschreiben, und diese hat er zweifellos, in dem Sinne, wie Paul Valéry Geschichte betrachtet: „Ein Mensch, der scheißt, ist in genau diesem Moment ein ewiger Mensch. Er ist identisch mit Moses, Cäsar, Richelieu, dem Anthropoiden.“

Alexander Van der Bellen dankt ihm, kaum, daß er das Überfällige getan hat, also für seine Tätigkeit als Bundeskanzler Hierzu paßt ein Beurteilung aus den Discorsi, die vor bald 490 Jahren erstmals veröffentlicht wurden, die Beurteilung also von einem Mann, der in dieser kurzen Zeit von 2017 bis 2017 auch herhalten mußte, um bildungsbürgerlich sagen zu können, er, der Überfällige, hätte seinen … freilich, diese Beurteilung muß ein wenig an 2017 angepaßt werden, um diese zitieren zu können: Er hatte aber von einem Bundeskanzler nichts als den Namen.

Alexander Van der Bellen dankt ihm, dem, der von einem Bundeskanzler nichts als den Namen hatte, auch für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit

So mag es sich hinter der Tapetentür darstellen, vor der Tapetentür stellt sich das Gute und das Vertrauensvolle als dies dar: das Vertrauensvolle das Mißtrauensvolle, das Gute das Nichts

In dieser kurzen Zeit von 2017 bis 2017 wurden u. v. a. m. auch Manipulationen von Umfragen zugunsten des Mannes, der von einem Bundeskanzler nichts als den Namen hatte, bekannt … Schwerwiegender als das Manipulieren von Umfragen wiegt wohl das Umdeuten, das Manipulieren von Wahlergebnissen, und dies noch gänzlich freiwillig, ganz ohne Not, ohne, einfach wie kurz modern gesagt, zu chatten … Und auch hier, zur Erinnerung für die kommenden Wahlen, die Leistung des guten Vertrauensvollen, der vielleicht einmal sich erklären wird, mit wem er in der kurzen Zeit von 2017 bis 2017 gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet

Vielleicht aber hat Alexander Van der Bellen nur sich selbst gedankt, für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die er mit sich selbst hat, und vielleicht wünscht er ihm alles Gute für die Zukunft (vdb) … Es ist einem jeden Menschen uneingeschränkt alles Gute für seine Zukunft zu wünschen, aber für das Gute im Land ist eine Wiederwahl nicht jedem Menschen zu wünschen.

Was aber aus dieser kurzen Zeit von 2017 bis 2017 bleiben wird, das heißt, bleiben soll, mehr, bleiben muß, ist die Abkehr von den Menschen, die scheißen, und das Achten darauf, das Ermöglichen, daß Menschen scheißen, zu verunmöglichen … Aber auch dies wird bereits seit über vier Jahrhunderten gewußt, wenngleich nicht beherzigt, nicht die scheißenden Menschen sind die Gefahr, nicht die scheißenden Menschen bringen das Schlechte, nicht die scheißenden Menschen sind die Verursacher des Elends, sondern die Willfährigen, die es erst ermöglichen, daß es scheißende Menschen gibt … Übrigens, im Kapitel über die alles durch ihr Ermöglichen Gefährdenden, ist auch die nicht wörtliche, aber nach dem Inhalt letzte Rede des Überfälligen, die jetzt von nicht wenigen von diesen alles Ermöglichenden gelobt wird, zu lesen.

Was von dem Mann, der von einem Bundeskanzler nichts als den Namen hatte, wird vielleicht auch einmal von dem anderen Mann, wenn er seine Zukunft ohne Tapetentür gut und lange, lange genießen kann, gesagt werden, er hatte von einem Bundespräsidenten nichts als das Österreichliche …

Türkis ausgewaschene christschwarze Beschickung der Bundesregierung in Österreich: Dollfuß-Museum – Nehammer freute sich über Beflaggung und auch über Bekundungen entlang der Straße …

Nun soll es, so wird es am 3. Dezember ’21 kundgetan, in der österreichischen Bundesregierung neue … voran Karl Nehammer, der Mann, der dem Begriff Rücktritt eine weitere österreichliche Bedeutung gibt.

Irgendwo dahinter der Mann, der wieder seine Lieblingswörter reiten wird dürfen: Solidarität und Unterstützung. Der Mann, der auch sein Wissen darüber verbreiten wird dürfen, wer alles richtig gemacht hat und macht, mit denen er jedoch nicht zusammengearbeitet hat und nicht zusammenarbeiten wird, und nicht nur deshalb, weil er nicht zum Arbeiten kommt, vor lauter unlauterem Postenringelspiel, das ihm nichts kostet, aber „dem kleinen Manne“ viel.

Irgendwo dahinter der Mann, eine wahre Berühmtheit, der Kosten für Beflaggungen auf den Groschen genau berechnen wird können.

Irgendwo dahinter, der Mann mit dem Stolz auf sein Dorf mit dem Dollfuß-Museum …

„Wir müssen diese Jubiläumsjahre nutzen, um uns mit unserer eigenen Geschichte zu beschäftigen“, erklärt Karner, der auch eine Lanze für das Dollfuß-Museum bricht: „Dort wird das Historische gut erarbeitet und kritisch behandelt. Wir müssen die Thematik immer wieder diskutieren und aus den Fehlern der damaligen Zeit lernen.“ Das hohe Standing des Museums zeigt für Karner auch, dass es aktuell drei Leihgaben für das Haus der Geschichte in St. Pölten gibt. Und angesprochen auf die Vorfälle rund um das NS-Liederbuch von FP-Landtagskandidaten Udo Landbauer, appelliert der Ortschef, sich mit der eigenen Geschichte intensiv zu beschäftigen: „Es gibt nichts Furchtbareres als diese Zeit. Jedem jungen Menschen, der darüber anders denkt, dem empfehle ich einen Besuch in Auschwitz“, zeigt Karner absolut kein Verständnis, warum noch heute Menschen dieser Zeit nachtrauern. Zum Jubiläum des Museums ist für Juni vonseiten der Gemeinde und des Museums ein eigener Festakt mit hochkarätigen Gästen geplant.

Dieser Mann soll nun in der österreichischen Bundesregierung …

Der Lokalaugenschein von Georg List und Michael Gruber gibt Aufschluß darüber, wie in diesem Museum „gut erarbeitet und kritisch behandelt“ – ein „dem großen Bundeskanzler und Erneuerer Österreichs gewidmetes“ Beinhaus … Ein untrüglicher Beweis dafür, wie in diesem Beinhaus „das Historische gut erarbeitet und kritisch behandelt“, ist darüber hinaus die Beteiligung der Familie des Engelbert Dollfuß

Nun hat der Mann, der in der österreichischen Bundesregierung vorangehen soll, etwas gesagt, an diesem 3. Dezember ’21, es sei jetzt in der Pandemie keine Zeit für Marketing … vielleicht wäre die Pandemie längst vorüber, hätte dieser Gehülfe nicht auch es so verstanden, daß Pandemie nur ein anderes Wort für Marketing ist.

Das sollen also die Männer in der österreichischen Bundesregierung sein, mit denen der Vizekanzler zusammen arbeiten soll, wenn sie je noch vom Ringelspiel herunterkommen, mit dem Vorgetretenen soll er, so der Vizekanzler, sehr gut zusammen gearbeitet haben, und er meint, es auch weiterhin … vielleicht gar so gut, daß sie im nächsten Jahr gemeinsam die Tafel in die Kamera halten würden wollen: „We remember“

Wie der Antizionismus in das Regierungsprogramm Österreichs kam

Wie der Antiziganismus nicht in das Regierungsprogramm Österreichs kam, genauer, wie der Antiziganismus nicht in das „Regierungsprogramm“ von den Grünen und von der mittlerweile türkis ausgebleichten christschwarzen Partei kam, noch genauer, wie der Antiziganismus nicht in den Koalitionsvertrag von der mittlerweile türkis ausgebleichten christschwarzen Partei und der Partei Die Grünen – Die Grüne Alternative in Österreich kam.

Es mag sich vielleicht so zugetragen haben.

Es wollte in den österreichischen Parteienvertrag Antiziganismus geschrieben werden, eben genauso wie es nun in den Koalitionsvertrag in Deutschland geschrieben ist.

Doch, es kannte von den Menschen, die am Verfassen dieses Regierungsprogrammes waren, kein einziger das Wort Antiziganismus tatsächlich richtig. Eine Ahnung nur gab es, es müßte so einen Begriff geben, der mit einem Wort alles erklärt, das sonst lange und breit ausgeführt werden müßte. Es wollte wirklich in den Parteienvertrag geschrieben werden, was der Begriff Antiziganismus aussagt. Mit einem Begriff es auf den Punkt, ohne sich umständlich erklären zu müssen. Es wollte im Parteienvertrag der unbändige Wille festgehalten werden, gegen das kämpfen zu wollen, wofür diese Begriffe stehen.

Einfach wie kurz gesagt, ein handlungsanleitendes Bekennntis gegen Antiziganismus wollte in den Vertrag der beiden Parteien geschrieben werden. Es wurde gerätselt, es wurde überlegt, ob es tatsächlich Antiziganismus heißt. Auf die Schulbildung konnten sie dabei nicht zurückgreifen, Antiziganismus, ein Wort, das in der österreichischen Schule nicht gelehrt wird. Es wurde weiter überlegt, gegrübelt, ob Antiziganismus tatsächlich so geschrieben wird: Antiziganismus – oder vielleicht doch irgendwie anders.

Die Eile des Abschlusses gebot es schließlich, zu einer Entscheidung zu kommen. Von einer Sekunde auf die andere herrschte Einigkeit darüber, daß die korrekte Rechtschreibung von Antiziganismus die ist: „Antizionismus“. Und so kam es, daß im „Regierungsprogramm“ der zwei österreichischen Parteien Antizionismus steht – statt Antiziganismus.

Im Koalitionsvertrag in Deutschland kommt Antizionismus nicht vor, dafür Antiziganismus. In Deutschland werden die drei Parteien, als sie in ihren Koalitionsvertrag kein Vorgehen gegen „Antizionismus“ schrieben, vielleicht auch daran gedacht haben, wie etwa schon ein George Orwell „Zionismus“ einstufte. In einen Koalitionsvertrag mit dem Titel „Mehr Fortschritt wagen“ ein Bekenntnis zu schreiben, für Nationalismus, gegen Antinationalismus eintreten zu wollen, das wäre den drei Parteien in Deutschland wohl mehr als unpassend, geradezu gegen den eigenen programmatischen Vertragstitel erschienen.

In Österreich hingegen, mit diesem Regierungsprogramm aus der Welt von gestern … eines jedoch kann diesen beiden Parteien in Österreich nicht vorgeworfen werden, sie würden sich nicht an ihr Regierungsprogramm halten, es nicht umsetzen, es dauerte nicht lange, und ihr in ihr Programm geschriebener Kampf gegen Antizionismus, gegen Antinationalismus ward Flagge …