Es geschah am 15. Mai 1625 … Das ist das von der „völkischen Nachwelt“ zum Vorschein gerubbelte Datum für ihre Gesinnung, für ihre gesinnungsgemäße Propaganda, zu einer Zeit, also 1925, als die „völkische Nachwelt“ noch als eine unschuldige angesehen werden konnte, als die „völkische Nachwelt“ sich noch, wenn auch mit einem ordentlichen Maß an Anstrengung, untatenlos präsentieren konnte, und doch schon nicht mehr mordlos … Am 26. März 1925 wurde von der „völkischen Nachwelt“ ein Schriftsteller, dessen Vater aus Lemberg, ermordet, der den Auftrag, das „Frankenburger Würfelspiel“ zu schreiben, zu dieser Zeit nicht angenommen hat.
Der „völkischen Nachwelt“ hat das Rubbeln es recht angetan, es muß ihr größte Entspannung in schweren Zeiten gewesen sein, nicht nur 1925, auch später, als die „völkische Nachwelt“ dieser 1925er „völkischen Nachwelt“ zu einer einzigen „völkischen Nachwelt“ ward geworden und ihr der geeinten die Zeit nicht mehr schwer, sondern die größte unter dem Firmament aller Zeiten …
So eine „Jubiläumssaison“ vorzubereiten, damit muß menschgemäß schon beizeiten begonnen werden. Nach den heurigen Aufführungen für die Nutzung einer ordentlichen Vorbereitung eine Spielpause von drei Jahren dafür einzulegen – ob das für ein solches Jubiläumsjahr 2025 nicht zu kurz bemessen ist? Aber in Frankenburg werden sie das schon recht berechnet haben. Sie konzentrieren sich wohl deshalb, weil gewußt wird, wie schnell drei Jahre vorüber sind, auf nur ein Jubiläum, bloß eines mit der Zahl 400.
Sie werden darauf verzichten, das Jubiläum 100 Jahre „Das Blutgericht am Haushamerfeld“ zu feiern, das 1925 von einem Oberösterreicher gedichtet … Es werden in Frankenburg 80 Jahre Tod des Oberösterreichers kein Jubiläumsanlaß sein, obgleich dieser Österreicher aus dem Oberdonauischen untrennbar mit dem „Blutgericht“ verbunden ist. Schenkte doch sein für Schulung und Erziehung reichsbeauftragter Parteiphilosophdem Österreicher, der 2025 vor achtzig Jahren seine in 56 Lebensjahren einzige anständige Tat beging, zu seinem fünfzigsten Geburtstag Bücher des Oberdaunischen.
Eines der Großereignisse des Theatersommers in Österreich ist „Das Frankenburger Würfelspiel“ – jenes historische Volksschauspiel, das ein trauriges Kapitel oberösterreichischer Geschichte zum Inhalt hat. Die Aufführungen finden jedes 2. Jahr auf der größten Naturbühne Europas statt. 500 LaiendarstellerInnen und weitere 300 HelferInnen garantieren ein beeindruckendes Schauspiel.
Auch bei einem beeindruckenden Schauspiel auf der größten Naturbühne Europas wird nicht auf den Stellenwert der Erziehung vergessen, wird traditionell auf Bildung der größte Wert – die Naturbühne als Schule des Volkes …
Für Schulklassen der Grund- und Sekundarstufe bieten wir Vermittlungsprogramme an. Wenn Sie mit einer Reisegruppe anreisen helfen wir Ihnen gerne, neben einer Besichtigung Ihren Tag in und rund um Frankenburg abzurunden.
Zur Einweihung des Bauernkriegdenkmals auf dem Haushamerfeld am 15. August 1925 verfasste Itzinger ein Festspiel des deutschvölkischen Turnvereines Frankenburg. Im August 1938 wurde das Stück mehrmals auf der neu geschaffenen Thingspielstätte Oberdonaus in Leitrachstätten bei Frankenburg geboten. Es war eine der größen kulturellen Veranstaltungen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Lande. Die Zuseher wurden mit Sonderzügen und Bussen befördert.
Wie viel besser doch seitdem die Zeit geworden ist. Wie mühsam damals es gewesen sein muß, zu Karten zu kommen, Gruppenreisen zu organisieren. Und heutzutage, wie anders, bequem mit dem Smartphone Tickets zu bestellen, Gruppen-Reservierungen durchzuführen, online von ganz Österreich aus, auf Banken …
Der Rieder Karl Itzinger gehörte seit Mai 1938 der SA an und stieg bis zum Obersturmbannführer auf. Zwischen 1942 und 1944 trug er innerhalb der Landesbauernschaft Oberdonau die Verantwortung für die Schulung und Erziehung des bäuerlichen Nachwuchses. Als Günstling von Richard W. Darré, Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, wurde er zum Leiter der weltanschaulichen Abteilung im Reichsnährstand.
1933 veröffentlichte Itzinger den Roman Das Blutgericht am Haushamerfeld, den die Behörden wegen seiner antikatholischen Haltung zwei Mal beschlagnahmten. Er bildet den ersten Band der Trilogie Ein Volk steht auf!, die bis 1937 um die Bände Es muß sein! Und Ums Letzte ergänzt wurde. 1939 schenkte Alfred Rosenberg die Romane Hitler zum 50. Geburtstag.
Itzinger interpretiert den oberösterreichischen Bauernkrieg im Sinne der NS-Geschichtsideologie bzw. Darrés Lehre von „Blut und Boden“.
Als ein paumgartterisches Buch vom Heimatverlag des Gerald Grosz beschlagnahmt und Stocker wegen seiner Verbreitung zu einer Strafe verurteilt wurde
Beschlagnahme einer antisemitischen Druckschrift von Karl Paumgartten. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde durch das Landesgericht für Strafsachen in Graz die Beschlagnahme der Druckschrift „Judenfibel – das ABC der 4000jährigen Judenfrage“ von Karl Paumgartten, die im Verlag Leopold Stocker im Jahre 1922 erschienen war, verfügt. Die Beschlagnahme erfolgte unter der Anschuldigung, daß die Schrift ihrer ganzen Tendenz nach zu Feindseligkeiten wider die jüdische Religionsgesellschaft aneifere und zu verleiten suche und die Lehren der jüdischen Religionsgesellschaft herabzuwürdigen sucht. Der Verleger Leopold Stocker wurde wegen Verbreitung durch das Grazer Landesgericht zu 100 S Geldstrafe verurteilt. Karl Paumgartten, recte Dr. Karl Huffnagl, war Bibliothekar an der Wiener Parlamentsbibliothek; er ist seit mehreren Jahren tot.
Von der Zukunft der von seinem Familienverlag in den zwanziger Jahren herausgebebenen Büchern erzählt der Verlagsmann nicht. Als hätte sein Familienverlag, kaum waren die zwanziger Jahre vorüber, darauf vergessen, diese Bücher herausgebracht zu haben, als wäre sein Familienverlag, kaum waren die zwanziger Jahre vorüber, schon zur Erkenntnis gelangt, daß diese Bücher kein Ruhmesblatt …
Wie finster muß im Sommer 1937 im Verlag doch die Stimmung gewesen sein. Das Buch beschlagnahmt. Zu einer Strafe verurteilt. Geradeso, als wären solche Bücher nur noch Bücher der Vergangenheit, Bücher ohne Gegenwart, als hätten solche Bücher bloß als Heizmaterial noch Zukunftsverwendung.
Doch dies währt nur kurz. Denn. Wie kann auch in diesem Familienverlag ruhmreich in die Zukunft geschaut werden. Und das schon nicht einmal ein ganzes Jahr danach. Mit Zuversicht und Vorsehungsvertrauen wieder an die Pressen, nicht um neue Bücher zu drucken, die zu lesen in dieser recht geschäftigen Zeit dem Volke nicht auch noch zugemutet werden kann, aber es mit Postkarten zu erfreuen, es einzustimmen auf einen ruhmreichen …
Wie viele Stimmen hätte Karl Paumgartten, dessen Hausverlag der stockerische Familienbetrieb war, bekommen, wäre er je um das Amt der Bundespräsidentin geritten, mehr als Breitner, mehr als Burger, mehr als Rosenkranz, mehr als Scrinzi? Ein vom Stocker-Verlag recht ordentlich Verlegter ersehnt sich mehr Stimmen. Und eine erste Meinungsumfrage nährt seinen Traum, mehr Stimmen zu bekommen als Scrinzi, als Rosenkranz, als Burger, als Breitner, und vielleicht träumt er schon recht hoch hinauf, im Fall eines zweiten Durch… so viele Stimmen wie Hofer — —
Und des Karl Itzinger, der nicht erwähnt wird, um mit einem weiteren Manne zu spekulieren, wie viele Stimmen dieser Dichter bekommen hätte, wäre er je um das Amt der Präsidentin geritten, sondern, daß dem Familienverlag nicht nur die Verbreitung eines einzigen Buches, auch
[d]iese Bücher waren in der Zeit des Kampfes und des Leidensweges in den letzten 5 Jahren in System-Österreich vielen Zehntausenden Partei- und Volksgenossen in Deutsch-Österreich eine Stärkung zum Ausharren im Kampfe gegen die Regierung und im sieghaften Glauben, weil der Dichter Karl Itzinger in diesem Volkskriege leuchtende Vorbilder und Zeugen des opfer- und leidvollen Freiheitskampfes in Oberösterreich, der Heimat des Führers Adolf Hitler, zeigte, wo die klerikale Macht unter dem Habsburger Ferdinand II. mit Feuer und Schwert und Heimatvertreibung, das um die Freiheit des Geistes und Leibes ringende Volk verfolgte – damals genau so wie in der Jetztzeit. Daher wurden diese dem Dollfuß-System gefährlichen Freiheitsbücher von der Regierung schwer verfolgt. 16 Monate war das Buch „Blutgericht am Haushamerfeld“ beschlagnahmt; zuerst durch den Staatsantwalt und als der Prozeß nach 8 Monaten wegen Mangels an strafbarem Tatbestand eingestellt wurde, wurde durch die Schuschnigg-Regierung ein „Verbreitungsverbot“ ohne Begründung erlassen; nachdem wieder durch zahlreiche Historiker erwiesen wurde, daß das Buch historische Tatsachen schildere, wurde es nach weiteren 8 Monaten zufolge gesetzwidrigem Verbot freigegeben. Diese Bücher verdienen im ganzen Reiche, zum Verständnis für das jahrhundertlange Freiheitsringen der Ostmarkdeutschen, weiteste Verbreitung, weil sie zeigen, wie treudeutsch, wie opferbereit das Volk in Österreich seit Jahrhunderten um seine heiligsten Volksgüter kämpfte – und immer in gleicher Weise von undeutscher ultramontaner Macht mit Blut und Eisen und Drangsal verfolgt und unterdrückt wurde – in der Jetztzeit genau so wie vor 300 Jahren.
So die Reklame am 22. März 1938, im „Börsenblatt“.
In Frankenburg muß nicht auf die Straße gegangen werden, in Frankenburg wird auf der Wiese unter Bäumen gespielt, unter dem Gefühle schonenden Titel: „Das Frankenburger Würfelspiel“. Vielleicht auch aus Sorge um die Einnahmen. „Das Blutgericht am Haushamerfeld“ könnte doch zu abschreckend wirken, die Aufführungen mit Kind und Hund (auch die dürfen mit in die Vorstellungen) zu besuchen, und so manche Schule könnte die „Vermittlungsprogramme für Grund- und Sekundarstufe“ nicht in Anspruch nehmen wollen, aber zu „Würfelspiel“ kann ein noch so, wie es modern heißt, politisch korrektes, mehr noch, bildungskorrektes Lehrpersonal nicht nein … Leicht war es in der Jetztzeit
Nachdem die Spielsaison 2021 leider abgesagt werden musste, wäre eine turnusmäßige Aufführungspause bis zum 2023 entstanden. Die ist uns leidenschaftlichen Würfelspielern eindeutig zu lang. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, im Sommer 2022 eine Zwischensaison einzuschieben.
in Frankenburg auch nicht. Vielleicht waren so manche der Würfelspielenden durch die virenerzwungene Absage auch auf den Straßen unterwegs, und nun die Entscheidung, da für den heurigen Sommer kein Märsche angekündigt sind, gegen den Traditionsturnus zu spielen. Lang hin ist es noch bis zum Jahr 2025, dem wohl schon leidenschaftlich entgegengefiebert wird, in Frankenburg, diesem recht besonderen Jahr, und so rechtes Jahr – Frankenburg verdient sich für sein Jahr ein eigenes Kapitel.
Mit dem Verlagsmann leidet wohl auch recht der Besenmann besonders mit – an der Jetztzeit. Und wie damals, als die Zeit den Menschen ihre für kurz nur Jetztzeit war, erbittert sie Zensur, recte Verbreitungsverbote, Systemparteien, recte System-Österreich, Freiheit, recte Freiheit …
Burghard Breitner (1884–1956) – Chirurg und „Engel von Sibirien“, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes 1950 sowie Bundespräsidentschaftskandidat 1951, Rektor der Universität Innsbruck 1952/53 und Schriftsteller. Die Benennung einer Straße nach ihm im Innsbrucker Stadtteil Reichenau anlässlich seines 10. Todestages 1966 sollte die Erinnerung an einen angesehenen und hoch geschätzten Arzt aufrechterhalten. Mehr als 50 Jahre später muss aber gefragt werden: Will und kann man Burghard Breitner nach wie vor auf diese Art gedenken? Dem prominenten Mediziner, der als Klinikvorstand von 1932 bis 1955 zu den an der Innsbrucker Universitätsklinik für Chirurgie zwischen 1940 und 1945 durchgeführten Zwangssterilisationen offiziell „ermächtigt“ und damit für diese verantwortlich war? Das zentrale Ziel der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik war die Schaffung eines „gesunden Volkskörpers“ – der durch die Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen geschaffen werden sollte, die als „minderwertig“ angesehen wurden. Neben der Internierung in Konzentrations- oder Arbeitserziehungslagern sowie der euphemistisch als „Euthanasie“ bezeichneten Ermordung von Menschen mit (angeblichen) Beeinträchtigungen, wurden Zwangssterilisierungen zur Verhinderung der Fortpflanzung eingeführt. Anders ausgedrückt: Der NS-Staat fällte die Entscheidung darüber, wer eine Familie gründen durfte. Derartige Bestrebungen existierten in Österreich sowie in vielen anderen Ländern bereits lange vor der NS-Diktatur. Während es etwa in den USA oder Skandinavien bereits Sterilisationsgesetze gab, wurde im Dritten Reich 1934 und mit 1. Jänner 1940 auch im „angeschlossenen“ Österreich das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses (GzVeN) eingeführt. Darin waren die „Erbkrankheiten“ definiert, die zu einem Zwangseingriff führen sollten: „angeborener Schwachsinn“, „Schizophrenie“, „manisch-depressives Irresein“, „erbliche Fallsucht“, „erblicher Veitstanz“, „erbliche Blindheit“, „erbliche Taubheit“, „schwere erbliche körperliche Missbildung“ sowie „schwerer Alkoholismus“. 1935 wurden zusätzlich die „freiwillige Entmannung“ von homosexuellen Männern sowie Schwangerschaftsabbrüche bis zum sechsten Schwangerschaftsmonat aus medizinischen und eugenischen Gründen legalisiert. Bevor ein Erbgesundheitsgericht über eine Zwangssterilisierung entschied, wurden Intelligenzprüfungen, medizinische Untersuchungen, Erkundigungen bei Arbeitgeber*innen, Orts- und Sicherheitsbehörden, Gesundheitseinrichtungen und Schulen angestellt. Im Gau Tirol-Vorarlberg gab es Erbgesundheitsgerichte in Innsbruck und Feldkirch sowie als Berufungsinstanz das Innsbrucker Erbgesundheitsobergericht. Zur „freiwilligen Entmannung“ war dagegen lediglich das Attest eines Amtsarztes notwendig, das die zu erwartende „Befreiung von einem entarteten Geschlechtstrieb“ bescheinigte. Real handelte es sich dabei keineswegs um eine freiwillige Maßnahme: Drohungen mit der Todesstrafe oder der Deportation in Konzentrationslager führten ebenso zu Anträgen, wie Aufforderungen von Behörden an Vormünder, einen entsprechenden Antrag für ihre Mündel zu stellen.
Das ist über Burghard Breitner auf der Website der Universität Innsbruck zu lesen. Und das Untere auf der Website FBI:
Bei der Bundespräsidentenwahl am 6. Mai 1951 stellte die Vorgängerpartei der FPÖ, der VdU Dr. Burghard Breitner als Kandidaten zu Wahl. Er erzielt 15,41 Prozent und rund 660.000 Wählerstimmen. Der Kandidat des Verbandes des Unabhängigen (VdU), Dr. Burghard Breitner, war Arzt und erfreute sich als „Engel von Sibirien“ großer Popularität, da er im 1. Weltkrieg als Arzt – dort selbst in Gefangenschaft – in Russland tätig war. Er erreichte über 15% der Stimmen.
Das wäre nicht Österreich, würde nur das identitäre Bildungsinstitut liebevoll an Burghard Breitner erinnern, auch andere, etwa der Landesverband des tirolerischen ÖRKs erinnert zum fünfzigsten Todestag des Kandidaten ehrend an den „Engel von Sibirien“, und auch für das Rote Kreuz gibt es Jahre, von diesen es zum „Engel“ nichts gibt, das berichtenswert wäre …
Das Buch „Freiheit, ohne Wenn und Aber“ ist laut Verlagsaussendung ein „flammendes Bekenntnis zur Freiheit, eine Bestandsaufnahme dieses Zeitalters der Unfreiheit aber vor allem eine Handlungsanleitung, wie wir uns unsere Freiheit zurück erkämpfen“. Das Vorwort wurde von Claudia Haider geschrieben. „Wir freuen uns, nach den ersten beiden Büchern ,Was zu sagen ist’ und ,Im Karussell des Wahnsinns’, nun das dritte Buch von Gerald Grosz verlegen zu dürfen. Mit mehr als 100.000 Abonnenten auf YouTube und knapp 300.000 auf Facebook hat Grosz eine enorme Reichweite. Sein erstes Buch ist bereits in der vierten Auflage“, so Verleger Wolfgang Dvorak-Stocker, Chef des gleichnamigen Leopold Stocker Verlags.
Für dieses Kapitel wurde, muß eingestanden werden, zu viel vorgenommen. Es hätte auch noch etwas zu Karl Paumgartten, einem weiteren Mann des Buches, seinen vom Stocker-Verlag ausgegebenen Büchern und auch zum Kurier des Deutschland aufgenommen werden sollen, aber, auch das muß eingestanden werden, ermattet von der Erinnerung an die sich Anstellenden um das Amt der Bundespräsidentin durch die Jahrzehnte Österreichs bleibt bloß der Kapitelabbruch — —
„Die Liste der kuriosen und skurillen Kandidaten für die Wahl zum österreichischen Bundespräsidenten ist ja schon sehr lange, Highlight unter […] Und anscheinend wird diese Liste jetzt noch um einen Namen länger: Denn der Grazer Ex-Politiker Gerald Grosz – aktuell berühmt-berüchtigt durch seine Social Media-Videos und seine Auftritte in Fellners „Ö24″ – scheint ernsthaft antreten zu wollen.“
Es soll kein Mensch sagen können, es werde nicht gesehen, was in Österreich sich geändert hat – um eine Jahreszahl zu nennen, seit 1921.
Es gab, zum Beispiel, Umzüge. Vor achtzig Jahren, wie der Reklame zu „diesem klassischen Buche über die Judenfrage“ im „Börsenblatt“ vom 3. März 1942 zu entnehmen, war der Leopold-Stocker-Verlag in der Bürgergasse beheimatet, nun residiert der Stocker-Verlag in der Hofgasse; in derselben Stadt — —
Und nun, 2022, geht einer, der die ersteerste Stelle in Österreich anstrebt, wie seit Monaten zu hören ist, wieder recht in dieser österreichischen Tradition auf; bei der Stellung war er bereits, seinen Tauglichkeitswisch kann er schon vorzeigen: Bücher, ausgegeben vom Stocker …
Offen ist bloß, einfach wie kurz gefragt, wie viele Stimmen wird er bekommen? So viele wie Hofer? So viele wie Rosenkranz? So viele wie Scrinzi? So viele wie Burger?
„Daß dieses totalitäre Regime, daß der Nationalsozialismus ja nicht mit einem Weltkrieg begonnen hat und nicht mit irgendwelchen Vernichtungslagern. Sondern er hat damit begonnen, daß man Menschen systematisch ausgegrenzt hat.“
„Vergessen wir nicht, daß am Anfang der nationalsozialistischen Herrschaft nicht Auschwitz, sondern die Ausgrenzung von Menschen, die als störend, als schädlich betrachtet wurden, stand.“
Der Herr Lehrer wird mit seinem Schüler wohl nicht zufrieden sein, wofür dieser, der Schüler, das vom Herrn Lehrer Gelehrte verwendet, das Gelehrte vom Herrn Lehrer dem Schüler abgesegnetes Mittel für seinen Zweck.
In der ersten Reihe saß im März ’18 auch ein Mann, wohl aus Betroffenheit, mit gesenktem Kopf, in der Hofburg, der Schöpfer des inzwischen zum geflügelten Freispruch Gewordenen: „So sind wir nicht“.
Aber wie dann?
Ssso!
Eine nicht mehr zu stellende Frage. Längst von Ernst Jandl mit seinem „Spruch mit kurzem o“ end-gültig beantwortet. Aber doch auch wieder, eine weiter zu stellende Frage.
Hätte er, der Mann in der ersten Reihe, den Kopf gehoben, hätte er sich im Saal umgesehen, dann hätte er vielleicht zufrieden eine weitere Antwort gegeben:
„So sind wir!“
„Wie wir. Hier im Hofsaal. Der Vortragende, so sind wir“ – mit dem Vortragenden, dem zu wünschen gewesen wäre, daß er dem für kurz angelobten Innenminister ein wirklicher Lehrer und der für kurz angelobte Innenminister ihm ein wirklicher Schüler, ist doch dieser Vortragende Verkörperung des „So sind wir!“ wie kein Zweiter und keine Dritte, wofür auch diese seine Rede exemplarisches Beweisstück, wohl wert, daß sein Redemanuskript einen ersten Platz im Haus der Geschichte Österreich …
Was wäre das für eine lohnende Aufgabe der wissenschaftlichen Aufarbeitung seiner Rede. Bereits seine Begrüßungsformel der abgestuften Hochachtung wäre schon denkwürdiger Anlaß,
„Verehrter Herr Bundespräsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler …“
Satz für Satz durchzugehen, einer Analyse zu unterziehen, das in ihnen Auffällige herauszuarbeiten, von dem „Mein“ als dem ersten Wort seiner Rede an bis zum letzten …
„Mein wahrscheinlich an diesem Tag das letzte Mal in seinem Leben optimistischer Vater, ein Süßwarengroßindustrieller und engagierter Austrofaschist sagte am Abend des 11. März 1938 zu seinem Freund, dem ehemaligen Dollfuß-Vizekanzler und Heimwehrführer, Emil Fey beruhigend: Du, es wird sicher nicht so heiß gegessen werden, wie gekocht. Und dann Stunden später nach einem brutalen Verhör durch die Gestapo erschießt Fey seine Frau, seinen Sohn, und dann sich selbst. Und am Morgen des 12. März nach dem völlig ungehinderten Anschluß genannten Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in die Erste Republik läutete es gegen neun Uhr an der Tür der Wohnung meiner Eltern, am Wiener Brahmsplatz 1, Sturm […]
Emil Fey ist nicht wie Dollfuß ermordet worden, aber zum Mörder und Selbstmörder … der Freund, wie Dollfuß so ein Opfer der …
„Die Haushälterin öffnete und sah sich drei jüngeren Männern in Polizeiuniformen mit Hakenkreuzbinden […] Mit beachtlichem Mut antwortete das Fräulein Králíček: Bitte schön, die Herrschaften empfangen nur nach Voranmeldung. […] Dann stießen sie das Mädchen […] In diesem Augenblick erschien mein Vater […] hinter ihm angstvoll meine vierundzwanzigjährige Mama […] So zumindest erinnert es meine Mutter, die heute in ihrem 104. Lebensjahr zuhause die Übertragung dieser Veranstaltung im ORF […] Während der Wartezeit zwangen die drei Männer meine völlig eingeschüchterte Mutter […] Als mein Vater zurückkam, trug er über dem dreiteiligen Anzug einen Kamelhaarmantel, den er mit allen Orden, die ihm als Offizier im Ersten Weltkrieg verliehen wurden, dekoriert hat. Was soll die Frechheit? Schrie einer der Schergen [..] Und zwangen ihn [Stephan Heller] eine voll Stunde […] auf den Gehsteigen gemalte Schuschnigg-Parolen, Aufrufe zur Volksabstimmung für ein freies Österreich […]
Der tapfere Offizier des Habsburgers, angstlos, uneingeschüchtert, kein Bub, ganz Mann, tritt vor, dahinter die angstvolle, völlig eingeschüchterte Mutter, das Mädchen und Fräulein, das aber schon den Beruf einer erwachsenen Frau, den der Haushälterin …
„Es muß der Oktober 1970 gewesen sein, als mein Freund und Mentor Helmut Qualtinger anrief und sagte: Hast Du Lust heute Abend um 20 Uhr im Restaurant Falstaff bei der Volksoper den Carl Zuckmayer […] Natürlich interessiert es mich den Autor solcher Theaterereignisse […]
Ich erschien also pünktlich und sah […] pfeiferauchenden wie eine menschgewordene schöne Tiroler Holzschnitzerei wirkenden Zuckmayer […] und nahm den Faden des Gesprächs, das ich durch mein Erscheinen unterbrochen […]
Und jetzt begann Zuckmayer leidenschaftlich das zu schildern, was er auch in seinen Erinnerungen „Als wär’s ein Stück von mir“ […]
„Meine angebetete, schöne und weltoffene Südtiroler Großmutter hat mir einmal erzählt: Weißt Du, Bub, in der taumelnden Zwischenkriegszeit war mein Haupttrost das, was ich als unverlierbare Heimat empfand, die Musik von Mozart und von Schubert […] war ich wenigstens auf Zeit gerettet und meine Augen und Ohren hatten eine Zuflucht vor dem Groben und Lieblosen […]
So muß auch etwa Adolf Hitler in der unverlierbaren Heimat seine Zuflucht gehabt haben, bei Mozart, überhaupt die nationalsozialistischen Menschen in der unverlierbaren Heimat ihre Zuflucht gefunden haben, bei Mozart, bei Schubert, überallhin, wohin sie im Auftrag der Vorsehung gerufen waren, Anständigkeit, die auch für den Vortragenden ein hohes Gut ist, zu bringen, dort überall ist ihnen Mozart, Schubert, aber auch die Lyrik, die Literatur insgesamt ewiglich Zufluchtim Groben und Lieblosen …
„[…] die Morallosigkeit und das Kriminelle austoben. Aus der Staatsverbrecherbande der Nazis ragten überproportional viele Österreicher. Ich nenne stellvertretend nur […] und einige besonders vertierte Kommandanten von Konzentrations- und Vernichtungslagern […]“
Es war nicht morallos. Es war die total akzeptierte und extensiv ausgelebte nationalsozialistisch genormte Moral in ihrer Gesamtheit der Grundsätze und Werte, die das zwischenmenschliche Verhalten der Gesellschaft zur Zeit der totalitären nationalsozialistischen Diktatur regulierten. Es ist eine Denunzation, es ist eine Diffamierung der Tiere, das Personal der Vertierung zu bezichtigen. Denn. Tieren fiele es weder ein, ihr Leben nach einer solchen Moral zu regeln, weder Vernichtungslager noch Butterwarenfabriken zu errichten. In diesem Verbrechensfall war das Tier Mensch nicht vertiert, sondern es war als nationalsozialistisches Personal ein besonders vermenschtes Personal. Zur Beleidigung der Tiere, insbesondere des Hundes, hat Vladimir Jankélévitch Unmißverständliches geschrieben, an den hier nicht bloß deswegen erinnert wird, sondern auch, weil sich besonders am Umgang mit ihm die heute in Österreich genormte Moral …
„Es ist immer weniger, was den Menschen an seine Menschlichkeit erinnert. Und das Schlimme ist, wir beginnen nicht den Tieren zu gleichen, sondern unseren unvollkommen konstruierten, zu Exzess und Fernsteuerung neigenden Automaten.“
„1991, 46 Jahre nach dem Ende der Nazi-Herrschaft fand durch Bundeskanzler Franz Vranitzky das erste österreichische Schuldeingeständnis statt […] Es brauchte ungeheuren Todesmut und Prinzipientreue, während des Terrors der Nazi-Zeit in den Widerstand zu gehen, oder sich auch nur in bestimmten Situationen anständig, charaktervoll zu benehmen [..]
„Den jungen Zuhörern möchte ich weitergeben, was mir Bruno Kreisky bei unserem ersten Gespräch 1970 eindringlich sagte: Für Dich und alle aus Deiner Generation in Österreich, Ihr, die Ihr die Gnade hatten, in Frieden und Freiheit und in Wohlstand aufzuwachsen, darf schon aus Dankbarkeit für Euer Glück die Feigheit keine Option sein. Und seid gefälligst ein Lebenlang solidarisch mit den Schwachen und jenen, die Unrecht ausgesetzt sind.“
„[…] solidarisch […] Es ist in der Politik und im Leben überhaupt keine Schande, wenn man sich einmal irrt, nur, man sollte Irrtürmern besseren Wissens nicht treu bleiben.“
Stunden später, also vier Jahre später, wird der Vortragende vielleicht gedacht haben, als er dem Mann zuhört, der als einziger vor ihm in der ersten Reihe sitzt, diesmal von ihm in die erste Reihe gesetzt, in seinem Studioarbeitszimmer,
„Ich versuche etwas zurückzugeben, was ich als angemessen empfinde. […] Schwieriger für den Menschen ist, den Irrtum einzugestehen, insbesondere öffentlich. […] Jawohl, ich habe mich geirrt […] aber ich habe es erkannt, ich werde es besser […]
„[…] zum Schluß noch eine Merkwürdigkeit aus meinem Leben zu erzählen. Ich dachte jahrzehntelang, ich wäre etwas besseres als andere, klüger, begabter, amüsanter, zum Hochmut berechtigt. Ich war arrogant, selbstverliebt, ständig andere bewertet und […] in der Londoner […] ich erkannte […]
Ab und an macht auch die Wirklichkeit mit einem Gedicht ihre Aufwartung. Sogar mit einem Gedicht, das sich ganz wie in alten Zeit reimt. Als kennte die Wirklichkeit Gnade, mitten im Krieg.
Menschenkinder Erzählen André Heller Im Namen der Republik Dr. Ulrich Heller — —
Unter den vielen Büchern, die im Fernseharbeitszimmer des André Heller aufgestellt sind, wird sich wohl auch das eine oder andere Reimlexikon – unerläßliches Werkzeug aus Papier besonders für den telegenen Poeten – befinden, vielleicht sogar ein von ihm selbst handgeschriebenes Reimbuch, in das er ständig Wörter, die sich reimen, schreibt, in das möglicherweise schon längst aufgenommen ist das Reimpaar Heller – Heller. Und wenn nicht, dann kann es nachgeholt werden. Und auch, falls es noch nicht vermerkt: Menschenkinder – Menschenschinder.
Was das Oberlandesgericht Innsbruck als Berufungsgericht durch den Senatspräsidenten des Oberlandesgerichts Dr. Ulrich Heller im Namen der Republik zu Recht erkannte, ist nicht ein kurzes Gedicht, das hier vollständig zitiert werden könnte. Aber das zu Recht Erkannte ist vollständig zu lesen auf der Seite von Markus Wilhelm: „Noch eine Schlappe zum Abschluss“.
Wie gelesen werden kann, ist es vor allem diese Passage
„Was so im Raum steht, im Bühnenraum und im Probenraum: Verdacht auf Lohndumping, auf Lohnwucher, Scheinselbstständigkeit, Abgabenhinterziehung, auf Verstoß gegen das Ausländerbeschäftigungsgesetz, Arbeitsverfassungsgesetz, Arbeitszeitgesetz, Arbeitsruhezeitgesetz, Urlaubsgesetz, auf Umgehung des Dienstvertrages, Aushebelung des Urheberrechtsgesetzes usw.“
„Ich glaube, es gibt zu wenige Journalisten und zu wenige Medienvertreter, denen es ein Anliegen ist, der Sache und der Person wirklich gerecht zu werden. Und auch die notwendige Akribie in die Recherche zu legen, sich einmal kundig zu machen, was er hat er denn wirklich gesagt, was hat er denn wirklich veranlaßt, was ist seine tatsächliche Motivation und sein politischer Standpunkt.“
„Ich habe immer den Standpunkt vertreten, daß die Menschen, die in unserer Gesellschaft so erfolgreich wurden wie ich, daß sie dann auch die Verpflichtung haben, dieser Gesellschaft etwas zurückzugeben, und daß das nicht mit der Steuerpflicht erledigt ist. Die Steuerpflicht, da gibt es Gestaltungsmöglichkeiten, also innerhalb der Steuerpflicht, also, das muß ich sagen, das ist einfach nicht genug.“
„Ich gewinne dieses Wohlbefinden, eben letztendlich Privilegien, ja, ich möchte sie aber irgendwie teilen, weitergeben, und wenn es nur ein Bruchteil ist, ich sage ja nicht, es sollen alle das Armutsgelübde ablegen, ich bescheide mich mit wenigen Dingen und gebe alles andere her. Aber zu sagen, jawohl, wenn ich im Überfluß lebe, erwirtschafte, dann habe ich einfach eine Verantwortung für diejenigen, denen es nicht so geht. Und wenn wir dieses Gefühl verlieren, dann, muß ich sagen, wird unser Gesellschaftliches, der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält, der wird brüchig werden. Und wenn er brüchig wird, dann sind es gerade die Reichen, die Privilegierten, die Wohlhabenden, die was zu verlieren haben. Daher sage ich ja oft, wenn man mir schon nicht abnimmt, daß ich das aus sozialem Bewußtsein oder aus einem Motiv herausmache, dann soll man mir wenigstens den Verstand zubilligen, daß ich sage, es ist sinnvoll. Es ist ja nicht nur wertvoll für einen selbst, es ist geradezu lebenssichernd. Sonst wird der Kitt verlorengehen und werden wir unseres Wohlstands nicht erfreuen können. Es gibt ja Länder, wo das heute schon nicht mehr möglich ist. Und ich möchte nicht in einem Getto leben, wie in Amerika, wo rundherum der Zaun ist und Security vor der Tür steht, damit man drinnen nicht gefährdet ist, ausgeraubt zu werden. Das ist ja nicht so, daß es so weit weg wäre, man kann es ja anschauen. Und man sieht ja jetzt auch, bedauerlicherweise in dieser Krise, was Entsolidarisierung bewirken kann. Und wenn Solidarität als ganz, ganz wichtige gesellschaftliche Errungenschaft, die immer wieder neu verteidigt werden muß und neu genährt werden muß und weitergegeben werden muß an die nächste Generation, wenn wir diese Solidarität verlieren, dann wird es nur Verlierer geben. Aber am meisten verlieren diejenigen, die im Wohlstand und Überfluß gelebt haben und nicht erkannt haben, nicht einmal erkannt haben, daß sie großen Gewinn ziehen könnten, Befriedigung, Freude, Glück, wenn sie sich engagieren für die Gesellschaft.“
„Aber ich glaube, die Gnade der späten Geburt ist ein Schlagwort, das berechtigt ist, weil man nicht sagen könnte, wie man selbst gehandelt hätte, ob man widerstanden hätte, ob man sich angepaßt hätte. Ich hoffe nicht, daß man nicht zum Täter oder Mittäter oder Mittwisser geworden wäre, obwohl es so schrecklich ist, daß man sich auf der anderen Seite eingestehen muß, daß es ja fast alle waren, es waren ja, der Widerstand war ja bescheiden in den ersten Jahren. Ich muß sagen, es ist ja immer wieder, wenn ich davon lese oder wenn es einen Anlaß gibt, darüber nachzudenken, da muß ich sagen, es ist ein wirklich so finsteres Jahrzehnt, wie das von […]“
„Wie ich dann mein Studium vollendet hatte, der Walter war immer noch in einer schwierigen Situation, habe ich mit ihm dann ausgemacht, daß ich ihm meinen Studentenwechsel weitergebe, weil ich habe ja schon etwas verdient, meine Mutter hat mir meinen Wechsel nicht gestrichen, und den habe ich dem Walter gegeben. Habe ich gesagt, du verkaufst jetzt einmal ein Jahr kein Bild, sondern arbeitest und nach einem Jahr schauen wir. Das haben wir gemacht. Dann haben wir eine Ausstellung gemacht, und das hat ihm, glaube ich, ein bissel geholfen, Fuß zu fassen. Von da an, glaube ich, ging es ihm deutlich besser, daß er nicht mehr wie früher die nassen Bilder verkaufen mußte um einen Bettel, weil er vorher in so großer Not war, daß er auch nicht nein sagen konnte. Die Menschen, eine auch eigentlich schlimme Erfahrung, nützen das ja in einem Ausmaß, das man sich ja gar nicht vorstellen mag.“
„Heute, Sonntagvormittag, besetzten patriotische Aktivisten das sogenannte Ute-Bock-Haus in Wien Favoriten. Dabei wurde ein Banner mit der Aufschrift „Kein Bock auf Multi-Kulti“ am Dach des Gebäudes ausgerollt, während vor dem Haus symbolisch die österreichischen Außengrenzen mit einem Zaun geschlossen wurden, der dadurch auch den Eingang zum Ute-Bock-Haus versperrt hat.“
Es hat an diesem Sonntag, dem 24. April 2022, nicht lange gebraucht, bis auch die gesinnungsgemäß zensurierte Website Lob für die „patriotischen Aktivisten“ verbreitete. Und sie wird es als Service verstehen, „patriotische Aktivisten“ gleich mit einem Link zu „Patrioten in Bewegung“ zu unterlegen.
Sollten Sie sich wundern, daß der Link im oben angeführten Zitat der gesinnungsgemäßen zensurierten Website nicht funktioniert, dann liegt dies nicht daran, daß diese Website einen falschen Link setzte, sondern nur daran, daß hier aus dem Wort „kein“ das „k“ entfernt wurde, um so kein bequemes Aufrufen der Website „Patrioten in Bewegung“ zu ermöglichen.
An anderer Stelle, vier Jahre zuvor, erklärte er, das konnte er der feinen Dame unter den österreichischen Tageszeitungen nicht so deutlich sagen, es wäre ihr wohl zu wenig fein formuliert gewesen:
Magnus Brunner darf ich jetzt in unserem Studio begrüßen […] Gestern hat es ein Gespräch gegeben und danach hat Wolfgang Katzian gemeint, er sei maximal unzufrieden und das müsse alles viel schneller gehen. Da ist offenbar der Eindruck entstanden, daß Sie da bei weiteren Hilfen auf der Bremse stehen. Wir sind als Republik, was den europäischen Vergleich betrifft, sicher die Schnellsten und auch vom Volumen her warscheinlich die, die am meisten getan haben, mit unseren zwei Paketen, vier Milliarden Euro insgesamt, das ist ein Prozent unseres BIP. Also, das ist sehr viel, und es gibt parlamentarische Prozesse, da muß es beschlossen werden, im Parlament, da braucht es Mehrheiten, ein Finanzminister kann nicht einfach so vier Milliarden Euro morgen verteilen, das geht nicht in einer Demokratie, Gott sei Dank! Und deswegen dauert es ein bißchen, aber wir sind sicher im europäischen Vergleich schneller wie so manche andere, weil wir früh begonnen haben. Wir haben mit dem ersten Paket, mit dem Paket gegen die Teuerung, wo es besonders um vulnerable Gruppen […]
sondern christschwarzlich ganz in der Tradition des österreichischen Streichers mitfühlend, mitleidend, gemäß des himmlischen Auftrages, ihnen die Gnade des Beistands zu verheißen, auf daß sie dankend ihren Stellenwert gen …
Am 20. April ’22 hat Magnus Brunner zu einer für viele wohl, wie es so schön heißt, unchristlichen Zeit seine Lernfähigkeit öffentlich bewiesen, um sieben Uhr in der Früh im österreichischen Rundfunk, und manche werden vor dem Radioapparat gedacht haben, ist das nicht eine Sicht auf Menschen, die eine grüne Innovationsministerin von einem christschwarzen Minister wenn überhaupt je und nicht ein schwarzchristlicher Minister von einer grünen …
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