¡Austria: Adiós a la Vacunación obligatoria!

Spanien hat zwar eine der höchsten Impfquoten weltweit, dennoch sind die Coronavirus-Neuinfektionen zuletzt explodiert. Die Behörden meldeten zuletzt einen neuen Rekord von 49.823 Infektionen an einem Tag. Die Omikron-Variante macht fast die Hälfte der Neuinfektionen aus. Manche Regionen wie Katalonien wollen deshalb striktere Regelungen und könnten bald wieder eine nächtliche Ausgangssperre verhängen.

Das wird heute, 22. Dezember 2021, berichtet, nicht von der Fernsehanstalt des Süßwasserkleberabfüllers, die dem antisemitischen NS-Deutschland-Verharmloser mit zu einer gemeingefährlichen Bekanntheit verhalf, sondern vom österreichischen Rundfunk des öffentlichen Rechts.

Reiche Länder sind mit ihren Auffrischungsimpfungen für alle nach Überzeugung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wahrscheinlich für eine Verlängerung der Coronavirus-Pandemie verantwortlich. Wären die dafür verwendeten Impfdosen an Gesundheitspersonal und gefährdete Menschen in ärmeren Ländern gegangen, hätten schon im September 40 Prozent der Menschen in allen Ländern geimpft werden können.

WHO, 22.12.2021Mehr Videos im ORF.at-Newsroom

Die WHO geht davon aus, dass bei einer globalen Impfrate von 40 Prozent in jedem Land die akute Phase der Pandemie beendet wäre. Stattdessen verpassten mehr als die Hälfte der WHO-Mitglieder das 40-Prozent-Ziel auch bis Ende des Jahres, sagte heute WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. „Flächendeckende Auffrischungsprogramme werden die Pandemie wahrscheinlich verlängern, anstatt sie zu beenden“, sagte Tedros. Das liege daran, dass Impfdosen in Länder geliefert würden, die bereits eine hohe Durchimpfungsrate haben. Diese Impfdosen fehlten in ärmeren Ländern. Das gebe dem Virus die Gelegenheit, sich in unterversorgten Gegenden auszubreiten und dort neue Varianten zu bilden.

Das wird heute, am 22. Dezember 2021, berichtet, nicht von der Fernsehanstalt des Süßwasserkleberabfüllers, deren Berichte auch in geringster Dosierung ungenießbar und gesundheitsabträglich sind, sondern vom österreichischen Rundfunk des öffentlichen Rechts.

Und in Österreich?

Wien – Österreich hat wegen seiner mageren Impfquote von rund 68 Prozent die allgemeine Corona-Impfpflicht auf den Weg gebracht. Ein Gesetzentwurf aus dem Sozialministerium in Wien liegt vor und befindet sich in der parlamentarischen Beratung, schon am 1. Februar 2022 könnte das Gesetz in Kraft treten. Ein Kernpunkt: „Die Impfpflicht wird nicht mit physischem Zwang durchgesetzt“, heißt es in dem Entwurf. Aber die Strafen bei einer Missachtung sind auch nicht ohne. Geplant sind vierteljährlich sogenannte Impfstichtage, an dem jeder geimpft sein muss, es sei denn er fällt unter Ausnahmeregelungen.

In Österreich wird eine Impfpflicht verordnet, so berichtet es am 22. Dezember 2021 die Stuttgarter Zeitung. Und in Österreich wird getrommelt und getrommelt für das Impfen. Mehr als getrommelt, gefeuert aus allen Werbepillenröhrchen, die mit den Marken der Impfstoffabfüllungsfabriken gebrandet sind, vor allem für die sogenannte Auffrischungsimpfung.

Das Internationale daran ist einzig der massive Einsatz des Wortes „Boost“, und sie alle kommen sich, sprechen sie „Boost“ aus, im von Bergen eingeschlossenen Land recht weltläufig vor.

Es geht hier nicht, um möglichen Einwänden klar zu widersprechen, gegen das Impfen, es geht hier nicht für das Impfen, das Impfen ist hier ohne Belang, es will hier kein weiteres und also unnötiges Kapitel geschrieben geleistet werden, zu einer Frage, die zu einer destruktiven Glaubensfrage der Reichen verkommen ist, wie so viele Fragen der Menschen davor, wie etwa die Frage, wie konnte Gott Frau Maria ohne Geschlechtsverkehr schwängern, oder was hatte Frau Maria von dem Geschlechtsverkehr mit einem inexistenten Wesen, außer daß sie schwanger wurde …

Eine Impfpflicht aber verordnen zu wollen, als einzige Heilsbringung, zu meinen es könne je eine nationale Heilung geben, kann nur verursacht sein, unfähig zu sein, über den sogenannten Tellerrand sehen zu können, wie auch, dermaßen von Bergen eingeschlossen, ist der Blick aus Österreich hinaus in die Welt schon naturbedingt verunmöglicht. Wo werden, das ist eine Frage, der durchaus nachzugehen ist, wo wird in Österreich Derartiges, zum Beispiel eine Impfflicht, ersonnen? In einer Keuschen im Niederösterreichischen?

Auf etwas zu setzen, das die „Pandemie wahrscheinlich verlängern [wird], anstatt sie zu beenden“, in vollkommener nationaler oder berglerischer Ignoranz der Weltgegebenheiten und Weltbedingungen im Hochamt der Miasanmiamentalität, kann nicht länger, nicht nur wegen dieser einen und neuesten Mitteilung der WHO, je noch argumentiert werden.

Eine Impfpflicht heißt auch, der Argumentation der WHO zufolge, Menschen dafür zu strafen, wenn sie sich dem Verlängern der Pandemie verweigern.

Ein Beitrag zum Beenden der Pandemie wird die Impfflicht nicht sein, die angesichts der globalen Situation der Ungleichgewichte nicht argumentierbare Impfflicht wird nur die Beendigung der Zivilisation als Prozeß der Zivilisation sein, wie sie in Österreich fort und fort entwickelt wird: das Befehlen als höchstes und letztes Zivilisationsziel …

Reaktionszeit vier Jahre

Nun wird verstanden, was Günther Platter mit „Tiroler Mentalität“ meint, die er als die Empfehlung anführt, für den Verbleib von Alexander Van der Bellen in der Hofburg, als Bundespräsident, nach 2022, noch weitere …

Es ist die Reaktionszeit. Wie nun fast auf den Tag genau vier Jahre später im Dezember 2021 erfahren werden darf: Die Reaktionszeit von Alexander Van der Bellen beträgt vier Jahre.

Vier Jahre ist die Reaktionszeit von Alexander Van der Bellen …

Hätte Alexander Van der Bellen am 18. Dezember 2017 für die Angelobung von und nicht nur von Herbert Kickl vier Jahre Zeit gehabt, hätte er, Van der Bellen, also erst nach Ablauf seiner erforderlichen Reaktionszeit von vier Jahren Zeit gehabt, Herbert Kickl und nicht nur Herbert Kickl anzugeloben, er, Van der Bellen, hätte Kickl und nicht nur Kickl am 18. Dezember 2017 nicht angelobt

Auch wenn es immer gesagt wird, das Wichtigste ist die Gesundheit, aber wirklich erfahrbar wird dies erst, tatsächlich erlebbar wird dies erst, wenn die Gesundheit derart angegriffen ist, wie nun seit bald zwei Jahren, daß die Gesundheit das höchste Gut des Menschen ist, und in dieser Stunde der Gesundheitsnot für dieses Gut gilt es dann einzutreten, mutig in die Fenster Kerzen zu stellen, zu bekennen, mit mutigen Reden, jene zu maßregeln, von denen, so werden wohl die schwarzblinkenden Signale sein, auf absehbare Zeit nicht Gefahr droht, sie angeloben zu müssen

„Rückblickend würde ich sagen, Herbert Kickl als Innenminister war wirklich eine große Belastung“, sagte das Staatsoberhaupt im Interview mit der „Kleinen Zeitung“. Zudem hätte sich Kickl und mit ihm die Freiheitlichen politisch selbst aus dem Spiel genommen, meinte Van der Bellen in der „Tiroler Tageszeitung“ auf die Frage, ob Kickl noch ministrabel sei.

„Tiroler Mentalität“. Reaktionszeit vier Jahre. Aber nur dann derart kurz, wenn die Bedingungen stimmen, die Gegebenheiten für eine so kurze Reaktionszeit günstig sind. Und nun sind die Bedingungen, die Gegebenheiten begünstigt durch die dominiernde Frage der Gesundheit, die, so darf angenommen werden, zur tirolerischen Mentalität gehört wie der Andrä zum

Wäre die Gesundheit nun nicht ein derart zentrales Thema, wäre die Reaktionszeit von Van der Bellen mit vier Jahren nicht so kurz ausgefallen, sondern sie würde dauern und dauern und dauern, dauern … bis eine Reaktion, ein Handeln … das kann nur spekuliert werden, weitere zehn Jahre, zwanzig Jahre, vierzig Jahre, vierundachtzig Jahre, einhundertunddrei Jahre?

Fünfundachtzig Jahre in etwa wird Van der Bellen dann alt sein, wenn er, sollte der dringliche Wunsch von Wolfgang Sobotka in Erfüllung gehen, ihn, Van der Bellen, weitere sechs Jahre in der Hofburg zu halten, nach weiteren sechs Jahren im Hofburgschlafzimmer endgültig in die Rente gehen, in das Ausgedinge, wie es auf dem Land heißt, vielleicht auch auf dem Tirolerischen …

Die Freiheitlichen hätten sich, so Van der Bellen nach seiner vierjährigen Reaktionszeit, nun aus dem Spiel genommen, weil sie im Angesicht der prekären Gesundheitslage nicht so agieren, wie es sich ein mit tirolerischer Mentalität gesegneter Kerniger vorstellt, für den die Gesundheit sitzt zur Rechten Gottes, die näher noch zu Gott als Sohn und Taube, sie, die Gesundheit, ihre Einflüsterin …

Vor vier Jahren hat sich Kickl und nicht nur Kickl, als die Reaktionszeit von Van der Bellen wieder einmal zu ticken begann, nicht aus dem Spiel genommen, sondern wurde die identitäre Parlamentspartei als identitäre Regierungspartei von Van der Bellen ins Spiel gebracht, er brachte sie nicht aktiv ins Spiel, sondern er erfüllte seine Pflicht; das Ausführen von erteilten Aufträgen wohl auch untrennbarer Teil tirolerischer Mentalität.

Wer eine große Belastung ist, soll dennoch nicht unbedankt sein, welche Gründe es auch immer sein mögen, für eine große Belastung zu danken, so wie Alexander Van der Bellen erst vor kurzem, im Oktober 2021, sich bei Herbert Kickl ausdrücklich und namentlich bedankt …

Alexander Van der Bellen selbst wird wohl noch unbedankt sein, von jenem Mann, der für ihn einer ist, der die Sehnsüchte und Hoffnungen eines ganzes Volkes

Unbedankt wohl noch von einem Mann, der gesinnungsgemäß mehr mit dem Mann und seiner Partei gemein hat, dem Alexander Van der Bellen im Oktober 2021 so aufrichtig dankte …

Es ist nicht bekannt, ob der von Alexander Van der Bellen bedankte Mann, jenem aus Deutschland Angereisten dankte, für seinen Auftritt im Oberösterreichischen, für sein Kommen nach Wien, um ihn, den von Alexander Van der Bellen Bedankten, zu hören …

Hätte Alexander Van der Bellen nicht den Namen des Innenministers genannt, sondern nur gesagt, der Innenminister eine große Belastung … es hätte auch dieser Innenminister oder jener Innenminister gemeint sein können, auch dieser, wieder an einem Montag von Alexander Van der Bellen angelobter

NS Der von Alexander Van der Bellen bedankte Mann schreibt in einem sogenannten offenen Brief viel von Mut, zum Beispiel es würde ihm, Van der Bellen, an Mut fehlenDieser von Van der Bellen bedankte Großbelastete vergißt dabei, daß Alexander Van der Bellen ein gänzliches anderes Konzept mutig verfolgt: die Entcouragierung …

Dies ist der Mut von Alexander Van der Bellen, aber der Reichbelastete wird seinen Blick ängstlich und scheu von den Plakaten je abgewendet haben, von denen Alexander Van der Bellen von Wien bis in die Berge und Täler Südtirols den Ruf nach Mut erschallen …

Zerschlagen, immer noch Schweigen in der Nacht

Es gibt eine Übersetzung von „SMASHED TO PIECES (IN THE STILL OF THE NIGHT)“: „ZERSCHMETTERT IN STÜCKE (IM FRIEDEN DER NACHT)“ …

Es wird beim Übersetzen, vielleicht in der Nacht, möglicherweise zu viel an die eigene Nacht gedacht worden sein, im Frieden der eigenen Nacht passierte möglicherweise die Übersetzung irgendwo auf dem Land, aber die Nacht ist keine Zeit des Friedens, auch nicht auf dem Land, nur ist die Nacht auf dem Land dunkler als in der Stadt, ist es im Gegensatz zur Stadt auf dem Land in der Nacht mehr noch finster.

Wenn aber auf dem Land in der Nacht ein Flaschenhals abgeschlagen und dieser in den Hals eines Menschen, vornehmlich einer Frau gerammt wird, hört sich dies mitten in der Nacht, in der Stille der Nacht anders an, als wenn es mitten am Tag passiert. Lawrence Weiner habe, so wird es berichtet, seinen Flakturmtext in diesem Sinne kommentiert, daß sich beides völlig unterschiedlich anhöre, wenn man in Wien auf der Straße gehe und am hellichten Tag eine Flasche zerbreche und wenn man das Gleiche dann auch in der Nacht mache.

Weder am Tag noch in der Nacht: Frieden. Beunruhigender jedoch ist die Nacht, mit ihrer Stille. Die Nacht herrscht immer noch, auch am Tag, mit verordneter Stille, mit verordnetem Schweigen, mit diktiertem Schlaf. Und auch im Schlaf in der Nacht kein Frieden. Nirgendwo wird das besser gewußt als in Wien. Wo es aufkam, sich am Tage auf eine Couch zu legen, um die Friedlosigkeit der Nacht des Schlafens zu bereden, zu bearbeiten, aufzuarbeiten, um zu, vielleicht, einem Frieden zu gelangen.

In der Übersetzung das Wort „Frieden“: putzig, kitschig, sentimental, adventlich, fehl am Platz. Fehl am Platz ist das Wort „Frieden“ auch deshalb, weil Lawrence Weiner mit seinem Flakturmtext sich auf etwas Konkretes bezog, auf einen genau zu datierenden Zeitraum, als der Flakturm im Schlachtengebrauch war, weil die Nächte alles andere als friedlich waren, weil die Nächte keine Nächte der Stille waren, sondern … Er habe, heißt es, den Flakturm neu interpretiert, vom „Symbol des Nationalsozialismus zum Mahnmal gegen Krieg und Faschismus“ …

Es heißt auch, der Flakturmtext könne als Aufruf zum Handeln verstanden werden. Die derzeitige Bundesregierung in Österreich könnte dem gefolgt sein, danach handeln; es gibt keinen Faschismus mehr – jedenfalls in ihrem Regierungsprogramm

Am 2. Dezember 2021 ist Lawrence Weiner gestorben. Sein Flakturmtext kann auch anders übersetzt werden. Er jedoch kann nicht mehr befragt werden, ob er mit dieser Übersetzung einverstanden wäre …

ZERSCHLAGEN (IN DER NACHT IMMER NOCH SCHWEIGEN)

Vor dreißig Jahren, als Lawrence Weiner seinen Text auf den Flakturm schrieb … es will nicht spekuliert werden, welche Übersetzung zu der Zeit vor dreißig Jahren mehr —

Worüber jedoch spekuliert werden kann, ist, wie wollen jene, die den Flakturmtext auf einem anderen Gebäude als dem Flakturm angebracht haben und in der Nacht hell erleuchten lassen, und mit ihrer Platzwahl dabei völlig fehlgegangen sind, ihren zweisprachigen Text verstanden wissen. Vor allem die Wahl ihrer Textfarben. Grün: ZERSCHMETTERT IN STÜCKE“. Rot: „SMASHED TO PIECES“.

Ist alles zerschmettert in Stücken, hat sich alles zerschlagen, was einst vom politischen Grün erhofft und erwartet? Grün schon nach eineinhalb Jahren völlig entblößt? In grün „Zerschmettert in Stücken“ ist erst seit dem Mai 2021 auf diesem Gebäude zu lesen, nach knapp eineinhalb Jahren grüner Regierungsbeteiligung … Ist alles zerschmettert in Stücken, hat sich alles zerschlagen, was einst vom politischen Rot … Die Hoffnung auf eine grünrote Regierung zerschmettert in Stücke, die Sehnsucht nach einer rotgrünen Regierung zerschlagen? Dennoch ein Klammern daran?

Auf diese Weise verstanden, ist dieses Gebäude kein falsch gewählter Ort für diese Übersetzung in diesen Farben, wie auch das Parlament, das Bundeskanzleramt, die Hofburg weitere gut gewählte Orte wären für diese Übertragung in diesen Farben.

Für den Text von Lawrence Weiner jedoch gibt es nur einen Platz: den auf dem Flakturm. Und auf einem Flakturm ist der Text nach wie vor, nicht mehr auf dem Flakturm im Esterházypark, dafür auf dem Flakturm im Arenbergpark, kaum mehr als zehn Minuten Fußweg entfernt von dem Gebäude, auf dem dieser in einer Verdoppelung mit der Übersetzung grünrot … schwarz jedoch: „IN THE STILL OF THE NIGHT“; die Klammern jedoch rot. Schwarz auch: „IM FRIEDEN DER NACHT“, die Klammern jedoch grün. Schwarz ist der Frieden niemals. Soher ist „Frieden“ für die Übersetzung kein falsch gewähltes Wort, die schwarze Farbe widerspricht dem Wort …

Weshalb noch ein Kapitel zum Flakturmtext, könnte gefragt werden. Nun, vielleicht deshalb, weil an diesem letzten Adventsamstag, und der Advent soll ja die stillste, die friedlichste Zeit am Tag und in der Nacht im Jahr sein, der Weg in die Innenstadt an diesem Gebäude mit der grünroten Übertragung vorbeiführt, in einem Advent, an einem Samstag, der weder bei Tag noch bei Nacht still, friedlich …

Vielleicht auch deshalb, weil es als notwendig erachtet wird, festzuhalten, daß ein Flakturm nicht das „Symbol des Nationalsozialismus“ ist. Denn. Flaktürme haben alle, gleich welcher Gesinnung, Weltanschauung sie sich verpflichtet fühlen. Das Symbol des Nationalsozialismus ist, auf österreichischem Boden: Mauthausen. Drei Minuten entfernt von diesem Gebäude mit der grünroten Übersetzung steht eine von nicht wenigen nach wie vor verteidigte Figur als Symbol dafür, wohin es führen kann, wenn geschwiegen, und wenn weiter und immer noch verschwiegen, wer vor allem …

Die Flaktürme in Wien sind weithin sichtbare Zeichen für den Abfall ihres Glaubens an den Nationalsozialismus, für das Zertrümmern der Hoffnungen, für das Zerschlagen der Sehnsüchte der Menschen, die sie wohl persönlich mit dieser Gesinnung verbanden: ein gutes Fortkommen wohl, Frieden in der Nacht und am Tag, Sicherheit, einfach wie kurz gesagt: ein gutes Leben.

Aber mit dem Bau der Flaktürme entblößte sich diese Gesinnung völlig, daß sie nichts halten konnte und vor allem nichts halten wollte, das sie versprach. Wie wurde etwa von dieser Gesinnung noch im September 1938 der „Frieden“ gefeiert, der „Frieden von München“ zelebriert. Es vergingen gerade einmal elf Monate, nicht einmal ein ganzes Jahr war um, als diese Gesinnung einen Weltkrieg mit Abermillionen von Ermordeten und Mordenden …

(ZERSCHMETTERT) IN DER NACHT WEITER BESCHWICHTIGT

Velwechserungsklamotte

Nun hat Eva Blimlinger in einem Interview mit „Standart“ über „Strukturdebatten“ und „Kulturbaustellen“ gesprochen, veröffentlicht am 16. Dezember 2021 …

Der Begriff wird weiter verwendet werden, das ist mir schon klar, aber mir ging es auch darum, ein bissel aufmerksam zu machen, woher Begriffe kommen und wie sie sich sozusagen entwickelten. Er wird weiter verwendet werden, ich habe auch kein Problem damit, daß er weiter verwendet wird, aber man soll wissen, was der Kontext ist.

Es hat Eva Blimlinger nicht über den Begriff „Antiziganismus“ gesprochen, der in Österreich ohnehin nicht verwendet wird, der im „Regierungsprogramm“ dieser türkis ausgewaschenen christschwarzgrünen Regierung auch nicht verwendet wird.

Sie, die eine, wie es in diesem Interview genannt wird, der maßgeblichen Mitverhandlerinnen dieses „Regierungsprogramms“ war, hat auch nicht über den Begriff „Rasse“ gesprochen, der im Regierungsprogramm vorkommt, als Bestandteil von Wörtern, die mit dem Inhaltlichen des Begriffs „Rasse“ nicht zu tun haben.

Sie hat also kein Problem damit, daß Begriffe weiter verwendet, nicht verwendet

Wenn du nicht weiter weißt, dann hol dir die Kunst. Ja. Also die Kunst soll etwas reparieren, kontextualisieren, wiewohl ich diesen Begriff nicht ausstehen kann. Man könnte ja einfach auch Historiker bitten, das zu kontextualisieren. Ich war damals in der Jury, 2009, und ich habe die Idee, das Denkmal zu neigen oder schief zu stellen, eigentlich wunderbar gefunden. Ist natürlich eine Kostenfrage. Aber die sollte dann letztlich nicht entscheidend sein, wie das umgesetzt wird. Ich fürchte, es wird ein künstlerischer Wettbewerb sein, ja, und dann, entweder ist er schon so ausgeschwemmt, eh nur Vorschläge kommen, die umsetzbar sind, dann wird es aber keinen Aufschrei geben, oder es ist wirklich ein offener künstlerischer Wettbewerb. Wenn dann ein Vorschlag kommt, wird man sagen, den kann man leider nicht umsetzen. Es ist bissel a Farce. Wenn es eine bessere Idee, jederzeit gerne. Die bessere war sicher, ihn zu neigen, aber man kann ihn ja neigen und davor ein Herzl-Denkmal, natürlich kein figuratives, […] aber so, daß der Lueger immer im Schatten steht.

Mit einem Historiker wurde es probiert, seine Zusatztafel, nun, eine Kontextualisierung österreichlich: eine Karlisierung …

Eine Farce, ein Debakel, ein Dilemma ist es, schon seit Kunschak sich aufgemacht hat, Geld für dieses Demonstrationsdenkmal aufzustellen und Müllner zu meißeln ….

Das Denkmal schief zu stellen, das Denkmal zu neigen, mit Theodor Herzl davor, eine Idee, die sich Eva Blimlinger hoch anrechnen wird, aber es ist schief gedacht, realpolitischen Gegebenheiten freundlich zugeneigt gedacht … wem dies von der Schiefdenkenden, der Neigungsdenkenden wohl gefallen haben dürfte, Theodor Herzl dem Lueger beizugesellen, nun, für diese müßte sie ihre Idee nicht weiter … aber es gibt wohl so etwas wie eine Treue, und darüber hinaus, wer weiß, wie die nun Diktierenden es aufnehmen würden, kämen andere Ideen, die nicht österreichlich …

Wahrscheinlich werden manche mir das nicht verziehen haben, die meisten aber schon. Mit der Andrea [Mayer] habe ich sehr viel zu tun, weil wir uns in vielen Dingen besprechen, wie wir es anlegen, grad in der ganzen Frage der Corona-Hilfen und des Aufsperrens. Wir haben einen regelmäßigen Austausch. Ich würde sagen, wir haben ein wunderbares Verhältnis. Wir kennen uns ja, da wir beide schon lange in dem Betrieb tätig sind, auch schon lange. Wir kennen uns noch, wie sie im Bereich der Wissenschaft war, beim Wissenschaftsministerium. Wir kennen uns lange, wir können gut miteinander, es lauft wunderbar. Mit Werner Kogler habe ich zu tun, aber weniger in diesen Kunst- und Kulturagenden, weil […]

Eva Blimlinger wurde gefragt, ob ihr verziehen worden sei, daß sie einer Parteikollegin in den Rücken gefallen sei. Ihre Parteikollegin mußte gehen, mußte fallen, damit der Minister für Kunst und Kultur weiter auffallen kann, als Minister für Nichtkunst und Nichtkultur, während sie, Blimlinger, mit ihm in Kunst- und Kulturagenden weniger – aber wie auch?

Ich kann mir das tatsächlich vorstellen. Was nicht heißt, zusperren, daß dort nichts mehr passiert. Als Raum muß es sozusagen bleiben und für die Kunst und Kultur bleiben. Die Frage ist nur, komme ich mit einem klassischen Theater, also mit einem Aufführungstheater, wo ich Stück um Stück spiel, Repertoire, wie auch immer […] Ich bin ja keine Theaterfrau, ja, aber ich denke, es wär doch eine Superherausforderung, ob ma in einem Theater nicht gänzlich etwas anderes machen kann. […] Was ich mir wahnsinnig wünschen würde, ist, daß man vielleicht, einer der Intendanten, Intendantinnen, angesichts der Pandemie hie und da ein Lustspiel spielt. […] Was gibt es für Alternativen zum Theater, zum klassischen bürgerlichen Theater, das ist es ja. Also zur Aufführung, wo das Publikum um 19.30 Uhr oder 19.00 Uhr, je nachdem wie lange das Stück halt dauert, hingeht und der Vorhang geht auf und dann geht er wieder zu.

Was für eine außergewöhnliche Idee einer Denkerin der Neigungsgruppe, und so recht traditionsreich, Lustspiele in Zeiten der Schwere, um den Menschen das Vergessen ihres gemarterten Alltags zu schenken … aber diese Lustspiele, diese Velwechserungsklamotten, Intendantinnen kommen schon lange dem blimlingerschen Wunsche nach, werden aufgeführt, etwa: Sunday riders in Vienna, without horses …

Und was für eine Befreiung, endlich keinen Schiller mehr, keinen Goethe mehr, keinen Raimund mehr, keinen Nestroy mehr, keinen Beckett mehr, keine Jelinek mehr, keinen Tschechow mehr, keinen Ibsen mehr, keinen Schnitzler mehr, keinen Krenek, keinen Bernhard mehr, keinen Jarry, keinen Ionesco mehr, keinen Jandl, keinen Handke mehr, keine … und keinen mehr und keine … vor allem keinen Shakespeare mehr, der bloß von der Gegenwart erzählt, was der Vergangenheit in der Gegenwart fernen

Es gehe, sagt Eva Blimlinger in diesem Abschnitt zu Musik, Museen und Theater, darum, was die Bevölkerung will. Das kann weder pauschal noch letztgültig beantwortet werden. Aber was diese Regierung will, im Angesicht der Pandemie konnte ein Eindruck davon gewonnen werden … die Schipisten werden dafür auf Dauer nicht ausreichen, es werden weitere Räume dafür gebraucht werden, wie passend wären dafür doch die vielen Theaterräume als Ganzjahralmadventpunschhütten für den fressend, saufend und betend kulturlos und kunstbarbarisch schifahrend gewollten Menschen …

Ein Regierungsprogramm österreichischer Traditionskunst: Null Faschismus. Null Austrofaschismus. Null Ständestaat.

Auch dieser Innenminister aus dem Tal ebenfalls seit einem Montag angelobter Innenminister wird dem Ruf leicht gefolgt sein, vor alle hinzutreten, und zu bekennen, er trete mit freudigem Herzen und reinem Denken einer Regierung bei, deren Regierungsprogramm ein Regierungsprogramm der Zukunft sei.

Denn. Es ist ein Regierungsprogramm von Männern und Frauen, die mit der Vergangenheit abgeschlossen haben, die nicht nach unten in die Vergangenheit, sondern nach oben in die Zukunft schauen. Nichts bringt dies besser und deutlicher zum Ausdruck, als der in diesem fehlende Verweis auf den Faschismus, der unerwähnte Austrofaschismus, der ausgelassene Ständestaat …

So wird auch dieser Innenminister seine Arbeit frohen Gemutes auf dem Grunde der Zukunft, der auch ihm das Regierungsprogramm ein trittfester Boden sein wird, reinen Gewissens tun können, unbelastet von der Vergangenheit fernen.

Der Innenminister wird sich nicht herumschlagen müssen mit einem Faschismus, den es im Österreich der Herzlichkeiten ohnehin nie gab, nur verschwörerisch herbeigeredet von jenen, denen nun sein zum Hauptinnenminister oder zum Innenbundesministerkanzler aufgestiegener menschenrechtlich in Alternativen Denkender an den Kopf warf das sie vernichtetende Wort vom Austromarxismus.

Das offenbar für ihn zu Kleingedruckte im Regierungsprogramm hat der ebenfalls montagsangelobte Innenminister möglicherweise nicht erlesen, das doch von der Vergangenheit handelt, ein-, zwei- oder sogar dreimal im Jahr ausrücken zu müssen, zum Gedenken an den Nationalsozialismus.

Möglicherweise hat er, der ebenfalls an einem Montag gewordene Innenminister, dies nicht überlesen, sondern er wußte sofort, zukunftsreich wie er ist, wie dieses Gedenken hinkünftig von ihm historisch gerichtet zu gestalten sein wird, mit Einladungen ins Museumstal …

Rasse der Verfassung Österreichs: Schönheit und Eleganz

Was in Deutschland schlicht „Koalitionsvertrag“ genannt wird, heißt in Österreich „Regierungsprogramm“, und das zu Recht.

Denn. Das Regierungsprogramm ist mehr als nur eine Vereinbarung des Besten aus zwei Welten, es ist das Regierungsprogramm der neuen Welt

„Wir wollen den Begriff ‚Rasse‘ in der Bundesverfassung ersetzen.“

Allein dieser Satz beweist, daß dies das Programm einer Regierung der neuen Welt für eine neue Welt

67 Versorgungsrecht. Ausführung zur Frage der Versorgungsberechtigung bei Zugehörigkeit zum Rasse- und Siedlungshauptamt der SS; Ergänzungsbedürftigkeit wegen möglicher Abstellung oder Abkommandierung an Waffen-SS. Im RIS seit 22.05.2001. Dokumentennummer JWR_1963000691_19640320X01. Verwaltungsgerichtshof (VwGH).

Mit dieser Blut-und-Boden-Geschichte Österreichs wäre es vor Jahrzehnten bereits mehr als angemessen und vor allem notwendig gewesen, „Rasse“ aus der Bundesverfassung zu streichen. Jedoch. Es mußten Jahrzehnte vergehen, bis zum Eintritt der Partei Die Grünen – Die Grüne Alternative in die österreichische Bundesregierung im Jahr ’20, daß in einem österreichischen Regierungsprogramm klar und konkret festgeschrieben ward, den Begriff „Rasse“ in der Bundesverfassung zu …

Nun aber endlich heißt es unmißverständlich und konkret, wortwörtlich zitiert:

Wir wollen den Gleichbehandlungsartikel des Grundgesetzes (Artikel 3 Absatz 3 GG) um ein Verbot der Diskriminierung wegen sexueller Identität ergänzen und den Begriff „Rasse“ im Grundgesetz ersetzen.

Den Artikel 3 gibt es, auch in Österreich, nicht aber im Grundgesetz, sondern in einem, das in Österreich mit Wiederbetätigung zu tun hat; es ist also doch kein Satz aus dem Regierungsprogramm der christgrünschwarzen Regierung in Österreich, sondern aus dem schlicht genannten Koalitionsvertrag der Parteien in Deutschland

In Deutschland also soll der Begriff „Rasse“ aus dem Grundgesetz heraus, in Österreich bleibt der Begriff „Rasse“ in der Bundesverfassung; es ist ja auch ein zu elegantes Wort, wohl wert, daß es in einem schönen Werk …

Von der Eleganz und der Schönheit des Wortes „Rasse“ muß auch die christgrünschwarze Regierung überzeugt. Auch davon zeugt das ihr Regierungsprogramm. Und das ist nachvollziehbar. Nur mit einem schönen Wort lassen sich derart viele elegante Wörter bilden. Die christgrünschwarze Regierung hat viele von diesen gefunden und in ihr Regierungsprogramm geschrieben; wie „Trassen“, „Zweinutzungsrassen“ … Die Suchfunktion zeigt auch „Stellungsstraße“, „Straßenverkehr“, „Straßenbau“ an, aber dies ist wohl dem geschuldet, daß die Suchfunktion meint, eine liechtensteinsche oder eine schweizerische Suchfunktion zu sein, oder die Suchfunktion ihre Orientierung verloren hat, überall sucht, auch in Ländern, wo sie nicht suchen soll, soher auch Ergebnisse anzeigt aus Ländern, in denen die korrekte Schreibweise „Strassenverkehr“, „Strassenbau“, „Stellungsstrasse“ …

Weniger schön und weniger elegant scheint der christgrünenschwarzen Regierung „Roma“ zu sein, hierfür fand sie für ihr Regierungsprogramm nur zwei Wörter, in denen „roma“ enthalten ist ...

Karl Heinz Grünsteidl, ein Idealist ist nicht mehr

Freilich blieb Karl Heinz Grünsteidl bis zuletzt die Antwort schuldig, was für ein wie geleiteter Idealist er ist, er, der zu antworten wußte, mit „fehlgeleitetem Idealismus“ …

Nun, da er, der Idealist mit dem nicht fehlgeleiteten Idealismus nicht mehr ist, kann bloß in aller Wahrheit — wie es sich an der Bahre eines Menschen eben stets geziemt, ehrlich und aufrichtig zu sprechen — festgehalten werden, es wurde nie auf seine Antwort gewartet, denn die Antwort, was ein nicht fehlgeleiteter Idealismus ist, gibt seine Partei täglich.

Und wenn an diesem Samstag, dem 11. Dezember ’21, sein Freund, wie berichtet wird, auf der Straße wieder unterwegs sein wird, um seinen nicht fehlgeleiteten Idealismus zu demonstrieren, ist es nur eine weitere Antwort dieser Partei, was für eine Idealistin sie ist, freilich eine Antwort als Fleißaufgabe, da sie es längst überreich beantwortet hat, was für eine Idealistin sie

Karl Heinz Grünsteidl war nicht nur ein professioneller und höchst loyaler Mitarbeiter, der die FPÖ durch viele Höhen und Tiefen an vorderster Front begleitet hat. Karl Heinz war mir auch persönlich ein wahrer Freund, wie man nur wenige im Leben findet. Ich bin ihm unendlich dankbar für seine jahrzehntelange aufopferungsvolle Tätigkeit und für all das, was ich von ihm beruflich und in menschlicher Hinsicht in vielen Stunden des persönlichen Miteinanders lernen durfte. Er war ein großartiger Charakter, voller Herzlichkeit und Tiefgang.

Nur einer, der selbst ein Mann des Tiefgangs ist, kann einen Mann des Tiefgangs erkennen … Nun, an diesem Samstag, wird der Verwaiste allein an vorderster Front — nein, es wird ihm Trost zuteil werden, von jenen, die kommen werden, zu ihm auf den Front, so heißt der Platz, von dem die Wollzeile weggeht, Männer und Frauen, ebenso überreich an nicht fehlgeleitetem Idealismus, Herzlichkeit und Tiefgang, wie er selbst und sein nun in die große Armee des Idealismus abberufener Freund

„Die österreichischen Sinti und Roma sind selbstverständlicher Teil unserer vielfältigen Gesellschaft.“

Das steht im Koalitionsvertrag – augenblicklich wissen Sie, es handelt sich dabei nicht um einen Koalitionsvertrag Österreichs. Dieser von der inzwischen türkis ausgewaschenen christschwarzen Partei und der Partei Die Grünen – Die grüne Alternative Koalitionsvertrag wird einfach wie kurz staatsmännisch Regierungsprogramm genannt …

„Roma“ kommt aber im grünschwarzen Regierungsprogramm vor, prominent platziert im Wort „Landstromanschlüsse“, für „Sinti“ jedoch wurde kein Wort gefunden, um es ebenfalls derart prominent platzieren zu können, würde es einen Fachbegriff beispielsweise im mehrmals angesprochenen Bahnwesen, in der Luftfahrt geben, in dem „sinti“ enthalten ist, es wäre nicht gezögert wurden, diesen Fachbegriff zu verwenden, um „Sinti“ ebenso so prominent sichtbar wie „Roma“ in einem Begriff zu platzieren.

Nicht so prominent, dafür aber ist für leseschwache Menschen in diesem christschwarzgrünen Regierungsprogramm auf Anhieb „Südtirol“ …

Es ist die gemeinsame Verantwortung Österreichs und Italiens, die eigenständige Entwicklung zu garantieren und in enger Abstimmung mit den Vertreterinnen und Vertreter der deutsch- und ladinischsprachen Volksgruppen in Südtirol die Autonomie weiterzuentwickeln.

Mit und ohne identitäre Regierungsprogrammbeteiligung, ohne Südtirol könnte es nie Regierungsprogramm in Österreich genannt werden.

Österreich wird auch in Zukunft an der Seite Südtirols stehen und weiterhin seine Schutzfunktion wahrnehmen, 50 Jahre nach der Verabschiedung des Südtirol-Paketes, welches die Grundlage für die moderne Autonomie der Region gelegt hat, ist Südtirol heute ein internationales Vorzeigemodell für den gelungenen Weg vom auch mit Gewalt ausgetragenen Konflikt hin zum Gespräch und ehrlichen […]

Das ist doch ein Regierungsprogramm zu nennen: einem internationalen Vorzeigemodell moderner Autonomie die Autonomie weiterzuentwickeln Ganz gleich, ob die identitäre Parlamentspartei mit auf der Programmbank oder nicht, es wird immer österreichlich, also recht allgemein, wenn es konkret werden könnte: auch mit Gewalt ausgetragenen Konflikt – als wär’s ein Programm von identitären Mannen und Frauen …

Es soll nicht gesagt werden können, es werden die Unterschiede zwischen den Regierungsprogrammen von der christschwarzidentitären Regierung und der christschwarzgrünen Regierung nicht gesehen. Allein die Titel der Programme, was für ein Unterschied: „Zusammen. Für unser Österreich. Regierungsprogramm 2017-2022“ und „Aus Verantwortung für Österreich. Regierungsprogramm 2020-2024“ …

Beiden österreichischen Regierungen ist „Antiziganismus“ fremd. Dafür kennt die christschwarzgrüne Regierung ein Wort mehr als die christschwarzidentitäre Regierung, nämlich Antizionismus … Und den Antisemitismus weit öfter zu erwähnen als die christschwarzidentitäre Regierung weiß die christschwarzgrüne Regierung auch, dafür ist beiden gemein, weder „Sinti“ noch „Roma“ zu kennen, nicht einmal als Teil eines Begriffs aus dem Verkehrswesen …

Es ist, das muß eingestanden werden, ein tief durchdachtes christschwarzgrünes Regierungsprogramm, in dem festgehalten ist, was weiterzuentwickeln ist, was nicht weiterzuentwickeln ist, fern von Österreich.

Was nicht weiterzuentwickeln ist, in Österreich nicht weiterzuentwickeln ist, das ist der Antiziganismus. Denn dieser entwickelt sich in Österreich ohne Regierungsprogramm, der Antiziganismus entwickelt sich in Österreich führungslos weiter und weiter, auch der Antiziganismus in Österreich ein internationales Vorzeigemodell, auf das die christgrünschwarze Regierung als dessen Schutzmacht mit zu ihrer Ehre gereichendem Stolz verweisen kann, wie eigenständig führerinnenlos der österreichische Mensch Antiziganismus weiterzuentwickeln …

Das steht in keinem Koalitionsvertrag: „Die österreichischen Sinti und Roma sind selbstverständlicher Teil unserer vielfältigen Gesellschaft.“ Aber es gibt einen Koalitionsvertrag, nicht in Österreich, in dem festgehalten ist:

[…] die deutschen Sinti und Roma […] sind selbstverständlicher Teil unserer vielfältigen Gesellschaft.

Das steht im Koalitionsvertrag der Parteien, die nun in Deutschland die Regierung bilden, in Deutschland, aus dem nicht der haupt-und-letztverantwortliche Massenmörder gebürtig, in Deutschland, das nicht das Portschyland

Ehrenbürger, christschwarzer Ehrenobmann Kunschak und sein Müllner-Denkmal für einen Ehrenbürger auf dem Karl-Lueger-Platz

Am letzten Montag wurde nicht nur ein Dollfuß-Museum-Mann angelobt, auch der österreichische Rundfunk tat sich mit einer ebenso besonderen Leistung hervor, einen Bericht über das Lueger und ein Interview mit Veronika Kaup-Hasler zum Lueger zu senden, ohne die Lueger-Denkmal-Schaffenden, deren Geschichte und deren Wirken in Österreich auch nach 1945 ungebrochen …

Die Lueger-Schaffenden wurden von der Stadträtin für Kultur und Wissenschaft im Interview ebenfalls nicht erwähnt, auch ihr ging es einzig um Lueger. Sie verzichtete wenigstens darauf, die Leistungen von Karl Lueger für Wien seinem Antisemitismus gegenüberzustellen, aber die Verrechnung seiner Leistungen mit seinem Antisemitismus passierte ohnehin unmittelbar zuvor im Bericht, in dem Lueger u. v. a. m. dafür gelobt wurde, er habe Wien modernisiertVor bald einhundert Jahren aber wurden bereits seine Leistungen realistischer beurteilt, und das Lueger war Menschen damals schon ein Debakel …

Karl Lueger wurde 1900 zum Ehrenbürger der Stadt Wien. Er wird es wohl noch sein, seit 121 Jahren …

Leopold Kunschak, der Lueger-Schaffende wurde 1946 zum Ehrenbürger der Stadt Wien, wurde der „Streicher von Österreich“, ein extremer Antisemit, zum ersten Ehrenbürger nach Auschwitz ernannt. Er wird es wohl noch sein, seit 75 Jahren …

Eine Ehrenbürgerinnenschaft ist nicht nur eine für die Ausgezeichneten passive persönliche Ehre, mit ihr sind auch aktive Nachsicht für die Ausgezeichneten und Entschuldigungen für die Ausgezeichneten verbunden, wie die von dem ersten Bundeskanzler in Österreich nach der Shoah für Leopold Kunschak …

Als am 17. April 1945 im Wiener Schottenstift die ÖVP gegründet wurde, war Kunschak für ein paar Monate ihr erster Parteiobmann (abgelöst durch Leopold Figl; Kunschak wurde Ehrenobmann). Im selben Jahr war Kunschak erneut Mitglied des Wiener Gemeinderates und bis 1946 Vizebürgermeister der Bundeshauptstadt. Von 1945 bis 1953 war er zudem Präsident des österreichischen Nationalrates und Gründungsmitglied des ÖAAB (Österreichischer Arbeiter- und Angestelltenbund). Im Jahr 1945 berichtete das Schweizer „Israelitische Wochenblatt“ von einer Kundgebung in Wien, die gegen die Einreise von polnischen Juden (KZ-Überlebende) stattfand. Das Blatt zitierte eine Rede des Parlamentspräsidenten und Ehrenobmannes der ÖVP Kunschak, in der er verkündet hatte, er sei immer Antisemit gewesen und werde dies auch weiterhin bleiben. Außerdem hätten in Österreich weder einheimische noch fremde Juden etwas zu suchen. Auch die New Yorker Zeitung „Aufbau“ berichtete von dieser antisemitischen Versammlung und nannte Kunschak 1946 den „Streicher von Österreich“.

Das ist nicht in einem in Österreich erschienenen Buch von einem österreichischen Historiker zu lesen, sondern in einem in Deutschland veröffentlichten Buch von einem deutschen Historiker: Handbuch des Antisemitismus, Band 8, herausgegeben von Wolfgang Benz.

Leopold Kunschak erlernte in Wien das Handwerk des Sattlers. Da sein Vater früh verstorben war, musste seine Mutter ihn und seine Geschwister alleine aufziehen. Sein Bruder Paul erschoss am 11. Februar 1913 den sozialdemokratischen Politiker Franz Schuhmeier. Im Jahr 1892 gründete Leopold Kunschak den christlichsozialen Arbeiterverein und war bis 1934 dessen Vorsitzender. Ab 1904 war er Mitglied des Wiener Gemeinderates und nach dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie von 1919 bis 1920 Mitglied der konstitutierenden Nationalversammlung. Ab 1920 war er Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat. 1919 legte Kunschak einen Gesetzesentwurf vor, der Juden von der „deutschen Mehrheit“ vollständig separieren sollte, und bezeichnete Juden als „Seuche unserer Zeit“. Anfang 1936 propagierte Kunschak eine leicht abgeänderte Version, die frappant an die 1935 erlassenen „Nürnberger Rassegesetze“ erinnerte. Im April 1920 kam es zu antisemitischen Ausschreitungen an der Universität Wien, im Zuge derer auch die jüdische Mensa verwüstet wurde. Zudem gab es gewaltsame Übergriffe gegen jüdische Studierende. Kunschak verteidigte die Ausschreitungen und bezeichnete Juden als „Eiterbeule am Körper unseres Volkslebens“. Die „Ostjuden“ verglich er mit Heuschrecken, die das Land überfallen würden. Falls Juden nicht freiwillig auswandern würden, so verlangte Kunschak, sollten sie in Konzentrationslagern interniert werden.

Als es galt, die österreichische Unabhängigkeitserklärung zu verfassen, war Kunschak mit dabei, am 27. April 1945 – wer wäre auch recht geeigneter gewesen, an der Legende Österreichs mitzuschreiben als er, in der Blaimschein …

Von diesem Lueger-Schafffenden war, wie kann es auch in Österreich anders sein, an diesem Montag österreichischer Kultur nicht die Rede, geredet hat, wer auch sonst, ein österreichischer Historiker, der sich mit seiner Zusatztafel zum Lueger österreichisch verschwieg, was zu einem weiteren Lueger-Schaffenden zu sagen, zu schreiben ist.

Zu diesem Bildhauer, sollte er es noch nicht sein, wäre ein erster Anwärter auf eine Ehrenmitgliedschaft der wienerischen Touristik, nur noch dies. Es hätte, wenn es dazu noch gekommen wäre, durch sein Mitwirken noch weitere Denkmäler in Wien gegeben, mit denen sich nun eine Stadträtin wohl auch noch zu befassen hätte. Diese Denkmäler wären wohl auch so schön oder noch schönerer wie das Lueger geworden, das eine vielleicht mit einem Buch, aus dem eine Großsängerin der Klassik ihr Wissen …

Das Bundesdenkmalamt kam in diesem montäglichen Bericht auch zu Wort, und wer Österreich kennt, kann sich heute schon vorstellen, welche Debatten es in ein paar Jahrzehnten in Wien geben wird, wenn es um ein Denkmal gehen wird, das erst vor kurzem in Wien errichtet wurde, und auch das Bundesdenkmalamt bei diesem wieder ein gewichtiges … Was dieses erst kürzlich errichtete Denkmal mit dem Lueger eint, ist, beide sind Parteipolitdenkmäler

Das einst schon sehr teure Lueger wird auch jetzt wieder wohl viel Geld verschlingen, für seine sogenannte Kontexualisierung

Kunschak verteidigte seinerzeit innerparteilich die 30 bis 40 Millionen, die das Lueger – aber, einfach wie kurz gesagt, Wahlkämpfe damals wie heute kosten halt …

Was es damals nicht gab, sind virtuelle Massenkundgebungen wie heute, aber dafür gab es gesinnungsgemäß beispielsweise das Wiener Rathaus für diese mit Festreden von etwa einem Leopold Kunschak geadelten Massenkundgebungen der Hetze, des Antisemitismus, der Halbwahrheiten, dem unbedingten Schwur zur habsburgischen Familie …

Die sich erfüllenden Wünsche des Alexander Van der Bellen im dafür Mustervorzeigeland —

„Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in dieser wichtigen und herausfordernden Position. Wir hoffen, dass es Ihnen gelingt, die Hoffnungen und Sehnsüchte […] nach Frieden zu verwirklichen, […] insbesondere Spannungen zu deeskalieren und die Region zu stabilisieren, sowie gute wirtschaftliche Bedingungen und die Grundrechte der Freiheit zu gewährleisten.“

Dies sind die Wünsche des österreichischen Bundespräsidenten, der nicht nur wünschen, sondern sich auch recht herzlich bedanken kann, aber nicht zur montäglichen Angelobung an diesem 6. Dezember 2021, sondern seine Wünsche an den Präsidenten in Iran, der bis dahin bereits berühmt in der Welt als „Schlächter von Teheran“ …

Und was für Erfolge zeitigen seine Wünsche? Es sind deren so viele, daß diese hier gar nicht aufgezählt werden können. So wurde entschieden, in einer Collage all die Erfolge allein schon in diesem letzten Halbjahr 2021 nur mittels Überschriften zu listen. Beeindruckend, wie die Wünsche des Alexander Van der Bellen, einfach wie kurz gesagt, so rasch in Erfüllung gehen: Spannungen zu deeskalieren, zu stabilisieren, gute wirtschaftliche Bedingungen und die Grundrechte der Freiheit zu gewährleisten.

Nur die Wünsche eines Mannes, der um den Wert von Gedenkveranstaltungen weiß, der das Gedenken derart verinnerlicht hat, sind stark genug, um Wirklichkeit zu werden.

Und von noch einem Mann, der sogleich mit dem Mann aus Teheran telefonierte oder, wie es modern vielleicht schon gesagt wird, chattete, der eines nun nicht mehr machen wird können, nach Teheran zu reisen, der Einladung nachzukommen, für die er sich doch artig bedankte, um gemeinsam, einfach wie kurz gesagt, in einer Heerschau die Erfolge …

Die Analysen des Mannes, also des österreichischen Präsidenten, sind wie seine Wünsche von beeindruckender Tiefe, von einer Stärke, die die Wirklichkeit erschüttern läßt. Wie etwa diese vom 4. Oktober 2021, mit der darauf verweist, Antisemitismus, Auschwitz seien nicht vom Himmel gefallen. Im Land von seinem Beglückwünschten wird seine Analyse fortwährend bestätigt, zum Beispiel, daß Auschwitz nicht vom Himmel gefallen sei, weil es, so in dem Land seines Beglückwünschten, es gar nicht gegeben

Der österreichische Bundespräsident ist ein Mann der Wünsche und des Dankes. Wann er immer er danken kann, dankt er, so auch beispielsweise am 28. Mai 2021, mehr oder weniger kurz vor seinen Wünschen an den Mann in Teheran:

„Alles Gute zum 60. Geburtstag, #AmnestyInternational! Organisationen wie @amnesty kämpfen jeden Tag dafür, dass #Menschenrechte für alle gelten. Eine starke zivilgesellschaftliche Stimme ist wichtig, damit die Rechte aller gesichert sind. Auch das Team von @AmnestyAustria arbeitet jeden Tag für ein #Österreich der #Menschenrechte: Ein Österreich, in dem alle Menschen friedlich und respektvoll miteinander leben. Frei die Meinung sagen können, morgens aufstehen und sein können, wer man sein will. (vdb)“

Vielleicht wurde seine Analyse überlesen, vielleicht aber auch, daß er diese seine Analyse noch nicht geschrieben hat, eine Analyse davon, wessen Stimmen derart schwach sind, wer es, weil vielleicht zu sehr mit dem stillen Gedenken vollauf ausgelastet, verabsäumt, jeden Tag dafür zu kämpfen, daß Menschenrechte für alle gelten in einem friedlichen und respektvollen Miteinander, daß es solche Organisationen bedarf, es wichtig ist, daß es starke zivilgesellschaftliche Stimmen gibt, damit die Rechte aller gesichert sind.

Und am Ende. Am Ende bleibt bloß Zuversicht. So die Angelobung an diesem 6. Dezember ’21 durch den österreichischen Bundespräsidenten denn ein Zeichen ist, ist doch der Angelobungstag wieder ein MontagMontag, der Höchstleistungstag des derzeitigen Bundespräsidenten …