Frau Paula in der Josefstadt

Helmut Qualtinger lehnte es ab, die „Frau Paula“ zu geben. Wenn Männer sonst schon alles spielen, so sollte doch eine Frau wenigstens von einer Frau gespielt werden. Und. Als Idealbesetzung der „Frau Paula“ stellte er sich Christiane Hörbiger vor – gespielt in der Josefstadt.

Weltweite Verbreitung – Der größte Teil der Bevölkerung bekennt sich schon zum Glauben Mohammeds

Im vorherigen Kapitel wurde bereits ein Auszug des Berichts des untadeligen Mediums veröffentlicht. Es könnte durchaus von Interesse sein, in welchem Zusammenhang es gebracht wird, daß der größte Teil der Bevölkerung sich schon zum Glauben Mohammeds bekennt, und vor allem, wer es sich zur heiligen Aufgabe machte, den mohammedanischen Glauben weltweit zu verbreiten.

„Auch alle diese hohen Herrn, die Väter, die sich wie Aale winden und zum Hofe streben, welche sagen, sie seien Patrioten, und dies und jenes; diese Patrioten wollen nur staatliche Ländereien in Pacht bekommen! Sie sind imstande, Vater und Mutter und selbst Gott zu verkaufen, diese ehrgeizigen Christus-Verkäufer! Es ist nichts als Ehrgeiz, und der Ehrgeiz kommt daher,
weil sich unter der Zunge ein kleines Bläschen befindet und in diesem Bläschen ein kleines Würmchen, so groß wie ein Stecknadelkopf, sitzt, und dieses alles macht ein gewisser Barbier, der in der Gorochowaja wohnt. Ich kann mich auf seinen Namen
nicht besinnen; es ist aber als sicher bekannt, daß er in Gemeinschaft mit einer Hebamme den mohammedanischen Glauben über die ganze Welt verbreiten will; man sagt ja, daß sich in Frankreich schon der größte Teil der Bevölkerung zum
Glauben Mohammeds bekennt.

Der größte Teil der Bevölkerung in Frankreich bekennt sich schon zum Glauben Mohammeds

Sankt Petersburg. Aufzeichnungen: Es ist aber als sicher bekannt, daß er den mohammedanischen Glauben über die ganze Welt verbreiten will; man sagt ja, daß sich in Frankreich schon der größte Teil der Bevölkerung zum Glauben Mohammeds bekennt.

Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dann ist es die eben veröffentlichte Mitteilung dieses Mediums, das niemals noch der Verbreitung von „Fake News“ überführt wurde. Ganz im Gegenteil. Alle erstellten Expertisen bescheinigen diesem Medium einhellig, der weltweit einzig verbliebene mediale Wächter der Wahrheit zu sein.

Generell in Europa, insbesondere aber in Frankreich, in Deutschland, in Österreich, in Italien sind nun die patriotischen Parteien, die vor der Weltübernahme durch den Glauben Mohammeds eisern warnten und unverrückbar weiter warnen, in einem völlig neuen Licht zu sehen. Fehlte bisher Parteien – wie AfD, FPÖ, Lega, Rassemblement National – der letzte entscheidende Beweis, wie weit die Verbreitung des mohammedanischen Glaubens in der Welt, besonders in Deutschland, in Österreich, in Italien, in Frankreich bereits gediehen ist, hat ihnen nun die einzig verbliebene „Bastion der Wahrheit“, wie dieses Medium international zurecht einmütig bezeichnet wird, den letzten und entscheidenden Beweis in ihre vertrauensvollen Hände gelegt.

Auf der Scholle ihres „Patriotismus“ alle Grenzen von ihnen gesinnungsgemäß überschritten

„Sie zitierte eine Spiegel-Meldung, der zufolge der Brandenburger AfD-Spitzenkandidat, Andreas Kalbitz, 2007 an einem Neonazi-Aufmarsch in Athen teilgenommen hat, und schrieb dazu: ‚Nur für den Fall, dass irgendwer irgendwann wieder von nichts gewusst haben will.‘ Laut Spiegel wohnte Kalbitz mit 13 anderen Rechtsextremen, darunter der damalige NPD-Chef Udo Voigt, im selben Hotel. Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf ein Dokument aus der deutschen Botschaft in Athen. Daraus geht hervor, dass von der Gruppe auf dem Hotelbalkon eine Hakenkreuzfahne gehisst wurde.“

Sie werden fragen, was hat das mit Österreich zu tun? Es hat viel mit Österreich zu tun, mit diesem Paradeland des Je-nichts-gewußt-Haben“ —

Um mit Andreas Kalbitz zu beginnen. Mit diesem Mann nur beispielhaft zwei Männer, die in Österreich für ihre Auftritte mit ihrem Gedankengut nicht auf feuchte Keller angewiesen sind, die nicht Unterstandslose zu sich etwa in die unterirdischen Kanäle von Wien eingeladen werden.

Der eine ist Götz Kubitschek.

Der zweite ist Philip Stein.

„Bei einem Vortrag im neurechten Institut für Staatspolitik von Götz Kubitschek propagierte Kalbitz laut Stern ‚eine Art nationalen Sozialismus‘.[14] Bei einer Rede auf einer AfD-Demonstration im Mai 2018 bedankte sich Kalbitz unter anderem bei der rassistischen Gruppierung Pegida und der neurechten Vereinigung Ein Prozent für unser Land von Götz Kubitschek und Philip Stein[33] und beklagte, dass die AfD ausgegrenzt und geächtet werde, obwohl sie „die letzte evolutionäre Chance für unser Land“ sei.[34]

Das „Institut für Staatspolitik“ mag in Österreich kaum bekannt sein, dafür aber recht bei jenen, die vor kurzem in Österreich ihre Regierungsstühle selber räumen mußten.

Hat die „wahre Pegida“, die, so ein für kurz gewesenes österreichisches Regierungsmitglied, in Österreich beheimatet ist, den Dank von Andreas Kalbitz an die „Pegida“ auch als Dank an sie empfunden?

Und sollten Sie selbst darüber hinaus sich über Andreas Kalbitz informieren, werden Sie nach kurzer Zeit bereits auf den „Witiko-Bund“ stoßen. Und mit diesem Bund auf eine weitere Organisation, und sogleich wieder befinden Sie sich in Österreich, aus dem beispielsweise ein Mann Mitglied dieser Gesellschaft war, dessen Familie in Österreich ein paar Jahrhunderte regierte …

Aber nicht nur Kubitschek und Stein fallen aus dem Umfeld von Kalbitz ein, die in Österreich …

Gauland …

Höcke

Weidel …

Meuthen …

Auch Plakate wollen halt ihre Treue zum Bündnis dieser Parteien bezeugen, es sich als ihre Ehre anrechnen lassen …

Bei dermaßen viel Austausch wollen auch Plakate einander ähnlich sein. Wie zurückhaltend beinahe die Partei in Deutschland: „Der Osten steht auf!“ Wie fordernd, befehlend die Partei in Österreich: „Steh auf –“

Gemeinsam stehen diese Parteien auf der Scholle, die sie Patriotismus rufen …

Und auf dieser Scholle, die ihnen grenzenlos ist, wandern sie gesinnungsgemäß von Norden nach Süden, und auch von Süden und Osten nach dem Norden, laden einander ein

… halten füreinander Vorträge …

…. unterstützen einander …

lernen voneinander, wobei die Lernende mehr die Partei aus dem Norden, die Lehrende die Partei aus dem Land, das zum Teil im Süden, zum Teil im Osten …

„Neonazi-Aufmarsch“. Athen. Griechenland. Wem kann, Hand aufs Herz, da nicht gleich Österreich einfallen, im besonderen ein Magazin, mit diesem aber nicht der Umvolkungsvater, sondern der parlamentarische Bildungssprechersohn, ganz konkret die Verteidigung einer „Neonazi-Partei“ mit dem lyrischen Namen „Morgenröte“, wie in diesem Kapitel gelesen werden kann.

Das nur kurz nebenher. Wenn Sie das Kapitel über die Morgenröte lesen, werden Sie von diesen quer über den Kontinent verteilten Parteien und Gruppierungen eine Gemeinsamkeit feststellen, die diese abseits vom Politischen teilen: ihr recht beeindruckendes Ehrlichkeitsregister —

Es wurde gedacht, dieses Kapitel wird schneller geschrieben sein, nur kurz etwas zu Andreas Kalbitz und dann etwas noch zum erwähnten zweiten Mann, also zu Udo Voigt.

Und Udo Voigt muß ein ganz, ganz recht schlimmer Mann sein, wird doch dieser mit seiner Partei von der gesinnungsgemäß zensurierten Website herangezogen, um der SPÖ und Franz Schnabl, wie hier gelesen werden kann, einen Vorwurf …

Jetzt aber wirklich, kurz nur noch.

Andreas Kalbitz ist ein Vertreter aus jener Partei, auf die im Jahr 18 zu stoßen ein junger Mann „sich sichtlich freute“. Zu dieser Zeit war für den jungen Mann die Welt nicht nur um sieben Uhr in Ordnung, sondern den ganzen Tag; er war Kanzler. Nein. Für den jungen Mann ist die Welt nach wie vor in Ordnung, auch in der Nacht, für sich ist er Kanzler …

Klimakrise Wolfgang Sobotka

„Nationalratspräsident Sobotka trifft“, wird berichtet, Fridays-For-Future Aktivisten zum Gespräch und redet – natürlich – über die Klimakrise.“

Es ist Wahlkampf. Und dem ist es geschuldet, daß er mit den jungen Menschen redet, statt ihnen die so einfache wie kurze Botschaft seines Herrn zu verkünden: „Wir hatten die Klimakrise!“

*

Ach, wie edel von des Herrn „Präsidenten“ den jungen Menschen nicht die philosophische Kritik an der prominentesten Vertreterin der jungen Menschen für Klimaschutz vorzuhalten – jedenfalls berichtet sein Kurier davon nicht –, stattdessen sie großväterlich zu beruhigen.

*

„Wir werden nicht aussterben.“ Das sagt Wolfgang Sobotka den jungen Menschen. Damit spricht Sobotka wahr. Denn. Die Menschen werden nicht aussterben, die Menschen werden sich ausmorden.

Ausgestorben sind etwa die Dinosaurier. Das aber ist lange her. Die Zeiten sind vorüber, als Lebewesen ausgestorben sind, bedingt durch natürliche Zeitenläufte. An deren Stelle ist getreten die Ausmordung, die Ausrottung von Lebewesen durch den Menschen. Für seine Ausrottung hat der Mensch nur für ihn freundliche und gewissensberuhigende Begriffe gefunden, beispielsweise den von der „Überfischung“, die nichts anderes ist als Ausrottung, Ausmordung.

Ausgestorben. Dieses Wort drängt wie von selbst noch einen Aspekt auf, der die Politik direkt betrifft. Bei all den gesellschaftlichen Entwicklungen und also Fortschritten verwundert es doch immer wieder, daß sich Menschen von einem Schlage, auch von einem Schlage eines Wolfgang Sobotka in der Politik nicht nur halten können, sondern ihnen immer noch hohe und höchste Ämter übertragen werden, während sie in Wahrheit doch mit ihrem Gehabe längst schon … in ihrem Fall trifft ein Wort mit „über“ zu: sie sind Überlebende eines Systems, das im Grunde lange schon ausgestorben – –

*

„Klima“, ein Wort, das in vielen Bereichen verwendet wird, etwa auch im Politischen. Es wird beispielsweise von einem „Gesellschaftsklima“ gesprochen. Auch das Klima der Gesellschaft ist in der Krise. Ein Mitverursacher der gesellschaftspolitischen Klimakrise durchaus auch ein Wolfgang Sobotka – was für Seltsames eine Klimakrise an den Tag zu verbringen mag, gar das Absonderliche, einem Boten des Herrn eine derartige Bedeutung beizumessen …

*

„Das wird nix“

„Um die Politiker davon zu überzeugen, soll ein Klimaforscher von Fridays for Future einen Vortrag vor allen Parlamentariern halten darf.  ‚Schaut’s‘ sagt der Nationalratspräsident. ‚Ihr wollt‘s für diese Veranstaltung alle Parlamentarier aber das wird nix. Selbst, wenn ich als Präsident einlade -‚ […]“

Bis zu diesem Bericht wurde gedacht, es hieße richtig: „soll […] halten dürfen“ … Es mag nach den Sprachregeln dies nach wie vor korrekt sein, aber der Kurier des Herrn wird hiermit vielleicht eine tiefere Wahrheit zum Ausdruck gebracht haben wollen – sich „Parlamentarier halten darf“ … und das wäre abseits der Regeln durchaus stimmig.

„Parlamentier halten“: das paßt zum vor kurzem erst veröffentlichten Plakat der türkisgetupften schwarzen Partei: sich „Parlamentarier zu halten“, aber nicht sie entscheiden lassen, im Sinne des Herrn und seines Boten hat nicht das Parlament zu entscheiden, sondern es „entscheidet“ …

Was könnte der „Präsident“ alles zustande bringen, auch für junge Menschen, wenn sie einen Verlag hätten, aber sie haben keinen Verlag, und vor allem keinen derart recht hoch staatsausgezeichneten …

Und noch mehr könnte der „Präsident“ wohl zustande bringen, auch für junge Menschen, nennten sie sich bloß anders als „Fridays-For-Future“ … Zukunft, das ist doch so identitätslos. Wie recht rege würde der „Präsident“ werden können, würden sich die jungen Menschen beispielsweise „Mondays for Identitarian“ – –

PS Die Tageszeitung „Kurier“, die über dieses Treffen zwischen den jungen Menschen und dem „Präsidenten“ des „Das wird nix“ am 30. August 19 berichtet, weiß, wie der Herr es berichtet haben zu wünscht: „Die selbst ernannten jungen Gutmenschen verlieren deshalb keine Zeit.“ Was sind das doch für Ungezogene, ernennen sich selbst zu etwas, gar zu Gutmenschen … diese Ungeführten ohne Demut und ohne Geduld, ohne Legitimation, diese Frechen, die nicht warten, bis sie ernannt und gesegnet …

Wahrlich eine Tageszeitung, deren gesegneter Auftrag es ist, Kurierin einen ausgeglichenen Berichterstattung, mehr als das noch zu sein: salomonisch zu urteilen …

Nur ein Badengegangener mehr

„Ein Innenminister von diesem Schlage ist einer schon mehr als zu viel.“ In Europa insgesamt, in der Europäischen Union im besonderen.

Dieses Kapitel erfährt nun eine Fortsetzung, durch das diesem noch gefehlte glückliche Ende. Wie wahr das doch ist, es sind die Figuren eines Romans, auch dieses, die den Fortgang eines Romans bestimmen, in diesem Fall die Figur des Innenministers, der sich selbst mit einem Tritt aus dem Roman stößt.

Das hat, die dunkle Seite soll nicht verschwiegen werden, aber den Nachteil, es entläßt den Menschen als bloßes Schreibwerkzeug der Figuren aus seiner Verantwortung, läßt ihn beispielsweise darin sich sonnen, kein Grobian wie jener österreichischer Schriftsteller zu sein, der seine Figur mit einem Fußtritt aus seinem Roman schmeißt.

Das glückliche Ende eines weiteren Innenministers soll jetzt jedoch nicht durch Zweifel getrübt werden, dieses Kapitel soll einzig durch das glückliche Ende dieses Innenministers strahlen, nur ein Hoffnungskapitel ganz und gar sein.

Sein Ende als Innenminister hat der Innenminister selbst mutwillig betrieben. Im Grunde keine Überraschung. Menschen, vor allem Männer, von solchen Parteien können nichts anderes, als alles in die Luft zu sprengen, kennen nichts anderes als den Untergang.

Nun ist dieser Innenminister nichts weiter, als ein Badengegangener mehr. Wie lange war diese nun von diesem Innenminister im August 19 zu Fall gebrachte Regierung im Amt? Ein Jahr und vierundsiebzig Tage – vierzehn Monate und ein paar Zerquetschte.

Zum Sieger in diesem Wettkampf um den schnellsten Untergang ist aber jener Badengegangene zu küren, der das Ziel des glücklichen Regierungsendes bereits im Mai 19 erreichte. Seine Leistung soll dabei nicht verschwiegen werden. Er gewann gegen den Innenminister um Längen. In Zeiteinheiten heißt das: die von ihm zu Fall gebrachte Regierung war ein Jahr und einhunderteinundsechzig Tage im Amt – siebzehn Monate und ein paar Zerquetschte.

Dem siegreich Badengegangenen mit knapp drei Längen (2,90 Monaten in der Zeiteinheit dieses Wettkampfes) Vorsprung gereicht es zur Ehre, und darauf kann er stolz sein, ein fairer Schwimmer zu sein, noch auf den letzten Metern, das glückliche Ziel, das zugleich stets ein glückliches Ende ist, schon vor Augen, vergaß er nicht auf seinen Mitschwimmer, feuerte diesen auch noch an, geradeso, als hätte er mit dem nun innerministerischen Badengegangen gemeinsam ins Ziel einlaufen, gemeinsam ins Ende einschwimmen …

Solch ein Wettkampf hat, das soll abschließend nicht unerzählt bleiben, auch seine berührend traurigen Momente. So auch dieser Wettkampf. Der rührendste Moment in diesem Wettkampf wahr wohl, als eine ältliche Dame, der Innenminister war bereits auf seinen letzten Metern vor dem Ende oder dem Ziel, vom Beckenrand aus ihren Favoriten anfeuerte, indem sie ihrem Favoriten immerzu mit einem lauten „Triumphiere“ ermunterte, das Letzte aus sich herauszuholen, dabei war ihr Favorit da längst schon nicht mehr …

Gesinnungsgemäß bildungsbürgerlich

„So ergibt auch das für die FPÖ untypisch bildungsbürgerliche Hölderlin-Zitat auf der Denktafel Sinn:“

Das ist in der Qualitätstageszeitung österreichischen Zuschnitts zu lesen, am 28. August 2019.

Beinahe wollte eine andere Kapitelüberschrift geschrieben werden. Das wäre dann eine in kurzer Form gewesen, die zum Ausdruck gebracht hätte, etwas von bildungsbürgerlichem Standesdünkel, was nicht sein darf, kann nicht sein, eine bildungsbürgerliche FPÖ, Bildungsbürgerliches kann einer Partei wie der FPÖ nur unbeabsichtigt, sozusagen aus Versehen passieren, einen Hölderlin kann doch eine FPÖ nie und nimmer kennen und so weiter und so fort.

Aber so bildungsbürgerlich wie Drehli Robnik ist die FPÖ allemal. Um mit Hölderlin als erstem Beispiel zu beginnen.

Hölderlin, geliebt von dem Mann, der bis vor kurzem noch Innenminister in Österreich war.

Die Weihe zum Bildungsbürgerlichen erfährt nach wie vor ein jeder Mensch, der Goethe zu zitieren weiß. Wie der Mann, der bis vor kurzem Vizekanzler in Österreich war.

Wie bildungsbürgerlich dann erst ein Mann, der nicht nur Goethe kennt, sondern auch beispielsweise eine Brieffreundin von ihm. Bis kurzem noch ein Minister in Österreich, zur Zeit die Nummer eins auf der Liste identitären Parlamentspartei …

Schiller selbstverständlich auch. Ein für die FPÖ gesinnungstypisch ebenfalls bildungsbürgerlich zu gebrauchender Dichter.

Im Olymp des Bildungsbürgerlichen angelangt wohl jene Menschen, die Hebbel noch …

Und zum „Volke“ geht die FPÖ ganz und gar bildungsbürgerlich mit dem Dichter …

Ganz und gar bildungsbürgerlich typisch wird dazu die Musik von einem Komponisten genossen, der gesinnungsgemäß die Töne zu setzen weiß.

Die identitäre Parlamentspartei ist so traditionsbewußt bildungsbürgerlich, wie es auch eine präidentitäre Partei schon einmal war, um einmal noch auf Hölderlin als Beispiel zu kommen. Das kann in dem Kapitel „Latrine auf der Mölker Bastei“, mit dem der Betrachtungsrundgang um das Denkmal seinen Abschluß fand, gelesen werden.

In diesem Kapitel kommt, um das abschließend kurz noch zu erwähnen, auch ein Gedicht mit Bezug auf Hölderlin vor, von einem Dichter, dem die FPÖ wohl seine Zuzählung zum Bildungsbürgerlichen verweigerte.

Factical Correctness statt Political Correctness

„Es herrscht absolute Meinungsfreiheit: Jeder darf denken, sagen und posten, was er will. Oder doch nicht? Permanentes Moralisieren von links hat die Gesprächskultur schwer beschädigt, findet Rosemarie Schwaiger. Der Kampf für eine tolerante Welt wird mit maximaler Intoleranz geführt.“

Dieser Artikel im Nachrichtenmagazin „Profil“ in seiner Ausgabe vom 25. August 2019 eignet sich hervorragend dafür, ohne aber deshalb gleich eine Fürrede für „Political Correctness“ zu sein, vor allem Medien zuzurufen: Factical Correctness tut not.

Es mag sich durchaus ein treffender Begriff finden lassen, aber zum Zwecke der Verdeutlichung eignet die von Political Correctness (Politische Korrektheit) abgeleitete Factical Correctness (mit Faktenkorrektheit übersetzbar) allemal.

Rosemarie Schwaiger liefert einen Artikel, der für eine Diskussion über die sogenannte Political Correctness untauglich ist, weil die von ihr angeführten Beispiele, die ihre Argumentation (treffender wohl ihr „Moralisieren“) stützen sollen, Faktenkorrektheit vermissen lassen.

Schwaiger führt als Beispiel an: die Debatte um das „Binnen-I“ und die Unterzeichnung eines „offenen Briefs, der sich gegen den ‚Wildwuchs‘ beim Gendern aussprach und eine ‚Rückkehr zur sprachlichen Normalität‘ forderte.“ Zusammenfassend hierzu schreibt Schwaiger: „In der Folge erschienen Medienberichte, die einige Initiatoren des offenen Briefs in die Nähe von sehr rechtem Gedankengut rückten. Diffamierung der Kritiker ist keine unübliche Strafe für abweichlerisches Verhalten.“

Korrekt daran ist, daß Rosemarie Schwaiger nicht von Initiatorinnen schreibt. Wer waren die „Initiatoren“?

Heinz Mayer bestätigt die Notwendigkeit der Binnen-I-Schreibung – Teil 6 der Komödie in Fortsetzung

Das ist nur ein Kapitel aus der Posse mit zehn Aufzügen, die zum Brief der Achthundert geschrieben wurde, die hier im Gesamten abgerufen werden kann, und ein vollständiges Bild über die „Initiatoren“ ergeben, von deren Arbeitsweise, die im Sinne von Fakten kaum korrekt …

Nicht besser bestellt ist es um ein weiteres von Rosemarie Schwaiger angeführtes Beispiel. Sie schreibt:

„Der unbedingte Einsatz für Toleranz kann einen Menschen offenbar ziemlich intolerant machen. Eine besondere Posse lieferte die steirische SPÖ bei der diesjährigen Feier zum 1. Mai: Die zur Beschallung des Grazer Hauptplatzes engagierte Band hatte einen Song von Andreas Gabalier angestimmt; dem Vernehmen nach soll es sich um das Opus ‚Hulapalu‘ gehandelt haben. Weil Gabalier die Bundeshymne grundsätzlich ohne die ‚großen Töchter‘ singt und auch sonst dem gesellschaftlichen Fortschritt im Weg steht, missfiel das Liedgut der anwesenden SPÖ-Prominenz. Landesrätin Doris Kampus enterte die Bühne und erwirkte eine sofortige Änderung des Repertoires. Bei allem Verständnis für unterschiedliche persönliche Vorlieben: Das ist nicht mehr Politik, sondern Voodoo. Es war Glück für die SPÖ, dass die Gegenseite noch schräger drauf ist. Gabalier revanchierte sich, indem er die Verbannung seiner Werke als ‚Faschismus in reinster Form‘ bezeichnete. Harald Schmidt hätte an dieser Auseinandersetzung sicher seine Freude gehabt.“

Nun. Wie war das tatsächlich? Auch dazu gibt es ein Kapitel:

Ein Wurlitzer ist kein Künstler, eine Jukebox keine Künstlerin …

Auch dieses Beispiel von Rosemarie Schwaiger zeichnet sich nicht durch Faktenkorrektheit aus. Aber mit diesem Beispiel kann sie, wie gelesen werden kann, immerhin mit dem Mann, der sich zwar korrekt zu seiner Person, aber nicht zu Fakten verhält, um das Amt der Bundeskanzlerin rittern.

Und weil ein Name eines Gesangskameraden auf „Voodoo“ sich reimt, kann nicht vermieden werden, auf noch ein Kapitel hinzuweisen, das einiges von diesem Sänger erzählt, von dem Schwaiger meint, er würde „dem gesellschaftlichen Fortschritt“… aber wie kann einer, der keine Meinung hat, je „im Weg“ stehen?

Für ihr Argumentieren bemüht Rosemarie Schwaiger auch die USA als Beispiel, freilich ohne damit …

„In den USA agiert die Rede- und Denkpolizei noch deutlich restriktiver als in Europa – und gewählt haben die Bürger bekanntlich den Grobian Donald Trump.“

Wer diesen schwaigerischen Satz liest, soll wohl beabsichtigterweise lesen, die „Bürger“ hätten Donald Trump zum Präsidenten gewählt. Freilich gaben nicht wenige Menschen dem „Grobian“ ihre Wahlstimme, aber zum Präsidenten wurde der „Grobian“ nicht von den Bürgerinnen gewählt, das amerikanische Wahlrecht erst machte den „Grobian“ zum Präsidenten. Nur mit den Stimmen der Bürger und Bürgerinnen allein wäre er geblieben, kurz gesagt, was er war und trotz seines jetzigen Amtes im Grunde weiter ist. Das Wahlrecht erst ermöglichte es dem „Grobian“, daß er trotz Minderheit an Stimmen …

Und dann ihr Beispiel mit dem Buch von Susanne Wiesinger. Gerade auch der mediale Trubel um diese Lehrerin zeigt die Notwendigkeit eindringlich auf, Faktenkorrektheit einzumahnen.

Rosemarie Schwaiger scheint den Worten eines Lehrers zu viel Gewicht zu geben, geradeso, als wäre er ein Philosoph, und für sie wird er es wohl sein, berufen dazu, ihr Moralisieren, das ein Argumentieren sein soll, zu legitimieren, wenn sie ihn derart gewichtig zitiert.

Diesen Lehrer zitiert, der vielleicht in Alleen gedankenschwer wandert, wenn die Blätter treiben …

„Der Philosoph […] beobachtet die Umtriebe schon lange mit professionellem Unbehagen. Vor ein paar Monaten widmete er sich in einem Essay für die Zeitschrift ‚Addendum‘ der Frage, warum die linke Weltdeutung in gewissen Milieus so erfolgreich ist, während die Linke als politische Bewegung in vielen Ländern kaum noch eine Rolle spielt. Seine Theorie: Der linke Mainstream liefere nun das, was Karl Marx als ‚Überbauphänomen‘ bezeichnet hatte. Für [ihn] kommt der Linken heute dieselbe Bedeutung zu wie der katholischen Kirche im Mittelalter. ‚Sie befindet darüber, wer gut, wer böse und wer des Teufels ist. Und auch die Lust an inquisitorischen Verfahren, öffentlichen Denunziationen und an medienwirksamen Exkommunikationen teilt die Linke mit ihren ungeliebten Vorfahren.‘ Laut [ihm] ist der Preis für die kulturelle Hegemonie hoch: ‚Aus einer sozialen und politischen Bewegung (…) wurde eine Kampagnenkultur, die ihre Triumphe in Genderdebatten, Identitätsdiskursen, der Apologie des Kopftuchs sowie antifaschistischen, antirassistischen und antikolonialistischen Empörungsritualen fand.'“

Ihr zitierter Lehrer weiß recht um die Philosophie, und wer so recht um die Philosophie weiß, der erkennt Philosophie schon von weitem, und kann diese nur unterschreiben, wie den oben angesprochenen philosophischen Brief, der „von führenden Philosophen“ …

Ein russisches Sprichwort sagt: „Ein Fischer sieht den anderen von weitem.“ Für Österreich abgewandelt: „Ein Philosoph erkennt einen Philosophen von weitem“. So kann menschgemäß der eine Philosoph seinen Essay nur bei einem anderem Philosophen veröffentlichen, der herausgebende Philosoph nur einen ihm gleichgestellten Philosophen veröffentlichen.

Weniger Faktenkorrektheit, um es abschließend kurz zusammenzufassen, sind auf zweieinhalb Seiten nicht mehr unterzukriegen. Als Kapitelüberschrift hätte soher durchaus gewählt werden können: Der vergebliche Kampf der Rosemarie Schwaiger um Factical Correctness.

Weiterhin österreichischer Spielplan

„wie waren wir doch froh und glücklich, wie sie kanzler geworden sind. das ganze land hat sich irgendwie zum positiven verändert. es war eine so gute, gute aufbruchstimmung. und, äh, wir waren entsetzt, wie frau rendi-wagner, wie die, das mißtrauensantrag gestellt hat. vollkommen verblödet. ich weiß nicht, da muß der haß und der neid so groß sein, daß man so etwas macht. sie hat damit die ganze republik in frage gestellt bzw. in schlechte zeiten geführt. ich hoffe so von herzen, sebastian kurz, daß sie triumphal zurückkommen werden. wir wären alle so froh, stolz und glücklich, wenn sie wieder unser kleines geliebtes österreich, mein heimatland, wieder in ihre hände nehmen würden, und wir werden wieder zurückkommen. ganz sicher. alles, alles gute für sie, und bleiben sie gesund.“

*

Das Mißtrauensantrag – vollkommen verblödet.“

*

„Der Neid“ – Dem Neid ist, das ist bekannt, nicht die rote Farbe zugeordnet, sondern die türkise und die blaue Farbe, und in der Vermischung der beiden Farben wird es, wie ebenfalls lange schon bekannt, zum Leiden.

*

„Sie hat damit die ganze Republik in Frage gestellt.“ – Der Mißtrauensantrag stellte nicht die Republik in Frage, sondern die ÖVP als Regierungspartei. Die Gleichsetzung einer Partei mit der Republik ist je kein Wesenskern einer demokratischen Republik, sondern ist erstes Merkmal jedweder Diktatur.

*

„In schlechte Zeiten geführt.“ – Führen also muß sein. Wer allerdings geführt hat, in „schlechte Zeiten“, das wird Christiane Hörbiger vielleicht von ihren Eltern nicht erzählt worden sein.

Vielleicht hat sie besonders von ihrer Mutter nur erfahren: „Wie waren wir doch froh und glücklich, wie sie Kanzler geworden sind. Das ganze Land hat sich irgendwie zum Positiven verändert. Es war eine so gute, gute Aufbruchstimmung.“

Das Antragen der Christiane Hörbiger an die tiefschwarze türkise Partei weist sie als mißratene Tochter aus. Mißraten heißt in ihrem Fall, sie ist zu sehr nach ihrer Mutter geraten. Das könnte beinahe als etwas Positives gesehen werden, als eine Art Bemühen um Gleichberechtigung von Frau und Mann durch die türkis getupfte schwarze Partei, sind es doch in der blauen Partei vor allem die Söhne, die mißraten sind, weil sie zu sehr nach ihren Vätern geraten sind.

Auch ihre Mutter hat gefilmte Botschaften verbreitet, für eine Partei, die sich selbst als der ganze Staat sah und verstand und vor allem so agierte. Der Mutter wurden die Botschaften vorgeschrieben. Die Mutter lernte die ihr vorgeschriebenen Botschaften brav auswendig und trug sie dann ergeben inbrünstig vor.

Es heißt nun aus dieser tieftürkisen Partei, es sei der Tochter die Botschaft nicht vorgeschrieben worden. Vielleicht ist das wahr, daß die Tochter die Botschaft sich selbst geschrieben hat. Ist das dann die türkis getupfte schwarze Veränderung seit vorgeschriebenen Botschaften für die Mutter, daß die Tochter ihr eigener Gerhard Menzel ist?

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„In schlechte Zeiten geführt.“ – Wohin, um auch davon noch kurz zu sprechen, die türkisfreie schwarze Partei das Land „führte“, als sie sich als Partei eins fand mit dem Staat, da war die Tochter noch ein paar Jahre vor ihrer Geburt.

Wie bekannt ist, wurde dem Attila und der Paula die Tochter in dem Jahr geboren, das nicht wenige in Österreich heute noch so kurz zusammenfassen würden: „Das ganze Land hat sich irgendwie zum Positiven verändert. Es war eine so gute, gute Aufbruchstimmung.“

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„Wie waren wir doch froh und glücklich, wie Sie Kanzler geworden sind.“ – Die ihr vorgeschriebene oder von ihr als Gerhard Menzel sich selbst geschriebene Botschaft läuft unter dem Titel „Wir für Kurz“ – und Kurz für Salvini

In wessen Namen spricht Christiane Hörbiger das „Wir“? Als welches „Wir“ darf das „Wir“ der Tochter verstanden werden, das der „Volksgemeinschaft“?

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„Triumphal zurückkommen werden. Wir wären alle so froh, stolz und glücklich, wenn Sie wieder unser kleines geliebtes Österreich, mein Heimatland, wieder in Ihre Hände nehmen würden, und wir werden wieder zurückkommen.“ – Von wo? Von der Insel?

Und wären seine Hände tatsächlich so groß, daß er ein ganzes Land in seine Hände nehmen könnte, mit solch großen Händen hätte er im Prater Karriere … Wie gut, daß die Zeiten vorüber sind, als Menschen mit einem solch gestalteten Körper ihr Dasein als Freaks auf Jahrmärkten … Nun, kurz gesagt, es wird gewußt, er hat nicht so große Hände, sein Körper jedenfalls ist nicht mißraten. Selbstverständlich hat Hörbiger das im übertragenen Sinn gemeint. Aber auch im übertragenen Sinn stellt sich noch immer und vordringlich die grundsätzliche Frage: Was kann ein Mensch, dessen Hände stets gefaltet sind, mit seinen immer gefalteten Händen, als wären die Hände, Kurzens Hände, zusammengewachsen, je noch in die Hände nehmen?

*

Die ihr vorgeschriebene oder von ihr sich selbst geschriebene Botschaft eine Botschaft, die für beide Parteien, so verwechselbar sind diese zwei Parteien in den Farben des Neides inzwischen geworden, passend … aber wer weiß, vielleicht trägt die Tochter diese Botschaft bald schon für die zweite Partei vor. Ist doch von ihr bekannt, für wie viele Kandidaten sie in ihrem Leben vor Wahlen schon Fürrede gehalten hat, nicht nur für schwarze …

In Zeiten der Gleichberechtigung fehlt noch ein Stück über eine weibliche „Karl“. Ach, lebten bloß noch Carl Merz und Helmut Qualtinger!

„Wir wären alle so froh, stolz und glücklich, wenn Sie wieder“ ein Stück nach einem lebenden Vorbilde auf die Bühne brächten. Welchen Titel sie wohl dem Stück über einen weiblichen Karl geben würden?

Vielleicht ebenso einfach wie kurz: Frau Paula.

Noch in Jahrzehnten würden dann Menschen von dem Triumph des Helmut Qualtinger sprechen und alle bedauern, die Helmut Qualtinger nicht als Frau Paula im Burgtheater erlebten …

*

Die bequem für zwei zurzeitige Parteien passende Botschaft der Frau Paula müßte allerdings nur ein wenig für die zweite Partei zum inbrünstigen Vortrage angepaßt werden, um dann unter dem möglichen Titel „Triumphale Rückkehr auf unsere Insel“ ein zweites Mal in derselben Kulisse veröffentlicht zu werden, und zwar in etwa so:

Wie waren wir doch froh und glücklich, wie Ihr Regierung geworden seid. Das ganze Land hat sich irgendwie zum Positiven verändert. Es war eine so gute, gute Aufbruchsstimmung. Und wir waren entsetzt, daß so ein Video veröffentlicht werden durfte, vollkommen unzensuriert. Ich weiß nicht, da muß der Haß und der Neid so groß sein, daß man so etwas macht. Sie haben damit die ganze Republik in Frage gestellt bzw. in schlechte Zeiten geführt. Ich hoffe so von Herzen, Norbert Hofer, so ehrenrecht von Herzen, Herbert Kickl, daß Sie triumphal zurückkommen werden. Wir wären alle so froh, stolz und glücklich, wenn Sie wieder unser kleines geliebtes Reich, mein Heimatland, wieder in Ihre Hände nehmen würden, und wir werden wieder zurückkommen. Ganz sicher. Alles, alles Gute für Sie, und bleiben Sie gesund und auch, kurz wie Sie sind.

„Wer am meisten brüllt, sind die Österreicher“

»6. – 11. September 1937. Noch klarer wird es am nächsten Tag. ›Das riesige Stadion ist schwach beleuchtet von Scheinwerfern, welche die massigen, unbewegten Bataillons der braun gekleideten SA gerade noch erkennen lassen.‹ Mittendurch ein Korridor vom Eingang des Stadions zur Tribüne des Führers. Der um Punkt acht erscheint. Rauschender Beifall, ›wer am meisten brüllt, sind die Österreicher‹. Zahllose Scheinwerfer gehen mit einem Schlag an, gen Himmel gerichtet. ›Tausend blaue Säulen umgeben ihn jetzt wie ein geheimnisvoller Käfig.‹«

„Wer am meisten brüllt, sind die Österreicher.“ 1937. Nürnberg.

Roberto Calasso zitiert Brasillach in seinem Buch „Das unnennbare Heute“ im Kapitel – „Wiener Gasgesellschaft“ …

Robert Brasillach, ein französischer Schriftsteller, der mit dem Reich kollaborierte, 1945 hingerichtet wurde.

Vor zweiundachtzig Jahren brüllten also die Österreicher am meisten, in Nürnberg, sie brüllten Adolf Hitler nicht nieder, das Brüllen war ihr Jubel für ihren Führer. Vor achtzig Jahren verkaufte die Wiener Gasgesellschaft jüdischen Menschen kein Gas mehr und vor einhundertzwölf Jahren wehte im Oberösterreichischen bereits die Hakenkreuzfahne …

Und was ist Brasillach geworden? Nun, dem kann wieder begegnet werden. In diesem Heute, einem Heute, das in Österreich ein recht benennbares Heute ist …

Vielleicht hat sich ein Innenminister, der seinen Stuhl nicht freiwillig räumte, sogar ein Buch von ihm mitgenommen, Gelegenheiten dafür wohl mehr als eine, etwa die auf dem Kongreß …

Hatte doch der einst montagsgemachte und kurz danach seinen Stuhl zu räumende Innenminister die Ehre, Referent zu sein, wie der Verleger von Brasillach …

Mit dem Verleger also die Ehre geteilt, auf einem Kongreß zu sprechen, mit einem Verleger, dem „Südtirol ein symbolischer Startpunkt für einen Eurofaschismus“ … mit einem Verleger die Ehre geteilt, gemeinsam einen Kongreß zu bespielen, der beseelt vom „Wiederbeleben des Faschismus“

Mit einem Verleger die Kongreßehre geteilt, der im Gegensatz zum zurzeitigen Obmann dieser Partei in Trauer ob des verlorenen Innenministerstuhls antwortet, aber dem nicht widerspricht: „Jeder Erfolg der FPÖ bringt uns dem Ziel näher: den Faschismus wiederbeleben.“

Übrigens, das nur kurz nebenher: Der zurzeitige Obmann wollte einst auch Innenminister werden … Ach, was wollte dieser nicht schon alles werden, auch Schutzherr von … geworden ist er schließlich, aber auch das nicht gewiß, ein Bauchredner oder eine Bauchrednerpuppe …

„Wie viele Intellektuelle seiner Generation zeigte sich Brasillach jedoch zunehmend von der dynamischen und vitalen Inszenierung des Faschismus beeindruckt.“

Das ist auf des Verlegers Seite zu lesen, kein Satz aber, der vor über achtzig Jahren geschrieben wurde, sondern im benennbaren Heute …

Brasillach beeindruckt in diesem gesinnungsgemäß benennbaren Heute auch eine so „normale Partei“ in Frankreich, wie die hoferische eine „normale Partei“ ist …

Kurz sich zu halten, das immer wieder sich vorsagen. Sonst noch eine Ausweitung dieses Kapitels, etwa auf Höcke – nein, dann müßte auch noch von dem jungen Mann erzählt werden, der seinen Stuhl nicht und nicht selber räumen wollte …

Daher. Um rasch zu einem kurzen Schluß zu kommen, nur noch festhalten: die Patriotismusformel der hoferischen Partei ist auch von Frankreich her recht gut ableitbar …